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Name:Xbox 360
Offiz. Sites: Game
Herstellerscreens
Xbox 360 (special von nali_warcow)

Xbox 360 - Marketinghype, Internethysterie und die ersten Spieleindrücke

Es wurde viel spekuliert über die neue Konsole aus dem Hause Microsoft. Noch vor der E3 2005 sollte es erste greifbare Infos und Bilder der "Next-Generation" geben. Für den 13. Mai würde die Enthüllung groß auf MTV beworben. Doch diese "Enthüllung" war dann für viele eine große Enttäuschung. Der deutschen Ausstrahlung muss man zwar zu Gute halten, dass aus angeblich technischen Gründen einige Szenen nicht gezeigt wurden, doch nach der Veranstaltung war mein Interesse stark geschrumpft. Man sah kurz - für einige Sekunden - die wirklich gut und edel aussehende Hardware, damit hatte es sich dann jedoch. Ansonsten gab es eine Vorstellung, die doch eher Fragen wie "Bin ich im falschen Film?" zur Folge hatten. Diese multimediale "Rumhoppelshow" war so etwas von dürftig. Glücklicherweise gab es die nächsten Tage über etwas mehr Infos für Spieler, so dass man an ersten Screens und Trailern schon mal Next-Gen-Luft schnuppern konnte. Allerdings hielt sich MS mit handfesteren Fakten, die potentielle Kunden interessieren würde, noch recht bedeckt. Was muss für das System auf den Tisch gelegt werden? Bis diese Frage endlich geklärt wurde, sollte jedoch noch einige Zeit vergehen. Bis dahin zeigt das Internet, was ein modernes Medium leisten kann. Sowohl in bezug auf den Hype um die Konsole als auch Gerüchte und Vergleiche mit andern Geräten. Während sich Sony und MS Fanboys in den Foren die Köpfe einschlugen, welcher Trailer nun beeindruckender sei, welche Hardware leistungsstärker und wie die Verteilung auf dem Markt in einigen Jahren aussehen wird, war für alle anderen warten angesagt.

Licht am Ende des Tunnels

Zur Games Convention 2005 wurde es dann doch endlich alles klarer. Zwei Varianten sollte es geben. Eine, für den preisbewussten Spieler mit 299€ und eine andere für die "Hardcore-Gamer", die 100 mehr kostet. Neben kleinen Unterschieden wie dem kabellosen Controller im Premium-Pack und der Variante mit Kabel in der Core-Version spaltete die optionale Festplatte die Meinungen vieler Forenposter im WWW. Sicherlich interessanter als irgendwelche Postings sind Entwickleraussagen. Die zeigten sich nicht ganz so einig über eine nicht standardmäßig verbaute Festplatte, aber wenigstens sollte ja auch alles ohne HD laufen. Während einige Entwickler wie Bethesda Softworks zur deutlichen Verringerung der Ladezeiten nur zur HD Variante rieten, hatten andere weniger Bedenken. Es sind dabei jedoch nicht nur Ladezeiten zu berücksichtigen, wie man anfangs vermutete. Hieß es anfangs noch, dass kein Xbox 360 Spiel eine HD zwingend benötigen wird und man somit alle Spiele auch ohne HD zocken kann, so gab es bald die erste Ausnahme. Da hieß es dann alle Spiele bis auf Final Fantasy würden laufen, weil ein MMORPG eben eine HD brauchen würde. Damit war die erste Ausnahme geschaffen. Aber Final Fantasy wird sicherlich nicht das letzte MMORPG für die Xbox 360. Wie es weitergeht, wirddie Zukunft zeigen, bedenken sollte man die Vorteile eine Festplatte auf jeden Fall: Demos, Abwärtskompatibilität, Spielstände, Onlinegaming und natürlich kürzere Ladezeiten. Eigentlich sollte man nun meinen, mit den entsprechenden Launchterminen wäre alles gesagt und die Spieler/ Käufer könnten sich in Europa auf den 02.12.2005 freuen. Noch ahnte niemand von den Problemen, die noch kommen würden.

Der Launch - Chaos hoch drei

"Haben sie reserviert?". Diese Frage werden wohl viele Xbox 360 Käufer am Launchtag zu hören bekommen haben. Schon wenige Wochen nach der offiziellen Termin- und Preisfestlegung für den Launch und somit der Möglichkeit, sich in vielen Läden und Onlineshops ein Gerät vorzubestellen, kamen langsam, nacheinander immer wieder die gleichen Meldungen. Das Kontingent der Vorbestellungen ist überschritten, keine weiteren Vorbestellungen sind möglich und bei einer Bestellung - Wochen vor dem Release (!) - konnte nicht mehr garantiert werden, dass die Konsole überhaupt noch 2005 geliefert werden kann. Was war passiert? Microsoft wollte die Xbox 360 in den drei großen Gebieten USA, Europa und Japan nahezu zeitgleich auf den Markt bringen, hatte nun jedoch zunehmend mit Liefer- bzw. Produktionsengpässen zu kämpfen. Während die Onlineshops immer lauter vor Lieferengpässen warnten, waren andere deutlich cooler. "Wer eine Xbox 360 haben will, der bekommt auch eine, wenn er sich morgens vor den nächsten Media Markt oder Saturn stellt", so einige Kristallkugelbesitzer in den Foren. Manche Filialen nahmen erstaunlicherweise keine Vorbestellungen entgegen, andere erst kurz vor dem Launch. Verkäufer in den Monaten vor dem Launch zu sein, wäre nicht gerade ein Traumjob gewesen. Da wird man wohl auf Dauer wahnsinnig, wenn laufend Leute mit gleichen Fragen kommen, aber leider konkrete Antworten ausbleiben. Scheinbar war die Informationspolitik zwischen Microsoft und dem Handel nicht die beste. Wie viele Konsolen stehen letzten Endes im Laden? Gerade nach dem US Launch am 22.11 wurde einigen sicherlich etwas mulmig im Bauch. Handgreifliche Auseinandersetzungen sollten zwar auch hierzulande die Ausnahme bleiben, doch schnell musste der Käufer wohl auf jeden Fall sein oder Unsummen bei eBay ausgeben. Eigentlich gibt es ja ein gutes Gegenmittel, damit man ganz stressfrei das Objekt der Begierde bekommt: Vorbestellung. Problematisch nur, wenn man trotz rechtzeitiger Bestellungen nichts gesagt bekommt. Wenn der kleine Einzelhandel um die Ecke nicht genau weiß, ob er nun zwei oder drei Konsolen bekommt, dann ist das eine Sache. Wenn es aber ein großer Logistikbetrieb aus Bad Hersfeld nicht schafft, Vorbesteller der ersten Stunde(n) zu informieren, dann ist das eine extrem schwache Leistung. Sicherlich wird jeder Händler mit Anfragen bombardiert, doch es kann ja nicht sein, dass man als Kunde bei Bestellungen im Wert von 300 bis 400€ 24 Stunden vor dem Versandtermin nichts gesagt bekommt und völlig im Unklaren gelassen wird. Insbesondere wenn das eigene Datensystem der Webseite seit Wochen nicht ganz stimmt, so dass Liefertermine der Vergangenheit genannt werden. Die eine oder andere Infomail wäre sicherlich keine schlechte Idee. Aber es kommen ja noch zwei Next-Gen-Konsolen, bis dahin kann das System ja noch verbessert werden. Doch nicht nur Ausverkaufsmeldungen machten im Internet schnell die Runde. Auch Stories zu defekten Konsolen und zerkratzen Datenträgern wanderten durch das Netz. Wie viele Geräte konkret betroffen sind, wird nur Microsoft wissen, doch nach ein/ zwei Threads, in denen amerikanische Käufer - knapp 10 Tage vor dem Europalaunch - über Abstürze und Instabilität ihrer Geräte berichten, schwappte die große "Xbox 360 mit Designfehlern"-Welle nach Europa. Fast alle Seiten sahen sich dazu berufen diese Meldung zu übernehmen, auszuschmücken und von Massendefekten zu sprechen. Aber warum sich genauer damit beschäftigen, jeder will halt was zum Hype beitragen oder entsprechendes Gegenfeuer geben. Für viele war dann jedoch am 2.12 der ganze Rummel um die Xbox 360 vergessen, vorbei und man konnte tief durchatmen. Entweder vom Händler um die Ecke, den großen Kaufhausketten oder dem Paketdienst kamen Tausende Spieler an die Xbox 360. Das Warten war endlich vorbei.

Das gibt es bzw. sollte es geben

Im Gegensatz zur ersten Xbox kommt die 360 in zwei Varianten, wobei die Konsolenhardware in beiden Fällen gleich ist und sich lediglich durch das mitgelieferte Zubehör unterscheidet. Mit dem Core-Pack bekommt der Käufer für 299€ lediglich die nackte Konsole, inklusive Composite AV-Kabel mit SCART-Adapter und einem Gamepad. Allerdings handelt es sich um die Padvariante mit Kabel. Nicht vergessen sollte man daher beim Kauf die 64 MB Speicherkarte, die mit etwa 30€ dazukommt. Für 399€ gibt es das Premium-Pack der Xbox 360. Statt des Composite-only Kabels liegt ein YUV Kabel inklusive Scartadapter (und Composite Ausgang) bei und beim Gamepad kann man sich über die kabellose Variante freuen. Gerade die kabellose Freiheit macht sich schnell positiv bemerkbar. Der Nachteil dabei ist, dass man sich entweder um neue Batterien kümmern muss, eigene AA-Akkus nutzt (geht problemlos) oder zum Play & Charge Kit greift. Für etwa 18€ bekommt man einen Akku inklusive USB Ladekabel. Damit kann der Kontroller beim Spielen aufgeladen werden und es gibt keine Unterbrechungen. Auf eine kleine, überteuerte Speicherkarte kann man verzichten, da der Käufer auch gleich noch eine 20 GB Festplatte beim Pack für 399€ dazu bekommt. Hierauf können nicht nur Savegames gespeichert werden, sondern auch wieder Musik von CD gerippt, Demos & Trailer vom Onlinemarkplatz runtergeladen, Ladezeiten deutlich verkürzt und eine begrenzte Anzahl älterer Xbox 1 Spiele gezockt werden. Wer am Anfang sparen muss/ wollte oder schlicht keine Premium-Version bekommen hat, kann auch für knapp 100€ eine 20 GB Festplatte separat erwerben. Das ist jedoch noch nicht alles, was man beim teureren Pack dazubekommt. Außerdem gibt es ein Xbox Headset für Spiele und Chats, ein ausreichend langes LAN Kabel und eine leicht abgespeckte Fernbedienung. Im Gegensatz zur ersten Xbox ist diese jedoch nicht zwingend notwendig, wenn man sich DVDs anschauen will. Eine Navigation ist auch mit Gamepad möglich. Die neue Generation an Konsolen ist auf High Definition ausgelegt, doch nur sehr wenige werden ein entsprechendes HDTV Gerät oder Beamer besitzen. Für sicherlich nicht wenige wird somit das VGA Kabel von Interesse sein. Hiermit kann man die Xbox 360 mit jedem handelsüblichen Monitor verbinden und sich über gestochen scharfe und detaillierte Bilder freuen. Standardmäßig kommt die Xbox 360 mit einem LAN-Anschluß daher, wer jedoch eine W-LAN Verbindung aufbauen will, der muss noch etwa 80€ extra für einen entsprechenden USB WLAN-Adapter ausgeben (oder einen Accesspoint mit Bride Option). Wer sich jedoch eindecken will, der muss mitunter Geduld mitbringen. Nicht nur die Konsolen sind überall ausverkauft, auch beim Zubehör gibt es erhebliche Lieferengpässe. Controller, Speicherkarten und Faceplates, womit man die Frontverkleidung der Konsole wie bei Handyschalen tauschen kann, findet man in den meisten Läden in ausreichender Menge. Beim Play & Charge Kit und VGA Kabel steht man jedoch meist vor leeren Regalen.

Ersteindruck nach knapp zwei Wochen

Abgesehen von der edel wirkenden Konsole und dem sehr gut in der Hand liegendem Controller fällt einem die erste große Neuerung gleich nach dem Start auf. Das Menü der Xbox hat sich grundlegend gewandelt. Hier bietet sich dem Spieler ein umfangreiches Menü von Einstellungen über Live Inhalte, Chats bis hin zu den Games und Multimediamöglichkeiten. Dabei können auf einer Konsole unterschiedliche Profile verwaltet werden. Jeder Benutzer hat dabei seine eigenen Spielstände, Einstellungen und gespeicherten Erfolge. Gerade Xbox Live hat Microsoft sehr stark ausgebaut und dies ist nun zentraler Bestandteil der Xbox 360. Wie man es von ICQ und Co kennt, loggt sich die Xbox auf Wunsch automatisch ein und entsprechende Pop-Ups informieren über anwesende Freunde, Nachrichten und Spieleinladungen. Alles direkt aus dem Hauptmenü der Konsole heraus und nicht mehr nur im Spiel. Man selber spielt Kameo und ein Kumpel will einem zu einem Multiplayer Match Perfect Dark einladen? Kein Problem eine entsprechende Nachricht taucht beim anderen im Spiel am unteren Bildschirmrand auf. Wer will kann aber auch seinen Onlinestatus ändern und somit offline erscheinen. Mit wenigen Buttons kann man direkt aus dem Menü heraus schon mit Freunden Chatten und muss nicht erst auf die Verbindung im Spiel warten. Einfach den Chat starten, bereden, was man spielen will oder das Game wechseln. Die Verbindung bleibt bestehen. Neu ist bei der Xbox 360, dass nun alle Spieler einen Xbox Live Account haben. Mit dem Kauf der Konsole kann jeder Spieler einen Monat lang kostenlos den Onlinedienst nutzen. Danach, wenn man nicht zur zahlenden Kundschaft wechseln will, bekommt man einen Silber Account. Hiermit kann man noch fast alle Funktionen nutzen, nur Onlinegaming ist eingeschränkt möglich. Wer schon einen Live-Account von der ersten Xbox hat, der kann diesen einfach und bequem auf die neue Konsole übertragen. Entweder man hat sich auf Xbox.com mit einem entsprechenden Net-Passport registriert, dann reichen die entsprechenden Daten des Net-Passports (E-Mail Adresse und Paßwort) oder aber man muss einige Details mehr per Hand des alten Accounts eingeben. Nach der Umwandlung in einen Xbox 360 Live Gold Account kann man zwar weiterhin auch mit der alten Xbox online spielen, Änderungen am Account können aber nur noch über die Xbox 360 erfolgen. Aufpassen sollte man jedoch bei der Einrichtung entsprechender Accounts. So manch einer könnte ja auf die Idee kommen und sich etwas preiswerter für unter 50€ mit einem Xbox 1 Spiel, 12 Monten Xbox Live und dem alte Headset einzudecken statt den gleichen Preis für nur 12 Monate zu zahlen. Die ganzen Keys, die man in Verbindung der alten Xbox bekommt (auch die 2-3 Monate Testaccounts) können nur über eine alte Xbox erstellt werden. Wer sparen will muss also über Xbox 1 den Account anlegen und danach konvertieren. Das bedeutet jedoch auch, dass man eine Kreditkarte braucht, was bei der 360 nicht mehr notwenig ist, wenn man den Account dort erstellt. Aber wozu braucht bzw. sollte man sich so einen Account überhaupt anlegen? Was hat man vom Silber Account, wenn man nicht spielen kann? Zum einen kann man nun jederzeit mit Freunden Chatten, was auch in einigermaßen zufriedenstellender Qualität funktioniert. (Vorausgesetzt man regelt die Lautstärke in den Optionen von 10 auf etwa 7 runter, damit die Stimme nicht so verzerrt klingt und die Halleffekte verschwinden) und der Marktplatz bietet einiges an Möglichkeiten. Vorbei sind die Zeiten, wo man viel Geld für irgendwelche Mags ausgeben musste, damit man an eine Demo kommt. Jeder Spieler kann sich kostenlos aktuelle Demos über den Marktplatz runterladen und so schauen, ob sich die gut 50 bis 60€ für das Game lohnen. Zwar gibt es bislang noch nicht zu allen Games auch Demos, doch für den Anfang ist das Angebot mit Kameo, Need for Speed Most Wanted, NBA, FIFA und Madden nicht schlecht und hoffentlich nutzen möglichst alle Publisher diese Art und Weise, Demos zu verteilen. Neben Demos gibt es auch Trailer und Videos, die meist in zwei Qualitätsstufen vorliegen (720P). Auch Kinotrailer und Videos von IGN findet man auf dem Marktplatz. Neben kostenlosen Downloads gibt es auch kostenpflichtige Angebote. Diese sind entsprechend gekennzeichnet und können über eine spezielle Währung - sogenannte MS Points - gekauft werden. Diese Points gibt es u.a. als Rubbelkarte im Laden, wobei 500 Points 6€ entsprechen. Dafür kann man sich Hintergründe/ Themen runterladen, Icons oder sonstige Kleinigkeiten, welche mitunter doch etwas arg überteuert wirken. Für einige Icons und Co die Leute zur Kasse zu bitten, halte ich dann doch für übertrieben. Die Xbox 1 Festplatte wird sicherlich kaum einer mit Spielständen und Musik vollbekommen haben. Bei der 360 sieht das dank der vielen Möglichkeiten des Marktplatzes anders aus. Gerade die Demos sind mit 500 MB bis 1 GB nicht gerade klein. Da die Festplatten jedoch nur 20 GB groß und davon auch nur etwa 13-14 GB nutzbar sind, muss man schon regelmäßig für Ordnung sorgen. Eventuell kommen ja in Zukunft auch noch größere Speicherkapazitäten. Bei Downloadgrößen, die durchaus mehrere Hundert MB einnehmen, ist ein Breitbandanschluss unabdingbar. Nur leider nutzt einem die schnellste Anbindung nicht, wenn der Download langsam ist. In den ersten zwei Wochen war es bei mir durchgehend so, dass z. B. Demos etwa 2-3 MBit durch die Leitung kamen, die ganzen kleinen Downloads wie Arcade Demos mit 10 bis 20 MB aber durchaus 20 Minuten gebraucht haben. Im Prinzip wäre es mir egal, ob der Download nun 30 oder 60 Minuten dauert, wenn man in der Zwischenzeit wtwas anderes an der Konsole machen kann. Das geht nur leider im Gegensatz zu Chatten und Spielen nicht. Man kann nicht mal in ein anderes Menü gehen und ein simples Arcadegame spielen. Der Gamerscore, eigentlich nur ein Goodie, wirkt sich jedoch stark motivierend aus. Jedes Xbox 360 Spiel belohnt den Spieler mit Punkten und vermerkt bestimmt Erfolge. 1000 Punkte kann man aus einer Vollversion herausholen und 200 aus einem Xbox Live Arcade Game. Punkte gibt es, ganz nach Willen der Entwickler, für das Erreichen bestimmter Bestleistungen. Da gibt es einen Batzen Punkte, wenn man ein Spiel durchspielt, weitere Punkte vielleicht für bestimmte Level auf höheren Schwierigkeitsgraden, für eine bestimmte Anzahl an Mehrspielerpartien oder nach langer Spielzeit. Man kann nicht nur selber seine Leistungen jederzeit im Menü einsehen, sondern auch die anderee Spieler über die Xbox 360 oder über die Xbox Webseite. Da kann man dann sehen, ob sich hinter dem TerminatorRulor ein Profi verbirgt, der schon über 100 Runden Deathmatch gespielt hat oder ein Frischling mit großer Klappe. Das Gamerprofile, sozusagen die Visitenkarten der Xbox 360 Spieler, lassen sich außerdem in Foren, Webseiten oder dem Windows Desktop einbinden.

Lange Zeit war es ein großes Mysterium, welche Spiele der Vorgängerkonsole auf der 360 laufen werden. Nach den vielen Gerüchten und groben Andeutungen rechneten viele mit einer eher überschaubaren Liste. Am Ende hat MS bis heute schon über 200 Spiele zum Laufen gebracht. Eine detaillierte Liste findet man auf der Xbox Seite. Microsoft geht dabei den Weg, dass jedes Spiel erst per Hand verifiziert und ggf. der Emulator angepasst wird. Was also nicht auf der Liste steht, wird vom Emulator nicht mal versucht zu starten. Insgesamt laufen zwar schon einige Games, doch gerade aktuelle Spiele wie beispielsweise FarCry: Instincts fehlen noch. Allerdings soll es laufend Updates für den Emulator geben, so dass man auch Doom 3, FarCry und Unreal Championship 2 und viele weitere aktuelle Games in naher Zukunft spielen kann. Das erste Update hat dann auch nicht so lange auf sich warten lassen und mit der Splinter Cell und Ghost Recon Reihe einige prominente Klassiker der Liste hinzugefügt. Um den Emulator zu aktualisieren, muss ein altes Xbox Spiel eingelegt werden und dann wird automatisch - bei bestehender Verbindung - nach einem Update gesucht. Alternativ kann man sich das etwa 2-3 MB große Update auch auf der Xbox-Seite runterladen, auf CD Brennen und darüber updaten. Vorsicht sollte man walten lassen vor irgendwelchen Updates, die man auf sonstigen Seiten findet. Theoretisch könnte man sich virusähnliche Programme auf die Konsole laden. Daher genau aufpassen, wo man sich das Update saugt. Auf der erfreulichen Seite steht beim Emulator die Kompatibilität mit der alten Box. Hier wird die Community nicht getrennt, sondern ein Halo-Match mit beispielsweise drei Xbox 360 und 2 Xbox 1 Geräten ist problemlos möglich. Spielstände können jedoch nicht übernommen werden, da es keine Möglichkeiten gibt, die alte Speicherkarte der Xbox auf der 360 zu lesen. Ein weiteres Problem betrifft alle Pal-Regionen, wenn Spieler nur mit einem VGA oder High-Definition Kabel spielen. Einige Spiele, wie z. B. Halo 1, Ghost Recon 2 oder Splinter Cell starten nicht, sondern präsentieren eine verwirrende Fehlermeldung. Das Spiel unterstütze die aktuelle Anzeigeneinstellung nicht, so die Nachricht. An einer Lösung wird wohl gearbeitet, aber im Moment hilft nur das normale Composite Kabel. Ähnliche kleine, merkwürdige Bugs im Emulator gibt es beispielsweise beim Splitscreen von Halo 2. Wenn man nicht auf 640 x 480 spielt, wird das Bild waagerecht geteilt. Doch man braucht sich natürlich nicht die neue Konsole kaufen und muss nur auf ältere Titel zurückgreifen. So liegen auch einige Titel in den Händlerregalen, die durchaus einen Blick wert sind. Was man an Titeln bekommt, deckt eine recht breite Palette von Action Adventure über Shooter bis hin zu Renn- & Sportspielen ab. Einige heiß erwartete Spiele, wie Dead of Alive 4 und Morrowind Oblivion wurden jedoch leider verschoben. Was der Käufer in den Regalen findet, ist insgesamt ein recht bunter Mix an Spielen, wobei die Bezeichnung Next-Generation sicherlich nicht bei allen zutreffend ist. Gerade einige große Hersteller liefern ihre bekannten Serienproduktionen bzw. Multiplattformentwicklungen für alle Systeme ab. Unverständlich, dass gerade diese Games zu wirklich gesalzenen Preisen in den Regalen liegen, wie beispielsweise ein Tony Hawk's American Wasteland für deutlich über 60€. Da wird über die ach so hohen Entwicklungskosten für die neue Generation gejammert und dann liegen Ports der inhaltsgleichen PC / Konsolen Versionen für 20€ und mehr Aufpreis im Laden. Besonders unschön, wenn Games wie Need for Speed: Most Wanted oder Quake 4 auch noch ruckeln. Generell scheint die Testabteilung der Publisher etwas zu schwächeln. Inzwischen gab es von Ubi Soft zwei Meldungen bezüglich King Kong. Zuerst hieß es, auf Standardschirmen würde das Spiel zu dunkel dargestellt und wenig später dann, das Game wäre natürlich tadellos und lediglich einige Plasmageräte hätten Problem, was auf Konfigurationseinstellungen zurückzuführen ist. Wenig später tauchte dann bei Call of Duty 2 ein ärgerlicher Speicherbug auf. So können eventuell nach der Panzermission in der Wüste Spielstände gelöscht werden. Die Lösung bislang: anmelden bei Xbox Live vor dem Spielstart oder den vom Hersteller angegebenen Levelfreischaltcheat verwenden. Leider gab es kein Halo 3 pünktlich zum Xbox 360 Verkaufsstart und da musste Perfect Dark Zero "einspringen". Hier verhält es sich insgesamt recht ähnlich, wie bei vielen anderen Titeln. Wer ein neues Spielgefühl in Sachen Gameplay erwartet, wird definitiv enttäuscht. Es wird solide Shooterkost angeboten, abwechselungsreiche Szenarien, sehenswerte Grafik und ein erfreulich unterhaltsamer Coop-Modus. Der Mehrspielermodus kann zwar mit unterschiedlichen Spieltypen, Optionen und Bots durchaus etwas bieten, doch mir ist die Kartenanzahl doch etwas zu gering, das MP Gameplay sagt mir weniger zu, ganz zu schweigen von den fliegenden Rüstungsteilen. Wer gerne einen Shooter, am Besten auch im Coop spielen will, der kann durchaus zugreifen (Ein ausführliches Review kommt demnächst). Bei Perfect Dark reicht es jedoch völlig zur normalen Version zu greifen, die Extras für die Special Edition in einer Metallbox fallen leider extrem dürftig aus. Für mich eindeutig das Highlight der Xbox 360 ist Kameo, auch wenn der Start doch etwas hektisch verläuft und der Spieler mit neuen Möglichkeiten erschlagen wird. Doch an Hand der Demo kann man ganz genau schauen, ob der Action-Adventure-Mix gefällt und wie gut man die kleinen Kameraprobleme verkraften kann. Genauso wie Kameo kann auch Project Gotham Racing 3 grafisch auftrumpfen. Sowohl für Fans des Vorgängers als auch für Neueinsteiger ein erstklassiges Rennspiel, das dank Onlinemodus und Streckeneditor lange faszinieren kann. Die neue Hardwarepower hat allerdings auch einen Preis und das ist die Lautstärke. Ist man nur im Dashbord unterwegs oder zockt ältere Spiele, dann fallen die Lüfter kaum auf. Aber bei den neuen Spielen, bei denen die ganze Power benötigt wird, wird es doch lauter als beim Vorgänger. Sehr störend hat sich die Lautstärke in den ersten 2 Wochen nicht entwickelt und fällt mir inzwischen schon gar nicht mehr auf.

Fazit:

Kaufen oder nicht kaufen? Da ist sie also die nächste Generation. Doch lohnt sich der Umstieg? Das ist eine Frage, die jeder für sich beantworten muss. Wer nur einen normalen Fernseher ohne HDTV hat bekommt zwar ein besseres Bild und mehr Details, aber muss man dafür schon jetzt 300 bis 400€ ausgeben? Die richtigen Knaller gibt es noch nicht. Games wie Oblivion wurden verschoben und auch auf ein Gears of War oder Halo 3 muss noch einige Zeit gewartet werden. Wer jedoch HDTV hat oder die Konsole an einen Monitor anschließen will, kann schon jetzt deutlich Verbesserungen sehen. Selbst das ein oder andere ältere Spiel sieht 'ne Ecke besser aus. Dazu kommt die insgesamt sehr gute Onlineanbindung, Aufzeichnung aller Gameerfolge, kostenlose Demos für alle oder einfach nur das kabellose Gamepad, mit dem man die Konsole per Tastendruck ein- und ausschalten kann und so manche Features, die man gar nicht mehr missen möchte. Schade ist es nur, dass so manche Dinge nicht ganz bis zum Ende durchdacht sind. Warum kann man zwar im Hintergrund mit Freunden Chatten, aber beim Download nur zuschauen und warten? Da haben sich Konfigurationsbugs (etwa die Lautstärke bei Chats) und Tippfehler eingeschlichen oder aber der Emulator ist stellenweise noch nicht ganz ausgereift (Stichwort VGA Kabel). Wer also noch bis Feb/März nächsten Jahres warten muss oder will, der braucht sich keinen Kopf machen. Dann sollten auch die letzten Mankos im Menü ausgeräumt, der Emulator ausgereifter und die ersten Games vielleicht preiswerter im Laden zu haben sein. Mit der Hardware gab es keine Probleme. Die Konsole lief, auch über Stunden, absturzfrei und zerkratze Disks waren lediglich eine Meldung aus den Weiten des WWW. Was man jedoch auf keinen Fall machen sollte ist Next-Gen gleich als Weiterentwicklung bei den Spielen zu betrachten. Da wird erst mal überwiegend auf bekannte Kost gesetzt. Eine Angelsimulation - nur mit einem anderen Eingabegerät - wird dadurch auch nicht innnovativer. ;)




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