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Info
Autor 3
 1.5
 0.5
 1
Gesamt (5 votes) 3
 1.3
 0.8
 1.3
Name:Woody Woodpecker - Die Flucht aus Buzz Buzzard's Park
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 2001/12
Publisher: Modern Games
Entwickler: Ekosystem
Hardware: 300Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 400 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, 2000, DX8
Steuerung: Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für PS2 erhältlich
Woody Woodpecker - Die Flucht aus Buzz Buzzard's Park (review von yak)

Ok, ok, ich geb's ja zu, ich hab einen Vogel, aber jetzt kann ich ihn auch offiziell auf meiner Festplatte nachweisen und brauche dazu kein Attest vom Couchdoktor.

Ein alter Bekannter aus der Cartoonwelt gibt sich die Ehre in seinem ersten Jump & Run PC-Computerspiel. Die Rede ist von Woody Woodpecker, dem Specht mit der irren Lache und viel schrägem Humor. Alles könnte so schön sein in der ornithologischen Welt, gäbe es da nicht den Erzbösewicht Buzz Buzzard, der die Nichte und den Neffen von Woody entführt hat, was er recht zeitgemäss machte, denn er hat die Lösegeldforderung bereits in Euro umgerechnet, was zugleich einen Patch zum Jahreswechsel erübrigt ;-).

So macht sich unser guter Woody nun auf die Suche nach Knothead und Splinter, wobei ihn eine ziemlich heisse Spur direkt in den Vergnügungspark von Gevatter Buzzard führt. Cryo hat sich von Universal die Lizenz zum Schnäbeln und Hacken besorgt und ein reinrassiges Jump & Run Game abgeliefert. Ob sich die Reise mit Joypad und Buntspecht durch die Attraktionen des Vergnügungsparks lohnt, zeigt der folgende Reiseführer.

Warum sich nicht auf bewährte Techniken im Jump & Run Genre verlassen, wenn dies schon lange im Ego-Shooter-Bereich die Regel ist? Genau, deswegen hat man auch auf die bewährte und technisch perfekte Engine von Gifty zurückgegriffen, die schon damals für "Ohhs und Ahhs" bei mir sorgte. Die Installation erfolgte problemlos. Negativ fällt leider nur auf, dass die Spiel- und Steuerungsoptionen nur ausserhalb des Hauptprogrammes modifiziert werden können, was nicht mehr dem heutigen Standard entspricht.

Woody kann in Auflösungen von 400 x 300 bis 1600 x 1200 in 16 und 32 Bit Farbtiefe und wahlweise auch mit T&L Unterstützung sein Unwesen treiben. Gespielt werden kann frei konfigurierbar über Tastatur, Joystick/Joypad in analoger oder digitaler Variante, wobei ich jedoch dringend zu einem Analogjoypad rate. Nur so kann man das Spiel richtig geniessen. Die Graphik ist über jeden Zweifel erhaben und sticht selbst noch Sheep Dog n Wolf in der Cartoonumsetzung aus, wenn auch Ralph der Wolf die Nase in der Animationsvielfalt und Witz weit vorne hat. Woody dagegen hat detailliertere Figuren und auch der Lichteinfall auf den Figuren erreicht in etwa die Qualität wie damals die Figuren im "Roger Rabbit"-Film. Grandiose Lichteffekte mit jeweils korrektem Schattenwurf, geschmeidige Animationen und quitschbunte Level werden problemlos auf den Screen gezaubert. Detailliebe wie umherschwirrende Schmetterlinge, Fische im See, beginnender Regen, eine von Blitz und Donner durchzogene Nacht oder Fussspuren im Sand zeigen die Liebe zum Detail. Insgesamt darf sich Woody in drei Themenparks bewegen, die graphisch auch nicht unterschiedlicher hätten sein können. So geht's in den Weltraum, auf eine Pirateninsel und in ein Geisterhaus.

Der Sound steht dem nicht nach. Witzige Musik, wie man sie aus einem Cartoon erwartet und die mich thematisch an den Spielhallenklassiker Marble Madness erinnert, runden mit der gelungenen Sprachausgabe und Geräuschkulisse das Bild ab. Sprachausgabe ist eigentlich übertrieben, denn richtig gesprochen wird nicht. Vielmehr handelt es sich um ein Comic-Kauderwelsch ohne Bedeutung, wobei aber trotzdem jeder weiss, was gemeint ist und im Zweifelsfalle auch kein Universalübersetzer hilfreich wäre. Die Soundeffekte sind ebenfalls witzig und einfallsreich. So hört man z. B. irgendwann in einem Weltraumlevel ohne Vorwarnung mal das einem so bekannte Kommunikator-Gepiepse. Fehlt nur noch der Befehl " Zwei zum Raufbeamen Scotty!". Unterstützt wird, wenn auch undokumentiert, die Soundausgabe über 5.1 Boxensysteme mit entsprechender Soundkarte. Die Steuerung ist präzise und für ein PC Jump & Run so gut getuned, wie man es sonst nur von Konsolengames gewohnt ist. Hier gab es keinerlei Probleme und dies zeigt, wie man es im Gegensatz zu der vermurksten Steuerung in Evil Twin richtig machen kann. Die Kameraführung ist ebenfalls bis auf 2-3 kleine, jedoch unproblematische Stellen, gut realisiert und man behält problemlos die Übersicht. Leider ist die Kamera nicht frei drehbar, kann jedoch mittels einfachem Knopfdruck in Richtung Woody's Schnabel justieren oder aber auch auf Ego-Rundumblickfunktion umgestellt werden, um so jeden Winkel erforschen zu können, wobei dann aber die Fortbewegung untersagt ist.

Kommen wir nun zum Herzstück- dem Gameplay. Woody Woodpecker ist ein pures Jump & Run, vergleichbar am ehesten mit den alten Mario Spielen auf dem SNES oder dem Igel Sonic, jedoch im Gegensatz zu den Klassikern grösstenteils im 3D Gewand, wobei einige Levelabschnitte jedoch im klassischen "Seitenscrollerdesign" realisiert wurden. Verzichten muss man weitestgehend auf Adventure- oder Rätselelemente, wie man sie vielleicht aus Zelda 64 oder Bugs Bunny auf Zeitreise her kennen sollte, was jedoch kein Nachteil ist, da es ein reiner Fun & Jump Runner ist, also möglichst viele Gegenstände aufnehmen, Freileben abzocken und Gegnern eins mit der Schnabelattacke aufs Dach geben, bis man einen der Endfuzzis begegnet, bei denen man nur mit unterschiedlichen Strategien zum Ziel kommt. So kann man unterwegs z. B. ein Special finden, das es unserem Held ermöglicht, eine ultimative-fast-atomare-Schnabel-Fallout-Kamikaze aufs Parkett zu legen und alle im Umkreis befindlichen Schergen niederstreckt.

Woody's Aufgabe besteht ja darin, Knothead und Splinter zu befreien, die von Buzz gefangengehalten werden. Hat Woody dies einmal geschafft, stehen dem Spieler diese Figuren auch im Spiel zur Verfügung, wobei sie jedoch nicht Zugang zu den gleichen Abschnitten haben, sondern jeweils in eigenen ihr Unwesen treiben dürfen, wobei es jedoch nicht grundsätzlich neue Leveldesigns sind, sondern nur leicht modifizierte, wie sie schon Woody durchreisen durfte. Diese Level sind ihren Spezial-Fähigkeiten angepasst (weiter, bzw. höher springen) und wären von Woody so auch nicht spielbar. Schade ist nur, dass sich das Handbuch, welches eher schlecht als recht ist, über diese Spezialfähigkeiten ausschweigt und man praktisch selbst herausbekommen muss, wie man diese aktiviert, da man ansonsten nicht weiterkommt, was besonders anfangs wirklich ärgerlich ist.

Insgesamt darf man durch 15 Level reisen (das Handbuch spricht zwar von "über 30" , was ich jedoch nach dem kompletten Durchspielen nicht bestätigen kann) und sichert sich damit ca. 10-12 Stunden Spielspass. Schön ist die Idee, dass man nach dem Spielen eines Levels eine Bewertung und entsprechende Punkte bekommt und sich damit evtl. für einen Highscoreeintrag qualifiziert. Hier kann man auch jeweils den Spielstand speichern. Hat man z. B. alles "abgesahnt" und die Zeit war auch noch ok, wird dies mit Woody-Dollars belohnt, die man auch im Level an einem Einarmigen Banditen verzocken kann und sich somit Freileben verdienen kann. Dies ist besonders hilfreich, wenn man spätestens ab der Piratenwelt den doch knackigen Schwierigkeitsgrad bewältigen will und sich somit eine kleine Altersversorgung anlegen will. Dies kann man aber auch dadurch tun, wenn man bereits erledigte Level erneut besucht und sich dort die Freileben "abholt". Das Highscoresystem trägt auch enorm zur Motivation bei und erhöht sogleich den Wiederspielfaktor. Zusätzlich haben die Designer einige nette Features eingebaut. So kann Woody im Weltraumlevel kurzzeitig auf einer Rakete durch den Level jagen, in der Piratenwelt Münchhausen-like eine Kanonenkugel reiten oder er muss sich im Geisterschlosslevel rechtzeitig, bevor der Blitz einschlägt, an einem Blitzableiter unterstellen, ansonsten verwandelt er sich ungewollt in ein Brathähnchen. Im Spiel findet man auch kein normales Leiterklettern- wer ein richtiger Specht ist und was auf sich hält, der "tackt" sich mittels seines Schnabels an Holzwänden empor.

Ist die Woody-Kampagne noch halbwegs spielbar, erfährt man jedoch nach dem Freispielen der anderen Charaktere einen etwas zu hohen Anstieg des Schwierigkeitsgrades. So sind die Knothead und Splinter- Missionen wirklich harter Tobak und eher was für die Profis, wobei sie jedoch nicht so umfangreich sind, wie die Woody-Mission. Sie bestehen aus nur einem Jump & Run Level pro Szenario. Sahnehäubchen sind jedoch die Rennlevel der beiden Kids. So gibt es jeweils pro Welt einen Rennlevel, in dem die beiden auf einer Art Düsenskateboard durch den Piraten-, Weltraum oder Geisterlevel rasen. Sehr schwer, aber auch sehr spassig, wenn man per Sprung Raketen ausweichen muss oder vor Energiebarrieren in Deckung geht. Hat man alle Charaktere durchgespielt, erhält man als Bonus eine Art Gameboy mit Spielmodul, was man dann auch gleich ausprobieren darf. Ein Spiel im Spiel sozusagen. Programmfehler konnte ich im Spiel keine finden. Einzig die Vibrationseffekte, die man im Spiel einstellen konnte, blieben bei zwei Force Feedback Modellen ohne Erfolg.

Abschliessend kann ich sagen, dass Woody Woodpecker ein spassiger, kurzweiliger Jump & Run Tripp ist, den man auch aufgrund des Preises von ca. 25 € (für PC und PS2 Version) sicher empfehlen kann, wenn man auf rätsellastige Jump & Run verzichten will und eher was zum "nur so zwischendurchzocken" sucht. Das Programm wird in DVD Verpackung und wie schon erwähnt leider mit unzureichender, multilingualer Anleitung ausgeliefert. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich die verfügbare Demo anschauen, die wirklich Lust auf mehr macht, alle anderen Jump & Run Anhänger dürfen bedenkenlos zugreifen.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.



Geschrieben am 13.12.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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