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Info
Autor 2
 1
 1.5
 2
Gesamt (19 votes) 2
 0.9
 1.4
 2
Name:The Westerner
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/03
Publisher: Crimson Cow
Entwickler: Revistronic
Hardware: 733Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 2.0
Bemerkung: "Beinhaltet das erste Abenteuer von Fenimore Fillmore ""3 Skulls of the Tolltecs"""
USK: 6
The Westerner (review von nali_warcow)

Ein 3D Adventure auf den Markt zu bringen, welches bei der Masse der Spiele sehr positiv ankommt, scheint ein sehr schweres Unterfangen zu sein. Schon 1998 versuchte sich LucasArts mit Grim Fandango daran, weg vom klassischen SCUMM-System zu kommen und den Spieler durch eine 3D Welt laufen zu lassen. Zwar waren Rätsel, Story und Dialoge auf bekannt hohem Niveau, doch an der sehr hackeligen Steuerung schieden sich die Geister. Zwei Jahre später genau das gleiche Problem bei Monkey Island 4. Aber auch Baphometh's Fluch 3 war nichts Überzeugendes und die vielen Kistenschiebereien & Kletterrätsel gepaart mit einer Gamepad ausgerichteten Steuerung sorgten dafür, dass das Spiel sehr schnell "Budget" ging. Mit "The Westerner" steht nun seit März 2004 ein weiteres Adventure im Laden, welches versucht, die klassischen Adventuretugenden in 3D zu präsentieren und die Parallelen zu den "alten Klassikern" sind unübersehbar.

Als kleiner Bonus liegt dem Spiel auf einer zweiten CD auch noch das erste Abenteuer des Helden bei. Diese Version wurde leicht angepasst und läuft auch problemlos auf modernsten Rechner unter Windows XP. Gleichzeitig stehen AntiAliasing und Blur-Regler zur Verfügung, damit man das Spiel grafisch in etwas besserer Form genießen kann. Im Gegensatz zum eigentlichen "Hauptspiel" handelt es sich hier um ein klassisches Point&Klick Adventure.

Ein halber Lucky Luke

Der Held mit dem zweitbescheuertsten Namen - nach Guybrush Threepwood - Fenimore Fillmore reitet gegen Abend durch die karge Wüstenlandschaft und sucht nach einer nächtlichen Bleibe. Da erreicht er zufälligerweise die Banisterfarm, auf der das Abendessen jäh unterbrochen wurde, als einige üble Handlanger des Farmers William Starek, den Banisters einen Besuch abstatten. Er soll seinen Hof an den Viehzüchter verkaufen und das möglichst schnell. Doch sie haben ihre Rechner ohne Fenimore gemacht, der durch einen unglücklichen Zufall vor ihnen steht. Nach einigen grimmigen Blicken werden die Revolver gezogen und die Banditen in die Flucht geschlagen. Doch damit beginnt das Abenteuer erst. Wie Fenimore dann beim Abendessen erfährt, will Starek alle Farmer in der Umgebung um ihren Hof bringen und es sind nur noch zwei Farmen übrig. Da wäre zum einen die der Banisters, die er heute Abend gerettet hat, und die des alten Alvin Jones. Zusammen mit Fenimore müssen die Farmen gesichert und verteidigt werden und dann gilt es auch noch Starek das Handwerk zu legen.

Wie jedoch in vielen Adventures ist dies anfangs ein Ziel in weiter Ferne. Bis die Farmverteidigung mit einer SISA-Kreditkarte gekauft werden konnte, gilt es, eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufgaben zu lösen. Ein Farmer muss aus dem Knast befreit, die Bahnlinie unterbrochen werden, damit der Marshal nicht eintreffen kann und schließlich muss Starek auch noch überführt werden. Viel Arbeit also für einen tollpatschigen Helden. Leider gibt es jedoch nicht sehr viele Zwischensequenzen, die die Handlung vorantreiben. Der Held kümmert sich bis zum Ende um alles allein, während die beiden Farmer zusammensitzen und reden. Hier wäre atmosphärisch deutlich mehr möglich gewesen.

Knastaufgaben

Tom sitz im Gefängnis und muss befreit werden, damit er bei der Verteidigung mithelfen kann. Doch so leicht ist die Aufgabe nicht. Die unterschiedlichsten Versuche von Fenimore, den Sheriff zu überzeugen, dass der Gefangene unschuldig und von Starek reingelegt wurde, ziehen nicht. Hier wird nichts unternommen, bis nicht der Marshall angekommen ist. Der Sheriff kann nicht einmal sein Büro verlassen, um diesen anzufordern, doch Fenimore erklärt sich schnell bereit, der Gerechtigkeit zu dienen. Also auf zum Telegraphenhäuschen und für wenige Dollars ist das Telegramm abgeschickt. Was wäre hier nun naheliegender, als eine Antwort vorzutäuschen? Man müsste sich in die Leitung hacken. Doch dazu wird Ausrüstung aus dem Laden benötigt. Der mobile Telegraph in Handyform und ein Klettergürtel scheinen da genau richtig zu sein. Mit der Draisine geht es nun in Richtung Telegraphenmast, wo man ungestört arbeiten kann. Hier geht es flugs hoch und neben allerlei spaßigen Spam wird auch die Nachricht verschickt, dass der Marshall mit dem nächsten Zug kommt. Kaum ist man wieder am Bahnhof, darf man den Boten spielen und den Sheriff dorthin zu schicken, wo der Marshall eintreffen soll. Jetzt ist das Gefängnis unbewacht. Aber der Sheriff war nicht dumm und hat natürlich abgeschlossen, aber vielleicht weiß Tom ja eine Möglichkeit. Auf der Rückseite des Gebäudes wird daher erst mal ein längerer Plausch abgehalten. Tatsächlich befinden sich einige Schlüssel fast direkt in seiner Reichweite, doch nur fast. Aber mit Hilfe des Zollstockes bekommt Tom den Schlüssel zu fassen. Verdammt, der passt nicht in das Schloss der Zellentür. Aber vielleicht kommt Fenimore damit ja durch die Vordertür. Und so durchwühlt man schon wenig später den Schreibtisch des Sheriffs. Neben einigen Dollars findet man lediglich ein rotes Tuch. Dies kommt jedoch wie gerufen um mit dem Stier - ebenfalls hinter dem Haus - etwas zu spielen und damit die Mauer des Gefängnisses einzureißen. Tom ist frei und es kann weitergehen….

Monkey Island und LucasArt sind allgegenwärtig

Im Gegensatz zu anderen 3D Adventures ist die Kameraposition bei The Westerner fest und man kann den Helden ganz ungestört mit wenigen Klicks durch die Landschaft lotsen. Hier steh auch von Anfang an alle Orte auf der Karte zur Verfügung, die Schule, die beiden Farmen, die Stadt, die Ranch von Starek, etc. Doch bis man sich überhaupt von der Stelle bewegen kann, muss für Futter gesorgt werden. Fenimore's treuer Begleiter, Ray, braucht nicht nur einen Sattel, sondern auch sehr viel Karotten. Auf beiden Farmen gibt es Felder, auf denen diese Karotten wachsen. Damit sie wachsen benötigt man mindestens einen - besser zwei - Eimer. Diese werden gefüllt und auf das Feld gegossen. Schon bald kann man dann bis zu 5 Karotten ernten und darf dann wieder wässern. Wäre ja nicht so schlimm, wenn das Pferd nicht nur durch einen Ritt 2 bis 3 davon aufessen würde. Damit man jedoch nicht in einer Sackgasse landet findet man immer Karotten in den anderen Gebieten und in der Stadt kann man auch welche kaufen. Doch das geht nur mit Geld. Und das hat man am Anfang, wie eigentlich in jedem Adventure, kaum und somit gilt es, alle Schubladen nach den Dollarnoten zu durchsuchen oder Mutti per Telegramm um Geld zu bitten. Ansonsten präsentiert sich The Westerner wie jedes andere bekannte Adventure. Mit Personen kann man sich per Multiple Choice über die unterschiedlichsten Sachen unterhalten, dann müssen Gegenstände kombiniert werden und auch bekannte Sachen wie die Wortduelle aus Monkey Island oder ein Moorhuhn Light sind mit von der Partie. Dabei erinnern sehr viele Sachen nicht nur Klassiker von LucasArts (Fenimore's liebe Rhiannon erinnert einen sofort an Elaine), auch ansonsten präsentiert sich das Spiel sehr heiter und witzig. So gilt es beispielsweise eine Bank zu überfallen, die eine Überwachungskamera hat oder aber eine Faltschubkarre für die Hosentasche. Zusätzlich gibt es im Spiel auch einige kurze Actionsequenzen. Mal ballert man zum Aufbessern des Geldes auf Schießbudenfiguren oder es gilt, sich freizuschießen, bevor das Dynamit in der Hand explodiert. Hier kann man zwar danach automatisch wieder von vorne anfangen, warum jedoch in dieser Sequenz die beiden Mausbuttons vertauscht wurden, ist ein Rätsel. (Feuern mit Rechts, statt Links). Außerdem ist die eine oder andere Sache etwas "schwammig" formuliert. Da will man mit einem Typen im Saloon sprechen und vom Barkeeper erfährt man, dass er für einen Beitrag in die "Spendenkasse" hilfsbereiter wäre. Zum einen wird einem dies nie wieder gesagt (Wer es also überhört hat, hat Pech gehabt) und außerdem muss man das Geld nicht in irgendeine Dose, sondern dem Wirt geben. Aber auch, wenn man sich als Doc verkleiden muss, scheitert man an einer Banalität. Wenn man Livy an der Kutsche anspricht, dann sagt sie immer nur, man soll sich einen Hut, Brille, Tasche und Mantel besorgen - hat man jedoch alles schon. Erst wenn man ihr alle Sachen gegeben hat, kommt man weiter.

Nach etwa 10 bis 15 Stunden hat man das nicht all zu schwere Adventure gelöst und auch den etwas verwirrenden Endkampf geschafft. Größere Bugs oder Abstürze traten beim Spielen nicht auf, lediglich zwei Save/Load Probleme. So war nach dem Laden eines Spielstandes auf dem Telegraphenmasten aufgrund fehlender Grafik ein Wieterspielen nicht möglich und es gab auch weitere Grafikbugs, so z. B. in der Actionsequenz, wo man mit Dynamit herumläuft.

Handhabung des Spiels

Gesteuert wird The Westerner ausschließlich mit der Maus auf eine sehr einfache Art und Weise. Mit der linken Maustaste wählt man den Punkt aus, zu dem sich Fenimore bewegen soll bzw. man führt Aktionen aus, wie Sprechen, Öffnen oder Benutzen. Mit der rechten Maustaste wird zwischen den jeweiligen Aktion gewechselt. Schon gleich am Anfang bekommt man die auch leider etwas misslungene "Ansehen-Funktion" zu Gesicht. Viele Gegenstände sind etwas versteckt untergebracht, wie z. B. in einem Schrank oder einer Schublade. Diese muss man erst öffnen und danach ansehen. Im "Ansichtsmodus" steht der Held an einer Stelle und mit der Maus kann man nur bedingt die Bereiche ansehen und Gegenstände aufnehmen, etc. Doch der Blickwinkel ist oft sehr ungünstig und oftmals passiert es dann, dass der Held beispielsweise etwas neben der Schranktür steht und wenn man diese geöffnet hat und sich den Schrank dann ansehen will, nur auf die offene Tür schaut, statt auf den Schrankinnenraum. Aber auch die Schubladen immer zu öffnen und dann hineinsehen zu können, ist mühselig. Insbesondere weil man dies überall machen muss, da man Geld immer braucht und in fast jeder Schublade/ Schrank einige Scheine versteckt sind.

Grafik & Hardware

Grafisch reißt The Westerner keine Bäume aus, doch allein schon vom grafischen Gesamtbild her ist das Spiel sehr gelungen. Die Grafik hat einen comichaften Stil und die Orte wurden sehr abwechslungsreich und mit interessanten Details gestaltet, wenn auch an den Polygonen gespart wurde. Dazu sind die meisten Texturen von Gebäuden und Landschaften etwas schwach aufgelöst, was in der Nahansicht unangenehm auffällt, allerdings wurde dafür deutlich mehr Wert auf die einzelnen Charaktere gelegt. Diese sehen nicht nur recht gut aus, sondern auch die Animationen sind sehr gelungen. Egal ob Fenimore nun anfängt eine Draisine zu bewegen, im Fluss Fische "fängt" oder an der Hauswand hochklettert, die Animationen wissen zu gefallen. Genauso überzeugen können die Gesichtsanimationen, welche man schon gleich im Intro (in Spielgrafik) zu sehen bekommt. Egal ob fröhlich, sauer, ängstlich oder sonstige Gefühl- bzw. Gemütsveränderungen - die Stimmung kommt wunderbar rüber, auch ohne DX 9 Effekte und 100.000 Polygonen. So z. B., wenn der Ladenbesitzer unsere SISA-Kreditkarte sieht.

Sound & Musik

Musikalisch sieht es im Spiel leider etwas düsterer aus, da durchgehend wenig geboten wird. Lediglich an einigen markanten Stellen ertönt Musik (Dafür aber sehr passend und man wünscht sich lediglich mehr davon im Spiel), ansonsten hört man nur die Hufgeräusche beim Reiten oder andere Umgebungs- oder Aktionssounds, wie ein "pop" wenn der Charakter etwas in seine überdimensionalen Taschen steckt. Hier hätte man mehr und abwechslungsreichere Sounds einbauen können, um für eine stimmigere Gesamtatmosphäre zu sorgen. Deutlich besser ist da die deutsche Übersetzung und Vertonung des Spiels. Neben der sehr gut gewählten Stimme von Fenimore sticht die Stimme von Bruce Willis als Joe Banister hervor.

Meinung

Spätestens nach diesem Spiel kann ich Karotten nicht mehr sehen (Eigentlich vorher auch schon nicht. *g*). Laufend Wasser schleppen und diese Dinger aufsammeln geht einem gehörig auf die Nerven. Insbesondere auch, da diese schneller aufgebraucht werden, als man neue anbauen kann. Doch mit einem ausreichend großen Vorrat davon, kann man 'ne Weile auskommen oder einen Load/Savebug ausnutzen (Man klickt auf der Karte das Ziel an, speichert dann sofort ab und lädt den Spielstand wieder. Dann ist man am Ziel und hat keine Karotten verbraucht) . Dass man Geld im Spiel braucht, ist eigentlich nicht so schlimm. Aber das man nun fast jeden Dollarschein aus X Schubladen einzeln aufsammeln muss, ist auch ein kleiner Kritikpunkt. Aber immerhin kann man sich ja von Mutti Geld schicken lassen oder den Präsidenten der Vereinigten Staaten um einen Zuschuss bitten. Daher sollte auch nicht unerwähnt bleiben, wie locker und spaßig das Spiel insgesamt ist. Hier geht es nicht ernst zu und die ganze Welt ist voller lustiger Gestalten und Orte. Da hängt in der Bank eine Überwachungskamera oder aber der mobile Telegraph wird als Handy präsentiert. (Wer das Spiel durch hat, sollte sich die Outtakes auf jeden Fall anschauen). Die Rätsel sind abwechslungsreich und bieten neben klassischen Aufgaben auch einige - nicht zu schwere - Actioneinlagen. Insgesamt ist das Spiel wohl für den Hardcore-Adventurefan etwas zu leicht und schnell durchgespielt, doch alle anderen bekommen ein klasse 3D Adventure und Frustmomente sind selten.


Geschrieben am 12.06.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
 



16 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Zufriedenstellend (3.4 von 5 Punkten)
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