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Info
Autor 5
 1
 0.5
 0.5
Gesamt (26 votes) 3
 1.5
 1.2
 1.4
Name:Voyager Elite Force Expansion Pack
Genre: Egoshooter
Produkt: Add-On
Release: 2001/05
Publisher: Activision
Entwickler: Ravensoft
Hardware: 233Mhz, 64MB RAM, 8MB Open-GL, HD 150 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, DX7
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
Serie: ja
USK: 16
Voyager Elite Force Expansion Pack (review von yak)

Hätte man mir gesagt, dass mich die Jungs von Raven Soft einmal softwaremässig enttäuschen, hätte ich abgewinkt und gesagt " Nie im Leben, die haben bisher so schöne Spiele gemacht, enttäuscht hat mich keines!"

Die Macher von Hexen 2, Heretic 2 und Mageslayer haben bisher immer gute HD-Kost abgeliefert. Doch was hier als AddOn für das Spiel Star Trek Voyager Elite Force abgeliefert wurde, ist in meinen Augen eine Frechheit. Warum das so ist, soll erklärt werden.

Laut Produktbeschreibung des Publishers Activision ist das AddOnPack eine Erweiterung für den Singleplayer und den Multiplayer-Part des Urprogramms, dessen Besitz bzw. Installation Voraussetzung für den Betrieb des Expansion Packs ist.

Befassen wir uns zuerst mit dem Single Player Part, der sich in zwei Optionen aufteilt: Die Virtuelle Voyager und das Holodeck, auf dem die 4-Soloplayermissionen stattfinden.

In der Virtuellen Voyager hat man laut Produktbeschreibung die Möglichkeit, die komplette Voyager zu erforschen, Bereiche zu sehen, die einem vorher verschlossen blieben und mit fast allen Gerätschaften zu interagieren, sowie kleine Aufgaben zu lösen. Das sich dies jedoch als eine ausgesprochene Mogelpackung erweist, wird einem ziemlich schnell klar. Weiterhin bleiben einem Grossteile der Voyagersektionen verschlossen, man besucht Locations, die einem auch schon im alten Hauptprogramm zugänglich waren und der Erlebniseffekt geht schnell gegen Null. Man findet lediglich wenig neue Bereiche, wie die Astrometrie, den Computerkern und Deck 15, sowie einige Quartiere der Besatzung, deren Unterhaltungswert mässig ist. Man läuft nur dumm durch die Gänge, um festzustellen, welche Tür (immer noch) verschlossen ist und welche Zugang gewährt. Das macht weder Spass noch ist es interessant, weil es kein direktes Spielziel gibt, ausser, wenn man versucht, die neun auf dem Schiff versteckten Voyager-Action-Figuren zu finden oder es toll findet festzustellen, dass Harry Kim eine Badewanne statt einer Schalldusche besitzt. Man findet unterwegs zwar Logbücher der Crewmember, aber die sind so gehaltvoll wie die Titelseite der Springerpublikation. Man kann per Logbuch nachlesen, was einem in dem Voyager Elite Force Hauptprogramm widerfahren ist. Sehr peinlich, weil man dann feststellt, welchen Unterhaltungswert das Hauptprogramm im Gegensatz zum AddOn hatte.

Die kleinen Aufgaben, die man lösen muss, sind fast nicht zu erwähnen. "Gehen sie auf das Holodeck, finden sie einen Zugangscode, starten sie ein Shuttle". Das Ganze ist die unverschämteste Recyclingaktion, die ich bisher in der Softwareindustrie erlebt habe. Da weiss man wirklich zu schätzen, dass es Tomb Raider 1-5 gab. Einzig nett ist die in einige Konsolen gespeicherte Datenbank. Hier kann man z. B. Informationen über das Sonnensystem, Spezies und Technologie abrufen, aber damit ist man schneller fertig, als es einem lieb ist, zumal es auch noch recht unvollständig ist.

Man hat für das AddOn nur einige Maps "aufgeräumt" und zusammengeleimt. Im Maschinenraum hat man sogar vergessen, eine "gescriptete" Stelle aus dem Hautprogramm zu entfernen. Hier bekommt man an einer Konsole noch die Aufforderung einer Handlungaktivität, wie sie im Urprogramm vorkam!

Auch störend war die Tatsache, dass man von allen Charakteren die gleichen Antworten, wie im Hauptprogramm bekam, nur noch viel abweisender, denn keiner hatte "Zeit für einen". Es handelt sich auch durchweg um die alten Sprachsamples, ausser ein paar Zeilen von Seven of Nine, ist nichts Neues eingesprochen worden. Für eine versprochene Interaktivität mehr als dürftig, gerade hierbei hätte man mehr erwartet, als in der alten Mission. So unkooperativ geht es im Star Trek Universum nie zu, gerade was "Mutter-ich-liebe-alle-und-habe-für-alles-Verständnis-Janeway" betrifft.

Das Paramount dieses Produkt abgesegnet hat, wundert mich sehr, da man ja dort sehr auf Einhaltung der "Direktiven" für Lizenzen bedacht ist. Einzig nett fand ich das kleine Bonusspiel auf einer Konsole auf Deck 15 namens Borg Slayer. Hier handelt es sich um eine Hommage an das alte Raven Spiel Mageslayer. Eine Art Gauntlet Klone, in dem man durch ein 3D Labyrinth in der Draufsicht seinen Weg durch die Borgs finden muss und Schalter, Barrieren und Bühnen zu bewegen hat. Leider ist das viel zu kurz. Wäre das ganze AddOn als Borg Slayer programmiert, wäre ich viel glücklicher gewesen.

Nun zu den angeblichen Solokampagnen, die komplett auf dem Holodeck simuliert werden. Vier sind es an der Zahl, wobei wir zwei davon schon einmal komplett abhacken können. Schussweite ist ein Moorhuhn Clone, den man nach zwei Minuten Tontaubenschiessen ad acta legen kann. Das andere ist ein Erholungsgarten, in dem man einige Aliens killen kann und dann letztendlich den Gärtner als Spezies 8472 enttarnt. (mit dem Skin vom Gärtner der Sternenflottenakademie, dem leider vor kurzem verstorbenen Schauspieler Ray Walston , der auch den TV Onkel vom Mars spielte). Die anderen beiden Solomissionen sind leider auch kaum erwähnenswert. In einer Mission muss man eine Klingonenfestung einnehmen und Geheimdokumente finden. Hier handelt es sich weder um tolles Leveldesign, noch um lange Spieldauer. In 10 Minuten hat man das "Teil" erledigt.

Nun blieb mir nur noch die Hoffnung auf die Schwarz/Weiss Mission "Captain Protons gegen Chaotica." Aber auch hier ist das Leveldesign öde, einfallslos und macht den Eindruck, nur erschaffen worden zu sein, damit es sich auf der Packung toll liest. Nach 10 min ist der Fall Proton erledigt. Gerade hier lag meine Hoffnung, doch noch etwas vom AddOn zu haben, aber nichtmal das 50iger Jahre Trash-Flash-Gordon-Flair mochte sich so recht einstellen. Bis auf Constance Goodheart und dem Roboter war da nichts Aufsehenerregendes. Leider auch hier eine totale Pleite, hätten sich doch hier vom Thema her so tolle Möglichkeiten geboten. Dazu kommt noch der Missstand, dass man in den Holodeckmissionen gar nicht speichern kann und auf der Virtuellen Voyager nur einen Speicherspielstand hat. Auch die Meldung, dass nach dem Betreten die Sicherheitsparameter dort nicht mehr aktiv sind und man sich jetzt in LEBENEGEFAHR (bibber!) befindet, lassen auch nicht gerade die Knie weich werden oder vorgaukeln, dass man sich jetzt in einer realen Situation befindet. Das hätte man besser, wie es die Serie ja bereits öfters gezeigt hat, in die Story integrieren können. Jedenfalls hat das Ganze keinen Solomissionscharakter. Die Holodeckmissionen des Hautprogrammes waren da eindeutig besser und auch graphisch schöner gestaltet.

Die Einzelspielerinhalte des AddOns sind eindeutig eine Mogelpackung. Nicht mal das Weltall hat man ausgetauscht, wenn man aus dem Fenster blickte, war man immer noch in den Händen der FORGE. Auch "nett" fand ich die Featureliste im Handbuch. Hier wollte man die Featureliste wohl nicht zur US Version um einen Punkt kürzen und machte so aus der US Meldung: Jetzt mit der Originalstimme von Jeri Ryan (die man auch per Patch kostenlos erhält) das deutsche Feature: Wieder mit der deutschen Originalstimme von Jeri Ryan, wie auch im Hauptprogramm. Ein gelungener Gag.

Was bringt uns nun die Multiplayerererweiterung. Es werden fünf neue Spielmodi angeboten, sieben neue Holomatchkarten, neun Capture The Flag Karten, neue Skins (Captain Proton Figuren und Voyager Crewmember im Borglook) und fünf Fankarten. Hier fragt sich nur, ob die gebotene Zahl an Optionen für ein Produktpreis von 25€ im Verhältnis zum Gebotenen steht. Vergleicht man dies mit den offiziellen Hersteller-Modifikationen, die man zu Vergleichsprodukten wie Unreal Tournament kostenlos in regelmässigen Abständen zum Download erhält, sicher nicht. Auch wenn man bedenkt, dass Elite Force nicht gerade eines der meistgespieltesten Multiplayerspiele ist, verwundert es mich doch sehr. Diese Spielmodi hätte man auch als normalen freien Download zur Verfügung stellen können, um die Community so zu vergrössern, um die Produktakzeptanz des Hauptprogramms zu vergrössern.

Erwähnenswert bleiben hier nur die neuen Spielmodi. Wobei mich hier nur der Spielmodus Assimilation als wirklich neue Idee anspricht. Eine kurze Erklärung der neuen Spielmodi:

Assimilation: Hier geht es um Borg gegen Sternenflotte. Ein Team der Sternenflotte gegen eine Borgqueen und ihrer Gefolgschaft. Die Borgs versuchen, die Sternenflotte zu assimilieren. Ist dies geschehen, spielen die assimilierten Sternenflottenmitglieder auf Seiten der Borg. Das Ziel der Sternenflotte ist das Ausschalten der Borgqueen.

Action Held: Hier kämpft man als eine Art Superheld mit Regenerationskraft gegen die Mitspieler. Ein besiegter Action Held bringt fünf Frags und das Privileg, der nächste Held in der Runde zu sein.

Desintegration: Das aus Unreal Tournament bekannte Prinzip, ein Schuss - ein Frag.

Elimination: Dieser Modus entspricht dem bekannten Prinzip Last Man Standing. Kampf bis zum letzen Mann/ Frau /Borg.

Spezialist: Es gibt in diesem Spielmodus Spielerklassen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Folgende Spezialisten stehen zur Auswahl und haben unter anderem folgende Eigenschaften.

 

Infiltrator: schnell, kann doppelt hoch springen, nimmt beim Sturz keinen Schaden
Mediziner: regeneriert sich und kann andere heilen
Techniker: können nicht ertrinken, können durch Tarnvorrichtungen sehen
Sprengstoffexperte: hat Scavenger Waffe und Sprengstoff im Inventar
Schwere Waffen: kann als einziger Quantenstoss-Verstärker aufnehmen
Sniper: kann als einziger Zoom verwenden

Peinlich ist es auch, dass die einzelnen Modifikationen nicht im Handbuch erklärt werden und dort auf das mitgelieferte Readme verwiesen wird. Sicher werden einige Spielmodi neuen Schwung in die Fangemeinde bringen, es fragt sich aber, ob die Rechnung aufgehen wird, denn das Expansionpack ist nichts Halbes und nichts Ganzes .Nichts, was man in der Mod-Gemeinde nicht zum Download finden würde und die Virtuelle Voyager lohnt den Kauf sicher nicht. Dazu ist alles zu oberflächlich und es bleiben einem trotzdem noch viele Wege versperrt.

Es wirkt einfach, als ob man die Reste, die den Weg nicht mehr ins Hauptprogramm geschafft haben, zusammengekehrt hat und zur Gewinnmaximierung auf den Markt geworfen hat. Für mich eindeutig das schlechteste Star Trek Software-Produkt "to date". Leider muss man sagen, da das Szenario sicher genug Potential hat und etwas Besseres daraus hätte werden können.

Wäre der Preis moderater ausgefallen (um die 15 €, wie es früher für AddOns üblich war) hätte man es als Patcherweiterung mit einem netten Zusatz im Multiplayerbereich ansehen können, aber so kann ich jedem nur abraten, auch wenn man Star Trek Fan der ersten Stunde (wie ich es bin) ist.

Technisch spielt sich das AddOn wie das Hauptprogramm. Das Spiel wird mit spärlichem Handbuch in DVD Hülle geliefert. Auf der CD befinden sich noch als AddOn einige Artworks/ Screenthemes zur Serie und die Demo zu Star Trek Away Team.

Raven, ihr habt mich echt enttäuscht und euer Ansehen ist nach diesem Produkt bei mir in den Keller gesunken. Fragt sich nur, wessen Idee das AddOn war. Eine tolle Idee der Gewinnmaximierung und Lizenzausbeutung aus dem Hause Activison oder als Finanzspritze für Ravensoft. Durchgehen lassen kann ich soetwas für mich nur einmal und rehabilitiert Raven nur, wenn das nächste Produkt wieder den Anforderungen entspricht. Wie gute AddOns aussehen müssen, zeigt nicht zuletzt Sierra in der Half Life Serie oder Activison selbst mit Wages Of Sin.

So bleibt mir nur ein fader Nachgeschmack und die Trauer nach meinen 25 €.

Mittlerweile gibt es einen Kombo-Budget-Pack, der das Hauptprogramm und das Expansion Pack beinhaltet, was das "Ergebnis" so zumindest etwas relativiert.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.



Geschrieben am 20.05.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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