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Virtual Skipper 3  


Info
Autor 4+
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 2.5
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Gesamt (14 votes) 2+
 1.5
 1.7
 1.5
Name:Virtual Skipper 3
Genre: Simulation
Produkt: Vollversion
Release: 2004/06
Publisher: Most Wanted Games
Entwickler: Nadeo
Hardware: 450Mhz, 64MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 130 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Multiplay: Lan/ Internet
FFeedback: nein
Sprache: Deutsch
Virtual Skipper 3 (review von nali_warcow)

Neben Shooter, Action-, Strategie und Rollenspielen gibt es auch ab zu noch eine Simulation für den PC. In der dritten Auflage ist inzwischen die virtuelle Segelsimulation "Virtual Skipper 3" erschienen. Die Entwickler sind keine Unbekannten, so hat Nardeo auch schon das mehr als überzeugende TrackMania (siehe Review) erstellt und gezeigt, dass Spielspaß auch abseits des Mainstreams möglich ist. Doch wie gut läßt es sich auf dem PC segeln?

In der DVD Hülle liegt neben der Spiele-CD ein etwa 30 Seiten starkes Handbuch in schwarzweiß, in dem die wichtigsten Grundlagen des Spiels erläutert werden. Insbesondere "Nichtsegler" bekommen hier sehr wichtige Infos, weil man beim Segeln im Gegensatz zu einem Rennspiel nicht einfach losfahren kann, sondern eine ganze Reihe an Faktoren zu berücksichtigen hat. Doch auf der anderen Seite lässt das Handbuch auch viele Fragen offen und kaum ein Einsteiger wird sich mit den Vorfahrtsrechten und anderen speziellen Regelungen auskennen. Wie schon TrackMania, so hat Virtual Skipper auch einen hartnäckigen Starforce Kopierschutz, der zwar beim Testen keine Probleme bereitet hat, jedoch den Spielstart erheblich verzögert.

Bis ans Ende der Welt

Sobald man im Hauptmenü angekommen ist und sich in den Menüs, wie z.B. Optionen oder den Spieltypen umgesehen hat, bemerkt man die sehr enge Verwandtschaft mit TrackMania. Neben dem Einzelspielermodus stehen auch Spiele im LAN und Internet an. Über eine Profilverwaltung können unterschiedliche Spieler an einem Rechner die Strecken und Aufgaben freischalten. Im Einzelspielermodus gibt es eine Reihe unterschiedlicher Rennen, von denen anfangs nur jeweils "Mission 1" zur Verfügung steht. Anfänger und Einsteiger sollten zuerst die 28 Trainingseinheiten versuchen. Hier wird man langsam in das Spiel eingeführt und die Aufgaben sind noch überschaubar. Anfangs gilt es nur eine 200 Meter lange Strecke zu bewältigen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man ein Segelboot steuert. Danach kommen in den weiteren Aufgaben immer kleine Neuerungen hinzu, da steht der Wind ungünstig, so dass man kreuzen muss oder aber man wird durch die Strömung abgetrieben, man lernt das Umfahren von Bojen und vieles mehr. Nachteilig ist es jedoch, dass diese Trainingsmissionen keinerlei Infos oder Hilfestellungen haben. Somit haben Anfänger überhaupt nichts von den kleinen Aufgaben, wenn sie überhaupt keine Ahnung haben, was sie machen müssen, um das Ziel zu erreichen. Erschwerend kommt auch das sehr knappe Zeitlimit hinzu, welches im Gegensatz zu TrackMania, nur ein Limit hat und sich das ganze nicht nach Gold, Silber und Bronze staffelt. Als zweite Spielmöglichkeit steht das Zeitrennen zur Auswahl. In 26 Aufgaben kann der Spieler nun zeigen, dass er die Segelpraxis kennt und das Schiff durch alle Situationen steuern kann. In Strecken unterschiedlicher Länge gilt es von der Startlinie aus bis zum Ziel zu kommen und dabei alle Bojen an den entsprechenden Seiten zu umfahren. Im Vergleich zum Training sind diese Aufgaben schon deutlich anspruchsvoller, was auch an den vielen Faktoren wie Windrichtung/Geschwindigkeit liegt, die sich hier öfters ändern.

Der Höhepunkt eines jeden Seglers ist zweifelsohne die Regatta. In 50 Rennen gilt es nun nicht nur möglichst schnell den Kurs zu meistern, sondern man hat es auch mit recht hartnäckigen Gegnern und dem Wetter zu tun. Hier kann man nun nicht mehr so "ruhig" eine Boje umfahren, sondern muss auf die anderen Teilnehmer achten, auf die Beeinträchtigungen, wenn man beispielsweise im Windschatten des Gegners ist oder aber auch, dass man sich an die Segelregeln hält und somit kann man nicht einfach jemanden wegstoßen oder ähnliche Gemeinheiten machen. Ruhiger geht es da dann schon im freien Spiel zu. Mit dem Spiel werden 41 Strecken unterschiedlichster Länge (von 2 Metern bis 8 KM) mitgeliefert. Hier kann man dann individuell einstellen, wie man gerne segeln möchte. Wie sollen die Windverhältnisse sein (Windstärke, Richtung, Wechsel der Windrichtung), Wetter (Regen, Bewölkung, Sonne, Sturm), Regeln (Regelhärte, Sofortstart oder Verzögerung), das Boot und die Anzahl der Gegner. Viele Werte kann man auch Zufallsgenerieren lassen und somit die ein oder andere Überraschung erleben. Wer möchte, kann außerdem auch auf einen leistungsstarken Editor zurückgreifen, womit man Strecken bis ins kleine Detail planen kann. Nach der Wahl des Ortes (unterschiedliche Küsten, angefangen bei San Francisco über Porto Cervo in Italien bis Sydney stehen zur Auswahl) hat man die grobe Land-/Wasserverteilung festgelegt. Nun kann man den Startpunkt und Bojen setzen und damit die Strecke bauen. Danach können viele weitere Kleinigkeiten wie Spieltyp (Duell oder Flotte), Winde, Strömungen, etc. eingestellt werden. Der abgespeicherte Kurs ist dann lediglich wenige KB groß und kann dann beliebig getauscht über das Internet getauscht werden.

So wird gesegelt

Sobald man das Rennen gestartet hat, landet man in einem von vier möglichen Booten, die man im freien Spiel selbst aussuchen kann. Leider kann man bis auf den Anstrich nichts bestimmen und Tuningmöglichkeiten sind auch nicht vorhanden. Da nicht alle Rennen sofort beginnen, muss man erst noch bis zu 5 Minuten warten, bis man starten darf. In dieser Zeit muss man sich hinter der Ziellinie aufhalten, was für Einsteiger beim Segeln eine ganz neue Erfahrung ist, da man im Vergleich zu einem Rennspiel ja nicht auf der Stelle bleibt. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad in den Optionen muss man sich mit mehr oder weniger Details bemühen und bekommt mehr oder weniger Hilfen in Form von Richtungspfeilen - aber alles der Reihe nach.

Beim Segeln muss man seinen Weg zum Ziel immer so planen, dass man durch den Wind und sein Segeln dorthin gebracht wird. Gegen den Wind kann man nicht segeln. Sobald das Schiff dann etwas im Wind ist, nimmt man Fahrt auf und es kann losgehen. Werden die Schoten im leichten Modus noch automatisch bedient, so können Profis dies selber machen. Eine weitere Hilfe erhalten Anfänger durch einen kleinen Pfeil, der anzeigt, wie gut das Boot zum Wind steht. Steht man im Wind, dann ist der Pfeil rot und bei optimaler Segelstellung (und damit bestmöglicher Geschwindigkeit) ist der Pfeil grün. Profis können hieraus natürlich verzichten und achten auf die vielen Anzeigen am unteren Bildschirmrand, die man je nach Anspruch und Vorliebe durchschalten und alles von der Bootsgeschwindigkeit, über die Krängung bis hin zu Strömungsdaten anzeigen lassen kann. Ein Kompaß am rechten Rand informiert über Wind- und Strömungsrichtung, während man auf der linken Seite ein Karte hat. Leider fehlt jedoch ein "Verklicker" auf der Mastspitze bei den Booten und so ist man auf die Nadel im Kompass angewiesen, was etwas an bekannter Atmosphäre bei den Hobbyseglern bringen wird. Aber nicht nur über Kurs, Wind und Segelstellung sollte man sich Gedanken machen, auch das richtige Segel ist sehr wichtig. Hier stehen dem Spieler bis zu vier Möglichkeiten offen. Die kleine Sturmfock wird bei schwerem Sturm benötigt, dazu kommen noch zwei weitere Vorsegel (u.a. Genua) und außerdem kann jederzeit ein Spinnacker gesetzt werden, wobei man jedoch auch auf die Schiffsposition im Verhältnis zum Wind achten muss, sprich: mit achterlichen Windkann man kein Segel bergen.

Mit 8 Kumpels daddeln

Hat man entweder alle Aufgaben gemeistert oder wir es einem zu langweilig immer nur gegen CPU Gegner zu segeln, dann kann man entweder im LAN oder Internet auf virtuelle Regatta gehen. 42 Strecken werden mitgeliefert, auf denen man sich spannende Duelle liefern kann. Wer mehr als nur einen Kumpel hat, der kann auch im Flotten-Modus bzw. Teammodus spielen. Im Vergleich zum Einzelspielermodus legt hier der Host den Schwierigkeitsgrad und die Regelhärte fest und dann stehen außerdem noch die gleichen umfangreichen Optionen wie im freien Modus des Einzelspielerrennens zur Verfügung.

Handhabung des Spiels

Steuern kann man Virtual Skipper über Maus/Tastatur oder mit dem Gamepad, welches anstandslos erkannt wurde. Das Ruder wird entweder mit den Pfeiltasten eingeschlagen oder mit dem Analogstick des Pads geregelt. Eine Mittelstellung erreicht man durch "Pfeil Runter". Weitere Aktionsmöglichkeiten wie z.B. Schoten dichter oder ein anderes Segel setzen sind vordefiniert auf den Tasten, lassen sich jedoch auch schnell und einfach ändern. Die Anzeigen lassen sich mit der Maus umschalten, so dass man nicht unbedingt mit Informationen überschüttet wird. Damit man auch immer den nötigen Überblick hat, stehen einem die unterschiedlichsten Kamerapositionen wie "schräg hinten", Position des Steuermanns oder eine Top-Ansicht zur Verfügung. Alle Ansichten lassen sich mit der Maus auch noch weiter verstellen. Beim Segeln muss man vieles gar nicht sehen oder wissen, man merkt es einfach, wie beispielsweise den Gegendruck an der Pinne, aufkommende Briesen, etc. All dies fehlt jedoch im Spiel und man kommt ohne gründliche Studierung der Instrumente nicht aus. Hier hat man kein Gefühl, wie gut das Schiff im Wind liegt, hier erlebt man nicht das Austrimmen des Bootes, da die auf einigen festen Positionen rumrutschen. Nicht einmal mit Gamepad gab es Rumbleeffekte. Hat man ein Rennen verloren bzw. man sieht, es wird nichts, dann gibt es leider keine Möglichkeit, dies sofort erneut zu starten, sondern muss immer erst im Spielmenü neu starten.

Grafik & Hardware

Grafisch lag zwischen meiner Version und den Screens auf der Webseite eine kleine Welt. Zwar ist die verwendete GF 4 TI sicherlich nicht die modernste Karte, doch Hobbysegler, die eventuell mal das Spiel spielen, kaufen sich deswegen keine teure DX 9 Karte. Selbst wenn man nun davon ausgeht, dass die Effekte, wie Wellen, etc. etwas besser aussehen, so kann das Spiel dennoch nicht so ganz überzeugen. Bei TrackMania konnte man mit nicht so vielen Details von Objekten leben, weil Hunderte verbaut waren. Hier sieht man im Hintergrund jedoch eine eher in schwächerer Qualität dargestellte Kulisse und ansonsten hat man viel Wasser und bis zu 8 Boote. Die Polygonanzahl der Schiffe ist jedoch ein absolutes Minimum und es fehlt an Details und besseren Texturen. Auch die Effekte wie Sturm und Regen wirken nicht sonderlich überzeugend und Windstärke 7 kenne ich aber auch gefährlicher. Aus der Sicht des Steuermanns spielt es sich am authentischsten und man hat ein Segelfeeling, wenn der Baum rüberkommt und das Schiff sich krängt, doch spätestens wenn man die Animation der anderen Bootsmitglieder auf dem eigenen Schiff gesehen hat, wird man Seekrank. Als Zwei Phasen-Bewegung kann man es ja durchgehen lassen, aber das ist doch nicht mehr ansehnlich. Die Leute schweben als "steife Puppe" über das Deck, haben eine Position, wo sie stehen oder sitzen und die Kollisionsabfrage ist fürchterlich. Die Grafik hat jedoch auch bessere Momente, wenn man so manchen Rundumblick genießt oder eine kleine Armada an Segelschiffen am Horizont betrachtet. Doch bis man dies genießen kann, muss man ggf. erst Grafikbugs beseitigen, die auftraten, weil das Spiel bei mir eine zu hohe Pixelshader Version eingestellt hat, wodurch das Segelboote nur in grau/weiß dargestellt wurde und auch die Landschaft nicht gut ausgesehen hat (Grauschleier). Das Spiel lief zwar flüssig, aber bei den wenigen Details und nur 1024 waren etwa 30 fps doch recht wenig. Wie es da mit 450 MHz laufen soll, sollte man selber lieber nicht ausprobieren, außer mit der offiziellen Demo.

Sound & Musik

Die Akustik im Spiel beschränkt sich auf ein absolutes Minimum. Musik gibt es keine, lediglich einige Umgebungssounds, wie das Fieren der Schoten oder Wassergeräusche. Es werden keine Befehle gegeben und es herrscht eine Totenstille an Bord. Zwar ist ein netter Wellengang und Gischt vorhanden, passt allerdings nicht mit dem Sound überein und vereinzelt hatte ich ein Rauschen in den Boxen.

Meinung

Das Spiel zeigt es: zwischen Spiel und Realität liegt ein deutlicher Unterschied. Auf der einen Seite werden Wind, Strömung, Segelstellung und viele andere Details wunderbar berechnet und klasse simuliert (beispielsweise bei einer Wende). Aber auf der anderen Seite ist das Spiel so trocken und es spielt sich ganz anders, als wenn man wirklich segeln würde. Das fängt bei vielen fehlenden Geräuschen an, erstreckt sich über die Steuerung und sehr geringe Feedbackeffekte im Spiel. Beim Segeln merkt man vieles, hier muss man dazu Anzeigen und Zahlen betrachten. Für Einsteiger ist das Spiel außerdem nichts, weil sie im Training buchstäblich auf dem Trockenen verrecken. Echte Segelfreunde werden auch an der Realität mehr Spaß haben als am Spiel, wobei im Real-Life Grafik, Sound, Steuerung und Mehrspieleranzahl ungeschlagen bleiben. Das Spiel ist daher eher was für Theoretiker - alle anderen sollten auf jeden Fall die Demo probespielen.


Geschrieben am 28.06.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
 



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