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Rückseite ]

Info
Autor 3+
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 1.5
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Gesamt (13 votes) 2
 1.8
 1.5
 2.1
Team (2 votes, siehe hier)3+
Name:Uncharted - Drakes Schicksal
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2007/12
Publisher: Sony
Entwickler: Naughty Dog
Offiz. Sites: Game
Hardware: PlayStation3
System: PlayStation3
Sprache: Multilingual
zensiert: nein
Serie: ja
USK: 16
Herstellerscreens
Uncharted - Drakes Schicksal (review von yak)

Mehr oder weniger "unfreiwillig" gehöre ich nun auch zum Kreis der PS3 Besitzer. Unfreiwillig deswegen, weil für mich die Abwärtskompatibilität der PS3 zu PS2 Spielen scheinbar einen höheren Stellenwert besitzt, als die Sony-Marketing-Abteilung das nun verlautbaren lässt. Angeblich legen die Kunden keinen Wert mehr darauf, alte Kamellen zu spielen. Da fragt man sich allerdings, warum man diese Erkenntnis nicht schon bei der Konzeption der PS3 berücksichtig hat. Vielleicht musste die Abwärtskompatibilität nicht nur wegen den höheren Produktionskosten dran glauben, sondern einfach deswegen, weil sich nicht genügend PS3-only-Games verkauft haben. Parallelen zum BluRay und HD Filmformat zwängen sich hier förmlich auf, wenn Kunden sich mit hochskalierten Standard-DVDs zufrieden geben und den exorbitanten Mehrpreis zum technisch höherwertigeren Format links liegen lassen.

Zwar sind die Unterschiede in der Graphik von der PS2 zur PS3 wesentlich auffälliger, aber die God of War Teile sehen im hochskalierten Format mit Kantenglättung selbst auf einem 47 Zoll Full-HD LCD noch atemberaubend aus, wenn dann noch das Gameplay stimmt, vergisst man die systembedingten Graphikdefizite zum Next-Gen Format schnell. Da ich auf die Abwärtskompatibilität also nicht verzichten wollte, führte nach dem jetzigen Wissenstands kein Weg daran vorbei, das "Auslaufmodell" der PS3 inkl. PS2-Abwärtskompatibilität zu kaufen, auch wenn für mich bisher kein PS3-only Titel auf der "Must Have Liste" stand. Eine Konsole also, deren Potential mich erst später erfreuen sollte.

Die bisher erschienenen Titel waren für mich bisher keine Konsolenseller, allenfalls spielerische Durchschnittsware mit besserer Graphik. Doch mit "Uncharted - Drakes Schicksal" schien ein Titel in den Startlöchern zu stehen, der mir vom Gameplay und Setting vielversprechend erschien, zumal er auch noch vom renommierten Studio Naughty Dog entwickelt wurde. Erste Gameplaytrailer ließen dann auch ein modernes Indiana Jones Abenteuer vermuten. Ob der neue Held Nathan Drake es mit dem peitschenschwingenden Archäologen oder Miss Croft aufnehmen kann, soll unser Review zeigen.

Technik

Technisch präsentiert sich "Uncharted" als wirkliches Next-Gen Erlebnis. Die Graphik gehört zur absoluten Oberklasse. Stimmungsvolle Echtzeitlichteffekte, wenn der Schein der Taschenlampe nur schemenhaft Einblicke in finstere Katakomben gewährt oder Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen ihren Weg durch den Dschungel bahnen. Die Detailtiefe ist enorm. Angefangen bei den Charakteren, die so gut gerendert werden, dass fast die Qualität erreicht wird, wie man sie vor 3-4 Jahren noch in Kino-Renderfilmen wie Final Fantasy gesehen hat. Hier wurde wirklich tolle Arbeit geleistet. Auch die Umgebung steht dem nicht nach. Der Detailgrad des Urwalds hat wirklich organische Qualitäten und ist nicht mehr mit dem "Kästchengraphikdesign" vergangener Tage zu vergleichen, auch wenn die Levelstruktur selbst noch dem alten Design nachempfunden ist und man sich mehr oder weniger in einem begrenzten Areal bewegt. Doch das Gebotene ist wirklich phantastisch realisiert. Wasserfälle und Bäche, in denen das Sonnenlicht glitzert, hochauflösende, photorealistische Texturen, die besonders Gebäude und alte Tempelanlagen so realistisch aussehen lassen, wie kaum in einem Titel zuvor. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch, dass man es - wie derzeit in vielen Next-Gen Titeln- ein wenig mit den Gegenlicht HDR Effekten übertrieben hat. Das wirkt leider zu aufdringlich. Auch wirken einige Oberflächeneffekte sich negativ aus. So sieht es zwar klasse aus, wenn man erkennen kann, ob ein Fels im Wasser nass ist, jedoch hat dies bei einigen Oberflächen den Nachteil, ein wenig nach Plastik auszusehen.

Die Animationen der Figuren sind ebenso mehr als gelungen. Man hat versucht, den Figuren nicht den üblichen wiederholenden Bewegungsablauf zu verpassen und so wurden auch mal kleine "Patzer" eingebaut, wenn Nathan Drake mal keinen so ordentlichen Sprung hinlegt oder beim Rennen auch schon mal stolpert. Hier hat man sich sehr viel Mühe gegeben, die Animation ebenso "organisch" erscheinen zu lassen, wie die Levelgraphik.

Der Sound ist auf ebenso hohem Niveau. Die Geräuschkulisse unterstützt die graphische Präsentation enorm, wenn Blätter im Wald rauschen, der Wasserfall imposant donnert oder der Sand von den Katakomben auf den Boden rieselt. Die Sprecher sind gut gewählt und bringen ihren Part glaubwürdig. Auch die Stimmen der Gegner sind gelungen und vor allem auch situationsabhängig. So schreien sie sich gegenseitig zu, wenn dem Helden die Munition ausgeht (woher sie das auch immer wissen). Gespart hat man aber eindeutig beim Vokabular der Gegner. So wird man den Standardspruch "Da kommt er!" so oft zu Gehör bekommen, dass man ihn fast schon synchron mit den Gegnern zusammen intoniert, was aber auch am repetiven Gameplay und den entsprechenden Wiederholungen liegt.

Der orchestrale Soundtrack ist gelungen und kommt auch bombastisch daher. Leider hat man sich beim Hauptthema (mal wieder) am doch so gängigen Mediaventure (Hans Zimmer und Co) und Michael Bay Blockbuster Einerlei orientiert und so ist ein Teil der Musik einfach nur ein Abklatsch der austauschbaren Hollywood-Rums-Bums-Musiken. Das liegt sicher nicht am Können des Komponisten, sondern vielmehr an den Vorgaben der Spieleproduzenten, die dem Komponisten für das Hauptthema sicher "bekannte" Temptracks nahegelegt haben. Das es auch anders und besser geht, zeigt der Komponist in den anderen Tracks. Hier arbeitet er viel eigenständiger und in einem völlig anderen Stil, der eher an den minimalistischen Stil der Ennio Morricone Soundtracks aus den 80er erinnert. Insgesamt ist der Soundtrack aber eine gelungene Vertonung des Spiels, der die Spielszenen auch dynamisch begleitet.

Die Steuerung geht gut von der Hand und bereitet keine Probleme. Das Spiel beinhaltet einige Sixaxis Funktionen, die jedoch mehr oder weniger aufgesetzt wirken. Details dazu gibt es im Bereich Gameplay. Gespeichert wird automatisch an gut verteilten und fairen Checkpoints. Es stehen vier unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, wobei der fürs Review gespielte "normale" für geübte Spieler genug Herausforderung bieten sollte. Der vierte Schwierigkeitsgrad "extrem schwierig" kann jedoch erst gespielt werden, wenn "schwierig" gemeistert wurde. Schön ist, dass man beim Anlegen eines neu begonnenen Spieles die bisher in anderen Savegames (und nicht zwingend beendeten Spiele) erzielten Boni und Schätze in den neuen Spielstand übernehmen kann. Technisch gab es, bis auf einen Komplettabsturz mit notwendigem Hardreset, keine Probleme. Das Spiel unterstützt die Auflösung bis 720P. Hin und wieder erscheint jedoch einen Bildversatz durch evtl. fehlende vertikale Bildsynchronisation.

Gameplay

"Uncharted - Drakes Schicksal" beschreibt sich selbst als "Eine nervenaufreibende Mischung aus Erforschung, Action und Abenteuer!". Genau das richtige für mich. Und alles fing auch recht vielversprechend an. Ein erwachsenes 3rd Person Action Adventure auf einer Next-Gen Konsole, statt des x-ten Shootereinheitsbrei ohne spielerische Weiterentwicklung. Der erste Eindruck war dann auch gut. Ein kurzes Tutorial erklärt die Geschichte und vermittelt die grundlegende Steuerung, während der Held der Story den Sarg von Sir Franics Drake an Bord seines Schiffes zieht und darin lediglich dessen Tagebuch findet. Doch scheinbar ist nicht nur Nathan Drake, angeblicher Nachfahre von Sir Francis, scharf auf den Nachlass, sondern auch Piraten, die sein Schiff angreifen. Action ist angesagt. Schnell drückt Nathan seiner Begleitung, der Reporterin Elena Fisher eine Pistole in die Hand und die Action auf dem Schiffsdeck kann beginnen. Nathan geht hinter Kisten in Deckung und erledigt einige der Angreifer direkt auf deren Schiff mit gezielten Schüssem oder er bricht ihnen im Nahkampf auf Deck mit gut getimten Kombos die Knochen. Doch das Schiff ist nicht zu halten und gerade noch rechtzeitig trifft Nathans alter Freund Victor Sullivan ein, um die beiden zu retten. Zum Glück hat Nathan noch das Tagebuch, dessen Inhalt offenbaren soll, wo der Schatz von Sir Francis Drake zu finden ist. Und kurze Zeit später stehen Nathan und Victor im tiefsten Dschungel, um den Schatz zu bergen.

Dort wird der Spieler auch mit den akrobatischen Fähigkeiten Nathan Drakes vertraut gemacht. Er kann klettern, hangeln, springen, sich an Seilen schwingen und schwimmen, nur zum Tauchen reicht es leider nicht. Hier wird nicht mehr als das Genreübliche geboten, wenn man vom Balancieren auf Baumstämmen unter Nutzung der bewegungssensitiven Eigenschaften des Sixaxis-Kontrollers einmal absieht. Diese Option ist ohnehin mehr oder weniger zu Vernachlässigen, da man den Einsatz im Spiel locker an einer Hand abzählen kann, ebenso wie die Sixaxissteuerung, um einen Rückwärtssprung machen zu können, dessen Möglichkeit sich mir auch nur im Handbuch offenbarte. Ebenso sinnfrei ist die Option, einen Granatenwurf mit der Sixaxis-Option zu steuern, denn mit dem normalen Analogstick geht das viel schnittiger.

Doch zurück zum Gameplay. Der erste Level im Dschungel und in der Tempelanlage lässt noch auf einen differenzierten Spielablauf hoffen, da sich hier Kampf-, Kletter- und Rätseleinlagen in einem wohl temperierten Verhältnis ergänzen. Nathan klettert an Pfeilern hoch, stößt einen Felsbrocken herunter, der den Eingang zum Tempel öffnet, erledigt ein paar Bösewichte, kümmert sich gemeinsam mit Begleiter Sully um ein paar Schalterrätsel, um in verborgene Bereiche zu gelangen und sammelt zwischendurch noch ein paar Secrets ein. Wenn es so weiter geht, scheint alles im grünen Bereich. Zwar gibt es nichts Innovatives, jedoch bietet das bisher Gebotene zumindest ordentliche Standardkost und die Mischung aus Erforschung , Action und Abenteuer, wie sie auf der Verpackung beschrieben wird, scheint zu stimmen. Doch das ändert sich rasch, denn nachdem der erste Abschnitt bestanden ist, mutiert das Action-Abenteuer eindeutig zur reinsten Massenschlacht. Kletter- und Sprungeinlagen sowie Rätselkost werden zur Seltenheit. Jetzt heißt es hauptsächlich Gegner zu erledigen. Das ist zwar spannend inszeniert, aber wenn man sich von einem Levelabschnitt zum nächsten kämpft, um dort wieder die selbe Aufgabenstellung vorzufinden, wird es, trotz der geringen Gesamtspielzeit von nur knapp 10-11 Stunden, schnell langweilig. Das Ganze wird zudem auch noch viel zu berechenbar. Findet man einen Abschnitt vor, an dem mal wieder viel Munition herumliegt und die üblichen Steinquader platziert sind, hinter denen man Deckung nehmen kann, weiß man spätestens, dass wieder eine Massenschlacht ansteht. Dazu kommt noch, dass man hier einen Spielablauf inszeniert hat, der wirklich nicht mehr zeitgemäß ist. Eine bestimmte Anzahl von Gegner, die dazu noch an den blödsinnigsten Stellen spawnen, muss erledigt werden, damit sich die Tür zum nächstem Abschnitt öffnet oder schlimmer noch, sie kommen aus Levelbereichen, die man vorher schon durchquert und "gereinigt" hatte: Gameplay aus dem alten Jahrtausend, dass eigentlich auf den Next-Gen-Konsolen und deren technischen Möglichkeiten keine Berechtigung mehr haben sollte.

Die Kämpfe sind zwar fordernd und spannend, aber das Drumherum ist einfach nur aufgesetzt und unglaubwürdig. Den Gameplaydesigner ist hier wirklich nichts mehr eingefallen. Ganze Herscharen von Gegner auf der Jagd nach einer Person? Das Ganze wird storytechnisch dann oft so dumm, wie in einem B-Movie. So bahnt sich Nathan Drake durch Katakomben und unterirdische Höhlen einen Weg zu einem verborgenen Schatz, dessen Eingang sich nur mit Hilfe der geheimen Tagebucheinträge seines Vorfahren öffnen lässt, um direkt dahinter (mal wieder) auf eine Miniarmee zu stoßen. Dann heißt es wieder, eine Gegnerwelle nach der anderen zu besiegen, gegen Munitionsarmut zu kämpfen, um im nächsten Abschnitt wieder das Gleiche zu erleben. Da nutzten auch die verstreuten Einlagen, in denen man mit Fahrzeugen zu Lande und zu Wasser umherziehen darf, wenig, denn auch hier ist nicht viel mehr gefordert, als alles niederzuballern. Das geht vielleicht für 2-3 Stunden gut, danach wird es aber stinkelangweilig. Zwar gibt es hin und wieder einige Kletter- und Rätseleinlagen, doch die sind meist viel zu einfach zu bewältigen. Dazu kommt dann noch die eingebaute Hilfeoption, die dem Spieler anzeigt, sollte er sich mal ein wenig zu lange an einer Stelle aufhalten, wo es weitergeht, obwohl der Levelaufbau ohnehin höchst linear ist und keine Optionen für alternative Wege bietet.

Das Waffenarsenal reicht von Pistolen, MPs, Granaten bis hin zum Raketenwerfer. Nathan kann zwei Waffen je Gattung gleichzeitig tragen und auch vom Gegner hinterlassene Waffen und Munition aufnehmen. Gesundheitspacks werden nicht benötigt, denn Nathan Drake ist einer der Konsolenhelden mit Selbstheilungsgenen. Lange genug in Deckung bleiben reicht aus, um wieder zu genesen. Die Kämpfe müssen schon taktisch geplant werden und so ist es wichtig, die richtige Deckung zu finden und die Bösewichte gezielt aufs Korn zu nehmen, wenn man für einen Moment das sichere Versteck verlässt. Dazu kann Nathan sich aus der Deckung heraus lehnen und sich sogar an einem Vorsprung hängend kurz hochziehen, um den Gegnern einzuheizen. Das klappt auch alles ohne Probleme und wurde steuerungstechnisch gut realisiert. Es gibt aber ein paar ärgerliche Details. So kommt es vor, dass in der Zoom/Schulteransicht für gezielte Schüsse ein Bildbereich angezeigt wird, der nicht der eigentlich gezeigten 3rd Person Ansicht entspricht, was zur Folge hat, dass man den Gegner, den man in der normalen 3rd Person Ansicht sehen und er den Helden ebenfalls sehen und treffen kann, in der Schussansicht nicht sieht und etwas doof vor eine Wand starren muss. Das kommt leider öfters vor und macht es notwendig, die Position komplett wechseln zu müssen.

Zum größten Teil sinnfrei sind leider die Nahkämpfe. Selbige sollte man nur anwenden, wenn sich lediglich ein Gegner in der Nähe befindet (was selten vorkommt) oder man einmal in der Nähe völlig vom Gegner überrascht werden sollte, bzw. ohne Munition dasteht. Letzteres sollte man möglichst vermeiden, denn meistens endet das mit dem Ableben. Ein Faustkampf inmitten von mehreren Feinden ist ohnehin glatter Selbstmord, die warten nämlich nicht mit dem Feuern, bis man fertig ist. Faustkämpfe sehen mit ihren tollen Animationen zwar erstklassig aus, aber spielerisch machen sie aus vorgenannten Gründen selten Sinn. Enttäuschend ist leider das Finale. Hier wird das vorher gelernte und praktizierte Gameplay vollkommen von den Designern beschnitten. So gibt es an Wänden, die man sonst zur Deckung nutzen konnte, Gegenstände, die das Anlehenen verhindern und man kann so nur hinter ein paar zerbrechlichen Kisten Deckung nehmen. Unfair, da die Gegner selbst hinter unzerstörbaren Kisten hocken. Dazu gibt es auch noch eine "Todeslinie", die man nicht überschreiten darf, denn sonst fällt man einfach tot um, bzw. ein Headshot hindert daran, dass man sich weiter vorwagen darf. Den finalen Kampf bestreitet man dann, wie auch vereinzelt im Spiel immer wieder vorkommend, mit den mittlerweile seit "God of War" wieder etablierten Quick-Time Events. Es ist schon komisch, dass sich ein solches Prinzip, das ja eher mit den spielerischen Herausforderungen eines Laserdiskspiels der Bauart "Dragon's Lair" vergleichbar ist, bei den heutigen technischen Möglichkeiten wieder durchgesetzt hat. Ich finde es einfach nur albern, zum rechten Zeitpunkt die richtige Taste drücken zu müssen, obwohl ich zugeben muss, dass es bei God of War höchst gelungen intergiert wurde. Das kann man aber nicht für alle Spiele sagen kann, die sich dieses Spielelement jetzt auf die "Must have" Liste setzen.

Im Prinzip besteht Uncharted dann auch zu 80 % aus reinen Ballerorgien mit immer den gleichen Gegnertypen (und Skins). Zwar gibt es im letzten Viertel dann noch mal eine kleine Wendung, die nicht verraten werden soll, jedoch ändert es nicht viel am eigentlichen Spielverlauf.

Uncharted kommt mit einer USK16 Freigabe in der ungeschnittenen Version, was wirklich bemerkenswert ist, denn es zeigt mehr Gewalt, als ein geschnittener 18er Shooter. So gibt es massig Ragdoll- und Blut-Effekte. Dazu gibt es ein Bonisystem, ähnlich den Achievements auf der Xbox360, das bestimmte Handlungen mit Boni belohnt, zu denen u. a. auch gehört, eine vorgegebene Anzahl Gegner mit Headshots niederzustrecken. Hier ist die USK16 Entscheidung nicht nachvollziehbar, wenn das Spiel Inhalte zeigt, die nicht einmal in einem Shooter ohne Jugendfreigabe toleriert werden, vor allem auch deswegen, wenn man berücksichtigt, dass das Spielprinzip von Uncharted hauptsächlich aus Ballerorgien besteht.

Uncharted zeigt sich von den Boni von einer höchst vielfältigen Seite. So kann durch das Finden von Secrets oder dem Erfüllen bestimmter Vorgaben jede Menge freigeschaltet werden: Entwicklerinterviews, Videos oder neue Gameplayeinstellungen, so z.B. ein Sepiamodus, schnellers Gameplay oder das auf "Linksdrehen" der Levels.

Fazit

"Uncharted - Drakes Schicksal" ist leider eine Mogelpackung, Mogelpackung deswegen, weil hier ein Spiel abgeliefert wurde, das von technischer Seite alle Next-Gen Anforderungen erfüllt, jedoch beim Gameplay den Sprung nicht schafft. Erstklassige Graphik, toller Sound und eine eingängige Steuerung, doch das Gameplay hängt völlig hinterher. Statt Abenteuer, Erforschung und Action sollte man besser schreiben: Viel Action mit ein wenig Erforschung und Abenteuer. Von den 10-11 Spielstunden sind locker 8 Stunden Ballerorgien angesagt. Dazu auch noch nach dem Prinzip. Gegnerspawnen und der Letzte lässt die Tür auf. Ein etwas antiquiertes Spielprinzip, das nicht so ganz zur Next-Gen-Präsentation des Spieles passen mag. Zwar sind die Kämpfe dennoch spannend und fordernd inszeniert, aber nach so viel Dauerballern wird es schneller langweilig, als es einem lieb ist. Die Story und die Charaktere sind jedoch stimmig, wenn auch klischeehaft umgesetzt, doch geht das Geschehen durch die immer wiederholenden Baller-Gameplayelemente leider im Kugelhagel unter. Zu kurz kommen hier eindeutig die Rätsel und Kletteraufgaben, um für ausreichend Abwechslung zu sorgen. Uncharted ist daher eher für Ballerfreunde interessant. Tomb Raider Fans werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Somit ist es, auch aufgrund der kurzen Spielzeit, erst nach einer Preisreduzierung zu empfehlen. Der große Wurf ist Sony und Naughty Dog damit jedoch nicht gelungen und insgesamt gibt es dafür nur eine schwache 3+.


Geschrieben am 19.12.2007, Testkonfiguration: PlayStation3
 



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