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Info
Autor 4+
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 1.5
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Gesamt (13 votes) 3+
 1.3
 1.1
 1.3
Name:True Crime: New York City
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2006/04
Publisher: Aspyr
Entwickler: Luxoflux
Offiz. Sites: Game
Links: dtp
Hardware: 1.5Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 2700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch/Englisch
zensiert: ja
Serie: ja
Bemerkung: auch für PS2/ Xbox
USK: 18
True Crime: New York City (review von nali_warcow)

Mit Grand Theft Auto hat Rockstar Games eine unglaublich beliebte Serie erschaffen, die mit GTA San Andreas ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Zwar gab es immer wieder von anderen Herstellern den Versuch, ein ähnliches Spiel auf den Markt zu bringen, doch nur wenige Spiele kommen in der Gunst der Spieler auch nur annähernd an GTA heran. Nachdem zuletzt "Der Pate" auf ganzer Linie scheiterte, versucht es Luxoflux mit ihrem zweiten Teil der "True Crime" Serie erneut. "New York City", so der Untertitel, kam Ende 2005 für Konsolen auf den Markt und steht nun auch als PC Fassung in den Läden. Wie sich "True Crime - New York City" gegen die Konkurrenz behauptet und wodurcg das Spiel versucht, sich aus der breiten Masse hervorzuheben, soll das folgende Review klären.

Im Gegensatz zum Vorgänger stehen zumindest in Sachen Verpackung die Zeiten auf Zukunft. Kein Gefummel mehr mit zahlreichen CDs, New York City kommt auf einer handlichen DVD in die Läden. Die 2,8 GB an Daten sind schnell installiert, langwieriger und störender ist da schon der doch merklich verzögerte Start durch den Kopierschutz. Etwas kurios ist die Möglichkeit in den Optionen, die Tastenkombination "Alt-Tab" zu deaktivieren. Laut Beschreibung soll dies mehr Performance bringen, allerdings war davon nichts zu bemerken und wenn Alt-Tab nicht deaktiviert war, brachte die Tastenkombinationen einen dennoch nicht zurück zum Desktop. Ein Phänomen, das auch schon bei anderen Spielen zu beobachten war und zumeist am etwas zu eifrigen Kopierschutz lag. Von einigen sporadischen Abstürzen abgesehen lief das Spiel die ganze Zeit ohne weitere Probleme.

Rollentausch

Der Spieler schlüpft in True Crime: New York City in die Rolle von Marcus Reed, der sich als Cop im modernen New York auf macht, Banden und Syndikate der Stadt zu jagen. Doch seine Karriere begann nicht ganz so ruhmreich. Aufgewachsen in einem heruntergekommenen Stadtteil war er in jungen Jahren mehr als bereit und fähig, das kriminelle Erbe seines Vaters zu übernehmen. Doch durch einen Verrat ändert sich alles. Schwer angeschlagen hat er überlebt und beginnt seinen blutigen, aber sehr kurzen Rachefeldzug. Der Hauptbösewicht liegt - von ihm erschossen - in einer Mülltonne, doch einer der angeschlagenen Feinde hat überlebt und richtet seine Waffe auf ihn. Lediglich durch das Eingreifen von Detektive Terry Higgins überlebt Marcus, doch dadurch bekommt sein Leben die entscheidende Wende. Marcus nimmt seine letzte Chance wahr und beginnt eine neue Karriere bei der New Yorker Polizei und steht fünf Jahre später kurz vor seiner Abschlussprüfung. Eigentlich läuft alles wunderbar. Sowohl Theorie als auch Praxis hat er mit Hilfe seines Mentors Terry Higgins bislang gut gemeistert. Die Freude bleibt jedoch nicht lang, schon bald stirbt sein Freund in Folge einer Explosion. Die offizielle Begründung lautet zwar ein Leck in der Gasleitung, doch Marcus hat da seine Zweifel. Auf der einen Seite steht für ihn nun der normale Streifendienst und auf der anderen das Verlangen dieses Ereignis aufzuklären…

Zu Fuß oder im Fahrzeug geht es dabei durch ein recht exakt nachgebautes New York, wobei die Action nicht nur auf den Strassen stattfindet. Der Spieler kämpft, ballert und schleicht sich auch durch die unterschiedlichsten Gebäude. Egal ob Gangs, Betrüger, Verbrecher, die Vergangenheit oder der eigene Vater, Marcus nimmt es mit allen auf, um herauszufinden, wer für die Tat verantwortlich ist.

Ganz normaler Alltag

So leicht gibt sich die Zielperson leider nicht geschlagen und flüchtet aus dem Haus. Da muss Marcus wohl hinterher, um an die dringend benötigten Infos zu kommen. Allerdings hat der Kerl einen kleinen Vorsprung und als Marcus um die Ecke kommt, rast der Verdächtige in einem Fahrzeug davon. Mit einer Hechtrolle verhindert der Held, dass die Ermittlungen hier ihr Ende finden. Jetzt aber schnell zum eigenen Fahrzeug und die Verfolgung aufgenommen. Runter vom Parkplatz und nach links über die breite Hauptstraße. Bedingt durch den dichten Verkehr geht es nicht ganz so zügig voran. Gerade ist der Wagen noch zu sehen, als er in der Ferne in eine Nebenstraße abbiegt. Glück für Marcus, das Fluchtfahrzeug hat in der engen Straße eine kleine Massenkarambolage verursacht und schiebt sich nun langsam durch die demolierten Wagen. Immer näher kommt der Verfolger seinem Ziel. Inzwischen ist das Fahrzeug in Schussreichweite und mit einigen Kugeln wird am Lack des andern Wagens gekratzt. Hier in der engen Straße hat es das andere Fahrzeug deutlich schwerer, Abstand zu gewinnen. Schließlich wird das verdächtige Auto erreicht und durch leichte Rempler wird versucht, den Fahrer zum Aufgeben zu bewegen. Doch dieser ist hartnäckig und versucht durch erneutes Abbiegen, den Verfolger loszuwerden. Leider hielten sich in der nächsten Straße unglücklicherweise einige Passanten auf der Straße auf. Zuerst werden sie vom Laster angefahren und danach von Marcus noch überfahren. Das macht sich nicht gut in der Statistik und beim Ruf, aber darauf kann im Moment keine Rücksicht genommen werden. Das Ziel steht kurz vor dem Totalschaden. Noch ein Rempler von rechts und die Fahrt endet am nächsten Baum. Jetzt schnell raus aus dem Wagen und in Richtung Zielperson, die versucht, zu Fuß zu flüchten. Mit einem beherzten Sprung wird der Verdächtige zu Fall gebracht und die Flucht beendet. Jetzt gilt es nur noch mit etwas Fingerspitzengefühl, leichten Drohungen und Beschwichtigungen, den Kerl dazu zu überreden, die wichtigen Informationen herauszurücken…

Nachforschungen in New York City

Nach dem recht umfangreichen Intro-Kapitel, in dem der Spieler alle Grundlagen erlernt, beginnen die Nachforschungen in New York City. Die eigentliche Hauptstory erstreckt sich dabei über vier umfangreiche Kapitel, die jeweils aus sechs bis sieben Missionen bestehen, bevor es zum großen Finale geht. Später mehr dazu, was der Spieler sonst noch abseits der Geschichte machen kann und muss. Wie es aus vergleichbaren Spiele oder dem Vorgänger bekannt ist, erledigt der Spieler eine bunte Mischung an Aufträgen. Einige erfordern fahrerisches Geschick und andere legen den Schwerpunkt auf Kampf und Ballereinlagen. Ab und zu wird es auch aufgrund eines Zeitlimits knapp. Allerdings sind die Zeitlimits meist recht willkürlich und sinnfrei in die Missionen eingebettet. Im Gegensatz zu Grand Theft Auto - San Andreas kann True Crime - New York City jedoch nicht in Sachen Abwechselungsreichtum bei den Missionen mithalten und greift auf immer wieder gleiche Muster zurück. Es gibt zwar ab und zu auch eine Verfolgungsjagd oder eine Fahrt zum Ziel unter Zeitdruck, doch das Hauptaugenmerk des Spiels liegt in den Kämpfen. Dennoch verbringt der Spieler viel Zeit im Wagen, was allerdings daraus resultiert, dass die Stadt New York sehr groß ist und die Wege zum jeweils nächsten Auftrag entsprechend weit auseinanderliegen. Während jedoch in "San Andreas" auch ein langer Fahrtweg durch abwechslungsreiche Landschaft und Strecken den Spieler bei Laune hält, geht es in True Crime nur durch eine Großstadt. Die Entwickler haben sich bei der digitalen Umsetzung von New York viel Mühe gegeben und für ein möglichst realistisches und orginalgetreu umgesetztes Stadtbild gesorgt, nur ist dies leider nicht gleichbedeutend damit, dass es Spaß machen muss, durch die Stadt zu fahren. Vielmehr kann der Spieler erleben, was stadtgeographisch unter dem amerikanischen Stadtmodell zu verstehen ist. Schachbrettartig aufgebaut und jeweils ein möglichst rechtwinkliges Straßennetz. Eine nette Beigabe ist es, dass am oberen Bildschirmrand der Straßenname eingeblendet wird, inklusive der jeweiligen Nummerierung der abzweigenden Straße. Dadurch wird zumindest bestätigt, dass der Wagen wirklich vorwärts kommt und nicht in irgendeiner Endlosschleife festsitzt, was manche Spieler aufgrund der sehr gleich aussehenden Gebäude und Straßen vermuten könnten. So fährt Marcus beispielsweise minutenlang eine gerade Straße entlang in Richtung Ziel, die Zeit vergeht und nebenbei zählen die abzweigenden Straßen von Nummer elf bis 47 hoch. Das mag eine feine Simulation für angehende Postboten oder Taxifahrer in New York sein, doch dem Spielspaß kommt die recht exakte Umsetzung nicht gelegen. Wirklich markante Plätze sind kaum vorhanden, sondern vielmehr nur eine große Masse dunkler und ähnlich aussehender Wolkenkratzer. Fahrzeuge und Passanten gibt es reichlich in der Welt. Wobei allerdings gerade die Fußgänger eine erschreckend hohe Selbstmordrate besitzen. Viel zu gern schmeißen sich gleich ganz Gruppen an Personen vor das Fahrzeug des Spielers. Ärgerlich dabei ist, dass jeder überfahrene Zivilist für negative Bewertungspunkte sorgt. Gerade in einer Verfolgung oder in engen Gassen, ist es teilweise unmöglich, entsprechend zu reagieren. Aber auch die anderen Fahrer haben keine sonderlich gute KI. Sehr gerne gehen sie auf direkten Kollisionskurs mit dem Resultat, dass der entgegenkommende Fahrer im hohen Bogen durch die Windschutzscheibe fliegt. Im Gegensatz zu GTA werden hier schwerpunktmäßig Baller- und Kampfpassagen in Gebäuden geboten. Nur ab und zu gibt es Abwechslung durch Verfolgungen oder einer Ballerpassage aus einer Limousine heraus.

Die Palette an Schauplätzen ist mit heruntergekommenen Wohnungen, Fabriken, Lagerhallen, einer Oper oder einer actionreichen Verfolgung durch eine U-Bahn recht abwechslungsreich. Dennoch kennt das Gameplay nur wenig Variationen. In einigen Ausnahmen kann sich der Spieler auch an den Gegnern vorbei schleichen, doch ansonsten sind schnelle Reaktionen gefragt. Entweder er kämpft sich mit allerlei Kung-Fu Schlagkombinationen durch den Abschnitt oder die Waffen dürfen sprechen. Der Levelaufbau ist in allen Fällen jedoch fest vorgegeben. Da gilt es nicht nur möglichst wenig Treffer einzustecken, sondern auch die Platzierung der Gegner zu kennen, ebenso sollte nach Heilpacks Ausschau gehalten werden. Stirbt der Spieler in den nicht allzu langen Passagen, startet die Mission automatisch wieder am Anfang der Actionsequenz. Eine Möglichkeit, sich beispielsweise mit stärkeren Waffen einzudecken oder die Kampffertigkeiten zu verbessern, ist lediglich über Umwege möglich, indem man über das Menü eine andere Mission manuell startet. Teilweise gibt es in den Missionen auch Boss-Gegner, die nicht nur deutlich mehr aushalten, sondern auch mehr Taktik erfordern, da die Gesundheit schneller auf Null zurückgeht, als es einem lieb ist. Besonders ärgerlich sind daher Neustarts eines Abschnitts, weil der Spieler am Endboss verzweifelt ist und so schnell keine Taktik herausfinden konnte. Um an die gewünschten Infos zu kommen, muss etwas Überzeugungsarbeit geleistet werden. In einem kleinen Minispielchen gilt es den "Einschüchterungsbalken" genau in die Mitte zu bekommen. Gelingt dies nicht und die Zielperson gibt keine Infos preis, kann der Spieler dann meist noch über eine weitere Nebenmission versuchen, an die gesuchten Infos zu kommen. Doch es gibt auch abseits der Storymissionen einiges in der virtuellen Stadt zu erledigen. Statt den eigenen Dienstwagen zu nehmen, kann der Spieler auch jederzeit einen Wagen auf der Straße beschlagnahmen und damit weiterfahren. Wer nicht zu Fuß zum Ziel will, darf auch ein Taxi oder die U-Bahn nutzen. Neben optionalen Straßenrennen gibt es auch zahlreiche Nebenmissionen in der Stadt. Dort treiben sich eine ganze Reihe ungemütlicher Personen herum. In der Rolle des Streifenpolizisten kann bzw. muss der Spieler sich immer wieder um allerlei Kleinigkeiten kümmern. Sei es, dass ein Verrückter einen Bus in seine Gewallt gebracht hat und damit die Straßen unsicher macht, oder ein Überfall auf ein Geschäft muss abgewehrt, ein Verdächtiger verfolgt oder eine Schlägerei beendet werden. Diese Ereignisse treten zufällig auf und der Spieler wird jeweils über mögliche, optionale Einsätze informiert. Wer sich dabei gut anstellt, kann auch die Kriminalität im Viertel deutlich eindämmen. Doch nicht nur optionale Aufgaben können erledigt werden, der Spieler kann auch jederzeit jeden Charakter auf der Straße nach Drogen und anderen unerwünschten Objekten durchsuchen. Sollten CPU Kollegen in der Nähe sein, dann werden diese sogar eingreifen und den Spieler sowohl im Kampf, als auch bei Verfolgungsfahrten unterstützen. Allerdings geht die CPU ohne mit der Wimper zu zucken gegen die Verbrecher vor. Da werden aufsässige Personen gleich erschossen und andere Wagen ohne Rücksicht auf Verluste auch in ein Meer aus Passanten gedrängt.

Das Leben in der großen Stadt

Zuletzt hatte GTA - San Andreas versucht, durch Rollenspielelemente das Gameplay zu erweitern. Allerdings war dies in Bezug auf die Charakterwerte wie Schwimmen oder Nahrung nicht sonderlich gelungen. Auch New York City hat einige neue Features, die es von anderen Spielen und dem eigenen Vorgänger abheben sollen. Das zentrale neue Feature ist sicherlich die Einstufung als guter bzw. böser Polizist. Je nach Handlung und Aktionen steigt oder sinkt das Ansehen. Entsprechend werden Beförderungen oder Degradierungen fällig. Zu rücksichtslos sollte Marcus also nicht vorgehen. Jede unschuldige, erschossene oder überfahrene Zivilperson sorgt für einen Anstieg bei den bösen Punkten. Allerdings bekommt der Spieler bei wilden Verfolgungsfahrten oder wenn sich die Passanten einfach "so" vor das Fahrzeug schmeißen, ungerechter Weise sehr viele Negativpunkte aufgebrummt. Es reicht, wenn ein Busfahrer im Amokrausch das Fahrzeug des Spielers in eine Menschenmenge rammt, dann tauchen gleich etliche rote, negative Punktzahlen auf. Gute Punkte gibt es stattdessen dafür, wenn Verdächtige nicht einfach nur erschossen, sondern KO geschlagen und entsprechend mit Handschellen gefesselt werden. Aber auch die Ehrlichkeit des Spielers hat Auswirkungen. Werden die Beweismittel wie Drogen und sichergestellte Objekte im Revier abgegeben oder vom Spieler auf der Straße verhökert? Allerdings bringt auch die Abgabe solcher Objekte im Revier etwas Geld aufs Konto. Kurioserweise muss sich Marcus selbst um die Finanzierung seiner Ausrüstung kümmern. Alternativ können auch die Waffen der Gegner aufgesammelt werden und so kurzzeitig Munitionsknappheiten überwunden werden. Je positiver die Leistungen des Spielers bewertet werden, desto mehr Verbrecher verhaftet, statt erschossen und desto mehr Beweismittel abgegeben werden, desto höher steigt der Spieler im Dienstgrad auf. Höhere Dienstgrade ermöglichen nicht nur - das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt - bessere Waffen, sondern auch andere Fahrzeuge. Doch kostenlos ist in der Welt von True Crime fast nichts. Selbst für die Reparatur des Einsatzwagens wird der Spieler zur Kasse gebeten. Gerade die Gradwanderung zwischen guter Bulle, böser Bulle ist zwar eine nette Idee, wird aber durch die Steuerung mehr als verhunzt. Ganz gleich ob der Spieler es nun mit Maus & Tastatur versucht oder zum Gamepad greift, es hapert an vielen Ecken. Eine wichtiges Gameplayelement ist die Verhaftung der Personen, statt diese zu erschießen. Nur leider klappt die einfache Ergreifung der Personen nicht reibungslos und viel zu oft greift der Charakter ins Leere, was auch entsprechende Auswirkungen auf die Nahkämpfe hat. Extrem langwierig werden Verfolgungen zu Fuß, da der Charakter nicht rennen oder sprinten kann. Aber auch die Ansicht will nicht immer so ganz und zeigt sich teilweise störrisch und unübersichtlich. Es ist zwar schön, wenn einem andere Kollegen helfen, aber die erledigen den Job immer auf die harte Tour und somit werden die Feinde von ihnen mit Kugeln durchsiebt. Aber nicht nur das Movement des Charakters ist sehr schwammig, auch die Fahrzeugsteuerung wurde mangelhaft umgesetzt. Zahlreiche Unfälle könnten sich durch eine bessere Steuerung vermeiden lassen, doch dazu ist diese viel zu ungenau und schwammig. Vielmehr kommt beim Fahren das Gefühl auf, über eine Eisdecke zu schlittern. Ganz ärgerlich, wenn das Fahrzeug auf eigene Kosten repariert werden muss. Selbst Schrittgeschwindigkeit ist keine Lösung. In engen Straßen springen auch die Passanten vors Fahrzeug oder aber die NPCs stürzen sich vor die Karre, wenn der Spieler etwas zügiger um die Kurve fährt und dementsprechend nicht schnell genug reagieren kann. Für die Nahkämpfe kann sich der Spieler unterschiedliche, zusätzliche Kampffertigkeiten aneignen, allerdings ist der Nahkampf aufgrund der beschriebenen Probleme in Bezug auf die Interaktion und der eigenwilligen Kamera nicht ohne Frust. Die Ballerpassagen gehen da etwas leichter von der Hand. Zum einen liegt dies an der nicht sonderlich guten KI, aber auch an der Möglichkeit, aus der Deckung heraus die Feinde unter Feuer zu nehmen. Das Treffen der Ziele ist dabei kein Problem. Egal ob sich die Feinde nun hinter Objekten verstecken oder auf irgendwelchen erhöhten Plattformen stehen. Eine Lock-On-Funktion, die sofort den nächsten Gegner in Reichweite anvisiert, lässt das Spiel zum Moorhuhn-Shooter mit 100% Autoaim verkommen. Dieses Autoaim ist auch vorhanden, wenn mit Maus & Tastatur gespielt wird. Keine Abschalt-Funktion für eingefleischte PC Spieler. In der Testversion war es leider nicht möglich, die Mausempfindlichkeit und Geschwindigkeit zufriedenstellend einzustellen. Ganz gleich, welche Werte im Setup vor dem Spielstart eingestellt wurden, es war nicht möglich mit der Maus in angemessener Art zu zielen. Die veränderten Werte für die Maus wurden lediglich auf die Gamepadsteuerung übernommen. Auch die Tastenbelegung am PC ist nicht gut umgesetzt worden. Hier werden in einer langen Liste sämtliche möglichen Tasten aufgelistet und dahinter steht die jeweils darauf gelegte Funktion. Beim Belegen reicht es zwar einfach die Taste auf dem Keyboard zu drücken und schon springt der Eintrag an die gewünschte Stelle, nur beim Nachschlagen, wo welche Funktion liegt, ist viel Scrollarbeit angesagt. Wie leider bei vielen anderen PC Umsetzungen auch, so werden bei True Crime im Spiel ebenfalls lediglich Tastaturbefehle für eine Aktion angegeben und nicht die entsprechende Gamepadtaste, sollte darüber gespielt werden. Es kann doch nicht so schwer sein, so etwas bei der Konvertierung zu berücksichtigen. Sehr schön ist dagegen die Möglichkeit, Missionen jederzeit erneut spielen zu können und der Spielstand lässt sich auch direkt über das Menü speichern und setzt einen bei Bedarf wieder an den Anfang zurück. Neben Statistiken gibt es auch eine Karte von New York City, worauf Ziele und wichtige Punkte eingezeichnet sind. Allerdings ist eine Zoomfunktion leider nicht vorhanden.

Präsentation

Optisch präsentiert sich True Crime etwas besser und Polygon-reicher als GTA San Andreas. Die Charaktere und die Umgebung wirken detaillierter gestaltet und auf den Straßen ist teilweise merklich mehr los. Insbesondere die Gesichter wissen zu gefallen. Für Innenräume wird entsprechend kurz nachgeladen. Allerdings fühlt man sich dennoch nicht so sehr in die Welt hineingezogen, wie beim Konkurrenten aus dem Hause Rockstar Games. Alles wirkt irgendwie etwas düster, eintönig und variationsarm. Abgesehen von langen Straßenzügen wird auch nichts besonders Eindrucksvolles präsentiert, wenn der Spieler durch die Landschaft fährt. Sehr unschön sind in dem Zusammenhang die immer wieder auftretenden Ruckler, wenn es mit einem Wagen schnell um die Kurve geht. Auch sind starke Schwankungen in Bereich Detailreichtum zu sehen. Hat der Charakter beispielsweise noch recht detaillierte Texturen für die Kleidung, so scheinen die Waffen zum Teil gar keine Textur zu haben. Die mangelhafte Physik lässt einen auch nicht viel Spaß aufkommen. Fahrzeuge drehen sich um die eigene Achse und regelmäßig fliegen Fahrer von entgegenkommenden Fahrzeugen durch die Windschutzscheibe, wenn das Fahrzeug auch nur leicht berührt wird. Überzeugender sind da schon die Zwischensequenzen, die für stimmige, gute Atmosphäre sorgen. Man möchte einfach wissen, wie es weitergeht. Unterstützt wird dies durch sehr gelungne, englische Sprecher. In der deutschen Version gibt es lediglich deutsche Texte bzw. Untertitel. Als musikalische Untermalung stehen zahlreiche Musikstücke zur Auswahl. Im Ingame-Musikstore der Stadt können außerdem weitere Stücke erworben werden.

Meinung

Leider kann "True Crime - New York City" nicht an die Qualität des Vorgängers anknüpfen, sondern leistet sich zahlreiche elementare Fehler und Patzer. Die Hintergrundgeschichte ist das Motivierendste am Spiel und weiß zu gefallen. Die Missionen kommen zwar längst nicht an GTA heran, dennoch erwartet den Spieler eine nette Mischung aus fahrerischen Abschnitten, Ballerpassagen und Nahkampfmomenten. Doch immer wieder wirft einen die Steuerung des Spiels Knüppel zwischen die Beine. Sei es, dass die Kamera nicht so ganz will, der Charakter unzureichend reagiert, sich die Fahrzeuge extrem schwammig steuern lassen und alles nicht so ganz ausgereift wirkt. Auswirkungen der Aktionen des Spielers sind zwar eine interessante Idee, aber nicht, wenn sich Passanten vor das Auto schmeißen und der Spieler deswegen laufend Punkte abgezogen bekommt. Auch die Zufallsmissionen können nur bedingt motivieren und die große, aber eintönige Stadt, sorgt in Zusammengang mit der Fahrzeugsteuerung dafür, dass man eigentlich ungern unterwegs ist. Wer True Crime noch nicht kennt, der ist mit dem Vorgänger besser bedient. Wer nur einfach Action in einer großen Stadt erleben will, der ist mit der GTA Serie um Längen besser bedient. Die letzten drei Teile davon gibt es schon für 10 bis 30€ und sind insgesamt deutlich ausgereifter und besser spielbar.


Geschrieben am 12.06.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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