yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

Tak 2: Stab d. Träume
Tak u.d. Macht d. Juju
Tak: Die gr. Juju-Jagd
Tak: Geh.d.g.Kristalls
Tale of a Hero
Tales of Monkey Island
Taz: Wanted
Tempel d.el. Bösen
Terminator 3: KdM
Terrorist Takedown 2
Terrorist Takedown: CO
The Thing
Theme Park DS
Thief Deadly Shadows
Throne of Darkness
Tie Fighter
TimeShift
Titan Quest
Tomb Raider
Tomb Raider 2
Tomb Raider 3
Tomb Raider 6
Tomb Raider Anniver.
Tomb Raider Legend
Tomb Raider UW
Tony Hawks A. Wastel.
Tony Tough
Tony Tough 2
TrackMania
TrackMania Sunrise
Trackmania 2:Canyon
Trackmania United
Transport Gigant
Transport Gigant DU
Transport Tycoon
Tribes 2
Tribes: Vengeance
Trine
Tron 2.0
Tropico
True Crime: NY City
Tsunami 2265
Turning Point: Fall of L.
Turok
Two Worlds
Tomb Raider Legend  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
 1.5
 1.5
 2
Gesamt (61 votes) 2
 1.7
 1.5
 2.1
Team (2 votes, siehe hier)3+
Name:Tomb Raider Legend
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2006/04
Publisher: Eidos
Entwickler: Crystal Dynamics
Offiz. Sites: Game, Demo
Links: Lara Web
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 9000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
FFeedback: ja
Sprache: Multilingual
Serie: ja
Patch: 1.2
Bemerkung: auch für PS2, Xbox, Xbox360, PC Version inkl. Next Gen Inhalt
USK: 16
normal vs Next Gen
normal vs Next Gen
Tomb Raider Legend (review von yak)

Drei Jahre ist es fast her, dass ich die gute alte Lara nicht mehr gegen Wände prallen lassen konnte, um ihr vertrautes "Öhöh" zu hören. Aber da muss selbst der härteste Tomb Raider Fan durch, den ja nach dem letzten vergurkten Teil Angel of Darkness nicht mehr viel schocken kann.

Aber der ordinäre Lara Fan verzeiht schon Mal einen Ausrutscher und es sollte ja mit dem neuen Entwickler alles besser werden. Die Chancen dafür standen auch sehr gut, denn das Entwicklerstudio Crystal Dynamics hat durch die Soul Reaver Serie mehrfach unter Beweis stellen können, dass sie es "drauf" haben. Sehnsüchtig wartete also der Rezensent auf die Post, um nach drei Jahren Abstinenz der virtuellen Busenfreundin ein neues Heim auf der Festplatte anbieten zu können. Nach dem kleinen überwundenen Cover-Schock, auf dem meine gute Lara mich, mit Ausnahme der Haarfarbe, eher an Nina Ruge erinnert, die sich genauso kess eine Strähne ins Gesicht fallen lässt und auch eine ähnlich bescheuerte "ich bin cool und immer noch jung und dynamisch und teile das Leid der Welt und besonders das der Celebrities" Kopfhaltung an den Tag legt, bevor sie ihr dumpfes, hundeblickunterstütztes "Alles wird gut" intoniert. Zumindest ihr Physiotherapeut wird bald seine Freude daran haben. Kurzum: Die alten Gamecover gefielen mir besser als dieses auf Hochglanz-Autogrammkarten getrimmte "Brigitte" Design. Zum Glück hat das aber wenig mit dem Spiel zu tun :-)

Auch Eidos versprach "Alles wird gut", womit sich der Kreis wieder schließt. Man will sich auf alte Qualitäten der Serie besinnen, "Back to the Roots" hieß es für den neusten Teil der Serie, der alte Fans befriedigen und ebenso neue Anhänger begeistern soll. Ob dies zutrifft, versucht unser Review zu zeigen.

Technik

Crystal Dynamics konnte mich mit ihrer Engine schon immer begeistern. Die Soul Reaver Spiele sahen schon vor Jahren großartig aus und können noch heute mit vielen aktuellen Titeln mithalten - und das bei recht moderaten Hardwareanforderungen. Tomb Raider Legend gibt sich daher auch in graphischer Hinsicht keine Blöße. Bevor sich jetzt aber wieder die Geister scheiden ein paar Worte zu der Next Gen Version, die ebenfalls automatisch mit installiert wird und Tomb Raider Legend somit zu einem der HD-hungrigsten Spiele (ca. 9 GB) macht. Eidos war so freundlich - und das meine ich ohne irgendwelchen Hohn - die für Next Generation Rechnersysteme gedachte High-End Fassung des Spieles mit auf die DVD zu packen und somit den Zockern mit genügend Hardwarepower die Möglichkeit zu bieten, das Spiel in bestmöglicher Graphik spielen zu können. Dadurch hat man sich aber auch eine Menge "Ärger" eingehandelt, weil diverse Foren überquellen, in denen High End System Besitzer sich über Ruckelorgien (eigentlich nicht schlecht in Verbindung mit Miss Croft) mit Frameraten im einstelligen Bereich beschweren. Ein Patch verschaffte Besserung, ebenso wie ein neuer Nvidia Graphikkartentreiber. Ganz nachzuvollziehen sind die Gründe für die schlechte Performance auf den verschiednen Rechnerspezifikationen jedoch nicht. Ich konnte das Spiel ohne Probleme auf meiner nicht mehr ganz Up-to-date-Kiste ordentlich im Next Gen Modus spielen. Es gab zwar vereinzelt Ruckler, besonders im Anfangslevel, spielbar war es jedoch problemlos. Fairerweise liefert Eidos zumindest die High End Version gleich mit der normalen Fassung auf einem Datenträger. Jedenfalls eine kundenfreundlichere Lösung als die Ubi Soft King Kong Methode, die die High End Version nur als exklusive Download Variante angeboten haben. Der Punkt geht hier eindeutig an Eidos. Generell muss man sagen, dass beide Versionen eindrucksvoll aussehen, hat man jedoch einmal mit der Next Gen Fassung, die graphisch der Xbox 360 Version entspricht, Blut geleckt, will man es gar nicht mehr anders haben. Zum Teil denkt man wirklich, ein graphisch völlig anderes Spiel zu erleben. Durch die verbesserten Texturen und den exzessiven Einsatz von Lichteffekten wirkt alles um ein Vielfaches plastischer und realer. Auch der gesamte Stil wirkt in der Next Gen Version viel atmosphärischer und düsterer. Lara selbst sieht zudem ganz anders aus und erinnert hier nur wenig an die Vorgängerspiele mit dem Plastikpüppi-Look. Licht, Wasser und Spiegelungen sehen atemberaubend aus und die Texturen verleihen den Oberflächen einen höchst realistischen Eindruck, bei dem man fast den Staub aus dem Gemäuer rieseln hört. Besonders die Darstellung von Metall ist den Designern außergewöhnlich gut gelungen. Schaltet man im Spiel auf die normale Version um, die immer noch blendend gut ausseiht, erkennt man aber erst den Unterschied, denn dort wirken die Texturen noch ein wenig "aufgeklebt". Zudem enthält die Next Gen Version auch noch zusätzliche Levelverzierungen, Felswände sind mit Ranken bewachsen und es gibt wesentlich mehr Vegetation, was es Spielern der High End Version aber manches Mal erschwert, den weiteren Weg auf Anhieb zu erkennen, denn Kanten, an denen man sich entlanghangeln kann, sind dadurch auch schlechter zu sehen. Ein weiteres Highlight der Next Gen Fassung sind die Effekte. Einfallendes Licht bahnt sich in den Tempelanlagen schemenhaft durch den Staub der Jahrhunderte und wirft gespenstische Schatten auf unsere Heldin, Wassertropfen rieseln nach einer Schwimmeinlage an ihr herab und beim Laufen wirbelt sie Staub auf. Komischerweise muss man jedoch diesmal auf Fußabdrücke verzichten, aber die hatten ja schon im Vorgänger ihren komischen "Auftritt" :-). Dazu wirken die Next-Gen Gesichtstexturen um ein Vielfaches detaillierter und selbst Hautporen sind zu erkennen. An Abwechslung der Spielareale wurde ebenso wenig gespart und Lara darf sich in Tempelanlagen, Gräbern, Katakomben, einem Hochhaus und schneezerklüfteten Gebirgspfaden vergnügen. Abschließend kann man sagen, dass beide Varianten graphisch überzeugen und die "normale" Version auch noch auf kleineren Systemen ansprechend läuft. Wer jedoch genügend Rechenpower besitzt, sollte unbedingt die Next Gen Fassung probieren, danach will man Lara nicht mehr anders sehen.

In Sachen Sound kann das Spiel ebenso überzeugen. Die Umgebungsgeräusche sind gelungen und Lara hat wieder ihre gewohnte Synchronstimme. Zwar erlaubt sich die deutsche Übersetzung im Vergleich zum englischen Original ein paar sprachliche Fehlübersetzungen und Entgleisungen, generell ist sie aber durchaus gelungen und bietet ein paar neckische Dialoge. Ein wenig vermisse ich hier aber das Sounddesign der Vorgänger, was aber auch daran liegen kann, dass durch die technische Weiterentwicklung jetzt viel mehr Soundkanäle zur Verfügung stehen und so Einzeleffekten wie in den alten Teilen, schlechter herauszuhören sind, jedoch war das "Wassertröpfeln" aus den Tomb Raider 1 Zisternen damals höchst eindrucksvoll und atmosphärisch, was uns zu dem Schluss bringt, dass mehr nicht zwangsweise mehr bedeutet. Enttäuscht hat mich die Musik. Ein nicht so recht passender Enya-like-Titelsong und viele sich zu oft wiederholende Musikschleifen vermiesen das Kinofeeling und selten gibt es Musikvariationen im Spielverlauf, einige Schlüsselszenen und Zwischensequenzen einmal ausgenommen. Schlimmer ist, dass man sich nicht auf einen Stil innerhalb des Games festlegen konnte und man nicht erreicht, eine musikalisch durchgängige Komposition umzusetzen, dabei variieren die Stile zu sehr von Industrial bis hin zur orchestralen Filmmusik mit Stimmeinlagen, aber überzeugend wirkte das Gesamtergebnis auf mich nicht. Auch hätte man etwas mehr mit dem bekannten Tomb Raider Thema arbeiten können, das hier nur sehr sporadisch und latent zum Einsatz kommt. In Sachen Musik hat Angel of Darkness da eindeutig dem neusten Teil einiges voraus. Lobend zu erwähnen ist jedoch, dass Eidos auch alle europäischen Sprachsamples mit auf den Datenträger gepackt hat und man so beliebig die Sprachausgabe innerhalb des Spiels umstellen kann. So stelle ich mir eine moderne Spielversion vor, die alle Sprachvarianten und dazu noch den Next Gen Inhalt bietet. Hier sollten sich einige Publisher mal ein Beispiel nehmen und wie Eidos die Kapazität des DVD Datenträgers auch ausnutzen und nicht wie bei Oblivion oder Der Pate auf die Originalsprachausgabe verzichten und trotzdem nur die Hälfte der Datenträgerkapazität zu nutzen.

Gesteuert wird frei konfigurierbar per Tastatur/Maus oder komfortabler bei Gamepad. Lara reagiert gut und punktgenau und die Zeiten der pixelgenauen Positionierung, damit ein schwieriger Sprung auch gelingt, sind zum Glück vorbei. Jedoch gibt es dennoch Probleme in Verbindung mit der Kameraführung bei der Steuerung, die jedoch im Abschnitt Gameplay erläutert werden.

Gespielt werden kann in drei Schwierigkeitsgraden, gespeichert wird an Checkpoints automatisch. Punktgenaues Speichern wurde gestrichen, so dass man nach dem Ableben immer wieder am letzten Checkpoint ausgesetzt wird. Geübte Spieler sollten direkt auf schwer Spielen, denn Tomb Raider ist generell in der neusten Variante viel zu leicht ausgefallen, von "Sollbruchstellen" einmal abgesehen. Grobe Bugs gab es nach dem installierten Patch nicht - ärgerlich ist jedoch, dass Hilfetexte zur Aktionsbeschreibung nur die Tastaturbelegung und nicht die Gamepadbelegung anzeigen.

Gameplay

Da wären wir also wieder nach drei Jahren virtueller Enthaltsamkeit und starren der bekanntesten Spielhel(D)ing wieder gebannt auf den Rücken, auch wenn sie von Folge zu Folge eindeutig vorne mehr zugelegt hat als hinten, Ob man jetzt aber auch endlich beim Gameplay zugelegt hat, ist die Frage aller Fragen, die hier hoffentlich beantwortet werden kann. Katzengleich wie Catwoman schwingt sich die adelige Archäologenbraut dann auch wieder von Fels zu Fels, vollführt gewagte Sprünge, zieht sich mit anschließendem Handstand und Überschlag an Kanten hoch und landet letztendlich im... Tutorial.

Eine Tempelanlage in Bolivien steht auf dem Programm und bietet für Lara-Neueinsteiger einen kleinen Crashkurs, der ihre grazilen Bewegungsabläufe einschließlich neuer Fähigkeiten und Equipment näher bringt. Lara kann wieder springen wie eine Bergziege, klettern und an Vorsprüngen und Kanten hangeln, schwimmen, kriechen, Rolle vorwärts, tauchen, an Seilen schwingen, Waffen sprechen lassen und Kisten und Steine schieben. Neu im Repertoire ist ein Greifhaken, der mehr oder weniger der modernen Variante der Indiana Jones Peitsche entspricht und seit Zelda und Half Life Opposing Force sicher nichts Neues mehr darstellt, auch wenn sie sich sehr gelungen ins Gameplay einfügt, wenn man sich an bestimmte Objekten "einhängt", um Hindernisse zu überwinden, Gegner heranzieht oder sonst nicht erreichbare Gegenstände zu sich zieht. Mehr oder weniger nutzlos präsentiert sich jedoch das High-Tech Fernglas. Es scheint lediglich von Nutzen, um Secrets zu finden oder sollte man wirklich einmal nicht weiter kommen (was eigentlich so gut wie nie vorkommt) oder durch verschiedene Sichtmodi erkennbar wird, welche Gegenstände manipulierbar sind. Die Zoomfunktion ist nutzlos, da die Level selten eine entsprechende Größe besitzen, um es sinnvoll einzusetzen. Feinde auskundschaften bringt ebenso wenig, da sie kaum eine Gefahr darstellen und auch nicht umgehbar sind, dafür gestaltet sich das Leveldesign einfach zu linear. Das hört sich bis jetzt schon ein wenig meckerig an und das soll es auch, denn die "Back to the Roots" Gameplay Vorsätze wurden nur zaghaft und leider auch zu massentauglich umgesetzt. Um das vielleicht ein wenig klarer zu machen wären sicher ein paar Sätze angebracht zu beschreiben, was für mich das "alte" Tomb Raider Gameplay ausmacht. Große und weitläufige Spielareale, die es zu erforschen gilt und bei denen man nicht sofort erkennt, wo es langgeht, hier und da mal an einer Felswand emporkraxeln, um dann aber festzustellen, dass es dort nicht weitergeht, also zurück, zumindest gab es aber ein ordentliches Secret, so dass sich der beschwerliche Weg dennoch gelohnt hat. So war man schon eine ganze Weile beschäftigt, die Gegend zu erforschen, halt so, wie man sich das von einer Archäologin vorstellt, hin und wieder ein paar angriffslustige Tiere aus dem Weg räumen, gegen Bären, Tiger, Wölfe, Ganoven und auch schon mal einen ausgewachsenen T-Rex antreten, aber vorrangig ging es darum, die Rätsel zu lösen, um weiter in den mystischen Anlagen voranzukommen und den Schatz zu bergen. Schalterrätsel lösen, aufpassen, dass man nicht den trickreichen Fallen in den Pyramiden zum Opfer fällt, Tauchpartien in alten Stollensystemen, möglichst ohne Krokodilkontakt, kurzum: Tomb Raider erweckte das Forscherherz im Spieler. Das Prinzip ist geblieben, jedoch mit markanten Hinwendungen zum Massenmarkt. Die Level sind bei weitem nicht mehr so großflächig und offen erscheinend angelegt, vielmehr folgt der neuste Tomb Raider Spross eher dem Prinzip der "Tunnelshooter", bei denen sofort ersichtlich ist, wohin es geht und sich die Problemstellungen und Rätsel zumeist in Sichtweite befinden. Dreht man hier an einem Schalter oder verschiebt eine Box, ist der Erfolg meist sofort zu erkennen. Man muss nicht mehr den halben Level durchqueren, um die Rätsel zueinander zu bringen und es geht eigentlich immer nur geradeaus. Das sture "Geradeaus" macht sich leider auch im Leveldesign bemerkbar, das zwar immer noch interessant und stimmig ist, es dem Spieler aber dennoch kaum erlaubt, vom Weg abzukommen, auch wenn es den Anschein hat. So darf die neue Lara keinesfalls wie in vergangenen Teilen (Angel of Darkness war bereits ebenso "glattgebügelt") auf die Idee kommen, einfach mal auf einen gegenüberliegende Säule zu springen, die allem Anschein nach begeh- und erkletterbar erscheint. Hier haben die Designern einen wirklichen Rückschritt in der Tomb Raider Serie gemacht. Soll man an bestimmte Stellen nicht hingelangen, dann kommt man da auch nicht hin und stürzt in die Tiefe, bzw. kann die nicht vorgesehene Kante auch nicht ergreifen. Das beginnt bei Häuserfassaden und endet auch nicht bei Säulen oder Felsbrocken. Hier haben die alten Teile immer "What you see is what you get" geboten und wirklich zum Experimentieren eingeladen. Das Prinzip kann sich Lara im neuen Teil abschminken und selbst einige "Glaswände" versperren ihr den Weg. Dass man dann im späteren Spielverlauf die Experimentierfreude dennoch hin und wieder irgendwo hinspringen zu wollen, ad acta legt, liegt nicht zuletzt am Speichersystem, denn punktgenaues Abspeichern ist nicht möglich und man startet nach einem Misserfolg wieder am vorherigen Checkpoint. Durch diese beiden Komponenten hat man einiges am Tomb Raider Charme vergeigt. Auch mit der Limitierung, nur drei Medipacks mit sich tragen zu können, macht im Vergleich zum Vorgänger, in dem Resourcenplanung noch wichtiger waren, einen negativen Eindruck. Vergeigt haben die Designer ebenso die als Actioneinlagen gedachten Fahrzeugabschnitte, in denen Miss Croft mit dem Motorrad durch die Gegend heizen und Gegner vom Bike schießen darf. Die Steuerung des Motorrads ist dermaßen schwammig und unpräzise und die Level sind viel zu lang und zudem langweilig, das Spiel hätte gut ohne diese Intermissionen auskommen können, da gefielen die Fahreinlagen aus Teil 3, die in die eigentlichen Spiellevel integriert wurden, um einiges besser. In den neuen Fahrleveln ist ein Absteigen nämlich nicht möglich. Vermurkst ist auch die kurze Zwischeneinlage, in der Lara einen Gabelstapler fahren muss, hier kommt zur schwammigen Steuerung auch noch die etwas übertriebene Physikengine, die die zu verschiebenden Kisten wie mit Helium gefüllt erscheinen lassen, hinzu und machen die Kistenschieberei zur nervigen Pflichtkür. Stabelt man zudem einige Kisten an einer "nicht vorgesehenen" Stelle übereinander, um zu glauben, dort die Mauer überwinden zu können, endet man leider vor einer Glaswand.

Einschränkungen im Bewegungskatalog gibt es ebenfalls zu verzeichnen, der Speedrun aus vorherigen Teilen ist ebenso verschwunden, wie das Entlanghangeln unter Decken. Hangeln geht nur noch an Vorsprüngen oder Seilen. Neu hinzugekommen sind interaktive Zwischensequenzen, in denen der Spieler mehr oder weniger zum Stichwortgeber degradiert wird. Hier werden zwar sehr schön inszenierte und spannende Sequenzen gegeboten, doch wie im alten Dragon's Lair oder kürzlich in Fahrenheit nur die richtige Taste (die am Bildschirm angezeigt wird) zum rechten Moment zu drücken, kann es für ein Actionspiel nicht unbedingt sein, so etwas will man ja lieber komplett selbst in die Hand nehmen. Komischerweise ist die Steuerung auch nicht so gelungen ausgefallen, wie ich es eigentlich von Crystal Dynamics erwartet hätte. Im Gegensatz zu ihren Soul Reaver Games kommt Tomb Raider Legend hier schlechter weg, vielleicht ist dies aber auch ein Eingeständnis an die alten Fans, die von der Serie (und besonders vom letzten Teil) eine suboptimale Steuerung gewohnt sind :). Das Steuerprinzip orientiert sich auf die Blickrichtung und sorgt manches Mal für Probleme. So kann es sein, dass die gute Lara ihren Kletterdienst verweigert, weil eine Kameradrehung den ursprünglichen Steuerimpuls jetzt so interpretiert, also ob man nicht weiter klettern, sondern gegen die Wand laufen würde. Hier muss man entweder die Kamera drehen oder die Laufrichtung ändern. Ärgerlich, wenn die Felskante abbröckelt und man bei zu langem Zögern mit ihr in die Tiefe stürzt oder man eine 180 Grad Drehung um einen Eiszapfen machen muss und gegen die Kameradrehung ansteuert und es so aber maximal auf 150 Grad bringt, so dass der nächste Sprung, der in Eile ausgeführt werden muss, da sonst der Eiszapfen abbricht, nicht am gegenüberliegenden nächsten Zapfen endet, sondern in eisiger Tiefe. Dazu kommt, dass die Kameradrehung mit Gamepad etwas zu schnell erfolgt und sich die Geschwindigkeit nicht regulieren lässt, hier hat die Maussteuerung mehr Präzision.

Bevor wir die Meckerei verlassen, um zu den guten Aspekten zu kommen, noch ein Wort über Feinde und Kämpfe. Von Gegnervielfalt kann man im neusten Teil kaum reden, hauptsächlich Menschen, davon vielleicht 2-3 Varianten, 3 oder 4 große Miezekatzen (im gesamten Spiel),2 Hunde und 2 Riesenmonster, die als Bossgegner auftauchen und das war's dann schon. Wer hofft, Bären, Wölfe, Affen, Mumien, Krokodile, Haie oder altbekannte Kreaturen zu finden, geht leider leer aus. Tomb Raider Legend bietet hier von allen Teilen am wenigsten. Die KI war ohnehin noch nie ein Thema der Serie und ist es auch im neusten Teil nicht. Ein wenig herumrennen, Gegneraufschaltung und losballern sollte alle Probleme lösen, eine Gefahr sind sie kaum und selten ein Grund für ein "Game Over". Da lohnt es auch kaum, auf andere Waffen zu wechseln, die man von erlegten Gegner aufnehmen kann, zumal diese im Gegensaz zur Standarddoppelpistole limitierte Munition haben. Dazu gibt es noch ein paar Events, die Lara in den Kämpfen per Actiontaste aktivieren kann, wie z. B. auf eine Steinsäule zu schießen, explosive Fässer hochzujagen oder Ähnliches, um die Feinde auszuschalten. Fordernd sind die Gegner jedoch selten, ebenso wie die Levelbosse, die zwar mit etwas mehr Taktik anzugehen sind, aber auch schnell in die Geschichte eingehen. Der Endgegner bietet da sogar noch den schwächsten Auftritt. Abstriche muss man ebenso bei der Story machen, sie erscheint ein wenig zusammengewürfelt und dient lediglich dazu, Lara an möglichst abwechslungsreiche Orte zu verfrachten, aber diese Art der Geschichtserzählung kennt man ja bereits aus fast jedem James Bond Film. Es gibt zwar gute Ansätze, die aber nie konsequent zu Ende gebracht werden. Vergleicht man das mit der dagegen fast epischen Soul Reaver Serie, wirkt es noch dünner.

Das alles hört sich jetzt sehr negativ an und für Fans der alten Spiele ist es das auch sicherlich, doch Tomb Raider Legend ist dennoch ein unterhaltsames Spiel geworden, das eine gute Spielbarkeit besitzt und wie oben bereits beschrieben auch eine höchst gelungene graphische Präsentation zu bieten hat, ein "Back to the Roots" ist es aber wirklich nur mit Einschränkung und Hinwendung zum Massenmarkt geworden. Der Vergleich von Half Life 1 zu Half Life 2 zwingt sich hier auf.

Doch jetzt zu den Neuerungen und Änderungen, die Crystal Dynamics der neuen Lara verpasst haben. Die integrierte Physikengine macht sich ausgesprochen gut, auch wenn sie zum Teil in der Realisation ein wenig übertreibt, aber das kennt man ja bestens aus Deus Ex 2. Die Physikrätsel wurden stimmig, wenn auch etwas spärlich, in das Gameplay eingebaut. So muss Lara an einer Stelle Kisten auf eine Wippe schieben, um diese mit einem gezielten Sprung aus der Höhe auf eine höhere Eben zu befördern. Sprünge mit zu wenig Schwung reichen da nicht aus und sorgen lediglich für einen kleinen Kistenhopser. Lara kann zudem Gegenstände jetzt losgelöst vom ursprünglichen Rastermuster der alten Teile pixelgenau durch die Level bewegen. Durch den neuen Greifhaken darf sie jetzt Kisten durchs Feuer ziehen, damit sie dem Flammentod entgehen kann und die ergatterte Kiste nun dazu benutzt, unbeschadet über die Feuersbrunst zu gelangen. Sie kann sich durch düstere Wasserwege auf einem schwimmenden Sarg gegen Strömungen ziehen, in dem sie den Haken an bestimmte Punkten fixiert, um sich damit heranzuziehen. Hier wirkt das Gameplay schon recht rund und gelungen, auch wenn es das Spielprinzip nicht neu erfindet. Der Bonus liegt hier eindeutig in den nostalgischen Erinnerungen alter Zeiten, in denen man mit Lara auf Grabräubertour war. Mit neuer Hightech Ausrüstung nimmt Lara skriptgebunden Kontakt zum Hauptquartier auf und kann so Hilfestellung bei Problemen erhalten, was zudem die Möglichkeit bietet, die Story und etwas mehr Dynamik mittels Konversation einzubinden, flöten geht dadurch natürlich ein wenig die Atmosphäre der Vorgänger, bei denen man allein, verlassen und ohne Hilfe auf sich gestellt war. Neu ist zudem eine beschleunigte Kletterfunktion, die Lara vor gefährlichen Situationen retten kann. Mit entsprechender Taste kann sie schneller an Vorsprüngen hangeln und so verhindern, mit abstürzenden Felsen in die Tiefe gerissen zu werden. Zusätzlich kann die Heldin jetzt auch noch hinter stationäre Geschütze hopsen und im Nahkampf Tritte und Schläge im "Matrix Zeitlupen Max Payne war nicht zuerst sondern Requiem Kauderwelsch" auf die Gegner einprügeln. Das sieht zwar klasse aus, aber da die Gegner ohnehin keine Gefahr sind, hat es wenig Nährwert. Neu und wieder ein Zeichen der Vermainstreamung ist auch die "automatische" Hilfe. Gegenstände, die mit dem Greifhaken genuzt werden können, wurden mit schönem plinkernden Feenstaub benetzt, damit man sie auch ja sieht :-). Gut versteckt wurden dafür mache Secrets, die in drei Formen vorliegen und in den Varianten Bronze Silber und Gold auch ihrem Schwierigkeitsgrad entsprechen, Bronzefarbene liegen meist auf dem Weg, die anderen sind schon etwas schwieriger zu finden und man muss evtl. im Level einiges betätigen, um sich später den Goldschatz sicher zu können. Dass man nicht alle Schätze im ersten Durchlauf findet, ist fast klar. Dafür kann man aber jeden bereits erledigten Level erneut besuchen und die restlichen Schätze suchen. Ärgerlich kommt hier jedoch das automatische Speichern hinzu, denn viele Levelpassagen erlauben kein zurück mehr, rutscht man z. B. auf einer Schräge hinunter und unten wird gespeichert, wars das für diesen Durchlauf, wenn man davor ein Secret übersehen hat. Hier kann man nur wieder den kompletten Level neu starten. Hat man das Spiel komplett beendet, kann man jeden Level auch noch in einer Zeitlimitherausforderung spielen und besonderes Moves freischalten, die z. B. jeden Gegner in einer Attacke zu Boden bringen. Durch die gefundenen Secrets gibt es Boni satt. Neue Kostüme für Lara, Artworks und Waffenupgrades.

Ein wirkliches Highlight bietet hier noch Laras Domizil Croft Manor. Ein Spiel im Spiel sozusagen. Mit viel Geschick und Überlegung gilt es hier, alle Schätze zu finden. Diese sind sehr gut versteckt und auch mit Rätseln gespickt, dass man sich fragt, warum man nicht mehr dieser Rätselkost in das eigentliche Spiel integriert hat. Croft Manor bietet hier für gewillte Spieler locker 2 Stunden zusätzlichen Spielspass mit Geheimgängen und verborgenen Schätzen jenseits des Storymodus.

Fazit

Alles sollte besser werden, ist es aber leider nicht. Tomb Raider Legend ist spieltechnisch zwar um Klassen besser als der vermurkste Vorgänger, aber insgesamt ist er leider dennoch zum Fast Food Erlebnis geworden, auch wenn es eine Menge Spass gemacht hat. Scheinbar hat man den Schwerpunkt eher auf Styling gelegt, als auf das ursprüngliche Gameplay der Serie. Zwar gibt es einige Momente, in denen die alte Lara aus ihren besten Zeiten durchschimmert, jedoch kommen diese nicht vollends zur Entfaltung. Zu gradlinig und überschaubar ist das Leveldesign und durch den leichten Schwierigkeitsgrad findet man selten richtige Herausforderungen, auch wenn die Atmosphäre größtenteils stimmt und die Locations mehr als eindrucksvoll präsentiert werden. Spieler, die nicht viel Wert auf Secrets legen, können das Finale bereits nach knapp 8 Stunden erleben, andere sind aber auch nicht länger als 12 Stunden damit beschäftigt. Mir fehlt ein wenig der gemächlichere englische Landhaus-Stil der alten Teile. Der Neue wirkt mir zu amerikanisch und orientiert sich auch an den Filmen, was durch die zusätzlichen Charaktere und der neuen Hightech-Abteilung in Croft Manor zu erkennen ist. Tomb Raider Legend tendiert für meinen Geschmack auch ein wenig zu sehr in die Prince of Persia Richtung, was sich aber mit dem ursprünglichen Gameplay nicht vereinen lässt. Der beste Tomb Raider Teil aller Zeiten, wie manche Print- und Onlinemedien (wohl scheinbar mit Kurzzeitgedächtnis) es propagieren, ist das Spiel für mich definitiv nicht. Dennoch macht der neuste Teil ingesamt Spaß und bietet solide Unterhaltung, was aber auch an dem momentan eher durchwachsenen Spielangebot liegen mag. Aufgrund der kurzen Spielzeit eher ein Einkaufslistenkandidat nach einer Preisreduzierung.


Geschrieben am 30.04.2006, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 2GB Ram, Creative X-Fi Extreme
 



125 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4.2 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei yak, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de