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The Thing  


Info
Autor 2
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Gesamt (36 votes) 2
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 1.9
Name:The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2002/10
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Computer Artworks
Hardware: 400Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Patch: 1.2
Bemerkung: auch für Xbox, Gamecube und PS2 erhältlich
USK: 16
Teambesprechung
Brennen muss Salem
Bulldog-Attacke
IT-Mutationen
Bin ich schon drin?
Tales from the ... Herdplatte
Verrat!
Auf den Hund gekommen
Fire & Ice
Do-it-yourself-Ufo?
Dein Freund und Helfer
Verbotene Experimente
Todes-Odem
Bluttest- To THING or not to THING
Rat mal, wer zum Essen kommt?
The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt (review von yak)

Ur-DING: 1982 schuf John Carpenter mit der Wiederverfilmung von "The Thing" einen Kultklassiker des Horror-SciFi Genres. Auch die ursprüngliche Verfilmung von Howard Hawks aus dem Jahre 1951 zählt heute zu Klassikern des Genres.

Carpenter erzählte damals erneut über den Alien-Horror in der Antarktis, basierend auf der Kurzgeschichte "Who goes there?" aus dem Jahre 1934 von John W. Campbell, dem Vater des Magazins "Astounding", wo schon Talente wie Asimov, Heinlein und Kuttner ihre ersten schriftstellerischen Arbeiten veröffentlichten.

Carpenters Werk war jedoch nicht nur der brutale Horror um eine ausserirdische Lebensform, die sich in Wirtskörpern ausbreitet und sie vollkommen zu imitieren vermag, bis "DAS DING" schliesslich ausbricht. Vielmehr beruhte der Horror seines Filmes darin, dass man nicht mehr wusste, wem man trauen kann, wer infiziert ist und welche Gefahr von einer doch sonst vertrauten Person drohen kann. Was verbirgt sich sozusagen unter der bekannten Hülle? Wie sieht es hinter der Fassade aus? Wem kann ich trauen? Bin ich selbst noch ich? Eigentlich viel zuviel für einen Film, den man eigentlich eher in die B-Movie Schublade stecken würde? Wohl kaum, ist doch die Thematik in der heutigen Zeit aktueller denn je!

Carpenter tauschte jedoch das karottenförmige Monster aus der Urverfilmung gegen phantastische Spezialeffekte ein und vertraute, lange bevor Computeranimationen fremde Welten schufen, auf die Fähigkeiten von Albert Whitlock, der auf Glas die bizarren Bilder der Arktis schuf, die auch heute noch beweisen, dass Matte-Painting eindrucksvoller aussehen kann, als manche computergerenderte Umgebung.

Da sich Hollywood in letzter Zeit sehr auf Neuverfilmungen alter Klassiker oder Fortsetzungen erfolgreicher Filme verlässt, scheint es um so verwunderlicher, warum man bisher "DAS DING" ausser Acht gelassen hat. Diese "Marktlücke" wusste man aber dennoch multimedial zu schliessen, indem man sich im Hause Universal Vivendi die Lizenz zum Mutieren besorgte, wobei die eigentliche Assimilation dem Programmierteam von Computer Artworks überlassen wurde, die bereits mit Evolva erste Genmanipulationen nachweisen konnten. Ob daraus eine gute, glaubwürdige Fortsetzung geworden ist, soll unser Review zeigen.

Die Story beginnt unmittelbar nach den Ereignissen des Filmes. Ein Hubschrauber fliegt über die zerstörte Forschungsstation in der Arktis, um dort zur Klärung der Vorfälle ein Team von Soldaten abzusetzen. Schneewehen peitschen im Sturm über die zerstörten Gebäude und eine Landung scheint fast unmöglich. Doch es gelingt, ein Team unter der Leitung von Captain Blake dort abzusetzen. Der Hubschrauber startet wieder und wir stehen allein mit unserem Alter Ego und seinem Team bei 40 Grad Minus vor den unheimlich wirkenden Ruinen einer verlassenen und wie es aussieht menschenleeren Forschungsstation. Das Abenteuer kann beginnen...

Graphik-DING: Graphisch macht The Thing einen sehr guten Eindruck. Die benutzte Engine schafft es hervorragend, den Spieler sofort in die richtige Gruselatmosphäre zu versetzen. Die Sicht ist durch Nebel und Schneewehen behindert und Gebäude sind nur schemenhaft zu erkennen. Ein eindrucksvolles Schneetreiben, das uns draussen empfängt, lässt einen gleich an Heizung-Hochdrehen oder Wärmflasche-Machen denken. Von Null auf Hundert sind wir nicht mehr in einem Spiel, sondern befinden uns "live" in der Arktis. Die Locations sind ebenso detailreich wie glaubwürdig. So führt uns unser Abenteuer durch Forschungslabors, unterirdische Anlagen, Fabrikhallen bis hin zu einem Flughafenhangar. Beeindruckend sind auch die blauen Orientierungslichter, die uns den Weg durch die Schneewehen weisen sollen. Viele Sets sind fast 1:1 aus dem Spielfilm übernommen. So gleicht z. B. die norwegische Basis, in der eine Art Schneesarg steht, genau dem Filmebenbild. Die Darstellung der Figuren ist von gleicher Qualität. So sehen unsere Team-Mates niemals gleich aus, sondern unterscheiden sich voneinander, was der Glaubwürdigkeit und dem Filmambiente sehr zu Gute kommt. Highlight sind in jedem Falle die Monster. Sie wurden gelungen umgesetzt und dürften den Filmkennern bekannt sein. So gibt es Varianten vom laufendem Kopf, dem mutierten Hund und auch einigen neuen Monstern. Freund und Feind wurde ansprechend animiert und gerade die Szenen, in denen "Das Ding" mutiert, sehen phantastisch aus. Wenn z. B. einer unserer Teamkameraden "entscheidet", sein Leben grundlegend ändern zu wollen, kann man es praktisch sehen, wie er aus der Haut fährt, nur, dass aus der hässlichen Raupe kein schöner Schmetterling wird, sondern eher umgekehrt. Zu den generell gut gemachten Umgebung- und Lichteffekten gesellt sich noch eindrucksvoll der Flammenwerfer, der zudem im Spiel noch unser bester Freund werden soll.

Bei der Engine handelt es sich um die stark verbesserte Evolva Technologie, die nun auch gegenüber dem Vorgänger auf der PS2 und der Xbox ihre Arbeit leistet. Auflösungen von 640 x 480 bis 1600 x 1200 in 16/32 Bit werden unterstützt. Die Zwischensequenzen werden durch gekonnte Einstellungen und Kamerafahrten mittels der Gameengine "erzählt". Vermisst habe ich lediglich ein kleines Detail. Warum hat man den Figuren in den Aussenleveln bei Minus 40 Grad keinen sichtbaren Atem verpasst? Ok, die einzige Ausrede wäre, dass man in vielen Filmszenen auch darauf verzichten musste :-) .

Sound-DING: Der Sound unterstützt das Gruselambiente entsprechend. Schrille Monsterschreie, die wir hinter verschlossenen Türen hören können, lassen es uns mehr als einmal überlegen, nach der "Hoppla-jetzt-komm-ich-Methode" einen Raum zu stürmen und sorgen für gepflegte Gänsehaut. Der Wind weht uns stürmisch um die Ohren und wir hören unsere Schuhe im Schnee knirschen. Die Sprachausgabe wirkt jederzeit professionell in der englischen, wie auch in der deutschen Fassung, in der Manfred Lehmann (dt. Stimme von Bruce Willis) den Helden intonieren darf.

Musik-DING: Musik wird im Spiel für meinen Geschmack leider ein wenig zu sparsam eingesetzt. Zu hören bekommt man Carpenter-vertraute "Mono-Tonie", die schon in seinen Filmen wie "Halloween" oder "Die Klapperschlange" wirkungsvoll durch ihre Einfachheit zum Einsatz kam. An den Original-Film-Score von Ennio Morricone erinnert sie jedoch weniger.

Gameplay-DING: Gesteuert wir unser Alter Ego problemlos mittels frei konfigurierbarer Maus/Tastatur Kombination. Gespielt wird aus der 3rd Person Ansicht, wobei man jederzeit auf Egoshooter-Ansicht zwecks Detailerkundung oder Snipermode wechseln kann, jedoch zum Preise der Bewegungsunfähigkeit. Als Captain Blake wird man nun mit der Aufgabe konfrontiert, Licht ins Dunkel zu bringen und eine Erklärung für die Zerstörung der Forschungsstation zu finden und Überlebende zu suchen. Um das zu erreichen, müssen wir uns in Computersysteme einloggen, defekte Sicherheitstüren reparieren und weitere Rätsel und Aufgaben erfüllen immer mit der knisternden Hochspannung im Nacken, von dem DING überrascht zu werden oder mit ansehen zu müssen, wie sich einer unsere Teammates durch die Alieninfektion auf links zieht.

Und das ist auch das Aussergewöhnliche an dem Spiel, dass es von anderen unterscheidet. Wir müssen unsere Aufgabe nicht alleine lösen, sondern dürfen mit einer Handvoll Spezialisten diese Aufgabe bestreiten, was zudem die Atmosphäre durch die Aktionen und Reaktionen unserer Begleiter höchst glaubwürdig macht und man in diesem Spiel, mehr als es bisher in anderen der Fall war, sich auch verantwortlich für seine Kameraden und deren Zustand fühlt. Sie sind nicht nur schmuckes Beiwerk, sondern erfüllen notwendige Aufgaben, zu denen wir selbst nicht in der Lage sind. So gibt es Techniker, die für uns zu schwierige Reparaturen durchführen können oder aber auch Sanitäter, die sich um unseren Gesundheitszustand kümmern. "The Thing" ist deswegen auch noch etwas Besonderes, weil die Figuren nicht einfach nur ihre "Skripte" abarbeiten, sondern jeweils eigene Gemütszustände haben und auf unsere Aktionen oder aber auch auf das Umfeld, reagieren. Trifft man z. B. auf einen neuen Charakter, wird dieser meist von Zweifeln geplagt, weil er denkt, dass in unserem Alter Ego das Gen des Aliens tickt und wir eine potentielle Gefahr für ihn sind. So muss man zuerst einmal versuchen, sein Vertrauen zu gewinnen, was man dadurch erreichen kann, dass man ihm eine Waffe anvertraut oder z. B. mit einem Healthpack zu Hilfe kommt, wenn er verletzt ist. An Ansehen kann man auch gewinnen, wenn man vor den Augen der Begleiter ein DING dingfest macht oder einen bereits Infizierten krematorisch berücksichtigt.

Man muss seine Teammates immer gut im Auge behalten, damit sie nicht den Verdacht hegen, dass wir selbst zur ausserirdischen Spezies mutieren. Welchen Zustand des Vertrauens sie haben, lässt sich leicht an eine Teamübersicht ablesen. Sollten wir zu stark an Vertrauen verlieren, kann es sein, dass sie uns für ein DING halten und das Feuer eröffnen. Elementar wichtig ist es also, sie bei "Laune" zu halten. Nehmen wir ihnen z. B. die Waffen weg, verlieren wir an Vertrauen und müssen uns auch auf ihren Kommentar gefasst machen, der vom Stinkefinger zeigen bis zu verbalen Beschimpfungen reicht.

Aber nicht nur unsere Aktionen setzten ihnen zu. So sind sie auch sehr empfänglich für das Umfeld, wobei sich hier Marines stark von Sanitätern oder Technikern unterscheiden. Marines sind es z. B. eher gewohnt, die "Schrecken des Krieges" zu sehen, als ein Techniker. Betreten wir beispielsweise einen Raum, dessen "Inhalt" ein schreckliches Alienmassaker vermuten lässt, kann es sein, dass sie vor Angst die Kontrolle verlieren oder sich vor Ort übergeben müssen, weil ihnen schlecht geworden ist. Hier hilft oft nur gut zureden, sie schnellstmöglich von diesem Ort wegzubringen oder ihnen eine Beruhigungsspritze zu geben. Kümmert man sich nicht um ihren Zustand, so kann es passieren, dass sie einem "wegsterben".

Das Spiel schafft es in kurzer Zeit, dass man sich mehr und mehr um sein Team Sorgen macht und es hat mich selbst schon dazu bewegt, einen Level neu zu beginnen, weil ich nicht akzeptieren wollte, dass mein Sani vor Angst stirbt, nur weil ich kein Mittel hatte, ihn zu beruhigen. Also sucht man eine andere Taktik, damit er nicht vom DING in Todesangst versetzt wird. Es kann natürlich passieren, dass einer unserer Kameraden von uns unbemerkt, infiziert wurde und plötzlich durch komische Verhaltensweise auf sich aufmerksam macht, bis wir mit Schrecken feststellen müssen, dass er infiziert wurde und nun selbst zum Feind wird.

Der Spruch "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" scheint hier mehr als passend, denn ein gelungenes Tutorial macht uns schnell mit der ganzen Vielfalt der Teamkontrolle vertraut. So gestaltet sich das Handling und die Befehlsvorgabe an unsere Kameraden denkbar einfach. Besonders positiv zu erwähnen ist, dass das Tutorial so flexibel gestaltet ist und nach der Tastenneu- & Umkonfiguration die von uns für diese Funktion gewählte Taste erwähnt und nicht wie in vielen anderen Programmen, nur die Standardkonfiguration rezitiert.

DAS DING bietet mit dem Teamcharakter so eine völlig neue Spielerfahrung. Wenn man z. B. erst den Techniker soweit bringen muss, bis er uns vertraut, damit er eine notwendige Reparatur ausführt oder wir ihn mit der harten Gangart überzeugen, indem wir ihn mit vorgehaltener Waffe dazu nötigen, was jedoch nicht gerade Besserung der zwischenmenschlichen Beziehung honoriert wird.

DING(s)-BUMS: Was wäre aber ein Horrorspiel ohne Action? Leben die ersten Level noch von der latenten Angst des Erstkontaktes, wie man sie aus klassischen Horrorfilmen kennt, kommen später mehr und mehr DINGE dazu, die Mutanten werden grösser, gefährlicher und sind nicht mehr mit normalen Kugelgeschossen zu befriedigen. So muss man ihren einmal geschwächten Körper mit dem Flammenwerfer final nachbearbeiten, um langfristig Ruhe zu haben. Von normalen Schusswaffen geht es über Flammenwerfer bis hin zu Granatwerfern, um der Alienmacht entgegen zu wirken. Unsere Teammates sind dabei dank gelungener KI sehr hilfreich. Mit den richtigen Waffen ausgestattet, stehen sie uns tapfer zu Seite und ihre Wegfindungsroutinen sind sehr gelungen, was auch wieder an die KI von Evolva erinnert, wo man auch im Viererteam agierte. Ebenso zufriedenstellend ist die Gegner KI, wobei man natürlich speziesbedingt nicht erwarten darf, dass sie Türen öffnen. Das durfte nur Spielberg in Jurassic Park :-).

Die menschlichen Gegner jedoch legen da später eindeutig zu, was ihre Sniperfähigkeit und Angriffsstrategie betrifft. Im Kampf ist teilweise auch Strategie gefragt. So sollte man seinen Sani besser im Hinterhalt lassen, damit man sich bei ihm jederzeit "auffrischen" kann. Kommen später mehr und mehr harte Brocken auf uns zu, sieht man sich auch schon mal gezwungen, mit dem Flammenwerfer auf dem Boden eine Feuerwand zu errichten, damit man kurzfristig einen Nahkontakt vermeiden kann, der meist tödlich endet oder unsere Teamkameraden infizieren kann, denn Feuer meiden die DINGER wie die Pest. Etwas Planung ist auch in den Aussenleveln nötig, da ein zu langer Aufenthalt unsere Körpertemperatur soweit absinken lässt, dass wir Schaden nehmen. So muss man regelmässig und rechtzeitig Unterschlupf suchen, um sich wieder zu erwärmen.

Rätsel-DING: Die Rätsel im Spiel sind gelungen, nie zu schwer und gut ins Geschehen eingebunden. So muss man z. B. einen geheimen Türcode finden, indem man mit einer Beobachtungskamera einen Raum absucht, wo man ihn schliesslich auf einer Pinwand notiert findet. Dann muss man beispielsweise eine Person davon überzeugen, dass man selbst und seine Teammates nicht infiziert wurden, was mit einem Vor-Ort-Bluttest zu bewerkstelligen ist, vorausgesetzt, man findet das richtige Equipment. Für Abwechslung ist also ausreichend gesorgt, wenn es auch gegen Ende des Spiels etwas variationsarm wird. Dafür entschädigen aber wieder die Levelbosse, denen man alleine im Kampf gegenüber steht und man die richtige Strategie herausfinden muss, um sie zu besiegen.

Kritik-DING: DAS DING krankt leider an einigen Punkten. So wird es sich selbst in einigen Punkten untreu, was das selbst definierte Szenario angeht und dadurch der Atmosphäre schadet. So ist z. B. der Einsatz des Bluttestes, ausser in einer Zwischensequenz, nur an sich selbst sinnvoll, um Teamkameraden davon zu überzeugen, dass man "clean" ist. Will man ihn an seinen Teamkameraden ausprobieren, sinkt ihr Vertrauen, der Test besagt, dass sie nicht inifiziert sind und wir werden komischerweise 30 Sekunden später Zeuge ihrer Verwandlung. So wird dem Spiel ein grosser Anteil an Spannung entzogen. Dass, wovon der Film lebte, bleibt hier leider auf der Strecke und hat lediglich Zufallscharakter. Was mir nicht so sehr gefiel war das Autoaiming, welches zwar zu Beginn des Spiels aus drei Varianten ausgewählt werden kann, jedoch etwas zu konsolenlastig erscheint und man dadurch eigentlich so gut wie nie daneben schiesst, was den Kampf spieltechnisch etwas zu blass werden lässt. In der Egoperspektive muss man selbst anvisieren, was jedoch nur Sinn macht, wenn man Gegner aus der Entfernung hinaus angreifen möchte.

Der Spielverlauf selbst ist absolut linear und sieht keinerlei Variationen im Spielablauf vor. So passiert es, dass per Skripting ein Feuer entsteht, das sich mehr und mehr ausbreitet, um uns den Weg zu versperren. Obwohl man einen Feuerlöscher benutzen könnte, bleibt dieses Feuer davon unbeeindruckt. Dem Spiel hätte auch etwas mehr Abwechslung in den Actionparts gut getan. So wären einige Schleichpassagen sicher auch für den Adrenalinspiegel besser gewesen, als alles nur mit Waffen-Power niedermähen zu müssen. Hier gab es im Spiel zwar in dieser Richtung einen kleinen "Ausbrecher", der jedoch in meinen Augen ausbaufähiger gewesen wäre. So musste man im Versuchslabor einem Alien ohne Waffen entkommen und versuchen, ihn dort einzusperren. Etwas mehr von solchen Aktionen und das Gameplay hätte davon eindeutig profitiert.

Savepoints sind für viele PC Spieler ein Schrecken. So evtl. auch bei DAS DING, denn der Spielstand ist nur an bestimmten Positionen speicherbar. Man findet ähnlich wie in Resident Evil Tonbänder, an denen jedoch beliebig oft gespeichert werden kann. Somit stellen die Savepoints kein grosses Problem dar. Ärgerlich ist nur, dass man diese gerade zu Levelbeginn erst nach einiger Zeit erreichen kann. Es gibt leider kein Autosave zum Levelstart. Zwar kann man einen Level beliebig oft neu starten, will man jedoch erstmal "aussteigen", ist man gezwungen, den letzten Savepoint vom vorherigen Level zu laden. Ein unverzeihlicher Designfehler!

Auch bekommt man nach dem virtuellen Tod lediglich die Option angeboten, den Level neu zu starten. Will mal den letzten Savepoint laden, muss man sich erst wieder umständlich ins Load/Save Menü begeben.

Ein weiterer ärgerlicher Punkt ist, dass man seinen eigenen Gesundheitszustand nicht permanent angezeigt bekommt. Nur bei Verletzung oder bei Nutzung eines Healthpacks wird der Statusbalken sichtbar. Dies ist besonders ungünstig, weil eine Healthstatusabfrage entweder ein Medipack "kostet" und dadurch unnötigerweise verbraucht wird. Die Information ist aber wichtig , wenn man einschätzen muss, ob die vorhandene Gesundheit noch für den nächsten schweren Kampf ausreicht.

Leider sind die Textinfoboxen mit einer viel zu grossen Schrift ausgestattet, die mehrfaches Scrollen für nur wenig Text notwendig machen- das "Relikt" einer Konsolenumsetzung.

Bug-DING: Leider gab es auch ein paar Logikbugs. So "verliert" man schon einmal beim Levelwechsel einige Waffen oder es kann passieren, dass man zu viert in einen Fahrstuhl einsteigt, aber nur zu dritt ankommt. Irgendwo ist ein Teammate auf der Strecke geblieben. Wäre es vom Spielablauf nötig gewesen, hätte man den Kameraden, der "zuviel" war, zumindest mutieren lassen können, um einen Bruch in der Story zu verhindern. Im späteren Verlauf muss man zudem noch gegen Marines kämpfen, die auch Laserfallen aufgebaut haben. Scheinbar sind sie nicht für alle NPCs geeignet, denn eines meiner Teammates konnte sie ohne Probleme durchlaufen, ohne eine Detonation auszulösen. Ein schwerwiegender Bug war aber gegen Ende des Spiels festzustellen, der es mir nicht ermöglichte, den Level zu beenden, da ich eine Skriptszene "töten" konnte. Ich habe zufällig einen Techniker "erwischt", bevor er hinter einer Türe verschwindet, die er dann verriegeln sollte. Die Türe ist aber trotzdem verschlossen und eine nötige Keycard deswegen nicht zu erreichen. Neuer Versuch! Jetzt lasse ich den Techniker seine Flucht ausführen. Er verbarrikadiert sich hinter der Tür, was ich mittels Beobachtungskameras innerhalb des Raumes einsehen kann. Eigentlich sollte er jetzt mit Treibstofffässern die Türe verbauen, die ich dann mittels ferngelenkter Schusswaffe zum Explodieren bringe. Dies passierte aber leider erst nach dem dritten Versuch mit jeweiligem Levelneustart. Ich hoffe, der aktuelle Patch, der leider bisher nur für die US Version verfügbar ist, beseitigt dieses Problem. Da das Spiel ansonsten die Mission als gescheitert kennzeichnet, wenn sie aus diversen Gründen nicht vollendbar ist, spielt man wahrscheinlich dann an dieser Stelle unendlich weiter, da es nachweislich kein "Fehlverhalten" gab. Ansonsten lief das Programm absolut stabil und führte niemals zum Absturz.

Gesamt-DING: DAS DING ist dennoch ein gelungenes, spannendes Spielerlebnis, das zwar leider von der Spieldauer nur ca. 10 Stunden zu bieten hat, dafür aber weitesgehend den Spannungsbogen aufrecht erhalten kann- etwas, das viele Spielfilme schon bei 90 min Lauflänge nicht realisieren können. Schockelemente, Nervenkitzel und Action wurden in einer neuen Form des Teamplays in eine spannende Handlung eingebunden. Fans des Films und auch Genrefreunde, die Resident Evil mit Shooterambiente mögen, liegen hier richtig. Die Spieltiefe und Puzzledichte mit Charaktervielfalt, wie man sie in "Project Eden" findet, wird jedoch nicht erreicht. Die klaustrophobische Atmosphäre weiss dies aber gelungen auszugleichen. Die deutsche Version wurde entgegen der getesteten englischen Version etwas entschärft, was die Blutdarstellung und zwei Zwischensequenzen betrifft. Dies wirkt sich jedoch nicht auf die Spannung und den Spielablauf aus. DAS DING ist ein empfehlenswertes Spiel, das besonders mit den Team-Bots und ihrem stimmungsabhängigen Verhalten neue Wege für ein Actiongame beschreitet, auch wenn es hier und da einige Ecken und Kanten hat. Eine der wenigen gelungenen Film-Umsetzungen.


Geschrieben am 02.11.2002, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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