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Tak 2: Stab d. Träume  


Info
Autor 3+
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Gesamt (6 votes) 2+
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Name:Tak 2: Der Stab der Träume
Genre: Action Strategie
Produkt: Vollversion
Release: 2005/04
Publisher: THQ
Entwickler: Avalanche Software
Offiz. Sites: Game
Hardware: GameCube
System: GameCube
Multiplay: Splitscreen
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Bemerkung: auch für Xbox, PS2
USK: 6
Herstellerscreens
Tak 2: Der Stab der Träume (review von yak)

Als Wolf im Schafspelz musste vor knapp einem Jahr der böse Schamane Tlaloc mit ansehen, wie ihn Schafhirte Tak als Held wider Willen in ein Schaf verwandelte - zumindest alles unterhalb Tlalocs Halskrause schien danach recht "verbockt". Sein diabolischer Plan, alle Pupununs in Schafe zu verwandeln, schlug fehl - da konnten auch seine Gehilfen, die Voodoopuppen Pedro und Loar nichts ausrichten. Die Zeit verging und es schien, als ob wieder Frieden ins Land kehren würde. Doch die Pupununs haben nicht damit gerechnet, dass das Böse niemals Ruhe gibt, Schafsköpfe immer an die Macht wollen und Publisher niemals auf die Chance eines Sequels verzichten.

Und das ist mir auch ganz recht so, denn Tak und die Macht des Juju war ein absolut gelungenes und empfehlenswertes Spiel, mit einer Menge Charme, Witz und liebevollen Charakteren, eingebettet in ein ausgezeichnetes Gameplay. Es gehörte für mich gemeinsam mit "Sphinx und die verfluchte Mumie" zu den Highlights des Jahres 2004. Da ist eine Fortsetzung nur mehr als willkommen. Ob Entwickler Avalanche aber nach relativ kurzer Entwicklungszeit (in USA erschien Teil 2 bereits Ende 2004) einen würdigen Nachfolger auf die Beine stellen konnte, soll unser Review zeigen.

Technik:

Technisch hat sich nicht sehr viel geändert, wobei hier auch keine Notwendigkeit besteht. Die Welt von Tak kommt genauso farbenfroh, phantasiereich und liebevoll gestaltet daher und bedarf keiner Änderung. Die im Comicstil gehaltenen Figuren können noch genauso begeistern, wie im Vorgänger und man trifft auch auf alte Bekannte. So braucht man nicht auf das Todes-Juju-Skelett-im-Hawaii-Hemd zu verzichten oder auf den alten Lehrmeister und Schamanen Jibolba, der uns, als Floh verwandelt, im Spiel als "Snipermuntion" verwendet, "kribbelndes" Vergnügen bereitet. Die Animationen sind prima, die Figuren einfach charmant umgesetzt und die Locations reichen von tropischen Wäldern, düsteren Sümpfen, schneebedeckten Gipfeln bis zu den alles verschlingenden Traumwelten. Für Abwechslung ist also gesorgt. Eines unterscheidet Teil 2 jedoch vom Vorgänger: Die Figuren, was aber auch viel am modifizierten Gameplay und des diesmal etwas zu aufgesetzten und gezwungenen Humors, liegt, wirken ein wenig blasser. Zugelegt hat man jedoch bei den Spezialeffekten. Es ist schon erstaunlich, was man aus dem Nintendowürfel noch so alles rausholen kann. Besonders die rasant inszenierten Passagen der Wildwasserfahrt und die in einem riesigen Wirbel eingesaugte Traumwelt wirkten beeindruckend, bei recht stabilen Frameraten. Auch hohes Gegneraufkommen war kein Problem.

Soundtechnisch griff man wieder auf das bewährte Sprecherteam des Vorgängers zurück und alle Hauptfiguren sprachen mit den vertrauten Stimmen die Dialoge stimmig und mit entsprechend unterschwelligem Humor ein. Die Geräuschkulisse rundet das Bild ebenso zufriedenstellend ab. Doch was die Entwickler sich bei der Musik gedacht haben, ist nicht nachvollziehbar. Es gibt zwar ein paar Ausnahmen aber insgesamt dudelt eine eintönige und sich immer wiederholende Melodie daher, dass man schon nach kurzer - sehr kurzer- Zeit in den Optionen die Musik ein wirkliches Stückchen leiser dreht. Einige nette, sehr an den Vorgänger erinnernde Themen, die auch Dschungelgerecht orchestriert wurden, sind zwar noch vorhanden, aber das Gesamtbild der musikalischen Umsetzung ist mehr als eine Enttäuschung.

Steuern lässt sich der kleine Held wieder problemlos und die Tastenbelegung ist gut durchdacht und komfortabel. Gespeichert werden kann , mit einigen Ausnahmen bei Zwischenfights oder "Sondermissionen" jederzeit und man beginnt nach dem Ableben oder Neuladen an bestimmten Checkpoints. Ärgerlich war jedoch das Finale, weil man dort zwar zwischen den Fights des Vorendgegners und den diversen Reinkarnationen des Endmotzes zwar Checkpoints hatte, aber keine Möglichkeit mehr, zu speichern. Das bedeutet dann leider, will man die ganze Endbossarmada nicht in einem Rutsch durchstehen, dass man dann nach dem Laden wieder beim "Vorlevelboss" beginnen muss.

Technisch gibt es nichts zu beanstanden. Die Kameraposition ist generell problemlos und kann auch nachjustiert werden. Einzig, was auch besonders ärgerlich ist, die Position während einiger "Rennen" als verwandeltes Tier, so z. B. eine "Schlittenfahrt" in einem Eiskanal als Gevatter Bär tendiert grundsätzlich zum Try & Error, da man durch die ungünstige und nicht weit einsehbare Perspektive kaum den kommenden Verlauf erkennen kann und so praktisch die Fahrt "auswendig" lernen muss. Hier hätte man zumindest die Position und den Blickwinkel der Kamera besser vorgeben müssen.

Gameplay/Kritik:

Tak wird von merkwürdigen Träumen geplagt. Er spürt einen von scheinbar dunkler Macht durchströmten Juju - bisher zumindest noch nicht sein Vater - der eindeutig Gefahr für das Volk der Pupununus bedeutet. Dem muss er sich natürlich als wagemutiger angehender Schamane entgegenstellen. Aber Tak will gar nicht so recht aus seiner Schlafphase erwachen und da hilft nur das beliebt berüchtigte "Riechsalz" Marke Stammesheld Lok, der genau wie Jibolba wieder mit von der Partie ist und sich keinen Deut schlauer anstellt, als im Vorgänger. Doch eine richtige Prise lokschen Achselschweiß sorgt dafür, dass Tak aus seinen Träumen erwacht - hätte das nicht gewirkt, gab es immer noch eine original loksche Schweißmaucken. Und so startet Tak sein neustes Abenteuer. Der Traumstab ist abhanden gekommen und so sind die Traumportale nicht mehr sicher und es droht die Gefahr, dass die Alptraumkreaturen die Portale nutzen, um das liebliche Land der Pupununus zu verwüsten. Das kann Tak natürlich nicht zulassen und so macht er sich auf die Reise, den Traumstab wieder zu finden. Doch diesmal bekommt er Begleitung von Jibolba, der sich, als Floh verwandelt, Tak anschließt und ihm mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Spielmechanik bleibt im Groben dem Vorgänger treu und seine Bewegungsmöglichkeiten decken vom Springen, Seilschwingen, schwimmen alles Notwendige ab, damit er in den Jump & Run Level bestehen kann. Natürlich gibt es auch wieder Waffen. Beginnt er anfänglich noch mit einem Thwark, einer art Knüppel mit Geweih an der Spitze, gesellen sich später noch Bolas und der sagenumwobene Traumstab dazu. Vorteil der Bolas ist, dass er damit Feinde zu sich heranziehen kann, um sie im Nahkampf "abzufertigen" oder auch kurzzeitig zu fesseln. Die Bolas ermöglichen es zudem an bestimmten Stellen, sich wie mit einem Enterhacken dort hin zu ziehen und so eigentlich unüberwindbare Abgründe zu überqueren. Genreüblich muss natürlich auch in einem Jump & Run anständig gesammelt werden. Tak findet magische Federn und Manasphären, die seine Gesundheit und sein Mana auffrischen, ebenso gibt es diverse Käfer, Kristalle und Früchte, die es ihm erlauben, eigene Juju Tränke zu mixen. Findet man im Level ein entsprechendes Rezept, kann man die entsprechenden Anteile Käfer, Kristalle und Früchte im Topf mixen und daraus ein Zaubergebräu herstellen, das für die Freischaltung von Boni verantwortlich ist. So erhält man die Möglichkeit, verschiedene Filme oder Level und Spielfiguren für den Multiplayerpart freizuschalten. Richtig nützliche Dinge für den Soloplayermodus gibt es leider nicht.

Beim Gebrauch des Manas hat man grundlegende Änderungen vorgenommen. Mana kann jetzt im Kampf "dazugeschaltet" werden, um besonders feste auszuteilen. Ein Magiesystem wie im Vorgänger gibt es nicht. Tak hat leider viele seiner Fähigkeiten verlernt und hier, wie auch an anderen Stellen im Gameplay, merkt man leider den Spiel die "Vermainstreamung" zu deutlich an, ähnlich wie es damals von Soul Reaver 1 zu Teil 2 passierte. Verzichten muss man auf so schöne Dinge wie den Heiltanz, den Geisterruf, Adlerblick, Geist Schlag oder die Bekehrung, die mit der Hühnerverwandelung immer eine nette Abwechslung boten und auch für die Rätsel im Spiel notwendig waren. Davon muss man sich im neuen Teil komplett verabschieden, was natürlich auch Auswirkung auf die Komplexität der Rätseleinlagen hat, die im vorliegenden Teil niemals die Herausforderung des Vorgängers erreichen und damit das Spiel viel an Charme verliert. Dafür erlernt Tak nun ähnlich wie in einem Prügelspiel bestimmte schlagkräftige manaverbrauchende Komboattacken, um sich zur Wehr zu setzen. Für Spieler, die nicht so sehr auf Gamepadakrobatik und Einprägen von Tastenkombination stehen, sicher eine unschöne Entwicklung, besonders auch im Hinblick darauf, weil man die Tastenkombination nur ein Mal im Spiel erklärt bekommt und sie danach weder im Spiel, noch im Handbuch erneut nachschlagen kann. Wer nicht aufpasst oder sich die Kombination aufschreibt, muss mit Standardangriffen klar kommen oder experimentieren. Das Sniperblasrohr aus dem Vorgänger wurde jedoch durch eine prima Idee ersetzt. Jibolba, der sich für die Reise als Floh verwandelt hat, kann von Tak wie eine Lenkrakete abgeworfen werden, nützlich, um unerreichbare Gegenden zu erkunden oder um Feinde zu zwicken und ihnen in den Pelz zu beißen. Das wird auch für einige Rätsel verwendet, wenn man z. B. ein träges Eichhörnchen dazu überreden möchte, ein paar Nüsse auf die Feinde zu ballern oder aber auch um ein eingeschlafenes Schaf zu wecken, damit es das "Hamsterrad" wieder antreibt und so Maschinen in Gang bringt. Die Idee ist wirklich toll, wird aber dennoch anteilmäßig ein wenig unter Wert verkauft, weil sie im späteren Spielverlauf kaum noch Verwendung findet.

War Tak im Vorgänger noch auf ein Hühnerkostüm angewiesen, darf er sich im Stab der Träume nun selbst in Tiere verwandeln, was er an bestimmten Schreinen erledigen kann, genügend Mana vorausgesetzt, denn die Verwandlung verbraucht stetig Magie. Zur Wahl stehen ein Eichhörnchen, ein Wildschwein, ein Bär und ein Frosch, alle mit ihren eigenen Möglichkeiten, sich in der Welt zu beweisen. Das Eichhörnchen kann durch die Luft gleiten und sich an Aufwinden empor treiben lassen, der Frosch kann natürlich gut hüpfen, sich mit seiner Zunge wie mit einem Lasso an bestimmten Punkten hin und her schwingen und ist auch durch seiner Schnelligkeit im Wasser vor den Krokodilen sicher, das Wildschwein kann Felsbrocken und Zäune einrennen, um neue Wege freizulegen und der Bär ist im Kampf ein wahrer Berserker und besonders auch dazu geeignet, in Eiskanälen "Schlitten zu fahren". Natürlich muss Tak auch wieder die Tiere im Umfeld nutzen, um durch die Level zu gelangen. Der Bauch von Papa Bär lässt sich besonders gut als Trampolin nutzen und ärgert man ihn extrem, kann es auch vorkommen, dass er den armen Tak beim Schlafittchen packt und durch die Luft schleudert, genau dahin, wo er hin wollte. Natürlich muss man auch dafür sorgen, dass der Bär an der richtigen Stelle wartet. Dazu kann man einen Bienenschwarm ködern und ihn, hinter sich herlockend, an einen neuen Bienenstock deponieren, was Gevatter Bär natürlich des Honigs wegen in Versuchung führt. Im Prinzip jedoch genau das gleiche wie bei Tak 1 und den Affen, die ihn mit der Baumschleuder befördern. Bienen lassen sich aber auch dazu nutzen, Krokodile im Sumpf abzulenken, doch sollte man sich vorsehen und schnell an den Fröschen vorbei, denn sonst bleibt vom Bienenschwarm nicht mehr viel übrig. Um einen Eber reiten zu können, muss man sich für ihn erst mal richtig einstänkern, denn ansonsten befördert er Tak ohne Rücksicht aus der Jauchegrube. Also erst die richtige Geruchsnote am Morast inklusive Fliegenschwarm auflegen und dann darf man den Eber reiten und auf Gegner losgehen oder Holzbarrieren einrammen.

Die Levelgestaltung ist jedoch viel gradliniger als in Teil 1. Zwar sind sie dennoch sehr groß, doch durch die dünnere Rätsellastigkeit auch leichter zu bewältigen. Hier ein Schalter umgelegt oder eine Brücke heruntergelassen und das war es dann auch fast schon. Spaß machte es trotzdem und was besonders gelungen war sind die optionalen schwierigen Passagen, in denen man oft die Rezepte für die Bonusrezepte finden konnte. Etwas langweiliger hingegen waren die Passagen in den Traumwelten. Hier ging es zum größten Teil nur darum, lebend vor dem alles verschlingenden Wirbel zu fliehen, bevor er die Welt hinter Tak in sich aufsog oder den Level von allen Gegnern zu beseitigen. Abwechslung brachten da noch die Wildwasserfahrten mit sich, die graphisch furios in Szene gesetzt wurden und die Passagen, in denen Tak die Kontrolle über einen fahrbaren Katapult hatte. Verzichten muss man aber auf so genial umgesetzte Ideen wie aus dem Vorgänger. Tak 2 bietet niemals so gelungenes und zudem forderndes Gameplay wie z. B. die Mumien-Rettungsaktion, die Geisterwelt, in der man zwischen der Real und Geisterwelt hin und her schalten musste, die Lok-Ballonkopf-Rettung oder den "Hühnerturm" aus Teil 1. Auch auf so einfallsreiche Levelbossfights muss man verzichten. Hier darf man nur in sehr ähnlicher Weise gegen den Wächter der Traumportale kämpfen, die zudem nichts vom Witz und Charme der Vorgängerfights haben. Ausserdem gab es auch noch ein paar wirklich schwierige und nervige Passagen, in denen man sich von einem Tier ins nächste verwandeln musste, dies sogar zum Teil in der Luft, was oft nicht auf Anhieb klappte und steuerungstechnisch zudem problematisch war, so dass man oft in der Lava landete, weil man es verpasste, sich rechtzeitig am "Wandlungspunkt" vom Eichhörnchen in einen Frosch zu verwandeln, dann sofort die Richtung anzupassen um mit der Froschzunge den Hacken zu erwischen.

Vielleicht war vielen der Vorgänger von der Rätselanforderung schon zu hoch, für mich jedoch war es genau das, was das Spiel so besonders machte. Dass man das Spielprinzip vereinfacht, um vielleicht mehr Spieler anzusprechen, mag ja eine wirtschaftliche Entscheidung des Publishers sein. Aber waren es nicht gerade diese Zutaten, die Tak 1 zum Erfolg verhalfen? Warum also ändern und vereinfachen. So wurden schon viele gute Spieleserien heruntergewirtschaftet.

Was mich wirklich enttäuscht hat ist die Tatsache, dass aus Tak 2 ein völlig lineares Game geworden ist. Konnte man im Vorgänger noch jede Welt erneut besuchen, um auch noch den letzten Bonus und das letzte Geheimnis lüften zu können, ist das bei Tak 2 nicht mehr möglich. Man spielt einen Level und eine Lokalität grundsätzlich nur einmal durch und kann ihn danach nie wieder betreten. Eine offene und glaubwürdige Spielewelt erlebt man so nicht mehr und das schadet erheblich dem Gesamterlebnis und Wiederspielwert. Will man vielleicht noch einmal nach dem Geheimrezept für ein Bonusfeature suchen, das man im vorherigen Level verpasst hat, kann man leider nicht mehr zurück Es scheint ein wenig, dass man ein Spiel "rushen" wollte, um unmittelbar am Erfolg des Vorgängers anknüpfen zu können. Leider hat auch der "shrek-ige" Humor gelitten und viele Gags wirken zu aufgesetzt und ähnlich wie das Gameplay auf "allgemeingültig" getrimmt worden zu sein, worunter der Charme und die Atmosphäre leidet. Zwar gibt es noch nette Zitate aus anderen Medien, wie z. B. eine sehr gelungene Parodie auf den Zauber von Oz, wo sich Tak, Lok, Jibolba und der knöcherne Todes Juju auf der "Yellow-BrickRoad" auf zur Klatschmohnwiese machen, aber die Qualität der Gags aus den Cutszenen und besonders auch aus dem eigentlichen Gameplay, wie man sie aus Teil 1 kennt, werden nicht erreicht. So lustige Dinge wie die von Millionen Pfeilen durchlöcherte Mumie, die treu hinter einem her trottet, gibt es in Tak 2 nicht. Ärgerlich waren auch die sich ständig wiederholenden Arebnakämpfe, in denen alle Monsterhorden besiegt werden mussten. Ärgerlich, weil man besonders oft von der Plattform in den Tod gestossen wurde, ohne Einfluss darauf zu haben. Da hat man sich bis zum letzten Feind durchgekämpft, um dann so unglücklich gekickt zu werden, dass man von der Plattform gestossen wird.

Multiplay:

Lässt die Beschreibung auf der Packung fast vermuten, dass mit simultanem Multiplay ein kooperativer Modus gemeint sein könnte, wird man jedoch leider enttäuscht. Dennoch enthält Tak 2 einen spaßigen, wenn auch nicht sehr substantiellen Multiplayerpart. Hier kann man zu zweit in Minigames antreten, die durch die Bonusfreischaltungen des Soloplays ermöglicht werden. Hierbei handelt es sich aber größtenteils um Zweitverwertung, denn viele der Games sind aus Teil 1 entliehen. So z. B. der Fight mit den Kampfvögeln oder die Fahrt mit dem Sandboard durch die Wüstenlandschaft oder dem Snowboard auf der Gletscherspitze. Dennoch ein nettes Feature.

Fazit:

Tak 2 bietet leider nicht die Qualität des Vorgängers, besonders im Hinblick auf Qualität der Rätsel und Puzzle. Leider muss man sich auch von der offenen und jederzeit zugängigen Spielewelt trennen, denn "Tak und der Stab der Träume" ist nun eine völlige Aneinanderreihung einzelner Level und bietet nicht mehr das Erlebnis, sich fast völlig frei und ungehindert zu bewegen, was viel Spaß und Atmosphäre kostet. Auch der Humor wirkt ein wenig zu aufgesetzt und es scheint, dass man marketingtechnisch dem genialen Vorgänger eine "Vermainstreamung" verordnet hat, was aber dafür sorgt, dass dem Spiel im Vergleich zum Vorgänger viel an Substanz verloren geht und es nur noch zu einem unter vielen macht. Für mich ist Tak 2 im Vergleich zu Teil 1 leider viel zu "seelenlos" geworden. In Teil 1 spürte man noch jede Idee und die Liebe für das kleinste Detail - das Spiel war etwas Besonders. Jetzt hat man eher das Gefühl, eine "Best of Compilation" zu bekommen, in der zwar die wichtigsten Elemente noch vorhanden sind, aber sich nicht zu einem einheitlichen stimmigen Ganzen fügen wollen. Dennoch ist "Tak und der Stab der Träume" ein durchweg gelungenes und stimmiges Spiel geworden, das für ca. 12-15 Stunden Spaß vor dem Bildschirm bedeutet, aber vergleicht man es unmittelbar mit Teil1, liegen Welten dazwischen. Hoffen wir für Teil 3, dass sich die Entwickler wieder auf die ursprünglichen Stärken besinnen


Geschrieben am 17.05.2005, Testkonfiguration: GameCube
 



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