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Tak u.d. Macht d. Juju  


Info
Autor 2+
 1.5
 2
 2
Gesamt (7 votes) 1
 1
 1.2
 1.7
Name:Tak und die Macht des Juju
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/03
Publisher: THQ
Entwickler: Avalanche Software
Offiz. Sites: Game
Hardware: GameCube
System: GameCube
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Bemerkung: auch für PS2
USK: 6
Herstellerscreens
Tak und die Macht des Juju (review von yak)

Vor vielen Jahrhunderten prophezeite ein Schamane der Pupununu den Tod ihrer göttlichen Beschützerin, der Mond Juju. Dieses Wissen wurde von Generation zu Generation und von Schamane zu Schamane weitergegeben. Nun war es an der Zeit, einen neuen Schamanen zu erwählen und zur Wahl standen der beliebte und respektierte Jibolba und der weitaus weniger beliebte Tlaloc. Die Wahl der Stammesmitglieder entschied sich für Jibolba als höchsten Repräsentanten und Sprachrohr zu den Göttern. Und um ein richtig schlechter Verlierer zu sein, was auch seinem Charakter scheinbar am nächsten kommen sollte, verhielt sich Tlaloc auch entsprechend - er schwor Rache. Jibolba entgegen bereitete sich auf die nahende Prophezeiung vor, wie er dachte, und bildete Lok, den stärksten und mutigsten seines Stammes, zum Universalhelden aus, damit er gegen die böse Macht antreten könne, die das Leben der Mond-Juju einfordert.

Aber meist geschieht nicht alles so, wie man es plant und durch einen bösen Zauber wurde viele der Pupununu ich Schafe verwandelt, einschließlich Lok. Schlechte Zeiten für den Dorfschamanen, denn mit einer Herde Schafe lässt sich kaum gegen das ultimative Böse antreten. Und das Böse wird repräsentiert durch den abtrünnigen Tlaloc, der für das Schaf-Dilemma verantwortlich ist und mit seinen Voodoopuppengehilfen Pedro und Loar die Welt der Pupununu an sich reißen will. Dazu hat der die Mondsteine aus dem Schrein der Mond-Juju gestohlen und sie damit all ihrer Macht entraubt. Jibolba hat nun ein Problem. Wie macht man aus einem Hammel wieder einen Helden? Ach, da war doch noch Tak, dieser unscheinbar wirkende, viel zu kleine Bursche, der besser als Schafhirte geeignet scheint. Soll er doch am besten ein paar Dinge beschaffen, die es Jibolba erlauben, den Schafszauber von Tlaloc wieder umzukehren.

THQ schickt uns diesen Monat gleich zum zweiten Male nach "Sphinx und die verfluchte Mumie" in ein außergewöhnliches 3D Action Abenteuer. Ob "Tak und die Macht des Juju" eine ebenso gelungene Überraschung ist wie das Mumienabenteuer, soll unser Review zeigen.

Zur Technik: Die Graphik ist in allen Belangen großartig gelungen. Liebevoll und detailreich wurden die unterschiedlichen Figuren und Schauplätze umgesetzt. So trifft man auf ein Dorf in den Gipfeln der Bäume, einen Canyon, verschneite Bergspitzen, unheimliche Gruften und tropische Inseln. Die Engine zaubert alles farbenfroh und mit hoher Sichtweite ohne Frameeinbrüche auf den Screen. Die Figuren sind ausgezeichnet gestaltet und animiert und man schließt sich gleich ins Herz. Der glubschäugige Tak, der für einen Helden und Kämpfer etwas klein geraten scheint, die Affen, die mit schwingenden Armen von einer Palme zur nächsten watscheln oder die immer dumm dreinblickenden Schafe. Hier ist viel Liebe zum Detail erkennbar und es wurde viel Aufwand in die Figurengestaltung investiert, die sich eindeutig auszahlt.

Im Bereich Sound überzeugt das Spiel ebenso. Stimmige Geräuscheffekte unterstreichen die Atmosphäre. Allen voran die ausgezeichnete deutsche Sprachausgabe, die den sehr eigenen Humor des Spieles gekonnt einzufangen versteht. Jeder Sprecher passt ausgezeichnet zu dem jeweiligen Charakter und so erreichen die Zwischensequenzen im Spiel den Humor, wie man ihn aus Filmen wie Shrek kennt. Aber auch im eigentlichen Spiel sind die Figuren nicht stumm und kommentieren das Spielgeschehen während des Kampfes. So verhöhnt Tak seine Gegner, muss sich aber auch nicht selten von ihnen einiges gefallen lassen. Die Musik begleitet stimmig das Spielgeschehen. So gibt es z. B. im Dschungel fetzige Percussionstücke mit südamerikanischem Flair und entsprechender Instrumentierung. Sehr passend zu dem kleinen lendenbeschürzten Helden.

Die Steuerung geht leicht von der Hand. Technisch gibt es an Tak fast nichts zu meckern. Lediglich der Kamerawinkel ist nicht immer optimal zum Geschehen. So ist der Winkel manchmal etwas ungünstig gewählt und man kann Entfernungen schlecht abschätzen, was sich leider auch nicht immer durch ein Nachjustieren der Kamera mittels des zweiten Analogsticks beheben lässt. Die Ladezeiten hätten ein wenig kürzer sein dürfen.

Drei Probleme gab es jedoch dennoch, die in die Rubrik "Bugs" fallen, was ja eigentlich seltener bei Konsolenspielen zu beobachten ist. Im Sonnentempel wurde nach dem Ableben unseres kleinen Helden ein Schalter nicht wieder zurückgesetzt und somit lies sich dieser nicht mehr aktivieren, was ein Weiterkommen unmöglich machte. Auch das Verlassen des Raumes bewirkte nichts und so war ein Neuladen notwendig (Funktionierte jedoch auch mit einem Save nach dem Problem, die Neuinitialisierung des Levels setzt wohl alle Schalter wieder auf den Standardwert) Ein weiterer Fehler passierte während des Endkampfes. Dort wird man vom Bösewicht in ein Nashorn verwandelt. Just in diesem Moment wechselte ich auf die Egoshootersicht, um mit dem Blasrohr zu schießen. Danach war ich zwar ein Nashorn, konnte aber die Egosicht nicht mehr verlassen und war somit auch bewegungsunfähig. Ebenfalls im Sonnentempel gab es ein zeitabhängiges Rätsel, bei dem das Spiel aber vermisste, die sonst dafür übliche Sanduhr einzublenden. Spielte man hier über die Zeit hinaus, wurde man ohne das Wissen warum, wieder an den Ausgangspunkt teleportiert. Nach Neustart des Games war dann an dieser Passage die Uhr jedoch sichtbar. Diese Probleme relativieren sich jedoch, da man unendlich viele Leben hat und die Rücksetzpunkte jeweils sehr fair verteilt sind.

Gespeichert werden kann mit Ausnahme bei den Endbossen jederzeit und man beginnt dann an einem entsprechenden Rücksetzpunkt.

Zum Gameplay: Tak und die Macht des Juju ist ein Action Adventure mit Kampf-, Knobel und Jump & Run-Einlagen der ersten Güte. Ein Tutorial offenbart dem kleinen Helden seine Möglichkeiten und lehrt ihm, wie man sich zur Wehr setzt, man klettert, an Seilen schwingt, schwimmt, die Macht des Juju benutzt, auf Tieren reitet oder per Snowboard durch die Berge gleitet. Hat Tak den Lernkurs überstanden, offenbart ihm der Dorfschamane Jibolba auch gleich seine neuen Aufgaben. Er benötigt einige Ingredienzien, um aus Hammel-Lok wieder Helden-Lok zu machen und so zieht der kleine Tak mutig ins Abenteuer.

Die Aufgaben in Tak und die Macht des Juju bestehen zumeist darin, bestimmte Gegenstände für Jibloba zu besorgen. Dazu muss Tak die unterschiedlichsten Gegenden abklappern, die zudem sehr weitläufig und großzügig gestaltet sind, so dass man hier wirklich den Eindruck einer großen und glaubwürdigen Spielwelt erfährt. Ausgangspunkt der Mission ist Taks Dorf, von dem er aus fast alle angrenzenden Orte erreichen kann. So bringt ihn ein Blattaufzug in die höher gelegenen Baumdörfer oder er kann per Heißluftballon in entferntere Ortschaften reisen. Insgesamt ist der Spielablauf nicht so streng linear, wie man ihn aus genreverwandten Games her kennt. So kann man einige Dinge bereits vorab erforschen oder erledigen, vorausgesetzt man konnte sich schon Zugang zu den Orten verschaffen, was abhängig von Taks Fähigkeiten und Equipment ist. So kann er z. B., wenn er im Besitz des Blasrohres ist, dieses auch zum Stabhochsprung benutzen und somit höher gelegene Bereiche erkunden. Der Ritt auf einem Nashorn ermöglicht es ihm, Holzzäune zu durchbrechen und somit diese zu passieren. Sehr ähnlich dem Spielprinzip aus der Zelda Serie, wo auch neue Charaktereigenschaften oder Equipment das Spielareal weiter zugänglich machen. Und um in dieser Welt die ihm gestellten Aufgaben erledigen zu können, muss Tak sein Talent in Jump & Run, Kampf und Knobeleinlagen unter Beweis stellen.

Die Jump & Run Einlagen sind genreüblich, wie man sie aus Spielen wie Rayman her kennt. Tak kann klettern, springen, an Seilen schwingen und sich auch an Lianen heruntergleiten lassen. In den Leveln gibt es jeweils viel zu erkunden und man sollte jede Kombination versuchen, um auch noch so versteckte oder zuerst als unerreichbar eingeschätzte Orte zu erreichen, was oft mit einer Belohnung in Form von Yorbels entlohnt wird, die überall versteckt sind und später auch für die Lösung eines Quest notwendig sind. Und damit es Tak bei der ganzen Sucherei auch nicht zu langweilig wird, hat der böse Tlaloc natürlich dafür gesorgt, dass ein paar Feinde unserem kleinen Burschen das Leben schwer machen. Anfangs lediglich mit einer Keule ausgestattet, darf Tak sich später auch mit einem Blasrohr wehren und somit auch aus sicherer Distanz Jagd auf die Horden Tlalocs machen. Mit dem Erhalt der Zauberrassel, die auch gut für den Nahkampf geeignet ist, erhält Tak die Möglichkeit, Zaubersprüche einzusetzen. Zaubersprüche findet er in Form von kleinen Statuen, den Tikis, die er in den Leveln gut versteckt finden kann. Genügend Mana vorausgesetzt, welches er in Form von Federn aufnehmen kann, lassen ihn Sprüche wirken, wobei einige der Tikis auch permanente und kostenlose Wirkung haben (z. B. schnelles Laufen). Heiltanz sorgt z. B. für seine Genesung, Adlerauge ermöglicht, das Blasrohr als Teleskop zu nutzen, "Mordsding" lässt die Gegner kurzzeitig einfrieren und "Donnerschlag" richtet einen schweren Rundumschlag aus.

Die Fähigkeiten sind aber nicht nur für den Kampf notwendig, sondern spielen auch bei den Rätseln eine entscheidende Rolle. So kann man z. B. eine Melone beschwören, um damit Affen anzulocken oder eine Kokosnuss, um damit einen Holzzaun abzufackeln, sollte man in der umliegenden Gegend gerade keine finden. Die Kämpfe sind bei den normalen Gegnern niemals zu schwer, bei etwas "fetterer" Beute sollte man jedoch bedacht vorgehen, da sie nicht immer einfach mit der Hau Ruck Methode besiegbar sind. So lassen sich einige Gegner nur verletzen, während sie selbst angreifen und Tak ihnen fast wortwörtlich den Hintern versohlt. Ebenso die Endbosse. Hier hat man sich viel einfallen lassen. So muss man z. B. die beiden Voodoo-Brüder im Kampf auf einem wilden Huhn besiegen oder sie mit einer Eierwurfmaschine torpedieren - immer einfallsreich und originell. Das, was Tak aber zu etwas besonderem macht und es somit in die Liga von Mario 64, Donkey Kong 64 und dem kürzlich erschienenen Sphinx und die verfluchte Mumie teleportiert, sind die Knobeleinlagen in den Leveln, die wirklich einmalig gelungen sind und ihre Kombinationen eröffnen immer neue Möglichkeiten, auch wenn man die gleichen "Grundzutaten" verwendet. Der Spieler wird dabei langsam auf die Knobelkost hin konditioniert und erfährt im weiteren Spielverlauf eine gelungene Steigerung. Tak muss z. B., um verschlossene Türen oder inaktive Maschinen in Gang zu bringen, diese mit der Kraft von Schafen in Gang bringen. Stehen anfangs die Schafe noch in der Nähe des Fliessbandes, auf dem sie dann ihre Arbeit leisten müssen, um die Maschinerie anzutreiben, wird es später zunehmend schwerer. Was tun, wenn das Schaf meilenweit entfernt von Einsatzort ist. Dass uns die Affen mittels dem Herunterbiegen von Palmen wie mit einem Katapult durch die Gegend schleudern, haben wir schon gelernt und wie es aussieht, haben sie einen Heidenspaß daran, unschuldige kleine dumme Schafe (oder verwandelte Dorfbewohner *g*) durch die Lüfte zu schleudern. Was aber tun, wenn die Schafe in die falsche Richtung geschleudert werden. Also muss Tak den Affen zu einer anderen Palme locken und das lässt sich am bestem mit einem Köder realisieren. Also schnappt sich Talk eine Melone vom Strauch und ködert den Affen zur Palme, die das Schaf an die richtige Stelle katapultiert. Jetzt noch schnell das Schaf geschultert und zum Affen gebracht, der es uns auch gleich entreißt und auf die Reise schickt. Geschafft. Schnell das Schaf aufs Transportband und eine kleiner Klaps aufs Hinterteil animiert zum Loslaufen. Schafe dienen aber auch der Tarnung, so kann Tak mit geschultertem Schaf, was zudem auch selten blöde dabei durch die Gegend klotzt, an Wachen vorbeischleichen, ganz so, wie bei Sheep, Dog n Wolf. Aber wenn man dann mal mit einem Schaf zwingend an einem Affen vorbei muss, wird es ebenso schwierig, denn dieser entreisst uns das Wollknäuel und schiesst es regelrecht zum Mond. Hier muss man dann für eine entsprechende Ablenkung der Affenbande sorgen.

In anderen Rätseln muss man z. B. Mumien aus ihrer Gruft begleiten. Schlimm nur, dass sie ausgesprochen dumm sind und uns wirklich nur in Luftlinie verfolgen. So landen sie oft in glühender Lava und schmelzen für uns dahin. Hier kommt es darauf an, alles gut vorzubereiten und ihnen sicheres Geleit zu verschaffen. Also die entsprechenden Brücken rechtzeitig aktivieren, eine neue Position einnehmen, damit sie ihre Richtung ändern und ab und zu auch mal ein Schlag mit der Rassel, damit sie kurzzeitig zu Boden gehen, damit wir für weitere Aktionen einen Zeitvorsprung haben. Höchst witzig und intelligent gemachte Rätsel. Besonders lustig war die Aktion, als man eine Mumie durch eine Gruft geleiten musste, die mit Pfeilfallen nur so strotzte. Selbst entkam man den Fallen, aber die arme Mumie sah nach der "Rettungsaktion" eher aus wie ein Igel :). Naja, sie war halt schon tot und die Pfeile mussten ja irgendwo hin.

Dann gab es Rätsel, die ein wenig an Soul Reaver erinnern. Hier musste Tak zwischen einer Geisterwelt und einer realen Welt wechseln, da in den unterschiedlichen Welten die Level jeweils anders aussahen. So gab es in der realen Welt z. B. Brücken, die in der Geisterwelt nicht existent waren. Die Aufgaben haben aber jeweils soviel Witz und Charme, dass man die Phantasie der Designer wirklich loben muss. So musste man z. B. aus der Geisterwelt den Geist von Lok befreien und zurückbringen. Dieser ist in einem Luftballon gefangen und man muss diesen sicher aus dem Geisterreich zurück in die reale Welt bringen. Problematisch, weil die Flucht zurück durch enge, mit Stacheln ausgestattete Gänge erfolgt, die zudem mit Windböen das Unterfangen keinesfalls einfacher machen. Die Kommentare von Loks Kopf, eingesperrt in dem Ballon, sind während dieser Aktion schon erste Sahne :).

Aber es gibt noch soviel mehr, was erwähnenswert ist. So kann Tak in ein Hühnerkostüm schlüpfen und so durch entsprechende Windkanäle angetrieben, von Insel zu Insel fliegen und dabei auch ein paar Eierbomben auf die Gegner regnen lassen. Nur sollte er sehen, dass er dem Wasser fern bleibt, denn sonst löst sich seine Verkleidung auf und die entsprechenden Eigenschaften gehen wortwörtlich den Bach runter. Hier ist es dann auch wichtig, das Kostüm auf dem Toilettenhäuschen einmal abzulegen und als Tak zurückverwandelt ein paar Hebel in Bewegung zu setzten, um dann wieder als Huhn aktiv zu werden. Ein absolutes Highlight war jedoch der "Hühnerturm". Hier musste man, um die Spitze eines Turmes zu erreichen, einen Aufzug mit Eiern bestücken. Doch welches Huhn gibt schon freiwillig seine Eier heraus. Man musste nun an Wachen vorbeischleichen, sie gegebenenfalls mit Kokosnussgranaten außer Gefecht setzen und dann das Ei aus dem Nest klauen. Schlimm nur, dass nach dem Diebstahl jedes Huhn in der Nähe Jagd auf Tak macht, um ihm seine Trophäe wieder abspenstig zu machen. Also schnell die Beine unter die Arme und los gehts. Jedoch muss der Rückzug gut geplant sein, denn man kann sich nun nicht mehr an Vorsprüngen hangeln, weil sonst das Ei verloren geht. Das Prinzip steigert sich fortwährend in dem Hühnerturm und verlangt schon einiges an Kombinationsgabe und Einfallsreichtum. So muss man Hühner auf einen Schalter locken, damit sie die Türe zum Nest öffnen. Um dies zu erreichen ist ein Ködern notwenidig, damit sie zum Schalter laufen und es ist SOrge zu tragen, dass sie dort belieben. Oft geschieht dies zudem unter Zeitdruck und man muss mehrere Aktionen absolut zeitgenau vorplanen. Hier den Schalter aktivieren, schnell am Seil hochklettern, über die Rutschliane in das jetzt geöffnete Eiernest, das Ei schnappen und über die gerade zugehende Türe schnell noch nach draußen. Doch hier geht es weiter, denn jetzt hat es die ganze Hühnerbande auf uns abgesehen und nimmt die Verfolgung auf, also möglichst ohne Huhnkontakt das Weite suchen. Grossartig!

Da man bei Tak die verschiedenen Level häufiger aufsuchen muss, kann man im späteren Spielverlauf, die entsprechende Tiki-Rune für Reisen vorausgesetzt, Sprungportale nutzen, um hin und her zu reisen, was einiges an unnötiger Beinarbeit in späteren Leveln erspart. Als kleine Bonusgames darf man noch mit den Snow- oder Sandboard durch die Gegend düsen, um zusätzliche Yorbels einzusammeln, was mir aber als Antisportgames-Zocker, weniger Freude bereitet hatte, auch wenn es gut umgesetzt wurde. Da war der Ritt auf dem Nashorn oder dem Emu, was hier eindeutig von Donkey Kong Country/64 "ausgeliehen" scheint, wesentlich spaßiger, wenn sie auch insgesamt etwas zu kurz kamen.

Wie schon vorab gesagt, hat der einzigartige Humor einen großen Anteil am Spielspass. Die Zwischensequenzen sind einfach eine Wucht. Als z. B. Lok wieder in seine menschliche Gestalt verwandelt wird, hat er an den Verwandlungs-Folgen zu leiden, was bedeutet, dass er eine Dauersitzung auf einem gewissen Ort abhalten muss. Tak und Jibolba sitzen und warten stundenlang, wie eine abbrennende Kerze dem Zuschauer vermittelt, bis diese Sitzung ein Ende findet. Die Kommentare von einfältigen Lok bei seiner "Aktion" sind wirklich mehr als amüsant und erinnern wirklich an den Humor aus dem Film "Shrek" und Sprüche wie " Oh, ahhh, es sieht aus wie glühende Lava" begleiten Loks Handlungen. Der Humor trägt auch dafür Sorge, dass Tak sicher nicht nur ein Spiel für Kinder ist, was auch durch den im letzten Drittel extrem anziehenden Schwierigkeitsgrad bei den Puzzles zu merken ist.

Kritik gibt es eigentlich wenig. Die schon erwähnten technischen Probleme und Bugs können den Spielspass nicht mindern. Gewünscht hätte ich mir eine Übersicht, in welchem Level jeweils noch Yorbels versteckt sind, denn so ist es mehr oder weniger eine fast nicht zu bewerkstelligende Ausdauer-Prüfung. Auch sind die Yorbels für mich als Antisportgamer in den Snowboard und Sandboard-Passagen so gut wie nicht erreichbar, was aber an meiner Unfähigkeit in diesem Spielgenre liegt, mich aber ärgert, da ich eigentlich die volle Punktzahl erreichen wollte, damit alle Goodies freigeschaltet werden (Artworks, Entwurfsskizzen, usw.) Bisweilen ist auch die Missionsübersicht ein wenig unübersichtlich und man weiß nicht so recht, wo man "ansetzen" soll und die Orientierung geht in einigen Leveln "flöten". In einigen Bereichen, besonders im "Hühnerturm", hat man es mit den zeitabhängigen Aufgaben etwas übertrieben, hier hätte man ein paar Sekunden mehr spendieren können, um Anfängerfrust zu minimieren. Auch die den Spielverlauf "flüssiger" machenden Tiki Runen wie die Reiserune hätte man allen Spielern grundsätzlich zugänglich machen sollen und nicht abhängig vom Auffinden machen sollen. Hier hätte man Anfängern, die nicht zwangsweise alle Bereiche mangels Spielerfahrung absuchen, das Leben etwas erleichtern können.

Fazit: Tak und die Macht des Juju ist nach Sphinx und die verfluchte Mumie die zweite große Überraschung für mich in diesem Jahr. Ein empfehlenswertes Spiel, das gekonnt die Elemente Jump & Run, Action und Knobeleinlagen miteinander vereint und für 25 Stunden ungetrübten Spielspass sorgt. Ein fairer Schwierigkeitsgrad, gelungene und fordernde Rätsel in einer charmanten Spielspielumgebung mit liebevollen Charakteren und massig Humor sorgen für ein rundes Gameplay, was viele der neueren Games vermissen lässt. Wer Donkey Kong 64, Mario 64 oder Banjo Kazooie oder das kürzlich erschienen Sphinx und die verfluchte Mumie mochte, wird mit Tak und die Macht des Juju seine wahre Freude haben. Der faire Preis von ca. 35 Euro macht die Sache noch attraktiver und somit gehört das Spiel in jede Sammlung.


Geschrieben am 11.04.2004, Testkonfiguration: GameCube
 



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