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S.W.I.N.E.  


Info
Autor 1
 1
 2
 2
Gesamt (90 votes) 2+
 1.7
 2.1
 2.3
Name:S.W.I.N.E.
Genre: Echtzeitstrategie
Produkt: Vollversion
Release: 2001/10
Publisher: Fishtank
Entwickler: Storm Region
Hardware: 466Mhz, 96MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 900 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Patch: 1.9
USK: 12
S.W.I.N.E. (review von ronin)

Einigeln - Ressourcen sammeln - viele Panzer bauen ->Tankrush. So oder ähnlich lassen sich die meisten derzeit erhältlichen Echtzeitstrategiespiele (mit Ausnahme des recht komplexen Age of Empire 2) beschreiben. Aus diesem Grunde hatte das Genre für mich seinen Reiz verloren und dementsprechend skeptisch ging ich an den Test von S.W.I.N.E heran. Zwei Stunden später, sowie zwei Hasenmissionen weiter, waren diese Vorurteile wie weggepustet, ähm wie weggefegt. Warum sich ein notorischer Echtzeitstrategiehasser plötzlich in schwule Hasen und nationalistische "Schweine" verliebt und nur noch mit physischer Gewalt vom Monitor zu entfernen ist, soll der folgende Test klären.

Die Story umgeht geschickt die derzeitige politische Brisanz von realistischer Kriegsdarstellung und benutzt dafür einen Konflikt zwischen Hasen und Schweinen. Das fiktive Szenario erinnert zwar frappierend an einen durchaus realen Konflikt der Vergangenheit, nimmt diesen allerdings dermaßen gekonnt auf die Schippe, dass Kritik hier fehl am Platz wäre. Die Bewohner der beiden Staaten Karottenland und der Schweinerepublik leben jahrelang friedlich nebeneinander, bis den Schweinen die Eicheln ausgehen und sie auf die überquellenden Karottenfelder der Hasen schielen. Als dann noch ein Militärdiktator, mit dem klangvollem Namen General EisenHAUER die Macht in der ehemals demokratischen Republik an sich reißt, ist Schluss mit lustig. Kurz gesagt: Die Schweine wollen den Karnickeln an die Möhren.

Dass ebengenannter General nicht nur der Story nach, sondern auch von seiner heiserkreischenden Stimme gefährlich an einen untersetzten Österreicher mit Oberlippenbart und speckigem Scheitel erinnert, ignorieren wir hier einfach mal ;). Es kommt also wie es kommen musste. Die Nationale Schweinsarmee gewinnt Lebensraum im Karottenland und besiegt die Hasen in nur zwei Wochen nach Blitzkriegmanier. Ab hier übernimmt der Spieler das Ruder und darf sich für eine der beiden Parteien entscheiden. Entweder gibt's Hasenbraten mit Möhrengemüse oder Schweinsroulade in frischen Eicheln. Jedem der sich auf das Spielerlebnis S.W.I.N.E einlassen will, empfehle ich zuerst die Hasen zu spielen. Nicht nur weil dieser Haufen von stockschwulen Plüschtierchen sofort zum weiterspielen animiert, sondern auch wegen des leichteren Gameplays. Die ersten zwei Missionen haben eher Tutorialcharakter und führen (neben einem richtigem Tutorial) ins Spiel ein. Steuerung und Spielweise wird in den Grundzügen gut erklärt, den Rest kriegt man im Spiel mit, denn die Lernkurve steigt seicht aber immer fordernd an. Außerdem ist die Guerillataktik der Hasen mehr auf hinterhältige Spielweise ausgelegt und lässt mehr Zeit zum planen. Wie sich das im Spielverlauf äußert möchte ich später noch anhand einer Spielsituation genauer erklären. An dieser Stelle muss ich allerdings meine erste Kritik loswerden. Warum ist die Reihenfolge der zu spielenden Parteien nicht vom Programm von Beginn an festgelegt, bzw. warum wird nicht mit Hilfe einer Warnung auf den höheren Schwierigkeitsgrad der Schweinekampagne hingewiesen ?! (siehe Starcraft) Das wäre sicher kein Problem gewesen. Falls es einem Spieler jedoch an Herausforderung fehlt kann er immer noch zwischen den drei Schwierigkeitsgraden leicht, normal und schwer entscheiden. Ansonsten unterscheiden sich die Parteien der Hasen und Schweine kaum. Die Einheiten sind fast identisch, wobei die Schweine eher auf starke Panzerung und Feuerkraft, die Hasen dagegen auf mobile und weitreichende Fahrzeuge zurückgreifen. Es gibt verschiedene Arten von Panzern, Artilleriegeschütze, Mehrfachraketenwerfer, Minenleger, Zugmaschinen für Anhänger (Nachschub) und Kommandofahrzeuge. Eine Amphibieneinheit und ein karotten- bzw. eichelnschießender Mörser runden das Ganze ab. Insgesamt kommt man inklusive Anhängertypen auf ca. 12 verschiedene Fahrzeuge pro Partei. Wobei, wie schon gesagt, die Unterschiede eher im grafischen Bereich zu finden sind. Zusätzlich können die Einheiten mit Powerups ausgestattet werden: Da wären ein Fernglas zur erhöhten Sichtweite, verstärkte Panzerung, erweiterte Treibstoff- und Munitionsbehälter, Turbos, Minensucher und Karottensaft bzw. Eichelbier ;). Fast jede Einheit hat außerdem noch eine eigene Spezialfähigkeit: Panzer können sich in den Boden eingraben und damit etwaige Schäden reduzieren, die Artillerie kann nur schießen, wenn sie im Boden verankert ist und der Raketenwerfer schaltet vom Einfach- zum Mehrfachschuss um. Pro Kampagne darf man 10 Missionen spielen, wobei diese teilweise in den selben Gebieten handeln. Wo man mit den Hasen eine Ölraffinerie, die vorher von den "Säuen" erobert wurde, zurückgewinnen muss, so ist es in der Schweinekampagne die Aufgabe des Spieler, diese zu verteidigen. Langweilig wird es deswegen trotzdem nicht und schon die Namen der jeweiligen Mission laden immer wieder zum Schmunzeln ein. Die letzte Hasenmission zum Beispiel hat das Schloss von General EisenHAUER zum Ziel und heißt: Return to castle Eisenhauer ;). Auch ansonsten sind die Missionen relativ abwechslungsreich gestaltet. Mal müssen Fabriken zerstört, mal ein Militärstützpunkt eine zeitlang verteidigt werden, dem vorher erst Nachschub geliefert werden musste. Alles in allem genretypische Missionskost, die Spaß macht, aber nicht außergewöhnlich ist. Bei besonderen Ereignissen wird mit der Spieleengine eine gescriptete Sequenz abgespielt, was das Ganze noch ein wenig spannender gestaltet.

Ich hatte zu Beginn schon auf das in S.W.I.N.E nicht existente Problem des Tankrushs hingewiesen. Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Fahrzeuge und Powerups kosten viel, viel Geld (in Form von sogenannten Strategiepunkten SP), die Einheiten gewinnen mit der Zeit an Erfahrung, was ihnen zusätzliche Panzerung und Feuerkraft einbringt, und Gebäude sowie Ressourcenmanagement im typischen C&C Sinne gibt es nicht. Ein Verlust an Einheiten kann man sich also ganz einfach nicht leisten. Wer in den ersten beiden Missionen zwei seiner lebenswichtigen Artilleriegeschütze einbüßt kann gleich von vorn anfangen. Pro gewonnener Mission gewinnt man 1000 SP dazu, eine Artillerie kostet ohne Update jedoch schon 600 SP, was sie zu einem sehr kostbaren Gut macht. Hinzu kommen noch die Kosten für Reparatur-, Treibstoff-, und Munitionsanhänger, die (was mir sehr unverständlich erscheint) jede Mission nachgekauft werden müssen. Man sieht also worauf das hinausläuft: Qualität statt Quantität. Tankrushfetischisten werden schon nach wenigen Minuten alt aussehen.

Um eine Ahnung von der typischen Spielweise mit den Hasen bzw. Schweinen zu bekommen, möchte ich im Groben eine Mission nachspielen und auch die Unterschiede beider Parteien beleuchten. Das Ziel ist die Zerstörung zweier Waffenfabriken der Schweine, die innerhalb einer Stadt stehen, um jedoch dort hinzugelangen ist es nötig ein langes, schmales Tal zu durchqueren, welches links und rechts mit Artillerieeinheiten und Panzern gesichert ist. Im Tal selbst wimmelt es von Minen und patroullierenden Spähpanzern. Die eigenen Truppen bestehen aus einigen wenigen Nahkampfeinheiten wie Panzern, Mörsern und Raketenwerfern sowie vier Artilleriegeschützen, die weit hinter der Front aufgestellt werden und Ziele aus großer Entfernung angreifen können. Als Nachschub dienen Zugmaschinen mit jeweils zwei Anhängern für Reparatur, Munition und Treibstoff. Obwohl die Einheiten vor der Mission in einem extra Menü zusammengestellt und ausgerüstet werden, kann man auch nachträglich (wenn noch Geld übrig ist) Einheiten per Hubschrauber anfordern. Damit die Artillerie die gegnerischen Truppen auf's Korn nehmen kann, muss das sogenannte Kommandofahrzeug das Gebiet aufklären; um vor etwaigen Minen sicher zu sein, begleitet es noch ein Spähpanzer, der per PowerUp mit einem Minensucher ausgerüstet wurde. Da S.W.I.N.E den Sichtbereich realistisch aufdeckt und damit Höhenunterschiede und Hindernisse wie Bäume mit einrechnet, bleibt uns die Sicht auf die das Tal umgebenden Berge versperrt. Es bleibt nur eine Lösung: Die Berge müssen über den kleinen Seitenpass von Feindeinheiten gesäubert werden, damit wir unbeschadet durch das Tal kommen. Also Artillerie in Position gebracht, die Panzer als Schutzlinie davor eingebuddelt und in zweiter Reihe die Raketenwerfer in Stellung geschafft. Das Kommandofahrzeug klärt das Gebiet vor uns auf und entdeckt prompt zwei Panzer, drei Mörser und ein Kommandofahrzeug, das vor einer Artilleriestellung wartet. Die beiden gegnerischen Panzer fallen in den Sichtbereich unserer Fernwaffen, was es unserer Artillerie leicht macht. Der Feuerbefehl wird erteilt und schon rollen die beiden auf unsere gut vorbereitete Verteidigungslinie zu. Nach wenigen Sekunden und den typisch verhöhnenden und beleidigenden Sprüchen beider Parteien später, sind die Panzer Schrott. Bei den drei Mörsern wird es schon schwieriger, die sind nicht nur schwerer gepanzert, sondern liegen auch außerhalb des Angriffsradius der Artillerie. Ein Spähpanzer wird vorgeschickt und lockt die drei Säue unter Dauerbeschuss und eingelegtem Rückwärtsgang zu unserer Verteidigungslinie. Die sind also auch Geschichte. Jetzt fehlt uns nur noch die gegnerische Artillerie und das Kommandofahrzeug. Aufgrund des Fernrohrupdates kann unser Kundschafter ein paar Meter weiter sehen und somit wird das Kommandofahrzeug von unseren Fernwaffen erfolgreich und ohne Gegenwehr ausgeschalten. Darauf folgt die Artillerie und der Pass ist wenigstens von "oben" frei.

Jetzt kann unser Kommandofahrzeug das Tal inklusive Minen auskundschaften und die wenigen patroullierenden Spähpanzer sind mit unseren schweren Panzern schnell beseitigt. In Vorbereitung auf die folgenden Kämpfe wird unser wackeres tödliches Duzend mit neuem Sprit, neuer Munition und ein paar Reparatureinheiten versorgt. Nach dem schwierigen bergigen Gelände des Tals folgt nun eine freie Fläche, die es uns ermöglicht, mit der selben vorher schon angewandten Taktik und mehr Bewegungsspielraum die gegnerischen Einheiten anzulocken. Lediglich die zwischen den Häusern versteckten Artilleriegeschütze sind aufgrund mangelnder Sicht ein Problem. Nach zwei Stunden aufreibendem und forderndem Vorantastens liegen die beiden Fabriken in Schutt und Asche. Der Sieg der Hasen und das Ende EisenHAUERs sind wieder ein Stück greifbarer geworden.

Der Vorteil an den Hasenmissionen ist die relative Blödheit der Schweine. Mit hinterhältigen Attacken an der Flanke oder in den Rücken braucht man bei ihnen nicht zu fürchten. Es reicht wie oben vorzugehen und die Einheiten anzulocken. Natürlich sind die Schweinepanzer harte Nüsse und der Reparaturanhänger muss ständig schrauben und hämmern, aber das Vorgehen ist berechenbarer und damit leichter. Umso überraschter war ich, als ich anfing die Schweine zu kommandieren. Ich baute an einer geeigneten Stelle meine typische Verteidigungsstellung auf und lockte die flinken Einheiten der Hasen an. Das Ergebnis war ein zwei Minuten später erfolgender Neustart. Der Grund: Die Hasen erhielten Verstärkung, die sich unbemerkt von hinten an mich herangeschlichen hatte. Gegen die flinken kleinen Panzer der Hasen sah meine träge Artillerie alt aus und die Panzer waren noch mit den von vorn angreifenden Hasen beschäftigt. Währendessen beschossen mich frisch per Helikopter eingeflogene Raketenwerfer von der Flanke und zerrieselten meine Nachschubcontainer. Meine Artillerie war mittlerweile umzingelt und zur Hälfte vernichtet. Zähneknirschend gestand ich meine Niederlage ein und war um mehrere Erfahrungen reicher. Nach dem Neustart sicherte ich meinen Rückweg mit mehreren Minenfeldern und einer zweiten Verteidigungslinie aus eingegrabenen Panzern. Das Ergebnis war befriedigend ;). Mit einer gewissen Einarbeitungszeit sorgt das neue Verhalten des Gegners für genügend Abwechslung, um auch weiterhin zu motivieren. Ab der sechsten Mission der Schweinekampagne steigt der Schwierigkeitsgrad stark an und obwohl dem Spieler mehr Geld zugewiesen wird, kommt es unweigerlich zu größeren Verlusten, welche selbst mit überlegtem Taktieren nicht kompensiert werden können. Welche Partei einem mehr zusagt muss allerdings jeder selbst entscheiden, die Hasen spielen sich aber weitaus entspannter.

Neben diesem erfrischend anderen Spielerlebnis und dem offensichtlichen Humor durch die Story wird das Flair von S.W.I.N.E vor allem durch die 6000 verschiedenen Sprachsamples aufgebaut. Jede Einheit hat ständig neue fantastisch witzige Sprüche drauf, welche mit unglaublicher Liebe zum Detail synchronisiert wurden und mit bösen Anspielungen nur so um sich werfen. Um euch das zu verdeutlichen habe ich ein paar Sprüche aufgeschrieben. Bis zum Schluss hat man jedoch nicht einmal die Hälfte gehört. Das geht soweit, dass beschädigte Einheiten plötzlich zickig werden und nur noch widerwillig den Befehlen gehorchen, in der Wüste über die Hitze sowie im Schnee über die Kälte lamentieren und Einheiten bei Nachtmissionen nur noch flüstern. Meine Favoriten sind natürlich die schwulen Häschen mit der Lispelstimme und den ständigen frivolen Anspielungen (Bully ist´n Scheiß dagegen). Die chronisch unter Raucherhusten leidenden Schweine haben ihre eigene Art, die sicher auch ihre Anhänger finden werden. Hier nur eine kleine Auswahl, ich möchte auch nicht zuviel verraten :). - "Schlaf Schweinchen schlaf ..." Triumphruf auf einen zerstörten Schweinepanzer - "Ich mache eine Sauerei aus dir ..." Angriffsschrei der Hasen - "Auf zur nächsten Stellung ..." Bewegungsbefehl der Hasen - "Ohhh ich liebe Stellungswechsel *töff*" Bewegungsbefehl der Hasen - "Nehme Kursk ins Ziel ähmm Kurs aufs Ziel ..." Auch Bewegungsbefehl ;) - "Ich schieß dir einen Abfluss in den Darm ..." Angriffsschrei der Hasen - "Komm her du SAU !!! ..." Reaktion auf Beschuss - "Wer möchte ein 100 - teiliges Hasenpuzzle *quiek* ..." Triumphruf auf einen vernichteten Hasen - "Riecht seltsam ... werden hier Hasen verkohlt ?! HAHA ..." Triumphruf auf einen vernichteten Hasen.

Auch sonst ist der Sound von erstklassiger Qualität. Im eigentlichen Spiel hört man Landschaftsgeräusche wie Vogelgezwitscher, Grillenzirpen und rauschendes Wasser ... natürlich neben den bombastischen Explosionsgeräuschen und den coolen Hase - Sau - Diskussionen, aber auch kleinere Gags wie Kirchenmusik, wenn man über eine Kirche scrollt, oder das Grunzen schlafender Schweine, während man über ihren Häusern verharrt. Das Pendant dazu ist das Bugs Bunny - typische Möhrenknabbern ;). Ja es ging sogar soweit, dass auf einem Schweineflughafen im Hintergrund ein Radio mit hetzerischen Reden Propaganda vertreibt. (Ein Schelm der Böses dabei denkt). In den Menüs bestimmt POPPige Musik die Atmosphäre, welche jedwede Ernsthaftigkeit sofort im Keim erstickt . Sobald man mit den Schweinen spielt, ändert sich neben dem Menülayout auch der Sound zu harten Industrialstücken. Liebe im Detail bestimmt hier das Gesamtbild und macht das Spiel zu einem besonderen Leckerbissen. Neben dem tollen Sound kann S.W.I.N.E auch mit einer grandiosen Optik aufwarten. Die 3D - Grafik ist zoomlos dreh- und schwenkbar und bietet eine (nicht immer übliche) ständige Übersicht und lässt keine Orientierungsprobleme aufkommen, da ständige Schwenks nicht notwendig sind. Die Einheiten sehen detailreich animiert aus und bewegen sich realistisch. Jeeps drehen sich bei Bewegung nicht einfach im Kreis, sondern "Wenden in drei Zügen". Mit einem Erfahrungsaufstieg ändert sich auch die Optik der Einheiten, wie zusätzliche Panzerplatten etc. Staubwolken und Spuren im Sand zeigen erneut die zahlreichen Details. In Städten klappen die Einwohner ihre Fensterläden ein, sobald eine gegnerische Einheit vorbeifährt, Bäume und Sträucher wiegen sich im Wind und spielunrelevante Objekte wie Windkrafträder und Bunkeranlagen lassen die Welt sehr lebendig erscheinen. Die Explosionen und Effekte sind spektakulär und lassen vergleichbare Titel im Genre hinter sich. (Wobei die C&C Serie sicher keine Konkurrenz in Sachen Grafik darstellt) Auch verschiedene Landschaftstypen, Tag- und Nachtmissionen sowie diverse Wettereffekte werden geboten. Alle gängigen Auflösungen werden unterstützt. Auf meinem Athlon 1,2 mit Geforce2 Ultra lief das Spiel mit 1024*768 32 bit absolut flüssig. Aber in einer geringeren Auflösung und etwas verringerten Details dürften auch schwächere Rechner keine Probleme haben. Die Zwischensequenzen sind von guter Qualität und treiben nach der wenig textlastigen Missionsbeschreibung die Story voran, wobei hier hauptsächlich durch Videos humoristische Einlagen des Hasen - Schweine - Konfliktes zum besten gegeben werden. Die Steuerung ist genretypisch und orientiert sich an Warcraft2. Also mit rechts bewegen und mit links auswählen. Ansonsten können auf die übliche Weise Rahmen gezogen werden und typgleiche Einheiten mit Doppelklick ausgewählt werden.

Einheitengruppierung fällt ebenfalls genretypisch aus. Die Spezialfunktion jeder Einheit kann mit der Taste "X" aktiviert werden, was unnötige Verwirrung aufgrund von Hotkeys erspart. Leider lassen sich keine Formationen speichern und auch automatisches Anordnen sucht man vergebens. Bei einem solchen Spiel, wo die richtige Formation über Sieg oder Niederlage entscheidet, ist das besonders ärgerlich, da man zuviel Zeit mit dem ständigen Neuausrichten der Verteidigungsstellung verbringt. Allerdings ist es möglich, das Spiel zu pausieren und in ruhigen Minuten die Spielgeschwindigkeit zu verdoppeln, was bei langen Strecken viel Zeit erspart und dafür sorgt, dass das Spiel nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Ansonsten hat man sich nach 10 Minuten an die leicht zugängliche Steuerung gewöhnt und es bleibt ein positives Gesamtbild.

Natürlich gibt es in S.W.I.N.E auch einen Multiplayermodus. Vier Varianten (Deathmatch, Capture The Flag etc.) werden angeboten, die bis zu acht Spieler zulassen. Auch über Gamespy Arcade können MP - Partien gesucht werden. In wieweit sich eine Community für das Spiel durchsetzen wird, bleibt wie immer abzuwarten. Auf meiner nächsten LAN - Session wird S.W.I.N.E aber ganz sicher dabei sein :).

Zum Schluss bleibt aber auch noch die Kritik. Diese macht natürlich auch nicht vor S.W.I.N.E halt. Da wäre vor allem die technische Seite. Sieht man sich im Forum der Herstellerhomepage um, merkt man schnell, dass ich mit meinem Rechner Glück hatte. Genau wie bei Aquanox (vom selben Publisher) macht S.W.I.N.E mit manchen Grafik- und Soundkarten Probleme. Häufige Freezies (eingefrorener Bildschirm) und Soundabstürze trüben das Gesamtbild und obwohl schon ein Patch veröffentlicht wurde, haben sich diese Probleme kaum gelegt. Hier kann man nur auf weitere Patches hoffen. Neben diesen technischen Problemen sind auch im Spiel kleinere Mängel, die teilweise an den Nerven zerren. Die Wegroutinen sind manchmal nicht ganz so gut gelungen, an Brücken oder anderen engen Stellen bleiben Einheiten einfach stehen oder verkannten sich, was mühsame Handarbeit zur Folge hat. Auch sind die Gegner (was mir vor allem bei den Schweinen auffiel) nicht immer so intelligent wie sie sein sollten. Manchmal bleiben gegnerische Einheiten, die beschossen werden, einfach stehen bis sie vernichtet sind. Das passiert völlig zufällig, denn meistens kommt die komplette Gegnerschaft dieses Bereiches auf den Spieler zugefahren. Auch die schon angesprochene fehlende Formationsfunktion ist ärgerlich. Als letztes möchte ich noch den plötzlich sehr stark ansteigenden Schwierigkeitsgrad ab der sechsten Schweinemission bemängeln, was einen unnötigen Bruch im allgemeinen Spielerlebnis darstellt und zu Frust führen kann.

Das wäre es an Kritik aber auch schon gewesen. Missionsaufbau, Grafik, Sound, Langzeitmotivation und Atmosphäre sind ansonsten perfekt gelungen. Den ungarischen Entwicklern Stormregion ist mit S.W.I.N.E der Überraschungshit gelungen. Selbst Echtzeit - Strategiemuffel werden an diesem Kracher ihre Freude haben. Die stimmige "andere" Atmosphäre, der schräge, bitterböse Humor, die liebevolle, detailreiche Grafik und die einfache Handhabung werden letztendlich jeden überzeugen. (unbedingt Demo antesten) Die wenigen Kritikpunkte trüben den Gesamteindruck nicht sonderlich und rechtfertigen die hohe Bewertung vollkommen. Ich hoffe schon auf Teil 2 (welcher im Abspann schon angekündigt wird) und anderen innovativen Geniestreichen von den ungarischen Newcomern.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews , der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.

 



Geschrieben am 29.11.2001, Testkonfiguration: AMD1200, GeForce2 Ultra, 256MB Ram, SB Live
 



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