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Info
Autor 3+
 2
 1.5
 2.5
Gesamt (231 votes) 2+
 1.6
 1.4
 1.9
Name:Star Wars Battlefront
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2004/09
Publisher: Lucas Arts
Entwickler: Pandemic Studios
Offiz. Sites: Game
Links: Star Wars
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 2700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.2
Bemerkung: auch für Xbox/ PS2
USK: 16
Star Wars Battlefront (review von nali_warcow)

Nach Battlefield und Unreal Tournament 2004 bekommt das Star Wars Universum nun auch einen Multiplayer-Shooter, den es bislang in ähnlicher Form lediglich als Mods für vorgenannte Games gegeben hat. Und so haben sich die Entwickler Pandemic auch ordentlich bei den beiden Vorbildern von Dice und Epic bedient und bringen den Conquest bzw. Onslaughtmodus im Star Wars Setting auf den Markt. Während PS2 und Xbox Besitzer entsprechende Demos zum Antesten bekommen haben, müssen PC Spieler sich ohne Kostprobe entscheiden, was sie von dem Multiplattformtitel halten. Wieso es nicht ganz gereicht hat, an der Spitze mitzumischen, wird im folgenden Review genauer ergründet.

Wenn man die DVD-Hülle von Star Wars: Battlefront öffnet, dann möchte man mal wieder denjenigen in der Marketingabteilung verfluchen, der wieder darauf bestanden hat, dass das Spiel auf CDs ausgeliefert werden soll. Drei dieser Datenträger stapeln sich in der Hülle auf einem Befestigungs-Pin und nachdem man etwa 2,7 GB Daten installiert hat, kann es endlich losgehen. Bis dahin kann man sich die Zeit neben dem Diskwechsel dadurch vertreiben, dass man einen Blick in das 30 Seiten umfassende Schwarzweißhandbuch wirft, wo Spieloptionen und Einheitenklassen beschrieben werden, detaillierte Fahrzeugliste oder eine Übersicht der Tastaturkommandos findet man darin jedoch nicht. Beim Testen gab es keinerlei Probleme mit dem Kopierschutzsystem, Abstürze oder schwerwiegende Bugs.

Wenig Story - viel Action

In Star Wars: Battlefront wird keine Story erzählt, sondern es handelt sich im Groben gesagt um eine Battlefield 1942 Variante. So kämpfen auch hier jeweils immer zwei Parteien auf den Schlachtfeldern gegeneinander. Wie im Vorbild sind auf der Map eine Reihe an Kontrollpunkten verteilt, die es möglichst alle einzunehmen gilt. Neben den Fußtruppen kann man hier in den Kämpfen, die an Schauplätzen aus allen sechs Kinofilmen angelehnt sind, nicht nur als Soldat herumlaufen, sondern auch eins der vielen Fahrzeuge vom Speeder bis hin zum AT-AT steuern.

Autschzeit

Egal für welche der vier Gruppierungen (Separatisten gegen Klontruppen bzw. Imperium gegen Rebellen) man sich entscheidet, am grundlegenden Spielprinzip ändert sich nichts. Battlefield-Spieler werden sich recht schnell zurechtfinden, da doch so einiges bekannt vorkommen dürfte. Hat man sich für eine Seite entschieden, kann man (auch nachdem man gestorben ist) auf einer Karte des Schlachtfeldes einen Einstiegspunkt wählen. Am Anfang besitzt jedes Team etwa zwei bis drei solcher Punkte und zusätzlich sind auf den Maps entweder weitere neutrale bzw. Punkte einer dritten Partei enthalten, wie z. B. Tuskenräubern auf Tatooin. Entweder zu Fuß oder in einem der vielen Fahrzeuge stürzt man sich in die Schlacht. Sobald ein Team mehr als die Hälfte aller Punkte eingenommen hat, beginnt die Anzahl an Verstärkungspunkten zu sinken. Das Team, welches zuerst entweder keine weiteren Verstärkungspunkte oder keine Kontrollpunkt mehr besitzt, hat die Runde verloren. Doch sollte nicht nur darauf geachtet werden, dass das Team die Mehrzahl an Kontrollpunkten hält, auch jeder Tod eines Teammitglieds zieht einen Zähler bei den Verstärkungspunkten ab. Damit man einen Punkt einnehmen kann, muss man sich in dessen Nähe befinden, darf in keinem Fahrzeug sitzen und es sollten keine Gegner in der Nähe sein. Dann erscheint ein kleines Icon am Bildschirmrand und verfärbt sich langsam von der gegnerischen Farbe auf neutral (grau). Wenn der Punkt grau ist, dann kann der Gegner an diesem Punkt erst mal nicht wieder starten, was davor noch ging, während man den Kontrollpunkt neutralisiert hat. Hier ist es meist recht hilfreich einige Teamkameraden dabei zu haben, da man es wohl kaum mit allen dort spawnenden Gegner aufnehmen kann. Hat man schließlich den Punkt komplett eingenommen, dann steht dieser dem kompletten Team als Widereinstiegspunkt zur Verfügung. Außerdem erscheinen auf den Maps auch die unterschiedlichsten Fahrzeuge, wie Speederbikes, Gleiter bis hin zum AT-AT Walker und zusätzlich gibt es eine Reihe an Geschütztürmen und Abwehrstellungen für Fußtruppen und Fahrzeuge.

Einstieg & AI

Zwar wurde auch an den Einzelspieler gedacht und dank Bots können Käufer auch durchaus eine ganze Weile Spaß mit dem Spiel haben, so ist das Herz des Spiels dennoch der Mehrspielermodus. Wer jedoch erst mal etwas Erfahrung sammeln will, kann sich im Singleplaymodus Skill antrainieren, wenn auch SP und MP sich doch immer anders, aufgrund des Faktors Mensch auf der anderen Seite des Monitors, spielen. Eine Möglichkeit wäre es, zwei kleine Kampagnen zu spielen, in denen man nacheinander in jeweils sechs bzw. sieben Schlachten die Geschehnisse der Filme nachspielt. In der klassischen Epoche, in der die Rebellen gegen das Imperium kämpfen, gilt es anfangs auf Tatooin erfolgreich zu sein, dann weiter in der verwinkelten Stadt Mos Eisley und später gilt es Yavin 4 zu verteidigen, die Schlacht um Hoth zu überstehen bis man schließlich auf Endor mit Hilfe der Ewoks das Imperium in die Knie zwingen kann. Da man im Grunde hier nichts anderes als einen "Soforteinsatz" spielt, in dem man die Karte und Gruppierung frei wählen kann, gibt es als kleinen Bonus hierbei immer einen kleinen Zusammenschnitt aus den entsprechenden Filmen vor Beginn der Schlacht. Etwas nichtlinearer geht es in der "Galaxie-Eroberung" zur Sache. Hier hat man die Auswahl aus acht unterschiedlichen "Settings", welche die Orte und spielbaren Parteien bestimmten. So kann man aus bis zu sechs Planeten, die jeweils noch in zwei unterschiedlichen Diplomatieeinstellungen vorhanden sein können, wählen. Gilt ein Planet als "in Feindeshand", dann muss man in der ersten Schlacht dort für einigermaßen Ruhe sorgen, damit der Planet nur noch als "umstritten" eingestuft wird. Hat man dann eine weitere Schlacht gewonnen (zu fast jedem Setting, wie beispielsweise Endor, gibt es glücklicherweise auch zwei unterschiedliche Maps), dann hat man nicht nur den Planeten eingenommen, sondern kann vor der nächsten Schlacht auch auf Wunsch die "Bonusfertigkeit" dieses Planeten einsetzen. Da kann einem dann ein Jedi in der Schlacht helfen, es gibt ein Elitetraining für die Truppen oder man bekommt Verstärkung. Nach jeder Schlacht kann man überdies auch den Spielstand sichern. Verliert man einen Kampf, dann ist die CPU am Zug. Wer sich allein mit Battlefront beschäftigt bzw. im Mehrspielermodus fehlende Spieler ausgleichen möchte, der schlägt sich mit den Bots des Spiels herum. Diese Bots sind zwar in keiner Weise absolute Cracks und würdige Gegner für Profispieler, doch für Anfänger und zwischendurch reicht es auf jeden Fall. Immerhin schaffen es die Bots, die Fahrzeuge im Spiel überwiegend sehr sinnig zu benutzen und bleiben kaum irgendwo hängen, sondern schaffen es beispielsweise wunderbar mit einem Gleiter auf Hoth einen AT-AT zu Fall zu bringen. Sitzt man selbst mit drin, dann kann es zwar mitunter einige Umfliegungen dauern, bis der Bot die Harpune endlich abfeuert bzw. bis er zum AT-AT hinfliegt, doch klappt es deutlich besser als mit vielen menschlichen Spielern. Auch mit den Raumkämpfen kommen sie recht gut zurecht, genauso wie mit Geschützen und Verteidigungsanlagen, wo sie recht zielgenau treffen. Sie sind sogar so clever und geben einem als Pilot entsprechende Gesundheitspacks. Bei Granaten kommt es zwar immer wieder zu kleinen Fehlern und sie schmeißen diese an die Wand bzw. laufen in eine rein, doch Menschen machen es oft nicht besser und überwiegend wird versucht, den Gefahrenquellen auszuweichen. Stellenweise haben sie auch einen sehr guten "Siebten Sinn" und rollen sich zeitgleich zur Seite, wenn man auf sie feuert. Doch dann setzt die KI oft aus, nachdem der Bot einmalig ausgewichen ist und steht einige Sekunden bewegungslos da und unternimmt nichts. Selbst mit dem aktuellsten Patch, der die Bots stärker, treffsicherer und insgesamt auf Modus Schwer eine Ecke verbessert hat, unternimmt die KI nichts dagegen, dass sie sich nach ein/zwei Ausweichmanövern erst mal eine Pause gönnt. Pause braucht vielleicht auf die CPU bei der AI Berechnung. Im Spiel scheinen sich immer nur etwa 50% der Bots zu bewegen bzw. was zu tun. Der Rest steht wie versteinert herum und schaukelt sich vermutlich die Eier. Da wird der Schildgenerator auf Hoth angegriffen und fünf KI-Kollegen stehen im Graben und unternehmen nichts gegen die Feinde wenige Meter vor ihnen, genau wie bei der zögerlichen Eroberung gegen die Truppen. Dort stehen sie sich im Weg und haben mitunter recht erstaunliche Prioritäten und warten lieber hinter einer Mauer, bis sie abgeschossen werden.

Maps & Mehrspielermodus

Für Star Wars Fans geht natürlich auf den Maps ein kleiner Traum in Erfüllung. Wer wollte nicht schon mal auf Tatooin in der Nähe des Sarlac kämpfen, in den verwinkelten Straßen von Mos Eisley herumlaufen, die Ödlandregion von Geonosis erobern, auf der Eiswelt Hoth die AT-ATs abwehren, die Rebellenbasis auf Yavin verteidigen, im Umland oder der Stadt von Naboo kämpfen, die Wolkenstadt Bespin oder den Wookie-Heimatplaneten Kashyyyk besuchen. Alle 16 Maps sind meist an Szenen aus einem der sechs Filmen angelehnt, wobei allerdings einige Schlachten etwas zusammengebastelt wurden. Erlebt man beispielsweise die Schlacht auf dem Dschungelmond Endor oder der Eiswelt Hoth 1 zu 1 wie im Film, so ist der Kampf im Sandmeer auf Tatooin im Film etwas anders verlaufen und dort haben sich nicht das Imperium und die Rebellen bekämpft. Bei einigen Maps stimmt das Setting auch nicht so ganz und wurde zu Gunsten des Spielspaßes leicht angepaßt. Der Sarlac befindet sich nicht in einer der Dünen des Sandmeeres, sondern in der Mitte zwischen Bergen und Gesteinsformationen. Etwas größere Eingriffe wurden auf Kashyyyk gemacht. Die Heimatwelt der Wookies ist eigentlich eher eine Stadt in den Bäumen in gut einigen Hundert Metern Höhe, was man sich vielleicht als eine Art Wolkenstadt in den Bäumen mit einem sehr dichten Blätterdach vorstellen kann. Im Spiel könnte man jedoch eher meinen, dass man sich in einem Kannibalendorf auf einem kleinen Hügel befindet. Außerdem bekommt man auch den bislang lediglich im EU Universum bekannten (Spielt allerdings in den Clone Wars auch eine Rolle) Planeten Rhen Var, der sich als eisige Tempellandschaft darstellt. Alle Maps wurden insgesamt recht eindrucksvoll und mit viel Star Wars Ambiente ausgeschmückt. Egal ob man einfach nur vor dem Palast von Naboo kämpft, auf Hoth außerdem den Schildgenerator zu verteidigen hat und auf die gleiche Abwehrmethode wie im Film gegen die AT-ATs zurückgreifen muss oder im Sandmeer auf Tusken Räuber stößt. Im Vergleich zu Battlefield sind die Maps insgesamt deutlich kleiner ausgefallen. Sicherlich ist es sehr spielspaßfördernd, wenn man nach einem Respawn nicht erst wieder 2 Minuten gehen muss, bis man auf einen Gegner trifft. Doch die sprichwörtliche "Enge" auf den Maps hat nicht nur Vorteile. Zum einen sind die Flieger wie X-Wing, Tie-Fighter, etc. meist so schnell am Kartenrand angekommen, dass man laufend im Kreis fliegt. Zum anderen sind jedoch stellenweise deutlich zu viele Spieler auf einer Map, was sich sehr deutlich im Einzelspielermodus bemerkbar macht. Hier kann man die Anzahl der KI Mitstreiter nicht verändern. So kämpfen auch auf den kleinsten Karten immer 25 Einheiten auf jeder Seite. Es hat zwar natürlich etwas, wenn es dann zum Aufeinandertreffen der Parteien kommt und erinnert an die Massenschlachten im Film. Nur auf Taktik kann man dann nicht mehr groß bauen. So ergibt sich beispielsweise auf Bespin regelmäßig, dass die beiden Teams kaum mehr als einen weiteren Punkt einnehmen, weil zwischen den beiden "Startpunkten" der Teams lediglich ein Weg zur Verfügung steht, falls man kein Raumschiff benutzt, um auf die andere Seite zu kommen. Da treffen sich zwei mal 15 Spieler in der Mitte, zwei Spieler aus einem Team überleben, rücken etwas weiter vor und werden dann von der Welle der neu respawnten Gegner überrannt. Dadurch, dass man auch dann an einem Punkt respawnen kann, wenn der Gegner diesen gerade einnimmt, kommt es immer wieder zu wilden Gemetzeln ohne Tiefgang und gewollte wie ungewollte Respawnkills sind an der Tagesordnung. Ein Einnehmen eines solchen Punktes gestaltet sich als sehr schwierig. Bots oder Spieler sitzen dann meist lieber hinter einem Geschütz oder Fahrzeug und bringen die Punkte des Gegners dadurch runter, dass jede neue Einheit an dieser Stelle gleich wieder beseitigt wird. Da heißt es dann Respawn, gestorben, 10 Sekunden warten, respawn, gestorben, etc. Da kann man entweder im MP nur darauf bauen, dass das gesamte Team so dumm ist und sich nun an diesem Punk festbeißt und die anderen Punkte von den eigenen Mitspielern problemlos eingenommen werden können (Wie man immer wieder online erleben konnte, achten dann viele gar nicht auf die anderen Punkte, wenn sie die Möglichkeit für so einfach Kills sehen). Aber auch das Teamwork muss sich online wohl erst noch nach und nach durchsetzen. Viele wollen einfach nur ins Fahrzeug und hauen dann ab. Dass so manches Gefährt auch zwei Leute aufnehmen könnte wird dezent ignoriert. Oder aber man sitzt auf der Hoth-Map bei einem Gleiterpiloten als Bordschütze und will, wie im Film, die Harpune abfeuern und den AT-AT zu Fall bringen, doch der Pilot greift lieber mit dem Laser an und verursacht damit jedoch null Schaden.

Die Serverauswahl ist online recht mager, doch zumindest wird im Bereich Mehrspielermodus gearbeitet. Das neuste Update hat zwar den Ping nicht sonderlich verbessert, "laggy" Gameplay ist noch immer "normal" und dedizierte Linux Server fehlen auch noch. Doch zumindest der Server-Browser wurde überarbeitet und es gibt Optionen wie z. B. Anzahl der Verstärkungspunkte für den Server, so dass man nicht immer nur mit 250, sondern auch z. B. 500 oder 600 spielen kann und das Game nicht so schnell vorbei ist. Während im Spiel die Jedi auf den Maps deaktiviert werden können, sollte noch schleunigst die Spezialeinheit der Gruppierungen wie der Dark Trooper angepasst werden, so dass dieser z. B. im Vergleich zum Wookie bei den Rebellen nicht zu übermächtig ist. Außerdem wäre es sicherlich nicht verkehrt, im MP den Komfort wie in anderen Games zu haben und man vor dem Wiedereinstieg die Karte oder Punktetabelle sehen könnte. Optional wäre es vielleicht auch nicht verkehrt zumindest eine Basis zu haben, die nicht eingenommen werden kann und Fahrzeuge, in die der Gegner nicht steigen kann, so lange diese nicht schon vom Team benutzt wurden. Einfach zu den gegnerischen Fahrzeugen, dort einsteigen und alles plätten, was dort startet, ist online recht beliebt, aber auf keinen Fall irgendwie spielspaßfördernd.

Klassen, Waffen & Fahrzeuge

Jede der vier spielbaren Parteien kann auf unterschiedliche Klassen setzen. Doch die wirklich spielerischen Unterschiede halten sich recht stark in Grenzen. Egal ob Druiden, Klone oder Imperium. Es gibt für den Kampf immer einen Soldaten mit Blaster und Granaten, der dank Zoom recht gut austeilen kann. Als nächste Klasse gibt es einen Charakter mit Raketenwerfer, der gegen Fahrzeuge stellenweise etwas schwach ist, über eine Lockfunktion verfügt, eine kleine Handfeuerwaffe und dazu Granate und Minenleger. Der Pilot kann, wie alle anderen auch, in Fahrzeuge steigen und fliegen, dient ansonsten außerdem als eine Art Versorgungseinheit, repariert Fahrzeuge & Geschütze und dient als Munitionslieferant und Medic für andere Spieler. Die Scharfschützen können dank enormen Zoom sehr weit entfernte Einheiten treffen und entweder Aufklärungssonden oder Orbitalangriffe herbeirufen. Zusätzlich hat jede spielbare Partei auch noch eine Art einzigartige Einheit. So kämpft bei den Imperialen ein Dark Trooper und den Klontruppen ein Jet-Trooper jeweils mit einem Jetpack. Die Rebellen können da nur auf einen Wookie mit Bogenwerfer und Zeitbombe und die Droiden auf Doidekas zurückgreifen, die blitzschnell die Map entlang rollen und im kampfbereiten Zustand mit aktiviertem Schild wahre Killermaschinen sind. Gesundheit und neue Munition kann man entweder auf dem Schlachtfeld in Form von Kapseln (Bacta für Gesundheit) einsammeln, sich vom Piloten ausrüsten lassen oder man sucht einen Medidroiden auf. Als Verteidigung findet man auf den Maps die unterschiedlichsten festen Verteidigungsstellungen wie unterschiedliche Geschütztürme und auf Endor beispielsweise auch Baumfallen gegen AT-ST. Sehr viel halten diese Stellungen nicht aus und man ist als Verteidiger oftmals auch recht leicht verwundbar. Da sind die Angreifer in Fahrzeugen meist besser dran und in der sehr starken Panzerung eines Angriffsgleiters der Rebellen, AT-ST bzw. AT-AT, kann man ein unorganisiertes Feld fast schon im Alleingang aufräumen. Dazu kommen noch Raumjäger wie Tie-Bomber, Y-Wing, Gleiter und Truppentransporter. Auch viele Fahrzeuge aus Episode 1 und 2 sind auf den entsprechenden Maps zu finden, ebenso wie Tauntauns auf Hoth. Im Kampf macht sich dann jedoch schon recht bald die Unausgewogenheit der Fahrzeuge breit. Der Angriffsschwebewagen der Rebellen ist extrem stark und wendig geworden, damit fallen die auf der gleichen Karte für das Imperium stationierten AT-ST sehr schwach aus und werden reihenweise von einem Gleiter beseitigt. Selbst die mit Raketenwerfern ausgestatteten Einheiten haben stellenweise wenig Chancen.

Handhabung & Steuerung

Die Steuerung von Star Wars: Battlefront orientiert sich an dem, was man auch schon in unzähligen anderen Shootern kennt. Bewegen, Slide, Feuern, Waffenwechsel sind jedem genauso bekannt wie eine Taste zur Benutzung von Fahrzeugen, Verteidigungsstellungen und Objekten. Wahlweise kann man jederzeit in eine 3rd Person Ansicht wechseln, was insbesondere bei den Fahrzeugen sehr hilfreich ist, wenn auch hier die Kamera ruhig etwas weiter entfernt hätte platziert werden können. Die Steuerung lässt sich für Fußtruppen, Fahrzeuge und Räumjäger jeweils individuell anpassen und kommt mit recht wenigen Tasten aus. Hat man sich an die leicht gewöhnungsbedürftige Steuerung der Einheiten gewöhnt, dann kann man sich mit den Fahrzeugen auseinandersetzen, was einige Zeit und Nerven kosten wird. Die Fahrzeugsteuerung ist sehr gewöhnungsbedürftig und schwammig ausgefallen. Man schlittert oftmals mehr mit den Fahrzeugen über die Karte, wenn man etwas Schnelleres als einen Walker steuert. Man kann die Ansicht im Fahrzeug nicht drehen, sondern bestimmt mit der Maus bzw. Tastatur die Fahrzeugdrehung. Mit Gleitern, etc. hängt man auch oft und gerne an kleinen Objekten (z. B. in Naboo in den Straßen an Säulen und Wasserbrunnen) fest. Hier wäre eine deutlich frustfreiere Steuerung der Fahrzeuge, wie z. B. in UT 2004 sicherlich besser gewesen. Die Doidekas rollen umher wie ein Gummiball und springen bzw. prallen plötzlich von Treppenstufen ab. Das Menü im Spiel sieht ganz nett aus, allerdings wäre ein "platter" Text von der Benutzung her etwas besser gewesen. Sehr viele Optionen gibt es leider nicht, doch dafür ist das HUD durchweg sehr gelungen. Man hat alle Infos, wie Gesundheit, aktuelle Waffe, Munition und Punktezahl stets im Blick. Dazu eine kleine Karte, wo Kontrollpunkte, Fahrzeuge und Freund/Feind zu sehen sind. Kompakt und informativ. Was man lediglich in Fahrzeugen wie dem AT-ST vermisst, ist eine Information, wohin man schaut und wohin man steuert (Stellung von Kopf und Torso). Ansonsten wäre eine übersichtlichere Punktetabelle auch was feines, genauso wie z. B. ein Zuschauermodus oder Aufzeichnungsmöglichkeiten im Mehrspielermodus.

Grafik & Hardware

Sicherlich ist das Spiel keine Revolution im Grafikbereich und setzt keine neuen Standards. Auf der anderen Seite sieht das Spiel zwar an einigen Schauplätzen nicht ganz so "doll" aus und man bemerkt die wenigen Polygone aufgrund der Konsolenherkunft, doch auf der anderen Seite sehen die Maps sehr Star-Wars-like aus und Fans fühlen sich dort sofort heimisch und alle Schwächen sind vergessen. Da tobt der Kampf zwischen 20 oder mehr Soldaten, Laserstrahlen zischen durch die Luft, Explosionen, AT-ATs stapfen durch die Landschaft, etc.. Zwar sind die Texturen nicht immer so sonderlich gut gelungen, das Gras "popt" wenige Meter vor dem Spieler auf und stellenweise sieht man deutlich Bitmaps bei den Explosionen, doch es gibt dafür auch sehr schöne Unschärfeneffekte, wenn man beispielsweise mit einem Fahrzeug herumfährt. Die Einheitenmodels hätten sich sicherlich nicht über zusätzliche Polygone beschwert, doch in Anbetracht der Tatsache, dass stellenweise 30 und mehr Einheiten um eine Position kämpfen, ist es ein guter Kompromiss aus Grafikqualität und Leistung, so dass Spieler ohne High-End Rechner das Spiel einigermaßen zocken können. Etwas Optimierung könnte der Engine jedoch nicht schaden, da die FPS doch nicht so hoch sind, wie man im Vergleich zu anderen Titeln und deren grafischer Darstellung erwarten würde.

Sound & Musik

Was soll man groß bei Star Wars dazu sagen? Es ist so, wie man es kennt und liebt. Angefangen bei den Blasterschüssen, dem Stapfen der AT-AT auf Hoth und der allseits bekannten Star Wars Musik. Dazu gibt es passable Sprachausgabe, wenn z. B. der Gegner einen Punkt eingenommen hat. Es wundert jedoch nur etwas, wieso auf der Packung steht "komplett in Deutsch", wenn die Videos aus den Filmen alle auf englisch sind und dazu auch noch Material aus den Urfilmen verwendet wurde.

Meinung

Star Wars Battlefront könnte man überspitzt als Battlefield-Light mit Star Wars Setting bezeichnen. Woran sich das Spiel orientiert ist unverkennbar. Aber ist das schlecht? Eigentlich nicht, da es ja primär darauf ankommt, dass man Spaß hat. Und den hat man mit Battlefront, zumindest einige Zeit. Nur wird ein Großteil davon durch den Star Wars Bonus erzielt. Ohne diesen bleibt nicht sehr viel mehr über, als ein etwas unausgereifter Battlefield Klon. Die Maps sind recht klein, zu klein oftmals für Flieger. Wo in Battlefront bis zu 50 Leute mit- bzw. gegeneinander kämpfen, da reichen beispielsweise bei UT 2004 etwa sechs bis acht und dann kann auch eine ganze Ecke taktischer gespielt werden. Leider sind die Unterschiede der Klassen zwischen den einzelnen Parteien nicht zu gross und die Spezialeinheiten recht unausgewogen, genauso wie die Fahrzeugstärke, Steuerung von Fahrzeugen und das Problem mit der Einnahme/ Belagerung von Kontrollpunkten. Sehr gut lässt es sich leider auch nicht online spielen und die Serverauswahl ist recht gering. Es mangelt am Linux Server und einem Editor. Wem es primär auf Star Wars ankommt, der wird sicherlich nicht enttäuscht. Hier wird klasse Star Wars Atmosphäre im Mehrspielermodus ohne Jedi Fähigkeiten geboten. Wer jedoch auf Star Wars verzichten kann, eventuell auch etwas mehr Abwechslung bei den Spieltypen, mehr Optionen und ein insgesamt "runderes" Game spielen will, sollte lieber zum Onslaughtmodus in Unreal Tournament 2004 greifen, der bis auf das fehlende Star Wars Thema ein deutlich besserer SF-Shooter für Offline und Onlineplay ist. Wer mehr Wert auf ein realistischeres Setting legt, wird mit Battlefield auf lange Sicht wohl besser bedient. Zudem kann man zumindest BF 42 & UT2004 dank vorhandener Demo probespielen. Auf eine PC-Demo von Star Wars: Battlefront muss man bisher leider verzichten.


Geschrieben am 07.11.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
 



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