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Info
Autor 2
 1.5
 1.5
 2
Gesamt (78 votes) 2+
 1.7
 1.7
 2.1
Name:Summoner
Genre: Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2001/07
Publisher: THQ
Entwickler: Volition
Links: Summoner Watch
Hardware: 400Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Serie: ja
Patch: 1.40
Bemerkung: auch für PS2 erhältlich
USK: 12
Summoner (review von yak)

Unter einem "Zeichen" geboren zu sein, scheint, wenn man die Geschichte betrachtet, oft kein einträgliches Geschäft zu sein.

Entweder ist es mit bestimmten Erwartungen der Umwelt verbunden, Retter der Welt zu sein, sich ans Kreuz nageln zu lassen und am dritten Tage wieder aufzuerstehen oder aber auch das krasse Gegenteil, wenn man, mit drei Sechsen auf dem Kopf tätowiert, schon in der Kindheit gedungen wird, seine Familie zu dezimieren, nur um ein böses Omen bestätigen zu müssen.

Nicht viel anders soll es auch unserem Bauernsohn Joseph ergehen, der im Zeichen der Summoner geboren wurde und dessen Fähigkeiten, Dämonen beschwören zu können, schon im Vorschulalter sein Heimatdorf samt Bewohner mit dem Grünen Punkt markierte.

Volition, die uns schon die Descent und Freespace Reihe auf den PC brachten und fast zeitgleich mit Red Faction das Shooterlager versorgten, wollen nun auch mit einem Rollenspiel überzeugen, was ihnen auch recht eindrucksvoll gelungen ist, bedenkt man, dass es ihr Genre-Erstlingswerk ist.

Im Bereich Technik lässt das Programm keine Wünsche offen und präsentiert sich graphisch, wie auch soundtechnisch auf hohem Niveau. So merkt man kaum, dass das Spiel parallel auch für die Playstation2 entwickelt wurde. Einzig einige Texturdetails hätten besser realisiert werden können, wenn man sich z. B. Wiesen ansieht, die auf grossen Freiflächen etwas karg daherkommen. Die benutzte Engine scheint eine modifizierte Freespace-Engine zu sein und bietet Auflösungen von 640 x 480 bis 1024 x 768, leider, wie es aussieht, nur in 16 Bit Farbtiefe, wie einige "Farbverlauf-Treppen" verraten. Das tut dem Spass jedoch keinen Abbruch, da ansonsten die Levelgestaltung gelungen und abwechslungsreich ist, wenn für meinen Geschmack auch die Farben etwas zu blass erscheinen. Ansonsten schafft es die Engine hervorragend, riesige Städte, Dungeons und Wälder auf den Screen zu zaubern, auf denen auch viele NPC'S ihr Unwesen treiben. Leider lässt sich die Sichtweite nicht soweit einstellen, dass ein Hintergrund "Pop-In" verhindert werden kann. Dieser Effekt taucht aber nicht bei allen Leveln auf und wirkt nur in der Stadt von Lenele etwas störend. Besonders eindrucksvoll fand ich die Darstellung des Wassers und der Wellen/ Brandung. Die Figuren sind ansprechend gestaltet und gut animiert, was besonders schön auch in den Zwischensequenzen zu bewundern ist, die meist mittels Gameengine erzählt werden. Leider gibt es auch einige "Ausrutscher" bei den Figuren, deren Gesichtstextur im Gegensatz zu den Hauptspielcharakteren, ziemlich "blass" erscheinen und eher maskenhaft "verklebt" aussehen. Die Gegner, wie auch die Questbegleiter sind sehr unterschiedlich designed. So finden wir in den Dungeons Skelettkrieger oder dreiköpfige Riesenechsen, in den Wäldern Minotauren, im Tempel Mumien oder aber auch Hexen in den Sümpfen. Sahnehäubchen sind die Zaubereffekte, die vom beschworenen Schneesturm oder einer Feuerwand viel zu bieten haben. Ein weiteres Highlight ist die Levelarchitektur. So ist es absolut beeindruckend, wenn man von der Bergspitze ins Tal blicken kann, die riesige Treppe des Tempels herunterschaut oder in den Höhlen einer versteinerten Riesenschlange Kämpfe auszutragen hat.

Der Sound ist, dank EAX Unterstützung, authentisch und eindrucksvoll, seien es Jammergeräusche von gequälten Seelen in den Dungeons, die Effektbegleitung der Zaubersprüche oder aber auch das Waffengeklirre bei konventioneller Kriegsführung (ja, auch Drachenangriffe zählen wohl dazu :)). Eine professionelle, deutsche Synchronisation rundet das Bild mit der überdurchschnittlichen Musikuntermalung ab. Orchestersounds, Choreinlagen, Kampfeshymnen, reine Ambientemusik oder Percussionstücke erinnern mit variationsreichen Themen an grosse Fantasyfilme.

Gesteuert wird Summoner problemlos in Kombination Maus/Tastatur, die jedoch leider nicht frei konfigurierbar ist. Das Programm lief äusserst stabil und führte nie zu einem Absturz, was in der heutigen Zeit lobend Erwähnung finden sollte. Bugs waren erfreulicherweise keine zu finden.

Kommen wir zum Gameplay. Summoner ist ein Rollenspiel mit Charakterentwicklung aus der 3rd Person Sicht. Beginnen wir das Spiel anfangs nur mit einem Charakter, gesellen sich mit voranschreiten der Story noch drei Personen zuzüglich eines "Special Guest" dazu. Die wichtigsten Dinge erlernen wir schnell und effektiv im Tutorial, das uns durch unser Heimatdorf begleitet. Summoner beruht auf einer Mischung aus Echtzeit / rundenbasiertem Kampf. Im Spielscreen haben wir schnellen Zugang zu allen wichtigen Funktionen wie Karte, Kompass, Questbuch, Charakterauswahl und Zauberspruch, wie auch der Pausenfunktion, die uns in heiklen Kampfsituationen Zeit für taktische Überlegungen und Strategieplanung verschafft. Ist die Pausenfunktion im Anfang noch eher unnötig, da die Gegner und auch die Charaktereigenschaften keine grosse Vielfalt im Kampf zulassen, nimmt sie später im Spiel eine wichtigere Rolle ein. Kämpfe und Interaktionen mit Gegnern oder NPC's werden durch einfaches Anklicken eingeleitet.

Die Story in Summoner ist grossteils linear, verschafft aber durch die vielen Quests und die Möglichkeit, fast jeden Ort erneut besuchen zu können, den Eindruck, in einer wirklichen "Welt" zu leben. So reist man auch direkt mit Joseph in die grosse, weite Welt hinaus, um Abenteuer zu bestehen und die Welt vor dem Bösen zu bewahren.

Die Armeen des Bösen überrollen das Land und nur Joseph, der Summoner, scheint der Einzige zu sein, der ihnen Einhalt gebieten kann. Doch von seiner Macht der Beschwörung weiss Joseph bisher noch nicht allzu viel, was sich jedoch bald ändern soll. So begibt er sich in die Stadt Lenele, wo sein Abenteuer beginnt. Es dauert auch nicht lange und Joseph findet Begleiter für seine Mission, die ihn auf ihre ganz spezielle Art und Weise mit ihren Fähigkeiten unterstützen wollen.

Das Leben soll ja ein ständiger Lernprozess sein und so können unsere Spielcharaktere ständig an Erfahrung gewinnen. Summoner bietet 4 einzelne Charaktere mit den unterschiedlichsten Eigenschaften, die während eines Levelupgrades vom Spieler weiter "geprägt" werden können.

Joseph, der Held dieser Geschichte, ist eher als Allrounder zu bezeichnen und kann im Nahkampf und auch mit Magie gut umgehen. Flece, die mysteriöse Diebin, lernt gut mit dem Bogen umzugehen und sich unentdeckt zu bewegen. Rosalind, eine Ordensnovizin aus dem Iona-Kloster zählt Magie zu ihrer Obsession und für die Grundreinigung gesellt sich später auch noch Jekhar, der Krieger dazu.

Die Charakterentwicklung in Summoner folgt dem üblichen RPG-Prozedere. So erhält jeder Spielcharakter durch seine Taten Erfahrungspunkte, die durch den Kampf oder das Lösen von Quests erhöht werden. Erreicht man eine bestimmte Punktzahl, darf der Charakter "upgegradet" werden. Dies bedeutet, dass man seine speziellen Eigenschaften erhöhen und dadurch verbessern kann. So steht es einem frei, aus Joseph z. B. einen geübten Schwertkämpfer zu machen oder ihn besser im Umgang mit Äxten oder Stielwaffen auszubilden. So verteilt sich das Charakterupgrade in mehrere Bereiche. Umgang mit Waffen, spezielle Magiefähigkeiten wie Feuer oder Eis, Heiligkeit oder Dunkelheit. Eine richtig gepushten Feuermagiefähigkeit kann aus einem kleinen Feuerball später dann ein richtiges Flammeninferno entfachen. Mit zunehmender Eigenschaftsstärke erschliessen sich dem Charakter neue und stärkere Möglichkeiten mit lokal vergrössertem Wirkungsbereich. Ebenso bei den Heil- und Schutzsprüchen wird z. B. aus einem kleinen Heilungszauber später ein Heilspruch, der die ganze Party stärkt oder sogar einzelne Mitglieder wiederbeleben kann. Da die verschiedenen Partymitglieder in ihrer "Grundversion" bereits unterschiedliche Vorprägungen besitzen, empfiehlt sich der Aufbau in die vorgegebene Richtung. Flece sollte ihre Eigenschaften im Schleichen und Fernwaffeneinsatz verbessern. Jekhar sollte den Nahkampf ausbauen und entsprechende Pariereigenschaften, um den Angriffen besser entgehen zu können, bzw. sollte er auch nicht seine Waffenfertigkeit vernachlässigen: Diese ermöglicht ihm, stärkere Waffen benutzen zu können. So skillt man sich seine Truppe zurecht, um alle der vielfältigen Möglichkeiten nutzen zu können, die Summoner bietet. Dazu gehören u. a. das Identifizieren von Gegenständen, das Knacken von verschlossenen Truhen usw.

Zusätzlich zu den allgemeinen Eigenschaften verfügen die Charaktere über sogenannte Kettenangriffe. Diese Kettenangriffe sind Spezialeigenschaften, die im Kampf aktiviert werden und, richtiges Timing vorausgesetzt, eine ganze Attackenfolge auslösen können. Kettenangriffe können z. B. bei Jospeh "Schubsen" oder "Geistsauger" sein, Flece hat "Armschnitt" (Gegnerverkrüppelung), Rosalind den "Schockgriff" und Jekhar ganz standesgemäss "Opfer" (Doppelter Schaden) oder "Axtwirbel" drauf. Zu Beginn startet man lediglich mit einem Kettenangriff, wobei jedoch beim Charakterupgrade und erfolgreichem Kettenangriff-Einsatz die Fähigkeiten erweitert werden. Kettenangriffe können manuell ausgelöst oder vom Computer ausgeführt werden.

Joseph wäre nicht der Summoner, wenn er nicht eine einzigartige Begabung hätte. So ist er, den entsprechenden Summoner-Ring-Besitz vorausgesetzt, später im Spiel in der Lage, Kreaturen zu beschwören. Damit wären wir bei unserem 5ten Partymitglied. So kann Joseph z. B. rote Minotauren mit schlagkräftiger Axt, einen Jade-Golem, einen blauen Imp, der perfekt als Heiler eingesetzt werden kann, goldene Samurai, Drachen oder Geisterwesen beschwören. Die einmal beschworenen Kreaturen kämpfen dann freudig an unserer Seite und verhalten sich wie ein normales Partymitglied. Sollte unserem Jospeh innerhalb eines Kampfes jedoch einmal der "Saft" ausgehen, wendet sich die nun führerlose Kreatur gegen den Rest unserer Party- so schnell kann Freundschaft vergehen ;).

Da wir uns natürlich oftmals auch auf feindlichen Grund bewegen, bleiben Kämpfe natürlich nicht aus. Das Kampfsystem in Summoner ist in Echtzeit, lässt sich jedoch beliebig pausieren und damit in Ruhe planen. Jeder Charakter, egal ob eigene Party oder Gegner, verfügt über eine bestimmte Reaktionszeit, in der er einen Angriff ausführbar ist. Einmal auf den Gegner geklickt, wird der entsprechend ausgewählte Angriffsmodus ausgeführt. So kann man zwischen konventioneller Waffenattacke, Spezial-Move (z. B. Hinterrücks-Attacke) oder auch Magie wählen. Die aktive angewählte Spielfigur wird vom Spieler direkt gesteuert, die anderen Partymitglieder werden dann vom Computer übernommen, wobei jedoch jederzeit der steuerbare Charakter gewechselt und somit praktisch jede Figur gesondert angewiesen werden kann. Ein ähnliches Prinzip, wie man es mittels der Pausenfunktion bereits aus den Baldur's Gate Spielen kennt. Für jede Figur kann auch in den Optionen ein bestimmtes vorgegebenes Verhaltensmuster eingestellt werden, wenn man ihn nicht gerade selbst steuert. So sind Optionen wie Nahkampf, Fernkampf, Heiler, Magier usw. möglich, was auch zufriedenstellend funktioniert. So lässt sich das Team recht strategisch einsetzen. Eine Nahkampffront, flankiert von Bogenschützen und Magiern, die unsere Helden in der ersten Reihe mit Schutz und Heilzauber stärken. Zauber verbraucht natürlich Mana (Aktionspunkte), das sich jedoch nach einiger Zeit von selbst wieder regeneriert.

Bei Summoner spielt auch die Levelgestaltung eine wichtige Rolle für strategische Entscheidungen. So können Raumeingänge oder enge Passagen mittels einer Feuerwand gesichert werden und auch Höhenunterschiede im Terrrain wirken sich aus. So ist derjenige im Kampf überlegen, der eine höhere Position hat, da ein Angriff aus einer niedrigeren Postition weniger Schaden anrichtet. Sind die Kämpfe in Summoner anfangs noch recht einfach, werden sie in der zweiten Spielhälfte wesentlich schwieriger und man muss die Gegner und deren Fähigkeiten schon genau kennen, damit man später nicht die schlechte Erfahrung macht und durch den "Stille" Spruch aller Zauberfähigkeiten beraubt wird und Nahkämpfer als Steinsäulen verwandelt vor sich hin schimmeln.

Auch die richtige Waffenwahl ist entscheidend. So findet man Steinritter, die durch Schwerter unzerstörbar sind und auch Magie vermag ihnen nicht viel anzuhaben. Hier ist eher das Können eines Handwerkers mit entsprechendem Hammer gefragt. Die Gegner KI ist gelungen und verfügt zudem über sehr gute Wegfindungsroutinen.

Erlegte Gegner oder auch geöffnete Truhen offenbaren uns den nächsten Schatz in Summoner- die Items. So finden wir Heiltränke, Gegengift, Geld, Waffen und Kleidung. Aber auch in den vielen Shops oder durch das Lösen eines bestimmten Quests erhalten wir neues Equipment und so statten wir unsere Party mit stärkerer Kleidung oder schlagkräftigeren Waffen aus. Aber auch besondere Items mit magischer Wirkung sind zu finden, die uns erlauben, bestimmte Fähigkeiten noch etwas besser nutzen zu können. So erhöhen Berserker-Ringe z. B. unsere Angriffsstärke und Geschwindigkeit, Amulette unsere Feuerresistenz oder Diebeshandschuh unsere Schleichfähigkeit.

Die Story und die Hauptquests von Summoner sind sehr abwechslungsreich und spannend aufgebaut. So findet man sich öfters im Kampf gegen riesige Levelbosse, die Geschichte nimmt plötzliche Wendungen, Schalterrästsel sind zu lösen, unsere Party wird unfreiwillig getrennt oder es gibt eine tolle Befreiungsaktion, die unsere Diebin Flece im Alleingang mittels Schleichmodus absolvieren muss. Für Abwechslung ist also gesorgt. Eine Fülle vorhandener Sekundäraufgaben bieten genügend Spielspass und Langzeitmotivation, erhält man doch oft besondere Goodies, bzw. eine satte Entlohnung für deren Lösung. Eine hervorragend aufgebaute Story und eine Menge Dialogzeilen sorgen für eine solide Erzählweise, bieten zudem jede Menge Hintergrundwissen über Entstehung des Landes, der Gottheiten und deren Untergang und lassen so die Welt um den Summoner viel lebendiger und authentischer werden.

Summoner verfügt zudem noch über einen Multiplayerpart, bei dem man spezielle Level kooperativ mit bis zu 4 Spielern durchspielen kann. Ein Koop-Game über den gesamten Storyverlauf ist jedoch nicht möglich und für mich hat die Mehrspieleroption nur den "Liest-sich-gut-auf- der-Verpackung-Effekt". Ein eher unnützes Feature und lediglich ein Monstermetzeln.

Kritik gibt es aber auch. Etwas unausgeglichen ist die Verteilung der Sekundärquests. So wird man leider direkt in der Stadt Lenele mit so vielen Zusatzaufgaben zugeschüttet, dass man fast die Lust verliert, alle zu absolvieren. Das ist besonders ungünstig gewählt, da dies gerade die Anfangsphase betrifft, wenn man sich erstmal mit dem Game vertraut machen will. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal viele der ersten Aufgaben auch eher den Charakter haben, ein Laufbursche, statt der Retter der Welt zu sein, was etwas an der Atmosphäre "sägt". Auch ist die Stadt sehr gross und man findet kaum die richtigen Personen, die für das Quest notwendig sind, da die Ortsangaben meist vage und die Karte unkomfortabel (nicht zoombar und nicht beschriftbar) ist. So verliert man unter der ganzen Namen- und Personenvielfalt schnell die Übersicht und ist gezwungen, jeden umherlaufenden Charakter anzusprechen. Hier wäre eine Lösung wie beim Spiel Outcast empfehlenswert gewesen, konnte man dort Passanten befragen, wo sich bestimmte Personen aufhalten. Das hätte auch der NPC-Welt bei Summoner etwas mehr Lebendigkeit verschafft. Zwar werden wichtige NPC'S mit einem Ausrufezeichen über dem Kopf markiert, aber auch davon gibt es noch reichlich.

In Gegensatz zu der "Überschüttung" an Subquests nimmt der Anteil in der zweiten Spielhälfte extrem ab und es wird mehr oder weniger zu einem Dungeon-Gemetzel. Eine etwas bessere "Questmischung" wäre hier von Vorteil gewesen. Gewünscht hätte ich mir zudem noch mehrere Schwierigkeitsgrade. Nervig war, dass viele Quest viel zu viel Laufarbeit erforderten und man oft die ganze (ziemlich grosse) Stadt erneut durchlaufen musste. Hier wären Teleporter oder ähnliches von Vorteil gewesen, denn die Beinarbeit war auf Dauer ziemlich motivationshemmend.

Im späteren Spieverlauf, wo eine genaue Positionierung der Figuren strategisch mehr an Gewichtung eingenommen hat, war es hinderlich, dass man diese nicht präzise anordnen konnte. Steuert man einen Charakter zwar punktgenau, wechselt dann aber wieder zu einem anderen, übernahm der Computer wieder die Aufgabe und positionierte so manchmal die Figur an einer ungünstigeren Stelle, als man selbst festgelegt hat. Das war etwa so wie Flöhe hüten. Dadurch wurden oft Gegner angelockt, die noch gar nicht "auf dem Plan" standen, bzw. Figuren, die für den Nahkampf nicht gut geeignet waren, führten kleine Suizidkommandos aus :). Wünschenswert wäre hier die Option gewesen, alle Figuren komplett kontrollieren zu können.

Ein richtig ärgerlicher Punkt war jedoch bei einigen Gegner in den KI-Skripten. So war die "Erkennungsgrenze" der Gegner uns gegenüber leider nicht gut justiert. Man konnte viele Gegner aus der Ferne mittels Feuerzauber verbrutzeln. Wenn man genügend Abstand hielt, blieben sie einfach im Feuer stehen, bemerkten uns nicht, und warteten auf ihren Status von "medium" zu "durchgebraten".

So konnte man leider gegen Spielende viele Gegner ohne richtigen Kampf besiegen, wenn es auch nur einige Spezies betraf, andere wiederum rannten nach der Feuerattacke direkt auf uns los und heizten uns ein.

Etwas unpassend schien mir auch die Entscheidung der Designer, dass das Benutzen eines Heiltranks keinerlei Aktionszeit verbraucht. Die Wirkung tritt sofort ein und bietet so dem Spieler einen elementaren Vorteil.

Insgesamt ist Summoner ein empfehlenswertes, atmosphärisch dichtes, leicht zugängliches Spiel, das viel Spass macht, eine schöne Graphik und tollen Sound in einer epischen Geschichte vereint. Durch die üppige Questzahl sind 40-50 Stunden Spielspass gesichert. Faire Rätsel, schöne Levelgestaltung und spannende Kämpfe lassen den gewillten Spieler in die Welt des Beschwörers eintauchen und an seinen Abenteuer teilhaben. Zum Spielende kann man sogar selbst entscheiden, welchen Weg man "gehen" will, sozusagen ein "Director's Cut" inklusive.

Wer eine gelungene Mischung zwischen Neverwinter Nights, Final Fantasy, Dungeon Siege und Baldur's Gate sucht, wird von Summoner nicht enttäuscht, bietet es doch genug Spieltiefe, um auch Hardcore-RPGler mit Action-Ambitionen zu begeistern. Gerade die Charakterentwicklung und deren Modifikationsmöglichkeiten bieten mehr, als vergleichbare Spiele, wenn auch die grobe Charakterklasse vorgegeben ist. Summoner ist bereits als Budgetspiel für ca. 15 € erhältlich und sollte eigentlich in keiner Sammlung fehlen.

Die Fortsetzung "Summoner- A Goddess Reborn" (siehe Review) ist bisher nur für die Playstation 2 und Nintendos Gamecube erschienen.


Geschrieben am 30.08.2002, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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