yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

S.T.A.L.K.E.R.
S.T.A.L.K.E.R. Cl. Sky
S.W.I.N.E.
SWAT 4
SWAT 4 St. Syndicate
SWAT: G.S.T.
Sacred
Sacred 2: Fallen Angel
Sacred: Underworld
Salammbo
Sam & Max Season 1
Scaler
Scarface
Schizm 2
Schleichfahrt
Scorpion: Disfigured
Scrapland
Scratches
Secret of Da Vinci, The
Secret of Monkey Island
Sentinel
Serious Sam 2
Serious Sam Gold
Shade: Zorn der Engel
Shadow Complex
Shadow Vault
Shadow o. t. Colossus
Shadow of Memories
Shadowgrounds
Shadowman
Shadowman 2
Sheep Dog n Wolf
Shellshock NAM 67
Sherlock Holmes GdM
Sherlock Holmes: GdsO
Sherlock Holmes: SdE
Siedler 2
Siedler 2: N.Generation
Siedler, Die
Silent Hill 2 - Direc. Cut
Silent Storm
Silent Storm: Sentinels
Silverfall - Gold Edition
SimCity4: Rush Hour
Simon 3D
Simon the Sorcerer 4
Simpsons: Hit & Run
Sims 2
Sims 2: Nightlife
Sims 2:Wilde Campus J.
Sims Deluxe
Sims: Tierisch gut drauf
Sims: Urlaub total
Sinking Island
Sitting Ducks
Sniper
Sniper Elite
Soldiers of Anarchy
Sonic Generations
Soul Reaver
Soul Reaver 2
Space Rangers 2
Space Siege
SpellForce
SpellForce 2
SpellForce: BoW
Sphinx u.d.verfl.Mumie
Splinter Cell
Splinter Cell 2
Splinter Cell: Chaos Th.
Split/Second: Velocity
Spore
Spy Hunter
Spyro A New Beginning
Spyro: A Heros Tail
Stalin Subway, The
Star Wars Battlefront
Star Wars: Emp. at War
Star Wars: Force Unl.
Star Wars: Force Unl.2
Star Wars: Rep. Cmd.
Star Wolves
Starship Troopers
Starsky & Hutch
Stealth Combat
Steel Walker
Still Life
Stolen
Stronghold 2
Stronghold Legends
Stubbs the Zombie
Suffering, The
Suffering:Ties that Bind
Summoner
Summoner 2
Swords and Soldiers
Syberia
Syberia 2
System Shock
Space Siege  

Rückseite ]

Info
Autor 3
 1.5
 1.5
 2.5
Gesamt (9 votes) 4+
 1.4
 1.3
 1.6
Name:Space Siege
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2008/08
Publisher: Sega
Entwickler: Gas Powered Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: 2.6Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Multilingual
Patch: DVD Erkennung Fix
USK: 12
Space Siege (review von jan)

"Spiel doch mal Space Siege" meinte Andy. Ich hatte ja zuletzt recht viel Hack & Slay Reviews eingereicht, darin auch mehrfach gesagt, dass ich es mag, wenn da noch eine Hilfskreatur mit rumwuselt, und das ich es nicht als Nachteil ansehe, wenn ein Spiel etwas einfacher gehalten ist, war auch bekannt. Letzteres, das (zu) einfach gehaltene Gameplay wurde in vielen Reviews zum Spiel ja als Manko angeführt…

Warum ich zwischenzeitlich meinte: "Ja, die Steuerung ist nicht perfekt, aber die Storypräsentation nimmt mich gefangen, das Spiel verdient auf jeden Fall ein yiya Review" und warum ich am Ende davon nicht mehr so überzeugt war - das zeigt der nachfolgende Text.

Chris Taylor scheint eine Ganz-Oder-Gar-Nicht-Natur zu sein, nimmt er als Zielgruppe Spieler, die etwas taktischen, strategischen Anreiz suchen, dann zieht er komplexe Sachen aus dem Hut, dass einem selbiger wegfliegt, nimmt er als Zielgruppe Spieler, die es etwas einfach und unbeschwert haben wollen, dann liefert er ihnen Titel, bei denen man sich schon fragt, was überhaupt den spielerischen Anteil ausmachen soll, ob nicht auch das zeitweise Beschweren einer Taste ausreichen würde, damit man "nebenbei" Hausaufgaben lösen, Wohnung aufräumen oder Fernsehen schauen kann. Space Siege hat nicht den automatischen Angriff, wie er noch in Dungeon Siege zum Einsatz kam (wodurch man die eigene Truppe nur grob in Richtung Levelausgang schupsen brauchte, den Rest haben die selbst erledigt) aber trotzdem wird nicht viel abverlangt. Zwei Zwischengegner verlangen, dass man zwischen dem Beschießen ständig in Bewegung bleibt und der Endkampf ist richtig hart, besonders wenn man den Weg ohne Implantate spielt, aber sonst heißt es meist einfach rechte Maustaste gedrückt halten, bis es die Gegner nicht mehr gibt. Verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt es im "normalen" Soloplayer nicht, nur im Coop - Multiplayer (bis 4 Spieler, man kann ihn aber auch für sich allein im Lanmodus starten), werden für die dortige 15 Maps Kampagne 3 Schwierigkeitsgrade angeboten.

Storie(s)

Die Menschheit wagt Ende des 22. Jahrhunderts den großen Schritt hinaus in den Weltraum und trifft dabei auf die kriegerische Rasse der Kerak. Diese macht sich gleich auf die Erde zu zerstören, was ihnen auch recht schnell gelingt, d. h. obwohl diese Aliens scheinbar Schalentiere sind, die in der deutschen Version auch meist nur Krebse genannt werden, sind sie doch deutlich zielstrebiger und schneller als die Zylonen beim Kampfstern Galactica. Wie auch in jener Science Fiction Serie ist der überlebende Teil der Menschheit in mehreren riesigen Raumschiffen unterwegs, um natürlich erstmal der Bedrohung zu entfliehen und später sich irgendwo niederzulassen. Und auch wie bei Galactica werden diese Schiffe vom Feind recht schnell gefunden, angegriffen und oft auch zerstört. In der Kampagne des Multiplayers startet man die Missionen (allein oder mit bis zu 3 Mitspielern) vom Kontrollzentrum eines von den Kerak angegriffenen Kolonisationsschiffes aus. Man bekommt jede Mission ein Briefing, was zu tun ist, um das Schiff wieder flott und aus der Hand der Keraks zu bekommen. Das Ganze ist recht einfach gehalten und läuft auf eine Konfrontation mit dem Befehlshaber des angreifenden Kerakschiffes hinaus.

Die Soloplaykampagne ist etwa doppelt so lang, sie startet auch mit einem Kerakangriff auf ein Kolonisationsschiff, bietet aber noch ein paar zusätzliche Wendungen in der Geschichte, da man sich neben erwähnten Kampfschiff Galactica auch an 2001 Odyssey im Weltraum bediente. Sprich: nach einer Weile offenbart die Bord-KI "eigene Pläne" und deshalb gilt es, nachdem man bei etwa 3/4 des Spiels den Kerakangriff erstmal zurückgeschlagen hat, noch gegen Pilot (so der Name der HAL Kopie) vorzugehen bzw. sich mit ihm zu verbünden und die vorher geretteten und nicht mit den Absichten von Pilot einverstanden Menschen "einzufangen". Im Gegensatz zum Mehrspieler ist man im Soloplay personifiziert, man spielt Seth Walker, einen Kerl mit sowohl militärischer als auch technischer Ausbildung. Besonders Roboter haben es ihm angetan, weshalb er gern auf einen HR-V (ausgesprochen wie der Name Harvey, steht für Hodgins Robotereinheit Model Fünf) als Begleiter zurückgreift und weshalb er (je nachdem, wie sich der Spieler entscheidet) sich selbst im Laufe des Spiels mit immer mehr cybernetischen Teilen ausstattet. Dieses Für und Wider bei den Implantaten, das Einreden verschiedener Personen auf Seth, fand ich während des Spielens wirklich gut gemacht, es baute eine gewisse Erwartungshaltung auf, ich wollte unbedingt wissen, wie das Ganze am Ende ausgeht. Es war dann leider doch etwas enttäuschend. Zwei, der 3 möglichen Enden sind anständig gemacht, aber natürlich leicht voraussehbar. Versucht Seth die Menschen zu retten und verzichtet dabei auf Implantate, gefällt dies natürlich dem Mädel, das immer gegen die Implantate gesprochen hat und klar, verbündet er sich mit Pilot, läuft es auf eine eher düstere Zukunft für die "reine" Menschheit hinaus. Aber besonders beim Mittelweg, also dem Retten der Menschen unter Opferung der eigenen Menschlichkeit, den bestimmt auch viele Spieler nehmen, hätte ich mehr erwartet.

Nun, und sehr viel mehr erwartet hatte ich vor allem von der Clara Nebenstory. Man findet in den Levels recht viele Datenaufzeichnungen anderer Kolonisten, da werden hier und da beklemmend die letzten Worte Sterbender aufgeführt, mehrere kleine Sachen werden angerissen, wie etwa dass irgend ein Kolonist ein düsteres Geheimnis mit sich rumträgt usw. Ich hätte mich über die Klärung all dieser Geschichten gefreut - wäre aber kein Muss gewesen. Anders die Clara Geschichte, die ja auch wirklich oft "angefüttert" wurde. Man sah das kleine Mädchen, das vor den Kerak, Robotern und Cyborgs weglief, kurz an 3 Stellen, man las von ihr 1-2 Mal und vom Vater, der seine Tochter suchte, fand man gar 6-8 Botschaften - und zu Ende geführt wird dies alles kurz vor Schluss nur in einem geskripteten Ereignis von 1-2 Sekunden, das man a) leicht übersehen konnte (und nicht wenige haben dies auch) und b) was einen einfach nicht zufrieden stellt.

Sound

Wie gerade angeführt, war ich von den Enden der Erzählstränge etwas enttäuscht, vor allem weil vorher so viel aufgebaut, so viel Spannung erzeugt wurde - und das hat viel mit der Sprachausgabe zu tun, die ich wirklich gelungen fand. Das Spiel wird mehrsprachig vertrieben, was schon ein beträchtlicher Aufwand ist, da wirklich jede Datenpad-Nachricht vertont wurde und auch die Funksprüche nicht wenig sind. Alle Sprecher leisteten tolle Arbeit. Die auf einmal so monotone und gefühlskalte Stimme von Seth beim "Pro-Pilot" Verlauf hat auf mich richtig beklemmend gewirkt, aber auch Claras Vater, der immer zwischen Verzweiflung und Hoffnung schwankte und die Überredungsversuche des Doktors, von Jake und von Pilot für die Transplantate, sowie Ginas Anreden dagegen, waren ausgezeichnet inszeniert. Ich kann andere Tester, die nach ihren Aussagen das Spiel eher emotionslos durchballerten, weil ihnen die "0815 Geschichte" nicht viel gab, nicht verstehen, ich war gefesselt von den Sprecherleistungen, war gespannt, wie es ausgeht. Ansonsten gibt es auf einem Raumschiff natürlich nicht viele Hintergrundgeräusche, hier und da hört man Maschinen - aber die meiste Zeit war man ja sowieso mit Kämpfen beschäftigt und es gab Kampfgeräusche auf die Ohren. Während der Kämpfe gab es auch viele Explosionen, da wirklich überall Gastanks und Benzinfässer standen (nicht sehr fortschrittlich für's Ende des 22 Jahrhundert, aber man brauchte für das Gameplay halt Möglichkeiten der angreifenden Horden Herr zu werden).

Ich schrieb diesen Review erst ein ganzes Stück nachdem ich das Spiel beendet hatte (vor allem wegen der Enttäuschung bezüglich Story) und da fragte ich mich wirklich im Nachhinein, gab es überhaupt Musik? Spielte dann mehrere Level noch mal an und musste schmunzeln. Natürlich gab es Musik und der Score zum Spiel ist auch wirklich gut - aber er ist auch eher unauffällig, drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern "wabert" mit vor allem dunklen Tönen und langsamer, getragener Melodie daher. Als ich ihn mir bewusst noch mal anhörte, war ich schon der Meinung, dass er einen gehörigen Anteil zur Atmosphäre beitrug, ohne dass ich das beim Spielen so wahrgenommen hatte.

Grafik

Space Siege ist schon richtig schick - wenn man wie ich eher Augenmerk auf Texturen und Modelle und weniger auf Effekte legt. Ja und die Performance war auf meinem System bei Auflösung von 1680 zu 1050 wirklich solide, auch mit den ganzen Explosionen, mit den ganzen Physikspielereien der umher fliegenden Gasflaschen usw. Die Menschenmodelle gefallen mir richtig gut (kommen aber meist nur in Zwischensequenzen richtig zum Tragen) und das Design des Schiffes entspricht dem, wie ich Science Fiction mag. Ich mag helle saubere Raumschiffe, nicht so blutverschmierte dunkle Settings. Und ich mag die Balance, die bei den Farben und dem Equipment gewählt wurde. Es ist nicht so karg und steril wie bei Star Wars, aber auch nicht so (pastell)farbig wie Enterprise. Einzig die Raumhöhen fand ich hin und wieder merkwürdigen. Klar man spielt in der Draufsicht und mir ist es immer lieber, wenn es etwas rausgezoomt ist, man eine gute Übersicht hat, als wenn man quasi "über der Spielfigur hockt", aber wenn der gute Seth manch Gang entlang ging und man rechts und links die Wände nach oben laufen sah, dachte man schon, die müssen aber Platz haben in so einem Raumschiff, dass die die Decken erst bei 20 m ziehen. Auch ja und wenn der gute Seth läuft, egal ob als "Voll-Mensch", "Halb- oder Ganzcyborg", dann sieht das schon witzig aus. Ist etwas sehr nach vorn gebeugt - aber ansonsten wirklich alles recht natürlich und realistisch - im Gegensatz zu den Dungeon Siege Teilen (besonders 2), wo der Grafikstil, die Proportionen der Modelle usw. mir irgendwie nicht so zugesagten.

Gameplay

Chris Taylor meinte (auch im Zuge der Promotionphase zu diesem Titel), dass man bei Spielen keine Frusterlebnisse haben sollte, sondern es (ihm) um Entspannung und Spaß geht. Kein schlechter Ansatz und seine Vereinfachungen waren bestimmt auch mit dieser Zielsetzung getroffen, aber manche Entscheidungen wirken schon etwas merkwürdig. So ist das Finden von bestimmten Gegenständen ja meist der größte Spaß in Hack & Slay Titeln, in Space Siege aber ist der Ort, an dem man die neue Waffe oder das neue Implantat findet, von der Story fest vorgeschrieben. Auch wäre es deutlich entspannender, wenn man die Tastenbelegung der Befehle selbst bestimmen könnte, anstatt auf eins der drei vorgefertigten Layouts beschränkt zu sein. Und beim Endkampf ist nun mal wirklich Frust vorprogrammiert, so eng wie der Bewegungsraum, so mächtig wie der Angriff und die Panzerung des Gegners ist. Dazu kommt noch die merkwürdige Idee, dem Spieler nur 4 Gesundheitspacks für einen Bosskampf zu zugestehen …

Der Endkampf (eigentlich auch die 2 Zwischenkämpfe - aber die sind gefälliger designed) steht damit im totalen Gegensatz zu den normalen Kämpfen, die erstmal recht einfach sind, und bei denen man sich über das virtuelle Ableben seiner Figur nicht groß sorgen braucht, man wird halt beim letzten Respawnpunkt (Heilstation, oder wenn die noch nicht im Level erreicht, dann Levelstart) wieder ins Spiel geworfen. Abzüge vom Erfahrungspunktekonto bei Respawn, wie bei anderen Titeln, gibt es nicht, denn es gibt gar kein System mit Erfahrungspunkten/Levelaufstiegen. Bei Space Siege gibt es für das Erfüllen von Missionszielen Lernpunkte und das Vernichten von Gegnern sowie das Plündern von Kisten bringt "Upgradematerial". Mit dieser "Währung" kann man nicht nur den Schaden seiner Waffen, sowie seine und HR-V´s maximalen Lebenspunkte, Widerstände und Angriffswerte erhöhen, man kann es auch zum Kaufen von Granaten, Drohnen, Fallen (Munition für die Gewehre muss aber nicht gekauft werden) verwenden, oder sich an den zahlreichen Automaten (mehrere in jeder Mission) für einen geringen Betrag einen neuen HR-V ziehen, wenn der letzte zerstört wurde. Natürlich bekommt man am Automaten den HR-V so wie man ihn geupdatet hat, d.h. man muss ihn nicht jedes Mal erneut "hochpeppeln". Und natürlich findet sich im Kampfgebiet des Endgegners kein Automat - da muss man mit dem einen Exemplar auskommen. Der Endkampf ist halt ganz anders als das vorherige Spielen… HR-V greift selbstständig die Gegner an, kann aber auch über die Funktionstasten relativ gut mit "Greif an" "Komm zurück" "Nutze Fähigkeit…" gesteuert werden, das klappt in den normalen Kämpfen recht gut und wenn's mal nicht klappt, ist es nicht tragisch, der nächste Automat ist nicht weit. Man ahnt was kommt, im Endkampf klappt das so einfach nicht. Ich habe zig Mal den Kampf neu beginnen müssen, weil HR-V trotz "Komm" Befehl auf Abstand blieb, schnell im vom Endgegner gestreuten Minenfeld stand und somit mich nicht sehr lang unterstützen konnte.

Das Entwickeln der Waffen, der eigenen Person und von HR-V über das Upgradematerial ist im Grunde eine schicke Idee, es ist einfach aufgebaut und steckt man am Anfang nicht allzu viel in Waffen, sondern in erster Linie in die Figuren und später erst, wenn die dicken Wummen gefunden sind, ins Kriegsgerät, dann hat man die Entwicklungsbalken recht schnell voll. Ein "Verskillen" gibt es da nicht, nur für's Beschaffen des Updatematerials sind enorm viele Kisten zu öffnen oder zu zerstören. So viele Boxen hab ich wirklich in noch keinem anderen Spiel zerstört.

Der "richtige" Einsatz der insgesamt 40 Lernpunkte in den beiden Fähigkeitsbäumen Gefecht und Maschinenbau ist da schon etwas kniffliger, beim ersten Durchspielen hat man ja auch noch nicht die Kenntnis der Maximalzahl und könnte es entsprechend ins Kalkül ziehen. So hätte ich schon gern eine spezielle Fähigkeit erworben, aber für diese hatte es die Bedingung vorher 25 Punkte in Gefecht zu investieren, da waren aber nicht sonderlich viel andere interessante Sachen auf dem Gebiet, weshalb ich eher Maschinenbauskills erworben hatte… Ansonsten muss in den Fähigkeitsbäumen noch beachtet werden, dass etwa die Hälfte der Fertigkeiten das Einpflanzen bestimmter Implantate voraussetze und 1-2 andere Fertigkeiten einen größeren verbliebenen Anteil von Menschlichkeit verlangten.

Implantate gibt es im ganzen Spiel 7 Stück für 7 unterschiedliche Körperregionen. Ob man viel oder wenig/keins davon einsetzt, hat -wenn man nicht mit Pilot paktiert - Auswirkungen auf die Abschlusssequenz. Jedes Implantat bringt einen gewissen Bonus (mehr Lebenspunkte, mehr Schaden etc.) und manch Implantat ist Vorraussetzung für eine bestimmte Fähigkeit oder Waffe. Durch die Story wird man während des Spiels von verschiedenen Personen mit der Aussage "Du brauchst es um stärker zu sein, um uns zu retten …" aufgefordert, sich Implantate einzupflanzen. Es ist aber kein Problem das Spiel bis zum Endkampf ohne Implantate zu spielen. Nur beim Endkampf selbst (den, wie der Leser mitbekommen haben wird, ich nicht sehr mag) steht man als 100 % Fleisch und Blut Ausgabe vor einer arg schweren Aufgabe.

Wie man sieht hat Space Siege nur noch wenig Elemente eines Hack&Slay Titels, es gibt kein Itemdrop, man kann (abgesehen von den Implantaten) die Figuren nicht mit Ausrüstungsteilen ausstatten - im Grunde ist Space Siege ein reiner Actiontitel. Das einzige, was wirklich klassisch H&S ist, wäre die Mausklicksteuerung - und das ist im Grunde schade, eine direkte Steuerung über Bewegungstasten (wie im Avencast oder in Shadowgrounds) wäre deutlich besser gewesen. Man packte zwar "für die Action" eine Rolle ins Bewegungsangebot, nur die Ausführung ist nicht wirklich gelungen. Drückt man die entsprechende Taste, so rollt Seth in Richtung Mauszeiger, da man diesen im Kampf ja meist auf den Gegner gerichtet hat, gibt es folglich eine unpassende Vorwärtsrolle, bis einem wieder einfällt, ach ja, muss die Maus ja vorher noch wegbewegen… von daher nimmt man die Option gar nicht mehr war. Auch etwas "fummelig" wird es hier und da in Bezug auf die Kamera. Sie schwenkt nicht mit, sondern muss bei Bedarf gedreht werden (Mauszeiger an entsprechenden Bildrand oder rechts bzw. links drehen Taste). An sich kein Problem, nur da der Blickwinkel von oben schon hier und da suboptimal scheint (man kann in gewissen Maßen rein- und rauszoomen, aber ein "Kippen" wird nicht angeboten), endet es schon mal im etwas hektischen Bildjustieren. Und es kann gut sein, dass man sich beim Spielen ab und zu auf dem Stuhl wieder aufrichten muss, da man unbewusst mit dem Kopf bzw. dem ganzen Körper nach unten rutscht - in der Hoffnung, etwas "weiter" in den Raum sehen zu können. Wenn man dann auch Seth immer so krumm laufen sieht, kann man wirklich über Haltungsschäden bei den Entwicklern spekulieren. Aber das führt zu weit, daher lieber jetzt die abschließende Meinung zum Spiel.

Meinung

Es fällt mir relativ leicht, dem Spiel in Sachen Atmosphäre eine gute Note zu geben, indem ich halt das Beenden der Geschichten als nur geringen Teil betrachte, der im Vergleich zu der guten Präsentation bis kurz vor Ende nicht so ins Gewicht fällt. Bei der Gesamtnote tue ich mich aber eher schwer, mir ist da schon der Abschluss recht wichtig, man hatte vorher mehrere Stunden Spaß - schön und gut, aber wenn man sich über's Ende ärgert, dann kippt das in Richtung "nach so vielen Stunden dann so was?". Lange Zeit war das Spiel bei mir auf eine 2er Wertung zugerollt, dann kam das Ende der Clara Story - hmm, schon enttäuschend, dann kam der Endk(r)ampf - hat lange frustriert (und ist bei allen 3 Enden der gleiche), na und dann kamen die Enden… gutes Ende ist nett (aber dicker Minuspunkt, weil dafür Endkampf extra fies), düsteres Ende gut inszeniert - aber negative Spielenden enttäuschen mich immer, Mittelweg - war da am meisten gespannt, mit welcher Botschaft das endet - nun ja, kam wenig Botschaft. Von daher kann ich nur mit Vorbehalt, mit einem großen Aber und Verweis auf die angeführten Kritikpunkte das Spiel empfehlen.


Geschrieben am 16.07.2009, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6300, Geforce 7600GT, 2GB RAM, Onboard Sound
 



12 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4.3 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei jan, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de