yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

S.T.A.L.K.E.R.
S.T.A.L.K.E.R. Cl. Sky
S.W.I.N.E.
SWAT 4
SWAT 4 St. Syndicate
SWAT: G.S.T.
Sacred
Sacred 2: Fallen Angel
Sacred: Underworld
Salammbo
Sam & Max Season 1
Scaler
Scarface
Schizm 2
Schleichfahrt
Scorpion: Disfigured
Scrapland
Scratches
Secret of Da Vinci, The
Secret of Monkey Island
Sentinel
Serious Sam 2
Serious Sam Gold
Shade: Zorn der Engel
Shadow Complex
Shadow Vault
Shadow o. t. Colossus
Shadow of Memories
Shadowgrounds
Shadowman
Shadowman 2
Sheep Dog n Wolf
Shellshock NAM 67
Sherlock Holmes GdM
Sherlock Holmes: GdsO
Sherlock Holmes: SdE
Siedler 2
Siedler 2: N.Generation
Siedler, Die
Silent Hill 2 - Direc. Cut
Silent Storm
Silent Storm: Sentinels
Silverfall - Gold Edition
SimCity4: Rush Hour
Simon 3D
Simon the Sorcerer 4
Simpsons: Hit & Run
Sims 2
Sims 2: Nightlife
Sims 2:Wilde Campus J.
Sims Deluxe
Sims: Tierisch gut drauf
Sims: Urlaub total
Sinking Island
Sitting Ducks
Sniper
Sniper Elite
Soldiers of Anarchy
Sonic Generations
Soul Reaver
Soul Reaver 2
Space Rangers 2
Space Siege
SpellForce
SpellForce 2
SpellForce: BoW
Sphinx u.d.verfl.Mumie
Splinter Cell
Splinter Cell 2
Splinter Cell: Chaos Th.
Split/Second: Velocity
Spore
Spy Hunter
Spyro A New Beginning
Spyro: A Heros Tail
Stalin Subway, The
Star Wars Battlefront
Star Wars: Emp. at War
Star Wars: Force Unl.
Star Wars: Force Unl.2
Star Wars: Rep. Cmd.
Star Wolves
Starship Troopers
Starsky & Hutch
Stealth Combat
Steel Walker
Still Life
Stolen
Stronghold 2
Stronghold Legends
Stubbs the Zombie
Suffering, The
Suffering:Ties that Bind
Summoner
Summoner 2
Swords and Soldiers
Syberia
Syberia 2
System Shock
Sonic Generations  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
 1.5
 1
 1
Gesamt (2 votes) 2
 1.2
 1
 1
Name:Sonic Generations
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 2011/11
Publisher: Sega
Entwickler: Sonic Team
Offiz. Sites: Game
Hardware: Xbox360
System: Xbox360
Sprache: Multilingual
zensiert: nein
Serie: ja
Bemerkung: 3D-fähig, auch für PS3, Nintendo3DS, PC (Steam-Zwang)
USK: 6
Sonic Generations (review von geuer)

In letzter Zeit jagt ein Release das andere. Entwickler und Publisher kämpfen gleichermaßen um die Gunst der Spieler und wollen pünktlich vor dem Weihnachtsgeschäft mit ihren Spielen punkten. Da weiß man bald nicht mehr so recht, ob man sich eher für Battlefield 3, Modern Warfare 3 oder gar Assassin's Creed: Revelations entscheiden soll. Trotz unzähliger Kritiken der Spielepresse schwelgt dabei eine Frage unentwegt im Hintergrund und stichelt sich immer wieder nach vorne: Welches Spiel unterliegt nicht einfach nur einem Hype, sondern ist tatsächlich sein Geld wert? Eigentlich sollte klar sein, dass diese Frage von niemand anderem als einem selbst beantwortet werden kann, womit letztendlich nur der reine Selbsttest bleibt. Doch dazu fehlt nicht nur die Zeit, sondern oftmals auch das Geld - immerhin schlagen die Spiele zum Release mit 50€ oder mehr zu Buche.

Während sich viele meiner Freunde ihrerseits bereits entschieden haben und noch immer in der Welt von The Elder Scrolls 5: Skyrim versinken, habe ich ein ganz anderes Videospiel fast ein wenig mehr erwartet, als all die vermeintlichen Blockbuster-Releases des endenden Spielejahres: Sonic Generations. Der blaue Igel hat es mir angetan und große Teile meiner Kindheit begleitet - immerhin war ich stolzer Game Gear-Besitzer und konnte mich auch noch über den ersten Sprung in die 3D-Welt mit dem zu seiner Zeit gelungenen Sonic Adventure freuen. Doch leider sackten die Sonic-Spiele spätestens nach Sonic Adventure 2 rapide ab, was viele mittelmäßige oder gar schlechte Releases zur Folge hatte - und alles nur, weil man unbedingt in der 3D-Welt mitsamt schwammiger Steuerung bleiben wollte und sich nicht auf das berief, was Sonic einst stark gemacht hat: 2D-Welten mit anspruchsvoller Jump'n'Run-Dynamik. Mittlerweile lassen einige Wii-Ableger (Sonic und die geheimen Ringe sowie Sonic Colours) durchblicken, dass das Sonic Team langsam die Kurve kriegt. Nun kommt man den Fans sogar einen richtigen Schritt entgegen und verspricht, mit Sonic Generations das Old School-Gameplay der alten 2D-Sonic-Spiele mit der Tiefendimension der neuen Ableger zu vereinen. Kann das gut gehen?

20 Jahre Sonic

Ich war skeptisch. Und ich hatte allen Grund dazu. Entwickler versprechen viel, Publisher oft noch mehr und gerade bei dem Sonic Team, das sich maßgeblich für die Entwicklung der zahlreich fehlgeleiteten Sonic-Titel verantwortlich zeichnet, weiß man nie genau, woran man eigentlich ist - und das trotz der meist sehr schön anzusehenden Trailer und Ingame-Szenen, die beim eigenen Handson-Test dann oft Steuerungsprobleme und schlechte Kameraperspektiven zur Folge haben. Doch jetzt wird alles anders. Immerhin ist das Sonic-Franchise mittlerweile 20 Jahre alt geworden und konnte sich trotz vieler mäßiger Titel über immerhin zwei Dekaden neben der Konkurrenz behaupten. Irgendetwas muss also an dem Igel dran sein. Erwartungsvoll lege ich die DVD ein und warte, was auf mich zukommt.

Alles beginnt mit Sonics Geburtstag, der mit allen bekannten Charakteren der letzten 20 Jahre zelebriert wird. Doch schnell wird die durch die Überraschungsparty aufkommende Stimmung getrübt. Ein dunkles und unbekanntes Wesen taucht am Horizont auf und nimmt jeden von Sonics Freunden mit sich. Was ist geschehen? Bei dem Monster handelt es sich um den Zeitfresser, der die Ebenen von Zeit und Raum zu durchbrechen vermag und Sonic in die Vergangenheit katapultiert. Dieser trifft dort auf sein Ebenbild. Beide setzen sich zum Ziel, ihre Freunde zu retten und das unbekannte Wesen zu vernichten. Dazu müssen sie lediglich verschiedene aus 20 Jahren Sonic bekannte Stages überwinden, können mit jeder bestandenen Karte einen ihrer Freunde befreien und finden schlussendlich heraus, welcher Zusammenhang zwischen dem Zeitfresser und dem Bösewicht Dr. Eggmann besteht. Die arg konstruiert wirkende Geschichte macht deutlich, dass es sich bei Sonic Generations letztendlich um eine Zusammenstellung der besten Sonic-Strecken handelt; ein Remake quasi. Insgesamt schaltet man im Laufe des Spiels neun Stages frei, die allesamt liebevoll und mit viel Eifer neu aufgelegt wurden. Verbunden werden die verschiedenen Karten dabei maßgeblich durch die erzählte Story, die allerdings mehr schlecht als recht daherkommt.

Augen zu und durch

Gerade die Cutscenes und Story-Elemente werfen zu Beginn einen wirklich schlechten Eindruck auf das Spiel. Alles wirkt sehr kindlich und gerade die Piepsstimmen der Charaktere sind kaum auszuhalten. Eigentlich hätte es ausgereicht, dem Spieler die Karten ohne viel Schnickschnack und Drumherum zur Verfügung zu stellen. Da das Sonic Team aber eine Geschichte konstruieren wollte, muss man sich durch unendlich kitschige Filmsequenzen quälen. Natürlich ist mir klar, dass die Zielgruppe für Sonic-Spiele primär bei der Kindern zu suchen ist. Dagegen ist sicherlich auch nichts einzuwenden. Mir schlägt dabei aber übel auf, dass die Geschichten rund um Sonic weitaus mehr Potential bieten, um besser erzählt werden zu können und somit nicht zwingend in ein derart nervig-kindliches Niveau abdriften müssen. Sonic CD aus dem Jahre 1993 bleibt mir dabei als Referenz in Erinnerung. In dem Spiel verstanden es die Entwickler, nicht nur eine Geschichte mit einem Thema rund ums Zeitreisen weitaus besser zu erzählen, sondern auch mit handgezeichneten Cutscenes zu überzeugen. Gerade der Bereich der Anime-Serien aus dem japanischen Raum, der sich mitunter scharf von den Zeichentrickserien aus den USA abgrenzt, zeigt doch, dass mehr Potential dahinter steckt und somit auch mehr Inhalt erwartet werden kann. Im Laufe seiner Lebenszeit hat das Sonic-Franchise drei Fernsehserien spendiert bekommen. Dabei hat vorrangig das japanische Sonic X gezeigt, wie man den Stoff des blauen Igels in einer gelungenen Geschichte unterbringen kann. Sicherlich kann man über die Story hinwegsehen, doch hätten es die Entwickler dann einfach wie früher halten und Level an Level reihen sollen oder alternativ eine schlichtweg angemessene Geschichte erzählen können. In der dargestellten Art und Weise schlägt einem das Ganze ziemlich sauer auf.

Zwei Ansätze, ein Spiel

Letztendlich lösen sich dann sogar bei mir die Sorgenfalten, denn auch ich muss mir eingestehen, dass eine Kritik rund um die fehlgeleitete Story bei Sonic Generations nicht so relevant ist, dass sie einem den Spielspaß verderben kann. Fans wollen das ihnen bekannte und geliebte Gameplay erleben, das ja seit jeher den Kern der alten Ableger bildet. Fans wollen das ihnen bekannte und geliebte Gameplay erleben, das ja seit jeher den Kern der alten Ableger bildet. Ganz im Sinne des klassischen Jump'n'Run-Spielprinzips heißt das also, in Form von Sonic das Levelende so schnell wie möglich zu erreichen, auf dem Weg befindliche Gegner zu vernichten und so viele lebensspendende Ringe wie möglich einzusammeln. Um diesem Bedürfnis entgegenzukommen, haben die Entwickler ein Konzept erarbeitet, das einen den ersten Akt eines Levels mit dem klassischen 2D-Sonic spielen lässt, während der zwei Akt dem modernen Sonic aus neueren Ablegern mitsamt 3D-Umgebung und Spieltiefe vorbehalten bleibt. Das Sonic Team hat seine Arbeit dabei sehr gut gemacht. Gameplaytechnisch zeichnet sich der klassische Sonic tatsächlich durch die bekannten Fortbewegungsmöglichkeiten der alten Mega Drive-Zeiten aus. So springt man in gekugelter Form durch die Level, gibt aus dem Stand durch den Spin Dash Gas und sieht sich mit wunderbar hohen Geschwindigkeiten konfrontiert. Das Gameplay geht dabei sehr gut von der Hand und erzeugt in Windeseile ein angenehmes Retro-Feeling. Somit werden schnell Erinnerungen an die guten alten Zeiten wach, in denen man dem Übel der Welt im reinen 2D-Gewand gegenübertrat.

Gänzlich verschiedenen ist der zweite Akt eines jeden Levels, in dem man mit dem modernen Sonic an den Start geht. Ich war zunächst skeptisch, da ich von dem 3D-Sonic bisher nur Unübersichtlichkeit und unwirsches Gameplay gewohnt war, doch hat das Sonic Team auch hier seinen Job sehr gut gemacht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei deutlich auf der Geschwindigkeit, sodass es stets sehr schnell zur Sache geht. Die Steuerung geht unerwartet gut von der Hand und wird bis auf einige Aussetzer den Erwartungen gerecht. Gerade das Geschwindigkeitsgefühl wird beim Rennen in die Tiefe weitaus intensiver wahrgenommen. Sehr gut ist auch die Entscheidung der Entwickler, den modernen Sonic nicht nur in die Tiefe, sondern auch in 2D-Passagen laufen und springen zu lassen. So wechselt des Öfteren die Kameraperspektive und lässt einen von der Seitenansicht verschiedene Höhen erklimmen, Dinge überspringen und Feinde anvisieren. Ansonsten unterscheidet sich der moderne Sonic durch veränderte Fähigkeiten von seinem klassischen Pendant. Statt des Spin-Dashs hat man einen Boost, Feinde werden automatisch anvisiert und auf Knopfdruck vernichtet, man kann Stampfattacken ausführen und ist generell einen Zacken schneller unterwegs, als das 2D-Gegenstück.

Ab und an schleichen sich diverse Gameplay-Ungereimheiten ein, die in Form schlechter Kameraperspektiven oder dank ungünstig positionierter Gegnern zum Absturz führen. Das bleibt aber eine Seltenheit. Gerade in den 3D-Parts hat man oft das Gefühl, dass man Sonic wie auf Schienen steuert. Insofern kommt es der modernen Variante unwahrscheinlich zu Gute, dass sie durch zahlreiche 2D-Passagen aufgelockert wird.

Aus alt mach neu und umgekehrt

Für die Arbeit an Sonic Generations hat sich das Sonic Team maßgeblich an den bisher erschienenen Videospielen rund um den blauen Igel orientiert und liefert schlussendlich die Remakes der besten bisher erschienenen Level. Die Karten sind in drei Zonen unterteilt, die jeweils drei Level aus einer bestimmten Ära (Mega Drive, Dreamcast, Next-Gen) enthalten. Gerade die Umsetzung der aus Sonic 1, 2 und 3 bekannten Level weckt nostalgische Erinnerungen und ist sowohl vom Gameplay als auch von der Grafik sehr ansehnlich gelungen. Man sieht den Entwicklern ihre Liebe zum Detail deutlich an und kann sich über ein hochauflösendes und ansprechendes Erlebnis freuen. Die Grafik ist sehr authentisch geworden - ob saftig grüne Wiesen bei Green Hill, ein mechanisches Durcheinander bei Chemical Plant oder luftige Höhen bei Sky Sanctuary: Es ist einfach großartig. Während bei den alten Levels jeweils ein neuer Akt mit Tiefendimension hinzugefügt wurde, wurden die neuen Remakes ab der Sonic Adventure-Ära mit einem zusätzlichen 2D-Level für den klassischen Sonic versehen. Die insgesamt neun Strecken sind nicht nur untereinander, sondern auch in sich abwechslungsreich und rasend schnell gestaltet worden - nur Crisis City aus dem 2006er Sonic the Hedgehog sagt mir bisher noch nicht zu. Am Ende eines jeden Levels gibt es eine Auswertung mitsamt finaler Note, die vom schlechtesten D bis hin zum bestmöglich erreichbaren A verteilt wird. Wer wirklich gut ist, kann sich auch ein S ergattern. Festhalten muss man dabei allerdings, dass der Schwierigkeitsgrad nicht sonderlich hoch ausfällt. Die Note A ist fast immer drin. Man muss sich schon anstrengend, um mal "nur" das B zu erhalten. Das ist mitunter auch dem gesamten Leveldesign geschuldet, das im Gegensatz zu den Old School-Klassikern weitaus mehr auf Geschwindigkeit aus ist. Das tut dem Spiel zwar sehr gut und wird der heutigen Zeit gerecht, doch hätte man durchaus kniffligere Jump'n'Run-Elemente ins Spiel integrieren können.

Gerade Sonic the Hedgehog 1 aus dem Jahre 1991 ist mitsamt der anderen Spiele aus der Mega Drive-Ära weitaus schwieriger, als alles, was man bei Sonic Generations geboten bekommt. Wer sich dem Debüt der Reihe widmet, wird öfter das ein oder andere mal sterben und um jedes verlorene Leben trauern, das mit 100 aufgesammelten Ringen nur schwer wieder zu erwerben ist. Ohnehin sind die Sprünge bei Sonic 1 kniffliger, wodurch der Klassiker weitaus anspruchsvoller als Sonic Generations ist. Musste man damals pro Level am Ende noch mindestens 50 Ringe besitzen, um im folgenden Minispiel die Chance zu erhalten, einen der ersehnten Chaos-Emeralds zu erwerben, ist dies bei Sonic Generations (wie auch bei den neueren Ablegern) per se im Spielverlauf integriert. Man kann also gar nicht anders, als alle Emeralds auch ohne großartiges Können zu erhalten und sich am Ende des Spiels in Super Sonic zu verwandeln. Ich empfand es früher immer als eine zusätzliche Herausforderung, mit Hilfe dieser schwer zu bekommenden Steine ein zusätzliches Ende freischalten zu können. Auch der Verzicht auf dieses Spielelement in Sonic Generations, das ja als ein Remake betrachtet werden kann, macht deutlich, dass man sich nun umso mehr dem Massenmarkt nähert und das Spieler lieber einfacher als fordernd gestaltet.

Des Doktors Schergen

Der eigentliche Spielspaß wird durch das recht einfache Durchspielen des Titels glücklicherweise nicht getrübt. Dadurch, dass jedes Level und jeder Abschnitt aber stets einzeln angewählt werden muss, geht mitunter das Feeling der alten Teile verloren, bei denen eine Zone stets aus Akt 1, Akt 2 und Akt 3 mit Bosskampf bestand und sich damit schlüssig und mit einem roten Gameplay-Faden einfach zusammengehöriger anfühlte. Sonic Generations bietet die Akte stets separiert, sodass man immer wieder das (sehr schön gestaltete und freie) Menü betreten und Akt 2 anwählen muss. Mitsamt der Auskopplung eines dritten Aktes und der Auslösung der Bosskämpfe wirkt es mitunter weniger rund. Letztlich war diese Entscheidung aber vielleicht gar nicht so schlecht, denn die Endgegner in Sonic Generations sind nicht gut geworden. Zwar mag der erste noch gefallen und auch in der Mitte sagte mir ein Endkampf zu, doch besitzen die ebenso separat anwählbaren Bosskämpfe im Gegensatz zu den eigentlichen Levels keinen Wiederspielwert. Vom Gameplay her gesehen sind sie oft zu konfus gestaltet worden und können daher nicht überzeugen. Das ist schade, waren doch die Endgegner der Mega Drive-Ära eine wahre Herausforderung, die durch geschickte Spielelemente ein Jump'n'Run-technisches Geschick forderten, das in der neu dargestellten Form entweder in Unübersichtlichkeit und Glück oder ziemlicher Belanglosigkeit mündet.

Extras und Herausforderungen

Sonic Generations hat man ziemlich schnell durchgespielt. So warten neun Level auf einen, die in gewohnt rasanter Geschwindigkeit beendet werden können. Für mich ist ein Spiel nach den Credits im Normalfall auch schon gelaufen, da ich eigentlich kein Secret-Sucher bin. Dass sich meine Einstellung bei Sonic Generations geändert hat, liegt wohl daran, dass die Level tatsächlich einen recht hohen Wiederspielwert haben. Dies liegt zum einen an pro Level zusätzlich anwählbaren Herausforderungen (insgesamt 90 Stück an der Zahl), die mitunter sogar Abwechslung mit sich bringen und nicht nur eine einfache Wiederholung des eigentlichen Aktes darstellen. So kann man mit Hilfe von Tail's Flugkünsten bestimmte Hürden überwinden, mit Knuckles nach vergrabenen Ringen suchen oder mit Amy eine Art Liebesstrahl auf die Gegner schießen, die damit betäubt werden und somit ein leichtes Ziel darstellen. Die Steuerung erfolgt dabei aber nur indirekt. Man spielt also weiterhin mit Sonic und ruft seine Freunde bei bestimmten Situationen per Knopfdruck herbei Die Steuerung erfolgt dabei aber nur indirekt. Man spielt also weiterhin mit Sonic und ruft seine Freunde bei bestimmten Situationen per Knopfdruck herbei. Ankreiden darf man an dieser Stelle die Tatsache, dass auch die Herausforderungen zu einfach sind und nicht das Schwierigkeitsniveau der früheren Ableger erreichen. Hohe Wertungen sind wie oft ein Leichtes. Gerade bei mit dem Label Herausforderung versehenen Spielelementen hätte man stärker an der Schwierigkeitsschraube drehen können. Ohnehin sind die Herausforderungen von der Spielzeit her gesehen sehr kurz und dauern meist nur ein bis zwei Minuten. Hier siegt dann die Quantität über die Qualität.

In den normalen Levels gibt es weiterhin versteckte Sternringe zu finden. Mitunter muss man bei der Suche danach auch mal vom Gas gehen und sich die Welt ein wenig näher anschauen, entdeckt daraufhin alternative Ebenen und bahnt sich den Weg zum Ziel über neue Routen. Mit durchgespielten Herausforderungen schaltet man dann alle möglichen Songs aus 20 Jahren Sonic frei, die im Anschluss beliebig für ein Level ausgewählt werden können. Das ist toll und lässt das Nostalgiegefühl nur noch stärker ausfallen. Wer rote Sternringe findet, kann sich zudem über Illustrationen freuen, die während der Entwicklung an dem Spiel erstellt worden sind. Sämtliche im Laufe der Zeit erworbenen Errungenschaften, wie eben die Musik oder die Bilder, kann man sich dann separiert anschauen und so lange man will in wohligen Erinnerungen schwelgen. Das ist schön gemacht und lädt jeden Sonic-Fan zum mehrmaligen Spielen eines Levels ein. Über einen Item-Shop kann man weiterhin bestimmte Fähigkeiten erwerben, die in verschiedenen Sets zusammengestellt und im Anschluss vor dem Start eines Levels ausgewählt werden können. Ob man nun die Boost-Leiste des modernen Sonics erhöhen möchte, weniger Ringe beim unvorsichtigen Feindkontakt verloren gehen sollen oder die Höchstgeschwindigkeit maximiert werden soll - in seichter Rollenspielmanier lassen sich zahlreiche Attribute verbessern. Bezahlt wird dabei mit durch das Beenden eines Levels in inflationärer Zahl erworbenen Punkten, wodurch die möglichen Optimierungen schnell zusammengekauft sind. Ich statte Sonic beim Levelstart aber weiterhin mit einem leeren Set aus, da das Spiel sonst zu einfach wird.

Fazit

Endlich hat sich das Sonic-Team besonnen und mit Sonic Generations ein Spiel geliefert, das wieder die klassischen 2D-Wege geht - zumindest teilweise. Die Passagen in den abwechslungsreichen Levels lassen ein nostalgisches Gefühl aufkommen und machen viel Spaß. Doch auch das Spiel mit der moderne Igel-Variante ist nicht zu verachten und weiß gerade durch das gegebene Geschwindigkeitsgefühl und eingebaute 2D-Passagen zu überzeugen - einzig wenige Steuerungsprobleme und ein manchmal auftauchendes Auf-Schienen-Gefühl trüben mitunter das Spielerlebnis. Insgesamt gewinnt die 2D-Darstellung vom Spielspaß her die Oberhand, weshalb zu hoffen bleibt, dass Sega auch in Zukunft auf 2D-Elemente setzt. Gerade Sonic-Fans werden sich über liebevoll und grafisch sehr ansehnliche Levels aus 20 Jahren Sonic freuen, die auch nach dem einmaligen Durchspielen noch mehr als nur einen Besuch wert sind. Insgesamt wird aber nicht viel neues geliefert, sondern "nur" Remakes von bereits Bekanntem - wenngleich die Neuinterpretationen sehr viel Spaß machen und alle als sehr gelungen bezeichnet werden können. Trotz der positiven Tendenzen sind noch nicht alle Wogen geglättet. So ist die Story nicht nur platt, sondern wird zudem extrem nervig erzählt. Gelingt es einem trotzdem, die Geschichte gekonnt zu ignorieren, wird man kurz darauf auch schon mit den Bosskämpfen konfrontiert, die mehr schlecht als recht daherkommen und noch einiges an Feintuning vertragen hätten - keine Spur von den anspruchsvollen und Geschicklichkeit fordernden Bossen der Mega Drive-Ära. Ohnehin ist das Spiel ein wenig zu einfach, da Belohnungen zu schnell verteilt werden und man fast immer auf Anhieb die Bestnote erreicht. Ähnliches gilt für die zusätzlichen Herausforderungen, die bedingt durch freischaltbare Extras zwar einen gewissen Grad an Abwechslung bieten, dabei aber nicht wirklich fordern. Letztendlich geht das Sonic Team den richtigen Weg und hat mit Sonic Generations ein Spiel veröffentlicht, das wirklich viel Spaß macht und für jeden Sonic-Fan einen Must Have-Titel darstellt. Für den Umfang empfinde ich den Vollpreis nichtsdestotrotz als zu hoch, sodass es sicherlich nicht verkehrt ist, sich noch ein wenig in Geduld zu üben und dann für weniger Geld in ein gutes Jump'n'Run zu investieren. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Sonic Team nach der derzeitigen Remake-Phase wieder neuen Ideen widmet, die 2D-Elemente verstärkt umzusetzen und vor allem die Bosskämpfe zu verbessern versucht.


Geschrieben am 18.12.2011, Testkonfiguration: Xbox360
 



10 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Sehr gut (4.9 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei geuer, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de