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Info
Autor 5
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Gesamt (20 votes) 4
 1.2
 0.9
 0.8
Name:Sniper - Path of Vengeance
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2003/02
Publisher: Xicat
Entwickler: Mirage
Hardware: 600Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 1200 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Englisch
Patch: 2.23
USK: 18
Sniper - Path of Vengeance (review von mountainking)

Von den polnischen Entwicklern des für seine Zeit in Teilen erträglichen Mortyr erreichte uns kürzlich ein neues Spiel namens "Sniper - Path of Vengeance".

Der Titel deutet schon an, dass es sich hierbei wohl kaum um einen weiteren Tetrisklon, sondern vielmehr wieder um einen Shooter handelt, dessen Spielinhalt nicht wirklich die von Psychologen so geforderten vielfältigen Problemlösungsmöglichkeiten anbietet.

Der Held des Spieles geht dem zweifelhaften, aber wahrscheinlich ziemlich einträglichen Beruf des Auftragskillers nach. Das Game beginnt logischerweise auch mit einer entsprechenden Szenerie, Dominick, so der Name des Snipers, trifft unter einer Brücke einen Auftraggeber, der ihm ein Gewehr und den Standpunkt seiner Zielperson übergibt. Diese steht, warum auch immer, von einigen Polizisten bewacht an einer nahegelegenen Tankstelle herum. Nachdem der Auftrag erledigt ist, versucht er sich natürlich so schnell wie möglich vom Tatort zu entfernen, wird dabei jedoch von der Polizei geschnappt und ins Gefängnis gesteckt. Schnell wird klar, dass dahinter ein Komplott verschiedener Unterweltgrößen steckt und nachdem Dominick sich aus dem Gefängnis befreit hat und herausfindet, dass er selbst unter eine Droge gesetzt wurde, mit der eben diese Verbrecher sich eine Armee von Supergangstern schaffen wollen, befindet der Killer sich logischerweise auf dem namensgebenden Rachefeldzug.Nebenbei wäre auch ein Gegenmittel ganz hilfreich, denn die Droge wirkt irgendwann tödlich.

Klingt recht an den Haaren herbeigezogen und ist es auch. In Teilen frech geklaut von SiN, dabei allerdings befreit von innerer Logik, versehen mit einer mysteriösen weiblichen Helferin, die Dominick in der Mitte des Spieles einen Hinweis gibt und auch in der Endszene auftaucht, ohne dass irgendwie klar wird, was sie eigentlich mit der ganzen Sache zu tun hat, "vorangetrieben" durch einige wenige Gespräche mit ebenso mehr oder weniger überflüssigen Leuten, so ungefähr stellt sich die Handlung des Spieles dar.

Nun kann man einwenden, dass Shooter nicht immer durch eine überzeugende Story getragen werden müssen, obwohl sich das in letzter Zeit doch eher zum Positiven verändert hat. Leider sieht es aber auf anderen Gebieten kaum besser aus.

Laut Packung basiert "Sniper" auf Lithtechs Jupiter-Engine, die ja beispielsweise auch NOLF2 zugrundeliegt. Ich habe keine Ahnung, was Mirage mit dieser Engine gemacht haben, oder ob sie sich vielleicht nur eine illegale Version aus den Monolith-Servern gehackt haben, auf jeden Fall macht das Spiel grafisch durchweg einen furchtbaren Eindruck und erinnert nirgendwo auch nur in Ansätzen an die eigentlich wirklich gute Qualität dieser Engine, selbst die Urversion, wie sie bei Shogo/ No One Lives Forever/ Blood 2 / Kiss Psycho Circus verwendet wurde, sieht um Längen besser aus. Dazu kommt noch, dass man nur Auflösungen bis 1024x768 einstellen kann, was ich mir wiederum auch nicht erklären kann, da normalerweise mehr möglich sein müssten. Die Texturen sind fast durchweg verwaschen, dreckig-grau und von mieser Qualität, Gegenstände wie Schränke, Türen oder selbst Autos sehen aus wie bei Duke Nukem. Einige wenige Ausnahmen stellen eine Art Landsitz und einige chinesische Gebäude dar, aber auch da gibt es nur ganz billige 08/15-Räume oder Außenwände. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Entwicklung von "Sniper" durch Epic (Unreal, Unreal Tournament) finanziert wurde, um sich eine lästige Engine-Konkurrenz vom Hals zu schaffen, denn was hier präsentiert wird, ist fast schon eine Rufschädigung für Lithtech. Selbst das schon einige Jahre alte Mortyr sah in den ersten Leveln wesentlich besser aus.

Als musikalischer Hintergrund fungiert durchweg nervige Synthiemusik, von deren Qualität die Entwickler aber sehr überzeugt gewesen sein müssen, denn er lässt sich immer nur für die jeweilige Spielsitzung abstellen. Startet man "Sniper" erneut, ist der entsprechende Schalter wieder auf "On", einer der zahllosen Bedienungsfehler des Spieles. Die Waffensounds und auch -skins sind ok, Dominick gibt hin und wieder einige Kommentare zum Spielgeschehen ab und auch die an einer Hand abzählbaren Gespräche sind halbwegs vernünftig synchronisiert.

Das generelle Gameplay, man ahnt es schon, schließt sich nahtlos an den durch Story, Grafik und Sound gesetzten Trend an. Waffen einsammeln, ein paar Knöpfe drücken um eine Tür zu öffnen und alles abknallen, was einem im Weg steht...mehr gibts nicht. Die Level sind vollkommen linear und simpel aufgebaut, Rätsel gibt es keine, ein einziges Mal muss man einen bestimmten Gegenstand "suchen", nämlich eine Statue, in der die Droge und das Gegenmittel versteckt sein sollen. Komischerweise kommt in der Schlusszene die oben angesprochene Dame angerannt und hat das Gegenmittel in einer Spritze, obwohl man die Statue die ganze Zeit selbst mit sich herumgeschleppt hat....nun ja.

Da für die Gegner im Spiel die Bezeichnung KI zu schmeichelhaft wäre, verwende ich lieber die Eigenkreation AS (Artificial Stupidity). Sie laufen ein bißchen im Kreis, machen ein oder zwei Schritte zur Seite, kommen aber ansonsten immer recht brav herangelaufen und stürzen sich mehr oder weniger in die Waffe des Helden. Aber halt, Mirage wollte es uns dann doch nicht zu einfach machen und hat ihren bösen Kreationen von Anfang an den NoClip-Cheat mit auf den Weg ins virtuelle Leben gegeben. Das wirkt sich dann so aus, dass sie beständig durch ganz klar geschlossene Türen hindurchgehen, ohne dass diese sich öffnen, oder hin und wieder auch durch Wände schießen. Auch ganz nett ist es, dass sie mehr oder weniger unvermittelt und aus dem Nichts hinter dem Spieler erscheinen, nachdem man durch den Tod eines anderen Gegner dieses Ereignis ausgelöst hat. Wieder andere ignorieren einen allerdings komplett, so dass man im ersten Moment glaubt, jemanden gefunden zu haben, mit dem man reden muss, allerdings passiert nichts, selbst wenn man sich frontal vor die Figur stellt. Erst wenn man dann einige Schritte weiter den nächsten Gegner erledigt, wachen die anderen aus ihrem scheintoten Zustand auf. In der Regel treffen sie auch relativ schlecht und stellen für halbwegs geübte Spieler, abgesehen von ihren Cheats, keinerlei Gefahr dar, außerdem gibt es nur 3 oder 4 Grundmodelle, die immer mal Klamotten mit anderen Farben besitzen, um so Vielfalt vorzutäuschen.

Erwähnte ich schon, dass es während des gesamten Spiels -abgesehen von Anfang und Ende- genau eine Cutscene gibt (man fährt mit einem gelben Bus durch eine Gefängsnistür)? Oder dass die Shotgun jedem CS-Spieler das Herz höher schlagen lassen dürfte, da man mit ihr auf ca. 5 km Entfernung die Feinde mit einem Schuß erledigen kann? Oh, bevor ich es vergesse, man sollte sich auch nicht zu früh über die im Handbuch aufgeführten Alternativmodi der Waffen (auch hier nichts Besonderes, das übliche Sammelsurium aus Pistolen und MP´s) freuen, da sie in ca. 50% der Fälle schlicht nicht vorhanden sind, obwohl sie es eigentlich sollten. Nur beim Snipergewehr konnte man alternativ zoomen und bei zwei der Maschinenpistolen ein zusätzliches Licht am Lauf einschalten, mit dem man aber absolut nichts erhellen kann.

Anscheinend, um ein wenig mit der Zeit zu gehen, gibt es auch bei Sniper "einzigartige Elemente zur Figurenerstellung, mit denen Sie Ihren perfekten Killer erschaffen können" (Zitat von der Verpackung).

Es soll sich wohl, auch wenn sich meine Finger sträuben, dies zu schreiben, um Anlehnungen an Rollenspiele handeln. Nach einer bestimmten Anzahl erledigter Feinde (andere Aufgaben gibts ja nicht) steigt man ein Level auf und bekommt 1 (in Worten: einen) Punkt, den man entweder auf Stärke (sinnlos, da sie nur die Tragfähigkeit erhöht), Stamina (reicht auch so) oder Lebenspunkte (man startet bereits mit 100 und steigt vielleicht 30mal auf) verteilen kann. Nötig oder wirklich wichtig ist das nicht.

Noch schwachsinniger ist die Tatsache, dass man diesen einen Punkt außerdem noch zur Erhöhung der Fertigkeiten im Umgang mit den verschiedenen Waffen verwenden kann. Diese werden allerdings auch durch die bloße Benutzung der Waffe gesteigert und das sehr viel schneller. Anstatt dort einen Punkt zu verschwenden gibt man lieber 3 Schüsse ab und bekommt dasselbe Ergebnis.

Die Steuerung erfolgt über Tastatur und Maus, aber auch hier gibt es einige Überraschungen zu erleben. Zunächst mal ist der Sensitivitätsregler für die Maus eine Attrappe, zumindest bei meiner ergab sich überhaupt kein Unterschied, egal in welcher Stellung er sich befand. Desweiteren funktionierten einige der zu vergebenden Tastaturbefehle nicht, beispielsweise konnte ich auf keinen meiner Keys die manchmal ja ganz nützliche Nächste/Vorherige Waffe-Funktion vergeben. Auch das Mausrad verweigerte hier seinen Dienst und so blieben nur die Zahlentasten übrig.

Angesichts der zahlreichen beschriebenen Bugs, die noch ergänzt wurden duch die üblichen Abstürze beim Laden und Starten des Spieles, machte ich mich auf die Suche nach einem Patch und wurde auch schnell fündig, da Sniper inzwischen durch ein 42 MB (!!) großes Update auf Version 2.33 gebracht werden kann. Man stelle sich jedoch meine Überraschung vor, als ich bemerkte, dass ich bereits die ganze Zeit mit dieser aktuellen Variante gespielt hatte, da die im Moment in Deutschland erhältlichen Sniper-Ausgaben offensichtlich bereits aktualisiert sind. Ich möchte wirklich nicht wissen, wie die Urfassung ausgesehen hat bzw. sich spielen ließ.

Ein ganz spezielles Schmankerl haben sich Mirage übrigens für den Schluss des Spieles aufgehoben, den ich angesichts meiner festen Überzeugung, dass sowieso kein normaler Mensch so weit spielen wird, mal kurz spoilern will: Sniper endet in einem klassischen Showdown zwischen Dominick und dem letzten der Unterweltbosse und zwar dergestalt, dass letzterer einfach viel mehr Gesundheitspunkte und eine etwas stärkere Waffe besitzt und auf einem übelst langen Flur ständig vor seinem Verfolger flüchtet. Hat man ihn dann entscheidend geschwächt, startet eine Endsequenz, in der die beiden Gegner in Matrix-Optik zeitlupenartig zu Boden gehen. Dummerweise haben die Entwickler jedoch vergessen, den beiden in diesem Film Waffen in die Hand zu geben, so dass sie leere Hände vor sich hinhalten und damit einen Shootout quasi simulieren. Vielleicht sollte es aber auch nur als humoristischer Rausschmeißer gedacht sein. Ich habe allerdings schon besser gelacht, vor allem, wenn ich an die vorher vergeudeten ca. 6 Stunden meines Lebens denke.

Sniper - Path of Vengeance ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Shooter im Jahre 2003 NICHT sein sollte. Schwächen auf einem der für den Spielspaß relevanten Gebiete hat fast jedes Game, wenn eines jedoch überall absolut unterdurchschnittlich ist bzw. die Grenze des Erträglichen überschreitet, bleibt nur eine faire und damit schlechte Bewertung übrig. Wer sein Erspartes lieber in Budgetversionen von SiN, Requiem und Blood 2 investiert, hat damit gleich 3 Spiele, die älter, um Längen besser und lustiger sind und immer noch Geld für eine große Pizza übrig. Ich hoffe für Mirage, dass dieses Spiel nicht den Maßstab für das bald erscheinende Mortyr 2 darstellt, denn dann wird mich auch eine weitere Hitler-Veräppelung nicht mehr dazu bringen, ein Auge zuzudrücken.


Geschrieben am 15.03.2003, Testkonfiguration: AMD2000, GeForce3, 512MB Ram
 



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