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Sinking Island  

Rückseite ]

Info
Autor 2
 1
 2
 2.5
Gesamt (5 votes) 2+
 1
 1.7
 2.3
Name:Sinking Island - Mord im Paradies
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2007/10
Publisher: Daedalic Entertainment
Entwickler: White Birds Productions
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1.5Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 3000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Patch: 1.1.2
USK: 12
Sinking Island - Mord im Paradies (review von nali_warcow)

Nachdem zuletzt an Hand des Reviews zu "Aurora - Das letzte Experiment" zu sehen war, wie ein Adventurekonzept in den Sand gesetzt werden kann, gibt es nun ein Beispiel dafür, wie auch im Jahre 2007 ein Krimi-Adventure spannend, atmosphärisch und spielerisch anspruchsvoll aussehen kann: "Sinking Island: Mord im Paradies" von White Birds Productions. Wie spannend sich der Kriminalfall mit zehn Verdächtigen auf einer einsamen Insel gestaltet und ob sich die Entwickler im Vergleich zu ihrem letzten Titel, Paradise, steigern konnten, wird sich im folgenden Review zeigen.

Das Spiel wird zum adventurefreundlichen Preis von etwa 30€ angeboten. In der Box befindet sich neben der Spiel-DVD und einer Registrierungskarte auch ein 25 Seiten umfangreiches Handbuch. Neben der Installation wird hier ausführlich und sehr gut verständlich die Handhabung der zahlreichen Spielmöglichkeiten beschrieben. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen gibt es zudem eine kostenlose Rufnummer im Fall von technischen Problemen. Im Testverlauf war der Kopierschutz recht "zahm" und forderte lediglich einen ärgerlichen Neustart des System vor dem ersten Spielstart. Technische Probleme gab es ansonsten nicht.

Ein Toter und zehn Verdächtige

Anfangs sollte es für Jack Norm nur ein kurzer Abstecher auf das Korallenatoll "Sagorath" werden. Freund und Kollege Victor Reeves, der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mit dem Fall beschäftigen konnte, war der festen Ansicht, dass der Tod von Walter Jones lediglich ein Unfall war, wodurch die Ermittlungen sehr schnell abgeschlossen sein sollten. Doch am Tatort angekommen musste Jack sehr schnell feststellen, dass hier wohl ein wenig nachgeholfen wurde. Kratzspuren, Blutflecken und die Aussage eines Streits sind sehr deutliche Anzeichen, dass hier etwas nicht stimmt. Zudem erscheint eine natürliche Todesursache auch ein wenig sehr zufällig, wenn der alte Herr Großvater gerade all seine Enkel und Erben auf die Insel gerufen hat, um seinen letzten Willen zu verkünden. Von einem der wohlhabendsten Amerikaner und dem Besitzer von Sagorath, einem riesigen Wolkenkratzer, der eine Mischung aus Palast und Nobelhotel darstellt, ist sicher einiges zu holen…

Den Großteil der Handlung erlebt der Spieler in diesem Krimi aus der Sicht des Inspektors, der Stück für Stück den Ablauf der Tat erfährt. Entsprechend tragen sehr viele Gespräche, aber auch Sekundärliteratur und kleine Puzzle dazu bei, die Geschichte spannend und umfangreich zu präsentieren. Ab und zu gibt es auch mal eine kurze Zwischensequenz oder einen Kameraschwenk, doch überwiegend heißt es in Gesprächen aufmerksam zu sein, um nicht den Faden zu verlieren.

Wer war es?

Mit einer umfangreichen Liste aller auf der Insel befindlichen Personen beginnen die eigentlichen Nachforschungsarbeiten. Interessant sind auf jeden Fall die Rollstuhlspuren und Fußabdrücke im Sand, um einen ersten Ansatzpunkt für die Ermittlungen zu haben. Schnell wird die Kamera gezückt und noch ein Foto gemacht, bevor der Rollstuhl, der weiter oben an der Klippe hängen geblieben ist, näher in Augenschein genommen wird. Neben Blutspuren sind auch einige Fingerabdrücke zu entdecken, aber ohne Grafitpuder wird man da nicht weiter kommen. Auf dem Boden ist zudem noch ein Stück einer kleinen Kette zu finden, das zur Sicherheit und weiteren Untersuchung gleich eingesteckt wird. Es wird nun Zeit, die Umgebung zu erkunden. Den Rollstuhlabdrücken folgend gelangt Jack bis zum großen Turm auf der Insel. Im Vorbeigehen werden dabei auch gleich die ersten Verdächtigen vernommen und Fotos der Hände (Fingerabdrücke) und Schuhe gemacht, um diese mit den beiden Aufnahmen am Tatort vergleichen zu können. Allerdings ohne positiven Ermittlungserfolg. Schließlich erreicht der Inspektor eine kleine Hütte am anderen Ende der Insel, wo sich Kolios und Baina aufhalten. Schon gleich, als es darum geht, Fotos der Hände zu machen, fällt dem Ermittler etwas auf: Einer von Bainas Fingernägeln ist abgebrochen. Leider ist es jedoch nicht möglich, mit dem Mädchen zu sprechen, da diese scheinbar stumm ist, was an einem Unfall vor einigen Jahren liegt, wie Kolios erklärt. Da Baina in der Zwischenzeit nicht nur an einer Stelle herumstand und sich ein wenig bewegt hat, hat sich nun auch eine wunderbare Gelegenheit ergeben, ihre Schuhabdrücke zu fotografieren. In der kleinen Hütte befinden sich in einer Truhe außerdem einige Diamanten und eine Perlenkette. Eine genauere Untersuchung aller hier gesammelten Beweismittel ergibt schließlich, dass es Baina war, die sich bei Walter Jones an der Schildkrötenplattform aufgehalten hat. Aber war das stumme Ding auch der Täter oder hat sie den Täter gesehen?

Eine Insel, zehn Verdächtige und viele Fragen

Die Arbeit wird für den Ermittler also nicht ganz einfach werden, da der Fall wohl doch ein wenig komplizierter ist und die Selbstmordtheorie - genauso wie ein Unfall - ausscheiden. Was bleibt ist eine Insel mit den zehn Erben des reichen Herrn, die jedoch leider alle irgendwie ein Motiv haben. Zudem geht es bei der Erbschaft nicht um Peanuts, sondern um richtig viel Geld. Dazu kommt noch, dass die Vergangenheit so einige Geheimnisse verbirgt, über die der Inspektor nichts weiß und die Leute auch nicht unbedingt gerne sprechen wollen. Eine der Verdächtigen, Baina, die den Toten wohl zuletzt gesehen hatte, ist nicht nur sehr verdächtig, sondern spricht seit einem mysteriösen Vorfall in der Vergangenheit nicht mehr. Aber auch der Architekt des gewaltigen Bauwerks hatte seine Meinungsverschiedenheiten mit dem Opfer und Sona hat starke finanzielle Probleme…

Um die Situation jedoch noch ein wenig spannender zu machen, bleiben dem Spieler auch nur drei Tage Zeit, um die Ermittlungen abzuschließen. Das riesige Bauwerk ist ein wenig überdimensioniert und droht mit der Koralleninsel zu versinken. Glücklicherweise bleibt es jedoch dem Spieler überlassen, ob er mit Zeitlimit oder ohne spielen möchte. Wahlweise steht ein überwiegend ruhiger, stressfreier Adventuremodus zur Auswahl oder ein Aufklärungskampf gegen die Zeit, wobei bestimmte Ermittlungsziele bis zu einer festgelegten Uhrzeit erledigt sein müssen. Im normalen Modus gilt es lediglich an einigen wenigen Stellen schnell zu sein bzw. sich nicht zu viel Zeit zu lassen, damit es nicht "Game Over" heißt. So hat Jack etwa die Leiche des Opfers zu untersuchen, bevor diese abtransportiert wird. Fairerweise wird der Spieler aber rechtzeitig genug darauf hingewiesen und hat dann noch mehr als genug Zeit, um eventuell unerledigte Aktionen zu tätigen.

Im Gegensatz zu vielen klassischen Adventures der letzten Zeit, die primär auf klassische Point & Klick Rätselkost bauen, präsentiert sich "Sinking Island" als waschechtes Krimi-Adventure, welches den Schwerpunkt auch entsprechend auf Dialoge und Ermittlungen setzt. Es ist somit nicht das primäre Ziel des Spiels, mit einem gut gefüllten Inventar die ganze Insel - und den großen Turm - abzuklappern und dabei Rätsel zu lösen, wie man etwa aus einem Raum fliehen kann und dazu den Schlüssel braucht, der auf der anderen Seite im Schloss steckt. Vielmehr geht es darum, Beweise zu sammeln und Licht ins Dunkel zu bringen, um die Geschehnisse zu rekonstruieren. Und davon gibt es reichlich. Beweisstücke, interessante Objekte, wie die Leiche des Opfers und zahlreiche Gespräche mit den zehn Verdächtigen, die auch alle auf der Insel festsitzen. Damit der Spieler zumindest eine grobe Richtung bekommt, bzw. ein Ziel vor Augen hat, gibt es immer eine übergeordnete Frage, die es zu beantworten gilt: "Wer war in der Nacht mit Walter Jones an der Schildkrötenplattform?", "Was war die Tatwaffe?" oder "Was war in Walter Jones Safe?" Aber nicht nur diese Fragen, sondern auch alle Objekte, Berichte und Zeugenaussagen werden im PPA (Personal Police Assistant) festgehalten. Bei diesem Gerät handelt es sich um ein nützliches und auch sehr hilfreiches Tool, welches dem Spieler viel Arbeit erspart. Alles, was entdeckt wurde, jedes Objekt und umfangreiche Informationen zu allen Verdächtigen werden darin aufbewahrt. Welche Informationen wurden über die Person schon gesammelt, was be- und was entlastet den Verdächtigen? Außerdem ermöglicht es der kleine Computer, gefundene Beweise, wie etwa Fußspuren oder Gegenstände zu vergleichen. Um schließlich eine "Frage" zu beantworten und damit die Ermittlung einen Schritt weiter voranzutreiben, gilt es die gesammelten Beweisstücke danach zu durchsuchen und entsprechende "Belege" auszuwählen. Eine Farbe zeigt bereits im Vorfeld an, welche Art von Beweis (Objekt, Aufzeichnung oder Aussage) notwendig ist und in die "Antwortkästchen" gezogen werden muss. Zur Beantwortet der ersten Frage, ob Walter Jones eines natürlichen Todes gestorben ist, gilt es beispielsweise nur zwei Beweise zu finden. Zum einen die Aussage von Hubert Nolent, der den Mord aus einem Fenster sah und zum anderen ein Foto von der Leiche, worauf Kratzspuren und ein Fingernagel im Gesicht der Leiche zu sehen sind. Spätere "Fragen" benötigen deutlich mehr "Belege" und sind auch längst nicht mehr auf einen kleinen Bereich der Insel beschränkt. Die ersten Spielminuten und die erste Frage dienen lediglich als kurzes Tutorial, um den Spieler in das Spiel einzuführen und ein wenig mit der Steuerung vertraut zu machen. Schon nach kurzer Spielzeit steht dem Hobby-Detektiv eine große Spielwelt offen. Grenzen gibt es gerade zu Anfang nur wenige. Überall auf der Insel und in dem großen Turm halten sich die Verdächtigen auf, die in zahlreichen Gesprächen auch zu jedem Gegenstand oder jeder Aussage anderer Personen befragt werden können. Vom Arbeitsaufwand ist es ein Mammutprojekt, welches nicht nur viel Geduld bei einigen Zeugen, sondern auch Durchhaltevermögen vom Spieler fordert. Im Gegensatz zu vielen anderen Adventures klickt man sich in Sinking Island nicht einfach nur von Raum zu Raum, sondern es ist Arbeit erforderlich. Wer an Dialogen kein Interesse hat, diese durchklickt (was möglich ist) und nur knobeln will, ist auf jeden Fall an der falschen Adresse und sollte einen großen Bogen um den Titel machen. Hier gilt es auf jedes Detail zu achten und auch Spaß daran zu haben, über Aussagen nachzudenken, Aufzeichnungen zu lesen und der komplexen Handlung zu folgen.

Aber auch Zeit sollte man ausreichend haben, da es im Krimi-Adventure ganz besonders wichtig ist, möglichst regelmäßig und lange vor dem Schirm zu sitzen, um sich an die ganzen Aussagen und Hintergründe noch gut zu erinnern. Wer einmal etwas nachschlagen will, kann dies jederzeit in den umfangreichen Aufzeichnungen machen, doch die Ermittlungen von Jack verlangen viel Aufmerksamkeit, um ans Ziel zu kommen. Aus Aussagen ergeben sich jeweils neue Anhaltspunkte und in so manchen Screens sind interessante und aufschlussreiche Objekte versteckt, die es zu finden gilt. Mitunter sind die Gegenstände jedoch gut versteckt und erfordern ganz bestimmte Aktionen, wie etwa eine Flasche Öl. Diese wird als Beweis gebraucht, kann jedoch erst mitgenommen werden, wenn zuvor noch ein Beweisstück an der Flasche gesichert wurde. Solche kleinen Sackgassen und Ungereimtheiten wären nicht nötig gewesen. Die Flasche hätte Jack auch ganz normal einstecken und dann im Inventar noch untersuchen können. Wer zudem ganz dringend auf der Suche nach einem Zeugen ist, wird gerade zu Beginn des Spiels ein wenig laufen dürfen, da die Insel recht groß ist. Dazu kommt noch, dass es einige Aktionen gibt, die ganz automatisch starten. Hat der Inspektor etwa gerade auf dem Weg zu einem Zeugen Hunger, dann springt das Spiel automatisch in den Speisesaal, was ungünstig gelöst wurde.Mit fortschreitender Spieldauer wird der Schauplatz jedoch immer kleiner und das Spiel ein wenig kompakter. Trotzdem wird der Titel auch Könner gut 15 bis 20 Stunden beschäftigen, um den Mörder zu finden.

Präsentation

Mit der Maus geht es in Sinking Island auf Spurensuche. Wie man es aus einem Adventure kennt, wird dabei der Bildschirm nach interaktiven Elementen, wie Personen und Objekten, abgesucht. Eine Hotspot-Funktionen gibt es leider nicht, aber dafür kann Jack wenigstens mit einem Doppelklick zum nächsten Ausgang laufen. Mehr aber auch nicht. Eine Reisefunktion oder Karte fehlt. Im sehr übersichtlichen PPA laufen alle Fäden zusammen und mit wenigen Klicks kann auf jede Information zugegriffen und alles untersucht oder nachgeschlagen werden. Da die zehn Verdächtigen alle ein wenig mobil sind und nicht immer an der gleichen Stelle zu finden sind, werden glücklicherweise die aktuellen Aufenthaltsorte ebenfalls im Ermittlungshelfer angezeigt. Ein Adventure - und gerade auch ein Krimi-Adventure - lebt von einer guten Übersetzung (unter anderem auch für die zahlreichen Beweisstücke in Form von Dokumenten) und glaubhaften Charakteren. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet und präsentieren zehn Figuren, die sehr interessant sind. Anfangs weiß man zwar gar nichts, aber alle haben einen interessanten Background und in Nebengesprächen und Aufzeichnungen sind viele Details und Hinweise versteckt. Aber auch die durchweg sehr guten Sprecher tragen in den vielen Gesprächen dazu bei, dass die Atmosphäre des Krimis wunderbar und stimmig rüberkommt. Einen Kritikpunkt gibt es aber und der fängt bei der optischen Präsentation an. Die Gesichter und Charaktere, die in den Gesprächen meist in Nahaufnahme zu sehen sind, sind nicht gerade berauschend. Hier wären mehr Details und mehr Feinheiten bei den Animationen ganz sicher nicht verkehrt gewesen, was der Atmosphäre noch einen guten Schub gegeben hätte. Als "Entschädigung" kann man sich jedoch über Lippensynchronität und ansonsten gut gelungene Hintergründe freuen. Außerhalb des Turms tobt ein Sturm, der so eindrucksvoll noch in keinem Renderadventure vorgekommen ist. Der Sturm ist zum Greifen nah und die Bäume biegen sich eindrucksvoll mit jeder neuen Böe. Im Innern des luxuriösen Punktbaus zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Eher klinisch sauber und mit deutlich weniger Interaktivität gibt es hier mehr der bekannten Renderkost. Allerdings haben es die Entwickler auch hier geschafft, durch Stil, Details und Kamerawinkel eine gelungene Atmosphäre zu erzeugen. Düster und bedrückend wirken die teils gigantischen Hallen und Räume. Während die Hintergründe 2D-Screens sind und die Charaktere als 3D Models mit ansehnlichem Schattenwurf eingebaut wurden, hätte es nicht geschadet, Objekte ein wenig besser vom Hintergrund hervorzuheben, damit der Spieler nicht zu leicht etwas übersieht und in einigen Bildschirmen, die lediglich als Weg von A nach B dienen, nicht elendig nach möglichen Objekten suchen muss. Besitzer von Widescreen-TFTs wird es außerdem freuen, dass der Titel auch einen optionalen 16 zu 10-Modus bietet.

Meinung

Sinking Island ist kein Spiel, das jedem Gamer oder Adventurespieler zusagt. Wer ein klassisches Point & Klick Abenteuer der Bauart Simon the Sorcerer oder Runaway erwartet, wird nicht nur bitter enttäuscht, sondern vermutlich auch deutlich überfordert. Sinking Island ist kein Spiel, das man einfach mal so nebenbei für 20 Minuten spielt und dann ggf. als Gelegenheitsspieler einige Tage Pause macht. Mit der Spielweise wird man es kaum schaffen, wirklich tief in die Geschichte und Hintergründe einzudringen. Wer jedoch Zeit investiert (und an einigen Stellen ein wenig Geduld), wird belohnt. Die zehn potentiellen Mörder sind von den Entwicklern sehr schon ausgearbeitet worden und wissen durch Verhalten und Persönlichkeit zu gefallen. Gerade wenn man zu wissen meint, wer es war oder sein könnte, taucht ein neuer Beweis oder eine Aussage auf, die dazu zwingt, die ganze Sache erneut zu überdenken. Sinking Island ein spannender Krimi zum Mitdenken, mit stimmigen Sprechern und einem Haufen Beweismaterial, das ausgewertet werden muss. Krimi- und Knobelfans werden mit dem Titel einige unterhaltsame Abende verbringen und dürfen auf jeden Fall zugreifen.


Geschrieben am 19.11.2007, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
 



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