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Summoner 2
Swords and Soldiers
Syberia
Syberia 2
System Shock
Siedler 2: N.Generation  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
 1
 2.5
 2.5
Gesamt (34 votes) 2+
 1.2
 1.9
 2.1
Name:Siedler 2: Die nächste Generation
Genre: Action Strategie
Produkt: Vollversion
Release: 2006/09
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Funatics
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1.4Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: V9801
Bemerkung: auch als Sammleredition
USK: 6
Siedler 2: Die nächste Generation (review von nali_warcow)

Gute Dinge brauchen ihre Zeit. Viele Spieler wünschen sich Fortsetzungen zu ihrem Lieblingsspiel, dann aber auch möglichst in Form eines würdigen Nachfolger, wobei "würdig" auch ein sehr dehnbarer Begriff sein kann. Mitunter gehen Serien mit der Zeit einen sehr eigenwilligen Weg und vorbei an den Wünschen der Hardcorefans, die den oder die ersten Ableger noch mit Begeisterung gespielt haben. Mitte März 2006 kam von Ubi Soft und Blue Byte eine Meldung, mit der kaum noch ein Siedler-Fan gerechnet hätte. Ein Siedler 2 Remake wurde angekündigt, das neben einer aktuellen Grafikengine eine fast identische Umsetzung des Klassikers "Die Siedler 2: Veni, Vidi, Vici" aus dem Jahre 1996 werden sollte. Anfang September 2006 war es dann endlich so weit. Die Siedler 2: Die nächste Generation, so der Untertitel, steht in den Läden und wartet auf willige Käufer. Lohnt es sich etwa 40 bis 45 € für das Remake auszugeben? Orientiert sich "Die nächste Generation" wirklich am Klassiker "Die Siedler 2" und was bietet das Spiel außerdem? Immerhin sind ja zehn Jahre vergangen. All diese Fragen sollen im folgenden Review genau und detailliert beantwortet werden.

Auch von "Die Siedler 2: Die nächste Generation" gibt es zwei Ladenversionen. Die normale Fassung wird in der handelsüblichen DVD-Box ausgeliefert und beinhaltet neben der Spiel-CD ein knapp 40 seitiges, farbiges Handbuch. Darin findet der Leser nicht nur einige grundlegende Infos, sondern auch eine detaillierte Gebäudeliste und tabellarische Übersichten der Warenkreisläufe. Die Collectors Edition wird in einer großen Pappbox ausgeliefert. Als Bonus zum eigentlichen Spiel, das in genau der gleichen DVD-Box verpackt ist, befindet sich eine kleine Siedler 2 Figur. Der eigentliche Bonus, der sicherlich auch einige Siedler 2-Fans dazu bewegt hat, ein wenig mehr Geld zu investieren, ist die Vollversion von Siedler 2 aus dem Jahre 1996. Ganz ohne Probleme lässt sich das alte Siedler 2 im Setup zusätzlich installieren und direkt unter Windows XP spielen, ohne irgendwelche zusätzlichen Treiber/ Tools installieren zu müssen und läuft wahlweise im Fenster- oder Vollbildmodus. Die Auflösung kann dabei, wie in der DOS-Variante, bis auf 1024 x 768 hochgeschraubt werden. Doch bei der Siedler 2 Gold Editon für Windows XP ist nicht alles so goldig, wie es den Anschein hat. Zwar läuft das Spiel ohne Murren unter XP, allerdings hat der Fortschritt seinen Preis. Zum einen wird für das 10 Jahre alte Spiel eine CD im Laufwerk benötigt und ein Kopierschutz (SecuRom) für die alte Siedler2.exe eingesetzt. Zum anderen hat es der Doppelklick beim Bau von Straßen und Fähnchen nicht in die Windows-Version geschafft. Dadurch wird der Wegbau deutlich zäher, erfordert unnötige Klickarbeit und zerrt stark an den Nerven der Siedler 2 Kennern, die wissen, dass es früher besser ging. Hier sollte dringenst mit einem Patch nachgebessert werden. Wer nur das alte Siedler 2 hat, findet im Retroview zu Siedler 2 mehrere Möglichkeiten, den Klassiker unter Windows XP und Windows Vista spielen zu können und dies ohne eine CD im Laufwerk haben zu müssen.

Wer mit einem eventuellen Umstieg auf Windows Vista liebäugelt oder zur Zeit den aktuellsten Release-Candidat auf dem Rechner hat, wird leider feststellen müssen, dass die Neuauflage (noch) nicht unter Windows Vista läuft. Aufgrund des Kopierschutzes startet nicht einmal das Setup. Aber auch unter Windows XP war der Kopierschutz (SecuRom) alles andere als eine Bereicherung für das System, da das Spiel nicht starten wollte und immer nach einer Original CD fragte, die jedoch im Laufwerk lag. Erfreulich war hingegen der wirkliche schnelle Support des Kopierschutzanbieters, der nach etwa 2 Stunden eine neue Exe-Datei schickte, wodurch dann Siedler 2 anstandslos startete.

Auf der Suche nach… Frauen

Die Hintergrundgeschichte von Siedler 2 hat sich mit dem Remake ein ganz klein wenig geändert. Die Römer waren nicht mit dem Schiff Tortius unterwegs und prallten auf einen Felsen, sondern segelten auf der Suche nach ihren verschwundenen Frauen umher. Ein wenig kurios wirkt die Handlung. Plötzlich haben die Römer die Frauen verloren, leiden unter Heuschreckenplagen und Vulkanausbrüchen und starten letzten Endes - auf Rat eines gallischen Sehers - eine Expedition ans Ende der Welt. Präsentiert wird die Einleitung nicht in Form eines Rendervideos, sondern gezeichneter Bilder, die entfernt an die Asterix-Comics erinnern. Auch wenn die Änderung der Handlung ein wenig "komisch" erscheint, so wäre es doch wünschenswert gewesen, wenn diese sich auch über das Intro hinaus präsentieren würden. Doch dem ist leider nicht so. Auch in "Die nächste Generation" schlagen sich die Römer einfach von einer Insel zur nächsten durch.

Alte Technik im neuen Gewand

Gameplaymäßig versprachen die Entwickler mit dem Remake eine möglichst exakte Portierung der 2D-Siedlers in ein modernes Gewand. Dies ist auch nahezu durchgängig gelungen. Siedler 2 Kenner werden sich augenblicklich zurechtfinden und in gewohnter Weise die Siedlung vergrößern, wirtschaftlich erfolgreich sein und die Gegner besiegen. Vom Holzfäller, über Sägewerk bis hin zur Brauerei sind alle bekannten Gebäude enthalten. Wieder einmal kann sich der Spieler somit daran machen, eine möglichst gut funktionierende Wirtschaft auf die Beine zu stellen und über die indirekte Steuerung eine blühende Siedlung zu managen. Nach den letzten drei Siedler Titeln (Die Siedler 3, Die Siedler 4 und Die Siedler und das Erbe der Könige) ist auch ein Wegsystem wieder elementarer Bestandteil der Spielmechanik. Der Spieler plant also nicht nur, wo ein Gebäude errichtet wird, sondern legt auch im Detail fest, welche Straßen die einzelnen Wegpunkte verbinden. Auf diesen Wegen sorgen Träger dafür, dass die über 30 Rohstoffe möglichst schnell und problemlos zum Ziel gebracht werden. Der Spieler hat sich darum zu kümmern, dass das Wegsystem möglichst optimal ausgebaut ist, es Ausweichrouten für überlastete Abschnitte gibt und steile Abschnitte, die den Transport verlangsamen, möglichst zu vermeiden. Bei der Wirtschaft greift wieder ein Zähnchen des Warenkreislaufes ins andere. Nur wenn der Farmer genug Getreide liefert, können Brauerei, Mühle und Schweinefarm beliefert werden. Ohne Bier werden keine Rekruten angeworben und ohne Wasser bringen Bäcker, die das Mehl der Mühle verarbeiten, und die Schweinefarm keine Erzeugnisse. Nur mit dem Brot des Bäckers und den Schweinen, die in der Schlachterei in Schinken verarbeitet werden, fördern die Minen Rohstoffe zu Tage, die ebenfalls weiterverarbeitet werden können. Planung, Planung und nochmals Planung steht also wieder im Vordergrund, so wie es auch schon in Siedler und Siedler 2 der Fall war. Der Spieler kann sich zwar Zeit nehmen, das emsigen Treiben zu beobachten, doch sollte es nie unterschätzt werden, wie wichtig es ist, die richtigen Befehle zur richtigen Zeit zu erteilen. Kleine Entscheidungen können große Auswirkungen haben. Sollte der Spieler beispielsweise nicht dafür sorgen, dass Stahl schnell zur Schmiede gebracht wird (also die Transportpriorität hoch ist), so kann bei einem stark belasteten Wegsystem die Waffenproduktion nur sehr schleppend verlaufen. Keine Waffen im Lager bedeutet jedoch keine neuen Rekruten und wenig Rekruten könnten eine schwache Verteidigung oder gar zu wenig Soldaten bewirken. Aber es kann auch nicht sein, dass Eisen, Erz und Stahl Vorrang auf den Wegen haben und im Gegenzug das Holz zu langsam an den Baustellen eintrifft und die Siedlung deswegen nur gemächlich wächst…

Ein wirklich gutes Feature in Siedler 2 war die Schifffahrt. (Endlich, ich wollte schon immer ein Wort mit drei FFFs schreiben. :-) ) Allerdings war dies in Siedler 2 noch nicht ganz ausgereift. Lediglich auf einigen ausgewählten Einzelspielerkarten war es möglich Außenposten zu errichten und die Waren von einem Hafen zum nächsten zu transportieren. Diese Schwachstelle wurde in der "Nächsten Generation" behoben, was dem Gameplay merklich zu Gute kommt. Bis der Seeweg eingerichtet und auf der anderen Insel ein Hafen errichtet wurde, benötigt einige Zeit und eine starke Wirtschaft ist erforderlich, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Neben einem Hafen, der an jeweils gut sichtbaren Stellen errichtet werden kann, ist der Bau einer Werft notwendig. Hier kann der Spieler die großen Segelschiffe in Auftrag geben, die Massen an Baumaterial in Form von Holzlieferungen erfordern. Ist dies geschehen, kann die Expedition im Heimathafen gestartet werden, wodurch einige Bretter, Steine und ein Bauarbeiter im Hafen auf das nächste Schiff verladen werden und der Spieler lediglich die Richtung vorgeben muss, in der nach einer neuen Anlegestelle gesucht werden soll. Doch die Bauplätze sind begrenzt und rar. Nur an den vorgegebenen Stellen kann gebaut werden und sollte der Feind den einzigen Landeplatz einer Insel besetzt haben, kommt kein anderer Spieler darauf. Doch es gilt nicht nur im Mehrspielermodus gegen Menschen flink zu sein, auch die KI beherrscht die Künste der Seefahrt und schnappt einem durchaus die besten Anlegeplätze weg, wenn der Spieler zu langsam ist.

Zwar ist "Die nächste Generation" ein Remake des Originals, doch eine kleine, aber sehr nützliche Neuerung hat sich ins Gameplay eingeschlichen: Gebäudeupdates. Wollte der Spieler in den Vorgängern eine gut befestigte Burg an der Grenze haben, dann musste diese auf einer entsprechenden Stelle in Bau gegeben werden. Große Gebäude bedeuteten eine lange Bauzeit. Wenn aber der Gegner gleichzeitig auf der anderen Seite der Grenze nur ein kleines Gebäude errichtete, das dann im Normalfall sehr schnell fertiggestellt wurde, dann verschoben sich die Grenzen und die Burg wurde noch in der Bauphase wieder eingeäschert. In der Neuauflage kann der Spieler errichtete Gebäude updaten, so lange der Bauplatz dies hergibt. Wird also auf einem großen Bauplatz zuerst eine kleine Wachstube errichtet, dann kann diese, wenn sie fertig gestellt ist, zur Wachhütte, danach zum Wachturm und schließlich zur Burg ausgebaut werden, während die Einheiten im Gebäude bleiben und es verteidigen. So hat jeder Spieler auch die Möglichkeit, die Militärgebäude im Inland nachträglich auszubauen und abzusichern.

10 Missionen gilt es zu meistern

Auch im Remake hat der Spieler im Einzelspielermodus die Aufgabe, die Römer durch insgesamt zehn Missionen zu führen. Allerdings handelt es sich um zehn völlig neu designte Missionen und keine simplen Konvertierungen. Das Missionsziel ist jedoch immer gleich. Noch immer müssen die Römer das "Tor" auf der Karte finden und das Gebiet darum einnehmen. Danach wird jeweils die nächste "Welt" frei geschaltet. Entsprechend müssen die CPU Gegner auch nicht vollständig beseitigt werden. Es reicht, sich bis zum eigentlich Ziel durchzukämpfen und die entscheidende Wachhütte zu errichten oder zu erobern. Wie es aus dem Vorgänger bekannt sein sollte, ist das Tor meist in unmittelbarer Nähe der feindlichen Basis zu finden, weshalb die Missionen einige Zeit in Anspruch nehmen. Wer jedoch in Mission 4 sehr schnell einen Hafen errichtet, ein Schiff baut und damit in Richtung Zieltor segelt, der kann die Mission sogar in wenigen Minuten abschließen, was bei den anderen Aufträgen nicht so einfach ist. Ein oder mehrere CPU-Siedler versuchen in den Missionen die Römer daran zu hindern ihr Ziel zu erreichen. Um den immer wieder gleichen Aufbaupart etwas anspruchsvoller zu gestalten, haben die Entwickler sich sehr unterschiedliche Ausgangssituationen und Karten ausgedacht, die den Spieler vor diverse Herausforderungen stellt. Ist es in einer Mission sehr wichtig schnell eine Kolonie auf einer Nachbarinsel zu haben, so dass dort Gold gefördert werden kann, so trennt in einer anderen Mission ein gigantischer Steinwall die Siedlungen voneinander. Auch erlauben die Karten teilweise sehr unterschiedliche Strategien und Vorgehensweisen. Je besser der Spieler die jeweilige Karte kennt, desto leichter fällt die eigentliche Mission. Wenn er weiß, in welchem Berg sich die wichtigen Rohstoffe befinden, von wo der Gegner kommt und an welcher Stelle sich die Position gut halten lässt, dann fällt eine Mission schon merklich leichter. Gerade für Spieler, die den Aufbau und die Ausdehnung der Siedlung etwas langsamer angehen, wären unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und somit auch weniger offensive und langsamer agierende CPU-Feinde eine gute Option gewesen. Die Feinde sind nach den ersten Anfangsmissionen schon recht bald extrem aggressiv und greifen kontinuierlich an. Da die Wirtschaft insgesamt langsamer arbeitet als in Siedler 2 und insbesondere die Nahrungserzeugung und Rohstoffförderung länger dauert, muss der Spieler in "Die nächste Generation" frühzeitig die entsprechenden Wirtschaftszweige aufbauen. Selbst mit über 20 Bauernhöfen war es nicht möglich, die Bergwerke zufriedenstellend mit Brot und Fleisch zu versorgen. Gerade wer viele Bergwerke baut, weil dies in den Vorgängern so gut funktioniert hat, wird umdenken müssen. Einige wenige Minen und ordentlich Nahrung resultieren in eine deutlich produktivere Wirtschaft. Abgesehen von den ersten, leichteren Missionen und dem Trick in Mission 4 kann jeder Spieler durchaus mehrere Abende für eine Siedler 2 Mission einplanen. Mit den zehn Missionen ist jeder Käufer also schon einige Zeit beschäftigt. Wer es gerne etwas schneller hat, der kann das Geschehen auch jederzeit mit doppelter oder dreifacher Geschwindigkeit laufen lassen.

Enttäuschend ist jedoch die Gegner KI der CPU-Siedler. Wirkliche Taktiken beherrschen diese nicht, der Aufbau der CPU Basis ist sehr durchwachsen und alle Berge werden mit Minen zugepflastert, was sich wirtschaftlich jedoch überhaupt nicht lohnt. Insbesondere Gelegenheitssiedler werden einige Male von der starren CPU überrannt werden. Taktik kennt der Feind nicht. Abgesehen von den aller ersten Missionen greift der Computer sofort und unerbittlich an. Immer wieder werden ein oder zwei Gebäude des Spielers angegriffen, bis entweder das Gebäude erobert wurde oder die CPU keine Soldaten mehr hat. Da die CPU jedoch nicht wirklich optimal die Goldmünzen verteilt, besteht die Aufgabe in den Missionen leider immer nur darin, möglichst schnell gute Soldaten zu haben und diese in den Wachbauten der Grenze zu stationieren. Die Generäle wehren dann mühelos den Angriff ab und danach wird das Lager des Feindes systematisch überrannt. Damit kann sich der Spieler dann auch ruhig Zeit lassen, da es wahnsinnig lange dauert neue Soldaten zu rekrutieren und die CPU schickt, sobald neue Soldaten verfügbar sind, diese gleich wieder in Richtung Spieler.

Neben der Einzelspielerkampagne kann sich der Spieler auch im "Freien Spiel" austoben. Wie im Original Siedler 2 stehen eine Reihe an vorgefertigten Karten (18) zur Auswahl. Hier kann dann - im Gegensatz zur Kampagne, zwischen allen drei Völkern (Römer, Japaner und Nubier) gewählt werden. Die CPU Stärke kann in drei Stufen reguliert und außerdem können Siegbedingungen und Startressourcen festgelegt werden. Einen Split-Screenmodus gibt es nicht mehr, dafür können Siedler-Partien im Netzwerk und Internet ausgetragen werden. Einen Karteneditior gibt es beim Remake gleich von Anfang an dazu, wodurch schon bald zahlreiche Userkarten im Netz zu finden sein dürften. Mit dem Editor ist es sogar möglich, alte Siedler 2 Karten zu importieren. Leider bietet weder das Spiel noch der Editor die Möglichkeit, Karten per Zufallsgenerator zu erstellen.

Kritik aus Sicht eines Siedler 2-Fans

Doch ganz gleich wie sehr sich Entwickler auch bemühen, es gibt immer Spieler, die meckern. Kritikpunkte gibt es bei jedem Spiel und gerade "Fans" sind die mitunter extrem pingelig. Da "Siedler 2: Die nächste Generation" sich als Ziel gesetzt hat, den Klassiker in modernem Gewand auf den Schirm zu zaubern, gibt es zwei Absätze, die sich mit Kritik zum Spiel beschäftigen. Der Punkt Kritik mag zwar vom Text her einen recht großen Umfang im Review einnehmen, doch die Geschmäcker zwischen Fans und Neueinsteigern sind auch sehr unterschiedlich. Bei der Portierung haben die Entwickler auch einige Abstriche gemacht. So müssen Spieler auf die Wikinger verzichten und können - im Freien Spiel - lediglich zwischen Römern, Asiaten und Nubiern wählen. Auch die Eiswelten aus dem Siedler 2 AddOn fehlen in der Neuauflage. Hier scheinen sich die Entwickler ein wenig Material für eine Missions CD zum Remake aufzuheben. Für ein Remake wäre es außerdem nett gewesen, die "alten Missionen" spielen zu können. Immerhin kann der neue Editor auch das Format der Siedler 2 Karten lesen. Warum also nicht als zusätzliche Kampagne(n) auch die Missionen des Originals und der Missions-CD beilegen? Sehr schade ist es auch, dass die Entwickler einige wirklich sinnvolle kleine Features der Vorgänger nicht portiert haben. In Siedler 2 war es möglich, sich Gebäudenamen und / oder die Auslastungsanzeigen der einzelnen Betriebe anzeigen zu lassen. In der Neuauflage können diese beiden Infos nur zusammen angezeigt werden und dann werden außerdem die Bauplätze für Gebäude angezeigt, was nicht gerade für eine gute Übersicht sorgt. Auch vermisst man hier die farbliche Hervorhebung, wenn die Auslastung sehr gering ist oder sich kein Arbeiter im Gebäude aufhält. Unschön ist auch die neue Kameraansicht. Mit einem Rechtsklick kann nicht mehr die Ansicht verschoben werden, sondern der Spieler vollführt einen eher überflüssigen Kameraschwenk. Schön wäre es, wenn sich die Ansicht "weicher" verschieben lassen würde. Die größte Schwäche für ein Remake leistet sich das Spiel jedoch in Sachen Übersichtlichkeit. Tabellen und Lagerbestände lassen sich zwar wunderbar einsehen, in der Gebäudeliste wird auch gleich der Durchschnitt aller Auslastungen eines Gebäudetyps angezeigt, doch was auf den Weg liegt oder transportiert wird lässt, sich in der 3D Grafik nur schlecht erkennen. Aus dem Bretterstapel der 2D Variante ist ein einzelnes 3D Brett geworden, das kaum an den Flaggen zu erkennen ist. Aber auch viele andere Waren sind zu klein/ schlecht zu erkennen, wenn der Spieler nicht ganz nah heran zoomt. Ungünstig ist auch die Farbwahl von Boden, Wegen und Waren. Die Waren werden zudem an den Flaggen sehr dicht aneinander gestapelt/ abgelegt. Dadurch bekommt es der Spieler kaum oder gar nicht mit, dass auf dem Wegsystem ein Stau entstanden ist. Gab es in Siedler 2 noch die Möglichkeit durch PiP (Picture in Picture) an jeder beliebigen Stelle über ein Kamerafenster das Geschehen an einem Punkt zu überwachen, wurde diese Funktion, vermutlich aus Performancegründen, nicht in die Neuauflage übernommen. Gerade bei Grenzkonflikten wäre eine Übersicht ganz hilfreich. Ebenfalls ist es nicht mehr möglich, mehrere Fenster gleichzeitig offen zu haben. Hat der Spieler beispielsweise gerade die allgemeine Lagerstatistik geöffnet und will ein Gebäude errichten oder in einem einzelnen Lager den Bestand überprüfen, dann wird kein neues Fenster geöffnet, sondern der gewünschte Inhalt im alten Fenster angezeigt. Entsprechendes Hin- und Herschalten ist die Folge.

Kritik zu eimen Spiel aus Jahr 2006

Das waren nun die Kritikpunkte aus Sicht eines "Siedler 2-Fans". Was aber stört Neueinsteiger oder ist Schwäche für ein Spiel aus dem Jahr 2006? Die Entwickler sind zwar nah am Original geblieben, doch in 10 Jahren entwickelt sich ein Genre schon weiter und sowohl Technik als auch Bedienung machen Fortschritte. Knackpunkte, wie nicht gut zu erkennende Waren auf den Wegen oder ungünstige Verschiebung der Ansicht, sind auch Ärgernisse, die ein Spiel im Jahr 2006 nicht haben sollte. Auch gegen einige Komfortfunktionen hätte wohl kaum ein Spieler etwas gehabt. Warum ist es nicht möglich, bei einer Baustelle eine erhöhte Priorität einzustellen? Wieso können für Betriebe wie Förster, Steinmetz oder Farm keine Arbeitsbereiche festgelegt werden? Ob das Spiel nun drei oder vier Völker beinhaltet und die Wikinger fehlen, wird den Otto-Normalkäufer wenig interessieren. Der wird sich eher fragen, warum sich die Völker nicht unterscheiden. Die Entwickler haben zwar insgesamt 10 Missionen mitgeliefert, die den Spieler vor sehr unterschiedliche Herausforderungen stellen, doch das Gameplay ist in allen Missionen gleich. Warum mangelt es in den NEUEN Missionen an Abwechslung? Warum gilt es immer nur das Tor zu erreichen? Es hätte zahlreiche Möglichkeiten gegeben, den Spieler durch mehr Abwechslung und unterschiedliche, kleine Aufgaben bei der Stange zu halten. Andere Aufbauspiele können dies ja auch. Sehr unschön ist auch, dass es zwar drei Völker aber nur für ein Volk eine Kampagne gibt. Ebenso die sehr sture, extrem aggressive KI wird nicht gerade ein Fall für jeden Siedler-Neueinsteiger sein. Eventuell wäre es hier sinnvoll gewesen, Elemente aus Siedler 1 zu implementieren, so dass die Soldaten anfangs auf feindlichem Gebiet schwächer kämpfen. Wichtige Ereignisse (Gebäude besetzt, Rohstoff gefunden, etc.) werden dem Spieler in Form von Nachrichten angezeigt. Allerdings hat der Spieler kaum Möglichkeiten, die Nachrichtenflut zu filtern. Lediglich ein pauschales Umschalten zwischen den einzelnen Kategorien (Militär, Wirtschaft, etc.) ist möglich. Hier wäre es wünschenswert, wenn jeder Spieler festlegen könnte, welche Nachrichten gebracht werden sollen und welche vielleicht zusätzlich hervorgehoben werden sollten. Warum ist es nicht möglich, automatisch Minen abreißen zu lassen, die nichts mehr fördern? Oder wie wäre es, den Spieler durch kurze Sprachnachrichten auf Ereignisse aufmerksam zu machen, wie es Anno schon vor Jahren getan hat? Wer die Nachrichten nicht deaktiviert, kann sich über einen konstanten Strom an Meldungen am oberen Bildschirmrand freuen.

Präsentation

Siedler-Fans werden sich von der ersten Minute an im Remake "heimisch" fühlen. Die Steuerung haben die Entwickler nahezu 1zu1 übernommen, eine Einarbeitung ist somit nicht erforderlich. Wer noch keinen Siedler-Titel gespielt hat, kann sich an Hand einiger kurzer Tutorials mit der grundlegenden, indirekten Steuerung der Siedler vertraut machen. Neben einem kleinen Facelifting beim Interface fallen neue, sehr aussagekräftige Icons und Infopop-ups auf. Diese klären gerade Einsteiger über die einzelnen Besonderheiten auf. Unter anderem werden die verbleibenden Hitpoints der eigenen Soldaten angezeigt. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass die Infofenster das eigentliche Fenster teilweise überdecken und die Steuerung und Übersicht darunter leidet. Verbesserungsbedürftig sind ansonsten lediglich die Waren/ Warengrößen in der 3D Ansicht, welche - wie schon angesprochen - schlecht zu erkennen sind. Sicherlich, mit einem der ersten Updates sollte ein Goldmünzenbug behoben werden. Teilweise haben die Träger die Goldmünzen planlos in die Militärgebäude gebracht oder über lange Umwege transportiert. So kam es vor, dass Militärgebäude beliefert wurden, obwohl im jeweiligen Gebäude eingestellt war, dass keine Münzen eingelagert werden sollen. Andere Münzen wurden nicht direkt in das Militärgebäude gebracht, das einen halben Bildschirm neben der Münzprägung stand. Stattdessen brachten die Träger die Münze bis zur Flagge vor dem Haupthaus, das etliche Bildschirm weiter oben war und von der Flagge vor dem Haupthaus wurde die Münze schließlich zum Militärgebäude "neben" der Münzprägung geliefert. Wünschenswert wäre es auch, dass die Siedler so weit mitdenken und dafür sorgen, dass Schild, Schwert und ein Fass Bier im gleichen Lager sind. Grafisch hat Siedler 2 mit der Neuauflage einen großen Schritt nach vorn gemacht. Die gesamte Welt erstrahlt dabei in ansehnlicher 3D Pracht. Die 2D Zeiten sind vorbei, alles wird mit Polygonen dargestellt. Allerdings haben die Entwickler auch darauf geachtet, dass der typische Siedler 2-Look erhalten geblieben ist. So präsentiert sich die 3D Version sehr dicht am Vorbild und lediglich Details sehen etwas anders aus, wobei hier und da ein wenig mehr die landestypische Bauweise hervorgehoben wurde. Aber auch die vielen rechten Winkel der 2D Bauten wurden ein wenig überarbeitet. Die Gebäude sehen mehr nach Bau und weniger vorgerendert aus. Aus der rechteckigen Holzfällerhütte, die Steinwände hatte, ist in der 3D Neuauflage ein "richtiges" Holzhaus geworden, bei dem nicht jede Latte 100% gerade angebracht ist. Aber auch bei den Animationen haben sich die Entwickler darum bemüht, eine lebende Siedlung auf den Schirm zu zaubern. Der Spieler kann nicht nur den Arbeitern zusehen, wenn sie Bäume fällen oder das Korn ernten, auch die Träger vergnügen sich - beispielsweise mit einer kurzen Seilsprungeinlage - wenn sie nichts zu tun haben. Die grafische Pracht hat allerdings auch einen Preis, der sich in den Hardwareanforderungen niederschlägt. Vom Gameplay her unterscheidet sich das Spiel in keiner Weise vom Original. Die eigentliche Logistik kann von einem 66MHz Rechner mit 8MB berechnet werden. Durch die 3D Grafik sind die Anforderungen an die Hardware auf mindestens 1,4 GHz, 512 MB RAM und eine 64 MB T&L Karte angewachsen, wobei mehr "Hardware-Power" auch nicht verkehrt ist. Musikalisch werden wieder sehr stimmige Siedler-Themen geboten und die Soundkulisse sorgt für eine lebendige Spielwelt. Ein wenig Sprachausgabe gibt es auch. Neben dem Introsprecher werden auch die kurzen Missionsbriefings vorgelesen.

Meinung

Die Neuauflage von Siedler 2 bringt drei große, sinnvolle Neuerungen: Ansehnliche 3D Grafik, Online- & LAN-Modus und endlich eine gut funktionierende Seefahrt. Siedler-Fans kommen sehr schnell wieder ins Spiel und die Zeit vergeht wie im Flug, woran sich zeigt, dass das Gameplay nichts von seiner Faszination verloren hat. Auch die neuen Missionen bieten unterschiedliche Herausforderungen und nutzen intensiv die Schifffahrt. Allerdings wirkt die Neuauflage in einigen Bereich nicht ganz bis zum Ende durchdacht. Wo sind die Schneelandschaften? Warum fehlen die Wikinger? Wieso gibt es als Zusatz nicht auch die alten Siedler 2 Missionen dazu? Und welcher Programmierer hat eigentlich die CPU-KI verbrochen und was sollen die Schwächen bei der Bedienung? Als Käufer sollte man bei "Die nächste Generation" wirklich nur ein Remake erwarten und nicht auf eine Weiterentwicklung des Spielprinzips hoffen. Komfortfunktionen fehlen genauso wie unterschiedliche Missionsziele/ -Abläufe. Dafür gibt es einen Karteneditor gleich mit dem Hauptspiel und dank Internet findet man neben zahlreichen Mitspieler auch viele neue Karten. Gerade wer als Siedler-Fan endlich Insel einnehmen und Rohstoffe verschiffen will, wird sich über die Neuauflage freuen und viele, viele spaßige Stunden mit dem Spiel verbringen. Wer mehr erwartet, der sollte sich den Kauf genau überlegen, die Demo ausprobieren oder eine Preissenkung abwarten.


Geschrieben am 07.10.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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