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Syberia 2
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Siedler 2  

Rückseite ]

Info
Autor 1
 1
 2.5
 2.5
Gesamt (105 votes) 1+
 1.4
 2
 2.4
Name:Die Siedler 2
Genre: Strategie
Produkt: Vollversion
Release: 1996/04
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Blue Byte
Offiz. Sites: Game, Demo
Links: siedler-welt.de
Hardware: 4/86-66Mhz, 8MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 30 MB
System: Dos oder Windows
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Splitscreen
Sprache: Deutsch
Addon: ja
Serie: ja
Patch: 1.51
Bemerkung: Auch für MacOS
USK: 6
Gestrandete Römer
Erste Planung
Siedlungsaufbau
... wenig später
Die Nubier, das neue Volk
Picture in Picture
Nubier in Ödlandschaft
Noch ein Volk
Grenzkonflikte
Ein Hafen entsteht
Expeditionsvorbereitung
Expeditionsstart
Landgang
Missionsbriefing
Missions-CD Welteroberung
Eiswelten der Missions-CD
Kornanbau auf Eiskarten
Die Siedler 2 (review von nali_warcow)

Mit Siedler 1 hatte Blue Byte im Jahre 1994 ein unglaublich gelungenes Aufbaustrategiespiel für PC und Amiga veröffentlicht. Kein Wunder, dass die PC Spieler über den angekündigten Nachfolger höchst erfreut waren und auch heute noch mit Begeisterung spielen. Zehn Jahre nach dem Release von "Die Siedler 2: Veni, Vidi; Vici" erfreut sich der Titel immer noch größter Beliebtheit und ist für viele Spieler der beste Teil der Serie. Gerade die immer stärkere werdende Zuwendung in Richtung Echtzeitstrategie stieß vielen Siedlerspielern bei den späteren Ablegern der Serie unangenehm auf. Vom Aufbaustrategiespiel zum RTS-Klon spotteten viele Fans der ersten beiden Teile. Doch Blue Byte und der späterer Publisher Ubi Soft haben die Rufe der Fans erhört. Anfang September 2006 stand schließlich ein Remake von Siedler 2 in den Regalen. Ein passender Zeitpunkt - vor einem Review zum Remake - einen Blick auf das 10 Jahre alte Original zu werfen.

Auch wenn Siedler 2: Veni, Vidi, Vici einige Jahre auf dem Buckel hat, mit ein wenig Glück sind noch vereinzelte Exemplare aus der "Gold Edition" im Handel zu finden, dies zuletzt in der Software Pyramide aufgelegt wurde. Aber auch in Z-Shops und Onlineauktionen lassen sich noch recht problemlos Exemplare ergattern. Die Gold-Edition beinhaltet neben dem Hauptspiel auch die sechs Monate später erschienene Missions-CD. Als Goodie gibt es das "alte" Siedler 2 auch zusammen mit der 3D Neuauflage "Die Siedler 2: Die nächste Generation". Allerdings nur für Käufer der Sammleredition und die war bei einigen Händlern schon vor Release restlos ausverkauft. Spieler, die nicht die Gold Edition ihr Eigen nennen und Siedler 2 und die Missions CD einzeln erworben haben, sollten auf jeden Fall den aktuellsten Patch auf Version 1.51 einspielen, der über die BlueByte Seite zum Spiel bezogen werden kann. Auch finden Nicht-Siedler eine Demo (3,5 MB), die allerdings nicht ganz der fertigen Version entspricht und einige Bugs und Hänger beinhaltet. In der englischen Demo kann der Spieler das Tutorial und ein Freies Spiel gegen die CPU antesten.

Siedler 2 unter WinXP? Mit Tricks und Kniffen möglich!

War es bei Siedler 1 noch recht einfach, das Spiel zur Zusammenarbeit mit Windows XP zu bewegen, müssen beim Nachfolger schon etwas schwerere Geschütze aufgefahren werden. Außer der Spieler möchte sich mit der geringsten Auflösung und damit schlechtesten Übersicht zufrieden geben. Wie bei allen Re(tro)views, hier nun die unterschiedlichen Möglichkeiten, Siedler 2 bzw. Siedler 2 Gold Edition unter Windows XP spielen zu können.

1. Möglichkeit: Direkt aus dem Windows Explorer heraus

Wer sich mit der geringsten Auflösung des Spiels (640 x 480) anfreunden kann, der kann mit wenigen Klicks Siedler 2 auch unter Windows XP starten. Sowohl die eigentliche Installation, als auch der Spielstart sollten reibungslos aus dem Windows Explorer heraus funktionieren. Wer außerdem Sound möchte, muss zum kleinen Helfer "VDM Sound" greifen, diesen installieren und jeweils per Rechtsklick auf die "Setup.exe" bzw. "S2.exe" und der Auswahl "Run with VDM Sound" die Anwendung starten. Die emulierte Soundkarte sollte durch den automatischen Suchlauf des Setups gefunden werden. Siedler 2 Partien mit und ohne AddOn sollten auf diesem Weg ohne Probleme möglich sein.

Umständlicher könnte es werden, wenn der Klassiker in höchster Auflösung (1024 x 768) laufen soll. In diesem Fall bekommen viele Spieler nur die Meldung "ungültiger Frequenzbereich" angezeigt. Doch auch dafür gibt es Abhilfe. Das kleine Tool "VGAFix Version 1.0" muss heruntergeladen und gestartet werden. Es erscheint ein DOS-Fenster mit einer Abfrage, ob eine Systemdatei ersetzt werden soll (Ein Backup wird angelegt, was auch im entsprechenden Fenster angekündigt wird). Hier ist es wichtig, die Frage nicht einfach durch "Y" zu beantworten, sondern "yes" auch auszuschreiben. Ansonsten passiert gar nichts. Je nach Rechnereinstellung kann es sein, dass eine Warnmeldung von Windows erscheint, die besagt, dass eine wichtige Systemdatei geändert wurde. Windows schlägt vor, diese Datei wieder durch ein Original zu ersetzen. Dies muss entsprechend verneint werden. (Rückgängig gemacht werden kann die Änderung, indem die gesicherte Datei wieder eingespielt wird.) Mit dieser Änderung an einer Systemdatei sollte Siedler 2 auch wieder in 1024er Auflösung unter Windows XP gespielt werden können. Diese Methode ist zwar umständlich, aber gleichzeitig die mit der besten Performance für hohe Auflösungen.

2. Möglichkeit: Über die DOS-Box

Auch über die Dos-Box kann Siedler 2 gespielt werden. Zuvor muss jedoch ein Verzeichnis der Festplatte als DOS-Laufwerk eingebunden werden und - je nach Siedler 2 Version ggf. auch das CD/DVD Laufwerk des Rechners. Hierfür wird die Datei "Dosbox.conf" über die Verknüpfung im Startmenü geöffnet oder über den Windows Explorer und ganz am Ende unter dem Punkt "[autoexec]" zwei Zeilen eingefügt. Soll beispielsweise der Ordner "DOS-Box-Games" auf E als virtuelles Laufwerk C in der DOS-Box erscheinen, dann muss folgernder Eintrag gemacht werden: "mount c e:\DOS-Box-Games". Das CD/DVD Laufwerk wird entsprechend mit "mount d k:\ -t cdrom" eingebunden, wobei "K" der Laufwerksbuchstabe ist, den das Laufwerk unter Windows besitzt. Über die DOS-Box kann das Spiel anschließend ganz normal installiert, gestartet und gespielt werden. Sollte Siedler 2 nicht schnell genug laufen, dann können über STRG + F12 auch noch die CPU-Cycles erhöht werden. (Beim Testrechner AMD3500+ waren 21000 Cycle ein guter Wert.) Allerdings stößt die Emulation über die DOS-Box schnell an die Grenzen. Mehr als 800x600 sollte als Auflösung nicht genutzt werden, da das Gameplay sonst sehr zäh und langsam wird.

3. Möglichkeit: Mit dem Virtual PC 2004 (oder einem andern virtuellen Rechner)

Auch mit dem - inzwischen kostenlosen - virtuellen PC 2004 von Microsoft oder einem anderen virtuellen Rechner kann Siedler 2 zum Laufen gebracht werden. Allerdings ist diese Lösung lediglich eine Option für PC Kenner, die noch über ausreichende DOS-Kenntnisse von vor 10 bis 15 Jahren verfügen und sich den Rechner entsprechend einrichten, eine virtuelle Festplatte erstellen und über eine Bootdisk das System zum Spielen vorbereiten können. Die Performance ist eine ganze Ecke besser als mit der DOS-Box, allerdings auch die aufwendigste Lösung, Siedler 2 wieder spielen zu können. Dafür kann das Spiel jedoch auch jederzeit im Hintergrund weiterlaufen und andere Dinge nebenbei gemacht werden.

4. Möglichkeit: Über die "Siedler 2: Die nächste Generation"-Sammleredition

Ubi Soft verspricht außerdem für die Sammleredition der 3D Version von Siedler 2 eine für Windows XP optimierte und angepasste Fassung des Klassikers. Sicherlich die teuerste Lösung, um ein wenig in Retro-Stimmung zu kommen. Allerdings ist die Sammleredition mit etwa 50 bis 55€ nicht gerade preiswert. Enthalten ist eine vollständige Siedler 2 Gold Edition, die ohne Probleme unter Windows XP läuft, zudem sind sogar die 100 Bonusmaps der Gold Edition enthalten. Wahlweise im Fenster oder im Vollbild mit einer Auflösung von 640 bis 1024 Pixeln läuft die Windows XP optimierte Fassung. Doch der "einfache Start" unter WinXP hat auch zwei sehr unschöne Nachteile. Zum einen wird das Remake durch einen Securom-Kopierschutz geschützt. Dieser ist extrem störrisch ausgefallen und zwingt den Spieler dazu, für ein zehn Jahre altes Spiel die CD im Laufwerk zu belassen. Zum anderen hat sich bei der Konvertierung ein sehr unschöner Bug eingeschlichen. Der Doppelklick für den schnellen Wegbau funktioniert nicht mehr. Das bedeutet, dass man statt eines Doppelklicks auf eine Flagge jetzt zuerst die Flagge anwählt, danach die Maus ein wenig nach rechts auf "Straße bauen" bewegt, um dann mit einem Klick diese Aktion bestätigen zu können. Abschließend muss die Maus wieder nach links bewegt werden, damit der Wegbau begonnen werden kann. Ähnlich umständlich ist es auch Fähnchen zu setzen. Auch hier kann nicht einfach ein Doppelklick gemacht werden, um das Fähnchen zu setzen. Erst muss die Position angewählt werden, dann die Maus aufs Icon und schließlich mit einem Klick endgültig bestätigt werden. Mit der rechten Maustaste kann der Spieler außerdem den Wegbau nicht mehr verlassen, er muss auch hier den Umweg über das entsprechende Icon nehmen. Insgesamt ist dies zwar nur eine winzige Kleinigkeit in der Bedienung, aber bei einer Funktion, die der Spieler nahezu ständig braucht, unglücklich gelöst. Innerhalb einer Siedlerpartie werden Hunderte Wege angelegt und noch mehr Fähnchen gesetzt und so wirkt sich dies ganz extrem auf den Spielfluss aus. Wichtig für alle zukünftigen Besitzer von Windows Vista bzw. Benutzer der aktuellen Beta/ RC 1 Version. Siedler 2 in der aktuellen WinXP Variante ist - genauso wie die Neuauflage "Die nächste Generation - NICHT lauffähig unter Windows Vista.

Generalüberholung

Mit Siedler 2 hat sich Entwickler Blue Byte nach dem grandiosen ersten Teil zwei Jahre Zeit gelassen und präsentierte schließlich 1996 einen Nachfolger, der auch noch ein wirklicher Nachfolger war und nicht ein schnell dahingeschludertes Add-On - mitunter noch zum Vollpreis - wie es heutzutage leider viel zu üblich ist. Neben merklichen Verbesserungen im grafischen Bereich hat Blue Byte viele neue Ideen und sinnvolle Verbesserungen eingebaut. Am Gameplay wurde nicht viel verändert, sondern es wurde durchdacht weiterentwickelt. Neue Gebäude, Waren, Völker, eine Story-Kampagne und schönere Optik zeichnen Siedler 2 aus. Außerdem haben die Entwickler das Gameplay ein wenig beschleunigt, indem nicht mehr nur ein Siedler gleichzeitig an einer Flagge sein kann, sondern beliebig viele. Das Gameplay ist somit gleichgeblieben, spielt sich allerdings wie ein Siedler ohne "Handbremse", wodurch die erste Wachhütte auch nach wenigen Minuten statt Stunden steht. Dennoch hat der Spieler auch im Nachfolger genug Zeit, den Siedlern bei der Arbeit zuzuschauen und die Befehle werden noch immer indirekt gegeben. Nach wie vor gilt es sich einige Gedanken über den Warenkreislauf und die sinnvolle Plazierung der Gebäude zu machen. Gerade auch, weil das Gameplay ein wenig schneller abläuft, machen sich Fehlplanungen merklich früher bemerkbar. In Siedler 2 gilt es wieder zahlreiche Wirtschaftskreisläufe zu betreiben und ein wohldurchdachtes Wegsystem auf die Beine zu stellen. Optimal ist esi, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt die Waren zum Ziel zu transportieren, so dass für überlastete Bereiche des Wegsystems Ausweichmöglichkeiten existieren. Um eine Ware wie Holz oder Stein von einem Ort zum nächsten zu bringen, haben die Träger wieder allerlei Arbeit zu bewältigen, da noch mehr Waren von einem Fähnchen zum nächsten gebracht werden müssen. Wer mit dem Wegsystem und dem Transport der Waren von einer Flagge zur nächsten durch einen Träger nicht vertraut ist und wer über die Zusammenhänge der Wirtschaftskreislaufe (Beispielsweise Holz: Holzfäller -> fällt Bäume -> Stämme werden von Trägern zum Sägewerk gebracht -> in Holzbretter geschnitten -> von Trägern ins Lager / zur nächsten Baustelle gebracht -> während dessen pflanzt der Förster neue Bäume) nichts weiß, sollte sich über das Re(tro)view zu Siedler 1 ein wenig über die grundlegende Spielmechanik informieren.

Die folgenden Waren und Produktionsbetriebe beziehen sich auf die reinen Neuerungen und Änderungen in Siedler 2. Wer einfach drauflos "siedelt" und in bekannter Art und Weise das Reich aufbaut, Waren erwirtschaftet und den Siedlern beim Arbeiten zuschaut, wird schon sehr bald die ersten Änderungen im Gameplay bemerken. Das Gameplay ist eine Spur schneller, was daran liegt, dass nicht mehr an jeder Flagge nur ein Siedler gleichzeitig Waren aufnehmen und abliefern kann. Auch wird die Transportkapazität der Wege mit der Zeit gesteigert. Besonders stark frequentierte Trampelpfade werden - automatisch und kostenlos - zu Straßen ausgebaut, was durch bessere Wege und schöne Flaggen angezeigt wird. Neben einem Siedler verrichtet dort außerdem ein Esel seinen Dienst und trägt Waren von einer Flagge zur anderen. Doch im Gegensatz zu den Trägern, die sich im zweiten Teil der Siedler Serie in nahezu unendlichen Mengen in den Lagern befinden, sind Esel eher Mangelware und vermehren sich auch nicht automatisch. Damit der Spieler im späteren Spielverlauf, wenn deutlich mehr Waren - u.a. die ganzen Rohstoffe aus den Bergwerken - transportiert werden müssen, nicht ohne Maultiere dasteht, ist es wichtig, frühzeitig in eines der neuen Gebäude zu investieren: Die Eselszucht. Diese greift, genau wie Mühle und Schweinezucht, auf die Erzeugnisse der Landwirtschaft zurück und benötigt jeweils einen Packen Korn und einen Eimer Wasser. Wasser ist ein neuer Rohstoff, den die Geologen finden können. Allerdings eignet sich jede grüne Wiese als Standort für einen Brunnen, so dass die Herren deswegen nicht herbei geordert werden müssen. Neben der Eselszucht braucht auch die Mühle einen Eimer Wasser, um aus jeweils einem Sack Mehl und einer Portion Wasser einen Brotlaib backen zu können. Ein weiterer Grund, um mehr Farmen in Siedler 2 zu errichten, ist die Brauerei. Mit dem Bier, das aus Wasser und Korn gewonnen wird, werden neue Rekruten angeworben. Entsprechend müssen sich die drei Waren Schild, Schwert und Bier im gleichen Lager befinden. Auch der Aufstieg der Soldaten vom Schützen bis zum General wurde verändert. In Siedler 2 ist es nicht mehr länger notwendig, die Soldaten möglichst lange in einem Lager zu behalten, damit sie kontinuierlich aufsteigen. Wenn Münzen, die in der Münzprägung aus Gold und Kohle gewonnen werden, in ein Militärgebäude gebracht werden, dann steigt pro Münze ein Soldat eines jeden Ranges auf. Befinden sich also im Wachturm sechs Schützen, dann steigt mit einer Münze nur ein Schütze zum Gefreiten auf. Mit der nächsten Münze würde ein weiter Schütze zum Gefreiten aufsteigen und gleichzeitig der andere Gefreite zum Unteroffizier. Es lohnt sich somit, die Gebäude möglichst voll besetzt und möglichst viele unterschiedliche Ränge in einem Gebäude stationiert zu haben. Dadurch kann der größte Nutzen pro Münze erzielt werden. Der Rang des Soldaten - vom Schützen bis zum General - hat nämlich deutlich stärkere Auswirkungen auf den Kampf. Zwar steuert der Spieler weiterhin nur indirekt die Soldaten und gibt lediglich ein Ziel und die Anzahl der Einheiten vor, die das Militärgebäude angreifen sollen, doch die Einheiten regenerieren sich nicht mehr nach einem Kampf, sondern nur, wenn die Einheit wieder ins Gebäude verschwindet. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen die Einheiten auf feindlichem Gelände sehr schlecht gekämpft haben, wodurch militärische Ausschreitungen in Siedler 2 nun deutlich früher im Spielverlauf auftreten können. Doch es müssen nicht unbedingt eigene Soldaten ausgeschickt werden, um den Gegner zu schwächen.

Ein weiteres neues Gebäude ist das Katapult. Dies benötigt zum Betrieb Steine, die auf den meisten Karten in rauen Mengen vorhanden sind. In regelmäßigen Abständen feuert das Katapult auf sämtliche feindlichen Militärbauten, wobei pro Treffer ein dort stationierter Soldat umkommt. Genügend Steine vorausgesetzt, lassen sich so besonders gut gesicherte Festungen knacken oder aber die eigene Grenze absichern. Lediglich an die doch recht bescheidene Trefferquote des Katapults muss sich der Spieler gewöhnen. Aber es gibt auch nicht ganz so kriegerische Möglichkeiten. Nicht nur Geologen können an jeden Flaggenpunkt gerufen werden, auch Kundschafter warten auf den Einsatz und klären die nähere Umgebung auf. Da es bei Siedler keinen "Nebel des Krieges" gibt und aufgedeckte Bereiche "offen bleiben", bieten sowohl Späher als auch Spähtürme eine gute Möglichkeit, weiter ins Hinterland zu blicken. Doch Siedler 2 bietet nicht nur neue Möglichkeiten beim Militär, sondern auch die Welt hat sich ein wenig gewandelt. Die Rohstoffe in den Bergen halten längst nicht mehr so lange und die Bergwerke fördern deutlich geringere Mengen aus einem Berg. Außerdem gibt es nun eine schnellere Möglichkeit an Fleisch zu kommen, indem eine Jagdhütte errichtet wird. Entsprechend tummeln sich nun auch Hasen und Rehe auf den grünen Wiesen der Siedler-Welt. Auch das Wasser ist in Siedler nicht mehr länger nur für kleine Tümpel und Seen verwendet worden, sondern in einigen Missionen kann der Spieler auch Expeditionen zu anderen Insel starten. Hierfür wird zum einen ein Bootsbauer benötigt, der neben kleinen Ruderbooten auch große Segelschiffe bauen kann. Zum anderen muss ein Hafen am Wasser errichtet werden, was jedoch nur an sehr wenigen, ausgewählten Stellen und Missionen möglich ist. Der Hafen dient außerdem als Lagerhaus, worin Waren und Siedler aufgenommen werden können. Ist ein Schiff vom Stapel gelassen und seetüchtig, dann kann die Expedition vorbereitet werden. Ein Bauarbeiter, etwas Holz und einige Steine werden im nächsten Schiff verstaut. Danach kann der Spieler noch grob eine Richtung angeben, an der nach einer geeigneten Landestelle gesucht werden soll und die Expedition beginnt. An einer günstigen Landestelle werden schließlich Rohstoffe und Arbeiter ausgeladen und der Bau eines Hafens begonnen. Um den Warenaustausch zwischen den Häfen kümmern sich die Segelschiffe, die selbstständig Waren und Siedler transportieren. Leider sind die Möglichkeiten über See neue Bereiche zu erschließen stark begrenzt. Lediglich in zwei Missionen kann der Spieler die Seefahrt richtig nutzen. Weder im freien Spiel, noch im Editor oder mit dem AddOn wurde der Punkt weiter ausgebaut. Lediglich über Umwege ist es möglich, auf einer selbst erstellten Karte Expeditionen zu starten.

Eine Reise ans Ende der Welt

Gab es in Siedler 1 einfach 30 Missionen, die wie aus einem Zufallsgenerator wirkten, macht der zweite Teil schon einen kleinen Schritt nach vorn. Es gibt zwar keine unterschiedlichen Missionsziele, aber dafür haben die Entwickler sich zehn sehr unterschiedliche Missionen ausgedacht, in denen ein oder mehrere Gegner bezwungen werden müssen. Ziel in jeder Mission ist es, das "Tor" auf der Karte zu erreichen, wodurch die nächste Mission frei geschaltet wird. Die Hintergrundgeschichte erzählt die Reise der Römer, die mit ihrem Schiff an der Küste Schiffbruch erlitten haben. Die Wikinger, Asiaten und Nubier, auf die der Spieler trifft, sind dabei alles andere als freundlich und bewachen die jeweilige Tore gut. Je nach Mission gibt es jeweils eine kleine Besonderheit auf der Karte. Sei es, dass ein gigantischer Steinwall den Spieler vom Gegner abschottet, sich der Spieler über den Seeweg einen Weg zum Feind suchen muss oder aber der Feind direkt neben einem siedelt. Die erste Mission des Spiels dient gleichzeitig als Einführung in das Spielprinzip und erklärt - auch für Kenner der Serie - die neuen Gebäude und Möglichkeiten des Spiels. Schön wäre es gewesen, nicht nur die Römer in der Kampagne spielen zu können, sondern auch die anderen Völker. Dies geht lediglich im freien Spiel gegen Mensch und/oder CPU. Bei den Missionen gibt es nur einen Schwierigkeitsgrad, der jedoch überwiegend fair gehalten ist. Lediglich die achte Mission fängt sehr knifflig an, wobei eine Niederlage am Anfang sehr schnell eintreten kann. Ansonsten ist die CPU jedoch eher passiv und lässt sich recht leicht "aushungern", wobei insbesondere die Katapulte wertvolle Dienste verrichten. Ein wenig kann sich jedoch auch der Spieler selber das Leben erleichtern. Es geht nicht darum jeden Feind vollständig zu vernichten, sondern es muss lediglich ein Gebäude in der Nähe des Tores eingenommen werden. Damit ist die Mission jeweils geschafft. Auch frühzeitige Ausdehnung und Sicherung von Bodenschätzen ist mitunter eine gute Gelegenheit, sich einen Vorteil zu verschaffen, statt den Gegner den Berg einnehmen zu lassen und dort die ganzen Rohstoffe abbauen zu lassen. Für jede Mission kann der Spieler einige Stunden einkalkulieren, wobei optional auch jederzeit mit doppelter Spielgeschwindigkeit gesiedelt werden kann. 30 bis 40 Stunden ist der Spieler aber durchaus mit den 10 Missionen beschäftigt, wenn mit normaler Geschwindigkeit gespielt wird.

Das AddOn

Mit dem Addon zu Siedler 2, das den sehr schlichten Titel "Mission CD" trägt, kommen zwar neue Karten und Missionen hinzu, doch die Geschichte der Römer, die nach einem Rückweg nach Hause suchen, wird nicht fortgesetzt. Vielmehr werden hier insgesamt neue Karten präsentiert, die den Spielern Siedlerpartien auf nachgebauten Kontinenten ermöglichen. Das AddOn beginnt mit einer Nachbildung von Europa. Ist eine entsprechende Mission geschafft, werden eine oder mehrere neue Karten frei geschaltet. Einige der Karten sind sehr groß und beinhalten zahlreiche Feinde, die alle besiegt werden wollen. Andere Maps, wie Grönland, sind merklich kleiner gehalten und bieten spannende Partien zwischen nur zwei oder drei Parteien. Zu Gunsten besserer Spielbarkeit wurden einige Karten leicht verändert und zusätzliche Übergänge zwischen Landmassen geschaffen. Ansonsten sind die einzelnen Karten jedoch recht anspruchsvoll geraten, bieten meist einige breitere Areale, wodurch es zu spannenden Grenzkonflikten kommt und die Spielzeit der einzelnen Missionen ist auch alles andere als kurz. Außerdem bringt das AddOn Winterlandschaften mit in die Siedlerwelt, die jedoch keinerlei spielerische Auswirkungen haben. Sprich: Korn wächst auch im Schnee so gut, wie auf einer grünen Wiese. Neben zusätzlichen Karten für das freie Spiel hat Blue Byte außerdem einen Karteneditor mitgeliefert.

Freies Spiel und mehr

Wer keine Lust mehr auf die vorgefertigten Missionen des Spiels hat oder einfach mit/ gegen einen Freund - inklusive optionaler CPU Siedler - spielen möchte, findet im freien Spiel reichlich Möglichkeiten. Zur Auswahl stehen sogar einige Optionen, die es im Einzelspielermodus gar nicht gibt. Neben einer zufälligen Verteilung der Startpositionen kann der Warenbestand des Lagers bestimmt werden, auf Wunsch die Karte aufgedeckt und das Spielziel definiert werden. Reicht es, wenn ein Spieler dreiviertel der Karte eingenommen hat oder muss die Alleinherrschaft errungen worden sein? Neben der Auswahl aller vier Zivilisationen können auch Teams gebildet werden. Jeder gegen Jeden, Mensch vs. CPU oder aber Volk gegen Volk stehen zur Auswahl. Einen Zufallsgenerator gibt es in Siedler 2 nicht mehr. Vielmehr wird auf manuell erstellte Karten zurückgegriffen, wovon das Hauptspiel 17 Stück beinhaltet und das AddOn weitere 12 nachliefert. Käufer der Sieder 2 Gold Edition können sich außerdem über 130 weitere Bonuskarten freuen, die jedoch erst manuell aus dem "Welten"-Verzeichnis der CD ins Spielverzeichnis auf die Festplatte kopiert werden müssen. Wem das nicht reicht, der kann sich auch - mit ein wenig Einarbeitungszeit - selber Karten erstellen. Den Editor lieferte Blue Byte mit der Missions CD aus. Wie in einem Grafikprogramm wird der Untergrund "aufgemalt" und davor oder danach die Landschaft angehoben oder abgesenkt. Auch alle weiteren Parameter von Rohstoffen bis Startpositionen sind per Editor einstellbar. Lediglich bei Häfen weigert sich der Editor diese funktionsfähig einzubinden. Doch mit einigen Tricks, Kniffen und kleinen Tools ist es auch möglich, solche Welten zu erstellen. Wie dies geht ist beispielsweise auf "Siedler-Welten" nachzulesen. Aber auch eine Reihe von Fan erstellter Karten findet man dort oder in den Weiten des WWW. Wer ein wenig sucht, findet auch das "S2 Utility 1.0 von Jürgen Nagel". Gegen einen kleinen Obolus kann sich jeder einen recht leistungsstarken und einfach zu bedienenden Editor runterladen. Darüber lassen sich auch weitere Parameter wie Startrohstoffe einstellen, außerdem Ressourcen besser verteilen und sogar Übersichtskarten als BMP speichern. Ebenfalls im Preis enthalten ist ein extrem leistungsstarker Zufallsgenerator, der per Knopfdruck wunderschöne Karten erzeugt. An Hand einer Vorschaufunktion kann so lange an den zahlreichen Parametern verstellt werden, bis eine passende Welt erzeugt wurde. Zu beiden Programmen gibt es entsprechende Demoversionen auf der genannten Webseite.

Präsentation

Grafisch setzte Siedler 2 1996 selbstverständlich noch auf 2D. Im Vergleich zum zwei Jahre alten Vorgänger hat das Spiel jedoch einen großen Schritt nach vorn getan. Zum einen konnte in 1024 x 768 gespielt werden, aber auch in Sachen Detailreichtum hatte Blue Byte ganze Arbeit geleistet. Die Welt machte einen für damalige Verhältnisse sehr lebendigen Eindruck und war schön animiert. Egal wohin der Spieler schaute, es machte viel Spaß den Siedlern beim Arbeiten zuzuschauen und das Spiel lief dabei - unabhängig von der Anzahl der Siedler auf dem Schirm - immer butterweich. Die einzelnen Völker hatten jeweils individuell aussehende Gebäude und Figuren, ohne sich allerdings spielerisch zu unterscheiden. Aber auch die drei unterschiedlichen Settings Wiesenlandschaft, Ödland und Eisregionen sorgten für Abwechslung auf dem Schirm. Auch heutzutage, nach zehn Jahren, bringt das Spiel eine ordentliche und stimmige Grafik auf den Schirm. Gerade durch die Möglichkeit in 1024 spielen zu können, hat Siedler 2 die Zeit wunderbar überdauert und sieht besser aus, als so manches 3D Strategiespiel, das vor einigen Jahren erschienen ist. Der eigentliche Soundtrack des Spiels hatte zwar wieder seine Erkennungsmerkmale, allerdings geht einem das Gedudel - trotz 14 unterschiedlicher Tracks - recht schnell auf die Nerven. Aber dafür gibt es sogar direkt Abhilfe durch den integrierten CD-Audio-Player. Ansonsten sorgten die vielen kleinen Nebengeräusche wie zwitschernde Vögel und allerlei arbeitende Betriebe und das "Yeepie" der Geologen für eine sehr stimmige Soundkulisse.

Meinung

10 Jahre alt und kaum Falten. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich Siedler 2 gehalten hat. Auch heutzutage sieht das Spiel recht ordentlich aus und bietet eine wunderbare Kombination aus ansprechender Grafik und übersichtlichem Spieldesign. Nach wenigen Minuten ist man wieder "drin" und kann sich über ein Aufbaustrategiespiel freuen, das viele Möglichkeiten bietet, eine einfache Steuerung hat und alles andere als stressig ist. In anderen Bereichen, wie beispielsweise Missions-Design, hat sich jedoch in den letzten 10 Jahren einiges getan. Da wirkt das Spiel ein wenig altbacken. Wer keinen High-End-Rechner hat und einfach ein anspruchsvolles und durchdachtes Aufbaustrategiespiel will, bekommt auch heute noch mit Siedler 2 ein wunderbares Spiel. Da können sich Nintendo DS Besitzer auf eine hoffentlich gelungene Umsetzung freuen. Wer außerdem keine Lust hat, etwa 40€ für eine 3D Variante auszugeben, kann auch einfach bei Tauschbörsen und Co nach einem gebrauchten Exemplar von "Die Siedler 2 - Gold Edition" schauen. Wer jedoch auf schnelle Spiele steht und keine langwierigen Aufbauphasen mag, sollte einen Bogen um das Game machen und sich lieber den üblichen Verdächtigen im Rush-RTS-Bereich zuwenden.


Geschrieben am 17.09.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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