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Suffering:Ties that Bind
Summoner
Summoner 2
Swords and Soldiers
Syberia
Syberia 2
System Shock
Siedler, Die  

Rückseite ]

Info
Autor 2+
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 2.5
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Gesamt (33 votes) 1
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 2.1
 2.1
Name:Die Siedler
Genre: Strategie
Produkt: Vollversion
Release: 1994/06
Entwickler: Blue Byte
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 4/86-25Mhz, keine 3D-Karte nötig, HD 4 MB
System: Dos oder Windows
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Splitscreen
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.1
Bemerkung: auch für Amiga
Intro
Hauptmenü
Standortsuche
Die Burg steht
Baubeginn
Der Gegner baut sehr nah
Wirtschaftaufschwung
Rush Hour
Ausdehnung
Grenzsicherung
Rohstoffsuche
Der Kampf beginnt
Gewonnen
LowRes
High Res
Die Siedler (review von nali_warcow)

In der Computerspielebranche vergeht die Zeit wie im Flug und Hardware und Grafik machen in wenigen Jahren erhebliche Sprünge. Inzwischen tummeln sich neben unzähligen Nachfolgern und Serienproduktionen auch immer mehr Remakes in den Händlerregalen. Gerade alte Spiele und ältere Spielideen werden gerne neu aufgelegt. Retrogames sind "in", wie viele Entwickler und Publisher erkannt haben. In diesem Jahr steht zudem ein kleines Jubiläum an: Die Aufbaustrategieserie "Die Siedler" von Blue Byte feiert ihren zehnten Geburtstag. Gefeiert wird dies durch ein Remake von "Die Siedler 2", welches Anfang September erscheinen soll. Ein guter Zeitpunkt einen Blick zurück auf den ersten Teil der Aufbaustrategiereihe zu werfen. Ein Blick auf ein Spiel, das einen mit nur knapp 4MB für Tage und Wochen zu unterhalten wusste.

Heutzutage noch ein neues Exemplar von "Die Siedler" zu bekommen, ist keine einfache Sache. Mit ein wenig Glück sind noch vereinzelte Exemplare aus der "Green Pepper" Reihe zu bekommen. Die "Siedler Platin Edition" zu erwischen, die Siedler 1 bis 4 beinhaltet, ist lediglich gebraucht noch möglich. Wie zuletzt für das Siedler 2 Remake, so gab es auch zu Siedler 1 eine zeitlich beschränkte Demoversion, die auch heute noch auf der Blue Byte Webseite zum Download angeboten wird.

Siedler und Windows XP

Das größte Problem haben ältere Spiele im Zusammenspiel mit moderner Hardware und aktuellen Betriebssystemen. Die Siedler präsentiert sich in diesem Punkt erfreulich unkompliziert und kann mit wenigen Klicks zur Zusammenarbeit mit Windows XP überredet werden. Lohnenswert für alle Besitzer der ersten Verkaufsversion ist der Patch auf Version 1.10. Dieser behebt das Problem langer Dateinamen, das bei der Benutzung unter Windows 95 und höher beim Speichern eines Spiels auftreten würde. Wie bei anderen älteren Games, so gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Klassiker unter Windows XP zu spielen:

Direkt über den Windows Explorer

Hier wird das Spiel zuerst ganz normal von der Spiel CD bzw. von der ersten Diskette installiert und über die EXE gestartet. Wer gerne Sound haben möchte, der sollte das kostenlose Tool VDM Sound installiert haben und jeweils die Installation und das Spiel (Sied.exe) mit einem Rechtsklick -> Run with VDM Sound starten. Nachdem die Soundkarte eingerichtet wurde (jeweils Soundblasterkarten mit den Einstellungen 220, 5 (IRQ) und 1 (DMA)) einfach den Patch auf Version 1.10 ins Spielverzeichnis entpacken und über die Datei "Sied.exe" starten.

Spielen über die DOS-Box (Hiermit läuft Siedler auch unter Windows Vista (Beta)!)

Auch über die DOS-Box ist es problemlos möglich Siedler 1 zu spielen. Wenn Siedler von CD aus installiert werden soll, dann muss in der "Dosbox.conf" ein Eintrag für ein CD-ROM Laufwerk stehen, wie z. B. "mount d H:\ -t cdrom". Auch ein Festplattenverzeichnis muss per "mount" eingebunden sein, damit eine "Festplatte C" für die DOS-Box zur Verfügung steht. Also beispielsweise über "mount c E:\DosBox-Apps" das Verzeichnis "DosBox-Apps" von Partiton E als C in die Dos-Box einbinden. Ebenfalls sollte nach der Installation Patch 1.10 eingespielt werden, was bequem über den Windows Explorer gemacht werden kann. Der Vorteil der DOS-Box gegenüber einem Start direkt aus Windows liegt darin, dass das Game zum einen auch bequem im Fenstermodus gespielt werden kann und gleichzeitig die einzige Möglichkeit ist, Siedler auf der nächsten Generation von Windows (Vista) spielen zu können, da dort keine 16 und 8Bit DOS-Anwendungen mehr laufen. Außerdem kann der Spieler jederzeit das Gameim Fenster nebenher laufen lassen und schaut in vielleicht 10 oder 20 Minuten wieder nach, was die Siedelei so macht. Gerade weil Siedler-Partien sehr lang sind, ist dies eine feine Option, nebenbei noch andere Dinge am Rechner machen zu können.

Spielen über einen virtuellen PC, wie MS Virtual PC 2004

Vor einiger Zeit hat Microsoft den Virtuellen PC 2004, eine ehemalige Software im Wert von etwa 140€, zum kostenlosen Download bereitgestellt. Nach der Installation kann ein virtueller Rechner und eine virtuelle Festplatte erstellt und eingerichtet werden. Für die anschließende Inbetriebnahme sind Kenntnisse aus der DOS-Welt und dem Einrichten eines PCs vor etwa 15 Jahren nötig. Disketten- und CD-ROM-Laufwerke des Rechners können in den virtuellen Rechner eingebunden werden. Ein Soundblasterkarte wird ebenfalls emuliert und nach einer Installation in einer virtuellen DOS-Umgebung kann Die Siedler auch problemlos im virtuellen Rechner gespielt werden. Es ist sogar möglich, den aktuellen Zustand des Rechners zu speichern, so dass der virtuelle Rechner gar nicht wieder neu gebootet werden muss.

Das Spielprinzip

Wer zuletzt Siedler 5 gespielt hat, wird eventuell behaupten, er kenne das Spielprinzip schon. Ist wie Age of Empires oder WarCraft, also ein klassisches Strategiespiel. Nach dem Spielen von "Das Erbe der Könige" mag man dies durchaus fälschlicherweise vermuten. Die ersten beiden Siedlerspiele waren jedoch Aufbaustrategiespiele mit einem Hauch militärischer Möglichkeiten. Gerade im Siedler aus dem Jahre 1994 spielten die Kämpfe nur eine sehr geringe Rolle und wurden eher gegen Ende einer langen, langen Partie ausgetragen. Wenn heutzutage bei Spielen nach 10 bis 15 Stunden der Abspann über den Schirm läuft, hat man in Siedler etwa eine(!) Karte gegen ein oder zwei mittelstarke Gegner gewonnen. Im Gegensatz zu einem reinen RTS-Game sitzt der Spieler allerdings nicht die ganze Zeit über angespannt vor dem Schirm, muss sich um jede Kleinigkeit kümmern und eine Sekunde zu spät geklickt bedeutet nicht gleich eine Niederlage. Die Spieler erteilt in Siedler keine direkten Befehle, sondern steuert sein virtuelles Reich indirekt. Lediglich Gebäudepositionen werden vorgegeben, Einstellungen und Parameter verändert und es wird für ein ausgeklügeltes Wegsystem gesorgt. Wie sich die Einwohner der Welt, die Siedler, verhalten, was produziert wird und wie die Soldaten angreifen, wird durch die Vorgaben des Spielers beeinflusst. Vorausschauende Planung ist der Schlüssel zum Sieg. Ungeduldige Spieler werden keinen Erfolg haben, dafür ist Langzeitmotivation und ein wenig Grundlagenwissen in Sachen virtueller Wirtschaftswissenschaften erforderlich. Doch mit Geduld, Spucke und dem ausführlichen Handbuch, sollte jeder eine florierende Wirtschaft auf die Beine stellen können.

Hey, Träger! Ich brauche hier 'ne Holzlieferung!

Eine Siedler-Partie beginnt immer auf die gleiche Weise. Ganz ohne Basis hat der Spieler lediglich die von Anfang an vollständig sichtbare Karte der Spielwelt auf dem Schirm. Als erstes gilt es, sich einen geeigneten Startpunkt für das Schloss, das als Hauptgebäude dient, zu suchen. Nicht nur das Gelände will dabei bedacht werden, auch vorhandene Rohstoffe wie Bäume und Steinhaufen als Baustofflieferanten wollen eingeplant werden. Außerdem gibt ein Geologe Auskunft über die in den Bergen vorhandenen Mengen an Bodenschätzen. Wurde schließlich eine geeignete Stelle ausfindig gemacht, kann das Haupthaus des angehenden Königsreichs errichtet werden. Neben dem Haupthaus erscheinen nun auf der Karte auch eine Reihe an Grenzsteinen, die die Größe des Reiches anzeigen. Nur innerhalb der Grenzen können weitere Gebäude in Auftrag gegeben werden. Zuerst gilt es, sich um die Versorgung mit den nötigsten Baumaterialien zu kümmern, damit aus der kleinen Siedlung ein großes Reich werden kann. Daher kommt eine Steinmetzhütte in die Nähe einiger oberirdischer Granitvorkommen und zwei Holzfäller werden neben dem nahen Wald platziert. Bevor sich nun die Arbeiter ans Werk machen und die Gebäude errichten, gilt es, sich erst noch um den Transport der Baumaterialien und Arbeiter zu den Gebäuden zu kümmern. Hier beginnt die Planung des Wegsystems, dem Dreh- und Angelpunkt von "Die Siedler". Vor jedem Gebäude ist eine kleine Flagge zu sehen. An diesen sogenannten Wegpunkten können Wege in alle Richtungen angelegt werden. Damit zuerst das Holz für den Bau der Holzfällerhütte zum Ziel gelangt, muss also das Gebäude mit dem Haupthaus verbunden werden. Wenige Augenblicke später taucht dann auch ein Bauarbeiter auf, der sich auf den Weg zur Baustelle macht. Außerdem kommt ein "Träger" aus dem Schloss und begibt sich auf den Weg zwischen Schloss und Baustelle. Dieser Träger kümmert sich fortan um alle Waren zwischen beiden Wegpunkten. Für den Bau der Holzfällerhütte bedeutet dies: Aus dem Lager des Schlosses bringt ein Siedler zwei Einheiten Holz und legt diese an die Flagge vor dem Schloss. Daraufhin macht sich der Träger auf den Weg, das erste der beiden Holzstücke zu nehmen und es bis zum nächsten Wegpunkt zu bringen. Sollte am nächsten Wegpunkt das Ziel noch nicht erreicht sein, wird der nächste Träger, der zwischen den nächsten beiden Wegpunkten steht, die Waren aufnehmen und weiter transportieren, bis das Holz am Bestimmungsort angekommen ist. Sind schließlich alle drei Gebäude an das Wegsystem angeschlossen, dann ist auch schon bald ein emsiges Treiben in der Siedlung zu beobachten. Nachdem die Gebäude errichtet wurden, begeben sich die Arbeiter wieder ins Haupthaus, Holzfäller und Steinmetz entsprechend zu ihren Arbeitsstätten. Diese Produktionsgebäude sorgen nun für einen Nachschub an Steinen und Baumstämmen, die jeweils von den Arbeitern vor den Gebäuden abgelegt werden. Hier haben dann die Träger wieder etwas zu tun und müssen die Objekte zum Lager ins Schloss transportieren. All diese Aktionen der Einheiten laufen vollkommen automatisch ab. Der Spieler bestimmt lediglich die Position der Gebäude und das Layout des Wegsystems. Beim Wegsystem darauf zu achten, dass die Wege nicht zu lang werden, auch muss bedacht werden, wie steil die einzelnen Wegabschnitte sind. Es bringt wenig die Träger immer einen steilen Hang hinaufzuschicken, da dadurch der Transport deutlich länger dauert. Hier sollte sich der Spieler Gedanken über alternative Routen machen oder für zusätzliche Kapazitäten sorgen. Sind die Wege zu lang, so können auch Wegpunkte auf einer Strecke erstellt werden und der lange Weg wird in zwei kürzere Abschnitte unterteilt. Gerade wenn die Siedlung wächst und immer mehr Waren transportiert werden, lohnt es sich, Gedanken über eine Optimierung des Wegsystems zu machen. Steht erst einmal die Grundversorgung, kommen nach und nach immer mehr Gebäude und Warenkreisläufe hinzu.

Bislang hat der Spieler lediglich einige Stämme vom Holzfäller und Steinblöcke vom Steinmetz im Lager. Doch aus Stämmen kann nichts gebaut werden. Da ist erst noch ein Sägewerk erforderlich, das die Stämme in handliche Bretterstapel verarbeitet. Allein durch eine ungünstige Platzierung des Sägewerks kann das Wegsystem belastet und ein Bauauftrag im späteren Spielverlauf merklich verzögert werden, es macht wenig Sinn, den Baumstamm quer durch das Reich zu transportieren. Dadurch bekommen die Träger unnötig viel Arbeit und haben keine Zeit, sich um den Transport von anderen Waren zu kümmern. Es ist vom Arbeitsaufwand her auch unsinnig, einen Baumstamm erst ins Lager zu bringen und etwas später von dort aus wieder zum Sägewerk, weil ein Sägewerk allein nicht hinterherkommt, die Produktion aller Holzfäller des Reiches zu verarbeiten. Da macht es mehr Sinn, zusätzlich Sägewerke zu bauen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Bretter möglichst zügig zum Ziel (Baustelle) oder ins Lager kommen und nicht unnötig das Wegsystem blockieren. Außerdem sollte der Spieler bei der Planung weiterer Gebäude berücksichtigen, wie viele Rohstoffe vorhanden und wie groß die Nachschubproduktion ist. Wer im Lager keine Bretter und Steine hat und lediglich ein Steinmetz und ein Holzfäller für Nachschub sorgt, plant falsch, wenn etliche Burgen-Großbaustellen in Auftrag gegeben wurden. Die benötigte Holz- und Steinmengen würden die Wirtschaft für einige Zeit lahm legen. Entsprechend lange dauert es, bis ein Gebäude fertig würde. Um den Warenkreislauf Holz abzuschließen, sei noch der Förster erwähnt. Der Herr kümmert sich darum, dass ordentlich nachgeforstet wird und der Holzfäller auch Stunden später noch ordentlich Arbeit hat.

Allein das kleine und simple Beispiel des Wirtschaftskreislaufes Holz zeigt, welche Komplexität im 4MB großen Spiel steckt und was der Spieler alles bedenken und planen sollte. Für den Spieler ist das Anlegen von Wegen und die Bauplatzausweisung für neue Gebäude nur eine Kleinigkeit, aber mit nicht unerheblichen Auswirkungen. Da die Spielgeschwindigkeit jedoch recht gemächlich ist, bleibt genug Zeit zum Planen als auch zum Zuschauen. Neben dem etwas detaillierter angesprochenen Wirtschaftskreislauf Holz existieren auch einige weitere, nicht minder komplexe Warenkreisläufe. Damit zum einen Waffen für die Soldaten und Werkzeuge für die Arbeiter in den Produktionsstätten hergestellt werden können, muss Stahl vorhanden sein, damit Schmiede und Werkzeugbauer ihre Arbeit aufnehmen können. Bis allerdings in der Eisenschmelze aus Erz und Kohle Stahl hergestellt wird, muss die Wirtschaft in Schwung gebracht werden. Gewonnen werden Erz, Kohle, Gold und Granitsteine in Minen, die im Gebirge errichtet werden. Allerdings gilt es zuerst herauszufinden, wo im Gebirge welche Rohstoffe in welchen Mengen zu finden sind. Zu diesem Zweck werden Geologen ausgeschickt, die wiederum kleine Schilder aufstellen und dadurch die einzelnen Fundstellen kennzeichnen. Damit allerdings die Minenarbeiter auch ihrer Arbeit nachgehen, wollen sie etwas zu essen. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten den Wünschen zu entsprechen. Die einfachste Lösung wäre es, auf Fische zurückzugreifen, die vom Fischer am nächstgelegenen Teich gefangen werden. Für Nahrung in größeren Mengen muss jedoch schon bald auf die beiden anderen Varianten zurückgegriffen werden. Auf größeren Flächen lohnt es sich, einige Farmen zu errichten. Das Korn wird geerntet und zur Mühle gebracht, wo es zu Mehl weiterverarbeitet wird. Aus jeweils einem Sack Mehl wird vom Bäcker ein Brot hergestellt. Alternativ kann das Korn vom Feld auch zum Schweinezuchtbetrieb gebracht werden. Sind die Schweinchen groß genug, dann werden sie schließlich zum Schlachter transportiert, der daraus handliche Wurstpakete herstellt. Auch diese Waren werden alle von Trägern über das Wegsystem von einem Wegpunkt zum nächsten gebracht. Somit sollte langsam klar werden, welche große Bedeutung ein durchdachtes Transportsystem in der Siedlung hat und welche Auswirkungen selbst kleine "Verstopfungen" bedeuten. Das Korn wird nicht abgeholt oder es ist keines mehr vorhanden? Die Mühle steht still und Brote können nicht gebacken werden. Auch der Fleischnachschub stockt und die Versorgung der Minen bricht zusammen, wodurch die Entwicklung und der Ausbau der Siedlung sehr stark gebremst werden kann. Insbesondere ein Verlust eines wichtigen Industriebetriebs durch Angriffe des Feindes kann die Wirtschaft nachhaltig schwächen. Wichtig ist es in Siedler, sich nicht nur um Waren und Rohstoffe zu kümmern, sondern auch die Grenzen des Reiches wollen ausgeweitet und gesichert werden. Zur Vergrößerung werden Militärgebäude am Grenzbereich errichtet. Die Auswahl umfasst dabei drei unterschiedlich große und differnenziert befestigte Bauten. Die kleine Wachstube ist schnell durch eine Lieferung Holz und Stein errichtet. Allerdings können hier nur maximal drei Soldaten stationiert werden. Mehr passen da schon in den befestigten Wachturm und besonders wichtige Grenzpassagen oder Orte des Reiches werden durch mächtige Burgen abgesichert. Darin können bis zu zwölf Soldaten stationiert werden. Im Falle eines Angriffs kommen automatisch einige Einheiten aus den nahe gelegenen Militärgebäuden und bekämpfen die anrückenden Feinde. Ein Kampf wird immer im Zweikampf ausgetragen, wobei jeder Soldat - ganz gleich welcher Rang - über drei Hitpoints verfügt. Nach jedem Kampf wird die Einheit automatisch wieder geheilt. Sind alle Einheiten in einem Gebäude besiegt, dann nehmen die verbleibenden Angreifer dies ein und setzen die nicht militärischen Bauten in der näheren Umgebung in Brand. Ein Angriff auf Zivilisten und Arbeiter ist nicht möglich. Spätestens wenn die gesamte Karte bebaut wurde und kein Platz für weitere Expansionen zur Verfügung steht, kommt die Stunde des Gegenangriffs. Je nach Spielweise kann der Feind natürlich auch schon deutlich früher angegriffen werden, doch gerade in der frühen Phase des Spiels sind Niederlagen vorprogrammiert. Anfangs sind die Soldaten mit 25% nicht gerade motiviert, im Feindesland zu kämpfen. Durch die Herstellung von Goldbarren lässt sich die Moral jedoch nach und nach immer weiter steigern, bis die Kämpfer im Feindesland besser kämpfen als mit 100% "Moral" im eigenen Land. Spätestens dann ist die Zeit für einen Angriff gekommen. Allerdings hält der Gegner mit der eigenen Goldproduktion dagegen, wodurch sich Angriffe auf wirtschaftlich starke Gebiete auch zwischendurch schon lohnen. Der Zusammenbruch der Wirtschaft in einem Teil des Reiches kann einen Spieler um Stunden zurückwerfen oder gar spielentscheidend sein. Somit sollte nicht nur die Ausdehnung des Reiches und der Aufbau der Wirtschaft bedacht werden, sondern auch die Absicherung wichtiger Gebiete durch starke Festungsanlagen und gut ausgebildete Soldaten. Einheiten, die nicht gerade in einem Militärgebäude stationiert sind, verbringen ihre Freizeit im Lager oder im Hauptschloss. Hier steigen die Einheiten mit der Zeit in den unterschiedlichen Rängen auf und werden dadurch schlagkräftiger. Es lohnt sich daher, möglichst viele Soldaten auf "Vorrat" zu haben, damit nicht immer nur die frischen Rekruten in die Wachgebäude geschickt werden.

Spaß für Monate auf vielen Millionen Karten

Wer die alten Siedler Teile noch nicht gespielt hat, dem wird nach der doch etwas umfangreichen Erläuterung der Schädel brummen. Gerade im Gegensatz zu vielen aktuellen Spielen ist Siedler ein sehr komplexes Game, das keinesfalls in wenigen Minuten zu erlernen ist. Allerdings ist es auch kein Spiel, das in ein oder zwei Abenden durchgespielt wird. Die Zeit reicht im Schnitt vielleicht um gerade einmal eine leichte und kurze Mission zu spielen. Um Einsteiger nicht zu sehr zu überfordern bietet es sich an, das Tutorial zu absolvieren. In insgesamt sechs Lektionen werden nach und nach alle Grundlagen erlernt und wichtige Hintergrundinfos gegeben. Was heutzutage in Form von interaktiven Einleitungen geschieht, sah 1994 noch etwas anders aus. Der Spieler startete eines der Tutorials und schlug dann im Handbuch das entsprechende Kapitel auf. Hier wurde dann das gemacht, was in der Anleitung stand. Dort stehen nicht nur die Ziele des jeweiligen Tutorials, sondern auch, wie diese zu erreichen sind. Waren die Grundlagen erst einmal verstanden, dann stand langen Siedlerabenden nichts mehr im Wege. Dazu gab es mehrere Möglichkeiten. Wer noch etwas lernen möchte oder einfach zuschauen will, der kann sich ein Spiel zwischen bis zu vier CPU Siedlern anschauen. Spannender wird es jedoch, wenn der Zocker selber zur Maus greifen kann. Für Solospieler gibt es dreißig Schlachten gegen unterschiedliche CPU Gegner zu gewinnen. Jeweils am Ende einer Karte wird dem Spieler dabei das Passwort für die nächste Mission angezeigt. Je nach Karte gilt es bis zu drei CPU Siedler zu bezwingen. Nach und nach tritt der Spieler gegen die unterschiedlichsten Persönlichkeiten an. Einige Feinde sind schwächer, andere setzen eher auf eine starke Verteidigung und wieder andere greifen schon recht früh an. Ausgetragen werden die Partien natürlich auf unterschiedlichen Welten, aber auch mit sehr unterschiedlichen Start- und Spieleinstellungen. Für jeden Spieler gibt es zwei wichtige Parameter: Warenbestand und Wachstumsrate. Der Warenbestand bestimmt die Menge der Güter, die sich bei Spielstart im Haupthaus befinden. Verfügt der Spieler von Anfang an über Massen an Rohstoffen und Waren, kann die Siedlung recht schnell hochgezogen und viele Gebäude in Auftrag gegeben werden. Wenn aber nur wenige Baustoffe vorhanden sind, dann gilt es, jeden Schritt doppelt gut zu überdenken. Wenige Werkzeuge im Lager bedeuten, dass beispielsweise der Schlosserei eine deutlich höhere Bedeutung zukommt. Nur mit nur einer sehr begrenzten Anzahl an Hämmern und anderen Werkzeugen kann das Reich anfangs nur langsam wachsen. Außerdem ist die Wachstumsrate ein wichtiger Faktor, der ebenfalls starken Einfluss auf das Gameplay hat. Wenn ein neuer Siedler erst nach 60 statt zehn Sekunden im Schloss erscheint, dann müssen die Wege länger angelegt werden und es stehen weniger Rekruten zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Parameterwert für die Stärke der KI. Die einzelnen Missionen unterscheiden sich somit sehr deutlich. Ebenfalls zu berücksichtigen sind Ausgangssituationen und entsprechend unterschiedliche Landschaften. Richtige Ziele, wie dies in modernen Strategiespielen der Fall ist, gibt es bei den Siedlern nicht. Hier gilt es die Feinde zu unterwerfen, um zu gewinnen und das in 30 Missionen. Durch die lange Spielzeit für eine einzige Mission bekommt der Zocker mit den 30 Missionen Spaß für Monate. Insbesondere die späteren sind recht tückisch und verlangen einige Anläufe. Ab Mission zehn wird es vom Start weg schon kniffliger und der Spieler kann sich anfangs auf der Karte nicht mehr frei umsehen, Rohstoffinfos zu den einzelnen Bergen anzeigen lassen und einen optimalen Startplatz suchen. Ab Mission zehn wird das Haupthaus - von allen Spielern - an einer festen Position errichtet. Wer außerdem eine zweite Maus am Rechner (COM-Port) angeschlossen hat, kann mit einem Freund zusammen im Split-Screen spielen und auf Wunsch auch noch bis zu zwei CPU Siedler hinzufügen. Im freien Modus stehen nahezu unbegrenzt Karten zur Verfügung, die über einen 16-stelligen Code auch weiterempfohlen werden können. Außerdem kann die Größe der Siedlerwelt in acht unterschiedlichen Größen reguliert werden. Die Werte für KI (bei der CPU), Warenbestand und Siedlerwachstumsrate lassen sich dabei für jeden Spieler individuell einstellen.

Wie die Zeit vergeht…

Auch wenn inzwischen etwa 12 Jahre vergangen sind, die Steuerung und Handhabung von "Die Siedler" ist auch heutzutage einfach und problemlos. Mit wenigen Klicks lassen sich auch die kompliziertesten Aktionen ausführen, wenn sich der Spieler etwas eingelesen und eingearbeitet hat. Was dem Spiel neben einem "richtigen" Ingametutorial fehlt, wären kleine Popup-Infos, die gerade Einsteigern entgegen kämen. Gerade anfangs wird der Spieler durch sehr viele Symbole, Icons und Menus verwirrt. Von Anfang an zeigt beispielsweise das Baumenü alle Gebäude an. Sehr hilfreich sind einige Statistiken und Auslastungsanzeigen, die Aufschluss darüber geben, welche Teile einer Wirtschaftskette ausgelastet sind und welche weniger, so dass der Spieler entsprechend nachbessern kann. Aber auch Waren- und Personenbestände sind hilfreich bei der Suche nach Schwächen im eigenen Wirtschaftssystem. Grafisch sind dem Spiel die zwölf Jahre inzwischen anzusehen. Insbesondere im Intro und dem groben 320 x 240 Pixel-Modus. Besser sieht da schon der hochauflösende 640 x 480 Modus aus. Da verschwinden viele grobe Pixel und die Übersicht ist deutlich besser. Sehr erstaunlich ist der Detailgrad, den die Entwickler schon vor 12 Jahren erzielten. Insbesondere wenn das komplexe Spielprinzip bedacht wird und die damals notwendige Rechenpower: 4 MB Festplatte, 550 KB(!) Speicher und ein 386 mit vielleicht 33 MHz (0,033 GHz). Jeder Siedler - und es können bis zu 65.000 in der Welt sein - wird und wurde ruckelfrei animiert. Der Spieler kann dennoch ganz genau verfolgen, was die einzelnen Arbeiter machen. Hunderte von Waren werden transportiert und jeder verarbeitende Betrieb "lebt" in der Spielewelt. Da werden die Felder bestellt, die Schweine suhlen sich auf dem Hof oder Waffen werden vom Schmied hergestellt. Ein wenig Zähigkeit jedoch muss sich das Spiel heutzutage vorwerfen lassen. Es konnte immer nur eine Figur gleichzeitig an einem Flaggenpunkt sein, wodurch die Spielzeit einer Partie merklich länger ausgefallen ist, als im Nachfolger Siedler 2. Doch ansonsten wurde eine durchweg stimmige Welt geboten, die auch akustisch sehr zu gefallen wusste. Egal ob Holzfäller, Sägewerk oder Schmied, allein durch die Sounds wusste der Spieler sofort, ob die Wirtschaft funktionierte, welche Betriebe arbeiten oder was nicht läuft. Nicht ganz so gelungen war dagegen der Soundtrack. Die Dudelei war doch schon nach kurzer Zeit recht nervtötend und merklich zu kurz, weshalb immer wieder die gleichen Loops gespielt wurden. Aber die Musik kann glücklicherweise auch abgeschaltet werden.

Meinung

12 Jahre alt, aber doch nichts von seinen Charme verloren. So präsentiert sich auch heute noch Siedler 1. Lediglich im grafischen Bereich hat sich in den vielen Jahren einiges getan. Allerdings zeigt das Spiel sehr deutlich, wie wenig GHz benötigt werden, um ein spannendes, komplexes und fesselndes Spiel auf den Schirm zu zaubern. Sicherlich könnte die Bedienung besser sein, das Tutorial auch Texte und Anweisungen enthalten und die Missionziele abwechslungsreicher sein, aber braucht man wirklich unterschiedliche Missionsziele oder gar eine Story in einem Spiel, das allein durch Komplexität und Planung Wochen und Monate beschäftigt? Im Gegensatz zu modernen Spielen braucht der Zocker allerdings auch etwas mehr Zeit für diese Art Spiel. Eine Partie dauert nun mal eben etwas länger und einen Rush in fünf Minuten gibt es (zum Glück) nicht. Wer Wert auf Planung, Strategie und Wirtschaft legt, wird auch heute noch mit Siedler 1 bestens unterhalten.


Geschrieben am 16.08.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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