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Info
Autor 2
 2
 1.5
 2
Gesamt (19 votes) 1
 1.9
 1.5
 2.3
Name:Shadowgrounds
Genre: Arcade Action
Produkt: Vollversion
Release: 2005/11
Publisher: dtp
Entwickler: Frozenbytes
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1.3Ghz, 384MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Multiplay: Co-Op
FFeedback: nein
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Patch: 1.05
Bemerkung: Leveleditor mit neustem Patch
USK: 16
Shadowgrounds (review von yak)

Ältere Spieler kennen sicher noch den süchtigmachenden Coop-Spaß aus der Spielhalle, bei dem man mit seinen Freunden im Team gegen Monsterhorden antreten musste um sein Leben, den Planeten oder Jungfrauen zu retten, vielleicht aber auch um den Endbösewicht von seinem elenden Dasein zu befreien. Der Klassiker in diesem Genre ist sicher Midway's Gauntlet. Aus der Vogelperspektive lenkte man seine Mannen im Team gegen üble Horden, um sich an Schatztruhen zu bereichern und tiefer in die Dungeons einzudringen. Das Spielprinzip war einfach, aber erfolgreich und fand viele Nachahmer, die ein ähnliches Prinzip verfolgten, verfeinerten und damit in anderen Spielumgebungen für Abwechslung sorgten. Doch das Spielkonzept, unterhaltsam wie es war und auch heute noch ist, ging im Eifer immer aufwendigeren und scheinbar innovativeren Games unter und nur selten gab es Nachschub für Anhänger dieses Spielprinzipes.

Raven Software schuf 1997 mit MageSlayer (Demo) ein würdiges Quasi Remake, der Rest ähnlicher Spiele erschien jedoch ausschließlich für Konsolen (Gauntlet, Baldur's Gate: Dark Alliance 1 & 2, Fallout Brotherhood of Steel), PC Spieler gingen jedoch weitestgehend leer aus. Doch Entwickler Frozenbyte hat Mitleid mit den Top Down Action Shooter Fans und besonders auch mit Spielern, die die Nase voll haben von niedlichen Elfen, Axt bewährten Zwergen oder viel zu guten Rittersleuten. Shadowgrounds ist reinrassige SciFi Action mit Horden feinseliger, fieser Aliens, einer guten Story und vor allem mit viel Firepower. Von wegen "Im Weltraum hört dich niemand schreien..."

Die Erde im Jahre 2030. Wie zu erwarten steuerte die Menschheit durch zunehmende Umweltverschmutzung und Überbevölkerung einer Katastrophe entgegen. Aussiedeln im großen Maßstab schien die einzig vernünftige Alternative. Raumfahrtprogramme wurden verstärkt und die Forschung setze auf Terraforming, um eventuell bewohnbare Planeten entsprechend umzugestalten, damit ein menschliches Leben dort möglich wird. Ganymed, ein Jupitermond, schien für diese Technologie geeignet und so machte sich die International Space Exploration Union daran, dort ihr erstes Terraforming durchzuführen. Doch selbst die beste Technologie benötigt Zeit und Vorarbeit. In 60 Jahren jedoch sollte Ganymed bewohnbar werden. Bis dahin schickte man unbemannte Raumschiffe dorthin, um das Terraforming einzuleiten. Im Jahre 2070 war es dann soweit, die ersten Menschen landeten auf Ganymed und im Jahre 2096 lebten dort schon 8000 Menschen... nur wie lange noch?

Wesley Tyler, Held des Spiels, war einst Sicherheitschef auf Ganymed, doch als "unbequemer" Mensch, der bei merkwürdigen Zwischenfällen zu viel Fragen stellte, war er den Job auch schnell wieder los. Als Mechaniker verdient er sich jetzt seinen Lebensunterhalt bei IGTO, einem privaten Militärkonzern, der das Terraformingprogramm mit finanzierte, jedoch unter der Bedingung, dass man auf Ganymed keinerlei Waffenforschung betreibt. Und eigentlich hätte es ein so langweiliger Arbeitstag wie immer für ihn werden können, wenn nicht plötzlich die Energie ausgefallen wäre und er im Dunkeln gestanden hätte...

Tyler macht sich auf ins Kraftwerk, um zu sehen, was zum Energieausfall führte...

Technik:

Die von Frozenbyte eigenentwickelte Engine macht einen hervorragenden Eindruck. Sie zaubert das Spielgeschehen atmosphärisch auf den Bildschirm und geht selbst bei hohem Feindaufkommen nie in die Knie. Das Besondere an der Engine ist jedoch eindeutig die Nutzung von Licht und Schatten. "Die Nacht der langen Schatten" wäre hier wohl die bezeichnendste Umschreibung. Selten in einem Spiel gab es so gut ins Spieldesign eingebaute Schatten-Effekte, die dem Spieler mehr als einmal den Schauer über den Rücken laufen lassen, was besonders eindrucksvoll beweißt, dass nicht nur Egoshooter eine höchst beängstigende Atmosphäre aufbauen können, sondern auch Spiele in der Top Down Ansicht (Und ehrlich gesagt war Shadowgrounds für mich atmosphärischer und unheimlicher, als der so hoch angepriesene Gruselshooter F.E.A.R). Aber woran liegt das? Man schleicht sich mit seinem Spielcharakter durch die verlassenen Gebäude, immer auf der Hut, mit dem Licht der Taschenlampe die Fratze eines Aliens aus dem Dunkel zu schneiden und seine Schatten angsteinflössend und um ein Vielfaches größer an die nächste Wand projiziert werden. Das Ganze hat schon fast den Stil eines Film Noirs und trägt ungemein zur Spannung bei. Das geht soweit, dass man schon ein wenig Verfolgungswahn bekommt und zusammenzuckt, bzw. mutig die Waffe abfeuert, wenn man nur einen Baum angeleuchtet hat, dessen filigrane Äste im Schattenwurf den spinnenartigen Beinen der Aliens täuschend ähnlich sehen. Kurzum, mit dem Einsatz von Licht und Schatten ist den Entwicklern ein richtiges Bravourstück gelungen. Die anderen Effekte stehen dem aber nicht nach. Der Flammenwerfer bläst seine tödliche Feuersbrunst den Alienschwärmen entgegen und lässt die Luft flimmern, Glasscherben zerbersten, Regen prasselt auf die Planetenoberfläche und Laserschüsse verwandeln die Umgebung in bunte Lichtorgien. Die Figuren, Gegner und die Umgebung sind detailliert und abwechslungsreich gestaltet. So darf man über die Planetenoberfläche flanieren, die einer Wüstenlandschaft gleicht, Kraftwerke besuchen, Minenkomplexe erforschen und letztendlich sogar in ein Alien-Mutterschiff, um der Bedrohung Herr zu werden. Die graphische Präsentation von Shadowgrounds ist insgesamt stimmig und ohne Tadel.

Ohne Ausrutscher präsentiert sich auch der Sound. Die Geräusche sind stimmig und unterstützen die schon durch die Graphik gute Atmosphäre um ein weiteres. So hört man oft schon die krabbelnden und quickenden Aliens, bevor man sie sieht, was besonders bedrohlich wirkt, wenn man einige der fieseren Gegner, die nicht so leicht zu besiegen sind, schon vorab am Sound erkennt. Ebenso strahlt die Soundkulisse aber auch eine knarrende eisige Kälte aus, die das Umfeld noch unheimlicher erscheinen lässt. In etwa vergleichbar mit dem Alien Film von Ridley Scott. Die Waffengeräusche sorgen dann im Kontrast zu den stilleren Passagen für den ordentlichen Rumms. Für die Sprachausgabe hat der Publisher dtp wieder wie gewohnt eine stimmige und qualitativ gute Synchronisation geliefert, die auf bekannte Sychronstimmen wie z. B. Marion v. Stengel (u.a. Angelina Jolie) zurückgreift. Die Musik ist ebenso gelungen und bietet von allen Stilrichtungen etwas, von eher ruhigeren, psychoschockermäßigen orchestralen Kompositionen, die den Helden dabei begleiten, wenn er durch menschenleere Gegenden streift und jederzeit mit einem Massenangriff rechnen muss, bis hin zu reiner Actionmusik, die ihm den nötigen Adrenalinstoß verpasst, wenn er gegen die Horden der Außerirdischen ins Gefecht zieht. Im Bereich Präsentation gibt sich Shadowgrounds keine Blöße.

Gesteuert werden kann Shadowgrounds mit Maus/Tastatur oder auch mit Gamepad, wobei mir hier die Steuerung mit Maus/ Tastatur eher zusagte, da mir die Umsetzung für das Gamepad nicht ganz gelungen bezüglich des Drehens der Figur und dem Strafen schien. Das ist mit Maus/Tastatur besser umgesetzt. Probleme gab es leider bei der Erkennung (Logitech Rumblepad) des zweiten Analogsticks, der sich nicht konfigurieren lies. Dennoch ist Shadowgrounds gut mit einem Gamepad zu spielen. Schade nur, dass es keine Force Feedback Effekte gibt. Ansonsten lässt sich das Spiel jedoch bei der Steuerungsanpassung in allen Belangen vorbildlich konfigurieren. Drehgeschwindigkeit, Kamerakontrolle usw. dürfen in allen Varianten geändert werden.

Etwas zu sparsam, im Gegensatz zur aufwendigen schön gestalteten Verpackung, fällt das Handbuch auf.

Gespeichert wird automatisch jeweils zum Levelende. Innerhalb eines Levels muss man jedoch, wie bei den guten alten Arcadegames, mit fünf Leben auskommen, ansonsten muss man den Level neu beginnen. Das trägt aber eher zur Atmosphäre bei, als das es ihr schadet, denn so hat man viel mehr Spaß, Spannung und auch Ehrgeiz, seinen Helden lebend durch diesen Alptraum zu lotsen. Fair ist jedoch, dass man nach einem Ableben den vorherigen Status beibehält, was bedeutet, dass bis dahin erlegte Gegner auch weiterhin erlegt bleiben und man sich nur noch um den verbleibenden Rest kümmern muss.

Zur Wahl stehen drei Schwierigkeitsgrade, wobei "mittel" ausreichend schwer und fordernd ist, um auch geübte Spieler bei Laune zu halten.

Gameplay:

Shadowgrounds ist ein Top-Down 3D Action Shooter, bei dem es vorrangig darum geht, den angreifenden Aliens den Allerwertesten zu grillen. Doch anders als viele vergleichbare Games, bei denen das Monstermetzeln eher mit einer sportlichen Herausforderung gleichzusetzen ist, bei dem es nur darauf ankommt, möglichst alle "umzunieten", schafft es Shadowgrounds, eine spannende Atmosphäre aufzubauen, die selbst einigen Egoshootervorzeigetiteln nicht nachsteht. Der Held beginnt mit einer zuerst harmlos erscheinenden Aufgabe, einen Defekt in einem Kraftwerk zu untersuchen, um die Ursachen des Energieausfalls zu klären. Vorsichtig, nur mit einer Taschenlampe in der Hand, durchforscht er die Einrichtung, hier und da läuft ein kleines Krabbelvieh vor ihm her, aber nichts wirklich Bedrohliches, es sei denn, man hat Angst vor der Dunkelheit, was aber schnell passieren kann, wenn die Geräuschkulisse bedrohlicher wird und die Taschenlampe selbst von harmlosen Gegenständen skurrile Schatten an die Wand wirft, die durch die Bewegung des Lichtstrahls ein seltsames Eigenleben entwickeln. Doch schnell stellt sich heraus, dass hier stärke Mächte für den Generatorausfall verantwortlich sind. Unwirkliche Geschöpfe, spinnengleich, wurmähnlich oder riesige wie Kampfochsen aussehende Kreaturen mit Kanonen statt Hufen am Ende ihrer Gliedmassen, stellen sich dem Helden in den Weg und sie haben nichts Freundliches im Sinn. Beginnt Tylers Aufgabe noch damit, sich um den defekten Generator zu kümmern, wird er kurz darauf auch schon zwangverpflichtet, um weitere Aufgaben zu erfüllen, damit die Alienbrut ihr Ziel, die Bevölkerung von Ganymed auszulöschen, nicht erreicht. Tyler muss Wissenschaftler aus einem Labor befreien, um Zugangskarten zu erhalten, ein Spezialteam aus einer Mine befreien, dafür sorgen, dass eine Funkstation ihren Dienst wieder aufnimmt und letztendlich die finale Mission im Alien-Mutterschiff absolvieren. Schön ist auch, dass die Level relativ offen begehbar sind und nie den "Tunnelcharakter" eines "modernen" Shooter aufweisen. Viele Orte sind auch durch andere Zugänge erreichbar und man hat wirklich das Gefühl, "vor Ort" zu sein, statt auf einer streng vorgegebenen Route, womit auch der Forscherdrang vieler Spieler ausreichend befriedigt wird. Dass dies alles natürlich nicht kampflos vonstatten geht, ist klar. Dazu gibt es zehn Waffen, die man im Spielverlauf findet und zudem aufrüsten kann, ausreichend Upgradepunkte vorausgesetzt. Upgradepunkte verdient man sich durch Aliendezimierung. Je nach Menge und Kampfkraft hinterlassen Gegner oder Gegnergruppen einen oder mehrere Upgradepunkte, die in die technische Weiterentwicklung, genügend Punkte für die jeweilige Stufe vorausgesetzt, investiert werden können. So lassen sich die Magazingröße erhöhen, die Feuerrate und Durchschlagskraft verbessern oder auch alternative Feuerfunktionen freischalten. Ein Flammenwerfer kann z. B. dann auch dazu genutzt werden, Benzinpfützen zu erzeugen, die man dann zu einer Feuerfalle für die Gegner machen kann. Ein Maschinengewehr wird, entsprechendes Upgrade vorausgesetzt, zu einem stationären Geschützturm, mit dem man sich z. B. den Rücken frei halten oder auch eine Türe sichern kann. Die Laserkanone wird in ihrem alternativen Feuermodus zum alles vernichtenden "Schneidbrenner" und sägt die Aliens reihenweise durch. Das Waffenarsenal ist abwechslungsreich und muss taktisch klug eingesetzt werden. Manche Gegner sind gut gepanzert und dadurch gegen einige Attacken ziemlich resistent. So hilft bei den gepanzerten Spinnenwesen am besten eine gezielte Ladung aus dem Flammenwerfer oder ein Schuss aus dem Raketenwerfer. Manche Gegner sind frontal durch ihre Panzerung kaum zu beeindrucken und man kann sie nur mit Unmengen Granaten oder Raketen zur Aufgabe zwingen. Doch stellt man sich geschickt an und nähert sich ihrem ungepanzerten Rücken, reichen ein paar Schuss aus der Railgun, um sie auszuschalten. Wichtig ist bei Shadowgrounds auch das Haushalten der Munition, denn diese ist limitiert und sinnloses Ballern sorgt meist nur dafür, dass man den Gegnern danach ausgeliefert ist. Es bringt also nichts, auf alles ohne Unterlass zu ballern, vielmehr ist ein gezielter Einsatz der richtigen Waffe und Taktik gefragt, was für ein solches Spielprinzip eher unüblich ist, es insgesamt dadurch aber mehr taktisches Vorgehen abverlangt und somit dem "normalen" Action Shooter einiges voraus hat. Vielleicht besser mit der Pistole ein Explosivfass in Gegnernähe hochjagen, als erneut eine Rakete zu opfern oder Gegner, die sich gerne hintereinander anpirschen, mit der aufgerüsteten Railgun aufs Korn nehmen, die mit ihrer Durchschlagskraft gleich mehrere Panzerungen hintereinander durchschlagen kann oder entsprechend aufgerüstet auch über Bande wie eine Billardkugel für Geschnetzeltes sorgt.

Munition und Erste-Hilfe Packs findet man in den Leveln verteilt, manches auch in Kisten, die erst mit Waffengewalt ihren Inhalt freigeben. Die Action in Shadowgrounds ist rasant. So muss z. B. ein Stützpunkt gehalten werden, der von allen Seiten angegriffen wird und die Aliens die Sicherheitstüren durchbrechen, gezielt müssen hier Geschütztürme aufgestellt werden, um ein Eindringen und den totalen Overrun zu verhindern. Abwechselnd muss man gegen fette Gegner oder Horden von Krabbelviecher kämpfen, die einen schnell umzingeln und es damit genauso schnell aus sein kann, wie von einer gezielten Rakete des Kampfkolosses. Im schlimmsten Fall bekommt man dann auch noch beide Varianten gleichzeitig serviert. Nebenbei muss man Schlüsselkarten finden, Maschinen aktivieren oder darf auch schon mal den Aliens im Gewächshaus mit dem richtigen Schalter eine kleine tödliche "Düngung" verpassen. Dann gibt es reine "Durchhalteeinlagen", in denen es gilt, die Angriffswellen lange genug abzuwehren. An Computern kann man Logbucheinträge nachlesen, die einiges an Hintergrundwissen zur Situation vermitteln. Die weitläufigen Areale bieten genügend Freiraum, um auch mal ein paar versteckte Munitionslager oder eine besondere Waffe zu finden.

Bei Quest-relevanten Aufgaben hilft ein Radarschirm, der zudem auch die Gegner anzeigt. Doch nicht alle Gegner sind mit dieser Technik zu beeindrucken. Ziemlich fies und tödlich, dafür aber leicht auszuschalten, sind die getarnten Aliens, mannshohe wurmartige Geschöpfe mit einem markerschütternden Schrei, doch hier hilft die Taschenlampe, deren Licht die Tarnung zum Teil erkennbar macht und sie schemenhaft halbtransparent sichtbar werden, genug jedenfalls, um ihnen ein Loch in den Pelz zu brennen. Anderes Getier lässt sich allein von dem Lichtschein der Lampe verscheuchen, doch Vorsicht, die Batterieladung hält nicht für ewig und dann kommen sie wieder. Und als ob das nicht schon genug wäre, haben die Entwickler auch noch für ein paar fette Levelbosse gesorgt, die von ihrer Größe und der Inszenierung ihres Auftrittes eindrucksvoll präsentiert werden. Shadowgrounds hat somit alle Komponenten und sogar noch etwas mehr, das ein Arcade-Shooter dieser Bauart auf seiner "Must-Have" Liste verbuchen sollte.

Kritik gibt es wenig, doch soll sie nicht unerwähnt beleiben. Durch die Perspektive gibt es manchmal Probleme mit der Übersicht. So z. B. wenn der Held unter einer Türzarge ist und er von Gegnern angegriffen oder auch schon mal eingekeilt wird und damit zur Unbeweglichkeit verdammt wird, weil nicht genau zu sehen ist, was vorgeht. Zum Glück traten diese Probleme selten auf. Ärgerlicher war da schon die Tatsache, dass die in manchen Missionen vom Computer gesteuerten Begleiter einen ähnlichen und nervigeren Effekt haben. Oft stehen sie direkt hinter dem Spieler und in engen Passagen verhindern sie so oft die Rückzugsmöglichkeit und man ist dem feindlichen Feuer ausgeliefert, ohne Deckung nehmen zu können, hier hilft auch die ohnehin selten zum Einsatz kommende Möglichkeit der Hechtrolle wenig. Das ansonsten "Bug-freie" Programm hatte in der vorletzten Mission im Alien Mutterschiff einen ärgerlichen Fehler. Hier gab es vier Terminalräume, die sich jeweils nach Aktivierung schlossen und man gegen eine bestimmte Gegnerzahl kämpfen musste. Hat man dies geschafft, wurde eine Skriptsequenz eingeleitet. Stirb man aber und man betritt den jetzt offenen Raum nicht erneut, sondern beseitig die Gegner außerhalb des Terminalraums, wurde die Skriptsequenz nicht eingeleitet und auch das Terminal konnte nicht mehr manuell aktiviert werde. Ein Neustart des Level war nötig. Zudem gab es zwei recht unfaire Stellen, in denen das Monsteraufkommen so groß war, dass entweder die Munition nicht reichte oder man ganz einfach keine Chance zum Überleben hatte. Hier musste man zum Teil 1-2 Leben der verfügbaren 5 einkalkulieren.

Multiplayer:

Shadowgrounds bieten einen kooperativen Mehrspielermodus, was bei heutigen Spielen mehr als selten ist und damit ausgesprochenes Lob verdient. Man kann die gesamte Storykampagne mit bis zu vier Spielern bestreiten. Jedoch mit dem Nachteil, dass nur an einem PC gespielt werden kann und alle Figuren somit auf einem Screen Platz finden müssen, was zwangsweise zu Gedränge führt und die oben schon beschriebenen Probleme mit sich bringt. Figuren werden "eingemauert" und zur Bewegungsunfähigkeit verdammt oder stehen sich gegenseitig im Weg. Bei den furiosen Actionkämpfen dann auch noch darauf achten zu müssen, dass die Mitstreiter freie Bahn haben, ist sicher nicht einfach. Hier wäre ein Spiel im Splitscreen oder per LAN/Internet sicher die bessere Lösung. Dennoch ein grandioser Spaß.

Fazit

Shadowgrounds ist ein mehr als gelungenes Spiel, das ein altes Spielprinzip mit frischen Ideen anreichert und es vor allem auch in ein spannendes und atmosphärisches Erlebnis verwandelt. Selten habe ich ein solch spannendes Spiel in der ansonsten eher "nüchternen" Top Down Ansicht gespielt. Man zuckt schon vor den Schatten zusammen, in der Angst einem Feind gegenüberzustehen, um dann zu erkennen, dass er lediglich von einem Baum stammt oder ein einzelnes Alien, das sich in den Schein der Taschenlampe wagt, um dann festzustellen, dass links und rechts und hinter ihm eine ganze Horde Gleichgesinnter auf's Frühstück wartet. Abwechslungsreiche Missionen und furiose Action in tadelloser Technik sorgen für ca. 10-12 Stunden Spaß im Einzel- oder kooperativem Mehrspielermodus - und das auch noch zum Mid-Price von ca. 30 Euro. Ein empfehlenswerter Titel!


Geschrieben am 05.12.2005, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 2GB Ram, Creative X-Fi Extreme
 



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