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Secret of Monkey Island  

Rückseite ]

Info
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Gesamt (24 votes) 1
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 2.1
 2.5
Name:The Secret of Monkey Island
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 1990/01
Entwickler: Lucas Arts
Offiz. Sites: Game
Links: tentakelvilla.de
Hardware: 90Mhz, 4MB RAM, keine 3D-Karte nötig
System: Dos oder Windows
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Bemerkung: Auch für andere Systeme / Remake für PC & Xbox 360
USK: 12
The Secret of Monkey Island (review von nali_warcow)

"Mein Name ist Guybrush Threepwood und ich will Pirat werden!"

Ältere Semester unter den Zockern werden sich noch ganz genau an diesen Satz erinnern, als sie im Jahre 1990, oder etwas später, schon die Zeit mit Computerspielen verbracht haben. "Damals", in einer Zeit, in der Spiele von wenigen Personen im Hinterzimmer programmiert wurden, wo die Branche längst noch nicht so stark kommerzialisiert war und wo nicht jeder 08/15-Titel in einem monatelangen Hype von Presse und PR-Agentur in den Himmel gelobt wurde, da sah die Welt noch anders aus. Es gab keine Debatte um Killerspiele, die Spiele wurden auf Diskette(n) ausgeliefert, 640 KB Speicher waren ausreichend und selbst eine Festplatte war nur optional erforderlich, wenn der Spieler nicht zum Diskjockey mutieren wollte. Ja, vor 19 Jahren (was für eine Zeitspanne in der Videospielgeschichte), da hat Lucasfilm Games, die inzwischen LucasArts heißen, noch auf Qualität gesetzt und nicht auf Lizenzausschlachtung. Ron Gilbert, Tim Schafer und Dave Grossman waren die kreativen Köpfe hinter einer ganzen Palette hochkarätiger Adventures.

The Sceret of Monkey Island war zwar nicht das erste Point & Klick-Adventure von Lucasfilm, aber für viele Spieler eines der besten. Allein aus dem Grund ist ein Retroview schon längst überfällig. Außerdem erschien vor kurzem eine Neuauflage, die nicht nur zum kleinen Preis zu haben ist (unter 10€), sondern auch an diversen Stellen verändert, verbessert und verschlimmert wurde. Was das Original auszeichnet, ob das Spielprinzip auch im Jahre 2009 noch überzeugt und wie gut die "The Secret of Monkey Island - Special Edition" ist, wird im Folgenden ein wenig näher beleuchtet.

Plattformen und Systeme

Wer vor 19 Jahren Monkey Island spielen wollte, der hatte zahlreiche Chancen. Von PC über Mac, Atari ST, Sega Saturn bis hin zum Amiga wurden fast alle Plattformen bedient. Fast, da C64-Jünger nach "Maniac Mansion" und "Zak McKracken and the Alien Mindbenders" nicht mehr länger mit Lucasfilm Adventures versorgt wurden. Neben den unterschiedlichen Plattformen gab es auch Unterschiede in den Umsetzungen. Anfangs erschien für PC, Mac und Atari eine EGA Version, etwas später folgte eine optisch aufgebohrte VGA-Fassung, die dann in EGA-VGA-Mischung für den Amiga umgesetzt wurde, und etwa zwei Jahre später gab es auch eine Version auf CD-ROM, die neben verbesserter Musik noch Änderungen in der Benutzerführung beinhaltete. Einige unnütze Verben wurden entsorgt (etwa An- und Ausschalten) und das Inventar setzt nicht länger auf Text, sondern verwendet kleine Grafiken, wie sie, vor der CD-Neuveröffentlichung, mit "Monkey Island 2: LeChuck's Revenge" eingeführt wurden.

Monkey Island unter Windows, Linux und auf Handhelds - Scummvm sei dank

Doch inzwischen sind mindestens 17 Jahre vergangen. Die wenigsten Spieler werden noch den alten Amiga und funktionierende Disketten haben, um mal eben schnell eine Nostalgiestunde auf Monkey Island zu verbringen. Auch neuere Betriebssysteme, wie Windows Vista oder Windows 7 stellen sich quer, wenn es um die Ausführung alter 16-Bit DOS-Anwendungen geht. Aber, wie so häufig, gibt es ja noch die fleißige Community im Internet. Fans und Spieler, die aus Liebe zum Hobby so manche Probleme und Hürden beseitigen. Wer will, kann natürlich einen Virtuellen Rechner einrichten (kostenlos: MS Virtual PC oder Virtual Box), auf das hilfreiche Tool DOS-Box setzen und sich eine virtuelle DOS-Umgebung einrichten oder alte Hardware bzw. ein älteres Betriebssystem, wie WinXP, einsetzen. Aber es geht auch so viel leichter, einfacher und bequemer: Scummvm heißt das Zauberwort bzw. die wunderbare Software, die es plattformunabhängig ermöglicht, viele alte Adventures ( komplette Liste ) auf den unterschiedlichsten Systemen zu zocken. Alles, was man braucht, sind die Originaldaten und schon kann man loslegen. Ob man dann die PC-Fassung von Monkey Island unter Linux, Windows 7 RC, auf dem Mac oder gar portablen Geräten (Nintendo DS, PSP, etc.) spielen möchte, ist dann fast nur noch eine persönliche Entscheidung. Einfach Scummvm auf dem jeweiligen System einrichten, die Originaldaten des Spiels in ein Verzeichnis einfügen und schon kann es losgehen. Über die Scummvm-Oberfläche lassen sich die Spiele ganz einfach verwalten. Wer will, der spielt in EGA-Grafik, nimmt Änderungen an den Soundeinstellungen vor und auch Kantenglättung lässt sich per Knopfdruck zuschalten. Neben 100 Spielständen pro Spielversion sorgt Scummvm auch dafür, dass die Oldies alle keinen Kopierschutz mehr haben und der Spieler im Fall von Monkey Island nicht bei jedem Spielstart die Codescheibe zur Hand haben muss. Aber was ist mit all den Leuten, die keine Version mehr im Regal haben? Vor einigen Jahren hatten Spieler noch die Möglichkeit, eine Adventurebox mit 10 LucasArts Klassikern zu erstehen, was inzwischen aber sehr kostspielig geworden ist, wenn man noch eine Sammlung auf CD-ROM bekommen will. Aber LucasArts hat inzwischen auch selbst mitbekommen, dass mit Oldies durchaus noch Geld gemacht werden kann. So wurde vor kurzem (auf der E3 2009) eine Monkey Island Special Edtion angekündigt und im Juni 2009 veröffentlicht. PC Spieler, Xbox 360-Zocker und Apple-Liebhaber mit iPhone oder iPod Touch können sich die Neuauflage über digitale Distributionswege beziehen. Die Special Edition ist in einigen Punkten "special", unterscheidet sich vom Original und wird am Ende des Textes ein wenig genauer unter die Lupe genommen.

Ich will Pirat werden!

Die Geschichte von Monkey Island beginnt tief in der Karibik. Genauer gesagt auf der Insel "Mêlée Island", wo ein Junge mit dem Namen Guybrush Threepwood seinen Traumberuf nachgehen will. Er möchte mächtiger Pirat werden. Doch leider wird niemand einfach so Pirat, nur, wenn er danach fragt. In der örtlichen Kneipe erfährt der Spieler, dass Guybrush drei Aufgaben zu erfüllen hat, um als echter Pirat zu gelten. Es muss der legendäre Schatz auf der Insel gefunden werden, es gilt sich im Kampf gegen den Schwertmeister zu beweisen und der Anwärter muss zeigen, dass er die Kunst des Diebstahls beherrscht. Doch damit ist das Spiel - glücklicherweise - noch lange nicht vorbei. Einige Ereignisse später beginnt nämlich das eigentliche Abenteuer erst richtig und Gubyrush muss sich noch mit ganz anderen Problem herumschlagen, als der Piratenaufnahmeprüfung…

Bis zum Ende und zur Lösung aller Probleme ist es ein weiter Weg, wobei das Spiel auf Köpfchen und weniger auf flinke Finger setzt. Das Point & Klick Adventure wird dabei über die Maus gesteuert und von einer Ausnahme abgesehen, hat der Spieler immer alle Zeit der Welt, um das aktuelle Puzzle zu lösen. Typisch für die damalige Zeit befindet sich am unteren Bildschirmrand ein Bereich, der für die Interaktion mit der Umgebung gedacht ist. Auf einem Teil des Bedienfelds befinden sich zahlreiche Verben, die für die Interaktion mit der Umgebung gedacht sind. Mit einen Klick auf "Geben", "Nehmen", "Reden", "Öffnen", etc. lässt der Spieler Guybrush die Welt durchsuchen und Puzzle lösen. Zuerst ein Klick auf "Öffnen" und dann ein Klick auf die Tür lässt den Helden dann selbige öffnen (sofern kein Schlüssel benötigt wird.). Aber auch komplexere Aktionen sind möglich. Ein Klick auf "Gib", dann auf den Gegenstand im Inventar, welches sich ebenfalls am unteren Bildschirmrand befindet, und danach auf eine Person, lässt den Jungpiraten ein Objekt an einen NPCs geben, wovon es einige in der Welt gibt.

Doch auch Dialoge mit den zahlreichen, teils abgedrehten Bewohnern der virtuellen Karibik sind möglich und nötig. So etwa, um den wichtig aussehenden Piraten zu sagen, dass sie übelriechende, groggurgelnde Schweine sind (nur um im Gegenzug zu erfahren, dass man dies als Pirat sein muss), um mit dem Händler des Gebrauchtschiffmarktes zu feilschen oder sich im Schwerkampf zu beweisen, der in Monkey Island eine ganz besondere Bedeutung hat. Hier duellieren sich die Piraten mit Beleidigungen und nicht einfach nur mit einer scharfen Klinge. Der Humor ist dabei allgegenwärtig. Sei es, dass sich der Spieler mit einem Hund unterhalten kann, in der Kneipe ein Pirat Werbung für das Lucasfilm-Spiel "Loom" macht, der Spieler auf vegetarische Kannibalen trifft oder die Definition für eine "leere Hütte" findet.

Aufgeteilt ist das Spiel in insgesamt vier Kapitel, die sich allerdings im Umfang stark unterscheiden. An den beiden größeren können Monkey Island-Neulinge durchaus Tage verbringen, während Profis, die noch genau wissen, was gemacht werden muss, in einer Stunde und weniger durch das ganze Spiel "durchrasen". Letzteres ist allerdings nicht wirklich empfehlenswert und auch Kenner sollten durchaus Monkey Island genießen dürfen.

Zeitlose Rätselkost

Das eigentliche Herzstück eines Adventures sind die Rätsel. Und auch da spielt der Titel seine Stärken aus. Erfreulicherweise merkt man dem Spiel dabei das Alter überhaupt nicht an. Was vor 19 Jahren schon sehr gut war, super funktioniert hat und weitestgehend logisch nachvollziehbar war, stimmt auch im Jahr 2009 noch. Fast alle Aufgaben und Puzzle sind logisch und spätestens bei der Lösung fragt man sich, warum man da nicht eher drauf gekommen ist. Als Beispiel sei hier nur eine Stelle aus dem Spiel genannt - mehr Spoiler gibt es nicht - an der Guybrush ärgerlicherweise unter Wasser ist und ein Gewicht am Bein hat. Um einen herum liegen zwar unzählige scharfe Gegenstände, doch nichts ist in Reichweite. Während der Spieler anfangs noch versucht, irgendwie das Seil mit einem der Objekte durchschneiden zu können, was aber nicht klappt, da der Charakter mit dem Gewicht auf dem Grund nicht so weit gehen kann, kommt man irgendwann drauf: Einfach das Gewicht aufheben / einstecken und schon geht es die nahe Leiter wieder nach oben. In vielen anderen Situationen ist es ähnlich. Anfangs steht man ein wenig ratlos vor der Aufgabe, weiß vielleicht nicht genau, wo es nun weitergeht oder was zu tun ist, aber zahlreiche Hinweise helfen dem Spieler immer wieder und zeigen eine grobe Richtung an. Sei es, dass in einem Gespräch angedeutet wird, was zu machen ist, wo es weitergeht oder wer/ was zur Lösung des Problems beitragen kann. Allein aus dem Grund sollte man keinen der zahlreichen Dialoge abbrechen.

Neben Witz und Humor gibt es immer wieder versteckte Infos und Hinweise. Sackgassen, Deadends und Plotstopper gibt es zum Glück auch nicht. Abgesehen von einer Stelle, wo der Spieler aber auch extrem viel Zeit hat, kann der Held nicht sterben. Dafür gibt es von Guybrush dann eine kurze Anspielung auf die zahlreichen Tode, die man in solchen Situationen in Sierra-Adventures hätte "ersterben" dürfen und kann dann an gleicher Stelle fortfahren. Oftmals gibt es auch etliche Puzzlestränge, die parallel verlaufen. Geht es an einer Stelle nicht weiter, so kann man sich woanders dran versuchen. Oftmals ist die grobe Richtung recht klar und man sieht zahlreiche Aufgaben und Puzzlestellen. Überall gibt es kleine Hindernisse: dann fehlt etwa das Geld, um die Sachen zu bezahlen, der NPC will eine Gegenleistung oder der Weg ist (noch) versperrt. Wirklich "gemeine Aufgaben", wo die Lösung sehr fies ist, gibt es im Grunde nicht. Lediglich an ein oder zwei Stellen sind besser versteckt. Ansonsten haben es die Entwickler vor 19 Jahren grandios geschafft, den Spieler erstklassig zu unterhalten, eine grandiose Atmosphäre zu bieten und gleichzeitig ein motivierendes und fesselndes Abenteuer zum Nachdenken zu entwickeln.

Ein Klassiker unter Scummvm

Während die Rätsel und Puzzel den Zahn der Zeit gut überstanden haben, so sieht es nach 19 Jahren bei der Optik doch ein wenig anders aus. Sagte man 1990 zu EGA - oder später besserer VGA-Grafik - noch schön und hübsch, so wirken 320 x 200 im Jahre 2009 nicht mehr ganz so zeitgemäß. Neben einer fehlenden Breitbildauflösung auf modernen Monitoren, pixelt das Spiel teilweise doch merklich auf, die Animationen sind nicht mehr wirklich auf der Höhe der Zeit und auch das Midi-"Gedudel" kann auch nicht mehr so ganz mit der Qualität moderner Soundtracks mithalten, wenngleich der "Soundtrack" auch heute noch ausgesprochen stimmig ist. Aber ganz so schlimm ist es zumindest für Kenner und Liebhaber des Oldies nun auch nicht. Es ist ein wenig pixelig, aber gerade wenn man sich oftmals die rasante Entwicklung bei 3D-Spielen anschaut, dann hat sich Monkey Island in fast 20 Jahren sogar noch ausgesprochen gut gehalten. Es ist grobkörnig, aber wenn man den Titel auf dem modernen 22"-Monitor nicht gerade im Vollbild spielt, dann kann man schon damit leben. Zudem hilft die Software Scummvm, die es - wie eingangs erwähnt - ermöglicht, das Spiel auf den unterschiedlichsten, modernen Systemen zu spielen, auch die Optik ein wenig zu verbessern. Optional kann hier Kantenglättung aktiviert werden (entweder in den Spieloptionen vor dem Start oder durch die Tastenkombination STRG + ALT + 2 oder STRAG + ALT + 3 für zwei unterschiedliche "Verbessungsfilter"), wodurch die Grafik stimmig aufgewertet wird. Gerade die Figuren und Animationen im Spiel profitieren extrem von der Glättung und fast alle groben Ecken und flimmernden Pixel an den Charakteren sind damit Geschichte. Selbst bei den Hintergründen verschwinden so manche grobe Pixel und das Bild wird recht ansehnlich. Lediglich in Bezug auf teilweise etwas abgehakte / abrupte Animationen helfen die Verschönerungen von Scummvm nicht, der Charme des Originals bleibt allerdings wunderbar erhalten.

Es ist aber nicht nur die Grafik, die besonders damals für eine unglaublich stimmige und glaubwürdige Atmosphäre gesorgt hat, sondern auch die Dialoge. Die Texte sind genau auf das Geschehen abgestimmt, harmonieren mit den Aktionen der Charaktere und die Einblendungen sind nicht einfach nur Untertitel, wie in vielen modernen Spielen, sondern gehen mit dem Gameplay Hand in Hand. Sei es bei Streitgesprächen oder wenn Guybrush an einer Stelle auf dem Kopf steht (warum wird nicht verraten) und die Dialogauswahl fürs Gespräch entsprechend auch auf dem Kopf steht. Besonders Spieler aus Deutschland profitierten vor fast 20 Jahren von der insgesamt wirklich gelungenen Übersetzung von Boris Schneider, der sich vielleicht nicht immer so ganz wortwörtlich an den Text gehalten hat, aber dafür eine Übersetzung präsentierte, die die Atmosphäre 1A eingefangen hat und insbesondere mit der Spielwelt harmonierte und Begriffe verwendetet, die dem deutschen Spieler auch bekannt waren.

"Special Edition"-Neuauflage

Neben der alten, klassischen Variante, die sich - wie mehrfach erwähnt - mit Scummvm auf nahezu jeder Plattform ganz einfach spielen lässt, gibt es inzwischen auch eine Neuauflage. Unter dem Titel "The Secret of Monkey Island: Special Edition" wurde im Juli 2009 eine moderne Neuauflage für PC, Xbox 360 Arcade und Apple-Statussymbole veröffentlicht. Auf allen Plattformen wird die Neuauflage nur in Form eines digitalen Downloads mit modernen Kopierschutzsystemen angeboten. Die "Codeabfrage" ist abgeschafft und moderne Rechtesysteme, sprich DRM, sollen dafür sorgen, dass nur die zahlende Kundschaft den Titel spielen kann. Zumindest auf dem Papier. Aber mit etwa 10€ ist der Preis noch einigermaßen günstig ausgefallen und die Special Edition beinhaltet nicht nur einfach das Original aus dem Jahr 1990. Neben der verbesserten CD-ROM-Version mit Monkey Island 2-Interface, gibt es - als das eigentliche Herzstück - eine grafisch stark überarbeitete Version. Während in den ersten Sekunden nach dem Spielstart noch die alte, VGA-Optik zu sehen ist, so blendet das Spiel danach direkt in die moderne, HD-Optik um, was sehr beeindruckend ausfällt. Die Wolken am Himmel "ruckeln" nicht mehr von rechts nach links, das Wasser ist animiert und die gesamte Szene wurde komplett und liebevoll überarbeitet bzw. neu gestaltet. Bei den Hintergründen ist das Spiel definitiv in der Neuzeit angekommen. Aber leider gilt das nicht für den Rest. Das Grauen packt einen, wenn man die Überarbeitungen der Charaktere sieht. Besonders Guybrush wurde extrem grausig entstellt und wirkt völlig deplatziert. Die anderen Charaktere sind nicht ganz so schlimm, wenngleich auch hier so einige Figuren überhaupt nicht ins Setting passen und deutlich die Atmosphäre schmälern. Sehr unschön fallen in dem Zusammenhang auch die Animationen von Charakteren und Objekten, etwa Feuer im Kamin, auf, die leider nicht überarbeitet wurden und entsprechend abgehakt und "unfertig" wirken. Auch fehlen, etwa in der Kirche, Animationen (Kerzen), die im Original vorhanden waren. Als Entschädigung gibt es dafür allerdings komplette Sprachausgabe im Remake. Die Sprecher sind dabei durchweg sehr gut und liefern solide Arbeit ab, auch wenn etwa der Sprecher vom Verkäufer Stan ein wenig schneller sprechen könnte. Das Manko für Spieler aus Deutschland besteht darin, dass die Sprachausgabe nur in Englisch vorliegt. Bei den Untertiteln und Texten handelt es sich zwar überwiegend um die Übersetzung von Boris Schneider, der aber mit keinem Wort in den (langen) Credits erwähnt wird, aber durch die teilweise etwas freiere Übersetzung harmonieren Untertitel und Sprachausgabe nicht immer. Speziell beim Beleidigungsfechten sind Sprache und Text nicht wirklich stimmig. Aber das sind eher Kleinigkeiten, Kratzer im Lack.

Richtig enttäuschend wird es, wenn der Spieler per Knopfdruck in die alte Fassung wechselt, was jederzeit nahtlos möglich ist. Der Oldie wurde von LucasArts nicht um einen Pixel verbessert, es gibt keine optionalen Verbesserungsfilter, wie bei Scummvm, auf die neue Sprachausgabe muss man auch verzichten, obwohl die Neufassung im Hintergrund ebenfalls läuft, und unterschiedliche Sprachversionen hat man sich hier gleich gespart. Wer gerne die Version von 1990/2 spielen will, muss die englische Version spielen und die sieht auf dem HDTV nicht wirklich berauschend aus. Aber auch beim neuen Interface merkt man, dass die Glanzzeiten von LucasArts doch eher vorbei sind. Es ist ja schön, dass nicht 1/3 des Bildes von Verben und dem Inventar in Anspruch genommen wird, aber die Lösung über Untermenüs ist ausgesprochen ungünstig und umständlich gelöst. Auch mit dem Gamepad, wofür man sich das wohl ausgedacht hat, klappt die Steuerung nicht wirklich gut. Abgesehen von einer etwas hektischen Stelle, hat der Spieler jedoch glücklicherweise immer genügend Zeit, so dass sich die ganze Sache irgendwie verschmerzen lässt und mit der Zeit kommt man auch etwas besser damit klar. Ein Großteil der Aufgaben lässt sich zudem auch über "Aktion" / "Gehe zu" (A-Taste / Linke Maustaste) und "Vorgeschlagene Aktion" (B / Rechte Maustaste), wie Öffnen, Reden, etc., erledigen. Auch nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist das Abbrechen von Dialogen. Selbst in den ersten, uralten LucasArts-Spielen mit Sprachausgabe (Maniac Mansion 2 oder Sam & Max) reichte ein kurzer Tastendruck und das Gespräch oder die Zwischensequenz war vorbei. In der Neuauflage muss man eine Taste gedrückt halten und dann muss man auch noch so lange warten, bis der aktuelle Satz der Sprachausgabe vorbei ist, bis der eigentliche Abbruch erfolgt.

Für Einsteiger gibt es außerdem in der Neuauflage auch die Möglichkeit, sich per Knopfdruck einen Tipp geben zu lassen, wo es nun weitergeht oder was man machen soll. Xbox 360-Spieler können zudem 200 Achievementpunkte ergattern, wobei die Erfolge alle "secret", also geheim sind. Zu guter letzte gibt es noch einige kuriose Neuübersetzungen. Fast alle Texte stammen aus der Erstübersetzung, allerdings hat man sich an einigen Stellen für leichte Änderungen entschieden, die aber nicht immer hilfreich fürs Gameplay sind. So wurde aus dem Nagetier-Spray Maulwurf-Mittel, was ein wenig irritierend ist, wenn ein NPC über ein Rattenproblem klagt. Aber auch ein bestimmtes, "bearbeitetes Fleischstück" war in der Originalbezeichnung leichter zu erkennen bzw. der Nutzen. Besonders ungünstig ist der Austausch eines Wortes. Im Original wurde die Richtungsangabe "back" sinngemäß fürs Spiel mit "hoch" übersetzt, wodurch das Rätsels Lösung sehr viel klarer war, als mit "zurück" in der Special Edition.

Zum Abschluss noch einige Worte zu den vielen negativen Aspekten der Special Edition. Das wirkt jetzt so, da die ganzen positiven Aspekte von Monkey Island schon in den Abschnitten zuvor beschrieben wurden und es rein um Änderungen und Neuerungen ging. Yiya-mäßig wird auch ein wenig mehr kritisiert und aufgezählt, auch wenn so manche Dinge nicht wirklich schlimm, sondern nur unschön sind. Xbox-Besitzer können zudem auf eine Demo zurückgreifen und einfach mal unverbindlich einen Blick in die Special Edition (und auch die darin enthaltene alte Version) werfen.

Meinung

The Secret of Monkey Island war vor 19 Jahren ein unglaublich fesselndes, spaßiges und unterhaltsames Spiel. Die happigen 139 DM waren sehr gut angelegt und auch 2009 ist es ein Titel, der durch Inhalt besticht. Das Spiel ist stimmig, durchdacht und mit Scummvm aufpoliert überall zu Hause spielbar. Guybrush Threepwoods Wunsch ein Pirat zu werden ist auch heute noch ein Spiel, das man jedem empfehlen kann, der gute Unterhaltung mag. Auch wenn der Titel in Sachen Optik und Präsentation nicht mit modernen Adventures mithalten kann, so ist der Rest dafür umso stimmiger. Es ist ein zeitloser Klassiker, der sich die 1 mehr als verdient hat. Und wie sieht es mit der Special Edition aus? Eigentlich ist es eine feine Sache, dass auch neue Generationen auf neueren Systemen die Gelegenheit bekommen, diese Perle der Adventurezeit spielen zu können. Gerade wenn man sich etwa die wunderschönen neuen Hintergründe ansieht und dazu die Sprachausgabe hört, dann ist es einfach traurig, wie sehr in anderen Bereichen geschludert wurde und wie man es bei LucasArts wagen, kann die Charaktere so zu verunstalten. Was am Ende aber bleibt ist ein wirklich schönes Adventure, was jeder spielen sollte, der bislang noch keinen Abstecher nach Mêlée Island gemacht hat. Fans werden vielleicht nicht ganz glücklich, aber gut unterhalten wird man allemal und für 10€ ist die Special Edition auf durchaus einen Blick wert.


Geschrieben am 01.08.2009, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
 



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