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Scaler  


Info
Autor 3+
 2
 1.5
 2
Gesamt (2 votes) 2+
 2
 2
 2.2
Name:Scaler
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 2004/11
Publisher: East Entertainment Media
Entwickler: A2M
Hardware: Xbox
System: Xbox
Sprache: Deutsch/Englisch
Bemerkung: auch für PS2, GameCube, nicht kompatibel mit Xbox360
USK: 6
Scaler (review von yak)

Nicht nur im Star Trek Universum gibt es Tore zu unterschiedlichen Universen. So ist es vorstellbar, dass auch direkt in der Nachbarschaft ein solches Tor den Zugang zu einer bisher unbekannten Welt eröffnet, was auch der kleine Bobby Jenkins feststellen sollte. Nachdem der Wissenschaftler Leon, der ein Gerät entwickelt hat, um ein Dimensionstor zu öffnen, gerade in selbiges bei einem Unfall hineingesaugt wurde, eröffnet sich für den Erzbösewicht Looger die Chance, die Macht über alle Dimensionen zu erlangen und in alle Welten einzudringen, was er auch in die Tat umsetzte. Doch der kleine Bobby Jenkins ertappt den Bösewicht dabei und versucht, seine Pläne zu vereiteln. Leider nicht so erfolgreich, wie er es sich gewünscht hätte. Looger und seine Schergen nehmen ihn gefangen, doch ihm gelingt die Flucht durch einen beherzten Sprung in ein Dimensionstor. Bobby landet in der Welt seiner Widersacher und zum "Glück" mutierte er vorher noch "Dank" der diabolischen Gerätschaft von Looger in ein Echsenwesen. Genau das hätte sich der Bösewicht sicher vorher besser zweimal überlegt, denn so ist Bobby "Scaler" Jenkins als kleine echsenähnliche Allroundkampfmaschine bestens geeignet, mit meterlanger Zunge und Krallen den Invasoren Paroli zu bieten.

Ob der Jump & Run Ausflug in die phantasievolle Echsenwelt zu einem gelungenen Spielerlebnis wird, soll unser Review klären.

Technik:

Technisch kann der Multiplattformtitel, der zugleich auf Xbox, PS2 und GameCube veröffentlich wurde, in allen Bereichen überzeugen. Die Graphik orientiert sich am Comic-Look und die Welten wurden in einem fast psychedelischen Farbenrausch kreiert. Die Figuren sind detailreich gestaltet und hervorragend animiert. Zudem besitzen sie sehr viel Charme und die Designer haben es irgendwie verstanden, selbst den Nebenfiguren soviel Individualität zu verleihen, auch wenn sie nur kurz in Zwischensequenzen ihren Auftritt haben, dass man das Gefühl hat, sie schon lange zu kennen. Die Figuren von Scaler wirken so, als ob man sie bereits aus einer Fernsehserie oder einem Comic kennen würde, sie scheinen alle ihre eigene "Biographie" zu besitzen und sind so unterschiedlich, wie man es sich nur wünschen kann. Hier ist den Entwicklern ein wirkliches Glanzstück gelungen, was zudem die Glaubwürdigkeit der Geschichte unterstützt. Bobby und die Bösewichter scheinen schon Feinde aus alten Zeiten zu sein. Vielleicht ist es sogar bei der Charakterentwicklung schon etwas zu viel geworden, da man dadurch auch irgendwie das Gefühl hat, etwas spannendes von der Vorgeschichte verpasst zu haben :-). Jedenfalls nimmt diese Art der Charaktergestaltung in der heutigen Zeit von eher hintergrundlosen und faden Protagonisten einen besonderen Stellenwert ein - und das bei einem "simplen" Jump & Run. Detailverliebtheit zeigt sich auch bei den Animationen. Bewegt man seine Spielfigur einige Zeit nicht, fängt sie aus Langeweile an, Faxen zu machen. Bobby "Scaler" kann sich im weiteren Spielverlauf auch in die unterschiedlichsten Gestalten "morphen" und je nachdem, welche Gestalt er annimmt, sind auch diese Verhaltensformen höchst unterschiedlich. Als vogelähnlicher Fruzard kratzt er sich mit seinem Hinterlauf genüsslich am Ohr, als normaler Scaler schlägt er auch mal einen Luftsalto und als etwas anarchistisch aussehender dickbäuchig bombenlegender Bakudan spielt er verliebt mit den Bomben. Auch die Levelgestaltung ist mehr als gelungen. Hier hat man es geschafft, allen Level ungefähr das gleiche "Feeling" zu geben, dennoch sehen sie aber unterschiedlich aus, seien es die eher an Sumpflandschaft erinnernde Bereiche oder auch die in der Luft schwebenden Inseln. Alles ist mit Pflanzen und Reben bewachsen, dornige "Kampfeier" versperren den Weg und Rebenranken verbinden die Plattformen, auf denen man in Wahnsinnsgeschwindigkeit gleiten kann. Die Level sehen wirklich beeindruckend aus, besonders, wenn man auf einer Rebe hoch in die Lüfte gleitet und unten im See riesige walähnliche Geschöpfe schwimmen, die nur noch von den gigantischen Levelbossen übertroffen werden. Passende Spezialeffekte runden das Bild ab. So z. B. der Tarnmodus von Scaler, der ihn unsichtbar erscheinen lässt, Feuerangriffe der Gegner oder die durch einen riesigen Gegner verursachte Druckwelle. Dabei bietet Scaler eine hervorragende Weitsicht und selbst bei hohem Gegneraufkommen sind in der Xbox Version keine Performanceeinbrüche zu erkennen, sogar bei Geschwindigkeiten, die besonders bei den High-Speed- Reben-Fahrten fast an den alten Sonic auf Sega's Mega Drive erinnern.

Der Bereich Sound ist ebenso höchst zufriedenstellend. Die Geräusche sind passend und gut ortbar und die Monster grunzen, schreien und quicken um die Wette. Die Sprachausgabe, leider nur im englischen Original, dafür aber deutsch untertitelt, ist einfach klasse. Die Stimmen passen perfekt zu den skurrilen Gestalten und verleihen ihnen zu der ohnehin schon glaubwürdigen graphischen Darstellung den letzten Schliff. Zudem bieten die Dialoge auch jede Menge Humor. Wer dem Englischen nicht so mächtig ist, wird vielleicht etwas von den Zwischensequenzen verpassen, sollte man auf das Untertitellesen angewiesen sein, da die Dialoge doch recht flott vorgetragen werden. Da Scaler vielleicht auch auf ein jüngeres Publikum zielt, ist es schade, dass man hier keine deutsche Sprachfassung realisiert hat.

Die Musik bietet passende Untermalung, die immer stimmig das Geschehen auf dem Bildschirm untermalt. So gibt es rhythmische Jungle-Beats in den Sumpfleveln, in gelungener Orchestrierung, die den kleinen Bobby Scaler bei seinen Abenteuern begleiten oder adrenalintreibende Themen bei den Bosskämpfen.

Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist von der Padbelegung gut und komfortabel durchdacht, zudem reagiert die Figur spontan und problemlos. Gespeichert werden kann jederzeit unter Beibehaltung der bereits gesammelten Items, jedoch bei Neustart wird man an den Levelanfang gesetzt und die Gegner sind wieder reinkarniert. Gespeichert werden kann auch noch nach dem Erreichen spezieller Aufgaben. Dafür gibt es aber genügend Rücksetzpunkte, die gut verteilt (mit einigen Ausnahmen im letzten Spieldrittel) den Frustfaktor reduzieren, was auch durch "unendliche" Scaler in Grenzen gehalten wird.

Gameplay/Kritik:

Doch wie spielt sich nun Scaler. Nachdem "Klein-Bobby" nun in das Echsenwesen Scaler verwandelt wurde und den Kampf in einer fremden, unwirtlichen Dimension gegen Erzbösewicht Looger antreten muss, kann er sich erst mal mit seinen neuen Eigenschaften vertraut machen. Er kann perfekt springen, seine ellenlange Zunge auf Gegner peitschen und härteren Genossen auch mit dem Krallenschlag Einhalt gebieten, an geeigneten Oberflächen darf er Wände entlang kraxeln und "last but not least" auf Reben rutschen, was mehr oder weniger einer High-Speed Achterbahn-Fahrt gleich kommt. Seine Aufgabe ist es, 20 Eier in 15 Welten in Sicherheit zu bringen, damit Looger sie nicht für seine diabolischen Pläne nutzen kann. Das Loogers Horden das zu verhindern suchen, scheint mehr als logisch und so ist der Weg durch die jeweilige Welt mit Gefahren verbunden. So gestaltet sich die erste Welt auch noch relativ einfach und Scaler kann mit der Krallenattacke oder dem Zungenangriff noch die meisten Gegner besiegen. Jedoch erschweren auch schon etwas grimmigere Zwischengegner das Fortkommen und der Zungenangriff scheint hier mehr als nutzlos, bzw. bringt den Angreifer lediglich leicht aus dem Konzept. Sie greifen Scaler mit Giftodem oder Feuerspucken an und sind geschickt darin, seine Krallenangriffe zu blocken. Hier zählt taktisches Vorgehen und genaues Beobachten, denn nach einem Feuerspuckangriff geht vielen kurzzeitig die Puste aus und greift man sie dann deckungslos von hinten an, haben sie der kleinen Echse nichts mehr entgegenzustellen. Schnelle Reaktionen und präzise Angriffe sind hier gefragt. Aber nicht nur Gegner machen es Scaler schwer, seine Aufgabe zu erfüllen. Auch die Welten sind mehr als feindlich. Er muss über fliegende Plattformen springen oder die Reise durch rasante Fahrten auf den Reben fortsetzen, die ebenfalls auch Gefahren in Form von darauf platzierten Disteln, klaffenden Abgründen, Einbahnstrassen oder fleischfressenden Pflanzen darstellen. Hier sind schnelle Reaktionen gefordert, um lebend das Rebennetzwerk zu überstehen. Oftmals muss man sich ducken, über Abgründe springen oder auch einfach in einem gewagten Sprung auf eine andere Rebe hüpfen, damit man nicht in einer tödlichen Sackgasse endet.

Da die Gegnerhorden im zunehmenden Spielverlauf gefährlicher, angriffslustiger und stärker werden, wäre es nur mehr als unfair, wenn Scaler sich nicht entsprechend mit verbessern dürfte. Daher sollte er in den Leveln so viele Klokkies wie möglich sammeln. Klokkies sind Blütenstaubpartikel, die auf den Reben liegen, von erledigten Gegnern oder durch das Zerstören von Kokons hinterlassen werden. Sie dienen Scaler sozusagen als Währung und er kann sie bei seinem Begleiter Leon, der mit ihm von Level zu Level auf einem flugsaurierähnlichen Geschöpf reist, gegen neue Eigenschaften eintauschen. Er kann vorhandene Eigenschaften verbessern, bzw. im Spielverlauf neu angeeignete ausbauen. Mit genügend Klokkies kann er so z. B. seine Lebensenergieleiste ausbauen, die Anzahl an Elektrobomben erhöhen, den Krallenangriff verstärken oder die Zeit erweitern, in der er seine Tarnfunktion aufrecht erhalten kann. Gut versteckt sind ebenso noch Kristalljuwelen, 10 pro Level an der Zahl, die, sollten sie pro Level komplett gefunden werden, Bonusfeatures in der Galerie freischalten (und sollte man alle finden, gibt es auch noch ein alternatives Spielende). Einige der neuen Eigenschaften erhält Scaler automatisch, wenn er bestimmte Levelabschnitte erreicht. So kann er später bestimmte Komboattacken ausführen oder sich für eine bestimmte Zeit unsichtbar machen, was besonders wichtig wird, wenn er vorher unpassierbare, von unterirdischen (hungrigen) Sumpfmonstern bewachte Bereiche passieren will. Hinzu gesellt sich auch noch die Elektrobombe, eine durchschlagskräftige Waffe, die viele Gegner gleichzeitig in die Schranken verweist. Doch einmal benutzt, will die Elektrobombe, die permanent vorhanden ist, wieder aufgeladen werden und wer im Physikunterricht aufgepasst hat, macht sich die elektrostatische Aufladung zu Nutze. Ein Ritt auf der Rebe mit "Popo-Kontakt" lädt die Elektrobomben wieder auf.

Aber das alleine reicht dennoch nicht aus, um gegen Looger zu gewinnen und deswegen kann Scaler, je nach erreichtem Level, seine Gestalt in eine andere Figur verwandeln, die zudem mit sehr eigenen Möglichkeiten ausgestattet ist, dem Gameplay dann auch noch einen gewaltigen Motivationsschub verpassen. Das wäre z. B. der kleine anarchistisch dreinblickende Bombenleger Bakuda, der immer mit einer Bombe in der Hand durch die Level huscht. Zwar kann er nicht so gut hüpfen und Klauenangriffe sind auch nicht sein Ding, aber wenn er einmal seine Bombe wie auf der Kegelbahn in die Reihen der Feinde rollt, kommt schon Freude auf. Besonders bei starken Gegnern, die im Nahkampf schwer zu besiegen sind, kommt die Kegeltour mehr als gelegen. Zudem muss er die Bomben auch dazu einsetzen, kleine Rätsel zu lösen. So z. B. die Bombe an einen bestimmten Platz zeitgesteuert explodieren zu lassen, um anderswo eine Art Fahrstuhl in Gang zu bringen, damit er eine Etage höher gebracht wird, oder aber auch einfach mal Felswände sprengen, damit es weiter geht. Hungrige Monster fressen alles? Stimmt, warum nicht mal eine Bombe in ihre nähe kullern lassen. Die nächste Form in die Scaler sich verwandeln kann, ist eine alles umnietende Kampfkugel, die auf Kommando auch Dornen zum Abbremsen ausfahren kann, was zudem auch den Angreifern nicht gerade gut tut. Als Kampfkugel Krock darf man noch an furiosen Rennen auf einer Rennbahn teilnehmen, in denen es unter Zeitdruck gelingen muss, das Ziel zu erreichen und das Echsen-Ei als Belohnung zu ergattern. Die Rennen sind atemberaubend schnell, spaßig und machen selbst einigen Funracern Konkurrenz. Genügend Hindernisse, Sprungschanzen und Abkürzungen sorgen für rasante Aktion. So muss man die Dornen ausfahren, um z.B. eine Barriere in tausend Einzelteile zu zerschmettern. Als nächste Form gibt es den fliegenden Doozum, der zwar spielerisch nicht so viel her macht und dessen Einsatz auch nur sehr dosiert im Spiel genutzt werden kann. Spaßiger und spielerisch wichtiger wird da schon der vogelähnliche Fruzard, der schießen kann, was besonders bei hohem Gegneraufkommen und Barrieren notwendig wird. Auch aus der Luft angreifende Gegner sind dann mittels Umschalten auf Egoperspektive kein Problem. Fruzards Schießeigenschaft wird auch für bestimmte Rätsel notwendig, wenn Schalter per Schuss aktiviert werden müssen, damit sich z. B. Plattformen materialisieren. Die finale Morphform namens Swoom erlaubt es Scaler dann auch, die Reise unter Wasser anzutreten. Besonders sein schlitternder Rutschangriff ist für viele Gegner ein Graus. Man merkt schon, dass die Designer sich viel mit den unterschiedlichen Morphformen und Möglichkeiten von Scaler vorgenommen haben. Hier erinnert das Spiel besonders an das sehr ähnlich gestrickte "Alter Echo". Es macht einfach Spaß, zu überlegen, wie man vorgehen muss, ob es sich hier eher lohnt, in der Tarnform vorbeizuschleichen oder doch auf Konfrontation mit dem Feind zu gehen. Schleicht man an den fleischfressenden Pflanzen vorbei, heizt man ihnen als Fruzard verwandelt richtig ein oder rollt als Bakuda eine todbringende Bombe hinein. Und hier stößt man leider auf eine Limitierung im Spielverlauf, denn man kann die unterschiedlichen Formen nicht so frei wählen, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Die Verwandlungsformen sind pro Level vorgegeben und können nicht beliebig gewählt werden. Das macht vielleicht bei einigen Formen wie der Flugform Sinn, jedoch limitiert es eindeutig in anderen Leveln die Möglichkeiten. Hier hat Alter Echo die Nase vorne. Scaler macht hier zwar dennoch jede Menge Spaß, verkauft sich aber dadurch etwas unter Wert und "verpulvert" schon den Grossteil seiner Überraschungen in der ersten Spielhälfte. So ist steht der für mich lustigste Morphcharakter Bakuda nach dem ersten Spieldrittel nicht mehr zu Verfügung (auch wenn man zum einsammeln aller Bonusgegenstände jeden Level erneut aufsuchen kann). Ebenso, wo es jedoch verzeihbar ist, kann man bei den Levelbossen jeweils nur in eine bestimmte Form morphen. Dafür wurden diese jedoch außerordentlich beeindruckend in Szene gesetzt. So z. B. wenn man als Bakuda Bomben auf den Boss rollen muss oder gegen die Seeschlange als Fruzard auf die Augen zielt, um schnell danach als Scaler mit einem beherzten Sprung auf die Reben vor seiner Feuerattacke flieht. Auch gibt es noch Egoshooter-ähnliche Passagen in denen man auf dem Rücken des Flugsauriers Gegner abwehren oder auch die fliegende Riesenkrabbe in Einzelteile zerlegen muss.

Insgesamt ist Scaler bisher ein sehr stimmiges und unterhaltsames Spiel, jedoch gibt es auch ein paar Schattenseiten, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Das letzte Spieldrittel ist vom Schwierigkeitsgrad viel zu unausgeglichen und an vielen Stellen einfach zu schwer und frustrierend. In bestimmten Abschnitten der jeweiligen Level betritt man eine Art Arena, in der man eine vorgegebene Anzahl von Gegnern besiegen muss. Diese Arena wird von einem Energiekreis umgeben, den man nicht verlassen kann, was bedeutet: Kampf ohne Flucht bis zum Ende. Diese Arenakämpfe sind in den ersten Levelabschnitten noch überschaubar und fair, in späteren Leveln aber so schwer, dass sie nahe an der Frustgrenze liegen und sich weitaus schwieriger gestalten, als die Levelbossfights. Eine Vielzahl an Gegnern greifen an und es gibt immer mal nicht vermeidbare Treffer, weil man sich unmöglich gleichzeitig allen Feinden widmen kann. Dazu droppen auch nur wenige Gegner neue Lebensenergie und man ist mit seiner Lebensleiste, die sich auch nur bis zu einer speziellen Grenze per Upgrade ausbauen lässt, oft zweiter Sieger. So kämpft man später noch gegen getarnte Gegner und wird in Kombination mit den Feuerattacken anderer Bösewichte angegriffen, so dass man unmöglich einer Bodenwelle und einem Feuerangriff gleichzeitig ausweichen kann. Es ist viel vom Glück abhängig. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kamera gerade in den Arenafights auf eine Totale geht und oftmals die eigene Spielfigur nur in "Miniatursicht" zu sehen ist. Hier ist es oft nicht zu erkennen, wie nah man sich am Gegner befindet, um eine Krallenattacke ausführen zu können. Oftmals bekommt man hier schon vorher durch ungewollten "Kontakt" Energieabzug. Die Arenen in späteren Leveln sind zwar dennoch schaffbar, aber für meinen Geschmack fallen sie etwas zu schwer und viel zu häufig aus. Oftmals wird das Geschehen auch durch eine ungünstige Kameraposition noch erschwert und man kann die Gegner und deren geplante Aktionen nicht auf dem Screen sehen, was besonders bei der Stampfattacke notwendig wird, denn sollte man diese zu spät erkennen, wird man von der Druckwelle erfasst. Wäre diese technischen Details etwas besser umgesetzt, würden die Kämpfe sicher ein wenig fairer verlaufen. Dennoch hat man für meinen Geschmack im letzten Drittel zu viele schwere Areanfights auf Kosten der Spielbarkeit eingebaut. Einige ungünstige Kamerapositionen gibt es auch beim Rebenrutschen und oftmals kann man Lücken und Hindernisse erst zu spät erkennen.

Fazit:

Scaler ist gelungene Unterhaltung im Jump & Run Genre. Technisch auf hohem Niveau umgesetzt, bietet es für ca. 15 Stunden Spielspass. Besonders die originellen Morphgestalten in denen sich die kleine Echse verwandeln kann, haben es mir angetan. Der Spielverlauf ist abwechslungsreich, bleibt fordernd und bietet durch die Weiterentwicklung der Figur durch Upgrades und Verwandlungen in andere Kreaturen eine stimmige Mischung zwischen Action und Jump & Run, bei der auch taktisches Vorgehen nicht zu kurz kommt. Eindrucksvolle Levelbosse runden den Spielspass ab. Leider verpufft die Innovationskurve nach der ersten Hälfte ein wenig und die möglichen Chancen der verschiedenen Charaktere werden nicht so genutzt, wie es möglich gewesen wäre. Ein etwas unausgeglichener Schwierigkeitsgrad im letzten Drittel trübt zudem ein wenig den Gesamteindruck. Ganz knapp an der Note 2 vorbei, ist Scaler dennoch ein Geheimtipp für alle Jump & Run Fans, besonders auch im Hinblick darauf, dass es schon zum Release als Budgetgame (ca. 25-30€) angeboten wird. Scaler ist jedenfalls vielen Vollpreistiteln im Bereich Spielspass um Längen voraus und ein empfehlenswerter Titel.


Geschrieben am 07.02.2005, Testkonfiguration: Xbox
 



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