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Summoner 2
Swords and Soldiers
Syberia
Syberia 2
System Shock
Sam & Max Season 1  

Rückseite ]

Info
Autor 2
 1.5
 1.5
 2
Gesamt (5 votes) 2
 1.1
 1.6
 2.1
Name:Sam & Max Season One
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2007/09
Publisher: JoWooD
Entwickler: Telltale Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1.5Ghz, 256MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Multilingual
Serie: ja
Bemerkung: auch für Wii/Xbox Live
USK: 12
Sam & Max Season One (review von geuer)

Wer an LucasArts denkt und sich noch an die Zeit zurück erinnert, in der sich der Entwickler nicht nur auf seiner Star Wars-Lizenz ausruhte, sondern sich zunehmend dem Adventure-Genre widmete, sieht sich schnell mit mittlerweile beinahe als legendär zu bezeichnenden Titeln wie Maniac Mansion, The Secret of Monkey Island, der Indiana Jones-Reihe und Day of the Tentacle konfrontiert. Anfang der 90er Jahre gelang es LucasArts, das Point'n'Click-Genre derart zu prägen, dass daraus entstandene Spiele noch immer als Referenz für heutige Adventures gelten können und somit den Status des ewig währenden Klassikers innehaben.

Sam & Max Hit the Road aus dem Jahre 1994 zählt gemeinsam mit Grim Fandango von 1997 aber schon zu einem der letzten Spiele, die bei LucasArts als Adventure liefen und zudem als eine vollständig neue Marke mit frischer Geschichte entwickelt wurden. Sam & Max Hit the Road zeichnete sich durch die schrägen Hauptcharaktere in Form des stets gewaltbereiten hasenartigen Wesens Max und dem nicht minder der Gewalt abgeschreckten, aber eher durch die Vernunft gelenkten Hundes Max aus. Als Freelance Police befinden sich beide auf der Jagd nach Verbrechern aller Art und lösen kuriose Rätsel mit ebenso merkwürdigen Gegenständen. Hit the Road zeichnete sich im Deutschen durch die gelungene Sprachausgabe aus und war neben den teils abstrakten, aber meist dennoch fairen Rätseln vorrangig durch die aberwitzigen Dialoge der beiden Protagonisten geprägt. Der angekündigte Nachfolger mit dem Titel Sam & Max Freelance Police wurde 2004 aber von LucasArts eingestampft, da der Entwickler keinen offenen Markt für die weitere Etablierung des Adventure-Genres sah. Der Erfinder von Sam & Max, Steve Purcell, konnte im Anschluss bei Telltale Games seine Ideen fortsetzen, die ab 2006 in Episodenform als neue Abenteuer aus dem Sam & Max-Universum veröffentlicht wurden. Läuft mittlerweile die Season Three sogar in Deutschland als Retail-Version an, habe ich mich als alter Hit the Road-Fan endlich der Season One gewidmet, die die ersten sechs von Telltale Games veröffentlichten Episoden enthält und sogar für den leichten Geldbeutel mittlerweile mehr als erschwinglich ist. Inwiefen es den Entwicklern gelungen ist, den Charme, den Humor und die Rätselvielfalt des Debüts aufrechtzuerhalten und mit der ersten Staffel von Sam & Max trotz gewählter Episodenform ein gelungenes Adventure zu entwickeln, soll die folgende Rezension klären.

Kulturschock

Gleich nach dem Kauf von Sam & Max Season One habe ich mich über mehrere Dinge gefreut. So hielt ich nicht nur das schon lange auf meiner Kaufliste stehende Adventure in der Hand, das in einer schicken Papp-Hülle daherkommt, sondern konnte zudem ein Poster bewundern, ein farbiges Handbuch durchblättern, den Soundtrack in der Hand halten und die ebenso auf der Spiele-CD befindliche Artworks betrachten. Sam & Max Season One liefert einem also nicht nur die ersten sechs Episoden, sondern viele Extras für wenig Geld. Publisher JoWood zeigte damit, was man dem Spieler von heute noch alles bieten kann und sticht damit die großen Publisher á la Electronic Arts, Ubisoft und Konsorten ziemlich aus, die für weitaus mehr Geld neben der Spiele-DVD meist nur zusätzliche Werbung in der Hülle versteckt haben. Doch viel mehr als um den gelungenen Umfang geht es um das Spiel an sich.

Installiert werden gleich alle sechs Episoden, die im Anschluss über das Startmenü wählbar sind. Zudem muss man sich während der Installation für eine Sprachausgabe entscheiden. So hat man die Wahl zwischen zahlreichen Sprachen, wobei ich mich nur zwischen der englischen und deutschen Vertonung entscheiden wollte. Und um damit gleich eines vorweg zu nehmen: Die Lokalisierung ist JoWood sehr gut gelungen. Sam & Max lebt wie sein Vorgänger von den witzigen und abstrusen Dialogen, die allesamt nicht nur gut übersetzt, sondern zudem mit Herzblut eingesprochen wurden. Viele mögen die Stimme von Max erkennen, die durch Sandra Schwittau vertont wurde. Diese hat Max nicht nur bereits bei Hit the Road ihre Stimme geliehen, sondern ist hinlänglich für ihre Sprechrolle des Bart Simpson' bekannt. Eine Verwechslungsgefahr besteht dabei aber nicht. Dazu hat Max eine zu eigene Ausdrucksweise, die mit Sandra Schwittau ihr perfektes Pendant gefunden hat. Ganz an das Original reicht die Synchronisation zwar nicht heran, doch wann gelingt das schon? Wer sich der englischen Sprachausgabe widmen möchte, kann sich übrigens gleich ein Wörterbuch zur Seite legen, da viele Begriffe fallen, die nicht dem klassischen Vokabular entsprechen und mitunter wirklich abstrakte Dinge in einen Zusammenhang bringen, was vor allem bei späteren Dialogrätseln auffällt. Wenn man sich im Rahmen der zweiten Episode beispielsweise für das Backen eines Kuchens unter vielen anderen kuriosen Gewürzen mitunter zwischen Dachziegelscherben, Mönchsaffenpaste, getrockneten Dingonieren und Uran-Pillen zu entscheiden hat, braucht man schon einen fundierten und abstrakten Wortschatz, um der englischen Ausgabe ohne weiteres mächtig zu werden. Nicht umsonst aber sind, wie im Adventure-Genre üblich, alle gesprochenen Worte zeitgleich als Text zu lesen.

Abwechslungsreiches Recycling

Die sechs Episoden erzählen zwar alle eine andere Geschichte, doch werden sie durch einen roten Faden zusammengehalten. So ist man im Laufe der Erzählung unterschiedlichen Machenschaften auf der Spur, die alle irgendwie mit Hypnose und einer bestimmten Schlüsselfigur zu tun haben, die das Polizei-Duo auf den ersten Blick durch ein abwechslungsreiches Szenario führt. So trifft man zu Beginn auf hypnotisierte Kinderstars, setzt sich im Anschluss im Rahmen eines TV-Settings mit einer ihr Publikum als Geiseln nehmenden Talkshow-Moderatorin auseinander, tritt der Spielzeugmafia bei, stattet dem Weißen Haus und somit dem Präsidenten einen unvergesslichen Besuch ab und erkundet mit der Realität 2.0 die unendlichen Weiten des Internets, bevor man sich im Rahmen der letzten Episode zum Mond begibt.

Jede Episode eröffnet ein sich geschlossenes Setting, zu dem man mit dem Auto fahren kann - außer Episode 1, die (fast) nur das Gebiet vorstellt, durch das man die nächsten fünf Episoden immer wieder schreitet: Das Büro, die davor befindliche Straße sowie der Laden von Sybil und der Supermarkt von Bosco. Diese vier Spiel-Räume sind in jeder Episode vorhanden und werden je nach Story durch ein weiteres Setting ergänzt. Spätestens ab diesem Punkt wird der Episodencharakter des Spiels deutlich. Musste man bei Hit the Road das Büro einmal erkunden und hat dann den Schauplatz innerhalb der USA gewechselt und wie im Adventure-Genre üblich die alten Gebiete hinter sich gelassen und eher selten noch einmal besucht, werden die vier erwähnten Gebiete bei jeder Episode der Season One immer wieder aufgewärmt und mit den gleichen Charakteren gefüllt. Die je Episode neu hinzukommenden Settings umfassen dabei nicht zwangsläufig viele Schauplätze. So kommt man im Schnitt auf drei bis fünf neue Abschnitte pro Episode, die durch Ladezeiten getrennt sind und verschiedene Räume darstellen. Weiterhin gibt es am Ende immer einen Point of no Return, der einen quasi zum Endgegner und zu den finalen Rätseln führt. Problematisch hat auf mich am Anfang das Recycling gewirkt. Immer wieder sieht man das gleiche Straßen-Setting mit Büro, Sybil's Laden und Boscos Supermarkt. Um abgesehen von den neuen Aufgaben dennoch frischen Wind in die altbekannte Szenerie zu bringen, lässt Telltale Games die Nebencharaktere stets in einem anderen Licht erscheinen.

Bosco & Sibil

Da wäre einmal Sybil, die in jeder Episode einen anderen Beruf ergreift, der als solcher jeweils mit bestimmten Rätseln verbunden ist, die es zu lösen gilt. So ist sie unter anderem Psychotherapeutin, Beta-Testerin oder auch eine Date-Vermittlerin. Nicht nur die Berufe sind kreativ, sondern auch die Art und Weise, wie sie mit ihrer Unentschlossenheit umgeht - so auch die Reaktionen von Sam & Max. Es macht zwar Spaß, ihren steten Wandel mit eigenen Augen zu verfolgen, doch zieht sich immer ein fader Beigeschmack durch die Szenerie. Denn obwohl sie stets einen anderen Beruf mimt und man in der Folge auch durchgehend andere Rätsel zu lösen hat, bleibt das grundlegende Setting eigentlich gleich. Ähnlich verhält es sich bei Bosco. Dieser führt am anderen Ende der begehbaren Straße einen kleinen Supermarkt. Bosco ist durch sein paranoides Verhalten geprägt und fühlt sich stets von verschiedensten Menschen oder Gruppierungen verfolgt. Aus diesem Grund nimmt er in jeder Episode ein andere Identität an. So erlebt man ihn gar in der Verkleidung und mit der Aussprache eines britischen Edelmannes, eines Franzosen und auch eines Russen. Wirklich witzig werden seine Tarnungen spätestens ab Episode 5, in der er als Halb-Elf agiert oder gar in Episode 6 seine eigene Mutter mimt. Bei Bosco laufen die grundlegenden Abläufe auch immer ähnlich ab. So kommt man mit ihm ins Gespräch und möchte stets einen bestimmten Gegenstand kaufen, den Bosco unter den Ladentisch für zahlungswillige Kunden bereithält. So verkauft er den beiden Titelhelden unter anderem ein Wahrheitsserum, einen Erbeben-Macher und Tränengas. Doch hinter seinen Worten stecken meistens einfache Gegenstände, die Bosco selbst gebaut hat. Witzig werden diese Situationen zum einen durch die horrenden Preise (von 10.000 Dollar in der ersten Episode bis zu einer Billiarde in der letzten). So hat man meist ziemlich kuriose Wege zu gehen, um das nötige Kleingeld zusammen zu bekommen und solvent genug für die neuesten Produkte von Bosco zu sein. Da Bosco und Sibil in jeder Episode auftauchen, wirken sie mitsamt ihrer Umgebung stark recycelt. Immerhin muss man jedes mal die Straße entlang laufen und den beiden einen Besuch abstatten.

Trotz des daraus entstehenden faden Beigeschmacks ist es Telltale Games aber gelungen, eine wirklich witzige und im Rahmen jener Gleichförmigkeit auch abwechslungsreiche Atmosphäre zu schaffen. Das liegt auch daran, dass sich die Rätsel in ihrer Grundform nicht wiederholen (bis auf wenige Male) und man mit der Zeit sowohl Bosco als auch Sibil irgendwie liebgewinnt. Und dennoch bekomme ich ein zwiespältiges Gefühl nicht ganz los. Dies scheint der Fluch der Episoden zu sein, die in ihrer Grundform sowie der Art und Weise ihrer Entwicklung anscheinend ein solches Recycling forderten. Für ein richtiges Adventure wäre so etwas auf eine Spielzeit von 12-15h nicht in Ordnung gewesen. Wer möchte schon einen Ort sechs mal besuchen, auch wenn sich die Figuren verändern? Da es sich aber um Episoden und in sich geschlossene Geschichten handelt, wird einem die Laune nicht verdorben. Das liegt vor allem an den neu betretbaren Gebieten, den hinzukommenden Charakteren und den spannenden Fällen, die innerhalb der sechs Episoden erzählt und gelöst werden.

Seichte Rätselkost

Die Rätsel, die durch die gesamte Season One von Sam & Max erfüllt werden müssen, um die jeweiligen Aufträge abzuschließen, sind zwar allesamt recht abwechslungsreich, doch kann man sie nicht unbedingt als sonderlich schwer bezeichnen. Das mag unter anderem daran liegen, dass das Inventar stets überschaubar gefüllt ist. So trägt man nie mehr als sechs bis acht Gegenstände mit sich herum. Weiterhin sind diese nicht miteinander kombinierbar. Oft hebt man Items an einem bestimmen Ort auf, trägt diese zu einem anderen Schauplatz und muss sie nur der richtigen Person geben oder eben mit dem richtigen Gegenstand interagieren. Der Schwierigkeitsgrad steigt von Episode zu Episode zwar durchaus an, doch verliert er sich nie in unlösbare Kopfnüsse, wie ich sie noch aus The Whispered World in Erinnerung habe. Kenner von Adventures werden bei Sam & Max keine Schwierigkeiten haben. So agiert Sam automatisch mit einem Objekt, sobald man es anklickt. Unterscheidungen im klassischen Adventure-Sinne, die in Richtung Anschauen, Benutzen, Sprechen etc. gehen und die so auch bei Hit the Road verwendet wurden, gibt es nun nicht mehr. Das ist insofern schade, da das Spiel damit noch leichter wird. Den Schwierigkeitsgrad kann man im Endeffekt irgendwo zwischen leicht und mittel einordnen. Schwerer und spannender wird das Spiel dann bei den Dialogrätseln, die es recht häufig zu lösen gilt. Diese sind durch ihre schrägen Auswahlmöglichkeiten geprägt und fordern vom Spieler durchaus ein mehrmaliges Um die Ecke-Denken. Ob man nun Sibil überzeugen muss, dass man den Kriterien eines ausgebrannten Kinderstars entspricht, damit man deren vermeintliches Heim betreten kann, man Sibil über das Telefon mit Abe Lincoln zu verkuppeln versucht oder herausfinden möchte, vor was die gemeine Hausratte Angst hat, um ihr das gestohlene Telefon zu entwenden - das Rätseldesign ist kreativ und weiß gut zu unterhalten. Ohnehin sind es die Dialoge und die gezeigten Szenerien, die Sam & Max zu etwas Besonderem machen. Wenngleich die Handlungsstränge der einzelnen Episoden auch im Gesamteindruck keine komplexe Geschichte erzählen, ist diese nichtsdestotrotz von einem hohen Maß an Kreativität geprägt. Jede Episode hat einen Erinnerungswert und es macht somit viel Spaß, dem Geschehen auf dem Bildschirm zu folgen.

Besonders Episode 5 mit "Realität 2.0" stellt nicht nur eine Hommage an das Internet, sondern auf die Spielwelt selbst dar und ist schlichtweg großartig. Dabei bewegt man sich mit Hilfe einer Virtual Reality-Brille zwar fast nur durch altbekannte Szenerien (Büro, Straße, Bosco, Sibil), doch eben auch durch die parallel existierende virtuelle Welt jener Gebiete. Das ist großartig umgesetzt und sorgt für zahlreiche tolle Dialoge und witzige Situationen. Ebenso beim Wahlkampf, den Max in Episode 4 "Abe Lincoln muss sterben" gegen eine riesige Statue eben jenes ehemaligen US-Präsidenten führt. Wer sich an abstrakten Dialogen nicht stört, diese genauso zu schätzen weiß wie ich und zudem noch den Vorgänger mochte, wird an Sam & Max Season One auf jeden Fall seinen Spaß haben.

Wie bei Hit the Road gibt es übrigens auch bei der Season One verschiedene Minispiele. So muss man in den ersten vier Episoden bestimmte interaktive Abschnitte mit dem Auto bewältigen, bei denen man per Knopfdruck entscheiden kann, auf welcher Straßenseite bzw. wie genau das Auto fahren soll. Viel mehr geht es in den jeweiligen Situationen aber um die Rätsel, die passend zur Episode beispielsweise in Form von verschiedenen Verfolgungsjagden gelöst werden müssen. Das und weitere kleine Minispiele sind eine kleine und nette Abwechslung zum Gameplay.

Der Jazz lebt

Die musikalische Untermalung von Sam & Max Season One ist durch ein jazziges Repertoire geprägt. Gerade im Intro der jeweiligen Episoden wirkt die Musik sehr stimmig und weiß auch so mit einer angenehmen Atmosphäre zu überzeugen. Teile des Soundtracks sind ebenso direkt als MP3 auf der Spiele-DVD enthalten und aufgrund ihrer lockeren Stimmung durchaus ein weiteres Hören wert. Viel zu meckern gibt es ebenso nicht an der grafischen Präsentation. So laufen Sam & Max erstmals in der dritten Dimension durch die Gegend. Beide Figuren sind ansehnlich animiert, wobei man immer nur Sam steuern kann. Max folgt einem dann mehr oder weniger freiwillig. Da die Grafik in ihrer Darstellung ansonsten einen ziemlich starken Comic-Flair vermittelt, fügen sich die gezeigten Umgebungen mitsamt der liebevoll animierten und eingesprochen Figuren quasi nahtlos in das gegebene Setting ein. Dadurch entsteht eine angenehme Symbiose zwischen Musik, Synchronisation und den dargestellten Elementen.

Fazit

Telltale Games hat mit Sam & Max Season One einen Neustart von Hit the Road gewagt und liefert in sechs verschiedenen Episoden die Art verrückt-skurrile Geschichte, wie sie nur von Sam & Max getragen werden kann. Besonders die Dialoge und die damit verbundenen Rätsel sind schlichtweg großartig und sorgen für viel Spaß. Gerade da eine Episode eine Länge von etwa zwei bis drei Stunden aufweist, bekommt man noch mehr das Gefühl, tatsächlich eine Staffel im klassischen Serien-Sinne in der Hand zu halten und kann problemlos einen Abend mit einer Episode füllen. Sam & Max wissen insofern sehr gut zu unterhalten und sorgen für zahlreiche Lacher. Doch die Episodenhaftigkeit hat auch ihre Nachteile. So trifft man in jeder Episode auf Bosco und Sibil, die zwar jeweils eine andere Identität annehmen bzw. sich um einen weiteren Job bemühen, doch wird an dieser Stelle auffällig oft recycelt. Einerseits passt dies zwar zum geplanten Episodencharakter, da man die Nebenfiguren dadurch lieb gewinnt, doch steht es andererseits hinter den Adventures zurück, die eine große, zusammenhängende Geschichte erzählen. Im direkten Vergleich ist das Setting nicht abwechslungsreich genug. Und dennoch sieht man dem Entwickler seine Kreativität und Liebe zu den Charakteren an. Die Rätsel im Spiel sind eher für Anfänger geeignet, allesamt logisch aufgebaut und sorgen bis auf einige (grandiose) Dialogrätsel für wenige Kopfnüsse. Im Gesamten besticht Sam & Max Season One durch die Charaktere, abstruse-witzige Dialoge und die schön anzusehende Handlung. Wer den Vorgänger mochte, wird auch den Nachfolger lieben. Telltale Games hat das Beste aus der gewählten Episodenform gemacht und bietet die erste Staffel von Sam & Max mittlerweile für weniger als zehn Euro als Retail-Version an. Adventure-Anfänger können also bedenkenlos zugreifen. Doch auch die Veteranen unter den Adventure-Freunden machen bei einem Kauf von Sam & Max Season One keinen Fehler, da sie mit wunderbar skurrilen Gesprächen konfrontiert und damit viel Spaß haben werden. An den Vorgänger Hit the Road reicht die Season One aber nicht heran.


Geschrieben am 16.10.2011, Testkonfiguration: Intel Quad Core 3,0Ghz, 4GB RAM, GTX260
 



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