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Info
Autor 3+
 2
 1.5
 2
Gesamt (255 votes) 2
 1.6
 1.5
 1.8
Name:Sacred
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2004/03
Publisher: Take 2
Entwickler: Ascaron
Hardware: 800Mhz, 256MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Serie: ja
Patch: 2.28
USK: 12
Sacred (review von ronin)

Seit Jahren schon begeistert das Uraltspiel Diablo2 die Action-Rollenspiel-Fans. Mit immer neuen Patchen und dem süchtigmachenden Item-Sammeltrieb konnte noch kein anderer Genrevertreter den guten alten Diablo vom Thron schubsen. Dies liegt allerdings auch am Mangel an guten Alternativen. Am ehesten konnte man noch die Dungeon Siege Reihe von Microsoft als direkten Rivalen bezeichnen; der scheiterte allerdings an einer zu geringen Komplexität und einem schwachen Itemsystem.

Mit Sacred von Ascaron betritt ein neuer Herausforderer die Arena und schickt sich an, dem All-Time-Classic die Stirn zu bieten. In wieweit das gelingt, soll das folgende Review zeigen.

Vorab wie immer ein paar Worte zur technischen Präsentation.

Grafik: Die ersten Ähnlichkeiten zum Genreprimus offenbaren sich in diesem Bereich. Zwar sind die 2D-Landschaften detaillierter und weniger grobkörnig anzusehen, an ein Dungeon Siege Niveau kommt Sacred allerdings nicht heran. Dafür wirken die verteilten Landschaftselemente einfach zu "aufgeklebt". Vor allem beim Höhenwechsel fällt das negativ auf, da der Unterschied zwischen einem Tal und einem Wechsel auf die darüberliegende Ebene erst beim zweiten Hinsehen erkennbar wird. Den routinierten Diablo-Spieler stört das allerdings wenig, kann er doch bei Sacred jede Änderung an seiner Ausrüstung direkt am Avatar bewundern. Egal ob Armschiene, Schulterpanzer oder ein magischer Amazonenbogen, jedes Item ist individuell zu sehen. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, was man den einzelnen Charakteren auch ansieht. Durch die Möglichkeit zwischen drei Zoomstufen zu wählen, kann das Geschehen auch problemlos aus nächster Nähe betrachtet werden. Leider hat sich die am weitesten entfernte Zoomstufe als einzig spielbare herausgestellt. Die verbleibenden Alternativen gewähren leider viel zu wenig Überblick, auch läßt sich die 2D-Isoperspektive nicht drehen (was ich persönlich sehr angenehm finde ;-)). Auch der dynamische Tag und Nachtwechsel sowie die Wettereffekte tragen zur Atmosphäre bei. Die Kampfanimationen sind gut gelungen und glänzen durch abwechslungsreiche Hieb- und Stichanimationen. Es ist eine Wonne, die Seraphin mit ihren Comboattacken zwischen den Gegnern wüten zu sehen. Aber anscheinend hat bei den Motion-Capture-Szenen das Geld für ein echtes Pferd gefehlt. Jeder Gaul läuft, als hätte er einen Besenstiel verschluckt; tänzelnder Ballett-Hengst statt orkisches Schlachtroß. Auch manche Laufbewegungen wirken hölzern. Ein recht zwiespältiges Bild in diesem Bereich. Die grafischen Effekte von Zaubern und Auren etc. sind nett anzusehen und wohl das Einzige, was die Grafikkarte leicht belasten sollte. Egal ob Meteoritenhagel, Blitzattacken oder einfach ein Teleport von A nach B, alles wirkt stimmig und nicht übertrieben. Die riesige Welt Ancaria erscheint durch das hohe Gegneraufkommen, die vielen Tiere und NPCs sehr lebendig und hat dadurch einen Atmosphärebonus zum Genreprimus. Leider ruckelt die Grafik vor allem in Städten und Dörfern sehr häufig, was bei meiner Hardware und der vergleichsweise einfachen Grafik von Sarced unverständlich bleibt. Auch kam es teilweise zu kompletten Performanceeinbrüchen, die vor allem bei Meteoritenattacken meines Magiers auftraten, aber dazu später mehr im Bugbereich. Nichtsdestotrotz bleibt die Abteilung Grafik im grünen Bereich, denn auch Diablo2 war zum Zeitpunkt seines Erscheinens nicht gerade ein Glanzstück.

Sound: Ascaron hat sich die lobenswerte Mühe gemacht, professionelle Sprecher für die einzelnen Charaktere und auch für so manchen NPC zu verpflichten. Prominentestes Beispiel ist die Stimme des Gladiators, welche vom deutschen Synchronsprecher von Bruce Willis (Martin Lehmann) gesprochen wird. Das rettet zwar die Klischeestory in keiner Weise, verleitet aber wenigstens nicht zu unfreiwilligen Schmunzlern Marke Diablo2. Die Sprecher wirken motiviert und durchweg professionell. Ähnliches gilt für die Hintergrund- und Kampfgeräusche. Vögel zwitschern in Waldgebieten, Zikaden zirpen in der Wüste, Ancaria wirkt auch hier sehr lebendig und glaubwürdig. Im Kampf erkennt man, ob man mit Schlag-, Hieb- oder Stichwaffen kämpft oder ob der eigene Charakter langsam zu Grunde geht ;-). Die kleinen Goblins laden mit ihren hart aber herzlichen Sprüchen immer wieder zum Schmunzeln ein. Auch die Hintergrundmusik ist stimmig, wirkt nie aufdringlich und paßt sich den Spielsituationen an. Alles in allem wurde auch im Soundbereich gute Arbeit geleistet.

Steuerung: Die Steuerung präsentiert sich in Sacred genreüblich. Mit Maus und Shortcuts bewaffnet geht es den Goblins und Orks an den Kragen. Man klickt auf der Karte einen Punkt an und der Held bewegt sich eben dahin. Mit der linken Maustaste schlägt man zu, mit der rechten werden Spezialattacken ausgeführt. Durch die einzelnen Aktionen klickt man entweder per Maus oder, wenn es denn schnell gehen soll, per Shortcut. Alles in allem sehr einfach und intuitiv, wenn da nicht eine wichtige Funktion fehlen würde: Die individuelle Tastaturanpassung. Selbst nach zwei Monaten war es mir nicht möglich, dieses außergewöhnliche Future zu entdecken. Entweder habe ich Goblinreste auf den Augen oder diese Funktion wird (wie so vieles andere auch ;-)) nachgepatched. Da die Standardeinstellung nicht immer optimal ist, fällt dies besonders unangenehm auf. Ein weiteres Manko ist die Beschränkung auf max. vier Kampfkunst-Slots, denn nur diese vier Slots sind mit Shortcuts belegt. Das heißt praktisch, dass ich mich vor einem Kampf für max. vier Kampfkünste entscheiden muss. Leider müssen auch noch die Combos (Kombinationen aus verschiedenen Kampfkünsten) in dieser Slotreihe untergebracht werden. Unterm Strich bleibt da Platz für zwei Combos und zwei Kampfkünste. Ein bißchen wenig, bedenkt man die große Vielfalt an möglichen Spezialfähigkeiten. Durch das actionreiche Gameplay bleibt somit auch kaum Zeit, die Slots während des Kampfes neu zu belegen. So versucht man, nicht mehr als zwei Kampfkünste zu steigern, wodurch das ohnehin schon recht stupide Geklopfe noch eintöniger wird. Ein designtechnisch absolut nicht nachvollziehbarer Schritt.

Story / Gameplay: Die Kampagne von Sacred kommt nicht gerade originell daher. Böser mißverstandener Zauberer beschwört Dämon, der sich gegen ihn wendet. Die Folge sind Horden von Untoten und Dämonen, die über das Fantasyland Ancaria herfallen. Ein Held muß her - We need YOU!

Je nachdem welchen Anfangscharakter man wählt, liegt der Startpunkt und der Storybeginn ein wenig anders, wie man es schon aus Westwood's Nox kennt. Während der Dunkelelf mit seiner verbotenen Liebschaft, der Waldelfin, in einer dunklen Höhle startet, nimmt das Gladiatordasein in einer Arena seinen Lauf. Bis auf kleinere Wendungen bleibt die Story hiernach gleich. Der Hauptplot läßt den Spieler in jedes Gebiet des riesigen Ancaria reisen und ist mit einer Spielzeit von ca. 20 Stunden recht groß, wobei die Möglichkeit besteht, mit einem neuen Schwierigkeitsgrad (insgesamt 4) nach dem ersten Durchlauf neu zu starten. Für Levelfetischisten gibt es also genug zu tun. Wie schon oft erwähnt besteht die Möglichkeit, zwischen sechs Charakteren zu wählen. Neben handelsüblichen Klassen wie Magier, Waldelfin oder Gladiator sind auch Exoten wie Vampirlady, Dunkelelf und Seraphin dabei. Für das Review mussten der Gladiator und der Magier ihre Qualitäten unter Beweis stellen, aber auch die anderen Charaktere wurden kurz angetestet. Vor allem die Vampirlady und die Seraphin spielen sich recht unverbraucht und erfrischend. Die Möglichkeit, bei ersterer eine Vampirgestalt anzunehmen und auf ein komplett neues Kampfkunstrepertoire zurückzugreifen, reizt. Hat man sich für einen Avatar entschieden, nimmt die Story ihren Lauf.

NPCs erteilen Quests durch deren Erfüllung man zusätzliche Erfahrung sammelt und Gold oder Items als Belohnung erhält. Sind die Hauptquests noch an eine feste Story gebunden und relativ anspruchsvoll (zumindest von der inhaltlichen Umsetzung her), kommen die Nebenquests oft als Random-Aufgabe daher. Gehe dahin, töte das, komm wieder her. Leider fallen die Belohnungen oft so mager aus (außer Erfahrung kommt fast nie ein gutes Item dabei heraus), weswegen man diese lieber links liegen läßt und der Hauptstory folgt. Löblich sei hier allerdings erwähnt, dass jeweils die Richtung des nächsten Nebenquests und Hauptquests per Pfeil angezeigt wird. Gleiches Problem tritt beim Erforschen des riesigen Areals auf. Hat man sich dazu entschlossen, neben den "Hauptwegen" der Story zu wandeln und nach ewiger Latscherei endlich in einem versteckten Lager mitten im Wald eine geheimnisvolle Truhe gefunden, erhält man meistens nur Gold oder anderen wenig wertvollen Plunder. Oftmals war die vermeintliche Schatzkiste auch einfach nur leer. Wenn man schon eine so riesige, fast komplett begehbare Welt aufbaut, dann bitte auch mit den entsprechenden Belohnungen für entdeckungsfreudige Abenteurer.

Im Gegensatz zu Diablo kann in Sacred während des Kampagnenspiels an jeder Stelle gespeichert werden. Auch eine komfortable Quicksafe-Funktion ist enthalten. Der Schwierigkeitsgrad ist seit mehreren Patches enorm angestiegen, weswegen man oftmals eine bestimmte Zeit in einem Gebiet leveln sollte, um später nicht gegen übermächtige Gegner antreten zu müssen. Jeder Gegner hat einen Kreis unter seinen Füßen, der durch unterschiedliche Farben das Level angibt; auch die Lebensenergie wurde hier untergebracht. So ist das Erfahrung/Aufwand-Verhältnis bei gelben und orangen Gegnern optimal, bei grünen/grauen zu niedrig und bei roten Gegnern zu hoch. Während des Spielens kam es allerdings immer wieder vor, dass Gegner bis zur Farbe orange 1 Schadenspunkt an meinem schwächlichen Magier machten, rote Gegner aber plötzlich 200 Schadenspunkte. Teilweise passierte es auch, dass mein Held von einer Level 1 Goblinhorde (Farbe grau) chancenlos zerfetzt wurde. Auch hier kann man wieder nur auf ein Patch hoffen. Bis auf die teilweise seltsame Schadensberechnung wurde hier gute Arbeit geleistet, wenn durch den unglücklichen Respawn (Wiedererscheinen der Gegner ab einem bestimmten Zeitpunkt) das Spiel nicht unwahrscheinlich zäh gestaltet worden wäre. Ein Beispiel: Ich kämpfe mich mit meinem Gladiator fast eine Stunde durch ein Wüstengebiet, verbrauche meine ganzen, teuren Heiltränke und erhalte dann von dem dort ansässigen Lagerkommandanten die Aufgabe, den selben Weg zurück zu laufen und eine Nachricht zu überbringen. Gut, sagt sich mein Held, der Weg ist ja sauber, bis auf einen gewissen Haltbarkeitsverlust meiner teuren Unique-Stiefel sollte das kein Problem sein, allerdings reicht das Geld nicht mehr für ein paar Heiltränke. Leider sind alle auf dem Herweg niedergemachten Gegner wieder da. Wieder dauert der Rückweg eine Stunde, allerdings ist es ohne Heiltränke unnötig schwer und man muss öfter Neuladen. Der Spielfluss wird dadurch unwahrscheinlich gebremst und eintönig. Das erneut durchlaufene Gebiet kennt man schon, die Gegner auch und besondere Gegenstände droppen sowieso kaum in den niedrigeren Levels. Diese schnelle Respawn-Zeit scheint mir für Multiplayerspiele, wo es sowieso nur auf das Leveln des Charakters ankommt, sinnvoll, für den Singleplayerpart ist es Gift für den Spielspaß. Ein ähnliches Prinzip gab es zwar auch in den Diablo-Teilen, aber hier erschienen die Gegner nur nach jedem neugestarteten Spiel wieder. Eventuell findet Ascaron mit der Zeit, und einigen Patches, eine bessere Lösung.

Eine Besonderheit in Sacred ist die Möglichkeit, Kampfkünste in sogenannten Combos zu kombinieren. Die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt und lediglich auf maximal vier Kampfkünste pro Combo begrenzt. Indem man zu den häufig in Dörfern anzutreffenden Combomeistern geht, kann man seine Kombinationen nach Lust und Laune zusammensetzen, auch können hier Kampfkunst-Runen gegen andere eingetauscht werden. Es haben sich allerdings nur Combos, in denen ohnehin oft gebrauchte Kampfkünste in Reihe geschaltet wurden, bewährt. Da die Aufladezeit der Combos mit zunehmender Stärke immer länger dauert, können diese sehr wirkungsvollen Attacken leider nur selten verwendet werden. Da in Sacred prinzipiell keine Mana-Energie vorhanden ist, muss das jeweilige Attribut des Charakters, welches die Aufladedauer verkürzt, gesteigert werden. Allerdings gibt es auch Tränke, die eine sofortige Aufladung herbeiführen. Alles in allem fand ich das vielgepriesene Combosystem eher schlecht umgesetzt und aufgrund der langen Aufladedauer nicht sonderlich hilfreich. Neben diesem besonderen NPCs existieren noch Schmied und Händler. Während beim Händler Items und Tränke gekauft, sowie verkauft werden können, setzt der Schmied Runen und Schmuck in sockelbare Waffen ein. Einen Haltbarkeitsverlust bei Waffen und Rüstung wie in Diablo2 gibt es bei Sacred nicht.

Ein wichtiges Element von Action-Rollenspielen, was vor allem die Langzeitmotivation bestimmt, sind die Items - Gegenstände, die den Charakter immer besser werden lassen und besonders schwer oder selten zu finden sind. War es in Diablo2 immer die Suche nach jenen schon fast legendären Unique-Items, die mich immer wieder vor den Monitor zogen, hoffte ich auch bei Sacred auf ein ähnliches süchtigmachendes Sammelereignis. Leider kann für diesen Bereich Entwarnung gegeben werden. Selbst die großen Zwischengegner wie Drachen oder Riesenspinnen droppen zum größten Teil nichts von Wert. Wenn eine Rune zum Erlernen neuer Kampfkünste fällt, ist das schon ein Ereignis. Gleiches gilt für geheime Orte und Dungeons, die mit gefährlichen Gegnern gespickt sind. Man freut sich, in einer entlegenen Ecke eine bröckelige Treppe hinab ins unheimliche Dunkel gefunden zu haben, kämpft sich durch Abermillionen schwerer Gegner, nur um dann in einer Truhe 100 Goldstücke zu finden. Leider zieht sich dieses demotivierende Erlebnis durch das ganze Spiel. Die besten Items gibt es immer noch beim Händler zu kaufen. Die Wahrscheinlichkeit, gute Items zu finden steigt mit dem Charakterlevel. Zusätzlich kann noch ein spezielles Handelstalent gesteigert werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit auf besondere Items erneut steigt. Leider habe ich in Sacred keine eindeutige Einteilung in Set / Unique / Magische - Items erkennen können. Lediglich mit grün gekennzeichnete Set-Items waren manchmal dabei. Ich hoffe, dass mit weiteren Patches mehr Einheitlichkeit in die Items kommt und vor allem eine motivierender Droprate eingeführt wird.

Noch ein paar Worte zum Feature Pferdedressur. Es ist möglich, die riesigen Strecken in Sacred zu Pferde zu überwinden. Auch sind einige Kampfkünste nur auf dem Pferd ausführbar. Es macht also für manche Charaktere (Waldelfin) durchaus Sinn, einige Talentpunkte in den Gaul zu investieren. Leider sind vor allem die Combos und Kampfkünste der Nahkämpfer zu Pferde fast nicht zu gebrauchen, weswegen auch dieses gut gemeinte Feature weit weniger nützlich daher kommt als anfangs gedacht. Allerdings hat man aufgrund der ungünstig verteilten Portale im Lande oftmals keine andere Wahl, als mit dem doch etwas schnelleren Pferd zu reisen.

Multiplayerpart: Das A und O eines Actionrollenspiels, will es sich denn ein paar Jährchen am Markt halten, ist der Multiplayermodus. Bei Sacred bietet Ascaron neben dem LAN und einem offenen Internetspiel eine eigene geschlossene Serverlandschaft. Das heißt, der Spieler muss sich (kostenlos) registrieren und kann mehrere Charaktere auf seinem Account speichern, womit die Cheatgefahr stark vermindert wird. Außerdem erscheint der Charakter auf einer Art Ladder und kann sich somit im Level mit anderen messen. Nachdem ich das interne "Sacrednet" ein paar Tage getestet habe, muss ich enttäuscht sagen, dass aufgrund des noch immer recht instabilen Services und der vielen Bugs das Spielen keinen Spaß macht. Dass es möglich ist, einen Charakter in einer Stunde von Level 0 auf Level 100 zu bringen, spricht eine deutliche Sprache. Auch fehlt die Möglichkeit, eigene Spiele zu eröffnen. Es gibt lediglich vorgefertigte "Räume", in denen man in Spiele einsteigen kann. Ich hoffe sehr, dass Ascaron hier noch Abhilfe schafft, denn die Community um Sacred ist erstaunlich groß und motiviert. Der kooperative Multiplayermodus für die Kampagne macht aber durchaus Spaß und wurde auch sehr ordentlich umgesetzt. So ist es zum Beispiel möglich, jederzeit zum befreundeten Charakter hinzubeamen, falls man doch einmal gestorben ist. Auch die Exp-Verteilung erfolgt einheitlich.

Bugs!: Trotz des relativ umfangreichen Betatests für mehrere Bereiche des Spiels strotzt Sacred vor Bugs. Selbst jetzt, nachdem Patch 1.66 erschienen ist, ist es fast unmöglich alle während des Spielens aufgetretenen Bugs zu beschreiben. Lediglich ein paar besonders schwerwiegende sollen erwähnt werden. Was mich besonders störte waren die Performanceeinbrüche während des Einsatzes von Meteoriten. Es kam teilweise vor, dass ich 5 Minuten und länger mit 1 FPS am Bildschirm fest hing. Bei meiner durchaus aktuellen Hardware unverständlich Auch die unausgeglichene Schadensberechnung, die oben schon erwähnt wurde, nervt und macht es schwierig, sich auf die Gegner einzustellen. Auch kam es oft vor, dass man einen Armschutz findet, dieser vom Programm aber nur als Waffe benutzbar ist. Es war durchaus keine Seltenheit, dass ich brutale Orkhorden mit einem Armschutz in der Hand bekämpfen musste. Oftmals konnte man sein Pferd nicht zurückrufen, weil es in einem Busch hängen blieb; das passierte leider auch unserem geschickten Magier. Das war nur ein kleiner Ausschnitt an auftretenden Fehlern, die sicher mit der Zeit weggepatched werden. Viel schlimmer sind leider noch die Unausgewogenheiten zwischen den Charakteren und den einzelnen Kampfkünsten. Der Dunkelelf zum Beispiel besitzt eine Fertigkeit namens Schlachtennebel. Damit kann er Gegner innerhalb der entstehenden Wolke völlig bewegungslos machen. Dieser Move funktioniert bei JEDEM Gegner. Die recht schwierigen Drachen zum Beispiel waren mit dieser Fähigkeit ein Witz. Auch die schon genannte Möglichkeit, einen Charakter in einer Stunde 100 Level aufsteigen zu lassen, zeigen, dass hier noch viel Arbeit nötig ist.

Fazit: Sacred gilt sicherlich zu den besseren Diablo2 Klonen. Auch macht das Spiel einige Elemente des "Urgesteins" nach und setzt diese recht ordentlich um. Als Beispiel sei hier die umfangreiche Charakterauswahl genannt. Leider sind die wenigen Innovationen im Spiel nur halbherzig umgesetzt. Das Combosystem ist zu träge, die Shortcuts zu unflexibel. Auch die Möglichkeit, eine riesige Welt zu erforschen, bleibt im Ansatz stecken. Zu lang sind die Laufwege (auch mit Ballett-Gaul) und zu gering ist die Belohnung. Ähnliches gilt für das Itemsystem, in dem keine Einheitlichkeit herrscht: Schaufensterbummel beim örtlichen Händler statt Itemsuche in Dungeons! Trotz der genannten Mängel ist Sacred ein nettes Action-Rollenspiel. Vom Thron stossen kann es den dicken Diablo zwar nicht, aber als Spielchen für zwischendurch ist es allemal geeignet. Wer weiß, vielleicht schafft es Ascaron ja doch noch, mit diversen Patches die Spielbalance und die vielen Bugs auszubessern.


Geschrieben am 24.05.2004, Testkonfiguration: AMD2400+,Radeon 9800, 1024MB Ram, SB Audigy
 



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