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Info
Autor 1
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Gesamt (41 votes) 1
 0.5
 1.9
 2.1
Team (2 votes, siehe hier)2+
Name:Runaway - A Road Adventure
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2002/11
Publisher: dtp
Entwickler: Pendulo Studios
Hardware: 333Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 630 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8
Steuerung: Maus
Sprache: Deutsch
USK: 12
Wie klischeehaft...die Schöne in Nöten
Sushis HQ (netter Bildschirmschoner)
Voodoo lässt die Puppen tanzen
Dopeman = Rastafari Rutger ?
Kontakt mit Trantor...Übermittlung beginnt
ja, ja die Wüstensonne trocknet aus
Ein Unglück kam selten allein
Ein neues Spielzeug für die ´Damen´?
Quaks Bruchpilotenkabinett
Studentenbude :-)
Halb 10 in D und kein Knoppers zu sehen
Wissenschaftler unter sich
Begegnung der 3. Art?
Immer diese Drückeberger
Flower Power...ähhh ´Frauen´ Power
Runaway - A Road Adventure (review von look)

Also es geschah folgendes...

Auf der Fahrt zur Bücherei lief mir ein bildhübsches Mädchen vor den Wagen. Ich bekam ein Riesenschreck. Sie tauchte so plötzlich auf, dass ich nicht mehr ausweichen konnte! Zum Glück war nichts Schlimmes passiert. In der Notaufnahme des Krankenhauses wurde sie gründlich untersucht. Sie war unverletzt, stand aber unter schwerem Schock - nervöses Unfalltrauma, glaube ich. Man wollte sie für 24 Stunden zur Beobachtung dort behalten. Um sie ruhig zu stellen, gab man ihr ein Schlafmittel. So würde sie sich am besten erholen. Was soll ich sagen? Ihr Name war Gina und sie war einfach...hinreißend. Ich konnte einfach nicht weiter fahren und diesen Engel an diesem wildfremden Ort allein lassen...

Dies ist der vom Hauptdarsteller Brian Basco (Brian - Brain, ein Zufall?) geführte Monolog zum Einstieg in das Geschehen dieser Perle eines Adventures. Wie der Name schon vermuten läßt "Runaway - A Road Adventure", hat dieses Spiel wirklich die Anleihen und Intentionen eines Roadmovies, was allein schon das cineastisch anmutende Intro, welches natürlich im typischen Ich-Erzählerstil einher kommt, vermittel - selbst Kameraschwenks, Texteinblendungen und gezeigte Motive lassen keinen Zweifel daran, dieses Spiel hat viele Vorbilder im Filmgenre ... (Aufblende)

Brian Basco, unser Alter Ego, bekommt die Chance, endlich eine Doktorantenstelle als Physiker in Berkeley besetzen zu können. Voller Vorfreude, entflieht er dem namenlosen Vorort des Big Apple und will sich mit seinem 15 Jahre altem Automobil nun endlich auf nach Kalifornien machen. Doch welch Gedanke schießt ihm noch durch den Kopf. Kurz vor der Abreise will er noch, anstatt es sich nachschicken zu lassen, ein bestelltes Buch abholen, auf das er lange gewartet hatte. Auf diesem Wege fährt er die hübsche Gina an. Für einen Mann mit trockener Berufsthematik dürfte es dementsprechend schwer fallen, eine solche Frau wieder allein zu lassen. Gina, kurz bei wachem Verstand, fleht ihn im Krankenhaus an, sie nicht allein zu lassen, sie faselte noch irgendwas von "man würde sie umbringen wollen" und entschlummerte wieder, nun denn, auf ans Werk, dies ist schließlich ein reinrassiges Point & Click Grafikadventure und ein solches Geschöpf will man doch nicht verprellen :-).

Bevor es hier nun um die Spielbesprechung geht, ein kleiner Rückblick darauf, warum dieses Spiel erst jetzt den Weg auf die Festplatten der geneigten Spielergemeinde fand. Im Grunde, wurde das Spiel von der kleinen, spanischen Spieleschmiede "Pendulo Studios" schon vor zwei Jahren auf den spanischen Markt gebracht. Ancheinend werden nur noch der Ostblock und spanische Genreliebhaber wirklich adäquat mit Abenteuerstoff versorgt. Die internationale Lizenz zum Vertrieb ging an den Publisher "Dinamic Multimedia". Doch leider, wie das immer so ist, ging dieser Pleite und riss die Lizenz natürlich mit sich. Erst ein Jahr später hatten es die Macher endlich geschafft und konnten die Lizenz wieder zurück kaufen. Nun stand dem Erfolg eigentlich nichts mehr in Wege, denn ein klassisches Grafikadventure ist so selten geworden wie Steuersenkungen.

Durch die unwirklichen Wege des Internets bahnten sich die ersten Bilder und Informationen den Weg bis hin zu den Liebhabern des Genres. Ihnen ist es zu verdanken, dass sie sich nicht damit abfinden wollten, dass ein solches Spiel nun den irdischen Weg alles vergänglichen gehen sollte - die Aktivisten der Stunde übten mit Mails und Unterschriftenaktionen so viel Druck aus, dass die Entscheidung, es doch noch international heraus zu bringen, keine Frage der Möglichkeit war, sondern ein Muss. Wie dem auch sei, der Sache angenommen hat sich in Deutschland "dtp", dessen "Shoe Box" Ableger spätestens seit Gothic ein Begriff sein dürfte.

Anstatt das Spiel nun durch eine eher laue Umsetzung zu malträtieren, hat der deutsche Publisher wirklich in die Vollen gelangt - um es vorweg zu nehmen, es ist eine der besten Synchronisationen der letzten Jahre dabei entstanden. Damit auch ja alle Fans ihr bevorzugtes Produkt bekommen, ist man zu der Entscheidung gelangt, nicht nur eine schnöde DVD-Box auf den Markt zu werfen, nein, denn da auch der Schreiber dieser Zeilen ein Anhänger der Eurobox ist, dürfte es euch freuen zu hören, dass das Spiel sowohl in einer Eurobox ausgeliefert wird, als auch in einer, in dieser befindlichen, DVD-Box. Wie man sieht, die Querelen haben es verzögert, jedoch nicht verhindern können und mit ein wenig Glück und einigen weisen Entscheidungen ist es nun käuflich zu erwerben, als eine Art Hommage an die ausgestandenen Querelen dürfte man daher auch die ersten Zeilen aus dem Handbuch ansehen

"...vielleicht haben Sie es nicht gewußt, aber Sie haben seit Jahren auf dieses Spiel gewartet. Das hätten Sie nicht vermutet, oder? Es gehört zu der Sorte, die seit Jahren nicht zu finden war: ein Abenteuer von Spielern für Spieler....".

Zurück zum primären Tenors dieses Reviews. Runaway wartet, trotz der zwei jährigen Verzögerung, mit einer wunderschönen Comicgrafik auf. Es glänzt nicht nur mit Detailliebe und der typischen comicartigen Vermischung von versuchter Realitätstreue und dem einhergehenden Purismus der Darstellung eines Comic, nein, anders als noch bei dem Genrekönig "Baphomets Fluch", hat man versucht, die Neuerungen der Technik perfekt mit dem Geschmack vieler Spieler zu verbinden. Herausgekommen ist eine 2D Grafik, so wie man es von Trickfilmen her kennt und der technischen Möglichkeit diese Darstellung nun unter zu Hilfenahme von 3D Techniken möglichst getreu darzustellen. Diese Errungenschaft zeigt sich besonders deutlich bei den Animationen der Protagonisten, ich hab selten so was Flüssiges sehen können, kein hängenbleiben, keine stockenden oder abgehackten Bewegungen - selbst die Banalitäten wie die "Denkerposen" und die Interaktion mit der Umgebung, sind perfekt integriert. Dies sind aber nur die technischen Aspekte, viel wichtiger ist doch das, was die Grafiker und Designer geleistet haben, jede Figur wurde individuell konzipiert, ihre Bewegungen wurden auf die Form und den Charakter abgestimmt, natürlich, wie es sich gehört, wurden viele Klischees bedient. So ist die Verursacherin dieses Chaos in das man Brian stürzt, natürlich die Augenweide - weiblicher Art - schlecht hin, die bösen Buben des Spiels mußten die Grobschlächtigkeit in Form von Fjodor und die Hinterlistigkeit von Gustav besitzen. Unser Alter Ego, alias Brian Basco, ist wie immer die drahtig - durchtrainierte Intelligenzbestie, die ein solches Abenteuer bestehen muss. Äußerst interessant gestaltet sind zudem die Nebencharaktere, am gelungensten findet man dort wohl dieTransvestitengruppe (Lula, Carla und Mariola), oder die Freigeister (Sushi, Saturn und Rutger) in der verlassenen Westernstadt. Allen Charakteren wurde ein individuelles Auftreten verpaßt, gepaart mit Bewegungsanimationen, die wie gezeichnet aussehen und wirklich einzigartigen Gesichtsanimationen, allen voran die der "Bosse".

Abgerundet wird das Erscheinungsbild von den typischen Comichintergründen und den Szenariengestaltungen. Passend zum Roadmovie-Image spielt man in einem 16:9 Bildausschnitt. Die Zwischensequenzen reihen sich nahtlos in den Handlungsstrang ein, der Übergang zwischen Spielgrafik und Zwischensequenz ist fließend und wird sogar kombiniert. Leider gibt es einen doch äußerst selten zu bestaunenden Nebeneffekt, die Spielgrafik sieht nämlich sogar besser aus als die der Zwischensequenzen. Diese wirken leider etwas verschwommen und besitzen die typischen 16 Bit Farbübergänge und Abstufungen, trotzdem, die Darstellung in diesen kann man selbst in Trickfilmen wohl nicht überbieten, allein die benutzte Technik setzt hier die Grenze. Soundtechnisch fügen sich die Hintergrundmusik und die Geräuschkulisse in die jeweiligen Levelabschnitte bestens ein. Sie sind äußerst unaufdringlich und unterstützen trotzdem das Szenario.

Was allerdings das Prädikat "wertvollster Beitrag" in diesem Spiel bekommt, sind die Synchronisationsleistungen. In einem Adventure sind diese eminent wichtig, schließlich läßt sich nur durch Interaktivität mit den NPC´s die Geschichte weiter führen. Um so besser, dass dtp sich dabei nicht lumpen ließ und die Firma "Toneworx" mit der Synchro betraute. Diese haben alle Register gezogen. Es sind auch namenhafte Sprecher wie Jennifer Bötcher alias "Gina" vertreten, die unter anderem schon ihre Stimme Liv Tyler, Drew Berrymore, Jennifer Lopez oder der "kindliche Kaiserin" in der unendlichen Geschichte angedeihen lies, oder Beate Hasenau alias "Meerhexe Ursula" aus Ariel die Meerjungfrau oder Golden Girls, oder Bernd Stephan alias "John Cleese" oder, wer kennt ihn nicht, den Parfümverkäufer aus Monkey Island 4. Was das Schöne daran ist, es gibt im gesamten Spiel keinen Ausreißer, alle Stimmen passen zum Charakter und wurden äußerst professionell umgesetzt, eine Glanzleistung sind vor allem die Stimmen der Transvestiten und die der Bösewichte. Etwas besseres hab ich seit Jahren nicht mehr spieletechnisch über den Äther hören können. So wie es scheint, hat man sich die Mühe gemacht und das Ganze auch gegenlesen lassen. Daher gibt es keine Stimmungsinterferenzen in Gesprächen, die immer dann vorkommen, wenn der letzte Gesprächsführer nicht weiß, in welcher Form der vorherige sprach (z. B. auf wütend folgt teilnahmslos *graus*).

Da es sich um einen reinrassigen Vertreter des Point & Click Adventures handelt, ist die Tastatur nur nötig, wenn man einen Speicherstand beschriften möchte, alles andere wird durch eine simple Mausteuerung vorgenommen. Man klickt sich durch die Einzellevel, um von einem Ort zum anderen zu gehen, untersucht die Umgebung mittels Mauszeiger, der seine Gestalt ändert sobald etwas Wichtiges gefunden wurde (ähnlich wie bei Monkey Island und Konsorten). Mit einem Rechtsklick kann man diesen Gegenstand nun identifizieren oder bestimmen, wenn man diesen aufnehmen möchte. Gespräche sind im typischen Multiple Choice Verfahren zu führen. Die Kombination einzelner Gegenstände ist einfach möglich. Das Inventar ist über einen Button zu erreichen, der erst sichtbar wird, wenn man mit dem Mauszeiger den eigentlichen Bildschirm verläßt, wo auch das Optionsmenü zu finden ist. Leider ist das Finden von Gegenständen oder der richtige Ort zur Interaktion manchmal etwas schwer auszumachen, da es bald pixelgenau angeklickt werden möchte. Das Laden eines Speicherstandes führt immer zuerst zu einem Monolog von Brian, der die Geschehnisse des letzten Levels nochmals zusammenfaßt (kann abgebrochen werden), was dazu führt, dass man sich nochmals auch entfallene Dinge ins Gedächtnis rufen lassen kann. Das Laden einzelner Level und vor allem der Unterlevel geht zügig von statten.

Die Rätsel sind endlich wieder mal nach dem Geschmack gestandener Spieler und bedürfen wieder einiges an Hirnschmalz und kombinatorischer Fähigkeit, um sie zu lösen. Es sind nicht die trostlosen Versuche wie bei "Largo Winch" zu finden, oder die zu einfachen eines "Syberia". Endlich wieder herausfordernde Rätselkost bei der man manchmal wieder um Ecken denken muss. Der Versuch die Rätsel logisch wirken zu lassen ist aber trotzdem an einigen Passagen gescheitert. Warum sollte z. B. ein Skalpell schärfer werden, wenn ich es ins Feuer lege oder warum trägt ein Nagel, den ich in den blanken Fels schlage, das Gewicht eines Erwachsenen? Das schönste Mißverständnis gab´s beim Vermischen von Benzin mit Wasser. Seit wann ergibt das eine Emulsion die in Verbrennungsmotoren funktioniert (das klappt schon, aber nur mit Zusätzen, jedenfalls im realen Leben :-) )??. Des weiteren sollte man manchmal auch öfters an der gleichen Stelle suchen, da nicht alles Findbare gleich ins Inventar übernommen wird, worüber man geteilter Meinung sein kann, denn ein überquellendes Inventar ist ebenso spielhemmend, wie die vergebliche Suche nach dem letzten Teil der Kette. Wie auch in anderen Spielen zu finden, gibt es in Runaway kleine "Geschicklichkeitsspiele" die die Suche nach Lösungen etwas auflockern- leider etwas dünn gesät, aber gut plaziert. Trotz der manchmal divergierenden Lösungen zwischen Spiel und Realität muß man sich auf solche Unwägbarkeiten einstellen, handelt es sich doch schliesslich um ein Adventure und macht es dieses Genre doch dadurch erst interessant. Wäre es zu leicht, gäbe es das Glücksgefühl bei einer Lösung wohl nicht so oft wie hier.

Es gibt nur ein paar kleinere Mängel, auch wenn diese äußerst banal sind. Technisch gesehen ist das Spiel kaum zu kritisieren. So konnten ich keine Abstürze o.ä. feststellen. Einzig der Sound machte ab und an Probleme, vor allem beim Levelwechsel, der durch ein Nachladen begleitet wird, kam es immer wieder zu Stockungen und Aussetzern, jedoch nicht weiter tragisch. Des weiteren hört man vor allem beim Benutzen eines Kopfhörers in den Gesprächen ein leichtes Rauschen heraus. Wie schon erwähnt, sind die Zwischensequenzen etwas verwaschen und haben wohl nicht den farblichen Umfang, den sie bräuchten, um den Anschein der Spielgrafik zu wahren. Beim Handling war man jedoch nicht durchgängig konsequent, so wußte man meist nicht, ob man dem Gegenüber nun das Item geben oder mit ihm sprechen sollte, um so den Gegenstand zu überreichen. Das war´s auch schon.

Da das Spiel eher einem Film ähnelt, jedenfalls in der Aufmachung und Spielführung, sind Cineasten sicherlich nicht überrascht, die eine oder andere Anspielung aus dem Genre des Roadmovies oder allgemein des Films zu finden - dies gipfelt in einer Unterhaltung über Woody Allen, somit ist also auch für Spässe gesorgt, wenn diese auch nicht mit dem Holzhammer kommen. Aufmerksame Naturen werden schon das eine oder andere Déjà-vu erleben :-) (z. B. erinnert die Transvestitengruppe doch sehr dem Film "Priscilla, Königin der Wüste"). Da die Geschichte durch ein Review nicht gespoilert werden sollte, enthalte ich mich der Beschreibung der Geschehnisse- nur soviel sei verraten- es werden euch immer irgendwelche Steine in den Weg gelegt, nicht jeder sagt euch die Wahrheit und ihr müßt euch mit einer Menge schräger Vögel abgeben (vor allem der am Krater hat´s mir angetan). Selbst Tote, die Profanität des Geldes und die Mafia werden euch in den Wirren unter kommen und das alles nur wegen einer schönen Braut und einem Kruzifix. Da ihr die Staaten bereist, als sei es ein Kinderspiel die Grenzen zu überspringen, seid ihr in den unterschiedlichsten Szenarien unterwegs, ob im Krankenhaus, Museum, Wüstenregion oder Westernstadt, die Level haben immer ihren eigenen Charme und wechseln des öfteren ihren Schauplatz.

Gepaart mit einer verdammt guten Synchronisation und einem doch sehr gelungenem Titelsong von der Band "Liquor" - nein, es sind nicht die Cranberries und auch nicht die Sängerin- ist man mit der vorhandenen Grafik auf der sicheren Seite eines Toptitels. Die Gestalten die euch während des Spielens begegnen werden, haben manchmal doch frappierende Ähnlichkeiten mit Charakteren aus den unterschiedlichsten Filmen oder sind einfach nur eine Klasse für sich. Zudem sind sie meist äußerst behilflich, je nachdem, über welche Fähigkeiten sie verfügen, sei es ein Hacker oder ein Rastafari, der euch in die tiefere Bedeutung des Dopes führt, oder einfach nur ein dealender Hausmeister (Vertreter?). Den Tipp, sich das Ende auch wirklich bis zum Ende anzusehen, spar ich mir - das sollten die meisten Abenteurer ja schon von anderen Spielen kennen :-). Ein Vergleich mit dem doch sehr ähnlich gestricktem "Baphomets Fluch" halte ich wegen der zeitlichen Divergenz für unangebracht. Fakt ist jedoch, dass die Grafik der beiden stilistisch vergleichbar ist, wie auch das Spielprinzip und der Handlungsaufbau eine gewisse Ähnlichkeit vorweisen. Trotzdem ist Runaway kein Plagiat - dazu ist das dahinter stehende Konzept zu dicht gestrickt.

Als Fazit läßt sich sagen: Die ca. 20 Stunden Spielspaß erkauft ihr euch nicht mit High End Rechnern, denn das Spiel ist dank der zeitlichen Verzögerung äußerst begnügsam, mit der Ausnahme, dass etwas mehr Festplattenspeicher vorhanden sein sollte. Man darf wohl behaupten, dass dieses Spiel dem Genre Adventure die eigentliche Bedeutung des Wortes wiedergeben kann - an all die zweifelnden Publisher: Action Adventure sind kein adäquater Ersatz für ein durchdachtes Point & Click und bei allen Spielegöttern, wie man hier sieht, 2D ist noch nicht tot, man muß nur wissen wie man´s macht. Eine Aufmachung und Handlungsgestaltung eines Roadmovies mit passender Geschichte runden die leuchtende Erscheinung ab. Sowohl im Bereich Grafik als auch Sound und Synchronisation gibt es nichts zu bemängeln, es ist was es darstellen soll, ein Grafikadventure rein und unverbraucht, mit allem was man sich wünscht. Ich denke eine Kaufempfehlung brauch ich den geneigten Abenteurern nicht geben, da diese eh schon zugegriffen haben dürften :-).

Für die Anfänger, Einsteiger und Zweifler, greift beruhigt zu, die Story weiß zu begeistern, die Rätsel werden euch beschäftigen und fürs Auge wird auch etwas geboten, selbst der arttypische Humor wurde nicht vergessen. Da der Verkaufspreis auch noch im Bereich zwischen 30-35€ angesiedelt ist, dürften alle Bedenken zerstreut sein. Nur wer absolut nichts für actionlose, kopflastige Spiele übrig hat, sollte die Finger davon lassen - ansonsten ist "Süchteln" das Gebot der Stunde :-).


Geschrieben am 30.11.2002, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
 



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