yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

Rayman 2
Rayman 3
Red Faction
Red Faction 2
Red Ocean
Red Steel
Reise z. Z. des Mondes
Resident Evil
Resident Evil - Code: V.
Resident Evil 2
Resident Evil 4
Resident Evil 4 (PC)
Resident Evil 5
Resident Evil 5 (PC)
Resident Evil Zero
Resistance - Fall of Man
Restricted Area
Return t.C. Wolfenstein
Rise of Nations: T&P
Rise&Fall: Civ. at War
Risen
Rising Kingdoms
Robin Hood
Robots
RollerC. Ty. 3: Soaked
RollerC. Ty..3: Wild!
RollerCoaster Tycoon 2
RollerCoaster Tycoon 3
Runaway
Runaway 2
Rune
Rush for Berlin
Return t.C. Wolfenstein  


Info
Autor 2
 2
 2
 1.5
Gesamt (97 votes) 2+
 1.9
 1.5
 2.1
Name:Return to Castle Wolfenstein
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2001/11
Publisher: Activision
Entwickler: Gray Matter Studios
Hardware: 400Mhz, 128MB RAM, 16MB Open-GL, HD 800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.33
USK: 18
Return to Castle Wolfenstein (review von mountainking)

Wir haben es ja schon immer geahnt: die wahren Verkörperungen des Bösen können nur aus Soggsn stammen.

Aber anstatt auf naheliegende Personen wie Regina Zindler vom Maschendrahtzaun zurückzugreifen, gehen Gray Matter und ID gleich über 1000 Jahre in die Vergangenheit zurück, um dem aus einem sächsischen Herrschergeschlecht stammenden König Heinrich I. diese Rolle zu übergeben. Zu Beginn von RtCW wird dieser in einem eher an Diablo erinnernden Vorspann von einem rechtschaffenen Mönch per Zauberei in ein magisches Gefängnis verbannt, weil er seine Herrschaft hauptsächlich mit eine Armee von Untoten, kommandiert von Schwarzen Rittern erlangte und zu erweitern trachtete. Abgesehen von den Untoten also eigentlich ein ganz normaler König.

Im Jahr 1943 versucht dann eine obskure Sekte -die Wölfe- den Langschläfer aus seiner Gruft zu befreien, um ihn und seine Mannen für ihre Zwecke einzuspannen. Was ihre Absichten eigentlich wirklich sind (man vermutet in dem Fall sicher nicht falsch, wenn man mal wieder auf die Weltherrschaft tippt), wird allerdings gar nicht so klar. Das liegt jedoch nur an der speziellen deutschen Version des Spieles, denn in der Originalgeschichte sind die Wölfe einfach die Nazis, speziell H. Himmler, welche mit allen Mitteln den Krieg zu gewinnen versuchen. Alternativ zum Wiedererweckungsspielchen versucht ein Teil der Wölfe auch, mit wissenschaftlichen Methoden aus den nebenbei befreiten Untoten sogenannte Übersoldaten zu züchten.

Beides findet das "Office of Secret Actions" (die Alliierten) logischerweise unfair, wahrscheinlich, weil man einem untoten Heinrich I. höchstens einen revitalisierten Elvis entgegenzusetzen hätte. Daher wird der beste verfügbare Agenten BJ Blazkowicz (der Held des Spieles) ausgeschickt, um Informationen zu sammeln und das Vorankommen der Wölfe zu sabotieren. Unterstützt wird er vom Kreisauer Kreis, einer Widerstandsorganisation innerhalb Deutschlands, die das OSA vor allem mit Informationen versorgt. Das Rezept ist also: man nehme historische Tatsachen (Mittelalter- und Okkultismusvorliebe Himmlers und anderer Nazis, Kreisauer Kreis), mische sie mit futuristischen Laborexperimenten und Untoten, gebe noch einige bekannte Namen (Blavatsky) hinzu und heraus kommt eine -im Original- für ein PC-Spiel durchaus brauchbare, wenn auch sicher nicht gerade brillante Story.

Wie der Name schon nahelegt, handelt es sich beim vorliegenden Spiel um ein Sequel. Der Vorgänger dürfte den meisten Spieler bekannt sein, da er zum einen der Urgroßvater aller First-Person-Shooter war und andererseits hierzulande nicht nur indiziert, sondern sogar verboten ist. Begründet wird dies hauptsächlich mit den im Spiel reichlich vorhandenen nazistischen Symbolen, und aus demselben Grund teilt auch die amerikanische Version des Nachfolgers dieses Schicksal. Die deutsche Ausgabe wurde darum dahingehend verändert, dass diese Symbole ausgetauscht und auch die Namen einiger Protagonisten (Himmler heisst Höller, der "Führer" wird als Leitwolf bezeichnet) verändert wurden. Über den Sinn dieser Zensur zu diskutieren, die für eine Veröffentlichung in Deutschland natürlich notwendig war, wäre hier der falsche Ort, allerdings stört es eben wie immer die innere Logik der Handlung.

Für Verwunderung sorgt allein schon, dass im Multiplayer-Teil des Spieles dann plötzlich doch Alliierte gegen Achsenmächte und nicht OSA gegen Wölfe kämpfen. Wie dem auch sei, aus den ganzen genannten Gründen war RtCW ein in Spielerkreisen schon aus Nostalgiegründen lange erwartetes Game, welches aber eigentlich schon mehr als ein einfaches Remake sein sollte. Die Grafik bietet natürlich durch die verwendete Q3-Engine ein weitaus besseres Bild und richtiges 3d-Feeling als der Vorgänger. Neben der Burg Wolfenstein selbst findet man sich in einer Reihe sehr unterschiedlicher Level wieder, neben einer von Untoten bevölkerten Krypta gibt es eine Luftwaffenbasis, eine zerbombte Stadt, eine Festungsanlage in Norwegen und anderes mehr. Alles ist recht detailliert und abwechslungsreich designed worden, wobei mir einige Dinge schon etwas arm vorkamen, beispielsweise das fehlende Gras in der Forestmission (es sei denn, die Wölfe sind insgeheim Fans von sehr kurzem englischen Rasen). Die Grafik ist gut, aber nicht unbedingt spektakulär. Ähnliches lässt sich für den Sound sagen, auch hier gibt es keine Überraschungen. Die übliche, durchaus zu den Szenarien passende Musik läuft im Hintergrund vor sich hin, der Sound der Waffen ist adäquat umgesetzt. Die deutsche Synchronisation präsentiert wieder die üblichen Verdächtigen, denn einige der Stimmen kennt man auch schon von anderen Shootern. Zumindest werden aber diesmal die Unterhaltungen auch tatsächlich von verschiedenen Personen gesprochen, was die Sache doch etwas realistischer macht. :)Insgesamt ist die Übersetzung der Gespräche und der recht zahlreichen Zwischensequenzen ganz gut gelungen, wenn auch, wie meistens, etwas teilnahmslos und gelangweilt gesprochen wird.

Waffenmäßig wird das übliche Arsenal aufgeboten, neben den zu der Zeit tatsächlich vorhandenen Pistolen, Gewehren und Granaten gibt es u. a. noch ein sehr schnelles Maschinengewehr namens "Giftspritze" und ein Teslagewehr, die sich neben der Pak gerade bei Endbossen gut bewähren. Äusserst hilfreich sind auch die Gewehre mit Sniperfunktion, da man recht häufig in weiträumigeren Leveln agiert und sich die Gegner damit früh vom Leib halten kann. Die Trefferzonen sind allerdings sehr spielerfreundlich angelegt, gerade mit der Mauser fällt der Gegner auch um, wenn er gar nicht direkt im Fadenkreuz war. Da diese Waffe im Normalmodus gar kein Fadenkreuz hat, sollte man in diesem Fall auch kaum treffen, aber das gelingt trotzdem ganz gut, wenn man den Lauf ungefähr in die Richtung des Gegners hält. Ich habe trotzdem eine richtige Shotgun vermisst, man hätte dafür gern eins der 3 MG´s einsparen können.

Das Spiel ist unterteilt in 7 Episoden mit jeweils mehreren Missionen. Zwischen diesen Missionen werden immer wieder kurze, mit der Spielengine gerenderte Filmsequenzen abgespielt. Leider bestehen die zum größten Teil aus Lagebesprechungen der OSA, bei denen festgestellt wird, wie furchtbar und rätselhaft doch alles wäre, was Blazkowicz gerade herausgefunden hat und beschlossen wird, ihn wieder auf eine weitere Mission zu schicken um noch mehr herauszufinden. Irgendwie hätte man sich da doch einmal etwas Besseres einfallen lassen können oder wenigstens hin und wieder andere Räume benutzen. Die Aufgaben, die man als Spieler zu lösen hat, sind daher meistens Informationsbeschaffung, Sabotage, Ausschalten bestimmter Gegner oder Erreichen eines bestimmten Gebietes. Bis auf eine Mission, bei der man vor allem nicht entdeckt werden darf und garantiert verliert, wenn man rambomäßig in der Gegend herumballert, lassen sich die meisten Aufgaben verständlicherweise vor allem mit Einsatz der diversen Schiessprügel lösen. Dabei bekommt man es zum größten Teil mit normalen Soldaten zu tun, die wiederum in verschiedenen Klassen auftreten. Eine Ausnahme stellen die Mitglieder einer speziellen Frauentruppe dar, die mir mit ihren schwarzen, hautengen Lederklamotten eher durch entsprechende Fortpflanzungstriebanregungsfilme inspiriert scheinen als durch Geschichtsbücher. Aber sie sehen auf jeden Fall sehr schnuckelig aus und man lernt auch eine Lektion fürs Leben: Frauen sind ebenso optisch anregend wie in größeren Mengen tödlich. Ausserdem gibt es noch die ex-menschlichen Gegner, rekrutiert aus Heinrichs alter Armee und die Kreationen der Biolabors des "Schädels", X-Kreaturen und Supersoldaten.

Die AI würde ich als recht gut bewerten. Die Gegner sind ziemlich aufmerksam und sobald man sich bemerkbar macht, kommt zumeist Verstärkung daher. Es ist mir auch nie passiert, dass, wenn ich einen Soldaten weggesnipert habe, der Nebenmann einfach weiterlief. Auch die Wegfindungsroutinen sind sehr gut, die Monster überwinden verschiedene Stockwerke und auch Leitern um den Spieler zu finden. Andererseits ist das auch wieder dämlich, denn wenn man sich hinter eine Tür zurückzieht, braucht man nur dort mit der Waffe im Anschlag zu warten, denn der Gegner wird höchstwahrscheinlich durch die Tür stürmen. Andererseits versuchen sie durchaus auch, sich in Sicherheit zu bringen und wegzulaufen oder auch Granaten zu werfen. Sehr häufig stehen sie allerdings in recht vorhersehbaren Ecken, wenn also irgendwo etwas ideal für einen Hinterhalt aussieht, dann ist dort garantiert auch einer.

Steuern lässt sich RtCW wie jeder gängige Shooter, bei einigen Waffen gibt es eine zweite Feuerfunktion, allerdings nur bei den Snipergewehren. Das fand ich einerseits etwas wenig, andererseits sind es ja meist realistische Waffen und eine Pak aus dem Zweiten Weltkrieg mit zielsuchenden Raketen wäre etwas deplaziert. Positiv hervorheben möchte ich die Ladezeiten, am Anfang der Mission dauert es zwar etwas länger, aber die Quickloadfunktion benötigte nur 2 oder 3 Sekunden, selbst auf meinem nicht mehr taufrischen System. Bugs sind mir nur zweimal in die Quere gekommen, zwei- oder dreimal ist das Spiel während des Startens stehengeblieben und ich musste neu booten und während einer Mission waren plötzlich meine ganzen Gewehre weg und die Pistolen konnte ich nicht mehr nachladen. Nur mit 10 Schuss ein komplettes Level zu überstehen ist doch etwas viel verlangt, nach einem Neustart des Levels ging es dann aber wieder. Ansonsten lief RtCW auch mit hohen Details sehr flüssig, der Hardwarehunger hälts sich also noch in Grenzen.

Unser Kanzler und die Spitzen der Wirtschaft können dank RtCW langsam wieder aufatmen. Die ökonomische Talsohle scheint endlich durchschritten, denn anhand des Multiplayer-Parts des Spieles lässt sich belegen, dass sich deutsche Qualitätsstandards langsam wieder auf dem Weltmarkt durchzusetzen beginnen. Die BPjS wird zum globalen Exportschlager und beabsichtigt sicher, demnächst an die Börse zu gehen. Sichert auch daher auf jeden Fall als Rentenvorsorge die Aktie Grün! Um nämlich unter anderem auch den Besitzern des zensierten RtCW das globale Mitspielen zu ermöglichen, sind in allen Multiplayer-Versionen die Hakenkreuze und ähnliche Symbole entfernt worden. Und da sage noch mal einer, niemand würde auf unsere Interessen Rücksicht nehmen. Auf jeden Fall ist der Multiplayer-Teil recht anspruchsvoll, denn er erfordert in erster Linie Teamplay, Deathmatch gibt es überhaupt nicht. Stattdessen existieren 3 verschiedene Modi, bzw. eigentlich nur 2. Der erste entspricht ungefähr dem auch aus UT bekannten Domination, bei dem bestimmte, mit Flaggen gekennzeichnete Stellen der Map von einem Team besetzt werden müssen. Besitzt ein Team während des Spieles alle Flaggen, ist die Runde beendet, ansonsten wird am Schluss gezählt, wer mehr Flaggen hat. Der zweite Modus ist zielorientiert, jedes Team muss innerhalb der Runde bestimmte Vorgaben erfüllen, also etwas sprengen oder geheime Nachrichten übermitteln und der Gegner versucht dann entsprechend, das zu verhindern. Davon existiert noch eine spezielle Abwandlung, bei der die Zeit, in der ein Team seine Ziele erreicht hat, gespeichert wird, danach die Seiten vertauscht werden und das andere Team versuchen muss, diese Zeit zu unterbieten. Erschwert oder auch verfeinert wird das Onlinespiel dadurch, dass es 4 verschiedene Klassen von Soldaten gibt, aus denen man am Beginn der Runde wählen kann. Neben dem normalen Soldaten gibt es noch den Ingenieur, den Sanitäter und den Leutnant, die alle unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, die gerade deswegen wichtig werden, weil es in den Maps keine Munition oder Healthpacks gibt und jeder zunächst mit seiner Startausrüstung auskommen muss. Dafür kann der Leutnant dann Munition verteilen, der Sanitäter ist in der Lage, seine angeschossenen Mitspieler zu heilen, der Ingenieur ist der Sprengstoffexperte und der Soldat in der Lage, alle Waffen (inkl. Pak und Sniper) zu verwenden. Daraus ergibt sich, dass man nur dann wirklich eine Chance hat, wenn wirklich zusammengespielt und -gearbeitet wird. Es hat sicher nicht die Komplexität von Tribes, ist aber meines Erachtens prädestiniert für ausgefeiltes Teamplay, das letztlich nur von Clans geleistet werden kann. Skills allein genügen nicht mehr, wenn man beispielsweise vor einer zu sprengenden Mauer steht und kein Ingenieur dabei ist, der vielleicht irgendwo in der Nähe herumliegt, aber ein Sanitäter fehlt, der ihn heilen könnte. Bisher gibt es aber noch recht wenige Maps und diese sind zum einen ziemlich groß und ausserdem fast ausschliesslich aus dem Singleplay importiert. Aber ich denke, dass dem recht schnell abgeholfen werden wird. Von der Geschwindigkeit her erinnert es natürlich schon mehr an Q3 als an CS, es liegt dann wieder an den persönlichen Vorlieben, ob man das mag oder nicht. Auf jeden Fall finde ich das Grundkonzept ganz gut und auch auf längere Sicht motivierend, wenn neue Maps und Verbesserungen nachfolgen.

Eine Bewertung des Spiels fällt mir gar nicht so leicht. Stellt man die Möglichkeiten in Rechnung, die bei der Herstellung dieses Spiels genutzt werden konnten und die Erwartungen, die damit verbunden waren, kann ich eine leichte Enttäuschung nicht verhehlen. Das Spiel ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich herausragend. Vergleicht man es zum Beispiel unter Berücksichtigung des jeweiligen finanziellen Aufwandes mit dem zumindest in der ersten Hälfte thematisch und zeitlich sehr ähnlich gelagerten Mortyr, ist RtCW in manchen Bereichen gar nicht so sehr viel besser, beispielsweise beim Design der Level, wenn es um Kirchen oder Burgen geht oder auch bei den Waffen. Ausserdem hätte ich mir bei der Story doch das eine oder andere Augenzwinkern gewünscht, einige der Charaktere laden geradezu dazu ein, weil sie absolut klischeehaft gezeichnet werden, aber irgendwie wird das nicht ausgenutzt. Auch das Ende des Spieles ist vollkommen vorhersehbar und die Schlussequenz enttäuschend, da wäre sicher mehr drin gewesen. Dem gegenüber stehen die gute grafische Umsetzung und die AI, aber alles in allem ist RtCW in meinen Augen ein doch eher durchschnittliches Spiel, das eine guten Teil seines Reizes aus seinem Thema und den daraus entstehenden Diskussionen bezieht. Im direkten Vergleich mit neueren Shootern wie AVP2 und NOLF zieht RtCW meines Erachtens deutlich den Kürzeren. Wer aber einen klassischen Shooter im Stil von Q2 und Konsorten erwartet, wird sicher nicht enttäuscht werden und wegen des ausbaufähigen Multiplayerteils gebe ich dem Spiel allerdings sehrsehr knappe 2.


Geschrieben am 15.11.2001, Testkonfiguration: Duron850, GeForce2 MX, 256MB Ram
 



158 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4.4 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei mountainking, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de