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Rise&Fall: Civ. at War  

Rückseite ]

Info
Autor 3
 1.5
 1.5
 2
Gesamt (6 votes) 2+
 1.8
 1.8
 2.3
Name:Rise&Fall: Civilizations at War
Genre: Action Strategie
Produkt: Vollversion
Release: 2006/06
Publisher: Midway
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1.5Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: 1.14
USK: 12
Rise&Fall: Civilizations at War (review von nali_warcow)

Kaum kommt ein neues Feature in ein Spiel und wird gut angenommen, ziehen alle anderen Entwickler nach. Helden sind in Echtzeitstrategiespielen schon gar nicht mehr wegzudenken und Rollenspielaspekte gehören auch fast immer zum "guten Ton". Wirkliche neue Ideen und Ansätze kommen nur sehr zögerlich. Hier und da neue Features, ansonsten wird die Energie lieber in die Grafikengine gesteckt. Mit Empire Earth zeigten die Stainless Steel Studios, dass sie ihr Handwerk im Echtzeitstrategiebereich verstehen und sehr ansprechende, monumentale Schlachten auf den Schirm zaubern konnten. Doch Ende 2005, noch vor der Fertigstellung von "Rise & Fall: Civilizations at War", wurde das Studio geschlossen. Doch das, laut Entwickleraussage, nahezu fertige Spiel wurde nicht in die Ablage P verschoben, sondern von Midway aufpoliert, um den Weg in die Händlerregale zu finden.

Als Schauplatz dient wieder die Antike, doch zum Basisbau und den Echtzeitschlachten erlebt der Spieler das Geschehen auch direkt aus Sicht des Helden und steuert diesen wie in einem Actionspiel durch die virtuelle, antike Welt. Ob sich der Kauf lohnt, soll das Review klären.

Die Erstauflage kommt als Collectors Edition in einer großen Pappbox, in der sich zum einen die recht dicke DVD Hülle, die Spiel DVD und ein Handbuch beinhaltet, befindet. Dazu gibt es das offizielle Strategiebuch mit Tipps, Tricks und Infos zur Kampagne und ein Rise & Fall T-Shirt. Schon zum Release steht außerdem ein erster Patch im Internet zum Download bereit, der auch direkt aus dem Spiel heraus ohne umständliche Serversuche heruntergeladen werden kann.

Griechen und Ägypter brauchen Hilfe…

…gegen die Perser und Römer, die die vier Zivilisationen von Rise & Fall darstellen. Während im freien Spiel bzw. im Mehrspielermodus die jeweilige Spielpartei ausgewählt werden kann, stehen für den Storymodus zwei Kampagnen zur Auswahl. Als Alexander begibt sich der Spieler auf einen Rachefeldzug gegen die Perser. Diese haben nicht nur die makedonische Hauptstadt Pella zerstört und angezündet, sondern auch den König ermordet. Bis in die Steppen Kleinasiens und ans Mittelmehr führt Alexanders Rachefeldzug den Spieler. Aber auch Kleopatra hat es nicht leicht. Die Römer unter Führung von Oktavian sind in Ägypten eingefallen und bewegen sich auf Alexandria zu. Zusammen mit dem Römer Mark Anton und ihrem Bruder Ptolemäus setzt sich Kleopatra zur Wehr. Doch bis der Feind aus dem Land verjagt und der Frieden wiederhergestellt ist, vergeht einige Zeit. Problematisch wird das Vorhaben, wenn es Verräter in den eigenen Reihen gibt. Insgesamt kann die Hintergrundgeschichte der beiden Kampagne durchaus gefallen, allerdings will der Begeisterungsfunke nicht so ganz überspringen. Dies liegt nicht nur an den doch teilweise etwas gestrafften Dialogen, sondern auch an der Präsentation. Es gibt zwar vor und nach jeder Mission eine entsprechende Zwischensequenz zu sehen, allerdings nur in Form von Videos in Spielgrafik. Außerdem reden die "Helden" in der Mission kein Wort und mischen sich unter die andern Einheiten ohne aufzufallen. Durch den Wechsel von Spielgrafik zu Video entsteht auch immer ein kleiner Bruch. Hier kann Age of Mythology mit einer reinen Ingamepräsentation mehr überzeugen.

Von hinten durch die Brust ins Auge

Nicht immer ist der direkte Weg der beste. Warum also sollte der Spieler seine Truppen am gut gesicherten Haupttor aufreiben lassen, wenn es vielleicht auch einen anderen Weg in die Festung gibt? Ein Angriff von der Seeseite wäre durchaus eine gute Alternative. Doch bevor es in die Schlacht geht, sollte für ausreichend Nachschub gesorgt werden. Das Stadtzentrum steht schon und die ersten Bürger sind fleißig dabei die Rohstoffe auf der Karte abzubauen. Eine kleine Mauer und Türme sichern das Lager gegen unerwünschte Besucher. Mit einigen Truppen zieht Alexander nun in Richtung Dock und geht an Bord der Trireme. An der Küste geht es entlang, vorbei an großen Felsklippen, bis schließlich ein kleiner, nur schwach gesicherter Strandabschnitt zu sehen ist. In diesem Moment taucht jedoch auch ein gegnerisches Schiff auf und die sichere Landung muss verschoben werden. Glücklicherweise sind einige Bogenschützen an Bord des eigenen Schiffes, so dass der Gegner schon aus der Entfernung unter Feuer genommen werden kann. Wenig später ist der Feind in Reichweite und die Enterhaken werden geworfen. Kaum krachen die Rümpfe der beiden Schiffe aneinander, da strömen auch schon die Soldaten auf das andere Schiff. Der Kampf ist kurz aber blutig und kurze Zeit später befindet sich ein weiteres Schiff in der Flotte. Jetzt kann das Landeunternehmen endlich beginnen. Die Truppen versammeln sich am Strand und der Held nimmt eine Stärkung in Form einer Weinamphore zu sich. Geschlossen stürmen die Soldaten das feindliche Lager und erklimmen die Mauern von der Rückseite. Dagegen haben die oben stationierten Bogenschützen kaum eine Chance. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, da die restlichen Soldaten des Gegners vorrücken. Während die eigenen Bogenschützen nun auf der Mauer stationiert sind, begeben sich die Nahkämpfer wieder die Leiter hinab und auf in den Kampf. Währenddessen lichtet ein Pfeilhagel von der Mauer die Reihen der Angreifer. Allerdings sind diese zahlreich und es wird Zeit für den Helden, in Aktion zu treten. Ein kurzer Tastendruck und aus der Vogelperspektive wird eine Schulterkamera hinter dem Helden. Die Actionschlacht kann beginnen. Ausgerüstet mit Schild, Schwert und Bogen geht es direkt in die feindlichen Kämpfe. Ein Schlag nach links, einer nach rechts und danach eine volle Umdrehung und schon sind wieder 30 feindliche Soldaten beseitigt. Bald ist der Posten eingenommen…

Bauen, Taktieren und Kämpfen

Rise & Fall geht ein wenig darüber hinaus mit dem, was andere Echtzeitstrategiespiele bieten. Neben dem Aufbau und Kampfpart, wie ihn der Spieler aus Games wie Empire Earth oder Age of Empires kennt, werden in Rise & Fall sowohl Seeschlachten als auch Actionkämpfe aus der 3rd Person Ansicht geboten. Auf die einzelnen Aspekte soll nun im Einzelnen etwas genauer eingegangen werden:

Basisbaus & Wirtschaft: Im Vergleich mit andern RTS-Games ist der Aufbaupart von Rise & Fall relativ bescheiden ausgefallen. Steht erst einmal das Haupthaus in Form der Siedlung, so können sich die Arbeiter um die Beschaffung der beiden Rohstoffe kümmern. Gold wird aus dem nächsten "Goldhaufen" und Holz aus dem nahen Wald abgebaut. Mit einer Kornkammer bzw. einem Schrein, je nach Volk, wird die maximale Bevölkerung gesteigert. Es reicht dabei jedoch, ein einziges Gebäude (Kornkammer oder Schrein) zu errichten. Durch mehrere Updates kann der Spieler das Maximum des Bevölkerungslimits erreichen. Auf der untersten Stufe ermöglicht das entsprechende Gebäude 50% der maximalen Bevölkerung, auf Stufe 2 sind es 75% und danach 100% des Bevölkerungsmaximums. Der Spieler braucht sich also nicht um den Bau zahlreicher Hütten und Häuser zu kümmern, wenn einige weitere Truppen ausgehoben werden sollen. Für das Militär und die Verteidigung der Siedlung gibt es außerdem entsprechende Gebäude wie Kaserne, Bogenschießanlage, Stall, Türme und Mauern. Die Mauern können mit Tor, Leitern versehen werden und dienen den eigenen Truppen dazu, auf dicke und starke Mauern zu gelangen. Außerdem sind auf der Mauer Abwehranlagen in Form von Katapulten möglich. Ansonsten gibt es lediglich Updates und Verbesserungen für Gebäude, Einheiten und Technologien. Dafür wird jedoch Ruhm benötigt, den der Spieler entweder durch Kämpfe mit dem Helden, die Erforschung der Karte oder dem Bau von Monumenten und Statuen erhält. Damit lassen sich Einheiten schlagkräftiger machen und "Berater" einstellen. Bei den Beratern handelt es sich weniger, wie man vermuten würde, um automatisierte Aufgaben, die der Computer für den Spieler übernimmt, sondern um schlichte Updates. Durch einmalige Investitionen in einen Berater lässt sich somit beispielsweise die Sammelleistung der Arbeiter bei der Holzgewinnung steigern oder die Truppen heilen sich mit der Zeit selbst.

Kämpfe & Seeschlachten: Truppen werden ganz normal in den entsprechenden Gebäuden wie z. B.einer Kaserne ausgebildet und kommen in den schwächeren Varianten in Form kleiner Trupps aus dem Gebäude. Die größeren Belagerungsgeräte wie Rammen oder Belagerungstürme werden nicht in Gebäuden hergestellt, sondern von den ganz normalen Arbeitern, die sich sonst auch um den Bau von Gebäuden kümmern, direkt auf dem Schlachtfeld. Außerdem können "kleinere Einheiten" wie Schwertkämpfer oder Bogenschützen auf den Kriegsschiffen ausgebildet werden. Somit eignen sich diese auch als mobile Produktionsstätte, wenn das Schiff entweder auf See ist oder am Strand angelegt hat und als Nachschubbasis direkt an der Front dient. Je nach Schiff (Galeere, Bireme oder Trireme) gibt es ein entsprechendes Bevölkerungslimit für die Ausbildung neuer Truppen auf dem Schiff. Mit Rise & Fall ist es nun erstmals in einem Strategiespiel möglich, komplexere Seeschlachten zu führen. Neben Truppen können die größeren Schiffe auch große Katapulte an Deck haben und damit andere Schiffe oder in Reichweite befindlichen feindlichen Siedlungen erheblichen Schaden zuführen. Aber auch die normalen Soldaten und Bogenschützen sind eine wichtige Ausstattung der Schiffe. Während die Fernkämpfer gegnerische Einheiten auf anderen Schiffen schon auf größere Entfernung aufs Korn nehmen, sind die Nahkämpfer wichtig für ein mögliches Entermanöver. Sind alle Feinde auf dem gegnerischen Schiff besiegt und eigene Truppen auf dem feindlichen Schiff, wechselt dies den Besitzer. Wer auf das gegnerische Schiff verzichten kann, der kann dies auch mit Hilfe von Bogenschützen oder dem Onager versenken. Fernkämpfer kümmern sich darum, dass die feindliche Besatzung, die den Untergang überlebt hat, sich nicht an Land retten kann. Die spektakulärste Möglichkeit auf See sind Rammmanöver. Dazu wird ein Trommler und ein günstiger 90°-Angriffswinkel benötigt und das feindliche Schiff befindet sich wenig später in Richtung Meeresgrund.

Metzeln mit dem Helden: Rise & Fall bietet nicht nur Echtzeitstrategieelemente, sondern mit dem sogenannten "Heldenmodus" auch einen Actionmodus. Durch das Aufsammeln von Weinkrügen, die auf der Karte verteilt sind, sammelt ein Held Ausdauer an. Verfügt der Held über Ausdauer, kann der Spieler jederzeit von der Iso-Ansicht zur 3rd Person Ansicht des Helden wechseln. Jetzt heißt es selber die Klinge schwingen und mit dem Bogen zielen. Entweder allein oder mit den Truppen geht es - wie in einem Actionspiel - über die Karte. Zusätzlich zur Steuerung des Helden stehen einige simple Kommandos wie "mir folgen" oder "hier warten" für die Truppen in Rufweite zur Verfügung. Jeglicher Schaden, den der Held erleidet, geht im Heldenmodus nicht auf die Gesundheit sondern auf die Ausdauer. Spätestens wenn der Held keine Ausdauer mehr hat und auch zusätzlich aufgesammelte Weinkrüge leergetrunken sind, wechselt die Ansicht wieder zurück zur klassischen Strategieoberfläche. Eine kleine Änderung gibt es allerdings im Mehrspielermodus. Hier gibt es keine Weinkrüge, sondern der Held sammelt ab Stufe zwei ganz automatisch Ausdauer. Es gilt sparsam mit der direkten Kontrolle des Helden umzugehen, da der Spieler zum einen in der Zeit nur einen sehr eingeschränkten Überblick über die Schlacht hat und außerdem den anderen Truppen kaum Befehle erteilen kann. Auch die eigene Wirtschaft und andere Kämpfe laufen im Hintergrund weiter. Wer also an einer Front kämpft, bekommt mitunter nicht mit, wie der Feind an einer anderen Stelle durchgebrochen ist und nun dort die Basis verwüstet. Dennoch lohnt sich der Heldenmodus sehr, weil die Charaktere extrem gute Kämpfer sind und ganze Legionen ohne Probleme allein beseitigen können. Durch die Kämpfe sammelt der Spieler außerdem Ruhm, wodurch der Held im Level aufsteigt und außerdem weitere Einheiten, Gebäude und Technologien frei geschaltet werden.

Spielmöglichkeiten

Für Solospieler bietet Rise & Fall neben dem freien Spiel zwei Kampagnen, die jeweils aus zehn unterschiedlichen Missionen bestehen. Für Einsteiger bis Profis stehen für jede Mission drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl. Bei den Missionen wird eine recht breite Palette an abwechslungsreichen Aufträgen geboten. Mal ist der Spieler nur mit einer begrenzten Anzahl an Einheiten unterwegs und kann ggf. erst später auf eine kleine Basis zurückgreifen oder es gilt eine gut gesicherte, feindliche Basis zu knacken, wozu entsprechend ausgebildete Truppen und schweres Belagerungsgerät benötigt wird. In all diesen Missionen kann der Spieler optional, vorausgesetzt er hat mindestens einen Weinkrug gefunden, seinen Helden einsetzen und somit die eigenen Truppen schonen, ordentlich Ruhm sammeln und die Feinde schnell besiegen. Wer lieber in bekannter RTS-Manier spielen will, kann dies trotzdem. Manche Missionen sind dann zwar etwas schwerer und es werden mehr Truppen benötigt, doch aufgrund der eher defensiven KI ist jede Festung mit der Zeit geknackt. Wie der Spieler die einzelnen Missionen zu absolvieren hat, ist von den Entwicklern recht streng vorgeben. Außer einer Wahl, ob nun die Basis von der linken oder rechten Seite angegriffen wird, hat der Spieler meist kaum eine Wahl und kämpft sich vom Start über mehrere kleine, schwächere Außenposten und Nebenziele bis zum jeweiligen Ziel vor. Scriptsequenzen sorgen für kleine Änderungen bei der Planung, wenn der Feind beispielsweise eine Brücke einstürzen lässt. Teilweise wird das Spiel jedoch durch Vorgaben der Entwickler sehr stark eingeschränkt. Als Kleopatra sollte der Spieler seine Helden auf ein feindliches Schiff bringen -in einem gut gesicherten Hafen. Aber statt sich durch das ganze hintere Gebiet zu kämpfen, wurde versucht, die Abwehranlagen auf der Mauer zu zerstören. Dies ging aber nicht, da sich die Verteidigungsanlagen nicht zerstören ließen. Nach wenigen Sekunden stiegen die Trefferpunkte wieder auf den Maximalwert. In einigen Missionen, in denen der Spieler sich zu verteidigen hat, ist ein "gewusst wie" schon die halbe Miete. Welche Wälle überhaupt besetzt werden müssen und welche Gegnertypen kommen, erleichtert die Verteidigung enorm. In Rise & Fall sind Mauern wirklich Mauern und ohne schweres Belagerungsgerät kein Feind durch. Entsprechend einfach und problemlos lassen sich feindliche Fußtruppen beseitigen, wenn ausreichend Verteidiger auf der Mauer positioniert sind. In einigen Missionen ist jedoch zwingend der Held gefragt. Teilweise nutz man ihn nur für eine kurze Zeit, andere Missionen spielen komplett in der 3rd-Person Sicht. Da der Held schwimmen kann, überquert der Spieler mit ihm einen kleinen Fluss, schleicht oder kämpft sich an einer kleinen Basis vorbei und stiehlt eine Galeere, damit die restlichen Truppen über das Wasser gebracht werden können. Als reine Actionmissionen wird u.a. ein Kampf in einer römischen Arena gegen mehrere Gegnerwellen, eine Verfolgungsjagd mit einem Streitwagen oder die Verteidigung eines Tempels bei Nacht geboten. Ebenfalls sehr schön und actionreich in Szene gesetzt sind automatisch ablaufende Seekämpfe, in denen der Spieler mit seinem Helden an Bord des Schiffes befindet und sich um die Verteidigung kümmern muss. Hier gilt es bereits aus der Entfernung die Bogenschützen des Gegners zu besiegen, beim Entervorgang im Nahkampf zu bestehen und schnellstens mit dem Bogen größere Katapulte an Land auszuschalten, bevor das eigene Schiff versenkt wird. Nicht ganz so gelungen sind einige Scripts in diesen Actionmissionen. Damit eine Galeere eine andere rammen kann, wird ein "Trommler" benötigt. Allerdings war dieser auf dem feindlichen Schiff frühzeitig per Bogen ausgeschaltet worden und dennoch wurde das eigene Schiff gerammt und versenkt. In der Arena spawnten immer wieder Gegner auf den Türmen und deckten den Spieler mit einem ärgerlichen Pfeilhagel ein, zu allem Übel war auch jeder Pfeil noch ein Treffer. Insgesamt stellt sich die Frage, ob RTS-Spieler solche Actioneinlagen überhaupt wollen.

Wer keine Lust mehr auf die Kampagne hat, kann sich entweder allein gegen bis zu sieben CPU Gegner auf einer ganzen Reihe sehr unterschiedlicher, vorgefertigter Karten austoben oder aber ein Mehrspielergame wagen. Entweder im LAN oder Online über Gamespy können die Spieler - mit den gleichen Optionen und Möglichkeiten wie im freien Spiel - gegeneinander antreten. Die Optionen sind allerdings etwas dürftig ausgefallen. Zumindest optional wäre es wünschenswert gewesen, den Heldenmodus zu deaktivieren und etwas mehr Spieleinstellungen verändern zu können, inklusive unterschiedlicher Spieltypen. Im Gegensatz zur Kampagne bekommt der Spieler im freien Spiel und im Mehrspielermodus eine viel schöner präsentierte Mischung aus Aufbaustrategie und Action serviert. Hier wird nicht gegen eine passive CPU gekämpft, sondern gegen Gegner, die auch eine Basis haben bzw. diese aufbauen. Außerdem könnte es schon sehr bald zu Nachschub in Form neuer Mission kommen, da dem Spiel sowohl ein Karten- als auch ein Kampagneneditor beiliegt. Wer schon einmal eine Karte für Age of Empires oder Empire Earth erstellt hat, der sollte sich recht schnell eingearbeitet haben. Allerdings ist die Übersetzung des Editors nicht gut gelungen. Viele deutsche Texte passen nicht ganz auf die Schaltflächen oder überdecken sich. Da ist dann immer etwas raten angesagt.

Präsentation

Wer schon mal ein Echtzeitstrategiespiel gezockt hat, sollte keinerlei Probleme mit dem Strategiepart dieses Spiels bekommen. Mit Maus & Tastatur werden Einheiten und Objekte markiert und entsprechende Befehle gegeben. Shortcuts erleichtern die Arbeit erheblich und sparen überflüssige Mauswege. Infos gibt es zu allen Einheiten, Gebäuden und Updates in Form kleiner Info-Popups. Außerdem stehen für Einsteiger mehrere Tutorials bereit, die nach und nach in alle Aspekte des Spiels einführen. Wer außerdem mit der Standardsteuerung nicht einverstanden ist, kann sich alle Tasten - für alle drei spielbaren Parteien - jeweils individuell belegen. Lediglich das Drehen der Ansicht wird etwas versteckt beschrieben. Nicht so schön von der Hand geht die Steuerung des Helden im Kampf. Wie in einem 3D Actionspiel steuert der Spieler seinen Helden durch die Welt und macht dabei Bekanntschaft mit einigen sehr unschönen Aspekten des Spiels. Die Hack & Slay Kampfeinlagen beinhalten insgesamt relativ wenig Taktik, sondern fordern vielmehr ordentlich Klickarbeit. Gerade wenn sich der Spieler durch Hunderte Einheiten schnetzelt, wäre eine Gamepadsteuerung schon eine feine Sache. Ärgerlich ist, dass der Charakter in der Actionansicht an allerlei Kleinigkeiten hängen bleibt und der Weg zwischen Gebäude und Fahnenmast mit einer unsichtbaren Mauer versperrt wird. Aber auch Abstützungen von Zelten in Form kleiner Seile stellen sich als Kollisionszonen heraus. Was im RTS-Modus für die von der KI gesteuerten Einheiten klappt, lässt sich eben nicht so einfach in den Actionmodus übertragen. Entsprechend sind kleinste Stufen unüberwindbare Hindernisse. Treppe und Rampen müssen z.B. zwingen bis zur letzten Stufe absolviert werden. Leitern sind ebenfalls alles andere als ausgereift. Klettert der Charakter eine Leiter nach unten, so passiert es in drei von vier Fällen, dass der Spieler die "Runter"-Taste etwas zu lange gedrückt hält und der Charakter so zurückgeht und gleich wieder nach oben klettert, wenn er unten angekommen ist. Diese ganzen Bedienungsprobleme sind besonders ärgerlich, weil u.a. feindliche Bogenschützen immer treffen. Problemlos schaffen es die Feinde auch über einen Berg oder eine Mauer hinweg den Spieler mit einem Pfeilhagel einzudecken. Im Kampf ist die Steuerung der restlichen Einheiten nur sehr eingeschränkt möglich. Mit einigen Befehlen wie Folgen und Position halten kann der Spieler in der Rolle des Helden auf dem Schlachtfeld lediglich einige rudimentäre Kommandos geben. Problem dabei ist jedoch, dass lediglich Einheiten in der unmittelbaren Nähe des Spielers befehligt werden können, dabei allerdings nicht ersichtlich ist, welche dies sind. Da ruft der Held "Folgt mir" und merkt dann auf halben Weg zum Ziel, dass nur ein Bruchteil der Truppen dem Befehl überhaupt Folge geleistet hat. Ärgerlicherweise bleibt der Held für entsprechende Befehle kurzzeitig stehen. Am Besten ist es, die mitgeführten Truppen als kleine Ablenkung zu nutzen und selber ordentlich in den feindlichen Linien wüten. In kürzester Zeit lassen sich wahre Massen an Gegnern ausschalten und auch Bedrohungen in Form von Katapulten oder Bogenschützen hinter den feindlichen Nahkämpfern sind eine vorzügliches Angriffsziel für den Helden. Das liegt leider auch daran, da eigene Truppen meist zu dämlich sind, sich selber darum zu kümmern und sich insgesamt im Kampf eher ungeschickt anstellen. Aber auch in den RTS Schlachten zeigen die Einheiten einige Defizite im Bereich der KI. Immer wieder ist der Spieler dabei gezwungen, manuell für die einzelnen Einheiten Befehle zu geben und ein wenig Unachtsamkeit reicht aus, einen Herr zu verlieren, das eigentlich den Feind schlagen sollte, aber es "allein" nicht schafft. Auch die Wegfindung ist alles andere als gelungen. In der Einzelspielerkampagne ist dies nicht ganz so problematisch, weil sich dort die Feind-KI extrem passiv verhält und lediglich auf Angriffe des Spielers reagiert. Im Mehrspielermodus, mit deutlich mehr Einheiten und vielleicht einem menschlichen Gegner, machen sich "dumme" Einheiten dagegen doppelt unangenehm bemerkbar. Selbst eigentlich simple Seeschlachten erfordern viel Aufmerksamkeit und Klickerei. Bis ein anderes Schiffe gerammt oder geentert wurde, lassen sich die Einheiten mitunter schon eine Weile bitte, "rutschen" auf dem Wasser herum und nehmen den Seeschlachten einiges an Spaß. Im Einzelspielermodus erweisen sich Landungen mit Truppen am Strand als mindestens ebenso frustrierend, weil einfach kein Landeplatz gefunden wird und das Schiff vor dem Strand "rumrutscht".

Grafisch präsentiert sich Rise & Fall sehr durchwachsen. Aus der isometrischen Ansicht heraus sieht das Spiel passabel aus und kann in größeren Kampfszenen durchaus ein ansehnliches Spektakel auf den Schirm zaubern. Insbesondere in den Videozwischensequenzen aber wirken die einzelnen Figuren meist sehr unpassend animiert und die pixeligen Videos können nicht überzeugen, sondern verdecken lediglich das Hauptproblem des Spiels: Performanceprobleme. Kaschiert wird dies durch einen gräulichen Nebel, ohne allerdings wirklich etwas zu bringen. Auch mit relativ wenigen Einheiten im Einzelsspielermodus kommt es immer wieder zu sehr unschönen FPS-Einbrüchen, die sich insbesondere im Actionmodus zeigen. Allerdings ist gerade hier eine ordentliche Framerate wichtig, da sich der Spieler entsprechend selber durch die Feindeshorden kämpfen muss. Auch verliert das Spiel einiges an Atmosphäre, wenn der Held auf eine graue Nebelwand zuläuft aus der Einheiten und Gebäude auftauchen. Die Details im Actionmodus sind für eine Spielfläche der Größe durchaus in Ordnung und es wurden auch recht gut aufgelöste Texturen verwendet, allerdings kommt hier zu den Performanceproblemen auch noch eine ganze Reihe unsichtbarer Kollisionszonen bzw. einem fest vorgegebenen Weg, den der Spieler nicht verlassen kann. Stimmiger ist da schon die Soundkulisse geraten, wenngleich die deutschen Sprecher durchaus Verbesserungspotential haben. Der orchestrale Sound lässt eine schöne Atmosphäre aufkommen und sorgt für eine stimmige Präsentation der Schlachten.

Meinung

Mit Rise & Fall: Civilizations at War haben die Stainless Steel Studios versucht Action und Echtzeitstrategie unter einen Hut zu bekommen. Die Schließung des Studios 2005 und die Fertigstellung durch Midway haben jedoch Spuren hinterlassen. Sowohl der RTS Part als auch die Actioneinlagen sind gut konzipiert, aber nicht bis zum Ende durchdacht und umgesetzt worden. An vielen Stellen gibt es reichlich Raum für Nachbesserungen. Dabei hapert es auch an sehr grundlegenden Elementen wie Steuerung und KI. Interessante neue Features wie Entern von feindlichen Schiffen oder der Heldenmodus verlieren durch Schwächen in der Handhabung einiges an Reiz. Gerade wenn ein Spiel einen 3rd-Person-Actionmodus anbietet, muss die Performance stimmen. Die Kampagnen sind zwar abwechslungsreich, aber sowohl zu kurz als auch recht lieblos präsentiert. Die Helden wachsen dem Spieler kaum ans Herz, so wie beispielsweise im deutlich älteren Age of Mythology. Mit einigen Patches wird der Mehrspielermodus sicherlich das Argument fürs Rise & Fall sein. Ansonsten gilt es gut abzuwägen bzw. sich an Hand der Demo zu überzeugen, dass zum einen die Performance auf dem eigenen Rechner stimmt und zum anderen, ob einem Action in einem RTS Spiel zusagt. Mit Age of Empires oder Empire Earth gibt es da im Moment zwar ältere, aber ausgereiftere Spiele.


Geschrieben am 30.07.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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