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Info
Autor 4
 1
 0
 1
Gesamt (56 votes) 3+
 1.5
 0.9
 1.4
Name:Red Faction 2
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2003/06
Publisher: THQ
Entwickler: Volition
Links: Red Faction Planet
Hardware: 500Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 1100 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Serie: ja
Bemerkung: auch für Xbox, PS2, GameCube
USK: 16
Red Faction 2 (review von mountainking)

Die meisten Spieler werden sich beim Namen Red Faction (siehe Review) wahrscheinlich an die damals neuartige Engine erinnern, die es ermöglichte, die Levelumgebung mit den passenden Gerätschaften, im Falle eines Shooters natürlich in erster Linie Raketenwerfer und Sprengladungen, kreativ zu verändern. Damit sollte letztlich ein neuer Grad an Realismus erreicht werden, denn es erscheint doch wenig glaubwürdig, dass man auch mit den schwersten Waffen nicht mal eine simple Tür aufsprengen kann, wenn es vom Programmierer halt nicht so vorgesehen ist.

Allerdings klaffte doch eine beträchtliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, denn man konnte seiner Zerstörungswut letztlich doch nur begrenzt auf bestimmte Materialien und Gegenden freien Lauf lassen. Zudem machte es nur selten Sinn, denn wirklich Teil des Spieles wäre diese Besonderheit ja vor allem dann, wenn damit völlig neue Wege beim Durchqueren der Level möglich gewesen wären oder sie beim Ausschalten der Gegner eine Rolle gespielt hätte.

Umso enttäuschender, dass auch die Fortsetzung des Spieles die eigentlich logische Erwartung, dass diese offensichtlichen Mängel nun abgestellt worden wären, nicht wirklich erfüllen kann. Es scheint eher so, dass die Möglichkeiten weiter begrenzt wurden. Das hat den eher unwichtigen positiven Nebeneffekt, dass diese technischen Fähigkeiten etwas besser ins Spiel eingebunden wurden, da man jetzt vor allem die Ausgänge zu neuen Levelbereichen aufsprengen kann, andererseits braucht man dazu nun wirklich keine spezielle Engine, sondern könnte es genauso gut mit jeder x-beliebigen anderen mit Hilfe von gescripteten Events machen. Eigentlich wäre es ja wirklich eine Chance, eine völlig neue Komponente in das Genre einzubringen, wenn es möglich wäre, den Weg durch die Level und zu den einzelnen Gegnern wirklich selbständig zu gestalten, ohne dass verschlossene Türen, undurchdringliche Wände usw. ein Hindernis darstellen. Damit könnte man auch die meistens doch recht unsäglich simplen Stories dieser Spiele teilweise wettmachen, ein Bereich, bei dem auch Red Faction 2 keine Ausnahme darstellt.

Standen im ersten Teil noch die Abenteuer eines Minenarbeiters auf dem Mars im Mittelpunkt, der mehr oder weniger unfreiwillig Teil einer Revolte gegen seine Ausbeuter wurde und sich dem Widerstandskreis der Red Faction anschloss, spielt die Fortsetzung nunmehr auf der Erde. Diese steht unter der Herrschaft des Commonwealth unter der Führung des Diktators Sopot. Dessen Ähnlichkeit mit bestimmten kommunistischen Machthaber ist sicher kaum zufällig, auch das ganze Artwork mit roten Sternen sowie Hammer-und-Sichel-artigen Zeichen auf den entsprechenden Plakaten unterstreichen diese Parallelen.

Nun gut, man muss ja nicht immer schnauzbärtige Seitenscheitelträger als Obermonster haben.

Sopot hat sich unter Verwendung von Nanotechnologie eine Privatarmee von Supersoldaten geschaffen, die er aber aus weitgehend unerfindlichen Gründen nicht mehr mag und ausrotten möchte. Der Held des Spieles, Alias, ist einer dieser Spezialsoldaten und Teil einer kleinen Eliteeinheit, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Sopot auszuschalten und dabei auch mit der Widerstandsgruppe Red Faction zusammenarbeitet, die man früher noch bekämpfte. Die Verknüpfungen mit dem ersten Teil sind, wie man sieht, doch recht lose und spielen auch keine wirkliche Rolle. Während der ersten Level versucht Alias, teilweise unter Mithilfe seiner Kollegen, Sopot zu verfolgen und zu erledigen. Wenn dieses Ziel dann erreicht wurde, nimmt die Story eine völlig überraschende Wendung (*hüstel*), die ich natürlich nicht spoilern möchte.

Red Faction 2 ist ein reinrassiger Shooter, oder, um es etwas deutlicher zu sagen: über weite Strecken ziemlich langweiliges Ballern auf alles, was über den Bildschirm zuckt. Oh, man darf allerdings nicht vergessen, dass das eigene Karma Schaden nimmt, wenn man zu viele Zivilisten niedermäht und man unter Umständen das Level neu beginnen muss. Hin und wieder darf man sich auch als Bordschütze von Hubschraubern, Panzern u.ä. betätigen, während ein anderer das Gefährt durch die Gegend lenkt. Als Abwechslung zwischendurch ganz nett, aber wegen der durchweg unterdurchschnittlichen Grafik auch nicht wirklich berauschend. Die Texturen sind langweilig, die Level absolut steril und eintönig sowie meines Erachtens sogar ein Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger, der irgendwie eine gewisse Atmosphäre schaffen konnte, trotz vergleichbarer Zweitklassigkeit. Es wäre ja in Ordnung, wenn die Engine weniger auf Farbenpracht und Details Wert legen würde und stattdessen eben das angesprochene Feature des vollkommen offenen Leveldesigns richtig zum Einsätz käme, aber leider ist beides nicht richtig umgesetzt. Vielleicht hängt das ja auch damit zusammen, dass Red Faction 2 im Gegensatz zum Vorgänger ursprünglich nur für Konsole erschien und sich eben auch genauso spielt. Die zu bekämpfenden Monster und Gegner, von normalen Soldaten bis zu offenbar aus fehlgeschlagenen Experimenten mit Nanotechnologie entstandenen Zombies reichend, machen optisch einen etwas besseren Eindruck, den sie aber durch die schwache KI schnell wieder zerstören. Die Waffen entstammen dem bekannten Standardarsenal, die meisten besitzen eine alternative Feuerfunktion und unterscheiden sich im verwendeten Munitionskaliber.

Die Musik von Red Faction gehört zu der Sorte, die ich meistens, man möge mir verzeihen, nach dem ersten Level abstelle. Nervtötend sind jedoch vor allem die - deutschen - Sprachsamples, die die Unterhaltungen der Eliteeinheit untereinander charakterisieren und einserseits militärisch und gleichzeitig mit aller Gewalt komisch klingen wollen. Besitzer der Xbox Version sollten ihre Konsole auf englische Sprache umstellen, was den Vorteil hat, dass man die unzensierte Fassung spielen darf und zudem Schauspieler Lance Henriksen "Genossen" Molov intoniert.

Zu den wenigen Besonderheiten gehört die der nanotechnologischen Verbesserung der Soldaten zu dankende Fähigkeit, die eigene Gesundheit durch Ausruhen wiederherzustellen. Man findet jedoch zusätzlich weitere Medpacks, die denselben Zweck haben, viel Sinn macht dies demnach auch wieder nicht. Ansonsten gibt es keinerlei weiteren Einfluss dieser Technologie auf den Spieler, was mir eigentlich unerklärlich und ein weiterer Beleg für eine verpasste Chance ist.

Nach dem Beenden eines Levels bekommt man unter Umständen die Meldung, dass ein neuer Bonus freigeschaltet wurde. Wer sich dann freut und auf ein Jetpack oder ähnliches wartet, befindet sich auf dem Holzweg, denn es handelt sich hierbei um Waffeninformationen oder Grafiken u.ä. Wer das zum Glücklichsein braucht, bitteschön...

Die Steuerung ist recht schwammig, die Trefferzonen hingegen - obwohl es auch die Möglichkeit von Headshots - gibt, recht spielerfreundlich. Dies lässt sich für die Save/Load-Funktion nicht sagen, man muss sich beim Laden immer umständlich durch die verschiedenen Speicherpunkte scrollen, weil dummerweise das letzte gespeicherte Spiel ganz unten in der Liste steht.

Die Performance ist durchschnittlich, mich wunderte, wieso das Spiel an manchen Stellen ruckelte, obwohl grafisch nun wirklich nicht viel passierte. Positiv ist die Abwesenheit von Bugs zu vermerken.

Angeblich gibt es verschiedene Endsequenzen des Spieles, je nachdem, wie das Karma des Spielers ist. Obwohl das Spiel sehr kurz ist (ich dürfte so 8-10 Stunden gebraucht haben) bitte ich um Verständnis dafür, dass ich es nicht ein zweites Mal durchgespielt und mich bemüht habe, mehr Zivilisten oder weniger Bonusaufgaben zu erledigen, was man beides sowieso kaum bewusst beeinflussen kann, weil es meistens einfach nebenbei passiert.

Angesichts der Schwächen und der starken Konkurrenz war es wohl eine gute Entscheidung, Red Faction 2 einen weiteren Alibi-Multiplayerteil zu ersparen (Konsolenvarianten verfügen über Splitscreen Multiplay). Stattdessen bietet das Spiel Botmatches, die aus zumeist noch weniger berauschend aussehenden Leveln und verschiedenen Modi wie Deathmatch, Capture the Flag usw. bestehen. Die Bots sind recht schnell, nicht übermäßig intelligent und ich kann nicht gerade behaupten, dass mich dieses Botmatch lange beschäftigt oder unterhalten hat.

Es mag sein, dass Red Faction 2 als Konsolenshooter ganz gut funktioniert, wie es viele Reviews nahe legen. Ich erwartete mir allerdings doch einiges mehr, da ich den Vorgänger zwar nicht übermäßig beeindruckend, aber als Midprice-Titel letztlich ganz in Ordnung fand und mir in der Fortsetzung eine noch bessere Einbindung der Engine erhofft hätte. Die rückständige Grafik, die wenig inspirierende Hintergrundstory und die verschenkte Möglichkeit, gerade die Nanotechnologie besser ins Spiel einzubringen, lassen mich Red Faction 2 allerdings noch unter dem Vorgänger einordnen, auch wenn es im Preissegment von ca. 20 € zu haben ist.


Geschrieben am 20.09.2003, Testkonfiguration: AMD2000, GeForce3, 512MB Ram
 



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