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Red Faction  


Info
Autor 3+
 1.5
 0.5
 1
Gesamt (76 votes) 2+
 1.6
 1.3
 1.7
Name:Red Faction
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2001/09
Publisher: THQ
Entwickler: Volition
Hardware: 400Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 900 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Serie: ja
Patch: 1.20
Bemerkung: auch für PS2 erhältlich
USK: 18
Red Faction (review von yak)

Wir befinden uns in der nahen Zukunft auf dem Planeten Mars.

Die Ultor Corporation betreibt dort zur Versorgung der Erde Mineral- und Rohstoffabbau. Alles könnte so schön sein, wenn die Ultor Corporation ihre Abbaubetriebe Star-Trek-Like nach Förderationsdirektiven betreiben würde, wo gesicherte Alterversorgung, Teilzeitarbeit und Urlaub keine Fremdwörter wären. Zwar machte die Firma den Arbeitern die tollsten Versprechungen, aber ihre Motivation unterwarf sich in erster Linie der Gewinnmaximierung und Kosteneffizienz, womit ein gesundes Arbeitsklima oder Kindertagesstätten in der "To Do"-Liste zwangsweise selten auf der Tagesordnung zu finden sind. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Arbeiter zu den Marsminen am besten beraten sind, lediglich eine Hinfahrkarte zu lösen und das keinesfalls deswegen, weil es ihnen dort so gut gefällt...

Das Essen ist also schlecht, die Unterkünfte auch und das Ultor-Security-Personal schreckt auch vor Gewaltanwendung gegenüber den Arbeitern nicht zurück. Und damit es noch spannender wird, breitet sich zudem eine unbekannte Seuche in der Kolonie aus, die schon viele Opfer forderte. So breitete sich Angst unter den Minenarbeitern aus und eine geheime Organisation "Red Faction" organisierte sich, die gegen die übermächtige Ultor Corporation angehen will. Parker, ein Minenarbeiter, wurde Zeuge eines brutalen Mordes, der binnen Sekunden ein allgemeines Chaos ausbrechen liess- eine Rebellion- Mars macht mobil.

So beginnt der Ego-Shooter Red Faction von Volition, die uns schon mit Spielen der Descent und Freespace Serie beglückten und nun erstmals ihren Fuss in fremdes Shooter-Terrain setzen. Damit auch gleich zur technischen Seite des Spiels. Volition hat schon damals mit Freespace und der Fortsetzung Freespace 2 graphische Feuerwerke gezündet. Nun hat man auf Grundlage der Weltraumshooter-Engine die "Grundausstattung" um einige Features erweitert. So schimpft sich die benutze Engine nun Geo-Mod Technologie, die das Genre Shooter mit einer nötigen Frischzellenkur verjüngen soll. Die Geo Mod Engine ermöglicht nun, dass der Spieler grosse Teile des Spiellevels "umdekorrieren" kann. So ist es möglich, mit entsprechender Feuerkraft, sich durch das Felsgestein des Mars zu "bohren", frei nach dem Motto: Aktion = Reaktion.

Man kann an bestimmten Stellen im Game Sprengsätze platzieren oder auch mit Raketenwerfern die Felswand in einen Steinbruch verwandeln. Graphisch macht Red Faction einen soliden Eindruck, kein "Überflieger", aber völlig ausreichend. Die Texturen sind zum Teil leider etwas "verwaschen" und die Umgebungsgraphiken etwas detailarm, was sicher Eingeständnisse gegenüber der Polygonzahl zur Playstation2 Version sind, da Red Faction zugleich für diese Konsole entwickelt wurde. Ansonsten sind jedoch die Level stimmungsvoll gestaltet. Von unterirdischen Minenschächten, Forschungslabors bis zu Raumstationen und Unterwasserhöhlen wird dem Spieler ausreichend geboten, wenn auch das gewählte Szenario "Mars" Einschränkungen mit sich bringt. Dynamische Lichteffekte sind jedoch so gut wie nicht vorhanden und man kann davon ausgehen, dass die Engine nur "Lightmaps" verwendet. Waffenexplosionen sehen trotzdem eindrucksvoll aus. Die Figuren sehen ordentlich aus, was besonders in den mit der Spieleengine erzählten Zwischensequenzen auffällt. So gibt es glaubwürdige Gesichtsanimationen mit bewegten Pupillen und Augenbrauen. Die Designer scheinen sich bei der Entwicklung gerne aus dem Film-Topf "Total Recall" bedient zu haben, sehen doch einige Set-Designs dem Filmpendant erschreckend ähnlich, wie der Schutzanzug unseres Helden oder das Driller-Fahrzeug eindeutig beweisen. Ein graphisches Highlight jedoch ist für mich der Effekt, wenn man im Spiel Glasscheiben zerstört. Hier bekommt das Glas zuerst einen Riss, der sich ausbreitet, bis letztendlich die gesamte Scheibe in sich kollabiert und in viele kleine Teile zerbricht, die dann einzeln zu Boden fallen. Unterstützt werden Auflösungen von 640 x 480 bis 1280 x 1024 in 16/32 Bit. Die Frameraten blieben durchweg stabil und brachen niemals ein, auch wenn viel auf dem Screen passierte. Explosionen oder Partikeldetails bringen die Engine nicht aus der Ruhe, was schon positiv bei Freespace 2 auffiel.

Der Sound ist ohne Tadel. Gute Waffensounds und Umgebungsgeräusche sorgen für das richtige Mars-Feeling. Hier gibt es ebenso wenig zu meckern, wie bei der Sprachausgabe, die durchweg professionell und lippensynchron eingesprochen wurde. Die Musik passt hervorragend und wieder bediente man sich teilweise beim Film-Paten "Total Recall". So kommen brachiale Actionmusikeinlagen zu Gehör, um bestimmten Ereignissen und Szenen die rechte Stimmung zu verleihen. In den Standardszenen gibt es dann Industrial-Techno-Mix ( nennt man das so ? ;)) Über eine integrierte Nutzung des EAX Soundsystem schweigt sich das Handbuch und die Spielpackung jedoch aus, auch wenn es sich aus den Lautsprechern danach anhört.

Gespielt wird Red Faction vorzugsweise und ohne Beanstandung in der Kombination Maus/Tastatur, die auch frei konfigurierbar ist. Ein gut gemachtes Tutorial macht den Spieler mit den wichtigsten Optionen vertraut.

Zum Gameplay: Red Faction erfindet das Shootergenre sicher nicht neu, die hoch angepriesenen Features halten lange nicht das, was sie in vorherigen Ankündigungen versprachen, doch dazu später mehr.

Das Spiel orientiert sich im Ablauf an anderen Shootern. So beginnt man seine Mission eher unfreiwillig als Minenarbeiter, der auf einmal mitten im Chaos einer Revolution steckt. Da soll mal jemand sagen, dass man auf fremden Welten keine Karriere machen kann. Zwar nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, sondern von 08/15 Steinklopper zum Helden der Revolution. So kämpft und schleicht man sich durch die unterschiedlichsten Szenarien, sammelt neuste Waffen ein, die natürlich auch massiv zum Einsatz kommen, um bestimmte Missionsziele zu erreichen. Sei es das Auffinden eines Wissenschaftlers, der in Verbindung mit der Seuche gebracht wird oder das Zerstören einer Energiestation. Leider alles streng linear und ohne viel Alternativmöglichkeiten, von den leichten Deformationsgestaltungsfreiheiten mittels der Geo-Mod Engine einmal abgesehen. So sammelt unser Held fleissig Health-Packs, Munition und Equipment, ab und zu lässt er sich vom medizinischen Personal aufpäppeln und besteigt gegebenenfalls hier und da auch Fahrzeuge, die den Spielverlauf gelungen auflockern. So darf man U-Boote steuern, kleine Raumgleiter durch Höhlensysteme manövrieren oder aber auch die Flag auf einem fahrenden Jeep bedienen. Das Waffenarsenal ist ausreichend vielfältig und bietet mit der Rail Driver, komischerweise wieder aus einem Schwarzenegger Film (Eraser) "ausgeliehenen", eine Waffe, die mittels der Sniperfunktion Gegner durch Wärmesensoren orten kann und praktischerweise auch Metallwände durchschlägt. Die Waffen besitzen auch jeweils eine Sekundärfunktion. So kann der Raketenwerfer z. B. auch hitzesuchende Geschosse ausspucken.

Für mich bestand das Hauptproblem mit Red Faction, dass es keine richtige Atomsphäre aufbauen konnte. Man wird von der Red Faction Leiterin EOS von Pontius nach Pilatus geschickt, wie ein dummer Schuljunge, was die Identifikation mit der Hauptfigur als "wahren Helden" erschwert. Das soll jedoch nicht heissen, dass keine Atmosphäre vorhanden ist. Wenn man sich aber schon den Sci-Fi Klassiker Total Recall zum Vorbild nimmt, dann bleibt verständlicherweise auch die Frage offen, wo ein mitreissender Plot ist. Es wirkt alles etwas zu lieblos aneinandergereiht und erinnert dadurch sehr stark an "Gunman Chronicles". Leider kein Vergleich zur Atmosphäre wie in Half Life, Alien vs. Predator 2 oder aber auch Deus Ex.

Das Leveldesign ist teilweise gut gelungen, in vielen Fällen aber leider auch zu offensichtlich und einfach gestrickt, was durch das Fehlen von Rätseln verursacht wird. Mehr als "mach Maschine kaputt" oder "öffne Tür" gibt es leider nicht, was aber nicht zwingend den Spass mindert, erreichen doch Spiele, deren Hauptaktionsfeld sich in deutschen Hochburgen abspielt, damit ihre Fangemeinde. Abwechslung wird bei Red Faction durch das Benutzen von Fahrzeugen eingestreut und auch durch einige Stealth Missionen, in denen man ungesehen und als Wissenschaftler verkleidet in einen Hochsicherheitsbereich eindringen muss. Leider gab es davon aber zu wenig.

Versprachen einst die Entwickler die Revolution (nicht auf dem Mars, sondern Engine-spezifisch) blieb davon leider nur wenig übrig. Geisterten während der Entwicklung des Spiels Informationen durchs Internet, wo man angeblich mittels der "Zerstörungsengine" einen Wassertank anschiessen konnte, der dann auslief und andere Bereiche überflutet, bzw. man dann noch den Boden aufsprengt und sich dort das Wasser sammeln würde, muss man letztendlich leider sagen, dass davon nicht viel spielrelevantes übrig geblieben ist. Mag die Engine dies evtl. unterstützen, wurde jedoch so gut wie nichts ins Gameplay eingearbeitet. So konnte man die relevanten Geo-Mod Features im Spiel ca. nur 4-5 mal sinnvoll einsetzen. Einmal musste man einen Felsen aufsprengen, weil die Türe sich nicht öffnen lies oder man konnte eine Brücke sprengen, während ein Panzer darauf fuhr. Wo bleiben die Möglichkeiten, die uns diese Technik hätte bringen können. Warum kann ich nicht einen Raum mit Wasser fluten, um so die Gegner auszuschalten, auf eine Gasleitung schiessen, um eine Explosion hervorzurufen oder das austretende GAs die GEgner lähmen. Das Spiel konditioniert den Spieler auch nicht mittels netter Secrets, die Technik exzessiv anzuwenden, da man so gut wie nie etwas Verborgenes findet. So lässt man nach einiger Zeit die Geo Mod Engine Geo Mod Engine sein und spielt das Spiel auf konventionelle Weise. Die Frage bleibt, warum man diese Technik entwickelt hat, wenn ihre Stärken nicht zum Einsatz kommen. Was man in Red Faction geboten bekommt, haben in ähnlicher Form auch andere Games mittels Script hinbekommen. Zwar nicht in voller Optionsvielfalt, spielerisch aber mit dem gleichen Ergebnis. Auch was Fahrzeuge angeht, ist Red Faction sicher kein Novum, konnte man doch bereits im Shooter SiN U-Boote steuern.

Die KI der Gegner ist soweit ok. Schwache Gegner gehen in Deckung, wohingegen gut gepanzerte Genossen gerne einfach mal im Kugelhagel verweilen. Auch die Wegfindungsroutinen sind gut. Komisch war nur, dass mich Gegner, wenn ich sie einmal mittels Sniper angepeilt hatte, öfters entdeckten, wohingegen sie keine Reaktionen zeigten, wenn ich die Sniperwaffe nicht "anlegte". In der Stealthmission musste man zudem aufpassen, dass man, als Wissenschaftler verkleidet, keine Waffe zieht, wenn Wachpersonal oder Beobachtungskameras Blick auf uns hatten, da sonst die Tarnung auffliegt. Sollte man nicht umhin kommen, eine Wache auszuschalten, so muss der reglose Körper ungesehen "entsorgt" und aus dem Kontrollbereich geschafft werden. Weniger gut funktionierte die Gegner KI bei Geo-Mod modifiziertem Umfeld. So war es oft für sie nicht möglich, aus einem einfachen Raketenwerferkrater zu entkommen.

Das Spiel bietet 4 Schwierigkeitsgrade, die während des Spiels auch umgestellt werden können. Die ersten Level gestalten sich im normalen Schwierigkeitsgrad sehr einfach, ziehen aber später an. Einige nette Zwischengegner gibt es noch zu besiegen, die nicht nur mittels Feuerpower besiegt werden mussten. So durfte man einem Riesenroboter in einer Müllverbrennungsanlage ordentlich einheizen.

Das Spiel lief ohne Probleme auf dem Testrechner und ich konnte keine Bugs nach dem Autoupdate ausmachen, jedoch gibt es leider zwei absolute Designpatzer. So gibt es einige zeitgesteuerte Missionen, die nach dem Ablauf das Scheitern des Spieles zur Folge haben. Spieler, die hier nur auf ihr Quicksave vertrauen, sollten vorgewarnt sein, da ansonsten einige Level bei "Sekundenverschwendung" nicht mehr zu beenden sind. Ich konnte gerade noch 3 Sekunden vor Zeitablauf einen solchen Level beenden. Wenn ein Programm schon diese Vorgaben voraussetzt, sollte es zumindest auch Autosavedateien zum jeweiligen Levelstart anlegen. Der andere Ausrutscher ist das häufige Nachladen innerhalb eines Levels an meist recht ungünstigen Stellen. So kam es vor, dass man einen Gegner sah, auf ihn zulief und dann Nachgeladen wurde und der Gegner daraufhin verschwunden war.

Zusätzlich gibt es noch Multiplayervarianten. So kann man mittels des leicht zu benutzenden Server-Browser an einem Internetspiel teilnehmen. Selbst ein Jahr nach dem Release scheint Red Faction noch ein beliebtes Onlinegame zu sein, denn es gab genügend aktive Server, auf denen man spielen konnte. Vielleicht ist die Option und die damit verbundenen taktischen Möglichkeiten, den Level selbst mittels Explosionen verändern zu können, eine gelungene Abwechslung von den sonst immer statischen Leveln Marke Counterstrike & Co. Geboten werden die Varianten Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag. Das Spiel hat in der Onlinevariante echte Geschwindigkeit zu bieten und steht damit dem aktuellen id Shooter diesbezüglich nicht nach. Warum man jedoch keine Möglichkeit angeboten hat, eine Multiplayerpartie mit den Fahrzeugen einzubauen, ist schade, wäre doch ein Team Death-Match mit den kleinen U-Booten sicher interessant gewesen. Wer also eine gelungene Alternative mit "Gestaltungsmöglichkeit" sucht, sollte Red Faction mal probieren. Genügend neue Mods, Leveldesigner und -futter gibt es auf den Fansites.

Gespielt wurde die englische Version. Die deutsche Ausgabe wurde um einige Gewaltdarstellungen reduziert, wobei aber keine Änderungen am eigentlichen Gameplay vorgenommen wurden.

Abschliessend kann man sagen, dass Red Faction zwar das Rad nicht neu erfunden hat, dennoch ein solider Shooter ist, der für Kurzweil sorgt. Leider auch etwas zuviel "Kurzweil" da ich das Finale bereits nach 7 Stunden betrachten konnte. Dafür gibt es aber den Titel bereits zum Budget-Preis von ca. 15 €. Mehr atmosphärische Dichte, eine spannendere Hintergrundstory und vor allem die sinnvollere Nutzung und Einbindung der Geo Mod Technologie hätten mehr aus dem Titel machen können. Ob die Designer aus ihren Fehler gelernt haben, zeigt bald der zweite Teil.


Geschrieben am 19.08.2002, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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