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Name:Playstation 3
Publisher: Sony
Offiz. Sites: Game
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Playstation 3 - Sonys True-HD-Welt

Am 23.03.2007 war es endlich so weit. Etwa 16 Monate nach dem weltweiten Launch der Xbox 360 von Microsoft, knapp 4 Monate nach Nintendos Wii, steht Sonys Playstation 3 mit reichlich Verspätung und nach zahlreichen Negativschlagzeilen auch endlich in Europa in den Läden. Der Preis der Multimediakonsole ist so hoch, wie bei keiner Konsole zuvor. Doch auch wenn das Gerät in Japan und den USA nicht so ganz den Verkaufserwartungen gerecht wurde, zeigt Sony sich extrem selbstbewusst. Jetzt, wo alle drei "Next Generation"-Konsolen auf dem Markt sind, liegt es an den Käufern zu entscheiden, welches Gerät dominiert. Der recht verhaltene Start zeigt zumindest, dass ein Teil der potentiellen Käufer wohl doch ein wenig skeptisch ist. Was bietet das Gerät? Wie kann es sich im Vergleich zur Konkurrenz positionieren? Welche Features, die vollmundig angekündigt waren, sind wie gut umgesetzt? Und ist die Playstation 3 eine Konsole oder ein Multimedia PC? Alle diese Fragen - und noch einige mehr - sollen im Folgenden beantwortet werden. Noch eine kurze Vorabbemerkung: Dieses Special beschreibt den Zustand der Playstation Ende März / Anfang April 2007 mit Firmware 1.6. Im Laufe der nächsten Monate und Jahre werden einige Funktionen sicherlich überarbeitet, Schwächen ausgemerzt und neue Features implementiert. Auch lässt es sich kaum vermeiden immer wieder Vergleiche zur Xbox 360 zu ziehen, da sich die beiden Konsolen doch stark ähneln bzw. ähnliche Funktionen bieten wollen.

Das steckt drin

Auf der E3 2005 hatte Sony noch von zwei Playstation 3 Versionen gesprochen, doch auf den europäischen Markt ist bislang lediglich das teurere, 60 GB Modell erhältlich. Der kleine, 100 € preiswertere Bruder mit nur 20 GB und ohne Kartenleser und WLAN soll eventuell im Sommer nachgereicht werden. Technisch unterscheiden sich die beiden Varianten jedoch nicht. Als CPU kommt ein mit 3,2 GHz getakteter Cell-Prozessor mit insgesamt 7 SPEs zum Einsatz, der laut Entwickleraussagen allerdings nicht ganz so einfach zu handhaben ist und viel Einarbeitung notwendig macht. Hier wird die Zukunft zeigen, was die Entwickler aus dem Cellchip herausholen können und wie sehr Sony die Entwickler durch Tools & Dokumentationen unterstützen wird. Die Grafikkarte kommt von nVidia und basiert auf der GeForce 7-Reihe, wobei der Karte 256 MB RAM zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zur ATI-Grafikkarte in der Xbox 360 ist es nicht möglich, auf der Playstation 3 gleichzeitig Kantenglättung und HDR-Rendering anzuwenden. Die Entwickler müssen sich da entweder entscheiden oder selbst an einer Lösung arbeiten, um HDR ähnliche Effekte über Umwege implementieren zu können. Weitere 256 MB XDR-DRAM stehen dem System zur Verfügung. Während Microsoft mit der Xbox 360 noch auf DVD als Speichermedium setzt, so stehen bei Sony die Segel auf Zukunft und Pushen des eigenen Blu-Ray Formats. Entsprechend kann die Playstation neben Spielen entsprechende Blu-Ray Filme abspielen und CDs sowie DVDs lesen. Durch Blu-Ray sind die Produktionskosten für die Konsole zwar drastisch gestiegen, genauso wie die Publisher mehr für die Medienproduktion ausgeben müssen, doch der Datenträger bietet auch einige Vorteile. So lassen sich auf einer Blu-Ray-Disk mit 25 oder 50 GB gleich eine ganze Reihe an Sprachversionen unterbringen und das Laufwerk ist deutlich leiser, da es nur mit doppelter Geschwindigkeit rotiert (Das Xbox 360 DVD Laufwerk dreht mit zwölffacher Umdrehungsgeschwindigkeit). Auch werden die Playstation 3 Spiele ohne Regionalcode ausgeliefert, was durchaus den einen oder anderen preiswerten Import aus den Staaten oder Japan ermöglicht. Der Datenträger hat allerdings nicht nur Vorteile. Ein Nachteil der Blu-Ray neben den erhöhten Produktionskosten, die über den Preis der Konsole an die Spieler weiter gegeben werden, besteht in der langsameren Lesegeschwindigkeit. Das Laufwerk liest mit doppelter BR-Geschwindigkeit maximal 9 MB/Sekunde, wohingegen das laute Xbox-Laufwerk 16MB/Sekunde schafft. Entsprechend bemühen sich die Entwickler mit kleinen Tricks und Kniffen, um die Ladezeiten zu verkürzen. Bethesda verteilt deswegen bei Oblivion in der PS 3-Version Daten doppelt auf der Blu-Ray Disk, wodurch dann der Speicherplatzverbrauch künstlich aufgebläht wird, was aber bei 25 bis 50 GB pro Disk momentan höchstens die Tauschbörsensauger aufhorchen lässt. Als zweite Möglichkeit, um die Ladezeiten zu optimieren, bietet die Konsole bei einigen Spielen, wie etwa Genji oder Ridge Racer 7, die Möglichkeit, auch einen Teil der Daten von der Disk auf die Festplatte zu kopieren, so wie es auf dem PC immer gemacht wird. Sollten die 60 GB nicht reichen, dann kann die Festplatte auch gegen fast jede handelsübliche Platte ausgetauscht werden. Für den HD-Schacht im Gerät wird allerdings eine 2,5 Zoll Platte benötigt. Außerdem muss diese mit FAT32 formatiert sein, was nicht mehr ganz Stand der Dinge im Jahr 2007 ist. Da die Festplatte vorformatiert sein muss, damit die Konsole startet, müssen sich Windows-User erst noch nach einem kleinen Formatierungstool umschauen. Windows lässt es nicht zu, dass Platten / Partitionen größer als 32 GB mit FAT 32 formatiert werden, auch wenn es technisch überhaupt kein Problem darstellt. Wer jedoch HD Filme auf der Platte speichern will, der sollte an die technischen Grenzen von FAT 32 erinnert werden: Eine Datei kann maximal nur 4.294.967.295 Bytes groß sein. (Gilt entsprechend auch für Festplatten und USB-Datenträger, die über den USB2 Anschluss der Konsole genutzt werden sollen.)

In Sachen Anschlüsse wurden zwar nach der vollmundigen E3 Präsentation zwei Netzwerkanschlüsse, der zweite HDMI Ausgang und zwei USB Ports gestrichen, dennoch deckt die Konsole alles ab, was das Spielerherz benötigt. Das 60GB Model beinhaltet im Gegensatz zur Xbox schon gleich einen WLAN Anschluss im Gehäuse, worüber die Konsole jedoch nicht nur in ein bestehendes WLAN Netzwerk eingebunden werden, sondern auch eine Verbindung zur PSP herstellen kann. Neben der von Sony gezeigten Möglichkeit die PSP als Rückspiegel in einem Rennspiel zu nutzen, ermöglicht WLAN auch das Streamen von Daten auf die PSP in Form von Videos, Musik und PS1 Spielen, welche mit einem Emulator dann auf der PSP gespielt werden können. Im Gegensatz zu Nintendo hat Sony nicht am LAN Anschluss gespart und für die sichere und schnelle Anbindung ins Heimnetzwerk steht ein Gigabit-Ethernetport zur Verfügung. Über den Multi-AV-Ausgang können die unterschiedlichsten analogen Kabel verwendet werden. PS2 Besitzer können sogar ein eventuell vorhandenes S-Video oder Scart-Kabel weiter nutzen. Für den Sound gibt es außerdem noch einen digitalen Ausgang und wer Blu-Ray Filme in höchster Auflösung (1080p) sehen will, der verwendet den HDMI 1.3 Ausgang der Konsole. Sowohl Spiele als auch Filme werden darüber ausschließlich verschlüsselt übertragen, wodurch das Empfangsgerät den HDCP-Kopierschutz unterstützen muss. Wie auch schon beim Kopierschutz bei PC Spielen trifft der HDCP-Kopierschutz primär die ehrlichen Käufer. In diversen Foren sind überall Käufer zu finden, die ein Problem beim Zusammenspiel der HDMI/ HDCP-Geräte haben. Mitunter bleibt der Schirm schwarz oder das Bild "flackert", was teilweise dadurch behoben werden kann, dass das HDMI Kabel kurz rausgenommen und dann wieder reingesteckt wird. Ist es mit der Xbox 360 noch recht einfach möglich, mit einem schlichten VGA Kabel das Bild auch auf einen normalen Röhren oder (Breitbild)-TFT Monitor zu legen, so klappt dies bei der Playstation 3 nicht ganz so problemlos. Mit einem entsprechenden HDMI auf DVI Kabel oder Adapter ist dies zwar auch möglich, aber der Schirm muss dann den Kopierschutz HDCP auch über DVI beherrschen, was längst noch nicht Standard ist. Wird das Bild mit dieser Verkabelung auf den Schirm gebracht, dann wird zusätzlich der digitale oder AV-Ausgang für die Ausgabe des Tons benötigt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich dies im Menü der Konsole einstellen. Auf einem Samsung Syncmaster 215TW Breitbild-TFT klappte das Zusammenspiel zwischen den beiden Geräten wunderbar. Auch 1080p Signale wurde ohne Murren angenommen. Gerade wer die Playstation an einen Monitor anschließen und auch Filme anschauen will, der sollte sich doppelt vergewissern, dass das Gerät mindestens 1080i verarbeiten kann. Im Fall von Blu-Ray Filmen wäre es ansonsten sehr ungünstig, da die PS 3 hier bislang nur zwei Ausgabeformate kennt: 576p und 1080i/p. Wenn der Schirm also kein 1080i Signal empfangen kann, dann flimmert der HD-Film nicht auf 720, sondern auf 576 runter geschaltet über den Screen.

Eine echte Schönheit ist der große, schwarze Klotz namens Playstation 3 nicht unbedingt. Doch im Gegensatz zur Xbox 360 hat Sony zwei Kritikpunkte der 360 vermieden. Zum einen ist das Netzteil intern in der Konsole verbaut und der Käufer hat nicht einen "Ziegelstein" in der Nähe der Konsole liegen und außerdem wurde ein wirklich leises Gerät auf den Markt gebracht. Zwar kommt die Playstation 3 nicht an die unhörbare Wii heran, doch wenn nicht gerade eine DVD im Laufwerk rotiert, dann ist das System extrem leise. Man muss schon sehr genau hinhören, um das Laufwerk auszumachen. Auch Berichte über Ausfälle und Defekte sind im Internet nur schwer zu finden. In der Playstation 3 steckt aber nicht nur viel Power, sondern es wird auch sehr viel benötigt. Wer keine unangenehme Überraschung mit der nächsten Stromrechnung erleben will, der sollte das Gerät auf jeden Fall vom Netz nehmen oder den Ausschalter auf der Rückseite betätigen. Selbst im Ruhezustand verbraucht das System um die 180 Watt und entsprechend handwarm wird das Gehäuse. Nach längeren Spielepartien sollte man das Gerät daher nicht unbedingt auf der Oberseite anfassen. Daher ist es auch wichtig für ausreichend Luft um das Gerät zu sorgen, so dass ein Wärmestau auf jeden Fall vermieden wird. Gegen die Farbe Schwarz spricht sicherlich wenig, wenngleich heutzutage ein etwas hellerer, freundlicherer Anstrich ganz passend gewesen wäre. Allerdings hat die Konsole, wie auch die Playstation Portabel, das Problem, dass Fingerabdrücke und Dreck einem laufend ins Auge stechen. Wenn einem schon beim Auspacken "frisch" aus der Originalverpackung kleine Staub- und Dreckpartikel auffallen, dann wären einige Reinigungstücher als Konsolenbeigabe nicht verkehrt gewesen. Aber vielleicht will Sony darüber ja auch einige Frauen gewinnen, die das Gerät putzen während sich der Ehemann mit den Spielen vergnügt. *g*

599€ - Darf es außerdem noch etwas sein?

Im Gegensatz zu den USA und Japan hat Sony in Europa lediglich das 60GB-Modell auf den Markt gebracht. Entsprechend hoch fällt somit der Einstiegspreis für die Playstation 3 HD-Welt aus. Aber was bekommt der Käufer eigentlich fürs Geld und wofür fallen zusätzliche Kosten an? Der Preis von 599€ versteht sich lediglich für die Grundausstattung mit recht wenig Zubehör und ohne Spiele. Wer als Erstkäufer schnell war, der konnte sich bei der Vorbestellung 2006 noch einen Gutschein für ein Sony-Spiel sichern. Außerdem bekommen die ersten 500.000 Käufer, die die Konsole online registrieren (entweder über die Konsole selbst oder über Sonys Playstation 3-Webseite) die Blu-Ray vom neusten James Bond - Casino Royal - kostenlos zugeschickt. Da der Verkaufsstart nicht ganz so überwältigend war, wie es sich Sony wohl erhofft hat, dürften auch Spätkäufer mitunter noch eine Blu-Ray bekommen, wenn sie das Gerät registrieren lassen. Zusätzlich zur Konsole gibt es ein mehrsprachiges Handbuch zum Gerät. Darin wird genau erläutert, wie und auf welche unterschiedlichen Möglichkeiten die Konsole mit dem Fernsehgerät verbunden werden kann. Außerdem gibt es einige grundlegende Infos, wie beispielsweise die Anlegung einer Virtuellen Playstation 1/2-Speicherkarte oder der Benutzung der Bildschirmtastatur zur Eingabe von Texten. Nähere Infos zu den einzelnen Menü oder etwas versteckteren Konsolenfunktionen (etwa dem Anzeigen von Bildern von einer Speicherkarte) gibt es in der Kurzanleitung nicht. Zusätzlich gibt es ein Handbuch zur Sicherheit und Dokumentation. Darin ist unter anderem beschrieben, wie der Akku im Gamepad ausgetauscht oder die Festplatte gewechselt werden kann. Zum Anschluss des Gerätes liegt der Konsole ein Kaltgerätenetzstecker, ein Netzwerkkabel und ein USB-Ladekabel fürs Gamepad bei. Letzteres ist mit 1,5 Metern leider sehr kurz ausgefallen und nur etwa halb so lang wie bei der Konkurrenz. Dies ist aus drei Gründen besonders ärgerlich. Zum einen werden fast alle ein Verlängerungskabel brauchen, wenn sie den Kontroller beim Zocken aufladen wollen. Zum anderen funktioniert das Aufladen des Gamepads nur, wenn die Konsole an ist. Im Standby-Modus wird der Akku nicht geladen. Zu guter Letzt hatte Sony auch noch die glorreiche Idee, den Akku in das Gamepad zu integrieren. Ein einfacher, schneller und bequemer Akkuwechsel wie beim Xbox 360 Gamepad fällt damit flach. Im Vergleich zu Microsoft gibt es dafür gleich einen Akku zusammen mit dem Gamepad. Ist der Akku im Playstation 3-Gamepad aber in Zukunft schlapp oder nicht mehr leistungsstark, dann darf ein neues Gamepad gekauft werden, welches mit 49,99€ auch nicht gerade ein Schnäppchen ist. Sony hat zwar mal angekündigt, Akkus kostenlos tauschen zu wollen, aber da wird die Zukunft zeigen, wie kostenlos kostenlos bei Sony wirklich ist. Immerhin hat der Gamer dann für einige Zeit kein Pad und Portogebühren fallen ja auch an. Sony selbst spricht bei der Playstation 3 immer von HD und Next-Generation. Aber der Käufer, der gerade 599€ ausgegeben hat, bekommt als Anschlussmöglichkeit für seinen Fernseher ein schnödes Chinchkabel mitgeliefert. Kein S-Video, kein YuV und kein HDMI-Kabel. Nur Chinch gibt es um sonst dazu. Für die anderen Kabel bittet Sony extra zur Kasse. HDMI Kabel bzw. für Monitore HDMI auf DVI Kabel gibt es zwar recht preiswert im Handel, aber solche Sparmaßnahmen sind bei dem Konsolenpreis nur schwer nachvollziehbar. Wer bei Filmen nicht mit dem Pad navigieren möchte, der sollte noch den Kauf einer entsprechenden Bluetooth-Fernbedienung in Betracht ziehen, die für etwa 30€ zu haben ist. Da die Kommunikation über Bluetooth erfolgt, gibt es momentan auch keine Alternative zur Sony-Fernbedienung. Allerdings hat man damit auch den Vorteil, dass man aus jedem Raum im Haus die Konsole steuern kann, was beispielsweise bei Musik eine feine Sache ist. Lediglich die Bluetooth-Reichweite muss ausreichen. Wer über die Konsole mit Freunden Chatten möchte, darf zusätzlich noch in ein Headset investieren. Ein Sony-Produkt muss es nicht sein, fast jedes Bluetooth-Headset soll mit der Konsole funktionieren. Für Videochats wird eine entsprechende USB-Webcam benötigt, wobei auch hier eine breite Palette an Kameras unterstützt wird. Unter anderem kann die Xbox 360 Vision-Webcam an die Konsole angeschlossen werden. Da die Playstation 3 im Emulationsmodus (dazu später mehr) Playstation 1 und Playstation 2 Titel abspielen kann, könnte es für einige Zocker interessant sein die alten Spielstände auf die neue Konsole zu übertragen. Einen Slot für die PS-Memorykarten gibt es zwar nicht, dafür aber ein Adapter, um die Karten in die Konsole einzulesen - bislang allerdings noch nicht in Europa. Im Gegensatz zur Xbox 360 fallen keine Kosten für einen WLAN (zumindest beim aktuell erhältlichen 60 GB Modell an) noch muss fürs Onlinespielen extra gelöhnt werden. Abgesehen vom höherwertigen Kabel und den Spielen wird nicht zwingend weiteres Zubehör benötigt. Je nach Verwendung macht es jedoch eventuell Sinn, in ein längeres USB-Ladekabel bzw. eine USB Verlängerung, ein zweites Gamepad oder Fernbedienung zu investieren. Ärgerlicherweise liegt dem zusätzlichen 50-Euro-Pad kein weiteres Ladekabel bei. Hier fallen weitere, geringe, Investitionskosten an.

Erste Erfahrungen mit dem neuen System

Wenn man die noch jungfräuliche Playstation 3 aus der Verpackung entfernt, dann fallen einem gleich mehrere Dinge auf. Der schwarze Klotz ist nicht nur recht wuchtig und bringt einige Kilos auf die Wage, sondern ist auch anfällig für Flecken, Staub und Fingerabdrücke. Steht die Verkabelung, dann kann es endlich losgehen. Ein Assistent leitet recht schnell und übersichtlich durch die wichtigsten Setupschritte wie Sprache, Datum & Uhrzeit und Einstellung der jeweiligen Auflösung. Damit wäre das Gerät dann auch schon eingerichtet und der Spaß kann beginnen. Bevor es jedoch mit der Konsole online gehen kann, muss erst noch ein Onlineprofil angelegt und das aktuellste Firmwareupdate installiert werden. Wer sich schon vor einiger Zeit ein Profil für die Konsole angelegt hat oder schon einen Account für die Playstation Portabel hat, kann sich einen Großteil der Tipparbeit sparen und muss lediglich die Account-Daten eingeben. Nicht nur bei der Registrierung, auch bei allen anderen Eingabefenstern lassen sich Texte ganz bequem über eine angeschlossene Tastatur eingeben. Sowohl mit einer USB-Tastatur als auch mit der Variante PS2-Tastatur plus USB Adapter gab es keinerlei Probleme. Auch die kabellose Tastatur von Microsoft wurde mit dem USB Empfänger problemlos an der Konsole erkannt. Gleiches gilt für entsprechende PS2, USB und kabellose Nager. Zwar hat die Playstation 3 einen Bluetoothempfänger, aber Maus und Tastatur waren darüber nicht nutzbar. Wer schon die Playtstation Portabel von Sony in der Hand gehabt hat, dem wird das Menü der Playstation 3 sehr bekannt vorkommen. Statt einer Neuentwicklung hat sich Sony dafür entschieden, auf die gleiche Menüstruktur, Aufbau und Handhabung zurückzugreifen, die sogenannte XcrossMediaBar. Optisch kann das Menüsystem nicht so ganz mit dem System der 360 mithalten und erinnert mit der Text- und Symbolgestaltung ein wenig an die längst vergangenen Zeiten alter DOS-Tage. Nach kurzer Eingewöhnung kommt man jedoch auch damit recht gut zurecht und weiß, unter welchen Punkten und Unterpunkten welche Funktionen versteckt sind. Bei manchen Aufgaben sind einige Funktionen jedoch zu sehr im System versteckt und mitunter noch nicht ganz ausgereift. Als Beispiel seien hier die Jugendschutzfunktionen des Systems genannt. Statt auf die hierzulande geltenden USK-Bestimmungen aufzubauen, hat sich Sony dazu entschlossen, elf unterschiedliche Stufen zu integrieren. Diese wurden dann auch einfach nur Stufe eins bis elf benannt. Welche Stufe nun aber welche Spiele frei gibt, darüber schweigt sich das System aus. Aufmerksame Eltern müssen hier nun die Packungsrückseiten der Spiele konsultieren, worauf jeweils die Jugendschutzstufe vermerkt ist. Das System funktioniert zwar wunderbar, wenn es konfiguriert wurde, doch ist das alles wenig intuitiv und besondere Regeln (z. B. keine Voice-Chats, keine Freundesanfragen, etc.) lassen sich leider nicht festlegen. Ebenfalls stark verbesserungswürdig ist die Speicherplatzverwaltung. Eine Art "Explorer" oder Übersicht, worin der User ganz genau einsieht, welche Dateien wie viel Speicherplatz verbrauchen und nicht mehr benötigte Daten gelöscht werden können, gibt es nicht. Wer wissen möchte, wie viel Platz die Videos belegen, der muss in den Videoordner gehen und bei jeder(!) Datei einzeln die Infos abfragen und "manuell" zusammenrechnen. Zu Anfang, wenn man 60 GB Speicherplatz hat, wovon etwa 55GB nutzbar sind, dann ist ein "aufräumen" sicherlich nicht so dringend. Aber mit der Zeit sammeln sich doch einige Daten an und diese sind bei Sonys Playstation 3 auch nicht gerade klein. Eine schlichte 5-Level-Demo von Lemming belegt knapp 250 MB und die etwa monatlich erscheinenden Systemupdates sind schon bei etwas über 100 MB angelangt. Wer jedoch keine Breitbandanbindung zum Internet hat, der kann sich auch auf der offiziellen Playstation Webseite das Update von einem Freund runterladen lassen und dann per USB-Stick aufspielen.

Nicht nur beim Einschalten, sondern auch nach längerer Spielzeit fällt die PS 3 ganz besonders positiv auf. Knöpfe gibt es keine. Der Ein-/Aus-Schalter und der Auswurf für das Slot-In-Laufwerk reagieren auf Fingerwärme. Im Gegensatz zur Microsoft-Konsole hat Sony ein Gerät auf den Markt gebracht, welches High-End-Technik und flüsterleisen Betrieb miteinander kombiniert. Nur ganz kurz beim Starten des Systems sind die Lüfter zu hören, danach ist die Konsole nur ein wenig lauter als die Wii. Auch beim Spielen drehen die Lüfter nicht hörbarer auf und das Laufwerk ist ebenfalls sehr leise, was allerdings auch durch die lediglich zweifache Geschwindigkeit bei Blu-Ray begünstig wird. Doch auch bei älteren Playstation 2 Titeln auf DVD ist die Konsole nicht merklich lauter. Bei all der Stille sollte jedoch der Stromverbrauch des Gerätes nicht vergessen werden, Mit 180Watt im Standby und über 300 bei einigen Games ist ein 24 Stunden-Dauerbetrieb nicht preiswert. Der Schock kommt dann mit der nächsten Stromrechnung. Lediglich das "Runterfahren" des Systems dauert ein wenig, wohingegen Xbox 360 und Wii sofort aus sind.

Mehr als nur eine Konsole?

Laut Sony ist die Playstation 3 mehr als nur eine Konsole. Neben den Multimediafähigkeiten soll das Gerät auch einen PC ersetzen bzw. wird als PC bezeichnet. Damit sind jedoch nicht nur die austauschbare Festplatte oder die "Systempatches" gemeint, sondern die Möglichkeit, mit dem "offiziellen Segen" von Sony Linux zu installieren. Auch Einsteiger sollten, wenn sie sich an entsprechende Anleitungen im Netz halten, problemlos in der Lage sein Linux auf ihrer Konsole zu installieren. Linux-Vorkenntnisse sind allerdings daher nicht schlecht, insbesondere wenn der Nutzer ein wenig "mehr" vom System möchte. Doch zuvor zum Punkt, wie man Linux überhaupt auf die Konsole bekommt. Dazu muss die Festplatte der Playstation erst einmal neu formatiert werden. Ab Werk ist der gesamte Speicherplatz für die Konsole vergeben. Entsprechend wird über das Systemmenü die Platte neu formatiert und dabei die Option gewählt, dass 10 GB für ein weiteres Betriebssystem auf einer anderen Partition angelegt werden soll. Wem die 10 GB nicht reichen, der muss auf eine USB Platte zurückgreifen, da der Wert fest vorgegeben ist. Zu beachten ist außerdem, dass durch die Formatierung sämtliche Daten auf der Festplatte gelöscht werden. Wem seine Spielstände, Demos, Musik, Videos, etc. wichtig sind, der sollte also zuvor im Systemmenü ein Backup der aktuellen PS3-Daten angelegen (auf eine externe Festplatte) und kann diese dann nach der Formatierung wieder zurückspielen. Damit nun auf der Konsole ein Linux-OS installiert werden kann, muss zuerst noch ein Bootloader von USB Stick, Speicherkarte, CD/DVD installiert werden. Hier wird nun das "other OS" ausgewählt und die Konsole neu gestartet. Danach kommt die eigentliche Linux CD/DVD (beispielsweise "Yellow Dog 5") ins Laufwerk und die Installation kann beginnen. Am Ende hat der User schließlich Linux in einer eingeschränkten Umgebung auf der Konsole. Surfen im Internet, Schreiben von Briefen und die Verwendung als Media-Server ist nun möglich. Allerdings gibt es auch einige Einschränkungen. So kann Linux nicht auf den 3D Chip der Konsole zugreifen und mit nur 256 MB RAM fällt die Performance auch nicht so überwältigend positiv aus. So braucht das System mindestens gute zwei Minuten, bis Linux geladen wurde und ein Starten von Open Office schlägt mit etwa 20 bis 30 Sekunden zu Buche. Ist das Programm allerdings erst einmal geladen, dann kann man recht gut damit arbeiten. Dank USB Anschlüssen lassen sich Maus und Tastatur problemlos nutzen. Aber spätestens, wenn man mehr als einen Brief schreiben oder im Netz eine News nachschlagen will, wird es komplizierter. Für MP3s oder diverse Videoformate müssen erst zusätzliche Pakete installiert werden. Bastler und Linux-Fans werden hier sicherlich ihren Spaß haben und versuchen, immer mehr aus der Konsole herauszuholen. Für Otto-Normaluser endet an dieser Stelle jedoch der Spaß und ein Desktopersatz ist das Gerät somit noch nicht. Momentan ist es nicht einmal möglich, Flash im Browser zu integrieren. Wer Linux nutzen will, der sollte auf jeden Fall einen HD-Fernseher oder einen Monitor mit DVI Eingang (inklusive HDCP Unterstützung) haben. Links zu genaueren Anleitungen, Bootloadern und Linux-Distributionen für die Playstation 3 befinden sich in der Link-Liste am Ende des Specials.

Bevor nun gleich die multimedialen Fähigkeiten der Konsole ein wenig beleuchtet werden, noch einige Worte zum neuen, Sixaxis-Gamepad der Playstation 3. Bekamen Besucher auf der E3 2005 noch ein Boomerang-Design zu sehen, so wurde ein Jahr später wieder der DualShock heraus gekramt. Allerdings bekam dieser einen neuen Namen, da neben Kleinigkeiten in der Optik auch das Pad verändert wurde. Die größte Neuigkeit oder auch Enttäuschung war für viele Zocker der Wegfall der Rumble-Effekte. Sony spricht zwar von einem "Last-Gen-Feature", welches nicht mehr so wichtig sei, doch gerade wenn man bislang immer mit Rumble gespielt hat, dann hat man eine nicht unwichtige Feadback-Möglichkeit der Spiele verloren. Es macht eben einen Unterscheid aus, ob sich beim Shooter nur eine kleine Zahl oder der Lebensbalken ein wenig verändert oder durch Rumble der Treffer ebenfalls weitergegeben wird. Gerade in der Hitze des Gefechtes von Resistance ist es mir öfters passiert, dass Treffer gar nicht richtig oder erst merklich verzögert wahrgenommen wurden. Sony hat zwar auch gesagt, dass dafür im Pad kein Platz wäre, aber wer den neuen Kontroller mal gegen das Licht hält, der wird viel Freiraum im Pad erkennen. Aber inzwischen hat sich ja auch Sony mit Immersion im Rechtsstreit um die Rumblefunktionen im Playstation 2-Pad geeinigt und die Gerüchteküche spekuliert schon heftig über eine baldige Neuauflage des Sixaxis. Kostet ja nur 50€ so ein Gamepad. Doch beim PS3-Pad ist nicht nur Rumble weggefallen, sondern auch eine Bewegungssteuerung hinzugekommen. Die sogenannte Sixaxis-Bewegungserkennung, wie sie einige PC Zocker noch vom Microsofts Freestyle kennen, welches vor etwa zehn/ elf Jahren mal kurzzeitig im Handel war. Mit der Bewegungssteuerung soll es möglich sein, statt beispielsweise den Flieger mit dem Analogstick zu lenken, einfach die Bewegungssensoren verwendet werden. Durch neigen und kippen des Gamepads werden die Eingaben dabei mehr oder weniger genau / verzögert umgesetzt. Zwar kommt Sony damit nicht in die Dimensionen, die Nintendo mit der neuartigen Wii-Steuerung beschreitet, doch gut eingesetzt könnten die Bewegungssensoren eine nette Erweiterung werden. Insbesondere wenn diese optional sind und der Zocker selbst entscheiden kann, wie er spielen möchte. Das erste, was man bemerkt, wenn das Pad in die Hand genommen wird, ist das sehr geringe Gewicht des Kontrollers, woran man sich aber recht schnell gewöhnen kann. Auch die kabellose Freiheit ist eine feine Sache, die reibungslos funktioniert. Nicht so schön ist jedoch ein Detail bei der L2 und R2 Taste. Hier hat Sony die Tasten entfernt und stattdessen kleine Trigger eingebaut. Hiermit wäre es nun auch auf der Playstation möglich, in einem Rennspiel sehr dosiert Gas zu geben. An sich ist das eine gute Weiterentwicklung und hat sich ja auch schon auf der Xbox 1 bewährt. Leider hat Sony beim "Abschauen" einen kleinen Fehler gemacht. Wird der L2 oder R2-Trigger gedrückt, klappt der Schalter nach unten ab. Dadurch rutscht man beim Spielen ganz leicht von der Taste und gerade bei Spielen, in denen man die Taste gedrückt halten muss, eine sehr unangenehme Sache (Auch gut im Bild des PS 3-Pads zu sehen, was passiert, wenn man die Taste gedrückt hält.). Da der Akku zum Aufladen nicht einfach aus dem Pad herausgenommen werden kann, muss das Pad zum Laden mit der Konsole oder einem PC verbunden werden. Die Konsole muss dabei eingeschaltet bleiben. Viele Zocker lieben das Design des Playstation 2 Kontrollers. Die werden sich auch freuen, dass sich sonst nichts verändert hat. Mir hätte es allerdings zugesagt, wenn das Pad insgesamt ein wenig größer geworden wäre und die Sticks nicht ganz so "schwammig" und ein wenig schwergängiger wären. Was bei Microsoft die "Guide-Taste" und bei Nintendo die "Home-Funktion" ist, ist auf dem neuen Sony-Pad die "PS-Taste", die in etwa der Mitte des Pad noch dazugekommen ist und das Playstation Menü aufruft. Darin ist nicht nur der aktuelle Batterie-Status zu sehen, hierdurch kann die Konsole ein- und ausgeschaltet werden. Ebenso lassen sich Spiele damit beenden und das Gamepad mit der Konsole synchronisieren. Gerade den Akku-Status sollte der Zocker häufiger kontrollieren, da die Leistung wohl ein wenig schwach ausgefallen ist. Nach jeweils etwa zehn Stunden war ein Aufladen nötig. Einen automatischen "Sleep-Modus", wie bei Microsoft und Nintendo, scheint es nicht zu geben, was sich wohl in der Akkulaufzeit niederschlägt.

Ich wär so gern ein Mediacenter

Zwar will der größte Teil der Playstation 3 Käufer sicherlich primär mit dem Gerät spielen, doch heutzutage können die Geräte ja viel mehr und werden auch als Medienzentrale angepriesen. Was die Konsole von Sony so alles kann, wie gut es funktioniert und was (noch) nicht klappt, darüber soll es im Folgenden einige Informationen geben. Die Möglichkeiten, die der Käufer mit dem Gerät bekommt, sind insgesamt sehr eindrucksvoll. Musik, Videos und Bilder von CD, DVD, Blu-Ray, Speicherkarte und USB Geräten können gelesen werden. Egal ob man nun einige Urlaubsvideos anschauen will, den Verwandten einige Bilder zeigen will oder bei einer Party die Musik über die Playstation 3 abgespielt werden soll, alles ist möglich. Um die jeweilige Medienwiedegabe zu starten muss lediglich das Trägermedium eingelegt und der entsprechende Punkt (Bilder, Musik oder Video) aus der XMB ausgewählt werden. Leider liegen hier schon die ersten Stolpersteine im Weg. Damit das Gerät beispielsweise Musik vom USB Stick erkennt, muss, wie auf der Playstation Portabel, eine bestimmte Verzeichnisstruktur vorhanden sein. Ansonsten bleibt die Anzeige leer, wenn der Stick ausgewählt wurde. Aber es gibt Rettung in Form von der gut versteckten Möglichkeit, alle Inhalte des Datenträgers anzeigen zu lassen. Dazu muss lediglich der Datenträger angewählt und dann statt Kreuz das Dreieck gedrückt werden. Bilder waren leider nur über den Punkt "Alle Anzeigen" auffindbar, wenn sie auf dem USB Stick waren. Bei Bildern bereitete allerdings eine ganz normale 128 MB große Speicherkarte einer Digitalkamera der Konsole Probleme. Hier wurden nur drei Bilder automatisch gefunden. Die restlichen Drei wurden nicht angezeigt. Über "Alle anzeigen" tauchten dann zwar die vermissten Bilder wieder auf, doch waren diese als unbekannt / nicht lesbar markiert. (Alle Bilder waren mit der gleichen Kamera erstellt) Auf einem Windows PC, der Nintendo Wii und der Xbox 360 wurden alle Bilder problemlos angezeigt. Möchte man Bilder mit der Playstation anschauen, dann gibt es neben dem normalen, schlichten Anzeigen der Bilder auch einen besonderen Foto-Modus. In 3D werden die Bilder als virtuelle Abzüge auf einen Tisch geworfen, was recht nett ausschaut, wenn gleich die Bilder doch sehr klein sind und nicht viel erkannt werden kann. Trotzdem eine nettes Goodie. Vielleicht wäre es jedoch optimaler gewesen, statt Energie für solche Spielereien zu verbrauchen, den Musikplayer ein wenig benutzerfreundlicher zu gestalten. Wiedergabelisten kennt der Musikplayer beispielsweise nicht. Auch ist die Funktion Musik im Hintergrund zu hören sehr versteckt platziert. Hierfür muss die PS-Taste gedruckt werden. Ein schlichtes "zurück" beendet den Player nämlich gleich mit. Musik kann so beispielsweise zusätzlich zu den Urlaubsfotos abgespielt werden. Sobald jedoch ein Spiel gestartet wird, verstummt der Ton. Da sind dann die Entwickler gefragt, um eine Lösung in ihre Spiele zu integrieren, damit der Spieler seinen eigenen Soundtrack im Spiel hören kann.

Die Konsole ermöglicht es jedoch nicht nur Bilder anzuschauen und Musik zu hören, auch die unterschiedlichsten Filme können wiedergegeben werden. Allerdings gibt es auch hier einige Einschränkungen. DVDs werden aktuell nicht, wie es die Konkurrenz aus Redmond macht, hochskaliert. Entsprechend ist ein doch merklicher Unterschied zu sehen, wenn man die beiden Next-Gen Konsolen in Bezug auf DVD-Bildqualität vergleicht. Aber auch bei der Blu-Ray sieht es nicht immer rosig aus. Wer einen Fernseher hat, der keine 1080i annehmen kann (Wird in den meisten Fällen nur bei Leuten der Fall sein, die einen TFT-Monitor haben, der über DVI mit HDCP, diese Eingabe nicht verarbeiten kann.), der kann sich über Blu-Ray Filme in Pal-Qualität freuen. Aber auch die Qualität der Blu-Ray Filme an sich ist nicht immer überzeugend. Ähnlich wie auch bei HD-DVD hat man dann detailreich die schönen Gesichter der Darsteller auf dem Schirm erkennen, ebenso werden aber auch manche Spezialeffekte als solche zu sehr erkennbar. Ob sich nun HD-DVD oder Blu-Ray durchsetzen wird, das wird sowieso erst die Zukunft zeigen. Blöd dann nur für die User, die auf das falsche Pferd gesetzt haben. Bei einem Preis von immerhin gut 30 bis 35€ für einen Blu-Ray-Film stellt sich sowieso ein wenig die Frage, wer da zugreifen soll. Immerhin gibt es so manchen Film im Vergleich für ca. 10€ auch neu auf DVD. Ist der Mehrpreis nur für ein etwas besseres Bild gerechtfertigt, wenn eine hochgerechnete DVD sehr ordentlich aussieht? Immerhin geht es ja nur um einen Film mit etwa jeweils zwei Stunden Laufzeit. Wer hier noch wartet, der kann eigentlich nichts falsch machen.

Auch normale Videos kann die Konsole von der Festplatte oder diversen Datenträgern abspielen. Bei den Formaten gibt sich Sony jedoch ähnlich knauserig wie Microsoft. DivX und Co werden nicht wiedergegeben, genauso wenig wie das WMV-Format von Microsoft. Allerdings ist das ein Format, welches bei legalen Videos recht häufig im Netz zu finden ist. Die Playstation 3 kann lediglich MPEG 1, 2 und 4 wiedergegeben. Bei MPEG 4 auch nicht alle Formate, sondern lediglich "Simple Profile" und "H.264". Wer andere Formate auf der Platte hat, muss diese erst noch konvertieren. Entsprechende Tools sind am Ende des Artikels in der Linkliste angegeben.

Doch die Playstation kann mehr als nur die Filme und Bilder auf dem TV anzeigen. Besitzer eine Playstation Portabel haben die Möglichkeit das Bild der großen Konsole auf den Handheld zu übertragen. Voraussetzung dafür ist neben einer PSP die große 60GB Version der Playstation 3, da nur dieses Modell WLAN hat. Wenn dann die PSP auch noch die aktuellste Firmware 3.11 installiert hat, dann können die beiden Geräte miteinander kommunizieren. Hierfür wird die PSP anfangs per USB Kabel angeschlossen und das Gerät "registriert", danach kann die Playstation 3 in den Remote-Modus geschaltet werden. Erscheint dann die Meldung, dass "Remote Play" ausgeführt wird, kann die PSP eine Verbindung aufbauen. Im Test klappte diese Verbindung jedoch nicht auf Anhieb. Zwar wurde der Access Point namens Playstation 3 gefunden, jedoch kam die Meldung, es wäre keine Playstation 3-Konsole zu finden. Nach jeweils zwei bis drei Versuchen stand schließlich dann die Verbindung. Das restliche Zusammenspiel der beiden Geräte klappt wunderbar. Ganz woanders im Haus Bilder aufrufen, im WWW surfen oder im Bett einen Video anschauen, da gibt einige interessante Möglichkeiten. Wer sich jedoch darauf freut, DVD und Blu-Ray Filme über den Handheld sehen zu können, wird schnell in die Realität zurückgeworfen. Lediglich Videos auf der Festplatte der Konsole lassen sich streamen, aber keine Kauf-Filme von DVD oder Blu-Ray. Bei den Spielen sieht es ähnlich aus. Lediglich Playstation 1 Titel, die über den Onlineshop der Playstation 3 erworben wurden, können auf den Handheld gestreamt werden. Bei Playstation 3 Titeln klappt dies nicht, außer ein Spiel bietet eine spezielle Funktion, wie beispielsweise das auf der E3 präsentierte Formel 1-Game, bei dem die PSP als Rückspiegel verwendet werden kann. Ein kleines Verbesserungsdetail wäre auch noch eine etwas größere Schriftart auf dem Handheld, wenn dieser das Bild von der Playstation 3 erhält. Sie ist zu klein, um sie angenehm lesen zu können.

Aber wie bekommt man eigentlich die ganzen Daten auf die Playstation 3? Wenn man diese als Mediencenter nutzen will, dann wäre es sehr umständlich; jede Disk extra über die Konsole auf die Festplatte zu rippen und eine angeschlossene Festplatte immer am PC zu "befüllen", ist auch nicht gerade das, was man sich unter einer modernen Medienzentrale vorstellt. Und hier liegt leider der größte Schwachpunkt der Sony-Konsole. Es gibt außer den Optionen über Datenträger und Speicherkarten keine Möglichkeit, die Dateien auf die Konsole zu bekommen. Medienfähigkeiten wie sie Microsofts Xbox 360 übers Netzwerk oder das Zusammenspiel mit dem Windows Media Center bietet, fehlen bei der Playstation 3 komplett. Sollte Sony hier nicht nachbesser, dann würden lediglich zwei "manuelle" Lösungen in Frage kommen, die jedoch mit dem MS-Kombination nicht mithalten können, gerade auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit. Wie schon weiter oben beschrieben, ist es möglich, Linux auf der Konsole zu installieren. Darüber wäre es möglich auf die Multimediadaten von PC im Netzwerk zuzugreifen. Entsprechende Mediencodes müssen dazu unter Linux allerdings auch erst noch eingerichtet werden. Als zweite Möglichkeit gibt es auch ein kleines Tool namens "PS 3 Media Center". Dies wird auf dem Rechner installiert und ist dann über den Webbrowser per IP-Adresse der Konsole erreichbar. Hier werden dann alle Verzeichnisse und Daten aufgelistet. Ein direktes Ansehen ist allerdings nicht möglich. Die Daten werden erst, wie eine Art Internetdownload, auf die Playstation 3 Festplatte überspielt und können danach aus den entsprechenden Menüs (Bilder, Musik, Videos) der Konsole gestartet werden.

Online mit der PS3

Mit der Playstation 2 und dem anfangs optionalen Netzwerkadapter hatte Sony lediglich einen ersten, zaghaften Versuch unternommen, die Spieler online zu bringen. Die Playstation 3 dagegen ist von Anfang an für Onlinegaming ausgelegt. Ähnlich wie bei der Xbox 360 logt sich der Spieler in das sogenannte "Playstation Netzwerk" ein, wobei der Einlogvorgang erfreulich schnell abgeschlossen ist. Jeder Spieler kann dabei diverse Freunde in seine Freundesliste aufnehmen, Nachrichten verschicken und an Videochats teilnehmen. Auch Verabredungen zu einem Onlinespiel sind möglich und auf umständliche Freundescodes, wie auf der Wii, wurde glücklicherweise ebenfalls verzichtet. Im Gegensatz zur Xbox 360 ist der ganze Service - zumindest im Moment - auch noch kostenlos und für die normalen MP-Partien muss nichts bezahlt werden. Da Sony im Gegensatz zu Microsoft ein etwas offeneres System bevorzugt, haben die Entwickler und Publisher auch ein wenig mehr Freiheiten. Laut Sony ist es jedem selbst überlassen, optional auch für MP Games den Spieler zur Kasse zu bitten. Die Onlinepartien funktionieren durchweg gut, allerdings fehlen doch diverse Komfortfunktionen im Onlinebereich. Ist es auf der Xbox so, dass jeder Spieler jederzeit online ist und jederzeit alle Onlinefunktionen nutzen kann, so wird bei Sony ein wenig mehr gestückelt. Nicht nur die Wiedergabe von Musiktitel endet beim Spielstart, auch auf die Freundesliste kann nicht so einfach zugegriffen werden. Nachrichten können nur im Hauptmenü empfangen werden, aber nicht im Spiel. Ähnliches gilt auch für Voice-Chats. Auf der Xbox kann man einen Film sehen, dabei vom Freund eine Nachricht zum Chatten bekommen, mit diesem chatten, während man den Film sieht und beliebige Aktionen ausführen, wie Einladung zum Spielen annehmen, andere Games starten, etc. ohne einen Abbruch beim Chatgespräch zu haben. Hier humpelt Sony doch noch ein wenig hinterher. Aber mit der Konsole kann nicht nur gespielt werden. Wie auch schon für die Playstation Portabel, so gibt es für die Playstation 3 einen Webbrowser. Darüber lassen sich auch Flash-Seiten, wie etwa Youtube, besuchen. Allerdings fragt der Browser bei jedem Seitenaufbau nach, ob ein eventuell vorhandenes Plugin zugelassen werden soll. Die Navigation ist zwar vollständig mit dem Gamepad möglich, allerdings sollte man dafür schon Maus und Tastatur verwenden, sonst wird das Navigieren und die Texteingabe zur Qual. Aber selbst damit ist die Handhabung nicht mit einem PC-Browser zu vergleichen. Gerade auch, wenn man Firefox (oder einen anderen Browser) mit nützlichen Erweiterungen nutzt, dann fasziniert die PS 3-Version des Surfens nicht lange. Es können zwar mehrere Browserfenster geöffnet werden, doch wer in einem Fenster einen Soundstream laufen lässt und dann das Fenster wechselt, der wird buchstäblich im stillen Kämmerlein sitzen. Der Sound ist dann nämlich weg. Auch der Seitenaufbau dauert auf der Konsole länger als auf einem PC, der über genau den gleichen Anschluss ins Internet geht und es fehlen weitere Zoomstufen. Am Besten wäre hier ein stufenloser Zoom. In der normalen Ansicht ist das Lesen einer Webseiten nicht gerade eine Freude für die Augen. Möchte man jedoch nur mal kurz was nachschauen oder E-Mail abrufen, dann ist der Browser eine nette Beigabe.

Nintendo hat den "Shop-Kanal", bei Microsoft heißt es "Xbox Live Marktplatz" und Sony setzt auf den "Playstation Store". Dieser wird direkt über die XMB aufgerufen und präsentiert sich in Form einer Webseitendarstellung und erinnert an Onlineshops. Im Gegensatz zu Microsoft wird hier nicht nur auf eine schlichte Textdarstellung gesetzt. Optisch ist der Shop recht ansprechend und übersichtlich aufgebaut. Die einzelnen Bereiche sind klar strukturiert und Neuerungen sowieso die Top 10 immer gut im Blickfeld. Auch die preisliche Gestaltung gibt wenig Anlass zu Kritik. Kostenpflichtige Downloads sind klar zu erkennen und die Preise sind direkt in Euro angegeben. Also kein Versteckspiel hinter irgendwelchen Punkten. Ebenfalls schön, dass Sony zumindest momentan noch nicht versucht mit Kleinstdownloads wie Bildern oder Cheats zu locken. So "korrumpiert" ist das Onlineangebot glücklicherweise noch nicht. Auch das Herunterladen der Dateien im Hintergrund ist mit der aktuellen Firmware 1.6 inzwischen möglich. Vielleicht liegt es auch daran, dass es noch nicht so viele Playstation 3 Nutzer gibt, aber die Geschwindigkeit der Downloads ist deutlich besser als auf der Xbox 360. Doch auch bei Sony darf nachgebessert werden. Die Downloads sind zwar schnell, der Aufbau des Shops ist allerdings recht lahm. Hier merkt man den stückchenweisen Aufbau der Webseite, wenn die ganzen Grafikelemente einzeln geladen werden. Die Navigation per Gamepad geht zwar nach einiger Zeit gut von der Hand, trotzdem ist das "Springen" per Richtungstasten von Feld zu Feld ein wenig umständlich. Da wären einige Hotkeys besser gewesen. Auch ein "Zurück" scheint es beim Marktplatz nicht zu geben. Es gibt lediglich einen Button zum Verlassen des Playstation Stores. Kurios ist auch das Dateimanagement der Konsole. Es wird überhaupt nicht registriert oder angezeigt, ob man einen Download schon getätigt hat. Wer will, kann sich fünf Mal einen Trailer saugen und hat am Ende fünf genau gleiche Videodateien in der Playliste. Leider ist auch das Management von Test- und Kaufversionen recht umständlich. So ist es nicht möglich, wie bei Xbox Live Arcade-Games, aus einer Testversion mit einem Klick die Vollversion zu machen. Hierfür muss die Vollversion komplett neu runtergeladen werden. Im Gegensatz zu Nintendo gibt es allerdings wenigstens einige Testversionen. Ein PC-Feature hat Sony ebenfalls aufgegriffen: Die Spiele(demos) müssen vor der Benutzung installiert werden. Das sind allerdings alles eher Kleinigkeiten, an die man sich mit der Zeit gewöhnt bzw. die nicht so sehr ins Gewicht fallen. Dem freudigen Onlinekauf stehen leider zwei deutliche Mankos gegenüber. Zum einen gibt es momentan als einziges Zahlungsmittel Kreditkarte, die in Deutschland nicht gerade so weit verbreitet ist. Sehr, sehr ärgerlich, da Nintendo und Microsoft zeigen, wie es anders gehen kann. Zum anderen ist die Auswahl an Downloads mit einem deutschen Account sehr dürftig. Sony hat sich dazu entschlossen hierzulande nur Downloads anzubieten, die maximal USK 12 sind. Downloads von 16er (wie Genji) oder 18er Titeln (Resistance: Fall of Man) sind bislang nicht ohne "Fake-Account" möglich.

Games, Games, Games

Für manche kommt es nach dem ganzen Multimediakrempel wie eine Überraschung, aber man kann tatsächlich mit der Konsole auch spielen. Zum Launch Ende März standen auch zahlreiche Titel - knapp 30 Stück - in den Läden. Gerade durch die Verschiebung von November 06 auf März 07 hat das Lineup einige sehr gute Titel dazu bekommen. Zahlenmäßig wird zumindest einiges geboten. Auch die unterschiedlichsten Geschmäcker werden bedient, wobei Action sowie Renn- und Sportspiele besonders stark vertreten sind. Doch Masse allein bringt es nicht bzw. rechtfertigt nicht unbedingt den Kauf. Ein Großteil der Spiele sind nämlich leider nur Titel, die es schon für andere Konsolen, insbesondere Xbox 360, gab. Auch die weiteren Titel, die nach dem 23.03 kamen bzw. in naher Zukunft kommen werden (Splinter Cell, Oblivion, etc.) sind nicht mehr ganz taufrisch. Während PS3 Besitzer den Vollpreis für Oblivion zahlen dürfen, greifen andere bereits zum Budgetpreis zu und können auch schon ein AddOn erwerben. Mit Fight Night, Tiger Woods und Need for Speed von EA, Call of Duty 3 und Tony Hawks Projekt 8 von Activision, Blazing Angels: Squadrons of WWII und Enchanted Arms von Ubi Soft, Full Auto 2 und Sonic - The Hedgehog von Sega und Ridge Racer 7 kommen zwar viele sehr solide (bis auf Sonic), aber auch längst erhältliche und bekannte Spiele in die Regale. So manches Spiel, wie Ridge Racer 7 oder das kommende Oblivion, hat zwar eine leichte Überarbeitung erfahren, doch Wunder sollte man nicht erwarten. Den für die PS 3 optimierten Shader-Code für Oblivion bekommen Xbox 360-Spieler schon jetzt per kostenlosen Download nachgereicht. Andere aktuelle Titel wie Virtua Tennis 3 kommt für PS3 und 360, wobei Xbox Spieler einen Onlinemodus haben. Auf der Playstation 3 gibt es keinen. Bei Virtua Fighter 5 sieht es anders aus. Da müssen sich die MS-Zocker noch ein wenig gedulden, bekommen das Spiel aber auch. Auch in Sachen Grafik hat die Sony-Konsole keinen Titel, der optisch besser oder merklich besser als die Konkurrenz ist. Teilweise hinterlassen Multiplattformtitel einen schlechteren Eindruck auf der PS 3. Genau da liegt das große Problem. Es gibt kaum Exklusivtitel, die bislang erhältlich sind und das Potential der Konsole zeigen. Auf der E3 2005 wurden so viele tolle Trailer gezeigt und bislang werden nur Titel geboten, die es auch auf der 360 gibt oder technisch geben könnte. So mancher Titel, wie beispielsweise Devil May Cry 4, wurde inzwischen auch schon als Multiplattformtitel für beide Systeme angekündigt. Neben exklusiven Downloads (wie z. B. Lemmings) sind es primär die Sony-Titel, die man nur auf der Playstation 3 genießen kann. Resistance: Fall of Man und MotorStorm waren dabei die Lieblinge so mancher Erstkäufer. Ausführlichere Reviews zu den beiden Titeln sind in Arbeit und werden in Kürze nachgereicht. Groß waren auch die Töne in Bezug auf HD-Auflösungen. "Die nächste Generation beginnt erst, wenn wir es sagen" oder "Nur 1080p ist True-HD" waren einige der Sony-Werbesprüche. Aber gerade im Bereich 1080p rudern die Entwickler langsam wieder zurück auf 720p. Diesmal ganz still und leise.

Die Playstation 3 soll aber nicht nur die neusten Spiele in HD-Qualität auf den Schirm zaubern. Abwärtskompatibilität war bei Sony ein sehr wichtiges Thema. Nahezu 100% wurde vollmundig versprochen und die "Versuche" von Microsoft mit Hilfe eines Emulators belächelt. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten bei den US- und Japan-Geräten mit der Bildausgabe war es jedoch möglich, nahezu jeden Playstation 1 oder Playstation 2 Titel auf der neuen Konsole zu spielen. Kurz vor dem Launch in Europa sickerte jedoch die Nachricht durch, dass die Europäer eine leicht veränderte Konsole bekommen. Die Emulation erfolgt bei europäischen Geräten nicht mehr nur über Chips, sondern inzwischen ebenfalls per Softwareemulator. Groß war da der Aufschrei einiger Spieler, der insbesondere dann verständlich ist, wenn man sich anschaut, wie es auf der 360 aussieht. Bis zu 1000 Titel, so versprach Sony, würden bis zum 23.03 auf der Playstation laufen. Weitere würden wohl eventuell per Patch kompatibel gemacht. Nur so ein Support wird auch nicht ewig dauern und es wurde auch in der offiziellen Pressemeldung nicht als Langzeitunterstützung angeprisen. Das Ärgerlichste war jedoch, dass die Liste erst am 23.03 - zum Release - geben würde. Der Launchkäufer hätte also keine Chance vorher mal zu schauen, ob seine alten Titel überhaupt noch laufen. Das Ende der Geschichte war dann jedoch, dass die Liste einige Tage vor dem Verkaufsstart von Sony online gestellt wurde. Zumindest in Sachen Anzahl war die Liste recht ansehnlich. Über 1500 Spiele sollten auf der Konsole laufen und Sony hatte zuvor nur von etwa 1000 gesprochen. Ins Grübeln kam man jedoch, wenn man sich die Liste genauer anschaute. Es liefen zwar viele Titel, aber so manches Highlight fehlte gänzlich, wie etwa die Final Fantasy-Serie. Bei anderen gab es nur eins von maximal drei Kästen, die die Stufe der Kompatibilität angeben. Laut Sony ist bei den Titeln mit größeren Einschränkungen/ Problemen zu rechnen. Um welche Probleme es sich bei dem jeweiligen Titel genau handelt, wurde nicht gesagt. Dafür gab es aber noch den Tipp keinen 60Hz Modus bei den alten Titeln zu verwenden und Videosequenzen abzubrechen, was nicht gerade eine optimale Lösung bei Problemen ist bzw. um diese zu umgehen. Mitunter waren auch drei oder vier Einträge eines Spiels in der Liste, da jede Version des Titels (also beispielsweise Original, Budgetversion, etc.) einzeln aufgezählt wurde. Teilweise schwankten dabei innerhalb eines Spiels die Kompatibilitätsangaben. Zwar hatte man nun eine Liste mit mehr oder weniger kompatiblen Spielen, doch so ganz wusste man dann doch nicht, was einen am 23.03 erwarten würde. Der Softwareemulator hat sich am Ende dann als doch so unausgereift präsentiert, wie auf der 360. Zwar konnten nur einige wenige Titel ausprobiert werden, doch selbst Spiele mit nur einem von drei Kompatibilitätspunkten, wie beispielsweise das vor kurzem veröffentlichte "Grand Theft Auto: Vice City Stories" liefen wunderbar. Ab und zu kommt zu einem ganz kurzen Ruckler, aber von den "deutlichen Einschränkungen" war nichts zu sehen. Zumindest wenn das Spiel läuft, dann ist der Softwareemulator doch gar nicht so schlecht. Das Bild sieht sehr ordentlich aus und auch leichtes FSAA sorgt für weniger Kantenflimmern. Ärgerlich nur, dass Neuerscheinungen nicht automatisch funktionieren. Ähnlich wie bei Microsoft laufen auf der Playstation 3 nur die Spiele im Emulator, die eine offizielle "Freigabe" dafür bekommen habe. Daher ist es wünschenswert, das Sony in regelmäßigen Abständen nachbessert und den Emulator weiter verbessert und die Sache nicht so schnell im Sande verlaufen lässt wie Microsoft. Echte Speicherkarten werden für den Emulator nicht benötigt. In den Konsoleneinstellung lassen sich virtuelle Speicherkarten erstellen und müssen lediglich noch Steckplatz eins oder zwei zugeordnet werden. Leider lassen sich diese virtuellen Speicherkarten nicht auf einen USB Stick kopieren. Bei ganz normalen Playstation 3 Spielständen ist es dagegen möglich, ein Backup anzulegen.

Nützliche Links

- Playstation 3 Abwärtskompatibilitätsliste

- Offizielle Playstation Seite (u.a. Download der aktuellsten Firmware)

- Deutsches Playstation-Forum

- Infoseite rund um Linux auf der Konsole (Installationsanleitungen, Bootloader und Linux Distributionen)

- Playstation Media Center X (IP-Verbindung zum Download von Videos, Musik und Bildern zum PC)

- PS 3 Video 9 (Videokonverter)

- MeGUI (Videokonverter)

Licht am Horizont?

Eine Bewertung nach zwei Wochen zu fällen ist nicht einfach. In zwei Wochen hat man nur einen Bruchteil der Funktionen und Spiele länger genutzt und es handelt sich nur um eine kurze "Momentaufnahme". In einigen Monaten sind zahlreiche neue Spiele auf dem Markt und durch Updates lässt sich so einiges noch ändern. Bei all den Nörgeleien an der Playstation 3 sollte man auch nicht vergessen, dass die Konkurrenz ebenfalls nur mit Wasser kocht. (Wer hat da Lautstärke und Ausfallquote gesagt? *g* ) Bei Ausgaben im Bereich mehrere Hundert Euros ist es wichtig sich zu fragen, welche Funktionen man haben will, was man braucht und was man nutzen will. Die Playstation 3 beinhaltet moderne Technik und mit Blu-Ray sollen auch viele Filmfans angesprochen werden. Wer mit Einschränkungen die Konsole als PC Ersatz nutzen will, HD-Filme braucht und auf die irgendwann erscheinenden Playstation Exklusivkracher steht, der bekommt viel fürs Geld. Will man aber keine Filme für 30+ Euro kaufen und primär spielen, dann sieht es schon wieder ganz anders aus. Warum soll man da 600€ ausgeben, wenn man für 50-75% weniger einen Großteil der Spiele auf der 360 zocken kann? Die Auswahl an Titel ist recht groß und teilweise sind so manche Titel zum Schleuderpeis erhältlich wofür PS 3-Spieler noch den Vollpreis zahlen dürfen. 2007 sind für die Xbox mit Mass Effekt, Bioshock, Halo 3, Project Gotham Racing 4 oder Flat Out einige sehr interessante Titel angekündigt. Grand Theft Auto 4 oder Devil May Cry kommt auch nicht mehr exklusiv für die Sony-Konsole. Teilweise sogar zeitgleich für beide Systeme. Ist Playstation Home die Lösung? Eine virtuelle Welt, eine Art Second Live auf der Konsole? In Videos klingt es wunderbar mit seinen Freunden ein virtuelles Leben zu führen, sich gemeinsam Filme anzusehen, eine Party zu veranstalten oder zu chatten. Aber was ist mit den essentiellen Bestandteilen? Wäre es nicht besser, wenn Sony erst einmal daran arbeitet, dass man immer und jederzeit die eigene Musik hören kann, bevor man diese in der virtuellen Wohnung anderen vorspielen kann? Wäre es nicht besser, wenn man erst einmal aus jedem Spiel mit seinen Freunden Nachrichten auszutauschen und Voicechats führen kann, ganz gleich was der andere auf der Konsole macht? Wenn eine Konsole schon eine größere Festplatte als die Konkurrenz anbietet, dann sollte man zumindest auch eine gute - wenn nicht gar bessere - Möglichkeit haben, den Überblick zu behalten. Momentan gibt es zu wenig, was den Kauf der wunderbar leisen Konsole rechtfertigt. Wer wartet, der macht da wenig falsch und bis die ersten Must-Have-Titel erscheinen, gibt es ja vielleicht auch schon ein Gamepad mit Rumble und die erste Preissenkung. =)




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