yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

Pac-Man World 3
Painkiller
Painkiller: B.o.of Hell
ParaWorld
Paradise
Pariah
Pate, Der
Pathologic
Perfect Dark Zero
Pink Panther
Piraten - H.d.Karibik
Pirates o.t.Caribb. 3 (PC)
Pirates o.t.Caribb.3(360)
Pirates! (2004)
Pitfall: D.verl.Expedition
Planescape Torment
Planet der Affen
Port Royale 2
Post Mortem
Powerdrome
Prey
Primal
Prince of Persia
Prince of Persia Classic
Prince of Persia Revel.
Prince of Persia SoT
Prince of Persia Two.Th.
Prince of Persia WW
Prince of Persia v. Zeit
Prince of Persia vZ Wii
Prisoner of Ice
Privateer 2
Project Eden
Project Goth. Racing 2
Project I.G.I.
Project Nomads
Psi-Ops
Psychonauts
Psychotoxic
Project Nomads  


Info
Autor 4+
 2
 2
 1.5
Gesamt (65 votes) 2
 1.7
 1.6
 1.9
Name:Project Nomads
Genre: Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2002/10
Publisher: CDV
Entwickler: Radon Labs
Hardware: 450Mhz, 64MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: 2
USK: 12
Project Nomads (review von look)

Im Chaos der Kriege zerbrach die Welt und die alte Zivilisation der Baumeister ging unter.

Heute lange nach der Katastrophe, ist die alte Welt nur noch eine Legende. Die wenigen Überlebenden haben sich auf den schwebenden Trümmern des Planeten Aeres niedergelassen....die langsam durch das endlose Meer der Wolken treiben. Nomaden sind sie, rastlose Abenteurer auf der Suche nach ihrer Bestimmung...

Sie kamen vom grauen Markt. Drei Freunde, Nomaden, Abenteurer. Susie, Goliath und John - sie waren die Besten weit und breit, wenn es um heikle Aufträge ging.

Trevayne, der alte Halsabschneider, hatte ihnen einen Tipp gegeben... eine geheimnisvolle Insel im Gebiet der Wächter, schwer bewacht, sehr gefährlich, aber es lockte reiche Beute... ein Artefaktlager der alten Baumeister. Damit hätten die drei Abenteurer für immer ausgesorgt... obwohl Trevayne natürlich seinen üblichen Anteil abziehen würde. Es ging auch alles glatt, bis plötzlich ein Geschwader von Jägern aus den Wolken auftauchte...

Sie hatten keine Chance. Zwei der Freunde fielen sofort den Wächtern in die Hände. Einer wurde als tot zurückgelassen, als sein Flugzeug, verfolgt von den Jagdgeschwadern, an den Felsen einer einsamen Insel zerschellte...

Netter Anfang nicht wahr, endlich mal etwas neues auf dem Markt und ein wirklich besonderer Genremix, gepaart mit einer zwar etwas flachen dafür um so erbaulicheren Story. Schön zu wissen, dass dieses Game auch noch aus deutschen Landen kommt (entwickelt wurde es von Radon Labs) , ein guter Beweis dafür, dass die inländischen Spieleschmieden sich so langsam mausern.

Die Vorgeschichte läßt schon erahnen, um was es im Verlauf gehen mag. Zu Anfang können wir uns für einen der drei zur Auswahl stehenden Charaktere entscheiden. Da wäre Goliath, wie der Name vermuten läßt ist er eher für das grobe zuständig, seine Waffen sind monströs und haben viel Durchschlagskraft, dafür sind sie sehr schwer zu handhaben. Dann ist da noch John, der eher technisch versiert ist und Susie, die ein guter Kompromiß zwischen der technischen Seite und der magischen ist. Gestrandet, oder eher abgeschossen, finden wir uns auf einer Insel im Niemandsland wieder. Durch uns wurde einer der alten Baumeister unsanft aus seiner Gefangenschaft befreit. Um sich erkenntlich zu zeigen versorgt er uns erst mal mit dem Allernötigsten. Zum Spielbeginn schickt er uns in Form eines Tutorials dann weiter von einer Mission zur nächsten, immer mit dem einen Hintergedanken: ja, ja, nichts ist immer so wie es scheint.

Wir durchqueren die Weiten dieses Lebensraumes auf unserer eigenen Insel - schwebender Weise bewegen wir uns so von einem Navigationspunkt zum nächsten. Da wir uns eher in feindlichen Gefilden aufhalten, wird unsere Insel natürlich mit den Artefakten der alten Baumeister nach und nach ausgerüstet, um den Angreifern trotzen zu können. Dabei müssen wir uns auch mal auf des Schusters Rappen durch die Gegend bewegen, auch wenn wir ein Jetpack unser eigen nennen.

Technik und Magie sind unsere Wegbegleiter durch die Wirren dieser Welt. Kommen wir wieder zurück zu den doch sehr unterschiedlichen Spielelementen, die das Ganze interessant machen. Es besteht, wenn man so will, aus einem Konglomerat von vier Genren. Zum einen haben wir da das Aufbauprinzip. Wie erwähnt können wir unsere Insel mit den auf dem Weg oder in Kämpfen gefundenen Artefakten ausrüsten, umbauen, verbessern oder diese selbst noch zu höherem bestimmen. Zu aller erst hätten wir da unterschiedlich geartete Projektilwaffen - umgangssprachlich auch Flaggeschütze, dicke Berta oder Raketenwerfer genannt. Diese können durch Kombination mit ihren eigenen Artgenossen auf höhere Stufen ausgebaut werden, erforderlich hierfür ist aber eine Artefaktpresse. Nicht alles ist immer kombinierbar, deshalb ist dieser Part etwas eingeschränkt. Da unsere einzige aber nicht unerhebliche Ressource "Energie" ist, brauchen wir natürlich auch Kraftwerke und Energie-Silos, um unsere Insel auch betreiben zu können. Des weiteren bietet das Spiel den Umgang mit Fluggeräten wie Flugzeugen, Bombern oder Raketen, diese können selbst gesteuert werden. Ein Umstand der viel zu häufig in Gebrauch ist :-) und man so manches mal kalt überrascht wird, nur weil man mal wieder den Kopf in den Wolken hat. Leider ist der Bauplatz beschränkt und das Angebot bzw. die Artefakte, die man findet und erschaffen kann, größer als der Platz der zur Verfügung steht, deshalb sollte man sich immer überlegen, was für welche Mission gebraucht wird - Navigationsturm und Leuchtturm sind jedoch integraler Bestandteil. Außerdem sollte man die Artefakte noch zwischen roten und blauen unterscheiden, denn dies ist für die Strategie vor allem am Anfang wichtig, da die roten mehr bzw. größerer Aufmerksamkeit in Bezug auf Wartung und Reparatur bedürfen. Diese können einmal aufgestellt nicht wieder verpflanzt werden, so sind sie auch bei Zerstörung unwiederuflich verloren. Zum zweiten hätten wir die Komponente Strategie, eine der wichtigsten Prinzipen in diesem Spiel, denn die Haudraufmethode führt bei den meisten Leveln nicht zum erwünschten Ziel. Man muß schon ein wenig taktieren und dabei ist die Ausrüstung ein integraler Bestandteil. Wo hab ich welche Waffen aufgebaut, wo sind welche Feinde zu finden und womit sind sie ausgerüstet. Fragen die meistens erst mal mit einem Erkundungsflug geklärt werden müssen. Danach kann man dann entscheiden, wie man vorgehen möchte.

Die Aufgabenstellung ist dabei nicht außer acht zu lassen, denn man muß sich um seine eigene Insel kümmern und auch mal um die von anderen Mitstreitern. Es ist nicht immer erforderlich alles in Grund und Boden zu schießen, deshalb sollten die Mittel immer abgewägt werden, die man einsetzen will, vor allem im weiteren und fortgeschrittenem Spielverlauf kommt man um Bebauungsänderungen nicht herum. Dabei sollte man immer darauf achten, wie die Energiereserven eingesetzt werden und ob man nicht auch mal einen Rückzug in Betracht ziehen sollte. Das hilfreichste Mittel sind aber die Flugzeuge, die immer wieder neu produziert werden können, somit sind Kamikazeflüge keine Seltenheit und werden auch von den Gegnern sehr häufig benutzt.

Damit wären wir eigentlich schon bei dem dritten Part, der Action. Davon gibt es reichlich in diesem Spiel, Gegner "On Mass" unterschiedlichster Art. Ob nun Flugzeuge bekämpft werden müssen, Zeppelinminen entschärft, Waffenfabriken und Hangars zerstört, Geschütze ausgeschaltet, Insektenwesen vertrieben oder Kraftwerke zerbombt werden müssen, es ist immer etwas neues dabei und man muß immer auf alles gefaßt sein. So kann Project Nomads wirklich als reines Ballerspiel bezeichnet werden - vor allem wenn ein Geschwader Flieger im Anflug ist. Dabei muß man nicht nur mit Angriffen durch Waffen rechnen, auch die Kamikaze-Aktionen einiger Piloten lassen einen gehörig schwitzen. Dazu kommen dann noch andere Aufgaben wie das Verteidigen anderen Schiffe....ähh Inseln, der Geleitschutz ebensolcher oder das Halten von Stellungen - koste es was es wolle, Des weiteren ab und an Landmissionen oder die Infiltration des Gegners und dessen Vernichtung. Zu den Landmissionen: diese sind meist auf einen Nenner zu bringen- suche Objekte und schieß die Käfer die dort hausen mit Hilfe deiner magischen Artefakte ab. Dazu gibt es dann Kampfzauber, die man gegen solcherlei Getier einsetzen kann. Aber auch Missionen ohne viel Getümmel sind vorhanden, da es ein paar reine Fliegermissionen gibt, die einen wirklich zur Verzweiflung treiben können, Gott lob sind sie meistens nicht sehr lang. Bei all den Kämpfen sollte man nicht vergessen, dass man zwischendurch noch seine Insel manövrieren muß und diese wieder repariert, es ist also viel zu tun, glücklicherweise unterstützen uns dabei die automatischen Geschütze, die man aber jederzeit selbst steuern kann.

Die letzte und vielleicht unterentwickelt Spielart ist der Adventurepart, der nicht sehr ausgeprägt ist. Er beschränkt sich eigentlich nur auf das Finden und Einsammeln von Artefakten, benötigten Teilen oder Personen- mehr ist dort nicht zu erledigen. Dies gestaltet sich meist in Form einer Suche auf einer Insel mit ein paar Feinden und einiger doch manchmal sehr nervigen Hüpfeinlagen. Schade eigentlich, denn das Spiel würde mit einer gehörigen Portion Rätselanteil alles abgedeckt haben, was man an Spielgenres finden könnte. Leider besteht die einzige Interaktion mit dem Spiel darin, seine Waffen sprechen zu lassen, ein wenig mehr wäre von Vorteil gewesen. Bei den bisherigen Optionen im Singleplayer möchte man fast meinen, dass es ein bißchen viel wäre, jedoch bekommt man alles sehr gut in den Griff.

Das Spiel wirbt auch noch mit einem Multiplayer-Part, womit man gleich zu den Schattenseiten kommt, wovon es leider einige gibt. Fangen wir mit dem größten aller Ärgernisse an, dem nicht vorhandenen bzw. nicht benutzbaren Multiplayer. Im Grunde ist das Spiel prädestiniert dafür, einen sehr gut ausgebauten Multiplayer sein Eigenen nennen zu dürfen, denn so was wäre wirklich einmalig in dieser Genre-Konstellation. Doch auch wenn sich die Verpackung mit dem Gamespy Logo schmückt, ist diese Unterstützung noch nicht implementiert. Es wird zwar daran gearbeitet, doch wann es soweit ist, darüber schweigen sich Macher und Publisher aus.

Im Grunde schon fast ein Betrugsdelikt (kaufmännisch gesehen eine nicht vorhandene "zugesicherte Eigenschaft", woraus sofortiges Umtauschrecht resultiert ;-)), aber wer wird denn immer gleich das Schlimmste annehmen. Das Multiplayspiel soll eigentlich durch Eingabe der direkten IP funktionieren, was bisher aber so noch nicht klappt. Außerdem fehlen die einfachsten Formen und Standards eines solchen Parts, keine Ping-Anzeige, keine für den Hoster, kein spielinterner Chat, keine Einstellmöglichkeiten für den Spieleröffner, weder Bannliste noch Paßwort. Man erkennt als Client noch nicht mal was gespielt wird, von einem dedicated Server will ich gar nicht sprechen, oder von einem Skirmishmode. Daß das ganze auf 8 Spieler begrenzt ist, nun gut, läßt sich vielleicht nicht anders machen. Trotz der 15 Maps die es gibt, sind die Spielmodi auf das übliche Deathmatch, Team Deathmatch und Koop beschränkt, dabei bieten sich viel mehr solcher Modi an, CTF, das allseits beliebte Bomben legen a la CS, reine Flugzeuglevel oder nur mit eine Art Jetpack-Rugby. All dies ließe sich durchaus in ein eigentlich dreidimensionales Level einbringen. Wenn er aber nicht funktioniert, dann kann man darüber noch so viel philosophieren, erst mal muß es überhaupt vorhanden und benutzbar sein. Dass viele deswegen zu Recht sauer werden, wenn ein versprochener und beworbener Modi nicht funktionstüchtig ausgeliefert wird und auch nicht dem auf der Featureliste angepriesenen Umfang bietet, ist verständlich. Unverständlich ist jedoch, wie erstens so etwas überhaupt durch eine Qualitätskontrolle eines Publishers rutschen kann und zweitens, warum man nicht das ganze nach hinten verschiebt, wenn man Probleme damit hat, was ganz bestimmt nichts neues für die Gamer wäre und besser für den Ruf des Publishers, den man sich mit solchen Aktionen einhandelt. Ich denke, das wird einer der großen Brocken sein, an dem man schnellstens arbeiten sollte, will man nicht, daß das ganze zu einem riesigen Bumerang wird.

Nachtrag zu Patchverbesserungen siehe unten.

Genug geärgert über Sachen die nicht vorhanden sind....upps, bin ja schon wieder beim Thema. Nun gut sieht man sich die heutigen Standards mal an, so ist es unbegreiflich, wie man ein Spiel ohne selbst konfigurierbare Tastatur und Mausteuerung heraus bringen kann, so was ist heute einfach inakzeptabel. Genauso die nicht im Spiel einstellbare Tastenbelegung von Joypads und Sticks, denn es bietet sich geradezu an, solcherlei Hilfsmittel zu benutzen (vielleicht wäre eine Force-Feedbackfunktion das Tüpfelchen auf dem "i"). Des weiteren stößt es negativ auf, dass in einem von Strategieelementen durchwebten Spiel, in denen alle Waffen auch manuell benutzbar sind, keine Hotkeyfunktion zur direkten Ansteuerung derselben implementiert wurde. Das gleiche gilt übrigens auch für das Navigieren der Insel zwischen den fest vorgegeben Navigationspunkten, es ist einfach unverständlich und dabei so banal. Da fallen die anderen Kleinigkeiten schon fast unter den Tisch. Trotzdem sollten sie erwähnt werden. Da wäre das Rückwärtslaufen der von uns gesteuerten Protagonisten, denn auch wenn es kaum erforderlich ist, so muß man ab und zu auch mal zu Fuß die Flucht ergreifen, dass dies nur vorwärts möglich ist, weil man rückwärts nicht mal so schnell wie 'ne Schnecke voranschreitet, ist bei Landmissionen unzumutbar. In die gleiche Kerbe schlägt die Kampfzauberauswahl, denn diese funktioniert nur, wenn man still steht, dass der Feuerknopf dabei dann auch noch das Mausrädchen ist, ist zugleich die Krönung. Ebenso die Steuerung bei aktivem Jetpack. Dort wird nach dem Abheben auf Flug bzw. Flugzeugsteuerung umgeschaltet, was zur Folge hat, dass die Taste vorwärts unweigerlich nach unten steuert. Einmal daran gewöhnt klappt es zwar, sollte aber eigentlich auch im Handbuch stehen, der begrenzte und sehr uneffektive Bildausschnitt beim Jetpackfliegen ist da schon störender. Da die Ziele meist unter einem liegen, sollte die Kamera wenigstens auch so angebracht sein, dass man auch nach unten sehen kann und zwar beim Fliegen, denn Treibstoff ist rar und ständiges Schweben keine rechte Alternative.

Leider gibt es da noch ein großes Ärgernis und zwar die beworbene und die im Spiel enthaltene Featureliste divergieren doch erheblich. Da wären die angepriesenen Zaubersprüche zu nennen, die nicht in dieser Anzahl pro Player vorkommen oder die doch sehr begrenzte Auswahl an Artefakten und ihre Kombination miteinander. Unterschiedliche Tageszeiten und Wetterverhältnisse sind einem zwar untergekommen, aber nicht während eines Levels. Uneingeschränktes Navigieren zwischen den Inseln, auch dort leider nein, denn man bewegt sich auf vorgeschriebenen Pfaden. Dass eine schwebende Insel nicht im dreidimensionalen Raum navigieren kann, ist auch so ein Ding. Vorwärts und rückwärts zwischen den Navigationspunkten ist möglich, hoch und runter jedoch nicht, außer mit den Flugzeugen, die beweisen, dass es durchaus realisierbar ist. Dass dann auch noch der Multiplayer nicht richtig funktioniert, setzt allem das Sahnehäubchen auf.

Schade ist auch, dass man die Insel nicht erweitern kann, oder tauschen, vielleicht sogar im Voraus selbst entwerfen. Die eigenentwickelte Engine wäre sicher mittels eines Editors dazu in der Lage.

Da wären wir auch schon bei der Grafik und die ist wie ich finde sehr gut gelungen. Partikeleffekte und Explosionen sind durchaus vergleichbar mit anderen derzeitigen Vollpreisspielen. Die Architektur ist den Gegebenheiten angepaßt und die Bauten verändern auch ihr "Gesicht" je nachdem, welchen der Protagonisten man spielt. Dass die Welt aus zerklüfteten Inseln aufgebaut ist, liegt an der Geschichte und ist stimmig eingesetzt worden, auch die meist vorhandenen Erdfarben der Texturen. Leider sind die NPC nicht so detailliert dargestellt, wie unsere Hauptperson, aber was soll´s, schließlich sind wir sowieso meist allein und da paßt es gut, dass die Bauten auf der Insel mit viel Liebe modelliert wurden. Das ganze läuft auch verhältnismäßig flüssig, selbst dann, wenn viel um einen los ist. Daher haben auch etwas schwächere Rechner wohl kaum Probleme. Die Details können in drei Stufen eingestellt werden und Auflösungen 640 x 480; 800 x 600 und 1024 x 768 werden geboten. Wie gesagt ist die Nebula Device genannte Engine eine Eigenentwicklung von Radon Labs, also für diejenigen, die Spaß an so etwas haben sollten vielleicht mal auf der Seite vorbei schauen.

Die Soundkollagen könnten für mein Geschmack etwas mehr Stimmung verbreiten, vor allem die Hintergrundmusik könnte ein Update vertragen. Sie ist zwar äußerst stimmig, baut jedoch kaum Atmosphäre auf. Dafür sind die Kampfgeräusche um so eindringlicher, vor allem wenn mal wieder die Insel massiv angegriffen wird. Man weiß manchmal nicht mehr, von wo denn noch alles die Gegner herkommen wollen, überall das Rattern der Geschütze, alles echt nett umgesetzt, fehlt nur noch, dass die Musik dann auch ein wenig den Part des Gänsehauterzeugers übernehmen könnte. Schade allerdings ist, dass die Hauptperson eigentlich gar keinen Text hat, so klappt eine Identifizierung mit dem Charakter nicht ganz.

Als Fazit läßt sich sagen: das Spiel hat Potential- verdammt viel sogar. Dass der Singleplayer nur eine Spielzeit von maximal 20 Stunden besitzt, kann durch die drei unterschiedlich zu spielenden Charaktere ausgeglichen werden. Die jedoch negative Bewertung rührt von den doch reichlich noch zu behebenden Kleinigkeiten und vor allem dem nicht funktionierenden Multiplayer-Part her. Wenn dies behoben wird und dem Multiplayer die Aufmerksamkeit zu Teil wird, die er verdient, könnte daraus ein sehr gutes Spiel werden. Bis dahin muß aber noch viel getan werden.

Momentan ist es eher bedingt zu empfehlen, wer auf einen Multiplayer verzichten kann, ist gar nicht so schlecht bedient. Die Story ist mal etwas anderes, genau wie die Levelarchitektur und das Gameplay. Vor allem der Genremix ist hier hervor zu heben, ist so etwas doch bisher sehr selten. Wer genug von Shootern hat, kann sich hier mal ein wenig anders austoben. Auch die anderen Fraktionen der Spielerschar sind gut bedient, wenn sie dieses Spiel im Auge behalten. Eigentlich stimmt alles daran, bis auf die technische Umsetzung einiger Komponenten. Also laßt euch nicht entmutigen, es lohnt sich allemal es anzutesten, doch Vorsicht bei denen, die unbedarft in jede Schlacht ziehen, hier ist auch Taktik gefragt, gepaart mit einer schnellen Reaktion und einem guten Gespür für den richtigen Zeitpunkt und ihr habt euch einen Virus eingefangen, der euch hoffentlich auch bald in anderen Modi zur Verfügung steht. Wie immer muß gesagt werden, wenn ein Spiel nicht ganz dem entspricht, was die Verpackungs-Texte versprechen, achtet auf das Preis/Leistungsverhältnis, ansonsten viel Vergnügen.

Nachtrag: Mit dem letzten Patchupdate (mehr kommt nach Aussagen der Entwickler auch nicht mehr), ist nun das Spielen im Multiplayermodus auch über das Internet möglich. Erforderlich ist dafür die neuste Gamespyversion. Damit haben sie ihre Zusage aber nur sehr rudimentär eingehalten, der Koop-Modus wurde nicht implementiert (dieser wurde zwar auf der Homepage zum Spiel beworben, auf der eigentlichen Spielpackung und im Handbuch ist davon aber nichts mehr zu finden). Weitere Veränderungen oder Mängel (oben schon erwähnt) wurden nicht beseitigt oder verändert. Selbst die angebotenen Modi´s wurden nicht erweitert, wer glaubt, dass die Modcommunity noch etwas nachliefern wird, kann diese Hoffnung auch begraben, denn durch das desaströse Verhalten im wichtigen Launchabschnitt wurde jegliche Verbesserungsbereitschaft im Keime erstickt. Somit wurden nur die zugesagten Eigenschaften des Spieles eingehalten. Deren Nutzung bleibt aber durch die Mängel eher fraglich und ist bei weitem unter dem allgemein üblichen Standard anzusetzen.


Geschrieben am 06.10.2002, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
 



131 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Sehr gut (4.6 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei look, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de