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Prisoner of Ice  

Rückseite ]

Info
Autor 3
 1
 1.5
 1.5
Gesamt (14 votes) 1
 0.9
 1.5
 2.1
Name:Prisoner of Ice
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 1995/11
Publisher: Infogrames
Links: Chaosium
Links: Lovecraft Stories
Hardware: 4/86-66Mhz, 8MB RAM, keine 3D-Karte nötig, Sound: 16-Bit Sound
System: Dos oder Windows
Steuerung: Maus
Sprache: Deutsch
USK: 12
Prisoner of Ice (review von yak)

Eine ausgetretene Treppe führt unter Knarren in den düsteren Gang, der nur durch die hin und her pendelnde, nur in einer Fassung befindlichen Glühbirne ihr gespenstisches Licht an die Kalkwände wirft, dessen Putz bereits aus den Fugen rieselt und sich auf dem Boden wie kleine Ameisenhaufen türmt. Hier war sicher seit Jahren niemand mehr. Doch mutig ging es weiter an den grünen länglichen Gefäßen vorbei, deren Geruch gerade im Sommer schon dafür sorgt, dass man sich schnell und möglichst unbeschadet an ihnen vorbeischleicht, denn wenn die Phantasie genug Zeit bekommt, sich auszumalen, was sich darin befindet, könnte man kaum einen Fuß vor den anderen setzen. Die Hitze hier war langsam unerträglich, Rohre und merkwürdige Gerätschaften zur Linken ließen auf Maschinen schließen, die hier unten im Dunkeln ihre makabre Arbeit verrichten, ungesehen und ungehört von den Menschen an der Oberfläche, die unwissend von den Dingen hier unten ihrem Tagewerk nachgehen. Weiter geht es den Gang entlang an einem Raum vorbei, auf dem merkwürdig an Metallgestellen gespannte, Leichentüchern nicht unähnliche, Stoffe wie Geister erscheinen, deren feuchter Atem die Sinne vernebelt. Ich muss weiter, weiter bis zum nächsten Lichtschalter, denn die im Eingang baumelnde Glühbirne versorgt den hinteren Gang nur noch mit schemenhaftem Licht. Jeder Schritt war ein Schritt weiter in das ungewisse Dunkel. Langsam näherte ich mich der aus provisorischen Holzlatten errichteten Tür, die eher wie die Gitter eines Gefängnisses wirken und befreie das große Vorhängeschloss provisorisch vom Staub der Jahre. Der Schlüssel dreht sich unter einem leisen Klick nur schwer, doch das Schloss springt auf. Knarrend und über dem Boden schleifend öffne ich die Türe. Da stand die Kiste, die ich vor Jahren dort niederlegte und hoffte, dass ihr Inhalt dort sicher vor der Außenwelt überdauern würde. Langsam öffne ich sie und griff ins Dunkel, denn Licht drang nicht bis in diesen letzten Winkel der Zivilisation. Die Kiste war voll von den Dingen, die ich dort einst verbarg, doch meine Suche galt einem bestimmten Objekt. Dann plötzlich sah ich es. So groß wie ein Buch in roter Farbe. Das Objekt trägt das Abbild eines Mannes, der furchtgebannt in ein Buch starrte. Wußt ich's doch, dass ich das Game hier unten im alten Fernsehkarton im Keller zu den anderen gelegt hatte.

Zeit für ein neues Re(tro)view zu Call of Cthulhu: Prisoner of Ice. Passend zum aktuellen Review Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth wurde es Zeit, sich den Spielen, die auf den gleichnamigen Stoffen beruhen, erneut anzunehmen. Ende 1995, als die Adventure noch in der Blüte ihrer Zeit standen, veröffentlichte Infogrames ein Point & Click Adventure, das durch H. P. Lovecraft's Geschichten inspiriert wurde. Die ursprüngliche DOS Version war damals auch unter Windows 3.1 lauffähig und lässt sich auch mit VDM Sound und der DOSbox unter Windows XP betreiben. Einfacher gestaltet sich hier die Wiederveröffentlichung in der Greenpepper Budget Serie, die problemlos (Dafür aber nur im Windows Fenster Modus) funktioniert.

In der ursprünglichen Originalverpackung war damals auch noch ein sehr schönes Poster dabei, das das Spiel wie einen Kinofilm erscheinen lies - heute wäre das für viele Publisher schon Grund genug 10 € mehr zu verlangen und es Collector's Edition zu nennen. Wie sich die Zeiten ändern.

Technik

Die DOS Variante steht in 320er und 640er Auflösung zur Verfügung, während die Windows Version in der SVGA Variante dargestellt wird und auch noch auf 960 x 720 aufgebläht werden kann. Insgesamt kann man sagen, dass die technische Seite des Games die Jahre ganz gut überstanden hat. Das Spiel macht graphisch immer noch einen guten Eindruck, auch wenn die Figurenanimationen nicht mit dem heutigen Stand mithalten können. Wer jedoch mit LucasArts und Sierra Adventuren "aufgewachsen" ist, den überkommen sofort nostalgische Erinnerungen. Doch so schön wie das nur ein Jahr später erschienene Baphomets Fluch ist Prisoner of Ice dann aber doch nicht. Richtig "altertümlich" und von schlechter Bildqualität fallen hier jedoch die Zwischensequenzen auf. Ihnen merkt man besonders das Defizit zur technischen Weiterentwicklung an. Das trübt den Spielspaß dennoch wenig, denn auf der Habenseite verfügt das CD-Rom only Game über eine komplette und erstklassige Vertonung. Die Umgebungsgraphik ist dabei ordentlich umgesetzt, wirkt aber dennoch dem damaligen Stil entsprechend eher comichaft als realistisch. Die Schauplätze reichen von einem U-Boot, einer Militärbasis bis hin zu einem Museum und einer Zeitreise, wodurch für ausreichend Abwechslung Sorge getragen wird. Zu den guten Sprechern gesellt sich auch eine stimmige Musik, die jedoch aufgrund der damaligen technischen Voraussetzungen nicht über Midi-Synthese hinausgeht, dennoch unterstreichen die musikalischen Themen spannend und passend das Geschehen.

Gesteuert wird Prisoner of Ice genreüblich bequem mit der Maus in bekannter Point & Click Manier. Gespeichert werden kann jederzeit leider nur in drei zur Verfügung stehenden Saveslots. Da man in Prisoner of Ice mehrfach das Zeitliche segnen kann, haben die Entwickler eine sehr spielerfreundliche Jokerfunktion eingerichtet, die automatisch kurz vor kritischen Situationen ein Autosave anlegt, wodurch unerwartetes Dahinscheiden wenig Frust bereitet.

Gameplay

Klassisch, wie sollte es bei einem über 10 Jahre alten Spiel auch anders sein, präsentiert sich das Spielprinzip als reinrassiges Point & Click Adventure, das jedoch mit einigen zeitabhängiger Sequenzen für etwas Kick und Spannung sorgt und damit dem Gruselthema rund um Lovecrafts Phantasien auch gerecht wird. Man schreibt das Jahr 1937. Am Südpol wurde der Wissenschaftler Hansum samt merkwürdiger Kisten an Bord genommen, die im ewigen Eis sicher besser aufgehoben wären. Langsam gewinnt das U-Boot an Tiefe doch die angebliche Geheimmission war weniger geheim, als es sich die Initiatoren erhofft hätten. Ein Angriff sorgte für Schäden an Bord und ein Feuer im Lagerraum. Sollte es nicht rechtzeitig gelöscht werden, könnte es das Auftauen der Kisten in ihren Gefrierkammern verursachen. Etwas, das unter allen Umständen verhindert werden muss. Als Oberleutnant Ryan stürzt der Spieler sich in die Abenteuer rund um den Cthulhu Mythos. Mit dem Kapitän des U-Bootes geht es zum Lagerraum, um vor Ort die Situation unter Kontrolle zu bringen. Zwei Feuerherde gefährden die Kühlräume und eine Entscheidung muss schnell getroffen werden, denn sonst könnte alles zu spät sein. Schnell greift man zum Feuerlöscher und löscht die Brände. Noch einmal Glück gehabt, könnte man meinen, mehr Glück jedenfalls, als der arme Kapitän, denn der wurde von einer schreckenserregenden Gestalt verschlungen, die sich aus einem Frachtraum befreien konnte. Zum Glück konnte der Raum dann noch rechtzeitig verriegelt werden, aber das Eisentor wird nicht ewig halten. Nach dem Tod des Kapitäns ist Ryan nun der oberste Befehlshaber an Bord und für das Gelingen der Mission verantwortlich, doch das ist alles andere als leicht, denn zurück auf der Brücke erfährt er, dass die Ladetür im Lagerraum bereits aufgebrochen wurde. Das Monster ist auf dem Weg...

Prisoner of Ice ist ein sehr stimmiges Adventure, das vor allem durch die gut gemachten Dialoge, die für das Weiterkommen im Spiel notwendig sind und durch seine logischen Rätsel überzeugen kann. Man findet kaum überkonstruierte Rätsel, deren Lösung man nicht durch logisches Denken herausfinden kann und so war es damals eines der wenigen Adventures, von denen man sagen konnte, das es ohne obligatorisches Lösungsbuch auch für Anfänger des Genres gut spielbar war und für wenig Frust sorgte. Kommt man nicht weiter, sollte man die anderen Figuren unbedingt noch einmal ansprechen. Logisch waren die Rätsel vor allem deshalb, da die verfügbaren Items auch den Situationen entsprechend genutzt werden konnten. Ein Schraubschlüssel diente dazu, etwas loszuschrauben. Monkey Island hätte dazu sicher eine Banane genutzt ;). Zu abgedrehte Lösungsansätze findet man hier nicht. So erscheint es logisch, dass man die stammelnde Beschwörung des halluzinierenden Wissenschaftlers auf Band aufnimmt oder per Funkgerät mit der Besatzung in Kontakt bleibt. Natürlich bleibt aber genügend Raum für Experimente. So darf man unterschiedliche Lösungen probieren und erhält nicht gleich wie in heutigen Adventuren die übliche Antwort "das geht so nicht". In Prisoner of Ice darf man es probieren, wie z. B. den Ausbruchversuch in einem Gefängnis. Da kann der Stuhl auf den Tisch gestellt werden, um oben an den Lüftungsschacht heranzukommen, auch wenn man dabei immer von der Wache erwischt und zum Erschießungskommando gebracht wird. Andere Adventure würde diese Option nicht erlauben und sagen, dass erst etwas anderes erledigt werden muss. Die nicht vorgegebene Reihenfolge der Handlungen schafft da viel an Atmosphäre und Glaubwürdigkeit, die auch durch einige der "Actionpassagen" verstärkt werden. Dabei ist es notwendig, einige Aktionen innerhalb eines Zeitrahmens zu bewerkstelligen. Nutzt man anfangs den Feuerlöscher nicht rechtzeitig, brechen die Monster aus, schießt man nicht rechtzeitig auf den Attentäter im Museum, ist man Geschichte. Fair kommen hier jedoch die oben bereits erwähnten Joker zu tragen, die kurz vor diesen Actioneinlagen automatische Speicherpunkte anlegen. Gut gefallen hat mir, dass die nutzbaren Gegenstände nicht wie in anderen Adventuren schon mit "blinkenden Pfeilen" auf sich aufmerksam machen. Ein Schraubschlüssel liegt halt unter der Maschine im Maschinenraum, nicht zu gut sichtbar, aber dennoch zu erkennen. Hier muss man einfach den Level gut erkunden, um weiter zu kommen. Kleine Knobelaufgaben, wie das Umlenken von elektrischem Strom zur Überbrückung eines Sicherheitssystems, stehen ebenso auf dem Programm und Rästel wie Safe knacken, Papiere fälschen oder sich beim Waffenmeister einzuschmuggeln, um Geheimakten einsehen zu können, machen ebenso viel Spaß, wie dem Militärarzt mit einer verdorbenen Konserve Magenprobleme vorzugauckeln. Damit die Story neben den Monstern auch noch den üblichen menschlichen Bösewicht bekommt, mussten die Nazis mal wieder herhalten, was zwar alles andere als Lovecraft-konform ist, aber es macht sich dennoch in der Gesamtstory ganz gut, auch wenn man sich hier eher von den Indiana Jones Filmen hat inspirieren lassen.

Fazit:

Auch nach über 10 Jahren ist Prisoner of Ice noch ein unterhaltsames und spielenswertes Adventure, an das man sich gerne zurückerinnert, auch wenn der wiederholte Durchlauf nicht viel länger als 5-6 Stunden gedauert hat. Man wundert sich, wie viele der Rätsel man noch in Erinnerung hat. Wer Adventure mag, sollte Grabbelkisten oder Pyramiden in den Kaufhäusern ruhig nach diesem Titel durchforsten, denn er bietet nach all den Jahren immer noch eine paar unterhaltsame Stunden. Der Technik-Zahn der Zeit ist zudem recht wohlwollend mit dem Titel ins Gericht gezogen und er läuft problemlos auf neuen Betriebssystemen. Richtig gruselig wird es aber nicht, dazu ist der Comicstil und auch das Genre einfach zu wenig geeignet. Insgesamt aber immer noch ein stimmiger und gut präsentierter Titel.


Geschrieben am 24.06.2006, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 2GB Ram, Creative X-Fi Extreme
 



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