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Info
Autor 1
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 2.5
Gesamt (92 votes) 1
 2
 1.6
 2.2
Name:Prince of Persia - The Sands of Time
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2003/12
Publisher: Ubisoft
Offiz. Sites: Game
Hardware: 800Mhz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 1400 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Multilingual
zensiert: nein
Serie: ja
Patch: GF6800fix
Bemerkung: auch für Xbox, PS2, Gamecube
USK: 12
Prince of Persia - The Sands of Time (review von nali_warcow)

Manch einer wird sich noch lebhaft an das Jahr 1989 erinnern. In diesem Jahr erschien der erste Teil der Prince of Persia Sage. Nach heutigen Maßstäben war es ein wahres Frustspiel auf der einen, stellte aber zur damaligen Zeit auch eine graphische Meisterleistung dar. Kaum ein Magazin würde einem Spiel, welches einem beim Tod wieder an den Levelanfang setzt und das man in maximal(!) einer Stunde geschafft haben muss, eine hohe Wertung gegeben. Dennoch hat man mit Teil 1 und dem 1993 veröffentlichten Nachfolger "The Shadow and the Flame" viele unterhaltsame Stunden verbracht und den Prinzen durch Fallen, über Abgründe und gegen jede Menge Gegner kämpfen lassen. Die 1999 erschienene dritte Auflage, erstmalig in 3D, konnte jedoch die Fans und Spieler nicht wirklich überzeugen. Nun hat sich Ubi Soft Montreal zusammen mit dem Schöpfer von Prince of Persia, Jordan Mechner, an eine zeit- und spielerisch gerechte Neuauflage gemacht. Herausgekommen ist "The Sands of Time", für mich das Spiel des Jahres 2003. Warum? Das steht im Review und mehr soll nicht verraten werden…. Doch eins noch. Man spielt länger als eine Stunde daran ;)

In den Handel gekommen sind zwei unterschiedliche Versionen der PC-Fassung von Prince of Persia - The Sands of Time. Zum einen die Version in DVD Verpackung, die lediglich die beiden Game-CDs und ein 12 Seiten dünnes SW-Handbuch enthält. Alternativ gibt es eine Special Edition im großen Karton, der zusätzlich ein Gamepad beiliegt. Neben der PC Version gibt es auch für die jeweiligen Konsolen PS2, Gamecube und Xbox eine jeweils identische Fassung, die alle nacheinander erschienen sind, um eine möglichst beste Optimierung auf die jeweiligen Systeme zu ermöglichen. Große Unterschiede gibt es keine, lediglich, dass die Konsolenversionen als Bonus den Urprinzen (PS2) bzw. den Nachfolger (Xbox) beinhalten.

Ein Märchen aus 1001er Nacht

Der Prinz ist mit seinem Vater, dem Persischen König, auf dem Weg durch Indien. Während die Mannen des Königs eine Stadt erobern, macht sich der Jüngling auf die Suche nach einem geeigneten Beutestück für seine erste Schlacht. Nachdem die ersten Gegner besiegt und Fallen gemeistert sind, hält der Prinz den magischen Dolch der Zeit in seinen Händen. Noch ahnt er nichts von dem Unheil, welches er bald anrichten wird. Ebenfalls im Kampf wurde eine große Sanduhr erbeutet, die einen verräterischen Wesir zwar brennend interessiert, er sie aber leider nicht bekommt. Und so geschieht es, dass selbiger den Prinzen dazu bringt, den magischen Dolch in die große Sanduhr zu stecken. Damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, innerhalb kürzester Zeit ist der Sand entwichen und hat alle Anwesenden in grauenhafte Sandungeheuer verwandelt. Alle? Nein, drei Personen sind vom Einfluss des Sandes verschont geblieben, da sie von magischen Objekten beschützt wurden, im Fall des Prinzen war es der Dolch der Zeit. Dummerweise hat der Wesir auch das Unheil überlebt und will nun den Dolch an sich bringen, doch der Prinz verschwindet und macht sich auf eigene Faust auf den Weg, um eine Lösung für das von ihm verursachte Chaos zu finden. Doch er ist nicht ganz allein…

Normal ist DAS nicht

Wie schon in den Vorgängern steuert man den Prinzen über Fallgruben, klettert an Wänden hoch und besiegt Gegner im Kampf. Die Möglichkeiten haben sich jedoch drastisch erweitert und der folgende Ausschnitt stellt nur eine kleine Auswahl dar: Gerade eben war alles noch so friedlich und es war eine Art Freudenfest der Sieger, doch wenige Augenblicke später hat sich selbst der Vater des Prinzen in ein Sandungeheuer verwandelt. Ganz auf sich allein gestellt steht der Held in der großen Halle des Palastes und die ehemalige Dienerschaft und Wachen stürzen auf den Spieler ein: Also fix das Schwert gezückt und auf in den Kampf. Zum Glück sind diese Gegner nicht ganz so stark und ihre Deckung ist auch nicht so gut. Nach einigen Schlägen liegen sie schon auf dem Boden. Doch was soll das? Die verdammten Typen stehen ja schon nach wenigen Augeblicken wieder auf. Eine weibliche, noch unbekannte, Person scheint das Desaster ebenfalls überlebt zu haben und gibt den entscheidenden Hinweis: "Mit dem Dolch zustoßen". Dies hat nicht nur den angenehmen Nebeneffekt, dass sich die Gegner in Wohlbefinden auflösen, sondern sich auch der Sand im Dolch wieder auffüllt. Das Prinzip verstanden, kann der Prinz ordentlich aufräumen. Eine Rolle nach rechts, ein Sprung und dann einen Salto über die verdutzen Gegner. Alles kein Problem für den jungen Prinz aus Persien. Jetzt aber auf und schauen, wohin sich diese mysteriöse Frau verzogen hat. Über eine eingestürzte Wand geht es entlang durch den ehemals schönen Palast von Hasath. Leider endet die Verfolgung schon bald, da ein Teil der Decke - warum eigentlich? - einstürzt und den Weg versperrt. Also muss ein Umweg in Kauf genommen werden. Dazu geht es rechts in den Schlafraum (großer Raum für eine Person?), da die Treppe auch nicht mehr so funktionstüchtig ist, geht es mit Anlauf über das Loch und schon erreicht der Prinz sicher den Fußboden. Doch der Ausgang ist, wie im Einleitungsvideo für den Raum gezeigt, oben rechts. Aber zum Glück hat er ja sämtliche Sport-Fitnesspreise eingeheimst und so erweist es sich als eine kleine Kletterübung. Auf der anderen Seite des Raumes hängt eine Stange recht weit unten am Boden. An diese springt der Prinz und etwas weiter entfernt und höher, ist eine weitere zu sehen. Also ordentlich Schwung geholt und im richtigen Moment abgesprungen und schön hängt man eine Etage höher. Dies wird nun noch dreimal wiederholt, bis ein kleiner Sims erreicht ist. An der Wand entlang getastet erreicht der Prinz auf einen Vorsprung - der auf der anderen Seite scheint etwas zu weit entfernt zu sein, aber ein Versuch ist es wert. Einen Wimpernschlag später stellt es sich jedoch heraus, dass es doch nicht gereicht hat, aber nicht umsonst hat man ein so mächtiges Brotmesser, dass die Zeit beeinflussen kann. Also schnell die letzten peinlichen Augenblicke zurückgespult. Da ein Sprung nicht ausreicht, wird man wohl um einen kleinen Lauf an der Wand, ganz Matrix-like, nicht umhin kommen und erreicht so sicher die andere Seite. Hier schaut man jedoch direkt in eine Ecke und so weit, um den Ausgang zu erreichen, kann der Prinz nicht diagonal springen. Aber, wie man schon im Tutorial gelernt hat, können auch Bewegungen kombiniert werden. Zuerst also an der Wand entlang gelaufen, dann im 90°-Winkel davon abgesprungen und ganz easy die vorstehende Stange erfasst und mit einem weiteren Sprung den Ausgang erreicht.

Level & Aufgaben

Normalerweise würde jetzt erst mal eine kurze Aufzählung der Level kommen, doch bei Prince of Persia - The Sands of Time ist das etwas komplizierter, da das ganze Spiel ein Level ist. Bei den Konsolenversionen wird zwischendurch immer wieder nachgeladen, doch beim PC sieht man, nachdem das Spiel begonnen hat keinen Ladebildschirm. Alles wird "on the fly", also nebenbei geladen. Das gesamte Spiel über befindet sich der Prinz im Palast von Hasath, doch die einzelnen Abschnitte sind dennoch sehr abwechslungsreich. Mal geht es durch Fallen gespickte Gänge, in denen der Prinz allerlei Stachelfallen, Abgründen und rotierenden Messern ausweichen muss. Verschärft wird dies mitunter noch durch ein Zeitlimit, wenn sich die Tür am Ende des Ganges schon bald wieder schließt. Doch die Limits sind immer fair und spätestens beim zweiten Versuch gut zu schaffen. Damit auch kein Frust aufkommt, wird automatisch am Anfang ein Checkpoint erstellt und der Spieler hat die Möglichkeit, wenn er stirbt, es von dort neu zu versuchen. Doch natürlich gibt es in einem so großen Palast auch größere Raume und Hallen. In diesen muss der Prince meist nach oder vor einem Kampf eine Reihe an sehr gekonnten Hüpf- und Kletteraufgaben meistern. Wer sich an den Speicherpunkten (Von denen es sehr viele im Spiel gibt) die "Visionen" angeschaut hat, der weiß in etwa schon, was einen hier erwartet und wo man lang muss. Leider nehmen die Visionen auch etwas Spielspaß, da sie die Lösung fast schon deutlich verraten. Am besten man überspringt diese Videos und versucht es auf eigene Faust. Bei den größeren Räumen gibt es am Anfang immer eine Art Kameraschwenk durch den Abschnitt, so dass man in etwa schon weiß, wo man lang muss. Da schwingt sich der Prinz dann wagemutig von Stange zu Stange, balanciert auf schmalen Vorsprüngen und turnt meterhoch in der Luft. Ab und zu muss man auch auf abbrechende Plattformen und Steine achten, um nicht in die Tiefe zu fallen, doch diese "Gemeinheiten" sind - im Vergleich zu den Vorgängern - sehr selten geworden. Lediglich wenn man recht weit im Spiel von Stalaktit zu Stalaktit springt und diese laufend abbrechen, während man den Prinzen vor dem Sprung immer erst "ausrichten" muss, wird es etwas unfair. Neben dem Palast mit allerlei Sälen und Hallen, besucht der Spieler auch die Bäder des Palastes, unterirdische Wasservorkommen, die Kerker des Palastes und viele weitere sehr interessante und gut designte Räume. Neben diesen Aufgaben müssen auch ab und zu kleine Schalter-, Kisten-, Lichträtsel gelöst werden. Mal müssen Kisten auf Auslöser geschoben werden oder aber Statuen bewegt werden, damit die Begleiterin Farah durch einen Spalt kriechen kann, um dem Helden zu helfen bzw. selber weiter zu kommen. Die beiden erledigen auch einige Sachen im Team, was Schalterrätsel angeht. Leider kann man im Verlauf des Spiel immer nur den Prinzen steuern und niemals Farah (Wäre was, für den angekündigten Nachfolger). Einige Räume bestehen aus einer ganzen Reihe beweglicher Plattformen, etc., wo der Spieler dann sozusagen für beide einen Weg zum Ziel suchen muss. Aber auch diverse Lichtstrahlen müssen einige Male durch Spiegelkonstruktionen umgelenkt werden, um eine bestimmte Tür zu öffnen und ein kleines Dreh- und Schieberätsel, sowieso eine Art Labyrinth mit vielen Türen, erwartet den Spieler abseits der Kletter- und Kampfpassagen. Auch Abschnitte an der frischen Luft gibt es im Spiel. Mal in einem wunderschönen Garten, Terrassen, über Dächer, Brücken, an fast eingestürzten Wänden empor, etc. Allein die Höhe lässt einem schaudern, wenn man sieht, wie leicht sich der Prinz dort hin und her schwingt. Dadurch, dass Gänge, Hallen & Außenbereiche sehr gut miteinander kombiniert sind, kommt sehr viel Abwechslung ins Spiel. Bis auf zwei Sprungpassagen, an denen der Spieler Doppelsprünge an der Wand (einmal nach unten und einmal, wenn sich die Wände auch noch bewegen), sind alle Abschnitte fair gestaltet und Frust kommt nicht auf. Gespeichert werden kann an den an großen gelben Checkpoints (eine Art Lichtsäule), doch diese erscheinen meistens erst, wenn man die Gegner in dem Abschnitt davor besiegt hat.

Kampf & Sand der Zeit

Im Spiel gibt es, wie bereits sicherlich mitbekommen, nicht nur Kletterpassagen, sondern auch eine ganze Reihe fieser Gegner zu besiegen. Diese Typen kommen meistens immer genau vor einem Speicherpunkt, so dass man erst danach die Möglichkeit hat, mal eine Pause zu machen und den Rechner auszuschalten. Da es jedoch viele Speicherpunkte gibt, sollte es nicht zu schlimm sein. Manche behaupten, dass die Kämpfe in "Sands of Time" sehr schwer seinen, dem ist aber nicht so, wenn man zwei Dinge bedenkt. Erstens sollte man mit Gamepad spielen und zweitens sollte man sich auch alle Moves des Prinzen, wie Ausweichrolle und ganz wichtig: Deckung, zu Nutze machen. Auch sollte man schauen, welche Gegner welche Stärken und Schwächen haben. Bis etwa zu 50% des Spiels kann man über fast jeden Gegner einfach per Salto springen und von hinten angreifen. Diesen Move können jedoch immer mehr Gegner im späteren Verlauf kontern und holen den Prinzen dabei aus der Luft auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Absprung von der Wand in Richtung Gegner geht ebenfalls nicht bei jedem Gegner und natürlich sollte man immer in Bewegung bleiben und dann zuschlagen, wenn man den Angriff des Gegners gerade geblockt hat. Die Gegner sind im Spiel zwar 1A gestaltet und sehen nicht nur wunderbar aus, sondern die Animationen stimmen ebenso, doch leider wird er Kampf mitunter etwas eintönig. Neue Gegnertypen kommen nur sehr langsam und stärkere Zwischengegner gibt es, bis auf einen, leider nicht. Es können doch nicht alle ehemaligen Wachen und Diener des Palastes gleich aussehen. Dazu kommt, dass die Gegner immer in Wellen auf den Spieler einströmen und bis man dann insgesamt 20 bis 30 besiegt hat vergeht etwas Zeit. Sobald die Gegner erst einmal auf dem Boden liegen, sollte schnellstmöglich der "Dolch der Zeit" in selbige gestochen werden, damit sie sich auflösen und der Spieler neuen Sand bekommt. Dies macht der Prinz ganz locker, indem man in der Nähe der entsprechenden Gegner einfach die Dolchtaste drückt, die Gegner warten dann sogar, wenn man dies macht. Gleichzeitig wird jedoch in diesem Moment auch eine Art "Rückspulpunkt" gesetzt und man kann die Zeit nicht weiter als bis zu diesem Punkt zurückspulen. Sehr viele Schlagkombos gibt es leider nicht, dafür kann der Prinz jedoch auch gleich eine ganze Reihe an Gegner angreifen und auch nach "hinten" austeilen. Die KI der Gegner schwankt etwas zwischen gemein und dumm, wird aber überwiegend durch Masse wieder ausgeglichen. Ein Gegner allein stellt kaum eine Gefahr dar, aber wehe man lässt sich einkesseln. Nicht nur der eigene Held darf nicht sterben, sondern auch Farah muss überleben. Die Dame ist verwundbar und man sollte ihre Hilferufe erst nehmen. Allerdings sind Gegner, die sie angreifen, eine leichte Beute für den Prinzen. Wie schon bei misslungenen Sprüngen, so kann man auch im Kampf, etwa wenn man getroffen wurde, die Zeit zurückdrehen und kleine Fehler korrigieren. Aber der Dolch bietet noch mehr Funktionen, dank der Energiebehälter (kleine Halbmonde im HUD, die sich auch durch Sand auffüllen) Nur einmal kurz auf die Rückspultaste gedrückt und schon hat man 10 Sekunden Matrixfeeling pur, in denen sich die Umgebung und Gegner für den Helden in Zeitlupe bewegen. Für den ein oder anderen auch ganz praktisch, um so manche Sprungkombination oder Fallen zu meistern. Als sehr viel hilfreicher hat sich da im Kampf schon die Frost-Funktion erwiesen. Einfach zuerst den Dolch in einen noch kampffähigen Gegner gerammt, so friert dieser in der Zeit ein und ist für die nächsten 10 Sekunden kampfunfähig. In dieser Zeit kann man sich entweder um andere Gegner kümmern oder aber durch einen Doppelschlag selbigen auflösen. Man bekommt dann zwar keinen Sand "zurück", doch bei stärkeren Gegnern ist dies eine wunderbare Beseitigungsmethode. Hat man alle Energiebehälter des Dolches aufgefüllt, so kann man auch die stärkere Variante davon ausführen und alle Gegner in nächster Nähe einfrieren.

Bewegungsmöglichkeiten

Neben den normalen Bewegungsmöglichkeiten wie Gehen (um z. B. durch Stachelfallen zu kommen)/Laufen & Springen, beherrscht der Prinz auch eine ganze Fülle an weiteren Moves, die sich jedoch mit erstaunlich wenig Tasten bewerkstelligen lassen. So dient die Sprungtaste nicht nur im Lauf zum Springen, sondern im Kampf angewandt, kann man damit über Gegner hinwegspringen oder aber in Kombination mit Bewegung rollt sich der Prinz zur Seite oder nach hinten. Steht man dagegen auf einem Sims oder Vorsprung, dann reicht ein Druck auf die Taste und ein oben vorhandener Vorsprung wird ergriffen. Wird hier entsprechend eine Richtungstaste gedrückt, dann springt der Prinz von der Wand ab. Aber es ist auch möglich z. B. von einer Wand in Richtung der gegenüberliegenden zu springen und von sich von dort wieder abzustoßen. Diese Methode ermöglicht es dem Prinzen sich zwischen zwei Wänden meterhoch in die Lüfte zu arbeiten. Da muss sogar Sam Fisher passen ;) Mit der Ducken-Taste lässt sich der Prinz, wenn er hängt, hinabfallen, wenn man an einer Kante steht, dann hängt er sich damit an selbige und im Kampf wird damit das Schwert weggesteckt, um sich z. B. am Brunnen zu stärken. Im späteren Verlauf des Spiels muss der Prinz auch noch des öfteren auf schmalen Vorsprüngen, wie ein Seiltänzer, entlang laufen und kann sogar dabei nicht nur zur Seite, sondern auch geradeaus springen. Eine sehr wichtige Taste ist die Spezialfunktion. Mit dieser kann sich der Prinz an einem Wasserbecken neue Lebensenergie holen, im Kampf verteidigt er sich damit und sie wird dazu benutzt, um an den Wänden entlang zu laufen. Läuft der Spieler dabei auf eine Wand zu und drückt die Spezialtaste, dann läuft der Held die Wand hoch und hält sich entweder dort fest oder kann sich per Sprungtaste von der Wand abstoßen und so eine Stange oder Vorsprung erreichen, den man ansonsten von unten nicht erreicht hätte. Aber nicht nur die Wand hoch zu laufen ist möglich, sondern auch an dieser entlang, als wenn es der Boden wäre. Hierzu einfach dicht an die Wand und parallel dazu laufen und die Spezialtaste drücken. Voila. Ganz einfach. Damit kann man größere Abgründe, die man nicht überspringen kann, überqueren.

Handhabung des Spiels

Auch wenn die PC Version mit Maus & Tastatur sogar passabel spielbar ist, so sollten potentielle Käufer es sich doch überlegen, denn für das Spiel sollte man eigentlich zwingend ein Gamepad mit zwei Analogsticks benutzen, damit kann man sehr entspannt vor dem Schirm zocken und die Steuerung geht einfach viel leichter von der Hand. Insbesondere im Kampf hat man keine "Ermüdungserscheinung" vom Drücken der Tastenkombinationen. Lediglich die Einrichtung des Gamepads im Spiel ist etwas anders, als man es von anderen Games kennt. Hier muss man erst die Taste bzw. Achse in die gewünschte Richtung drücken und DANACH auf die Funktion in der Belegung, die man damit belegen möchte, einen Doppelklick machen. Darauf muss man erst einmal kommen, zumal sich das Handbuch in der Hinsicht leider ausschweigt und eine vorgegebene Konfiguration für Standardpads leider fehlt. Ansonsten ist die Steuerung jedoch wunderbar benutzerfreundlich geworden. Es wurden auch viele kleine Hilfen implementiert, die einen vor so einigen Todesfallen der ersten Teile bewahren. So fällt der Prinz nicht so leicht über eine Kante, sondern bleibt kurz davor stehen und hält die Balance. Aber auch Festhalten an Vorsprüngen oder Säulen muss man nicht mehr manuell machen. Mit wenigen Tasten hat man alles im Griff. Die Kamera ist zwar bei den Kämpfen ab und zu etwas unübersichtlich, doch zu schlimm ist es auch nicht. Ansonsten kann man im Spiel auch jederzeit die Kamera neu ausrichten lassen, manuell drehen oder aber - zum besseren Umschauen - auch in eine 1st Person Ansicht umschalten. Um so manchen Raum überblicken zu können, bietet sich die Weitwinkelansicht an, hier bekommt man einen recht guten Überblick und sieht so manchen Weg zum Ziel deutlicher. Viel aufzusammeln gibt es nicht. Ab und zu findet man Zugang zu einem Secret, wo man sich die maximale Gesundheit erhöhen kann und immer wieder findet man weiße Sandwolken in den Abschnitten. Diese sollte man auf jeden Fall einsammeln. Dadurch bekommt man die Möglichkeit, mehr Sand im Dolch zu haben und außerdem werden alle Behälter aufgefüllt.

Graphik

In graphischer Hinsicht ist der Prinz ein wahrer Schmaus für die Augen. Dabei nutzt das Spiele Licht- und Schattenspielchen gekonnt und zeigt sich insgesamt schemenhaft und von der Farbgestaltung in einem sehr mediterranen Look, was sehr märchenhaft wirkt und die Atmosphäre und Stimmung des Spiels wunderbar einfängt. Zwar sind die Texturen im Spiel in der Nahansicht nicht ganz so detailliert, wie man es in aktuellen Spitzentiteln gewohnt ist, aber für einen Multiplattformtitel sind sie fantastisch und außerdem wunderbar flüssig im Vergleich zu so manch anderen Titeln. Die Schönheit liegt nicht in der Nahansicht, sondern im Gesamtbild des Spiels. Egal ob man sich die sehr geschmeidigen Animationen des Prinzen anschaut, wie er mal eben locker an der Wand entlang läuft, von dort abspringt, einen Salto macht auf der Kante des gegenüberliegenden Sims landet, das Gleichgewicht fast verliert und die Balance schliesslich wiederfindet. Das sind Animationen, die kann man gar nicht oft genug sehen. Aber auch die Details stimmen. Egal ob man nun an der Wand entlang hangelt, wo dann Stab und Dreck runterrieselt, durch Wasser watet und schöne Wassereffekt sieht, sich die Gräser bewegen oder man so viele Details in den Räumen erkennen kann, dass wirklich jeder Raum einen ganz eigenen Charme und Wiedererkennungswert hat. Die Details gehen sogar so weit, dass die Hose des Prinzen mit der Zeit verdreckt, wenn er auf dem Boden rumrollt. Doch es wurden so viele Kleinigkeiten eingebaut, die ich zuerst für einen TFT Fehler gehalten habe. In den Bädern kam es mir vor, als wenn der TFT Schlieren ziehen würde, bis ich dann bemerkte, dass es der Dampf des heißen Wassers war. Wirklich beeindruckend diese Liebe zum Detail, die jedoch mitunter auch sinnvoll umgesetzt wurde. War der Prinz gerade in einem Wasserbecken, so tropft, natürlich, seine Hose, aber gleichzeitig rutscht er mit den Füßen ab, wenn er Wände hochlaufen will.

Sound

In Sachen Sound gibt es wenig, was man dem Spiel vorwerfen kann. Die Sprachausgabe der deutschen (und zugleich multilingualen) Version - die kann sich doch sehen lassen. Der Prinz und Farah sind wunderbar und ihre kleinen Sticheleien sind einfach köstlich. (Beispielsweise sagt sie "Ich gebe euch mit meinem Bogen Deckung." - "Nein lieber nicht, vielleicht trefft ihr mich" oder aber, wenn er sich über sie aufregt und vornimmt "sie an die enge Leine zu nehmen".) Aber auch seine Bemerkungen und Erzählungen der Handlung tragen viel zu Atmosphäre bei. Selbst wenn man stirbt, dann lockert ein "Nein, so ist es nicht passiert" oder "Nö, in dem Kampf bin ich nicht gestorben" einen schnell wieder auf. Lediglich einen Schwachpunkt hat das Spiel, die Sprachausgabe - insbesondere von Farah - ist viel, viel zu leise. Die gute Frau ist mitunter kaum zu verstehen. Bei der Musik wird man eine sehr schöne Sammlung allerlei orientalischer Klänge zu hören bekommen, die wunderbar mit dem Spiel und dem Geschehen auf dem Monitor harmonieren.

Meinung

Unglaublich was Ubi Soft Montreal aus dem "alten" Princen gemacht hat. Ja, so stelle ich mir eine zeitgemäße Neuauflage vor. Wunderschöne Graphik, Kombination aus Kletter- und Kampfaufgaben und eine 1A Steuerung, die einem viel Frust erspart. Aber ein noch viel größeres Lob geht an den Erfinder des "Dolches der Zeit". So sieht eine optimale Lösung aus Checkpoints (immer in fairen Abständen) plus der Möglichkeit, Fehler jederzeit einfach zurückspulen zu können, aus. Die Level bzw. das Spiel (es wird ja nicht merklich nachgeladen) sind von Anfang bis Ende wie aus einem Guss gestaltet. Dazu aber auch immer wieder abwechslungsreiche Schauplätze und geschickt werden die Kletter- und Sprungaufgaben immer schwieriger, und bis auf den "Absprung" von der Wand werden Fehler sehr gut vom Prinzen automatisch ausgeglichen und sei es nur, dass er sich automatisch an der Wand festhält oder aber vor der Kante stehen bleibt. Lediglich die Kämpfe werden manchen als zu schwer vorkommen, was sie jedoch gar nicht sind, wenn man zwei Dinge beachtet. Zum einen sollte man schon mit Gamepad spielen, alles andere ist zwar gut und schön, doch für solche Spiele nicht optimal. Und zum anderen sollte man auch alle Moves und Aktionen des Prinzen nutzen, wozu insbesondere die Deckung gehört. So lassen sich viele Kämpfe im Nachhinein, wenn man erst mal die Steuerung verinnerlicht hat, fast ohne Schaden meistern. Lediglich die oftmals sehr langen Phasen, wenn immer wieder neue Gegner spawnen, ist etwas langweilig geraten, da wäre doch mehr Abwechslung drin gewesen. Sehr schön sind neben den Kletteraufgaben auch die kleinen Schalter-, Kisten- und Lichträtsel. Die Graphik sieht atemberaubend aus und es wurde an so viele kleine Details gedacht, wie z. B. aufsteigende Wärme in den heißen Bädern oder aber, dass die Hose des Prinzen verdreckt, wenn er sich auf dem Boden langrollt. Hier zeigt Ubi Soft wunderbar, wie ein Multiplattformtitel auszusehen hat. Wirkliche Mankos sind kaum vorhanden, der Schwierigkeitsgrad hätte etwas ausbalancierter sein können bzw. mehrere Stufen wären nicht schlecht gewesen (Der Prinz stirbt nicht mehr sofort, wie in den Vorgängern, wenn er in eine Stachelfalle rennt/fällt). Die Spielzeit ist mit 10 Stunden zwar nicht lang, aber so viel Spaß hat man sonst kaum in einem Spiel, zumal zur effektiven Spielzeit die Neuversuche nach den Checkpoints hinzugezählt werden müssen. Auch wäre es schöner gewesen, wenn nicht immer gleich die Visionen gezeigt worden wären, die viel vom Spielspaß nehmen, weil sie zuviel vorab verraten, daher sollte jeder ernsthafte Spieler dieser besser vorher abbrechen, ansehen kann man sie sich später notfalls immer noch. Die Gespräche zwischen Farah und dem Prinzen sind von den Dialogen stellenweise sehr amüsant, allerdings viel zu leise. Oftmals kann man diese kaum hören. Ansonsten gibt es jedoch nichts am Prinzen auszusetzen, noch nicht einmal mehr der Preis fällt negativ auf. Für unter 30€ ist man schon dabei und dafür sollte es sich keiner entgehen lassen, der auf Action mit Jump & Run Einlagen steht. So sieht eine zeitgemäße Neuauflage aus.


Geschrieben am 08.03.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
 



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