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Port Royale 2  


Info
Autor 2+
 1.5
 2
 2.5
Gesamt (63 votes) 1
 1.6
 1.9
 2
Name:Port Royale 2
Genre: Wirtschafts-Sim
Produkt: Vollversion
Release: 2004/05
Publisher: Ascaron
Entwickler: Ascaron
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 700Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.1
USK: 6
Port Royale 2 (review von dark198th)

Nachdem uns Ascaron noch vor kurzem mit "Piraten - Herrscher der Karibik" (Review) die abgespeckte Version von Port Royale als Pirates! Klon präsentierte, kommt nun der echte Nachfolger Port Royale 2. Den Vorgänger selbst habe ich damals wegen der Fülle an Bugs ziemlich früh in die Ecke geworfen. Da der Name Ascaron in aller Regel für eine schier unendliche Masse Bugs beim Release steht, ging ich auch den Nachfolger mit einer ziemlich großen Dosis Skepsis an. In diesem Sinne dann auch gleich zu Beginn ein Hinweis, den man kaum glauben mag. Ascaron hat es mit Port Royale 2 tatsächlich geschafft, ein bugfreies Spiel auf den Markt zu bringen. Eigentlich traurig, dass man sich darüber freuen muss, aber im Fall Ascaron sicher mehr als erwähnenswert :).

Am Spielprinzip und der Technik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel verändert, was wahrscheinlich auch ein Grund dafür ist, dass wir bei diesem Spiel auf keinerlei Bugs treffen.

Vor jedem Spiel wird zunächst festgelegt, welcher der 4 im Spiel verfügbaren Nationen man sich anschließen will. Zur Auswahl stehen hier England, Frankreich, Holland und Spanien. Zudem muss entschieden werden, ob man lieber mit mehr Gold und einem schlechteren Schiff, oder umgekehrt starten will. Auch ein Bonus auf die Eigenschaften Treffsicherheit, Charisma, Handelserfahrung und Fechten gilt es zu verteilen. Wurde die Auswahl getroffen, startet das Endlosspiel und man befindet sich als kleiner bedeutungsloser Händler mit seinem kleinen Schiff in der Karibik. Nun gilt es, Ruhm und Reichtum zu erlangen. Richtige Szenarien sucht man in diesem Spiel vergeblich! Zwar steht dieser Menüpunkt im Spiel zur Verfügung, doch verbirgt sich dahinter eigentlich das Tutorial, welches Anfängern die Grundzüge des Spiels näher bringen soll.

Die Möglichkeiten in Port Royale 2 sind sehr vielfältig. So kann man seinen Weg als Pirat, Freibeuter oder Händler gehen. Um Letzteres jedoch kommt niemand herum, denn das Herz dieses Spiels ist ganz klar der Handel. Wer in diesem Spiel etwas erreichen will, muss sich zunächst ein Handelsimperium aufbauen. Denn ein höherer Rang ist gebunden am eigenen Reichtum. Jeder Klassenaufstieg erfolgt bei einem ganz bestimmten Kontostand. Mit jedem Aufstieg steigt das Ansehen, sowie die Berechtigung weitere Kapitäne einzustellen und weitere Konzessionen zu erwerben. Konzessionen werden benötigt, um in einer Stadt Fabriken und Plantagen zu erwerben bzw. zu bauen. So gilt es also gerade in den ersten Stunden des Spiels zwischen den verschiedenen Städten Handel zu treiben. Die Preise im Spiel werden in Echtzeit berechnet und richten sich nach Angebot und Nachfrage. Sind bestimmte Güter in einer Stadt besonders knapp, so wird dies auf der Karte angezeigt. Bei weiten Strecken kommt man jedoch oftmals zu spät und ein anderer Händler hat schon die Nachfrage gedeckt. Da die Preise in Echtzeit berechnet werden, empfiehlt es sich ohnehin in jeder Stadt nur geringe Mengen der eigenen Ladung zu verkaufen, da der Preis mit jeder verkauften Tonne automatisch fällt. So macht es also mehr Sinn, die gesamte Ladung auf mehrere Städte zu verteilen, will man den bestmöglichen Profit erzielen.

Hat man eine Weile fleißig Handel betrieben und so sein Konto etwas gefüllt, wird gebaut. Zunächst besitzt jeder Spieler nur eine Konzession für seine Heimatstadt. Dort können nun Fabriken und Plantagen gebaut werden, um zukünftig seine selbst hergestellten Güter zu verkaufen. Unterschieden wird hier zwischen Rohstoffen, Grund- , Fertig-, Kolonial- und Importwaren. Letztere können nicht produziert werden, sondern kommen mit Transportkonvois aus der alten Welt, während Kolonialwaren von eben diesen Konvois dann mit zurück genommen werden. Hier kommt dann auch der Unterschied der Städtetypen ins Spiel. In Gouverneursstädten werden Fertigwaren produziert und Importwaren aus der alten Welt angeliefert, für welche es in den Kolonialstädten große Nachfrage gibt. Die Kolonialstädte wiederum produzieren die für die Fertigwaren nötigen Rohstoffe und Kolonialwaren, welche wiederum von den Gouverneursstädten benötigt werden. Das ist ein riesiger Kreislauf, der im späteren Spielverlauf dazu führt, dass man auch die benötigten Rohstoffe selbst produziert, anstatt diese irgendwo günstig einzukaufen, was natürlich sehr viel teurer ist.

Man ist jedoch nicht allein als Händler in einer Stadt. Früher oder später wird es in jeder Stadt eng, da es an Baugrund mangelt. Hier hat der Spieler nun die Möglichkeit andere Händler zu ruinieren, indem er die Preise dauerhaft niedrig hält, so dass die ansässigen Händler ihre Betriebe schließen müssen. Alternativ kann er die Betriebe aber auch aufkaufen.

Der Transport aller Waren erfolgt mit Konvois. Jeder Konvoi kann aus bis zu 10 Schiffen bestehen. 5 dieser 10 Schiffe können als Eskorte markiert und entsprechend ausgerüstet werden, um die Transportschiffe zu beschützen. Hat man erst mal ein größeres Imperium, macht es natürlich weder Sinn und Spaß, jeden Konvoi manuell zu steuern. Darum gibt es die Möglichkeit, automatische Handelsrouten zu generieren. Hier kommen dann die Kapitäne ins Spiel, welche für diese automatischen Handelsrouten benötigt werden. Diese können in Kneipen angeheuert werden. Für eine automatische Handelsroute jedoch benötigen sie auch eine gewisse Erfahrung. Im späteren Spielverlauf findet man Lehrer, welche die eigenen Kapitäne in bestimmten Bereichen ausbilden. Ansonsten gilt das Motto "Learning by doing" :-) Mit jedem Rang steigt die Anzahl der Kapitäne, die man einstellen darf.

Läuft die Produktion der eigenen Betriebe erst mal reibungslos und werfen auch die Handelsrouten Gewinn ab, füllt sich langsam das Konto und man kann sich anderen Dingen zuwenden. Steht man sich gut mit einer Nation und hat auch schon einen Gouverneur auf sich aufmerksam gemacht, erteilt dieser dem Spieler Aufträge und bietet Kaperbriefe zum Verkauf an. Kaperbriefe sind notwendig, um Schiffe einer entsprechenden Nation anzugreifen. Natürlich geht das auch ohne Kaperbrief, jedoch ist dies Piraterie und hat zur Folge, dass das Ansehen nicht nur bei der Nation sinkt, welche man angreift, sondern auch bei allen anderen Nationen. Den Auftrag, die Stadt einer anderen Nation zu annektieren, bekommt man jedoch immer nur vom Vizekönig.

Das Kampfsystem der Schiffe klingt sehr viel schwieriger als es eigentlich ist. Für den Kampf stehen maximal 5 Schiffe zur Verfügung. Greift man nun ein anderen Konvoi an, kommt ein Fenster, welches den Spieler darüber informiert, aus wie viel Schiffen ein Konvoi besteht und wie viel dieser Schiffe Begleitschiffe sind. Das Unfaire bei der Sache ist nun, dass der Gegner mit 5 Schiffen gleichzeitig in den Kampf zieht, während der Spieler immer nur ein Schiff zur gleichen Zeit steuern kann. Ist dieses zu stark beschädigt, so kann eines der anderen 5 Schiffe gewählt werden, während sich das andere automatisch zurück zieht. Das klingt äußerst unfair, ändert aber nichts daran, dass die Kämpfe insgesamt trotzdem viel zu einfach sind, was auf Dauer für etwas Langeweile sorgt. Mit der richtigen Taktik ist jeder Militärkonvoi einfache Beute, egal aus welchen Schiffstypen er besteht. Dafür ist es nicht mal erforderlich, dass man selbst große Schiffe im Konvoi hat, obwohl dies natürlich hilfreicher ist und die Sache noch einfacher macht. Das Prinzip ist eigentlich immer gleich. Zunächst dezimiert man mit Streukugeln die Mannschaften auf den gegnerischen Schiffen. Bei kleineren und wendigeren Schiffen werden dann gegebenenfalls noch Kettenkugeln eingesetzt um die Segel zu zerstören, um so eine Flucht zu verhindern. Danach geht man, natürlich möglichst mit dem größten Schiff und der größten Mannschaft zum Entern über. Hier sollte man vielleicht mit einem Patch nachhelfen, da es in meinen Augen besser für den Spielspaß wäre, wenn der Angriff auf einen Militärkonvoi ein wenig mehr herausfordernder wäre. Greift der Spieler ein Schiff an, auf welchem sich der gegnerische Kapitän befindet, so kommt es zu einem Fechtkampf. Das Prinzip ist hier recht einfach und viel zu anspruchslos, da es schier unmöglich ist, einen Fechtkampf zu verlieren. Vorteil bei den Fechtkämpfen ist, dass die beiden Kapitäne die Sache unter sich ausmachen und die Mannschaften verschont bleiben.

Anders dagegen verhält es sich mit den Angriffen auf Städten. Hier gibt es mit dem Angriff zur See und den Angriff zu Land gleich 2 Möglichkeiten. Beim Angriff über Seeseite gilt es zunächst, in der Stadt vor Anker liegende Militärkonvois auszuschalten. Danach müssen die Türme im Hafen zerstört werden und genau hier liegt die Schwierigkeit. Hat eine Stadt nur 3-4 Türme, ist die Sache mit nur 5 Schiffen durchaus lösbar. Vor allem dann, wenn die Türme weit auseinander liegen. Bei mehr Türmen jedoch wird die Sache schwierig, da die Treffer durch Türme sehr viel Schaden an den eigenen Schiffen verursachen. Hat eine Stadt also zuviel Türme, bleibt nur der Angriff über Landseite oder der Einsatz mehrerer Konvois. Hierfür jedoch ist sehr viel Material und eine große Mannschaft erforderlich, welche zudem möglichst mit Musketen ausgerüstet sein sollte. Gesteuert werden die Soldaten dann in Echtzeit. Insgesamt ist der Kampf aber auch wieder sehr anspruchslos und von keiner Taktik abhängig. Ausschlaggebend sind hier Anzahl der Soldaten und die Ausrüstung.

Wie die Kämpfe, wird auch der Handelspart auf Dauer recht langweilig. Hier geht es dann nur noch darum, dass Kapital zu verzehnfachen und das eigene Imperium auf möglichst viele Städte auszudehnen. Anreiz sind hier auf lange Sicht nur noch Aufträge zum Annektieren von Städten und der Erhalt eigener Städte als Belohnung.

Grafisch ist Port Royale 2, welches die gleiche Engine wie der Vorgänger benutzt, sicher nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, was ich aber keinesfalls als störend empfinde. Die Musikuntermalung ist hervorragend und die Steuerung geht einfach und unkompliziert von der Hand. Wie eingangs schon erwähnt, sind während des Tests mit einer Spielzeit von gut 40 Stunden keinerlei Bugs oder Abstürze aufgefallen.

Alles in allem hatte ich mit Port Royale 2 eine Menge Spaß. Das Spiel hat zumindest in den ersten 20-30 Stunden ein unwahrscheinlich großes Suchtpotential. Irgendwann aber war zumindest bei mir die Luft raus, wobei das von Spieler zu Spieler sicher unterschiedlich sein mag. Ich möchte auch gar nicht ausschließen, dass das nur eine vorläufige Flaute ist und mich die Sucht in geraumer Zeit wieder packt, um mein Imperium weiter auszubauen. Wer Spaß an Spielen dieser Art hat, sollte auf jeden Fall zugreifen, denn er bekommt ein umfangreiches Wirtschaftsspiel mit vielen Möglichkeiten und tollem Flair. Trotzdem hätte ich mir mehr gewünscht.. Das Fehlen von Kampagnen und Szenarien ist im Grunde nicht zu entschuldigen und gehört bei Spielen dieser Art einfach dazu, auch wenn ich selbst eher zu den Endlosspielern gehöre.


Geschrieben am 06.08.2004, Testkonfiguration: AMD2000+, GeForce 4, 512 MB Ram, SB Audigy
 



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