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Planet der Affen  


Info
Autor 3
 1.5
 1.5
 1.5
Gesamt (5 votes) 2
 1.6
 0.7
 1.2
Name:Planet der Affen
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2001/10
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Visiware
Hardware: 300Mhz, 64MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 650 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, 2000, DX8
Steuerung: Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Bemerkung: auch für PS erhältlich
USK: 12
Planet der Affen (review von yak)

Eine Versoftung eines Filmklassikers, auf Grundlage eines SF-Klassikers? Kann das gutgehen ?

Der Franzose Pierre Boulle (1912-1994), der u. a. auch "Die Brücke am Kwai" schrieb, ebenfalls erfolgreich als Film umgesetzt, veröffentlichte 1963 mit Planet der Affen ein SF-Buch, das den Menschen, die sich immer als Krönung der Schöpfung verstanden, einen Spiegel vor Augen hält. Die Geschichte spielt auf einem Planeten, auf dem es zum Rollentausch zwischen Affen und Menschen kommt. Affen verhielten sich wie Menschen, trugen Kleidung, konnten reden, lesen, schreiben- Menschen waren hingegen nur bessere Nutztiere. Gekonnt und mit hintergründigem Humor zeigte uns Boulle damit die Überheblichkeit der menschlichen Rasse. Dieser hintergründige Humor blieb leider bei der ersten Verfilmung des Romans auf der Strecke. Dennoch wurde die Umsetzung eine Verfilmung, die die Kerninhalte des Romans beibehielt, wenn auch aus dem ursprünglichen Wissenschaftler und einem Journalisten nun ein Astronautenteam wurde. 1968 wurde mit Charlton Heston in der (Titel)-Rolle (er ist ja ziemlich haarig ;-)) unter der Regie des Hollywoodveteranen Franklin J. Schaffner (Papillion, Patton, Boys from Brazil) nach dem Drehbuch von Rod "Twilight Zone" Serling eine erfolgreiche Kinoumsetzung produziert, der noch weitere Teile und eine Fernsehserie, Comics und Trickfilme folgen sollten.

Auch heute noch vermag das Affentheater publikumswirksam die Kinokassen zum Klingeln zu bringen, denn auch die Neuverfilmung von Tim Burton (Batman, Sleepy Hollow) brachte 20th Century Fox erneut glückliche Gesichter, wenn auch die Affenjagd mehr oder weniger zu einer Action-Tour-de-Force verkommte. Das vorliegende Spiel basiert jedoch auf der Erstverfilmung, die auch buchgetreuer als die Neuverfilmung ist. Ob es Publisher Ubisoft und den Programmierern von Visiware (die auch Arabian Nights programmierten) gelungen ist, den Stoff angemessen und spannend auf den PC-Bildschirm zu bringen, zeigt euch unser Test.

Ein Astronautenteam landet nach einer Notlandung auf einem fremden Planeten, nur um dort festzustellen, dass hier die Affen den Ton angeben und der Mensch hier zu einer gejagten und unterdrückten Spezies gehört. Eine eindrucksvolle Sequenz, die ähnlich auch im Film einen cineastischen Höhepunkt darstellt, (The HUNT) in der die Menschen von Gorillas auf Pferden über Felder verfolgt werden, macht uns schnell mit der Situation vertraut. Der Mensch hat hier nichts zu melden. Ulysses, unser Alter Ego, wird in dieser Treibjagd gefangengenommen und erwacht in einer Art Gefängnis. Hier beginnt unsere Reise, in der wir versuchen sollen, den Affen zu entkommen, das Geheimnis des Planeten und deren Herrscher zu erkunden und vor allem "alte" Vorherrschaftsansprüche wieder herzustellen. Unsere Reise verspricht aufregend und abenteuerlich zu werden und entführt uns an die unterschiedlichsten Orte in einem postapokalyptischen Szenario.

Die Installation lief problemlos, wenn sie auch sicher den Installationsdauerrekord in Langsamkeit bricht. Realisiert wurde das Game mit der bekannten und bewährten Lithtech Engine, die uns schon in Games wie Kiss Psycho Circus, No One Lives Forever, Legends of Might and Magic, Aiken's Artifact und aktuell auch in der neusten Engine-Version mit Alien vs. Predator 2 von ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeit überzeugen konnte. Im vorliegenden Falle wird die Engine in einem 3rd Person Game eingesetzt, dass vom Spielprinzip an die Tomb Raider erinnert, was bedeutet, dass ihr eure Spielfigur in der Aussenansicht durch das Abenteuer klettern, laufen, springen, kämpfen und schwimmen lassen müsst.

Das Programm unterstützt 3 Auflösungsmodi (640x480, 800x600 und 1024x768 ) in 16 und 32 Bit und kann minimal auf die Rechnerleistung durch das Ändern der Darstellungsoptionen und Qualität angepasst werden. Performanceprobleme gab es aber in höchster Darstellungs- und Auflösungsqualität zu keiner Zeit. Die Graphik ist leider nicht mit dem Lithtech-Genre-Highlight No One Lives Forever zu vergleichen, dennoch gibt es daran nichts auszusetzen. Die Locations sind ebenso stylish umgesetzt, wie es schon im Film der Fall war. Das Set-Design scheint 1 zu 1 aus dem Film übernommen zu sein. Wer den Filmklassiker kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Die Affen tragen die gleichen (virtuellen) Kostüme und auch die Bewegungen der Affen halten sich eng an das Original. Wer diesen leicht gebückten, tippelnden Gang der Schimpansen und Orang-Utas kennt, weiss, was gemeint ist. Auch die Panzerung der Kampfgorillas steht dem nicht nach. Hier hat man sorgfältig den Film studiert und auch die Gesichtstexturen sind fast identisch. So sieht Dr. Cornelius aus wie sein Filmgegenstück (Dargestellt von Roddy McDowall). Die Level sind atmosphärisch gestaltet und schaffen es auf Anhieb, den Spieler in die Welt der Affen zu versetzten. Man wird Orte wie ein Versuchslabor, an dem Menschenexperimente stattfinden, verlassene Untergrundstollen, ein verfallener Wolkenkratzer, alte Kloster, den Affenpalast, die Freiheitsstatue, eine Militärbasis, eine unterirdische Fabrik, das Pentagon und vieles mehr auf seiner Reise besuchen müssen, ebenso trifft man auch Charaktere wie Zira und Nova, die man auch aus dem Film kennt. Nebel- und Lichteffekte verstärken zudem die Atmosphäre. Planet der Affen ist sicher nicht der Graphiküberflieger, aber dennoch gibt es hier nicht das geringste zu meckern. Der Sound gefällt mir in allen Punkten ausgezeichnet. Die Geräuschkullisse ist gut, jedoch nicht zu aufdringlich und ist eher in die Kategorie Realismus einzuordnen. Die deutsche Sprachausgabe ist sehr gelungen. Professionell und gut betont klingen die Protagonisten, wenn sie sich in den Zwischensequenzen, die meist mittels der Gameengine erzählt werden, unterhalten oder wenn man als Ulysses den Affen-Baritonstimmen lauscht, wenn man Gespräche belauscht oder das tief-düstre "Menschen haben hier nichts zu suchen" von ihnen als Warnung an den Kopf geschmiessen bekommt. Einziger Ausrutscher ist eine Kinderstimme, die wie so oft von einem Erwachsenen mit verstellter Stimme gesprochen wird, was ziemlich peinlich klingt. Die Musik ist phantastisch. Sie erinnert schon in der Introsequenz an die Musik, die Filmveteran Jerry Goldsmith oskarnominiert im avangardistischen Stil für den Kinofilm komponierte und ausgezeichnet zum Spiel passt. Auch erinnern viele Stücke an den neuen Kinofilm, in dem Danny Elfman ebenso gekonnt und mit voller Percussion das Geschehen begleitet hat. Schön ist auch, dass das Musikthema in Actionsequenzen situationsabhängig geändert wird. Der Punkt geht eindeutig an den Komponisten Lionel Gaget.

Gesteuert wird das Game ausschliesslich mit Tastatur. Andere Alternativen sind nicht vorgesehen, obwohl sich das Games sicher für eine Gamepadsteuerung eignen würde. Leider wird es auch mit einem programmierbaren Gamepad nicht besonders gut spielbar, da gerade die Zwischenpostitionen (z. B. nach vorne und leicht nach rechts) damit nicht besonders gut emuliert werden können. So bleibt einem nur die Tastatur, die zwar frei belegbar ist, aber gerade bei einigen Spielsituationen wie das Schiessen mittels der Zoomfunktion unnötig fummelig wird. Hier wäre sicher eine Komibination aus Maus und Tastatursteuerung empfehlenswerter gewesen. Ansonsten lässt sich das aber Game gut über Tastatur spielen.

Das Herz des Spiels ist das Gameplay und die Atmosphäre, eingebunden in eine spannende Story. Um es jedoch vorweg zu nehmen. Planet der Affen ist ein Spiel, mit dem man erst 2- 3 Stunden warm werden muss. Der satte Schwierigkeitsgrad (den es auch nur in einer Ausführung gibt) sorgt anfangs sicher für Frust. Man muss erst 3- 4 Level des Games spielen, um damit vertraut zu werden. Dies erklärt leider auch die in meinen Augen unfaire Spielbewertung einiger Printmedien und Onlinemagazine, die hier mit ihrer "Anspielautomatik" dem Spiel nicht gerecht werden und nach 2- 3 Stunden ihr Urteil fällen (was man nebenbei bemerkt auch daran merkt,dass nur Screenshots verwendet werden, die aus den ersten paar Leveln oder direkt aus dem Pressekit des Herstellers stammen). Hat man jedoch erst einmal den Bogen raus und das Spielprinzip durchschaut, geht der Spass erst richtig los. Die von vielen kritisierte fehlende In-Game-Savefunktion kann ich nach einiger Spielzeit nicht nachvollziehen. Normalerweise ist dies für mich auch ein Grund für Kritik, aber hierbei ist es definitiv richtig gewählt worden. Ein Speichern ist nur nach jedem Levelabschnitt möglich. Diese sind jedoch nie zu gross gehalten und somit bleibt die Sache ziemlich fair. Erreicht wird aber dadurch eine viel packendere Atmosphäre. Man hat dadurch viel mehr Angst um sein Leben, wenn man weiss, dass man nicht vor jedem Kampf oder hinter jeder Ecke speichern kann. So überlegt man zweimal, ob man jetzt lieber an dem Affen vorbeischleicht oder mal probiert, ihn umzuhauen und nach dem Sieg seine Waffe zu klauen, wenn man bei Erfolglosigkeit einfach nur die Quickloadtaste betätigt und es erneut probiert. Hier hat man mit der vorliegenden Savefunktion die richtige Entscheidung getroffen, das Spielprinzip und die Atmosphäre zu verbessern. So lernt man auch schnell, dass eine offene Konfrontation mit den Gorillas möglichst zu vermeiden ist und man, solange man unbewaffnet ist, besser schleichend an einer schlafenden Wache vorbeikriecht oder vorsichtig in der Hocke um die Ecke nach Gegnern Ausschau hält.

Das Spiel schafft es in meinen Augen auch seit langem mal wieder, ein 3rd Person Actionspiel mit einem angemessenen und fairen Adventureteil zu verbinden. So sind die Puzzles immer logisch und, wenn man auch öfters mal länger überlegen und probieren muss, ohne Walkthru zu lösen. Etwas, das z. B. das Spiel Indiana Jones und der Turm von Babel schmerzlich vermissen lies und dafür "sonderbare" Puzzles aufwies (erinnern wir uns mal an den Propeller an dem Flugzeug, das auf dem Meeresgrund lag). Planet der Affen bietet jederzeit einen von der Grösse überschaubaren Level und damit verbundene Lösungsansätze. So muss man z. B., um aus dem Gefängnis zu entkommen, ein Medikament schlucken, das einem kurzeitig alle Lebensfunktionen raubt, damit man so durch die Laborassistenen "entsorgt" wird und in Freiheit gelangt oder im Pentagon z. B. einen Computer überlisten, der nur auf die Stimme des lange verstorbenen Präsidenten reagiert, wenn man einen Mitschnitt auf einem Mikroaufzeichnungsgerätes von einer Ansprache abspielt oder durch eine Blutprobe einen DNA Security-Zugang übergeht. Auch kann man Maschinen oder anderes Equipment nutzen, um weiterzukommen. So z. B. einen Reinigungroboter, den man mit Giftgas auffüllt und als "reisenden Todesbringer" in den Sicherheitstrakt steuert. Die Designer haben sich jede Menge einfallen lassen, um das Game bis zum Ende spannend und abwechelungsreich zu gestalten. So kann es trotz des linearem Aufbaus passieren, dass man etwas wichtiges vergessen hat und so den Level nicht erfolgreich absolvieren kann. Befreit man z. B. in dem Hotel nicht die schöne vollbusige Frau, wird man leider am Levelende nicht miterleben, wie sie Ulysses in einer brenzligen Situation das Leben rettet, sondern die Kamera zeigt sie in ihrer Zelle, wo sie durch einen Schuss, den sie entfernt hört, geweckt wird- Game Over.

Neben den Puzzleelementen ist der Kampf im Spiel der zweite Aspekt, der leider nicht ganz so gut realisiert wurde. Unser Held ist zuerst nur mit seinen Fäusten bewaffnet und somit macht es mehr Sinn, an den Affen vorbeizuschleichen oder zu versuchen, sie irgendwo einzusperren, was sie mit lauten Flüchen und Faustschlägen gegen die Türen quittieren. Jedoch ist der Kampf manchmal unumgänglich. Ulysses kann in den Leveln oder von erledigten Gegnern Waffen finden und nutzen. Jedoch kann er maximal eine Schusswaffe tragen, die zudem noch limiterte Munition hat. Dadurch ist es meistens nötig, dass er "verbrauchsfreie" Waffen wie Messer oder Brecheisen nutzt. Der Schaden ist bei Schusswaffen und Stich/Schlagwaffen in der Regel komischerweise identisch. So benötigt ein Kampfgorilla in der Regel 4 gute Treffer mit Kugel oder Nahkampfwaffe, was etwas unausgewogen wirkt. Auch wird man erst im Laufe des Spiels feststellen, dass Ulysses mehrere Kombiattacken, wie auch einen Schlagabblocker beherrscht. Leider schweigt sich hier das Handbuch komplett aus und man ist auf sich selbst gestellt, denn es gibt auch kein Trainingstutorial dafür und Trockenübungen sind auch nicht möglich, da Ulysses nur in den Kampfmodus übergeht, wenn Gegner in der Nähe sind. Aber eigentlich kommt man mit der "Voll-eins-auf-die-Affen-Schnauze-Methode" am besten klar. Wird man von mehreren Affen in einen Nahkampf verwickelt, geht es fairerweise zu wie bei Aldi an der Kasse und es heisst, der nächste bitte, wenn der erste abkassiert wurde. Affen wissen halt, was sich gehört. Wäre dies jedoch im Spiel nicht so gelöst, wäre es sicherlich unspielbar, denn wenn man mit einem Gorilla einen Faustkampf austrägt und von hinten jemand mit einem Lasergewehr auf uns schiesst, hätte man schlechte Karten.Taktik zählt auch, denn man muss auswählen, welchen der Affen man zuerst aufs Korn nimmt. Zivilisten rennen gerne zu dem Alarmschalter, um Hilfe in Form von Mandrills zu ordern, die zugleich die stärksten Gegner im Spiel sind und Kung-Fu-Kain und Jackie Chan alt aussehen lassen. Im Nahkampf ist man da zumeist unterlegen.

Jedoch gibt es auch einige Kritikpunkte am Spiel, die sicher vermeidbar gewesen wären. So hätte man zumindest für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade sorgen sollen und Neueinsteigern so das virtuelle Leben etwas leichter gestalten können. Besonders ärgerlich fand ich, dass sich bei dem Wechsel in einen anderen Level das gesamte Inventar ausser den Medipacks in Luft auflöst. Hat man so z. B. seine Munition sorgsam aufgespart, darf man sie in der nächsten Mission komplett vermissen. So kann es vorkommen, dass man nach erfolgreicher Mission ins Menschenlager zurückkommt, dort einen neuen gefährlichen Auftrag erhält, jedoch lediglich mit Fäusten und 2 Medipacks dort ab-/ ausgesetzt wird. Das mag zwar für das Puzzle und den Level angemessen sein, damit man ihn nicht zu leicht lösen kann, aber dafür hätte man ja zumindest in der Geschichte eine Erklärung abgeben können wie: "Dort sind Metalldetektoren und daher kannst du keine Waffen mitnehmen", was man sich aber leider erspart hat und so kommt man sich etwas vereimert vor. Die Wegfindungsroutinen der Gegner sind leider auch dürftig, wenn sie sich jedoch auch nicht zu negativ aufs Spielprinzip auswirken. So kann ein Tisch und ein Stuhl für einen Gorilla schon ein ernstzunehmendes Hindernis sein und obwohl Affen ja besser klettern können sollten als Menschen, sind sie ziemlich "ortsgebunden" oder leiden an Höhenangst, so wird unseren Helden nie verfolgt, sollte er eine Leiter erklimmen. Auch bei Kämpfen mit "niederen" Kreaturen haben die Programmierer etwas geschluntzt. Steht man z. B. auf einer Kiste und unten läuft eine kleine Ratte, die einen dort nicht erreichen kann, bekommen wir trotzdem einen Energieabzug, nur weil die Kollisionsabfrage in diesem Falle von grösseren Kreaturen ausgeht, die uns dort theoretisch erreichen könnten. Auch wenn man es schafft, sich die Medipacks aufzusparen ist leider die Anzahl auf maximal 5 limitiert.

Ein weiteres Problem hat das Puzzlescripting. Da man zwangsweise öfters darauf angewiesen ist, den Level durch Ableben erneut zu starten, kann man die Ergebnisse, die man vorher erfahren hat, sofort in die Tat umsetzen, was bedeutet: Hat man z. B. von einer Person gegen Levelende einen Geheimcode für eine Tür erfahren und stirbt danach, startet neu und geht ohne vorher alles erneut zu spielen direkt zur Tür, ist es möglich, dort sofort den Code einzugeben und den Level zu beenden. Das ist nicht sehr glücklich gelöst worden. Ein paar kleine Übersetzungfehler/ Rechtschreibfehler in den Texten waren zudem auch noch vorhanden (Messser mit 3 S, unglückliche Beschreibung bei Spielstand überschreiben). Einen negativen Aspekt fand ich auch noch in der Story, der mir etwas zu weit ging. Zwar wird hier, wie auch in dem Buch den Spielern/Lesern sozialkritisch der Spiegel vors Gesicht gehalten, aber es ist schon etwas geschmacklos, wenn man im Archiv der Affen einen Medienhologramm abspielt und dort ein Audiofile abläuft, das von Experimenten mit Menschen berichtet, wie sie sich verhalten, wenn man sie 72 Stunden in Wasser einlegt, sie unter Strom setzt oder wie sich ihre Körper beim Verbrennen krümmen und, jetzt kommts, wie man aus ihrer Haut Lampenschirme herstellen kann. Ich glaube hier hat man etwas am guten Geschmack vorbeisynchronisiert und den Affenwissenschaftler besser Dr. Josef Mengele nennen können. Warum man solche Nazi-Methoden als einen "Witz" in ein Spiel integriert ist mehr als fraglich.

Bugs waren in dem Spiel jedoch so gut wie nicht zu finden. Es hat mich während der gesamten Spielzeit zwar 2- 3 mal auf den Desktop befördert, aber wer Windows kennt, weiss, dass dies nicht unbedingt am Spiel liegen muss. Leider gab es aber gegen Ende noch einen Logikbug. Wenn man hier einen Gegenstand aufgenommen hat, den man vom Scripting eigentlich erst später aufnehmen sollte (war gut versteckt, habe ihn aber trotzdem vorher gefunden) ist er an der notwendigen Stelle nachher nicht mehr einsetzbar und der Level nicht zu beenden. Ansonsten findet man bei Planet der Affen ein solides, spannendes Spiel, das einen für ca. 25 Stunden an den Bildschirm fesselt. Der Wiederspielfaktor ist eher gering, jedoch versucht man schon oft innerhalb des Games, den Level erneut mit besserem Ausgang, mehr Medipacks, mehr gefundenen Secrets oder weniger Feindkontakt zu absolvieren. Geliefert wird das Programm in der Eurobox, die 2 Spiel-CD's befinden sich in einem 2 CD Jewelcase ohne Inlay und das Handbuch ist etwas spärlich, gerade in der Beschreibung der Kampffunktion. Eine Verpackung in DVD Box wäre auch hier sicher sinnvoller gewesen. Die Bewertung fällt aufgrund der Mängel etwas schwer. Da aber die Mängel den Spielfluss nicht ernstnehmend stören, die Atmosphäre wirklich gelungen ist und die Story einfach Lust auf mehr macht, gibt es eine gute 3.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews , der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.

 



Geschrieben am 18.11.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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