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Oil Tycoon 2  


Info
Autor 5
 2.5
 1.5
 1
Gesamt (25 votes) 4
 1.3
 1.6
 1
Name:Oil Tycoon 2
Genre: Wirtschafts-Sim
Produkt: Vollversion
Release: 2005/02
Publisher: East Entertainment Media
Entwickler: Dartmoor Soft
Hardware: 800Mhz, 128MB RAM, 64 MB D3D T&L, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.12
Oil Tycoon 2 (review von nali_warcow)

Ein Mal im Leben was Ordentliches erreichen, im Geld schwimmen und der Rockefeller des Ölgeschäftes werden. Von solchen Blitzkarrieren träumen sicherlich einige. Nachdem dies zuletzt in Oil Tycoon aus dem Jahre 2001 möglich war, steht nun der Nachfolger in den Regalen. Da wird auf der Packung ordentlich geprotzt und von der Rückkehr einer Legende bis hin zur "Grafik der Extraklasse" gesprochen. Was ist dran am Spiel?

Preislich im unteren Vollpreis-Bereich angesiedelt, hat es beim Spiel leider nicht für eine sonderlich umfangreiche Ausstattung gereicht. Die Spiel CD steckt in einer tristen DVD Hülle und als Anleitung gibt es ein 10 Seiten SW-Faltblatt, das zwar die wichtigsten Sachen erklärt, doch mit Abbildungen sehr sparsam umgeht. Bevor man sich nach der schnell und problemlos verlaufenden Installation gleich ins Spiel stürzt, sollte der Käufer zwingend den aktuellsten Patch installieren ( zum Testzeitpunkt Version 1.11), um die gröbsten Bugs zu beheben, so dass beispielsweise keine Tanker mehr im Atlantik versinken, obwohl sie gar nicht dort sind oder Fehler in der Routenplanung. Leider behebt der Patch längst nicht alle Probleme und es gibt noch immer eine ganze Reihe an Fehlern und Ungereimtheiten. Darüber hinaus verwendet das Spiel einen recht aggressiven Kopierschutz, der den Spielstart deutlich (gut 15 Sekunden) verzögert.

Ein eigentlich simples Spielprinzip

Nur wie kommt man jetzt an richtig viel Geld und baut ein gigantisches Ölimperium auf? Das ist eigentlich ein ganz simples Spielprinzip, zumindest in der Theorie. Mit einem bescheidenem Startkapitel von 4 Millionen beginnt der Spieler. Auf der Weltkarte wählt man ein Land aus und "besucht" das Regierungsgebäude. Je nach Lust und Laue kann man hier gegen einen Preis entsprechende Bohrrechte kaufen. Hat man die Erlaubnis, dann muß das Land lediglich von einem Spezialisten abgesucht werden. Dieser sollte dann meist auch mindestens ein Vorkommen dort finden, das man dann baulich erschließen sollte. Sprich: Es wird ein Bohrturm gebaut, eine Pipeline angelegt bis in die Nähe der nächsten Stadt, in der man dann Lagertanks für das Öl baut und mit einer Straße an das Verkehrsystem anschließt. Schon bald fließt die schwarze Kostbarkeit durch die Rohre, die Tanks füllen sich und man kann sich über den Verkauf Gedanken machen. Anfangs reicht es noch, sich in der Stadt einfach ein Schiff zu chartern und dies zu einem Zielhafen zu schicken, um dort die geförderten Barrel zu verkaufen. Das ist die schnellste und einfachste Art an Geld zu kommen. Doch das Spiel bietet noch einige weitere Möglichkeiten. Um den Gewinn zu maximieren, sollte man später in eine eigene Tankerflotte investieren und neue Ölquellen in anderen Ländern erschließen. Keine Quelle hält ewig und somit muss man sich um neue Bohrrechte in bereits erschlossenen Ländern kümmern. Außerdem sollte man in Forschung und Entwicklung investieren, was nicht nur größere Tanks oder leitungsstärkere Pipelines ermöglicht, sondern auch das geförderte Öl zu höherwertigen Produkten wie z. B. Heizöl oder Benzin zu verarbeiten und mit LKWs oder Bahn zu entsprechenden Tankstellen, etc. des Unternehmens zu transportieren. Es gilt auch die Wünsche der Bewohner der Städte zu beachten. Statt nur Arbeitsplätze anzubieten, muss man als angehender Unternehmer auch mal was für die Allgemeinheit tun und beispielsweise Krankenhäuser oder Stadien spendieren. Die Übernahme anderer Konkurrenzunternehmen ist genauso möglich, wie Aktiengeschäfte und Kredite.

Der Weg zum Ruhm

Doch bis nach ganz oben ist es ein steiniger Weg. Bevor es losgeht, kann sich der Spieler erst noch kurz für einen Namen des Unternehmens, Farbe und ein Logo entscheiden. Auf die Anzahl der CPU Gegner hat man leider weder im "Freien Spiel" noch in den vorgegebenen Missionen Einfluss, sondern kann lediglich deren Stärke in zwei Stufen regulieren, wobei selbst "Leicht" für Einsteiger ein harter Brocken sein wird. Ansonsten kann man leider lediglich noch einen Berater im leichten Modus hinzuschalten, der beispielsweise Bohrrechte in den einzelnen Ländern anbietet oder den benötigten Spezialisten automatisch einstellt, der im Land nach Erdöl sucht. Allerdings ist die Auswahl dabei recht willkürlich und mitunter unlogisch. Da wird vorgeschlagen, Bohrrechte einem Land für 500.000 zu kaufen, während es diese in einem anderen erstaunlicherweise für 0 $ gibt. Oder aber er schlägt Bohrrechte vor, während das Unternehmen in den roten Zahlen ist.

Anders als bei dem ziellosen "Freien Spiel" , gilt es bei den mitgelieferten Missionen, festgelegte Aufgaben gegen mehrere CPU Gegner zu bestehen. Da gilt es, der erste Spieler zu sein, der 20 Millionen auf dem Konto hat, mindestens eine bestimmte Anzahl Tankstellen zu errochten oder einen Konkurrent zu übernehmen. Während die Missionen immer weiter in der Geschichte voranschreiten, beginnt die Partie im "Freien Spiel" immer im Jahr 1900. Dazu kommen in den Missionen Zufallsereignisse, wie z. B. U-Boot Angriffe auf die Tanker während des WW II. Da kommen dann irgendwelche Politiker im Jahr 1900 auf die Idee einer Ökosteuer oder es ist urplötzlich eine Steuerrückzahlung von mehreren Millionen nötig. Ob solche Ereignisse einem wirklich das Spiel verschönen, muss jeder für sich entscheiden, ganz davon zu schweigen, ob sie geschichtlich korrekt sind. Es ist erstaunlich, was in ersten Spielminuten schiefgehen kann und das Game damit schon am Anfang zu einem wahren Glücksspiel macht. Dumm, wenn man Ölrechte in einem Land sucht und im Gegensatz zur Konkurrenz nur einen Standpunkt mitten im Landesinnern bekommt. Die 4 Millionen Anfangskapital sind schnell verbraucht. Während die Gegner schon den zweiten oder gar dritten Bohrturm an der selben Quelle bauen, hat man gerade mal das Geld für eine Verbindung zum Lager in der Nähe der Stadt. Bis man dann das nötige Geld für eine zweite Leitung hat, da eine anfangs nur gerade mal 600Barrels transportieren kann, tröpfelt das Enikommen eher dürftig vor sich ihn, mit entsprechend finanziell trüben Aussichten. Oder aber man will ein Gebiet erschließen, die Straße lässt sich nicht ordentlich bauen und kleinste Erhöhungen können nicht überwunden werden. Da kann man auch viel Geld in den Sand setzen. Konkurrenten bauen beispielsweise genau an der Straße, die man selber erschliessen will, wird man quasi von Gegenspieler eingekesselt. Zudem ist auch noch oft die erste Quelle genau dann erschöpft, wenn es finazielle schlecht bestimmt um die Firma ist. Gleich in mehreren Ländern zu investieren, kann kaum finaziert werden. Vorgenannte Probleme sorgen dafür, dass man auch im "Freien Spiel", das ja in der Regel für ein entspannteres und stressfreieres Gameplay sorgen sollte, schon durch wenige Fehler neu starten darf.

Wer möchte, kann das Spiel auch im Internet oder LAN gegen bis zu sechs menschliche Mitspieler daddeln. Dazu wird jedoch die IP des Hosts benötigt.

 

Der Kampf mit der Steuerung

Von der Grafik mal abgesehen ist die Handhabung des Spiels das große Manko. Es gibt zwar die Möglichkeit, die Spielgeschwindigkeit ordentlich zu erhöhen, doch wenn man pausiert, kann man keine Handlungen ausführen, sogar nicht mal eine Statistik betrachten. Zwangsläufig muss auf geringster Stufe gespielt werden, wodurch das Spiel extrem hektisch wird. Das wird schlimmer, je mehr unterschiedliche Fördergebiete der Spieler hat oder aber wenn man sich an einer Stelle über die Bedienung ärgern muss. Das geht damit los, dass man an fast allem, was der optionale Berater macht, was auszusetzen hat. Warum bietet er zu ungünstigsten Zeiten Bohrrechte an? Warum informiert er, dass in einem Land etwas mit der Pipeline nicht stimmen würde, wenn diese aktuell erst gebaut wird? Wieso wird man vom aktuellen Geschehen weggeholt? Wenn man zustimmt in einem Land nach Öl zu suchen, dann interessiert einen das Land nicht sofort, sondern erst, wenn Öl gefunden wurde. Da man sich anfangs noch keinen eigenen Tanker leisten kann, muss man zwangsläufig welche chartern. Doch der Berater kommt damit immer erst, wenn die Tanks zu 100% gefüllt sind. Dann fragt er und man muss als Spieler darauf reagieren und jedes Mal diesem Vorgang zustimmen, geben doch bis das Öl dann im Hafen abgeholt wird, ist gut ein halber Monat verstrichen, in dem nichts gefördert wurde. Somit ist man gezwungen, selbst immer rechtzeitig einen Tanker zu chartern und sich möglichst bald einen eigenen zu kaufen. Es kann jedoch passieren, dass die 2 Millionen oder mehr teure Anschaffung im Wasser fest hängt und es nicht möglich ist, irgendwelche Häfen auf der Karte anzuklicken, weil keine angezeigt werden. Ein Verkauf ist auch nur möglich, wenn man ohne Berater spielt. Dann kann man zwar dem Tanker eine Dauerroute einprogrammieren, allerdings ist es extrem mühselig, weil man dies für alle Tanker einzeln machen will und es keinw Kopierenfunktion gibt. Ebenso, wenn man in einem Land nichts mehr fördert ist es notwendig, alles "per Hand" umzustellen. Hierbei wieder beachten: Die Zeit läuft im Hintergrund weiter. Unverständlich, warum der Berater die Ansicht auf eine Werft in Tokio zentriert, wenn man Ölförderung im Mittelmehr betreibt und einen Tanker bauen will. Tanker können zudem nicht in allen Küstenstädten gebaut werden, Eine sehr unsinnige Klickaufgabe ist beispielsweise auch die Erforschung. Hat man das nötige Geld, so kann man eine entsprechende Anlage bauen. Die Forschung selber kostet kein Geld, lediglich Zeit. Aber der Spieler wird dazu genötigt, vorzugeben, was erforscht in den einzelnen Bereichen erforscht werden soll. Wunderbar, wenn hier der Berater auf eine abgeschlossene Forschung aufmerksam macht. Doch selbst wenn man wählt, dass weitergeforscht werden soll, wird man nur zum Gebäude gebracht. Das Auswahlfenster muss man selber öffnen. Warum kann man nicht einfach vorgeben, in welchem Bereich (z. B. Chemie) automatisch geforscht werden soll. Auch wunderbar umständlich sind Abrissarbeiten. Da muss man eine Pipeline Parzelle für Parzelle abreißen oder man wird zwar auf Bohrtürme, die nichts mehr fördern, aufmerksam gemacht, darf sich aber selber um die Demontage kümmern. Warum hat man keinerlei Möglichkeiten zu sehen, wie viel Öl ein Ölfeld noch liefern kann, wenn man dies mit vier Türmen überbaut hat? Befindet man sich zufälligerweise im Baumodus und hat plötzlich kein Geld mehr ( z. B. fürden Lagertank), so kann man nicht wie üblich per Rechtsklick den Baumodus verlassen, sondern muss erst im Baumenü wieder erneut auf das Gebäude klicken. Will man eine Pipeline oder Straße bauen und das Guthaben geht in den roten Bereich bzw. man will mehr bauen, als man sich leisten kann, erscheint ein Infofenster. Klickt man auf "OK", dann kommt die Meldung gleich wieder bis man die Maustaste gedrückt hält, damit nach dem Klick auf OK die Maustaste nicht wieder als losgelassen registriert wird und damit der angefangene Bau, für den man kein Geld hat, nicht wieder angeschlossen wird. Also festhalten und ESC drücken um aus dieser Endlosschleife zu entkommen. Ganz logisch, oder? Das wichtige Sachen so fummelig versteckt sind wie das Chartern von Schiffen, Erwerben von Bohrlizenzen, es überwiegend an Möglichkeiten in den ganzen Auswertungsstatistiken mangelt und die finanzielle Aufschlüsselung wahnsinnig ungenau ist, sind alles weitere Kleinigkeiten, die erheblich unangenehm auffallen. Und bei all solchen kleinen Sachen, die man zwar irgendwie meistern könnte, tickt die ganze Zeit die Uhr im Hintergrund und die Tage verstreichen wie Sekunden. Da ist mehr Hektik als in WarCraft 3 oder Z vorhanden.

Grafik & Sound

Wie schön wäre es gewesen, wenn sich das Spiel nun wenigstens grafisch noch ansprechend präsentieren würde, doch leider verpufft die "Grafik der Extraklasse" von der Packungsrückseite stellenweise zu einem wahren Pixelbrei. Die Weltkarte kann man in den unterschiedlichsten Stufen zoomen, doch sobald man eine bestimmte Entfernung erreicht hat, sieht man plötzlich nur noch eine bunte Fläche aus lauter groben Pixeln, die an 20 KB JPEG erinnern. Dabei nehmen die Umrisse der Kontinente wahrlich wenig Polygone ein, Höhenunterschiede sind überwiegend kaum zu erkennen und machen sich nur im Bau unangenehm bemerkbar. Es wirkt überwiegend so, als spiele man auf einer platten Scheibe. Die wenigen Städte bestehen aus einigen wenigen Häusern. Wenn man ein kleines Bisschen zurückgeht und dazu vielleicht gerade der Wechsel von Tag auf Nacht vollzogen wird und im Hintergrund das Wasser (übrigens das Beste der Grafik) zu sehen ist, dann hat man eine Momentaufnahme, in der man sagen kann "OK mit der Grafik kann man leben". Doch schon wenige Meter weiter beim Zoomout verschwinden plötzlich alle (Bitmap)Bäume und aus Gebäuden werden Icons und schon bald sieht man nichts mehr, was sich erst ändert, wenn die Ansicht nahtlos zur 2D Weltkarte überblendet. Auf der einen Seite muss man sich da natürlich fragen, wieso das Spiel zwingend eine 64 MB Grafikkarte erfordert und wieso es beim High End Testsystem bei so wenigen Details mit nur25 bis 30 FPS lief. Auch der recht eintönige im Hintergrund dudelnde Soundtrack kann da wenig retten. Ansonsten darf man auch kaum Erwartungen haben. Mal ein Tuten eines Schiffes oder "Klick", wenn man auf eine Schaltfläche kommt, stellen schon fast das ganze Repertoire dar. Mal etwas Gemurmel oder ein klingelndes Telefon können da nicht mehr so viel bewirken.

Meinung

Das Spiel ist in dieser Form leider alles andere als wirklich spielbar und Spaß kam dadurch kaum auf. Einsteiger können es gleich vergessen, alle anderen kämpfen sich mühseligst durch die ersten Aufbauversuche und scheitern elendig oft, bis man langsam den Dreh rausbekommt. Und gerade dann, wenn man meint, man könne sich nun mit den durchaus vorhandenen Tiefen und Möglichkeiten des Games beschäftigen, schlagen die Probleme zurück. Ganz gleich, ob man sich dank des unfähigen Beraters um jede Charterung einzeln kümmern muss, mit dem eigenwilligen Bausystem kämpft, sich mühsam durch die Menüs klickt oder versucht, gleichzeitig die Forschung voranzutreiben, neue Förderbereiche aufzubauen, die Wegrouten konfiguriert und optimiert - und das alles unter extremen Zeitdruck. Das macht kaum einer lange mit. Grafik und Übersicht tragen dabei auch nicht dazu bei, dass der Spaß steigt. Wenn dann eine urplötzliche Steuerrückzahlung und sonstige Ereignisse zuschlagen, das Schiff fest hängt und dann auch noch zwei Ölquellen versiegen und man sich um möglichst alles bis zum nächsten Spieltag (sprich 1 Sekunde) kümmern sollte, dann klickt man lieber auf "Spiel beenden". Vielleicht kann ein Patch diese grundlegenden Defizite noch geringfühgig ausbessern, in der vorliegenden Version kommt so kein Spielspaß auf. Wer nicht zwingend ein Ölimperium aufbauen will, der findet mehr als genug Alternativen auf dem Markt, wo Spielen nicht in Stress ausartet


Geschrieben am 05.03.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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