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Nox
Nox  


Info
Autor 2
 2
 1
 1.5
Gesamt (101 votes) 1
 1.8
 1.6
 2.2
Name:Nox
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2000/03
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Westwood Studios
Hardware: 200MMX-Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX7
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: Quest Update
USK: 16
Nox (review von yak)

Electronic Arts hat mit dem Spiel Nox von Westwood einen ebenbürtigen Konkurrenten zu Diablo2 veröffentlicht und das auch noch über ein halbes Jahr eher als es Blizzard schaffte.

Die Spiele ähneln sich sehr, haben jedoch im Detail einige gravierende Unterschiede, die sich im Gameplay bemerkbar machen. Doch dazu später mehr. Ich halte den Bericht jetzt noch, obwohl das Spiel bereits schon vor Monaten veröffentlicht wurde, für sinnvoll, da man nun den Vergleich zum Rivalen namens Diablo 2 ziehen kann.

Nur kurz zur Geschichte. Die Hexe Hecubah plant die nicht gewaltfreie Übernahme des Landes Nox. Dazu benötigt Sie einige Ingredienzen und startet eine Beschwörung, die im sehr selbstironischen Introvideo zur Folge hat, dass Jack von seinem gemütlichen Abend mit Crackern, Fernseh und Freundin (ja, in dieser Reihenfolge) ins Unheil teleportiert wird und nun als einzig möglicher Held das Land vor Hecubah und ihren Schergen befreien kann.

Man kann zwischen drei Charakterklassen wählen. Zur Wahl stehen: Kämpfer, Beschwörer und Zauberer. Der Kämpfer verfügt über keinerlei magische Eigenschaften und sein Charakter wird durch bestimmte Kampffertigkeiten aufgewertet. Der Beschwörer kann Magie und auch einige Waffen benutzen, wobei der Zauberer nur der Magie mächtig ist. Das Schöne und auch sehr motivationssteigernde an Nox beginnt schon mit der Charakterwahl.

Man beginnt den Einzelspielermodus in anderen Leveln und mit anderen Aufgaben. Der Kämpfer muss z. B. seine Kampfkünste in einer Art Ausbildungslager unter Beweis stellen, wogegen der Beschwörer den Bürgermeister von einer leidlichen Spinnenplage im Haus befreien muss. Das zeigt, mit wieviel Liebe zum Detail das Spiel entwickelt wurde.

Ein Handlungsfaden beginnt also charakterspezifisch und führt so auch viel besser und glaubwürdiger ins Spielgeschehen ein. So ist der Anreiz, das Spiel nach dem ersten Durchlauf mit einer anderen Charakterklasse zu spielen, viel aufregender für mich als z. B. in Diablo 2.

Die Kraft bezieht die Spielfigur genreüblich aus Lebensenergie und Mana. Upgrades und Waffen können mittels eines Inventars per Drag and Drop kinderleicht auf die Spielfigur angewendet werden. Insgesamt kann man die Steuerung von Nox nur loben. Sie ist leicht erlernbar, zugänglich, effektiv und schnell im Spiel anzuwenden. So kann der Beschwörer sein eigenes Zauberinventar beliebig sortieren, anordnen und konfigurieren., was im Spiel auch level- und gegnertechnisch notwendig ist. Begibt man sich z. B. auf Zombieattacke, muss man bedenken, dass ihre Reinkarnationszeit schneller als gewünscht von Statten geht und man sie nur endgültig durch eine kleine Grillparty zum Schweigen bringt.

Hier kann man sich auf die fünf sichtbaren Zaubersprüche aus dem Buch, die momentan gängigsten und effektivsten auf Hotkeys legen, wobei jedoch die anderen ebenso schnell durch Scrollup-Taste ins Menu geblättert werden können. Die ganze graphische Gestaltung ist stets übersichtlich und informativ. Die Figur wird mit der Maus gesteuert, was auch keine Problem bereitet. Handel ist in Nox genauso möglich wie in Diablo, nur ist die Waffenvielfalt nicht so ausgeprägt, wie in Blizzards Hack n Slay Game. In Nox kann man die Waffen der erledigten Gegner beim Händler verkaufen, aber auch kleine Aufgaben für die Dorfbewohner erfüllen, die einen dann entlohnen. Auch kann man die Häuser der Bewohner durchsuchen und dort einiges einsammeln. Aufwerten kann man seinen Charakter durch das Besiegen der Gegner und auch durch Kauf besserer Rüstungen, Waffen und Zaubersprüchen. Hier unterscheidet sich Nox auch von Diablo, weil man sich, von der Charakterstärke unabhängig, mittels Kauf von Zaubersprüchen oder Beschwörungsrollen spezialisieren kann. So kann der Beschwörer z. B. die Macht von Kreaturen übernehmen, die ihn dann begleiten und im Kampf beistehen. Das funktioniert aber nur, wenn der Beschwörer die entsprechende Schriftrolle der zu übernehmende Figur in Besitz hat. So kann man für den Beschwörer im Spiel also die Entscheidung treffen, sein Geld besser in neue Waffen/ Rüstungen oder in Fertigkeiten zu investieren. Ebenso kann man auch durch den mehrfachen Kauf eines gleichen Zauberspruches seine Kraft in diesem Bereich verstärken. Viele Sprüche kann man auf sich oder auch auf seine Begleiter anwenden, wie z. B. Giftheilung oder Heilung. Die Art und Weise, mit der z. B. der Beschwörer Kreaturen befehligen kann, ist sehr einfallsreich gelöst. So kann er z. B. den Befehl erteilen, dass die Figuren auf Gegnerjagd gehen, ihn eskortieren, warten oder ihn im Kampf begleiten. Diese Optionen sind im Spiel sinnvoll einsetzbar und nicht nur dumme Beilage. So kann/muss man z. B. Minenarbeiter befreien und unbeschadet aus der monsterüberfluteten Mine herausschaffen. Da dies aber für die ungeschützten Arbeiter sehr gefährlich sein kann, lässt man sie am besten von einigen Kreaturen bewacht, zurück und reinigt so erst den Rückzugsweg von Monstern. Je nach Grösse der Kreatur, die man befehligen kann, ist die Zahl für die Beschwörung auch eingeschränkt. Fledermäuse sind klein und daher kann man drei zugleich kontrollieren, wobei der fette Steingolem den Platz komplett einnimmt. Ein weiteres nettes Gimmick ist die "programmierbare Bombe" des Beschwörers. Hier kann man einem kleinen, kugelähnlichen Wesen Zaubersprüche injizieren und dann bei Bedarf abrufen und auf den Gegner hetzen.

Rüstungen und Waffen sind sehr diablo-ähnlich. So gibt es Rüstungen, die vor Gift schützen, Schuhe, die feuerabweisend sind usw. Auch ist die Reparatur von Equipment notwendig, damit diese nicht komplett zerstört werden. Die Szenarien in Nox sind abwechslungsreich und graphisch hervorragend umgesetzt. Man sieht Minen, Sümpfe, Schlösser, Schneelandschaften und Gruften. Etwas gewöhnungsbedürftig und vielleicht nicht jedermanns Sache ist die TruVison Engine von Westwood. Sie zeigt nur dass an, was der Spielcharakter auch im realen Leben einsehen könnte. Das bedeutet also, dass man nicht sehen kann, was hinter einem Felsen lauert oder hinter einer Säule in der Gruft wartet. Ebenso ist es aber dann möglich, durch ein Fenster in eine Katakombe zu blicken. Das ist anfangs zwar sehr gewöhnungsbedürftig, steigert aber im Spielverlauf die Spannung und ist eine nicht zu unterschätzende Aufwertung des Spieles. Man muss sich also sein Blickfeld erst verdienen !.

Graphisch steht Nox daher auch über Diablo, es sind Auflösungen bis 1024 x 768 möglich und übertrifft damit Diablo2, das mit 640 x 480 zweiter Sieger ist. Auch sind alle Gegenstände real in 3D vorhanden. Bricht man z. B. in einer Gruft eine Wand auf, kann es vorkommen, dass daraus unzählige Totenköpfe herausquellen. Läuft man dann dagegen oder dadurch, verlangsamt das zugleich die Laufgeschwindigkeit und verschiebt die Knochen auf auf dem Boden. Das Spiel wirkt dadurch in der Graphik viel lebendiger. Im Wasser schwimmen Fische und der Bach plätschert vor sich hin. Man kann Stühle verschieben und auch über kleine Abgründe springen, um zu verhindern, dass man in einer Todesfalle mit Monstern landet. Zudem gibt es viele versteckte Räume, in denen man zumeist tolle Upgrades finden kann und dazu mit Erhöhung des Charakterwertes belohnt wird.

Ein wesentlicher Pluspunkt von Nox: Es ist viel abwechslungsreicher als die Konkurrenz. Das Umfeld und der Levelaufbau ist viel aktiver ins Spielgeschehen eingebunden. So kann man z. B. grosse, von der Decke stampfende Steinblöcke dazu benutzen, Mousse a´ Zombielade herzustellen. Nox enthält dadurch kleine Actioneinlagen, die jenseits vom Monster Hack n Slay liegen und so eine gelungene Abwechslung innerhalb des Spieles darstellt. Man kann mit Fahrstühlen in die untersten Etagen der Mine fahren und Untiere mit Schaltern aus ihren Käfigen befreien. Dadurch wirkt alles glaubwürdiger und nicht so monoton, wie es stellenweise bei Diablo 2 der Fall war. Der grosse Unterschied nun zu Diablo ist wohl die Multiplayer- Ausrichtung und das Diablo-sammel-alles-auf-Syndrom.

Diablo2 ist sicher der Gewinner im Multiplayerbereich. Nox hat einen Deathmatch Mode und eine Art "Kick die Dose" Modus, zwar wurde es nachträglich mit einem 20 MB Patch aufgewertet und hat nun einen vergleichbaren Coop-Modus, wird aber wohl nie mehr die Beliebtheit von Diablo 2 erreichen, was sicher auch an dem allgemeinen Hype von Blizzardprodukten und deren Fangemeinde liegt. Nach der überall positiven Bewertung von Diablo 2, wagt man sich kaum noch zu sagen, dass es auch Schwächen hat, weil dann die Ausflucht kommt: "Is' ja kult !". Der andere Unterschied ist noch, dass die Level nicht wie bei Diablo 2, nach dem Zufallsprinzip aufgebaut werden (was mich persönlich immer genervt hat), sondern in jedem Spiel identisch sind. Ich spiele sicher kein Game so oft, dass mir diese Zufallsoption Sinn zu machen scheint, wenn dabei das eigentliche Missionsziel gleich ist. Da ist die Möglichkeit von Nox, die ersten Level mit unterschiedlichen Charakteren in anderen Leveln zu starten, viel reizvoller.

Die Musik ist sehr stimmungsvoll und die Geräuscheffekte angemessen und atmosphärisch. Im Singleplayermodus ist für mich der Sieger in jedem Falle Nox, auch wenn Diablo 2 die schöneren Zwischensequenzen hat, die bei Nox nur aus einem Standbild und Erzählerstimme bestehen. Der Hardwarehunger scheint mir jedoch bei beiden Spielen unverständlicherweise gleich hoch, wobei Nox dabei aber die höhere Bildschirmauflösung aufzuweisen hat. Richtige Nachteile sind im Spiel nicht bemerkbar, auch keine Bugs, etwas unausgewogen schien mir nur das Verhältnis von Equipmentpreisen und dem möglichen Geldverdienst. Da man nicht wie bei Diablo bestimmte Bereiche erneut aufsuchen kann, um sich zu bereichern, muss man mit dem Geld auskommen, was man "verdient" hat. Das bringt zwar eine strategische Komponente ins Spiel, machte es aber teilweise unmöglich, an bestimmte Waffen zu kommen. Hier hätte etwas Feintuning gut getan, oder ich bin ein Verschwender ;)

Ansonsten kann man Nox nur empfehlen. Es ist kurzweilig, hat eine angemessene Spieldauer und auch dieses Quentchen Suchtfaktor, das wir alle so lieben.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, das bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.



Geschrieben am 01.10.2000, Testkonfiguration: PIII-650, Geforce-2, 256MB Ram, SB Live
 



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