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Rückseite ]

Info
Autor 2
 1.5
 2.5
 2
Gesamt (26 votes) 2+
 1.5
 1.9
 2.3
Name:Neverwinter Nights 2 - Mask of the Betrayer
Genre: Rollenspiel
Produkt: Add-On
Release: 2007/09
Publisher: Atari
Entwickler: Obsidian Entertainment
Offiz. Sites: Game
Hardware: 2.4Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 6600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Multilingual
Serie: ja
Patch: Dialog Hotfix
USK: 12
Neverwinter Nights 2 - Mask of the Betrayer (review von ronin)

Vor einem knappen Jahr erschien, im Schatten des Gothic 3 Debakels, eher still und heimlich der zweite Teil des erfolgreichen Dungeon&Dragon-Rollenspiels Neverwinter Nights. Als einziges Partyrollenspiel 2006 bot es ungewohnt glaubwürdige Charaktere, liebevoll designte Quests, eine zwar lineare, aber mitreißende Story sowie eine komplexe und abwechslungsreiche Charakterentwicklung auf Basis des schon erwähnten Regelwerks. Leider knüpfte auch Neverwinter an die ruhmlose Tradition der verbuggten Verkaufsversionen an. Plotstopper, sporadische Abstürze, dümmliche Begleiter-KI und umständliche Menü- und Kameraführung vermiesten dem willigen Spieler ein ums andere Mal das ansonsten so intensive Spielerlebnis. Mit Mask of the Betrayer erschien Ende September die erste Erweiterung - aber sorgt es neben dem üblichen Questnachschub auch für eine bessere Beleuchtung der eher schattigen Seiten des Hauptspiels?

Die üblichen Verdächtigen

Addon-typisch werden neue Rassen, Klassen und Fähigkeiten in die schon komplexe Welt von Niewinter eingeführt. So stehen neben der Unterklasse Wildelf auch die so genannten Berührten auf dem Programm. Während ersterer einfach ein noch tiefer im Wald lebender Legolasvertreter ist, erscheinen letztere, ganz ihrem Element entsprechend, feurig, luftig muffig oder nass. Diese Exoten zeichnen sich durch langsamere Aufstiegschancen aus, da diese Rassen mit vielen Boni starten, weswegen man sie als Gelegenheits-D&D'ler besser außen vorlassen sollte. Mit der Einführung von epischen Heldenklassen (das hat zufällig nichts mit World of Warcraft zu tun) erweiterte man das ansonsten auf zwanzig Stufen begrenzte D&D Universum auf zehn zusätzliche Level. Hier entscheidet man, ob der alte Recke aus dem Hauptspiel reanimiert werden soll, oder man auf Stufe achtzehn einen kompletten Neuanfang wagt. Meinen verskillten halbelfischen Druiden wollte ich nicht aus seiner verdienten Ruhe reißen, weshalb mir ein frisch aus der Klonfabrik stammender Wildelfen Hexenmeister gute Dienste leistete.

Vor dem Start der eigentlichen Story erschafft man sich seinen Charakter ganz nach Wunsch - wohl dem, der sich mit dem komplexen D&D Regelwerk auskennt. Neue Talente, Prestigeklassen und Gegenstände sind ebenfalls Bestandteil des Addons. Erwähnenswert, und leider auch nicht besonders gut umgesetzt, ist die neu eingeführte Gegenstandsverzauberung. Was tun, wenn das Inventar immer zugemüllt und die glorreiche Heldengruppe ständig überladen durch die Landschaft stapft? Ganz einfach, man lässt die Gegner keine Gegenstände mehr droppen. Stattdessen ärgert man sich mit einem Haufen gesichtsloser Essenzen herum, die umständlich per Zauberspruch Verbesserungen auf Gegenstände zaubern.

Ein Schlag auf den Kopf wirkt manchmal Wunder

Zumindest scheinen das die meisten Entwickler derzeit als bevorzugte Methode für einen Storyeinstieg zu missbrauchen. S.T.A.L.K.E.R., The Witcher und nun auch mein wilder Wildelf in Mask of the Betrayer. Völlig orientierungslos erwacht er in einer muffigen Höhle zwischen seltsamen Säulen und wird von einer Frau mit Glatze belagert. Sie faselt etwas von Splittern, Aufgaben und schnell-raus-hier. Gesagt getan, der Hexenmeister und die Magierin machen sich auf, diese alte Höhle zu erkunden. Ziemlich früh fällt auf, dass der Schwierigkeitsgrad erstaunlich zugelegt hat. Ohne vorsorgliche Charakterstärkung (auch buffen genannt) sollte man sich nicht in die zahlreichen Scharmützel wagen, zumal neue Charaktere erst nach und nach die Heldentruppe verstärken. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Die Menüführung erscheint umständlich wie eh und je: Eine Gegenstandsvergleichoption fehlt, das Erteilen von Befehlen erfolgt über verschachtelte Klappmenüs und das Inventar bleibt trotz Sortierfunktion und dem schon erwähnten Gegenstandsmangel unübersichtlich. Auch die Begleiter-KI hat sich nicht verbessert. Mein Kampfbär Okku, quasi der bärische Verwandte des Zwergs Khelgar, steht ein ums andere Mal dämlich in der Gegend herum, während die Stoffträger fröhlich verdroschen werden. Selbst manche manuelle Eingabe wird nicht korrekt umgesetzt. Gleiches gilt für die Zauberauswahl meiner "Helden". Eigenständige Heilung konnte ich von meiner engelsgleichen Klerikerin leider selten erwarten. Dafür war sie erstaunlich geschickt darin, sich selbst bis in die Flügelspitzen mit Verstärkungszaubern voll zu pumpen (vornehmlich für den Nahkampf). Noch ein Wort zur Kameraführung. Die Auswahl besteht aus Charakteransicht (3rd-Person-like) und Strategieansicht (Vogelperspektive). Erstere eignet sich hervorragend, um Screenshots zu machen, letztere erfordert ständige manuelle Mitarbeit. Kurz um, in den genannten Bereichen Steuerung, KI und Kameraführung hat sich rein gar nichts verändert. Schade.

Storyentwicklung, Aufträge und Charakterinteraktion, welche das Hauptspiel auszeichneten, wurden weitestgehend auf hohem Niveau ausgebaut. Gewohnt umfangreich gestalten sich die missionsartigen Quests und die komplexe Geschichte. Entscheidungen Richtung gut oder böse ziehen unterschiedliche Konsequenzen nach sich und bringen dem Spiel die nötige Würze, und durch die vampirismus-ähnliche Fähigkeit des "Hungers" (ich will nicht zuviel spoilern) werden diese Entscheidungen noch wichtiger. Leider muss auch hier schon wieder ein großes Aber eingeworfen werden. Zwar ist das Addon enorm umfangreich, ich tippe auf locker dreißig Stunden, aber die Charakterinteraktion, die Schauplätze und vor allem die wenigen Nebenquests lassen eine gewisse Lustlosigkeit seitens der Entwickler vermuten. Vor allem in der ersten Spielhälfte kommt die Story nicht so richtig in Gang, man rätselt als Spieler zu oft über Sinn und Unsinn des Gesagten und ärgert sich über die umständliche "Hunger" Fähigkeit. Man hat ständig das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen, was für ein Rollenspiel, welches von der Erforschung der Umgebung lebt und ruhiges, überlegtes Handeln voraussetzt, unangebracht erscheint. Auch wiederholen sich die Schauplätze anfänglich zu sehr, denn durch die storybedingten Besuche in der grauen Schattenwelt bewegt man sich ständig in den gleichen Umgebungen. Allerdings ändert sich das in der zweiten Spielhälfte. Der Besuch in der Akademie der Magier von Tyr birgt viele witzige Dialoge und anspruchsvolle Rätsel. Lediglich die Beziehungen zwischen den Charakteren hätte ich mir umfangreicher gewünscht. Die möglichen Entscheidungen, die meine Gruppenmitglieder kommentieren, lassen zu wenig Spielraum, und die persönliche Geschichte meiner Begleiter bleibt zu sehr auf der Strecke. Wenn ich an die komplexe Nebenstory meiner Tieflingsschurkin aus dem Hauptspiel denke, frage ich mich, warum die Entwickler im Addon so sparsam waren. Ich will nicht behaupten, dass Okku und Co. gesichtslos bleiben, aber verglichen mit dem Hauptspiel wirken sie blass und fad.

Auch auf das Äußerliche kommt es an

"Unverändert gut" fasst die grafische und musikalische Präsentation des Addons kurz und knapp zusammen. Die Charaktere und Zaubereffekte sehen wie gehabt hervorragend aus; die Umgebungsgrafiken sind jedoch weiterhin durchwachsen. Den Dungeons merkt man die Editorlastigkeit an, da immer gleiche Elemente wie Möbel, Türen, Fackeln etc. verwendet wurden. Es fehlt hier völlig das Individuelle. Musikalisch erscheint die Präsentation storybedingt düsterer und hat nichts von ihrer Qualität eingebüßt. Die Sprecher leisten gewohnt professionelle Arbeit und verleihen den Dialogen Glaubwürdigkeit. Auch die vielen Zauber sind wieder traumhaft vertont. Es ist eine Wonne, den eigenen Recken beim Zaubern zu zuhören. Was Bugs betrifft, kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Plotstopper oder ähnliche Spielspaßkiller gehören der Vergangenheit an. Lediglich bei der Installation kam es zu einem unangenehmen Problem. Es war nicht möglich, das Addon über ein vollständig gepatchtes Hauptprogramm zu installieren (im Spiel fehlten Texte und Dialoge). Erst die komplette Neuinstallation und das Aufspielen auf diese ungepatchte Version half, die Erweiterung zum laufen zu bringen. Mittlerweile wurde dieses Problem per Patch behoben.

Fazit

Kurz und gut: In Niewinter nichts Neues. Die Neuerungen halten sich in addon-typischen Grenzen und gewähren dem willigen Neverwinter-Fan umfangreiche, aber gewohnte Kost. Die taktischen Kämpfe, der komplexe Storyverlauf und die Beziehungshändel meiner Begleiter zeichnen auch die Erweiterung aus. Leider wurden die zahlreichen Mängel des Hauptspiels nicht konsequent ausgemerzt und die vielen Stärken zum Teil nicht beibehalten. So vermiesen der Zeitdruck erzeugende "Hunger" Aspekt, die blassen Begleiter und der anfänglich zu zähe Einstieg das ansonsten solide Spielerlebnis. Fans des Hauptspiels können bedenkenlos zugreifen, wer jedoch schon vorher wenig mit diesem Rollenspiel anfangen konnte, wird hier seine Meinung nur bestätigt finden. Leider ein kleiner Rückschritt, deshalb nur eine yiya´sche 2.


Geschrieben am 18.10.2007, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6750, 4GB, GeForce 8800GTS
 



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