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Rückseite ]

Info
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Name:Neue Abenteuer auf der Schatzinsel
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2007/04
Publisher: Flashpoint
Entwickler: Kheops Studio
Hardware: 800Mhz, 64MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Neue Abenteuer auf der Schatzinsel (review von nali_warcow)

Mit Fluch der Karibik sind Piratengeschichten gerade wieder "in". Doch es muss nicht immer eine aktuelle Lizenz sein, um ein gutes Spiel zu veröffentlichen. Die Kheops Studios, die zuletzt das recht gelungene, aber anspruchsvolle Adventure "Das Geheimnis der vergessenen Höhle" veröffentlichten, haben ihre Engine ein wenig poliert, optimiert und ein weiteres Spiel entwickelt. Herausgekommen ist ein Renderadventure, das auf dem von Robert Louis Stevenson bekannten Roman "Die Schatzinsel" aufbaut. Was Jim Hawkins alles auf seiner Schatzsuche erlebt und ob es sich lohnt, einen kleinen Anteil des Schatzes beim örtlichen Softwaredealer zu lassen, um das Produkt zu erwerben, wird das folgende Review klären.

"Neue Abenteuer auf der Schatzinsel" steht als DVD-Box zum leicht gehobenen Budgetpreis in den Läden. Vermutlich damit der Titel auch auf schwächeren Rechnern noch läuft, befinden sich in der Box zwei CDs, die etwa 1,3 GB Installationsdaten beherbergen. Das Handbuch ist mit etwa 15 Seiten recht kompakt gehalten, informiert aber über alle wichtigen Aspekte, wie Steuerung oder Benutzung des Inventars. Technische Probleme gab es keine. Obwohl bei den Systemanforderungen kein Windows Vista aufgelistet ist, startete der Titel auf dem Testsystem ohne Murren und lies sich ohne Ärgernisse oder Abstürze durchspielen.

Wieder auf Schatzsuche

Wie es der Titel schon andeutet haben es sich die Entwickler nicht ganz so einfach gemacht. Sie präsentieren nicht die bekannte Geschichte, sondern haben eine ganz neue Story umgesetzt. Das Spiel setzt einige Jahre nach dem Ende des Buches an. Die fünf Überlebenden, unter anderem Jim Hawkins, haben mit dem Schatz an Bord wieder England erreicht. Jim hat seinen Anteil nicht nur in eine Ausbildung, sondern auch in ein Handelsschiff investiert, um Handel mit den benachbarten Inseln zu betreiben. Eines Tages grübelt der noch junge Kapitän in seiner Kajüte, als plötzlich Lärm auf dem Oberdeck zu hören ist. Wie Jim jedoch recht schnell feststellen muss, sieht die Lage alles andere als rosig aus. Die auf der Schatzinsel zurückgelassenen Meuterer haben doch tatsächlich einen Weg zurück in die Freiheit gefunden und jetzt nicht besseres zu tun, als sich an denjenigen, die sie zurückgelassen haben, zu rächen. Raus kommt Jim auch nicht, da die Kerle seine Kabine fürs erste verschlossen haben. Auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit über eines der Heckfenster flattert Jim doch glatt der Papagei von Long John Silver entgegen, der sogar eine Nachricht bei sich trägt. Auf dem Papier ist zu lesen, dass Long John ihn, Jim Hawkins, als Erben für seine Reichtümer ausgesucht hat. Ein erster Kartenfetzen und einige Infos, wie man den Schatz auf der Smaragdinsel findet, hat der Vogel auch gleich mitgebracht. Mit dem Dingi gelingt Jim schließlich nicht nur die Flucht vor den rachsüchtigen Piraten, sondern er erreicht auch den Strand der "neuen Schatzinsel"…

Präsentiert wird die Hatz nach dem Schatz von Long John Silver primär in Standbildern, die nach und nach - ähnlich wie in Max Payne - eingeblendet werden. Ab und zu gibt es auch eine kurze Rendersequenz zu bewundern oder es wird mit einem NPC ein wenig geplaudert. Selbst Leute, die "Die Schatzinsel" nicht kennen, werden keine Probleme haben der Handlung zu folgen, da entsprechende Erklärungen und kleine Rückblenden eingebaut wurden. Kenner werden sich über bekannte Charaktere und ein neues Abenteuer mit Jim Hawkins freuen, allerdings wäre eine etwas komplexere Handlung ganz nett gewesen. Piraten, wie "Morgan", haben eher nur eine Statistenrolle bekommen, so dass das Abenteuer auch beliebig austauschbar wäre und nicht unbedingt auf "Der Schatzinsel" von Stevenson basieren müsste.

Schattenspiele

Irgendwie muss es in dieser Höhle doch weiter gehen. Die Lösungshinweise von John Silver sind allerdings noch nicht ganz verständlich:

Und wenn der Schatten fällt, geh tapfer ran. Mit erhobenem Schlag greifst du Piraten an. Haken, Holzbein, Dolch, Pistole musst du treffen.

Da Schatten scheinbar eine nicht unbedeutende Rolle spielen, wird erst einmal mit dem Feuerzeug das Brennholz entfacht, das auf einem Steinsims liegt. Im Schein des Feuers fällt nun auch die kleine Statue auf, die hier herum liegt. Wie passend, dass sich gleich daneben ein Sockel befindet, um diese aufzustellen. Und schon ist der Schatten der Figur auf einer Wand zu sehen. Da jedoch von Piraten gesprochen wird, wird wohl mindestens eine zweite Figur benötigt. Diese liegt jedoch leider in zwei Stücken in der Höhle herum und kann so nicht verwendet werden. Könnte man die nicht vielleicht reparieren? Ein Blick ins Inventar fördert allerlei Gegenstände zu Tage, aber nichts, was jetzt helfen würde… Außer vielleicht das Harz, damit wäre es doch vielleicht möglich, die beiden Bruchstücke zu verkleben. Damit dies klappt, wird die harte Masse über dem Feuer ein wenig erwärmt, beide Teile verklebt und die Figur auf den zweiten Sockel gestellt. Aber wie geht es nun weiter? Mit einem Schlag sollen die Figuren getroffen werden? Damit würde man die Figuren ja wieder zertrümmern… Eine Untersuchung der Wand, worauf die Schatten fallen, offenbart schließlich, dass die Wandplatten lose sind und sich eindrücken lassen. Flink wird der Hammer hervorgekramt und danach auf die Wandschalter geschlagen, auf die die Schatten der Haken, des Holzbeins, des Dolches und der Pistole fallen. Ein Knirschen ist zu hören und ein kleines Versteck in der Wand öffnet sich…

Auf Schatzsuche

"Neue Abenteuer auf der Schatzinsel" präsentiert sich als Renderadventure, wie es die Entwickler zuletzt mit "Das Geheimnis der vergessenen Höhle" abgeliefert haben. Weder Dialoge noch lange Laufwege stehen auf der Tagesordnung, dafür umso mehr klassische Rätsel, die sich erfreulicherweise nicht auf die unterschiedlichsten und verwirrendsten Maschinen und Apparaturen beschränken, wie z. B. in Myst. Im Vergleich zum letzten Spiel der Entwickler wurde der Schwierigkeitsgrad ein wenig nach unten korrigiert. Zum leichten Einstieg wird das Spiel erst mit der Zeit komplexer. Mit den ersten Mausklicks gelinkt es Jim Hawkins von seinem Schiff zu fliehen und die Insel anzusteuern, wo er schließlich auf Schatzsuche gehen kann. Im "ersten Raum" des Spiels kann in aller Ruhe ein wenig mit der Steuerung gespielt, die ersten Gegenstände aufgenommen, sowieso kombiniert werden. Die Smaragdinsel wird auch erst im Laufe des Abenteuers größer bzw. es kommen immer neue Bereiche hinzu. Die Aufgaben beschränken sich den überwiegenden Teil der Spielzeit auf die nähere Umgebung und lange Fußwege entfallen. Sollte doch einmal eine größere Entfernung zurückgelegt werden, dann geht dies in wenigen Sekunden über die bequeme Übersichtskarte. Je nach Fähigkeit des Spielers dauert das Abenteuer allerdings auch nicht sehr lang. Abgesehen von den beiden Endrätseln sind die Aufgaben eher etwas leichter gehalten und geübte Spieler werden nach etwa zehn Stunden das Ende sehen, was aber im Preissegment von etwa 30€ noch in Ordnung geht. Ein wenig trägt aber auch die Insel dazu bei, dass der Spieler recht flink voran kommt. Besonders groß ist die Smaragdinsel nicht und der Weg geht recht linear durch die Welt. Für den normalen, sprich den nicht Hardcore-Adventurespieler, sind die Aufgabenstellungen insgesamt eine recht gute Balance zwischen Frust und Leichtigkeit. Insgesamt wird eine sehr breite Platte unterschiedlichster Knobelaufgaben gestellt. Von leichten Kombinationsrätseln bis hin zu klassischen Schalterrätseln und Ablenkungsmanövern wird einiges geboten, um den Spieler bei Laune zu halten. Als grober Anhaltspunkt hat der Spieler dabei immer die mysteriösen Infoschnipsel von Long John Silver bei sich, die eine grobe Orientierung für die nächste Aufgabenstellung bzw. das zu erreichende Ziel bieten. Teilweise ist in den Texten auch der eine oder andere Hinweis versteckt, wie man im oben näher beschriebenen Beispiel mit den Schatten sehen konnte.

Doch der Spieler darf nicht nur Schalter drücken, Rädchen verstellen und Münzen einordnen: Kombinationsrätsel und allerlei "Bastelaufgaben" gibt es ebenfalls im Spiel. Gerade der Demontage und Kombination der unterschiedlichsten Objekte kommt eine hohe Bedeutung zu. So wird aus einem Haken, einer Rute und einem dünnen Seil flink eine Angel konstruiert, um sich einen wichtigen Gegenstand zu besorgen, im späteren Spielverlauf wird allerdings das Seil oder der Haken benötigt und entsprechend muss auch wieder daran gedacht werden, dass man mit der Angel ja einige Gegenstände "verbaut" hat, die eventuell noch nützlich sein können. Aus zwei Umlenkrollen, die sich noch jeweils in einzelne Bestandteile zerlegen lassen, und einem Seil wird ein Flaschenzug konstruiert, später wird aber das Seil noch für ein anderes Rätsel gebraucht. Mit ein wenig Nachdenken lassen sich somit recht viele Aufgaben gut lösen und sind entsprechend nachvollziehbar und logisch aufgebaut. Teilweise gibt es zwar nur einen groben Hinweis, doch wirklich verloren kommt man sich nie vor, da das nächste Ziel immer recht klar zu erkennen ist.

Neben der Kombination von Gegenständen gibt es auch immer wieder Stellen, an denen entsprechende Seemannsknoten geknüpft werden müssen, was per Multiple-Choice-Bildchen erledigt wird. Alte Seebären werden diese Aufgaben im Schlaf lösen, andere Spieler knobeln ein wenig länger an den maximal zehn Schritten und probieren es zur Not einfach aus. So viele Möglichkeiten gibt es dann doch nicht. Trotzdem ist das "Knoten" eine erfreuliche Abwechslung und schöne Umsetzung für ein Adventurespiel.

Präsentation

Optisch macht das Spiel einen sehr soliden Eindruck. Die Standbilder sind mit viel Liebe zum Detail gerendert worden und vermitteln ein wunderbares Inselflair. Hier könnte man durchaus seinen Urlaub verbringen wollen. Auch Details wie Wellen oder kleine Krebse, die am Ufer herumlaufen, sind vorhanden. Die Soundkulisse sorgt zwar für eine durchaus gelungene Atmosphäre, wenn die Mücken um einen herum fliegen oder im Hintergrund das Rauschen des Wasserfalls zu hören ist, doch insgesamt wirkt die ganze Szenerie stellenweise zu leblos. Teilweise mag es auch daran liegen, dass Jim nahezu immer nur allein unterwegs ist und die NPCs nur sehr spärlich zu finden sind. Diese sind zwar ganz ansehnlich animiert, heben sich aber auch ein wenig vom Hintergrund ab und wirken nicht so detailliert wie der Rest der Umgebung. Die Sprachausgabe ist solide, wenngleich aufgrund der wenigen NPCs nicht viele Gespräche geführt werden. Die Steuerung ist einfach und unkompliziert gehalten. Bewegt der Spieler den Mauszeiger über eine interessante Stelle, dann zeigt dieser ganz automatisch an, was gemacht werden kann. Objekte können angesehen, aufgesammelt oder benutzt werden und durch einen schlichten Pfeil wird angezeigt, dass eine Bewegung (zum nächsten Bild) in dieser Richtung möglich ist. Die zahlreichen Gegenstände, die Jim im Laufe seines Abenteuers einsammelt, landen alle im sehr geräumigen Inventar. Allerdings befinden sich die Objekte zuerst noch in einer Art "Zwischenablage" und müssen entweder manuell auf die einzelnen Inventarfelder oder per Automatik verteilt werden. Offenbar wollten die Entwickler, dass der Spieler optional die zahlreichen Gegenstände ein wenig sortieren kann, wozu das Inventar mit mehreren "Reitern" versehen wurde und immer nur ein Teil der Objekte zu sehen sind. Hier wäre ein großes Inventar, worin etwa mit dem Mausrad auch gescrollt werden könnte, doch hilfreicher gewesen. Die einzelnen Gegenstände können mitunter noch auseinander genommen werden, was durch ein entsprechendes Schraubenschlüsselsymbol angezeigt wird. Außerdem lassen sich auf der Werkbank auch Objekte wieder kombinieren oder ein kurzer Infotext zum ausgewählten Objekt anschauen. Über eine Karte kann Jim schnell jeden wichtigen Punkt der Insel aufsuchen und sich die Infoschnipsel von John Silver anschauen, die einem zum Schatz führen sollen.

Meinung

Mit "Neue Abenteuer auf der Schatzinsel" präsentieren die Kheops Studios ein recht gelungenes Renderadventure, das besonders im Bereich Grafik und Rätsel zu gefallen weiß. Optisch wird die Schatzinsel sehr schön präsentiert und die zahlreichen Puzzle und Kombinationsaufgaben wissen zu gefallen. Diese sind sehr zahlreich, durchweg logisch und das "Bauen", "Interagieren" und "Knoten" beschäftigt für etwa zehn Stunden wunderbar. (Ganz ohne überflüssige Laufwege.) Kritik gibt es ein wenig für die doch etwas dünne Umsetzung der Ursprungsgeschichte. Es ist ja schön, dass sich die Entwickler ein neues Abenteuer ausgedacht haben, aber aus der Schatzinsel mit all den interessanten Charakteren hätte man doch deutlich mehr herausholen können. Gerade die Piraten hinterlassen einen doch etwas "blassen" Eindruck und haben nur eine Nebenrolle bekommen. Abenteurer, die jedoch einfach schöne Rätsel auf einer tropischen Insel lösen und einen Piratenschatz finden möchten, werden viel Spaß mit Jim Hawkins haben. Wer es schwerer mag, der greift besser zum "Geheimnis der vergessenen Höhle" aus gleichem Hause.


Geschrieben am 18.05.2007, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 2GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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