yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

M - Alien Paranoia
M.A.C.H.
M.Griffin Bounty Hunter
Machinarium
Mafia
Majin a.t. F. Kingdom
Malice
Marble Blast
Mario & Luigi: P. in Time
Mass Effect
Mass Effect 2
Matrix - Path of Neo
Max Payne 2
MechAssault 2
Mechwarrior 2
Mechwarrior 3
Mechwarrior 4 Veng.
Medal of Honor Breakt.
Medal of Honor Deluxe
Medal of Honor R. Sun
Medal of Honor: E.A.
Medal of Honor: PA
Medieval Lords
Memorick
Men of Valor
Metal Gear Solid 4
Metalheart
Metroid Prime
Miami Vice
Micky Epic
Mini Ninjas
Mirrors Edge
Mission: Impossible OS
Moment of Silence
Morrowind
Morrowind: Tribunal
Mortyr
MotorStorm
Mummy, The
MotorStorm  

Rückseite ]

Info
Autor 3
 2.5
 1.5
 1.5
Gesamt (6 votes) 3+
 1.8
 1.4
 1.7
Name:MotorStorm
Genre: Racing
Produkt: Vollversion
Release: 2007/03
Publisher: Sony
Entwickler: Evolution Studios
Offiz. Sites: Game
Hardware: PlayStation3
System: PlayStation3
Multiplay: Internet
Sprache: Multilingual
USK: 12
MotorStorm (review von nali_warcow)

Nicht nur mit Killzone konnte Sony auf der E3 2005 für offene Münder sorgen, auch der MotorStorm-Trailer war höchst beeindruckend. Zu beeindruckend für so manche Zweifler, die es nicht für Ingame Graphik hielten. Nach der ersten großen Ankündigung, beeindruckender Grafik und großen Versprechungen (u.a. 1080p) war es dann einige Zeit recht still. Wie es dann aber vielen Hypetiteln ist, kommt die Ernüchterung im Nachhinein. Im Fall von MotorStorm sogar noch vor dem Kauf, als erste Bilder und Videos erschienen, die das Game "spielbar" zeigten. Die Frage ist, wie nah das Spiel den Versprechungen kommt und wie viel Spielspaß im Wüstenrenner steckt? Zwar ist die Verpackung nicht alles, doch gerade wenn man für ein Konsolenspiel 60€ und mehr auf den Tisch legt, sollte man als Käufer zumindest das Gefühl haben, etwas von Wert erworben zu haben. Nur leider fällt dies bei den Playstation 3 Verpackungen schwer. Die Plastikbox, die ein wenig kleiner ausgefallen ist als eine normale DVD-Hülle, wirkt sehr billig. In der Hülle findet der Käufer neben einem farbigen Sony-Werbeflyer lediglich ein sehr dünnes S/W-Handbuch.

Quer durch die Wüste

Eine richtige Handlung hat MotorStorm nicht. Als Schauplatz dient Monument Valley in Arizona an einem Rennwochenende. Mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen gilt es dabei möglichst als erster den Weg durch die staubigen und matschigen Kurse zu meistern. Besondere Regeln oder Vorschriften gibt es dabei nicht. Insgesamt acht Strecken haben die Entwickler auf den Datenträger gepackt, weitere Kurse sind per Download angedacht, wobei bislang noch nicht feststeht, ob diese zusätzlichen Strecken etwas kosten werden, was recht wahrscheinlich ist. Acht Strecken klingt auf jeden Fall nicht nach viel und langanhaltendem Spielspaß, allerdings sollte besser von acht Arealen gesprochen werden. Die Strecken haben nämlich an einigen Stellen Verzweigungen, Abkürzungen und alternative Routen. Die unterschiedliche Wegführung hat selbstverständlich auch einen Sinn, da es mehrere Fahrzeugklassen gibt. Jede Klasse hat bestimmte Vor- und Nachteile. Sich mit einem Motorrad in einen matschigen und schlammigen Bereich zu wagen, ist nicht so sonderlich schlau. Dicke Brummer, wie die LKW-Klasse, drücken die Zweiräder einfach zur Seite und preschen auch durch die tiefste Matschkuhle. Da wäre es schon geschickter als Motorradfahrer den sicheren Weg über Rampen "oberhalb" der Strecke zu suchen, wo auch ein schnelleres Vorankommen möglich ist. Dazu stehen noch Quads, Bugys, Rally-Autos, Renntrucks und Geländewagen zur Auswahl. Jedes Fahrzeug hat dabei eigene Schwerpunkte, von Streckentauglichkeit bis zum Schadensmodell. Bei MotorStorm haben die Entwickler glücklicherweise die vollständige Verschrottung des Fahrzeugs implementiert. So werden die Wagen durch Rempler in Mitleidenschaft gezogen und bei Kollisionen mit Felswänden oder explodierenden Antrieben fliegen Bleche, die Karosserie, Reifen und allerlei Kleinteile durch die Luft. Im Gegensatz zu Flat Out darf hier sogar der Fahrer fliegen und braucht keinen Dummy für die deutsche Version. Je nach Fahrzeugklasse gilt es an einer optimalen Route zu feilen, um die Stärken des jeweiligen Wagens möglichst gut ausnutzen zu können. So manches Hindernis ist auf der Strecke auch so platziert, dass Erfahrung wichtig ist, um nicht beim nächsten Sprung in der Felswand zu landen oder in den Abgrund zu stürzen. Nicht immer ist der Spieler zwischen Felswänden eingeengt, einige Streckenpassagen sind am Hang oder einer Bergeseite angesiedelt, an der es tief nach unten geht. Neben Fahrzeugen können auch einige Streckenelemente bedingt in Mitleidenschaft gezogen werden. Allerdings gibt es davon nur recht wenige. Hier und da mal eine einen Reifenstapel, einige Fässer oder andere kleinere Objekte. Sehr viele Objekte auf der Stecke sind "felsenfest", selbst wenn es sich nur um ganz schliche Anzeigetafeln am Streckenrand handelt. So war eine etwa 50cm hohe Absperrung durch kleine Banner auf einer Rampe unzerstörbar und das wenig später am Streckenrand stehende Fahrzeug lies sich auch keinen Pixel bewegen.

Die Strecken in MotorStorm sind zwar recht unterschiedlich und stellen den Fahrer vor diverse Herausforderungen, doch die Abwechslung fehlt. Die ohnehin wenigen Strecken wirken aufgund des gleichen Schauplatzes alle recht ähnlich. Es gibt zwar die unterschiedlichsten Elemente wie Berghänge, Schluchten, enge Spuren, etc. , doch es ist immer wieder das gleiche Rot/Braun zu sehen.

Um das Balancing zwischen den unterschiedlichen Fahrzeugklassen in den Griff zu bekommen, haben die Entwickler eine Gummiband-KI integriert, wie sie leider bei vielen Spielen üblich ist. Ganz gleich wie gut man sich auch schlägt, in der ersten Runde auf den ersten Platz vorrückt und immer fleißig den Booster verwendet, die Computergegner sind immer dicht dahinter. Ein Fehler kurz vor dem Ende des Matches kann somit ein Durchreichen auf die hinteren Plätze bedeuten. Als Spieler kämpft man da eher gegen die eigene Leistung - die CPU passt sich immer nur an - was in etwas kuriosen Ergebnissen endet. So landet man bei einem Versuch auf Platz 1 und beim nächsten Mal reicht die gleiche Zeit mit dem gleichen Fahrzeug auf der gleichen Strecke gerade mal für die hinteren Ränge.

MotorStorm kommt mit sehr wenigen Tasten auf dem Gamepad aus. Beschleunigen, Bremsen und Boost reicht neben der Lenkung aus, um den Wagen über zu steuern.Gas gibt man per R2-Trigger. Aufgrund des Triggers lässt sich zwar die Geschwindigkeit gut dosieren, da die Taste jedoch nach unten wegkippt, ist das Spielen allerdings auf Dauer nicht ganz angenehm. Optional kann zwischen einer Außen- und Innenansicht gewechselt werden und es steht dem Spieler frei, jederzeit im Menü die Sixaxis-Steuerung zu aktivieren. Dann wird die Lenkung nicht mit dem Stick, sondern über den Bewegungssensor gesteuert. Auf Anhieb bekommt man damit zwar keine Bestzeiten und auch keinen der ersten Plätze, doch mit ein wenig Übung kommt man recht weit. Wer jedoch ernsthaft spielen will und um gute Platzierungen kämpfen möchte, wird schnell wieder zur traditionellen Steuerung zurückkehren, da diese doch deutlich genauer ist. Trotzdem ist die Steuerung der Fahrzeuge nicht immer eine Freude. Das liegt an den zahlreichen Objekten auf der Strecke und am Streckenrand, die das Fahrzeug bei höherer Geschwindigkeit in einen Schrotthaufen verwandeln oder zum Stillstand bringen. Dazu zählen kleinste Steine, Masten von Fahnen und Schildern. Mit einem schweren LKW ist es möglich, sich zu verkeilen, so dass der Wagen erst mühsam wieder herausgefahren oder zurückgesetzt werden muss. Die Fahrzeuge sind zudem mit einem Booster ausgerüstet. Dieser kann jederzeit genutzt werden und verbraucht auch keine spezielle "Booster-Energie". Allerdings muss die Motortemperatur im Auge behalten werden, damit das Fahrzeug nicht explodiert. Hier gilt es dann entsprechend den Motor kurzzeitig wieder abkühlen zu lassen, was im Schlamm schneller geschieht.

Allein oder mit Freunden?

Aber was bietet MotorStorm für Online und Offline-Zocker an Spielmodi? Spieler ohne Breitbandanbindung oder mit wenig Interesse an Onlinerennen können lediglich auf einen Einzelspielermodus zugreifen, der schlicht "Spielen" heißt. Dieser Modus stellt die "offiziellen Rennen" dar und ist in insgesamt 21 "Tickets" unterteilt, die nach und nach durch Punkte, die man durch die erfolgreiche Teilnahme - sprich Platz 1 bis 3 - freischalten kann. Jedes Ticket beinhaltet ein bis vier Rennen, die in beliebiger Reihenfolge angegangen werden können. Maximal winken dabei 60 Punkte, sollte der erste Platz erreicht werden. In einigen Rennen ist die Fahrzeugklasse fest vorgegeben, in anderen kann der Spieler frei wählen. Sehr viel mehr gibt es dann auch nicht zum Einzelspielermodus zu sagen, da dieser leider nur aus einer Aneinanderreihung von 39 Einzelrennen besteht. Präsentiert wird das Geschehen um die ganzen Wüstenrennen überhaupt nicht. Da nicht einmal ein "freies Rennen" möglich ist, schwindet der Spielspaß recht schnell, wenn man allein gegen die CPU antritt. Anders sieht es da im Mehrspielermodus aus. Je nach Tageszeit findet man in den unterschiedlichen Zonen, welche noch nach Sprache sortiert werden, immer einige Zocker, um einige Runde drehen zu können. Der Host hat dabei zahlreiche Optionen, um für Abwechslung zu sorgen. Es können entweder alle Fahrzeugklassen zugelassen oder die Auswahl beschränkt werden. Optional kann auch eine "Aufholen-Funktion" aktiviert werden, so dass Spieler, die ein wenig zurückgefallen sind, nicht so schnell einen uneinholbaren Rückstand haben. Im Einzelspielermodus sorgt die schon angesprochene "dynamische KI" dafür, dass die Fahrzeuge möglichst alle beieinander bleiben. Auch ist es möglich, zwischen sechs unterschiedlichen Tageszeiten (Morgens, Mittags, Nachmittags, Abends, Dämmerung und Nachts) zu wählen. Wer will, kann auch nur mit seinen Freunden spielen und dafür eine entsprechende Optionen aktivieren. Im Gegensatz zum Einzelspielermodus bietet MotorStorm online schon deutlich mehr und auch eine längere Motivation. Allerdings haben die Entwickler auf einen Splitscreenmodus verzichtet, da dies angeblich die Hardware nicht schaffen würde. Außerdem gibt es ein sehr ärgerliches Detail, welches gerade im Mehrspielermodus dafür sorgt, dass sich der Spielspaß nicht ganz entfalten will. Kollidiert der Spieler mit einem Objekt, dann wird das Fahrzeug recht ansehnlich zerlegt. Mitunter wird zur besseren Darstellung der Vorgang auch in Slow-Motion dargestellt. Für einen Zuschauer mag dies ja eine gute Präsentation sein, aber im Mehrspielermodus will der Spieler ja möglichst schnell wieder ins Geschehen eingreifen. Insbesondere bei den langsameren Fahrzeugen dauert es eine ganze Weile, bis der Wagen wieder Geschwindigkeit aufgenommen hat. Leider dauert es jedoch immer unterschiedlich lange, bis die Crashanimation vorüber ist und der Spieler wieder auf die Strecke gesetzt wird. Abbrechen lässt sich die Sequenz nicht und einen Teil oder gar das ganze Fahrerfeld vorbeiziehen zu lassen, weil das Spiel meint, den Fahrfehler nun möglichst eindrucksvoll zeigen zu müssen, ist nicht gerade das Gelbe vom Ei. Auf das Spiel wirkt es sich dann so aus, dass man möglichst kurz vor der jeweiligen Kollision auf die Zurücksetzen-Taste hämmert, um nicht zu viel Zeit zu verlieren.

Wie nah kommt es dem Trailer?

Von den großen Versprechungen und Ankündigungen sind am Ende, wenn man den Titel im Playstation 3-Laufwerk hat, nicht mehr viele übrig geblieben. Statt in 1080p mit 60 FPS zu laufen, wurde hier schon vor dem Release offiziell auf 720p und 30 fps zurückgeschaltet. Ein Splitscreenmodus konnte laut Aussage der Entwickler ebenfalls nicht implementiert werden, da die Performance dies nicht hergeben würde. Optisch ist der Titel dann auch längst nicht so eindrucksvoll ausgefallen, wie angekündigt. Schlecht sieht es jedoch nicht aus. Die Umgebung ist recht ansprechend in Szene gesetzt und die Fahrzeuge wurden sehr detailliert gestaltet. Insbesondere wenn die Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen und gar in die unterschiedlichen Einzelteile zerlegt werden, dann wird fürs Auge einiges geboten. Auch Staub, Dreck und Matsch wurde ansehnlich umgesetzt. Hier wurde nicht auf kurzzeitige optische Effekte gesetzt, wenn die Fahrzeuge durch die Wüste rasen, sondern nach und nach verdrecken Fahrzeug und Fahrer mit jeder weiteren Schlammkuhle auf der Piste - entsprechende Reifenabdrücke inklusive. Diese sehen jedoch ein klein wenig künstlich aus und heben sich ein wenig vom Untergrund ab. So lange der Spieler nicht den Booster verwendet, wirkt das Tempo aller Wagen jedoch eher gemäßigt. Mit dem Booster kommt ein wenig mehr Speed ins Game, allerdings wirkt es insgesamt trotzdem alles ein wenig träge. Dafür läuft das Spiel überwiegend gut und ohne nennenswerte Ruckler. Lediglich hier und da ist ein Popup im Hintergrund zu sehen. Unschön sind auch die Ladezeiten, wenn sich der Spieler nur ein Fahrzeug auswählen möchte. Soundtechnisch präsentiert sich das Spiel dagegen wieder besser. Die Soundeffekte sind passend und wirken überzeugend. Der rockige Soundtrack sorgt außerdem für eine angenehme Rennspielatmosphäre. Das Abspielen eigener Soundtracks ist allerdings nicht möglich.

Meinung

MotorStorm wurde ein wenig Opfer des eigenen, vollmundigen Trailers. Weder die Grafikpacht noch die Inszenierung hat es ins endgültige Spiel erreicht. Aber das macht ja nicht so viel, wenn das Endprodukt stimmig ist. Oder in diese Fall eher "wäre". Immer wieder macht sich beim Spielen das Gefühl breit, dass die Entwickler unter Zeitdruck standen und zahlreiche Sachen in der finalen Fassung fehlen oder noch nicht ganz ausgearbeitet sind. Der Einzelspieler-Modus fasziniert nicht lange, mit der Gummiband-KI macht es nicht sonderlich viel Spaß und acht Strecken sind für ein Spiel zu wenig, das mit 60€ über den Ladentisch wandern soll. Kein freies Rennen, kein Splitscreen und kein LAN-Modus. Da wird die Luft dann langsam dünn. Doch zum Glück rettet der Onlinemodus einiges und könnte durchaus den ein oder anderen Käufern spaßige und spannende Partien bescheren. Aufgrund den nicht abzubrechenden, zufallsbedingten Crashanimationen (während das übrige Fahrerfeld vorbei zieht) reicht es dann im Endeffekt aber maximal für eine 3.


Geschrieben am 04.05.2007, Testkonfiguration: PlayStation3
 



12 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4.4 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei nali_warcow, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de