yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

M - Alien Paranoia
M.A.C.H.
M.Griffin Bounty Hunter
Machinarium
Mafia
Majin a.t. F. Kingdom
Malice
Marble Blast
Mario & Luigi: P. in Time
Mass Effect
Mass Effect 2
Matrix - Path of Neo
Max Payne 2
MechAssault 2
Mechwarrior 2
Mechwarrior 3
Mechwarrior 4 Veng.
Medal of Honor Breakt.
Medal of Honor Deluxe
Medal of Honor R. Sun
Medal of Honor: E.A.
Medal of Honor: PA
Medieval Lords
Memorick
Men of Valor
Metal Gear Solid 4
Metalheart
Metroid Prime
Miami Vice
Micky Epic
Mini Ninjas
Mirrors Edge
Mission: Impossible OS
Moment of Silence
Morrowind
Morrowind: Tribunal
Mortyr
MotorStorm
Mummy, The
Mortyr  


Info
Autor 3+
 2
 1
 1
Gesamt (31 votes) 3
 1.7
 1.2
 1.4
Name:Mortyr
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2001/03
Publisher: Midas Interactive
Entwickler: Mirage
Hardware: 200MMX-Mhz, 32MB RAM, 4MB 3D-Karte D3D, HD 490 MB
System: Win 95/98/ME, DX6
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Serie: ja
USK: 18
Mortyr (review von mountainking)

In den letzten Jahren war zu beobachten, dass die Beiträge von Programmierschmieden aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks zum Bereich der PC-Spiele beständig zunahmen.

Allein im Bereich der Shooter fallen mir spontan das kultige ukrainische "Chasm - The Rift" (besonders beliebt wegen seiner an Monty Pythons "Schwarzen Ritter" erinnernden Amputationsmöglichkeiten) oder das gerade durch den Coop-Modus bei Netzwerkparties sehr beliebte "Serious Sam" (Kroatien) ein. Ob der polnische Vertreter "Mortyr (2093-1944)" in dieser Liga qualitätsmäßig mithalten kann, soll der folgende Test zu klären versuchen.

Die auf den ersten Blick eigenartige Jahreszahlenangabe führt uns schon zum Kern der Story dieses Spiels. Erfahrene Trekkies werden natürlich sofort an Brüche im Raum-Zeit-Kontinuum gedacht haben, die wohl jeder Besatzung von Enterprise oder DS9 schon Kopfschmerzen bereiteten. Und tatsächlich steht eine Zeitmaschine im Mittelpunkt der Handlung von "Mortyr". In der deutschen Version des Spiels, die dem Test zugrunde liegt, tritt in der Endphase des Zweiten Weltkrieges plötzlich eine "Chronotech Corporation" genannte Organisation auf, die aus dem Nichts auf riesige, mit unheimlichen Waffen ausgerüstete Söldnerarmeen zurückgreifen kann und mit ihnen 1947 endgültig die Weltherrschaft erobern kann. Nun muss ja ein Computerspiel nicht zwingend realistisch sein, aber man könnte ja schon die Frage stellen wie Chronotech anfangs ein Hersteller militärischer Computer(!)chips gewesen sein soll (dies versucht uns nämlich das Handbuch weiszumachen, mit dem Erfolg, dass Konrad Zuse im Viertelstundentakt in seinem Grab zu rotieren beginnen wird) oder auch ob die Nazis denn dann zusammen mit den Alliierten gegen die Chronotech gekämpft haben? Nun, die banale Antwort ist, dass, wie schon oft geschehen, ein PC-Spiel nicht nur in seinem Brutalitätsgehalt, sondern auch in seinem Storyrahmen konsequent für den deutschen Markt zurechtgestutzt wurde, mit ähnlich fatalen Folgen für innere Logik und Handlung wie bei Half-Life, wie gleich klar werden wird.

Zuvor noch einige Worte zum Helden des Spieles, dem namensgebenden Sebastian Mortyr. Dessen Vater Jürgen (ein Sicherheitsoffizier bei Chronotec) versucht, den am Ende des 21. Jahrhunderts vermehrt auftretenden und verheerenden Naturkatastrophen auf den Grund zu gehen und findet die Ursache in der nicht mehr richtig zu kontrollierenden Zeitmaschine, die 1944 erstmals in Betrieb genommen wurde und es der Corporation ermöglichte, Soldaten und Waffen aus dem 21. Jahrhundert zur Eroberung der Erde des 20. herbeizuschaffen. Um dies rückgängig zu machen, soll Sebastian mit der Zeitmaschine zurückreisen und sie zusammen mit der fatalen Zeitlinie zerstören. Nun stellt sich die Frage, wieso er zu Beginn des Spieles beziehungsweise während des gesamten ersten Teiles ausgerechnet gegen (trotz einiger grafischer Veränderungen) relativ eindeutig zu identifizierbare deutsche Soldaten kämpft. Von Chronotech weit und breit keine Spur, stattdessen feiern altbekannte braune und schwarze Uniformen fröhliche Urständ´. Ein Blick auf das Originalspiel löst dieses Paradoxon jedoch schnell auf, denn ursprünglich waren es die Nazis, die mit Hilfe der Zeitmaschine den Krieg noch gewinnen und die Welt unterjochen konnten.

Das konnte man offensichtlich hierzulande nicht durchgehen lassen, mit den schon angedeuteten Kollateralschäden bei der Handlung des Spiels. Neben der Rahmenhandlung wurden entsprechend auch graphische Details wie Fahnen oder Bilder herausgenommen. Da Programmierern und Publishern aber sicher keine andere Möglichkeit blieb, um das Spiel hier überhaupt auf den Markt zu bringen, werde ich sie dafür auch nicht in der Wertung abstrafen.

Wie schon angeklungen, besteht das Spiel aus zwei großen Teilenl, in der ersten Hälfte bewegt man sich größtenteils in mittelalterlichen und monumentalischen Burgen oder Friedhöfen, später dann ausschliesslich in futuristisch designten Gegenden.

Auch die Waffen werden diesen Gegebenheiten angepasst, darf man zunächst mit Stabhandgranaten, Mauser und Flammenwerfer operieren, wechselt man später dann zu Lasergewehren um die dann auch oft aus Robotern bestehenden Gegnermassen zu pulverisieren. Die Steuerung ist meines Erachtens etwas schwammig, ausserdem ließ sich die mittlere Maustaste nicht belegen (was nicht jeden so sehr wie mich stören wird) und man vermisst vor allem eine interne Gammaregelung, denn speziell auf neueren Grafikkarten ist das Spiel unglaublich dunkel. Neu ist, dass man mit jeder Schusswaffe snipen und Healthpacks oder Armor auf Vorrat mitnehmen kann. Bei Bedarf lässt sich dann mit ihnen die Rüstung und die Lebensanzeige wieder auffüllen.

Die KI der Gegner lässt leider, wie so oft, zu wünschen übrig, wenn man einen aus der Ferne erschiesst, beginnen die Nebenmänner nur wie angestochen in der Gegend herumzurennen. Einige Seitwärtsschritte oder -rollen beherrschen sie allerdings, ein gesteigerter Schwierigkeitsgrad äußerst sich jedoch nur darin, dass sie viel genauer schießen und gerade mit den schweren MP´s machen sie so viel Schaden, dass man sich doch sehr schnell wieder in die von Katastrophen heimgesuchte Zukunft zurückwünscht.

Auch sind die Animationen aller Kreaturen recht hölzern, was uns zum graphischen Aspekt des Spiels bringt. Hier muss man, wie meines Erachtens überhaupt nötig, zwischen den beiden Hälften des Spieles unterscheiden. Im ersten finden sich einige wirklich gut gelungene Level, die eigens für das Spiel entwickelte Engine kann speziell bei Lichteffekten und Spiegelungen durchaus überzeugen, gerade bei den kirchenähnlichen Räumen in den Burgen des ersten Teils finden sich eine ganze Reihe nett anzuschauender Details, von einem kaputten Panzer namens Rudy (!) bis hin zu Schneefällen und monumentalen Statuen. Später wird es aber meines Erachtens ganz furchtbar, die Level, die in der Zukunft spielen, sind sehr langweilig und lieblos gemacht, das Spielen wird mehr und mehr zur Qual, was nicht zuletzt auch am Spielprinzip liegt. Das besteht ausschliesslich im Finden von Schlüsseln (speziell hier wird die Anlehnung an das auch thematisch vorbildliche Shooter-Frühwerk von ID mit dem tierischen Namen eindeutig übertrieben) oder Bestandteilen der Zeitmaschine. Animierte Zwischenszenen findet man keine, auch die Endsequenz ist ein Witz und besteht nur aus einem kurzen Film, über dessen das Spiel abschliessenden "Inhalt" ich aber aus Pietätsgründen lieber schweigen möchte.Die Handlung wird nur durch ein paar Stimmenhinweise und aufgefundene Bücher vorangetrieben.

Der Sound ist auch eher dürftig, einige der deutschen Soldaten rufen beispielsweise ihre Texte wie "Halt" stellenweise mit sichtbar englischem Akzent. Die Musik ist ebenso kaum erwähnenswert.

Mortyr ist in erster Linie ein Singleplayerspiel, wobei auch ein Coop-Modus und einige Multiplayer-Maps enthalten sind, für die man allerdings kaum Server findet.

Positiv wäre zu erwähnen, dass mir keine schwerwiegenden Bugs begegnet sind, für ein auf einigen Systemen auftretendes Problem mit dem CD-Laufwerk existiert ein kleiner, aus einer *.dll bestehender Patch.

Eine abschliessende Wertung fällt nicht so leicht. Wollte ich allein die deutsche Version bewerten, könnte ich viel mehr als eine 3 kaum verantworten, da nur die Hälfte des Spieles einigermaßen ansehnlich und interessant war und auch sonst keine besonders herausragenden Elemente feststellbar sind. Da es in der Originalversion aber einige Details gab, die zumindest Leute mit etwas abseitigem Humor lustig finden könnten und ich für die Kastrierung letztlich nicht Mirage die Schuld geben kann oder will, ringe ich mich zu einer 3+ durch. Da "Mortyr" jetzt als Budgetversion erhältlich ist, können Shooterfans für ein paar Euro ihre Sammlung komplettieren, wenn sie kein Genrehighlight erwarten. Freunde anspruchsvollerer Spiele sollten ihr Geld jedoch lieber in die ebenfalls günstig erwerbbaren Deus Ex oder System Shock 2 investieren.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.


Geschrieben am 01.10.2001, Testkonfiguration: Duron850, GeForce2 MX, 256MB Ram
 



53 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4.1 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei mountainking, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de