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Moment of Silence  


Info
Autor 3+
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 1.5
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Gesamt (61 votes) 2+
 0.6
 1.5
 1.8
Name:The Moment of Silence
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/10
Publisher: dtp
Entwickler: House of Tales
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Patch: 2.0
Bemerkung: nur auf DVD
The Moment of Silence (review von nali_warcow)

Für Adventurefans ist das Jahr 2004 sicherlich unvergesslich. Es sind so viele Adventures erschienen, wie schon lange nicht mehr. Egal ob leichtere Einstiegskost wie The Westerner, düstere, mit Atmosphäre versehene Games wie Black Mirror und Knobelkisten wie Schizm 2. Die Auswahl ist schon recht groß. Mit "The Moment of Silence" bringt House of Tales ein düsteres Zukunfts-Adventure auf den Markt, was Erinnerungen an Blade Runner hervorruft. Bleibt nur noch zu klären, ob das Spiel den sehr hohen Erwartungshaltungen der Spieler gerecht wird nach den unzähligen Specials und vielen Vorschußlorbeeren aus Internet und Printmagazinen.

Zu einem modernen Adventure gehört auch ein moderner Datenträger und so wird das DVD Laufwerk zur Pflicht, damit man den Installationsbildschirm überhaupt zu Gesicht bekommt. Die schlichte DVD Hülle steckt in einer kleinen Eurobox. Das zwar knappe Schwarzweiß-Handbuch lässt dennoch keine Fragen offen und enthält alle wichtigen Informationen bezüglich Bedienung und Interaktion. Wer nicht so viel Platz auf der Festplatte frei hat, kann sich mit der etwa 800 MB schlanken Installation begnügen. Deutlich schneller läuft das Spiel jedoch, wenn man nach der eigentlichen Installation im Autostartmenü eine Vollinstallation wählt und so weitere gut 3 GB Daten auf die Festplatte kopiert. Im Gegensatz zu BErichten aus einigen Onlineforen, in denen einige User über Probleme mit dem StarForce-Kopierschutz klagen, gab es im Test keinerlei Probleme - es dauerte lediglich einige Sekunden, bis die Spiel-DVD erkannt wurde. Ärgerlicher waren da schon die immer wieder auftretenden zufälligen Abstürze, denen man nur mit regelmäßigem Speichern entgegen wirken konnte.

Eine mögliche Zukunft

In 40 Jahren könnte sich einiges in der Welt wandeln. Wie es dann im New York des Jahres 2044 bzw. der Welt aussehen könnte, versucht The Moment of Silence zu zeigen. Überwachung und totale Kontrolle durch modernste Technologie. Dabei werden viele aktuelle Befürchtungen, Entwicklungen und Geschehnisse gekonnt zu einer packenden Story vermischt, Terror, Spionage und Zensur. Bevor Peter Wright sich jedoch dieser Tatsache bewusst wird, hat er einen schweren Start. Nachdem er seine Familie, bestehend aus Frau und Tochter, durch einen Flugzeugabsturz verloren hat, fand er einen neuen Freund im Alkohol. Er ist fast am Ende und die Kollegen des Kommunikationsdesigners machen sich sorgen um ihn. Gleichzeitig gilt es, die größte Werbekampagne auf den Telescreens zu bringen. Es geht um die Abstimmung eines Gesetzes, damit Daten nicht mehr verschlüsselt übertragen werden dürfen. Angeblich, um damit besser gegen Terroristen vorgehen zu können. Doch dass sich Peter mit diesen Sachen näher auseinandersetzt, ist auf eine abendliche Polizeiaktion zurückzuführen. Durchs Schlüsselloch beobachtet er, wie sein Nachbar, ein Online-Journalist, in einer Spezialaktion des NYPD gefangen wird. Eigentlich hat er den Nachbarn und seine Familie als nette Menschen in Erinnerungen und um seinen Schmerz über den eigenen Verlust zu mildern, beschließt er, der Sache auf den Grund zu gehen, wieso Hr. Oswald entführt wurde und der Familie zu helfen.

Die sehr spannende Geschichte wird durch reichlich Dialoge mit vielen Hintergrundinformationen, ansehnlichen Zwischensequenzen und sehr guten Sprechern präsentiert. Was steckt hinter dieser Verschwörungsgeschichte? Dazu muss der Spieler gut 20 bis 25 Stunden Spielzeit investieren, wenn es ein einigermaßen glückliches Ende geben soll.

VHS ist out

"Endlich eine neue Spur", wird sich Peter gedacht haben, als er die Tasche in die Hand nimmt, die Mr. Oswald hier vergessen hat. Darin befinden sich jedoch einige sehr merkwürdige Sachen. Messer, Faden und eine Videokamera, die aus dem letzten Jahrhundert zu sein scheint. Grübelnd geht es erst mal wieder zurück zum Flughafen, doch was nun? Vielleicht kann ja Mrs. Oswald etwas dazu sagen, wieso er sich ausgerechnet für so eine alte Technik interessiert hat. Mit dem SatCar geht es zur Wohnung und mit dem Aufzug in die Wohnung im 23. Stockwerk. Sehr viel kann sie jedoch auch nicht dazu sagen, lediglich das Garn erkennt sie. Damit wird der Lieblingsteddy vom Sohn repariert. Ein kurzes Gespräch später konnte man selbigen ergattern und zur genaueren Untersuchung wird dieser mit dem Messer fachmännisch seziert. Wie es sich Peter doch gedacht hat, Mr. Oswald hat Informationen in dem Stofftier versteckt in Form einer alten VHS-Kassette. Wieso Peter nicht versuchen will, die Kassette in der Kamera abzuspielen, ist nicht in seiner Erinnerung, aber es steht fest, dass man darin sicherlich hilfreiche Infos findet. Vielleicht weiß ja der Computercrack in der Firma, wie man diese etwa 30 Jahre alte Technik nutzen kann. Bill gibt den Tipp, zu einem Antiquitätenhändler in Greenwich zu fahren und einen alten Recorder zu kaufen. Wie es der Zufall natürlich will, ist der Herr anscheinend nicht im Laden, zumindest geht die Tür nicht auf. Eigentlich wollte Peter schon gehen und sein Glück woanders versuchen, da fällt ihm ein Schild auf dem Boden hinter der Eingangstür auf, welches wohl runtergefallen zu sein scheint. Mehr aus Neugier, als in der Hoffnung hier noch etwas zu bekommen, wird eine kleine Angel gebastelt, damit man das Schild durch den Briefkastenschlitz rausziehen kann. Da kommt der Draht wie gerufen und mit dem Rest des Garns wird ein kleiner Magnet angebunden und wenige Versuche später hat Peter das Schild in der Hand. Was für ein Glück er doch noch gehabt hat. So findet er die Messenger-Nummer des Antiquitätenbesitzers. Nach einem kurzen Gespräch kommt man endlich in den Laden und erhält neben vielen hilfreichen Informationen auch den erhofften Videorekorder. Damit macht sich Peter auf den Weg nach Hause, in der Hoffnung, endlich das Video zu sehen…

Der große Lauschangriff

Peter erfährt nach und nach immer mehr über Mr. Oswalds letzte Aktionen und wirbelt immer mehr Staub auf. Dabei trifft er, wie in allen Adventures üblich, die unterschiedlichsten NPCs. Angefangen bei der verängstigen und verwirrten Frau von Mr. Oslwald, Pennern, Prostituierten, "Hippies", die entweder das Ende der Welt vorhersagen oder Anhänger des Alien Attack Clubs sind, die glauben, dass die Erde schon lange von den Aliens unter Kontrolle steht bis hin zu künstlichen Lebensformen. Die Charaktere wurden mit recht viel Persönlichkeit ausgestattet und sind alle recht individuelle Personen, doch leider für eine so große Stadt auch recht wenige. In vielen Locations hat man meist nur lauter Statisten im Hintergrund, die sich oftmals gar nicht bewegen. Hier hapert es doch an der Präsentation einer lebenden futurischen Metropole. Die Handlung erstreckt sich zwar über zehn Tage, doch egal wann man irgendwo hingeht, trifft man immer die gleichen Leute an den Orten. Anfangs ist die Auswahl an Locations noch recht gering gehalten, steigert sich dann etwas, wird jedoch im weiteren Verlauf auch nicht sonderlich groß. Neben der eigenen Wohnung in Brooklyn nebst Parkanlage und Kanalisation gibt es noch ein ärmeres Viertel, die Firma, Antiquitätenladen und den Flughafen. Von dort aus kann man noch einige weitere Orte besuchen und es verschlägt den Spieler auch auf eine zukünftige Variante einer Gefängnisinsel a la Alcatraz, aus der man entkommen muss. Wie der Spieler schon gleich am Anfang lernen wird, ist der Messenger - eine Art modernes Handy, mit dem man sich ausweisen muss und bezahlen kann, neben Gesprächen, das wichtigste Utensil, wenn man im Spiel vorankommen will. Die Rätsel mit Gegenständen haben eher geringen Stellenwert. Personen haben viel zu sagen, was sich in sehr langen Gesprächen wiederspiegelt, doch kann hier Entwarnung gegeben werden. Die Gespräche sind nicht nur sehr gut vertont, sondern auch überwiegend interessant und lustig gehalten. Da unterhält man sich mit jemanden, der einem partout einreden will, dass die Aliens auf der Erde sind, oder aber man wird darüber aufgeklärt, was bei einem Lotteriegewinn beispielsweise im kleingedruckten Text stehen kann und den "Urlaub" auf der Raumstation nicht vorzeitig abbrechen kann. Etwas schade ist es jedoch, dass trotz dieser vielen Gespräche und Videosequenzen, stellenweise kleine Logikfehler vorhanden sind, was sich auch in dem einen oder anderen Rätsel wiederspiegelt. Stellenweise sind die Rätsel nicht so schwer gestaltet, jedoch sehr abwegig, so dass man sich fragt, wie man darauf kommen soll. Man weiß nicht, was man nun überhaupt machen soll bzw. wo es weitergeht. Da kommt man zum Flughafen zurück und dann steht plötzlich in einem Seitenraum ein Arbeiter, mit dem man zwingend sprechen muss, wenn man wissen will, was nun zu tun ist. Kurz davor jedoch war der Raum noch leer und man kann sich ansonsten die Hacken wundlaufen und hat keine Ahnung, was zu machen ist. Dann fragt man sich, wieso man einen alten Videorecorder kaufen muss, wenn man die VHS Kassette eigentlich auch mit der Videokamera ansehen könnte. Den Videorekorder bekommt man erstaunlicherweise im Vergleich zu anderen Sachen, die bezahlt werden mussten, nachdem man sich erst mühevoll Geld besorgen musste, damit z. B. Flugtickets bezahlt werden konnten. Im späteren Verlauf befindet man sich auch einige Zeit auf der Flucht. Wieso in der Zukunft allerdings lediglich einige Leute vor der Haustür stehen und man sich ansonsten fast unbemerkt durch die Stadt bewegen kann, passt doch nicht recht zur Story/ Atmosphäres. Hier lief man rum, als sei nichts gewesen. Aber auch die Rätsel sind stellenweise gut im Screen versteckt. Da steht man z. B. vor dem Antiquitätenladen und schaut durch die Scheibe. Nichts zu sehen und zu machen. Aber es gibt noch eine unscheinbare andere Scheibe und hier sieht man dann plötzlich ein Schild auf dem Boden. Hat man dann im sehr unübersichtlichen Büro eine kleine Pinnwand übersehen und einen Pin nicht eingesteckt, dann kommt man nicht weiter und wird Stunden mit der Suche danach verbringen können, weil man gar nicht weiß wo und wonach man zu suchen hat. Sehr umständlich ist beispielsweise auch die Reaktivierung der Mikrowelle geworden. In einem Raum, in dem z. B. das Licht einwandfrei funktioniert, muss der Spieler per Sicherungskasten den Strom wiederherstellen, um dann festzustellen, dass völlig abseits der Mikrowelle erst noch ein Kabel in die Steckdose gesteckt werden muss. Ebenso ärgerlich: Auf der Forschungsstation im Bermuda Dreieck benötigt man einen Taucheranzug, wie man spätestens nach einer Fahrt mit dem Boot feststelltbemerkt. Doch wo versteckt sich das gute Ding? In einem Fahrstuhlschacht wird man schließlich fündig. Doch dazu muss man erst den Aufzug nach oben fahren lassen und dann in den Schacht hineinschauen. Von Peters Aussage, dass er an der hier im Schacht befindlichen Menchanik nichts ausrichten kann, sollte man sich micht ablenken lassen und die Ansicht genau absuchen, bis man eine unscheinbare Wand findet und ein kleines „Pop-Up“ am Mauszeiger erscheint und verrät, dass hier in eine geheime Nische ist, in der man den Taucheranzug finden kann. Getoppt wird das noch von der Endaufgabe, in der fünf Satellitenschüsseln nach einem mystischen System, wie man es eher aus Myst oder Schizm 2 kennt, auszurichten sind. Viele andere Aufgaben sind darüber hinaus mit sehr häufigen Laufwegen verbunden, wie z. B., wenn man für Bill etwas zu Essen kaufen muss oder wenn man herumirrt und nicht weiß, wo es weitergehen soll. Richtige Kombinationsaufgaben, wie z. B., dass im Teddy des Jungen etwas versteckt sein muss, wie man sich einen Gegenstand durch den Briefschlitz angelt, einen Wächter ausschaltet oder wie man an eine Zahlenschlosskombination kommt, sind recht selten.

Hilfreiche Sätze gibt der Held nur in den wenigstens Stellen von sich, die in einer Sackgasse weiterhelfen würden. Leider wird das Spiel gegen Ende auch noch immer linearer bis zum doch etwas enttäuschenden Ende, was man nach etwas 20 Stunden Spielzeit sehen wird. So faszinierend die Geschichte ist und so toll die NPCs sind, es gibt deutliche Schwächen beim Rätseldesign und die Orte wirken stellenweise recht ausgestorben und statisch.

Handhabung des Spiels

Gesteuert wird The Moment of Silence komplett per Maus und die Tastatur dient lediglich für Schnellzugriff auf den Messenger und das Menü. Wer will, kann sich auch Aktionen im aktuellen Schirm anzeigen lassen, wodurch jedoch bei gedrückter Taste gleichzeitig die FPS auch deutlich einbrechen, trotz guter Hardware. Moment of Silence orientiert sich zwar am bekannten Genrestandard und man steuert mit zwei Klicks den Helden über den Schirm und vollführt Aktionen, aber leider scheinen die Designer wohl ein wenig Amok gelaufen zu sein, anders ist die Fortbewegung bzw. Ansicht nicht zu erklären. Man sieht den 3D Helden immer vor statischen, vorgerenderten Hintergrundbildern. Bewegt man den Helden an den Rand des Schirm, so sollte dieser umspringen und sich die Sicht entsprechend ändern. Doch im Spiel ist dieses System einfach katastrophal. Mal wechselt der Blickwinkel ganz plötzlich und unerwartet, wenn der Held eine bestimmte Stelle erreicht. So sieht man 3-4 unterschiedliche Ansichten, nur wenn man z. B. die eigene Wohnung verlassen will. Auf der anderen Seite springt die Ansicht an vielen Stellen auch nicht richtig um. Gäbe es keine Hilfefunktion, die anzeigt, wo man den Schirm verlassen kann, wären manche Räume kaum zu finden. Die Ansicht wechselt mitunter nur, wenn man auf eine ganze besondere, kleine Stelle klickt, die jedoch überwiegend gar nicht einleuchtend sind. Da muss man z. B. in der Kanalisation auf die linke Wand klicken, damit Peter nach unten läuft. Gerade wenn er auf einen zuläuft, dann wechselt die Ansicht nur sehr zögerlich. Selbst wenn man die Locations schon kennt, kämpft man auch beim zweiten/ dritten Besuch damit. Einen Gegenstand bzw. Nebenraum übersieht man da ganz schnell. Aber auch so manchen Gegenstand muss man sich entweder mühselig in den Pixeln ertasten oder man "cheatet" mit der Hilfefunktion, die damm entsprechende Objekte anzeigt, wie z. B. einen kleinen Schlüssel oder eine Schublade unter dem Kleiderschrank in der Wohnung. Ebenfalls sehr verbesserungswürdig ist die Wegfindung. Peter läuft gerne mal einen Schirm raus, dreht sich dort und bewegt sich dann in Richtung Ziel und das, obwohl er mitunter genau daneben steht (Rennt vom Schreibtisch weg, dann wieder hin um den Computer zu benutzen). Außerdem sind die Wege sehr fest vorgegeben und ein Weg im Park über den Rasen ist nicht möglich, es gibt nur den Umweg über den Weg. Insbesondere in Verbindung mit der ungünstig wechselnden Kameraperspektive sorgt die Handhabung des Spiels für viel Frust. Erfreulich ist es dagegen, dass man Bewegungsbefehle auch über mehrere Ansichten hinweg geben kann. Der Charakter bleibt somit nicht gleich stehen, wenn ein Bildwechsel stattfindet, sondern kann auch direkt bis zum Ziel laufen, wenn man ihn nicht unterbricht. Auch bei der Handhabung der Gespräche gäbe es Nachbesserungsbedarf. Im Laufe eines Gespräches kommen mehr und mehr Themen hinzu. Da verschachtelt sich der Dialogbaum schnell und man befindet sich z. B. in der dritten Unterkategorie von Fragen. Hier klickt man sich vor und zurück über die Felder "Kann ich noch mal etwas anderes Fragen" und muss so Ebene für Ebene im Dialogbaum durchforsten, um sicher zu stellen, dass es noch Fragen gibt, die man nicht angesprochen hat. Diese sind entsprechend farblich gekennzeichnet. Da wäre es besser, alle Fragemöglichkeiten aufzulisten, wie es z. B. Baphomeths Fluch schon in Form von kleinen Icons gemacht hat. Genauso hätte man auch gleich im oberen Bildschirmrand kleine Icons einsetzen können, um einen Charakter auf einen bestimmten Gegenstand anzusprechen. Hier muss man ihn erst sehr umständlich darauf ansprechen und dann den Gegenstand auf den NPC anwenden.

Grafik & Hardware

Grafisch ist The Moment of Silence eine Mischung aus "ganz nett" und "nicht so doll". Das gesamte Spiel wird im 19 zu 9 Format auf dem Monitor angezeigt um wohl den filmischen Breitwandeffekt zu simulieren, ähnlich, wie es auch bei Beyond Good & Evil der Fall war. Einige Locations sind bis in die letzte Ecke wunderbar gerendet und weisen erstaunlich viele Details auf und sind absolut stimmig. Da kann man den Rost auf der Forschungsstation genau erkennen und der Poolbereich von Lunar 5 sieht einladend aus. Aber andere Locations haben da deutlich weniger Details und wirken liebloser bzw. öde, wie z. B. der Flur des Apartments. Doch was eigentlich allen Orten fehlt, sind irgendwelche lebenden Objekte. Nur in ganz wenigen Fällen sieht man irgendeine Animation, lediglich Wasser wird ganz gerne benutzt. Selbst die vielen NPCs, die man zum Großteil nicht ansprechen kann, sind starr wie eine Puppe und bewegen sich, wenn überhaupt, lediglich im Pixelbereich. Hier zeigt z. B. Syberia 2 wie man es besser macht. Auch nach 9 Tagen sieht der Flughafen noch genauso aus, wie am Anfang und keiner hat sich auch nur einen Zentimeter bewegt. Lediglich für agierende NPCs wurde etwas mehr Aufwand betrieben und diese werden als 3D Model dargestellt, wenn auch die Texturen alles andere als wirklich schön sind und sich deutlich vom Hintergrund abheben.

Immer wieder kam es im Testverlauf zu Abstürzen des Spiels, ganz sporadisch an unterschiedlichen Stellen und gegen Ende war nach einer falschen bzw. verfrühten Aktion plötzlich Schuh + Seil aus dem Inventar entfernt worden. Macht man eine Vollinstallation, dann sind die Ladezeiten zwischen den einzelnen Orten, wo stellenweise nach ein/zwei Räumen nachgeladen wird, mit etwa zwei/drei Sekunden akzeptabel. Von DVD sollte man jedoch nicht spielen, hier dauert es deutlich länger, was aufgrund der vielen Laufpassagen arg auf die Geduld schlägt.

Sound & Musik

Wo das Spiel wieder ordentlich punkten kann ist die Sprachausgabe. Die Sprecher machen ihre Sache sehr gut und die Charaktere wachsen einem sehr ans Herz. Lediglich an zwei oder drei Stellen brachen die Dialoge frühzeitig ab, bevor der gesamte Text gesprochen wurde. Dazu gibt es immer mal wieder dezent einsetzende unterschiedliche musikalische Untermalungen, welche für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Aber die Hintergrundsounds sind nicht ganz so glücklich gewählt. Da hört man beispielsweise in der Arktis den Wind heulen, doch es bewegt sich kein Zweig der Bäume und der Schnee fällt fast gerade herunter. An vielen anderen Stellen sind die entsprechenden Sound ähnlich. Zu fehlenden Animationen gibt es Sound bzw. man vermisst Sounds zu Animationen und obwohl in der Firma z. B. eine Fontaine zu sehen ist und die Kollegen kurzzeitig am Rechner arbeiten, befindet man sich in einer Totenstille, die lediglich die eigenen Fußgeräusche erschallen lässt.

Meinung

Nach den vielen Adventures in diesem Jahr ist The Moment of Silence eine kleine Enttäuschung. Auf der einen Seite steht natürlich die sehr interessant und topaktuelle Story um Verschwörungstheorien und Spionagesysteme, die Sprecher machen ihre Sache ausgezeichnet und auch mit den Rätseln kann man sich anfreunden, wenn auch der ein oder andere Hinweis nicht schlecht gewesen wäre und man etwas viel laufen muss. Wieso aber die Steuerung den Spielern solche Stolpersteine in den Weg werfen muss, ist unbegreiflich. Es ist ein Kampf, sich stellenweise von Bild zu Bild zu arbeiten, auch wenn man weiß, dass es dort weitergeht, nur, weil man eben nicht 100%ig genau geklickt hat. Auch sehr unschön sind die Wegfindungsprobleme des Helden und die recht verschachtelten Dialoge, die zum Ausgleich dafür jedoch fast nie langweilig werden. Und da viele Locations alles andere als lebendig wirken, kommt das mystische Zukunfts-Flair nicht ganz rüber und trotz wirklich guter Ansätze ziehen diese Schwachpunkte das Spiel in der Bewertung vor allem für Gelegenheitsspieler deutlich nach unten. Für einen Preis von 40 bis 45€ sollte man eigentlich, von solchen Ärgernissen, die das eigentliche Spielen stark beeinträchtigen, verschont bleiben. Auch wenn die Thematik anders ist, ist da ein Black Mirror im Gesamtbild eine Liga besser und Syberia 2 grafisch schöner. Sparfüchse sollten sich mal Das Geheimnis der Druiden vom gleichen Entwickler ansehen, was zwar etwas schwerer ist und grafisch schlechter aussieht, doch dafür auch preiswerter ist. Ansonsten kann man aufgrund der Probleme wie Steuerung und Handhabung nur anraten, vor dem Kauf die Demo zu spielen.


Geschrieben am 16.10.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
 



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