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Men of Valor  


Info
Autor 2
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 2.5
Gesamt (34 votes) 2
 2
 1.5
 1.9
Name:Men of Valor
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2004/12
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: 2015
Links: Komponist Inon Zur
Hardware: 1.3Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Patch: 1.3
Bemerkung: auch für Xbox
USK: 18
Vergleich Xbox / PC
Men of Valor (review von nali_warcow)

Neben dem zweiten Weltkrieg wird auch das Vietnam-Setting inzwischen von den Entwicklern gern mal als Abwechslung verwendet, wie zuletzt in Battlefield: Vietnam, Shellshock NAM 67 oder dem Dschungelshooter Vietcong. Nach Medal of Honor, arbeiteten die Entwickler 2015 nun an harter Konkurrenz in Form von Men of Valor, womit sie Pacific Assault und Call of Duty auf die Plätze verweisen wollen. Wie packend ist der Ausflug in den Dschungel geworden, wie viel Script muss sein und wie schlägt es sich im Vergleich zu ähnlichen Titeln? Alles Fragen, auf die das folgende Review Antworten hat.

Men of Valor ist im Gegensatz zu den Spielen von EA und Activision auf PC und Konsole in einer fast inhaltsgleichen Fassung erhältlich. Die Xbox Version bietet neben dem identischen Singleplay-Modus auch noch die Möglichkeit an, die Kampagne im COOP-Modus per Splitscreen zu spielen- dem PC bleibt dies leider verwehrt. Dazu bekommt es der PC Käufer mit einer ganzen Reihe an CDs zu tun. Die vier CDs benötigen bei der Installation knapp 4 GB Datenvolumen. Doch wenn gleich es nicht für eine DVD Version gereicht hat, so gibt es wenigstens eine Doppel-DVD-Hülle, so dass die Disks nicht lose in der Packung rumfliegen. Bei den Handbüchern gibt es erstaunliche Unterschiede. Während der Konsolenfassung ein recht knappes Handbuch beilag und viele Sachen nur grob und knapp erläutert werden, ist die PC Version da etwas umfangreicher. Da gibt es etwas mehr allgemeine Hintergrundinfos, aber auch beispielsweise eine komplette Waffenübersicht. Weder Abstürze, noch Kopierschutzvorkehrungen machten irgendwelche Probleme während der Testphase.

Die Ruhe ist vorbei

Schon vor der Teilung von Vietnam konnte das Land auf eine lange Kriegsgeschichte zurückblicken. Nach der Teilung stand Nordvietnam unter der Kontrolle von Ho Tschi Minh und wurde zu einem kommunistischen Land, das eng mit China verbunden war. Der südliche Teil des Landes wurde von den USA unterstützt, insbesondere wegen der Furcht, dass sich der Kommunismus im Norden ausdehnen und sich in Südostasien ausbreiten würde. Seit 1965 leistete die USA - aufgrund der Verpflichtung im Kampf gegen Aggressoren - Hilfe im Kampf gegen Guerillakämpfer, die vom Norden aus organisiert wurden. In Men of Valor übernimmt der Spieler die Rolle von Dean Shepard, der als US Marine 1965 dort stationiert ist. Die anfängliche Ruhe im Land ist schnell vorbei. In einem Moment spielten die Soldaten noch Football und wenige Sekunden später kracht und explodiert es an mehreren Stellen im Stützpunkt. Ein Teil der Truppen zieht aus, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Die Erkundungsfahrt verläuft anfangs auch noch ganz gemütlich. Die Soldaten plaudern und nehmen es überwiegend recht locker. Doch plötzlich steht ein Tier auf der Straße und versperrt den Weg. Als einer der Soldaten vom Fahrzeug klettert und das Tier wegführen, will tritt dieser versehentlich auf eine Mine und es kracht gewaltig. Das nächste was die Soldaten mitbekommen ist, dass sie von allen Seiten aus unter Feuer genommen werden. Da gilt es vorrangig die Stellung zu halten, die Angreifer auszuschalten und schließlich in den Wald hinein zu verfolgen. Der Kampf in Vietnam hat begonnen und inmitten dieser grünen Hölle verbringt man nun den Rest seiner Dienstzeit.

Den Feind verfolgen

Der Feind wurde also auf den Reisfeldern zurückgeschlagen. Nun sammeln sich die Leute um den Anführer und die nächsten Befehle werden gegeben. Es geht rein in den Wald und die Verfolgung wird aufgenommen. Gleichzeitig ist der Trupp ja auch weiterhin auf der Suche nach dem Versteck der Jungens bzw. sucht man ja noch immer den Ursprung, von wo aus die Raketen auf die Basis abgefeuert wurden. Im dichten Gebüsch geht es langsam voran. Die Gespräche untereinander verstummen abrupt, als eine Feindpatrouille gesichtet wird. Geduckt im Gras versteckt wartet man den günstigsten Moment ab, zielt auf den vordersten Kämpfer und kurz vor der Entdeckung wird das Feuer eröffnet. Die beiden letzten Gegner schaffen es nicht mehr rechtzeitig in Deckung zu gehen und werden von den anderen Mitglieder niedergestreckt. Einige Zeit und Gegner später kommt das Team schließlich an einen Hügel, der extrem gut abgesichert ist. Überall haben sich die Gegner in kleinen Mulden oder hinter Erdhaufen verbarrikadiert und leisten starken Widerstand. Insbesondere das MG Nest ganz oben auf dem Hügel stellt eine große Gefahr dar. Wie es der Zufall will, wird der Spieler natürlich dazu auserkoren, sich bis zur Spitze durchzukämpfen und den Punkt mit einer Rauchgranate zu markieren, damit Verstärkung dorthin gerufen werden kann. Im Sperrfeuer der Teammitglieder hechtet man nun zwischen hohem Gras und Gegnerverstecken nach oben, nimmt gekonnt Deckung und schaltet die Feinde aus, ohne von den sehr treffsicheren Schützen erwischt zu werden. Wenige Treffer würden das Aus bedeuten. Mit nur noch wenigen Lebenspunkten und einer stark blutenden Wunde fliegt man förmlich ins nächste Erdloch in der Nähe der Spitze in Deckung. Damit der Verlust an Trefferpunkten möglichst gering ist, wird erst mal die Wunde bandagiert und die Blutung gestoppt. Danach wird noch schnell der Gegner, der hier auf dem Boden liegt, untersucht und eine kleine Feldflasche, welche die Gesundheit auffrischt und etwas Munition geborgen. Dann robbt man vorsichtig zum "Ausgang" und spät in Richtung Ziel. Der Bunker ist in Reichweite und die Granate schnell geworfen. Nun aber schnell wieder in Deckung, das Bombardement setzt wenige Augenblicke später ein. Danach ist die Verteidigung des Gegners auf dem Hügel erst mal geschlagen und die Marines formieren sich neu und nehmen hinter den Trümmern eine Verteidigungsstellung ein. Einige wenige Vietcongs aus der Umgebung machen noch einen letzten verzweifelten Gegenangriff, doch dann kommen auch schon die Helis und holen den Trupp ab.

4 Operationen und allerlei Abwechslung

Bevor man sich ins Gefecht stürzt, sollte man auf jeden Fall den optionalen Trainingskurs besuchen, der von Bewegung über Waffentraining bis hin zu einem Übungseinsatz im Dschungel und Rauchgranaten alles zeigt, was für die nächsten Aufträge notwendig ist. Diese sind durchweg fordernde Missionen für mindestens fortgeschrittene Spieler. Wer also noch wenig Erfahrung mit Shootern bzw. Shootern mit Schwerpunkt Realismus statt Arcade hat, sollte auf jeden Fall den untersten Schwierigkeitsgrad wählen. Selbst da wird man stellenweise etliche Versuche brauchen, bis man eine Mission oder einen Abschnitt erfolgreich geschafft hat. Dies hängt nicht nur mit den stellenweise sehr knackigen Gegnern zusammen, sondern auch mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Speichersystem. Ähnlich wie beispielsweise bei FarCry, kann man auch in Men of Valor nicht frei speichern. Am Anfang eines jeden Abschnitts einer Mission wird automatisch ein fester Spielstand angelegt. Je nach Länge und Schwierigkeitsgrad des Levels gibt es eventuell auch ein oder gar zwei Checkpoints im Abschnitt. Doch diese werden vom Spiel nur temporär gespeichert und spätestens, wenn man das Game oder den Level beendet, ist der Checkpoint weg. Es würde zwar überwiegend darauf geachtet, dass vor vielen schweren Stellen ein Checkpoint ist oder gar ein neuer Abschnitt anfängt, doch an anderen Stellen ist es auch eine recht lange "Durststrecke". Da kämpft man sich gut 10 oder 15 Minuten mühseligst durch ein Dorf, zieht danach ohne Checkpoint weiter und eine Biegung später wird man Opfer von zwei sehr ungünstigen Treffern und kann es erneut versuchen. Insbesondere die Stellen, in denen man kurz vor dem Erreichen des Abschnitts oder Checkpoints stirbt, sind sehr frustrierend. So hätte der leichte Schwierigkeitsgrad gerne ein oder zwei Checkpoints mehr haben dürfen oder aber die Xbox Version generell, weil - bedingt durch die Steuerung per Pad - das Game da noch 'ne Ecke schwerer ist. Wer gegen Ende des Spiels beispielsweise die irre stark verteidigte Zitadelle zurückerobert hat, weiß dann auch, was er geleistet hat. Doch trotz des Speichersystem bzw. wenn man dies mal nicht betrachtet, dann liefert Men of Valor ein sehr packendes und abwechslungsreiches Spiel ab, in dem man auf sich stolz sein kann, eine der späteren Missionen erfolgreich absolviert zu haben (Und es ist keine Schande, wenn man in Mission 1 etliche Versuche bei der Erstürmung des Hügels braucht).

In insgesamt vier Operationen nimmt der Spieler den Kampf gegen den Vietcong auf. Jede dieser Operationen besteht aus zwei bis vier Missionen, die sich wiederum aus zwei bis sechs Abschnitten zusammensetzen. Macht somit in der Summe über 50 mehr oder weniger große Level. Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades kann man daher auch gut eine Spielzeit von 20 bis 25 Stunden ansetzen. Einige Abschnitte sind recht einfach, da läuft man recht locker durch, bei anderen gibt es Missionsbesprechungen mit Vorgesetzten und andere Missionen sind anspruchsvolle Aufgaben, in denen man sich vorsichtig durch die tödliche Welt tastet. Wie viele andere Spiele, so ist auch Men of Valor ein sehr, sehr lineares Spiel geworden und das Leveldesign lässt recht wenig bis gar keinen Raum für irgendwelche Alternativwege oder Erkundungen der Landschaft. Wobei die Level jedoch stellenweise beim Betrachten gar nicht so "feste" Begrenzungen haben. Da liegen Trümmer/ Steine im Fluss, ein Baumstamm ist im Weg, etc., die den Weg blockieren. Da kann man über so manchen kleinen Stein oder Stamm nicht hinwegklettern oder bei der Verteidigung des Hügels das "Loch" gar nicht nach vorne verlassen. Im Vergleich zu Medal of Honor: Pacific Assault sind diese Begrenzungen dennoch etwas besser und zumindest, wenn man nicht im Wald umherstreift, sieht man die Grenzen nicht ganz so offensichtlich. Doch selbst im Wald/ Dschungel haben die Leveldesigner die "Wände" an den Seiten des Schlauches, worin man sich bewegt, durchweg schöner ausgestattet. Hier sieht man nicht gleich die so offensichtliche Wandtextur wie in Pacific Assault. Wo das Spiel dann jedoch extrem auftrumpfen kann, sind die Level und Aufgaben. Hier wird eine sehr große Bandbreite geboten. Mal kämpft man sich zum nächsten Ziel einfach durch ein Stück Dschungel und die Gegner lauern im Unterholz. Da zieht man als Säuberungsaktion von Dorf zu Dorf, eine actionreiche Bootsfahrt bei Nacht, Kämpfe am Tag oder im Regen, der Spieler nimmt an größeren Operationen teil und erstürmt eine Hügelkette und hat nicht nur mit den verschanzten Gegner zu kämpfen, sondern auch einem unfähigen Kommmandanten, der die Bomber falsch eingeteilt hat und man die eigenen Geschosse fast auf den Kopf bekommt. Da hastet man mal im Deckungsfeuer der Kameraden, um eine Stelle zu markieren, ein anderes Mal gibt man selber jemanden Deckung und muss nicht immer die Drecksarbeit leisten, da muss ein Verletzter aus dem Gebiet geschafft werden oder man kriecht durch das Tunnelsystem der Vietcong. Während man in Medal of Honor: Pacific Assault ein grobes Missionsziel hatte, das man dann stellenweise über etliche Level verfolgte, so sind sie hier deutlich abwechselungsreicher, wenn gleich auch nicht wie bei Call of Duty, wo man 10 oder mehr Ziele in einem Abschnitt hatte. Hier legt man einen Hinterhalt an einem Fluss, wird dabei dann von den erstaunlich starken Gegnern fast eingekesselt, es gilt zu fliehen und die Basis auf dem Hügel zu erreichen. Dort muss man diese dann gegen die Feinde verteidigen. Oder aber eine Landzone muss verteidigt werden. Da sitzt man in einem Augenblick noch als Schütze im Heli und wenig später streift man durch den Dschungel und muss die Kameraden retten. Genauso stehen Straßenkämpfe an, Kämpfe in völlig zerbombten Gebieten oder bei Nacht in einem Schützengraben während die Stellungen überrannt werden. Selbst bei ähnlichen Sachen wie dem Ausschalten eines Panzers gibt es Abwechslung. Mal muss man diesem eine Sprengladung anheften, mal durch ein Haus hetzen und eine Panzerfaust auftreiben oder aber man "markiert" diesen für einen Helikopterangriff. Zwischen den Missionen gibt es zum einen immer wieder Videosequenzen aus authentischen Filmmaterial, die kommentiert werden bzw. mit Hintergrundinfos über die Aktivitäten, etc. Außerdem gibt es vor und nach den Missionen Briefwechsel zwischen Dean Shepard und seiner Familie, worin er von seinen Erlebnissen und Gefühlen berichtet und erfährt gleichzeitig neben dem alltäglichen Leben auch die Sorgen und Ängste der Familie. Auch so mancher Verlust muss betrauert werden.

Waffen, Gegner und Begleiter

Im Laufe des Spiels bekommt man eine ganze Reihe an Waffen in die Hand. Unterschiedliche Pistolen, Gewehre, MGs, Granatwerfer und Sniper sind vorhanden. Bis zu vier Waffen (zwei "größere", eine Handfeuerwaffe und Granaten) kann man bei sich tragen. Munition findet man entweder im Feld an einigen mehr oder weniger stark befestigten Munitionslagern oder aber man schnappt sich einfach entsprechende Sachen beim Gegner, der diese nach seinem Ableben sicherlich nicht mehr brauchen wird. Dazu muss man den Gegner allerdings erst durchsuchen, weshalb man dies tunlichst nicht im Kampf machen sollte. Außerdem bekommt man den Großteil an Gesundheitsfläschchen beim Gegner, welche man sich auch "raussuchen" muss. Nur ab und zu findet man ein Gesundheitskit wirklich irgendwo rumliegen. Je nach Treffer blutet man neben dem eigentlichen Schaden mehr oder weniger stark. Hier gilt es nun, die Wunde möglichst schnell zu bandagieren, so dass man keine zusätzlichen Lebenspunkte verliert. Man hat ohnehin schon recht wenig Gesundheit, doch wenn man sich bandagiert, kann man schlecht kämpfen und braucht daher möglichst ein ruhiges Plätzchen, etwas Deckung oder sollte sich zumindest, hinlegen um nicht als Zielscheibe in der Landschaft zu stehen. Stehen ist sowieso keine so gute Idee bei diesem Spiel, weil die Gegner stellenweise eine erstaunliche Treffergenauigkeit haben. So manchen Gegner hat man gar nicht gesehen und schon wurde einem ein ordentlicher Treffer verpasst. Daher muss man sich immer voll auf das Spiel konzentrieren. Mal eben so locker durchlaufen oder meinen, den Actionhelden spielen zu müssen, geht hier nicht. Die Gegner hetzten oftmals gekonnt von Deckung zu Deckung oder verkriechen sich hinter Objekten. Manche laufen auch erst weg und könnten eine leichte Beute abgeben, wenn man schnell reagiert. Stellenweise wird auch versucht, den Spieler einzukreisen. Einige Gegner sind auch nicht so ganz helle und bemerken den Spieler dagegen erst recht spät oder aber an einigen Stellen laufen sie wie aufgescheuchte Hühner herum. Doch insgesamt machen sie ihre Sache gar nicht mal so schlecht. Am ärgerlichsten sind da einige Stellen, in denen die Gegner einfach so respawnen. Wenn man dies bemerkt, dann sind die Gegner so dicht dran und man hat mitunter schon verloren. Da ahnt man nichts und plötzlich ist rechts aus dem Busch ein Gegner gekommen. Zum Glück sind solche Stellen, wo das Script wohl etwas zu spät aktiviert wird, recht selten bzw. in den meisten Fällen laufen die Gegner vom Spawnpunkt erst noch ein kurzes Stück zu ihrem "Verteidigungspunkt" und man kann noch reagieren. Dennoch hätte man dies besser lösen müssen. In der Xbox Fassung sind die Gegner etwas langsamer in der Bewegung/ Reaktion, wenn gleich es auch hier einige Gegner gibt, die einen scheinbar auch auf dem Boden liegend in grünster Umgebung erkennen können. Im Gegensatz zu Pacific Assault kann man den Kollegen nie Befehle geben, sondern diese begleiten einen automatisch durch die Level. Meist klappt dies auch recht gut und sie kämpfen als Trupp. Da suchen sie sich Deckung und schalten so manchen Gegner aus, der einem gefährlich wird. Nur ab und zu kommen sie scheinbar nicht so ganz mit und bleiben etwas zurück. Doch sie können, genau wie auch die Feinde, den Granaten recht gut.

Steuerung des Spiels

Zum Großteil orientiert sich Men of Valor an der Shooter-bekannten Steuerung. Die Tasten sind auf dem PC frei konfigurierbar. Bei der Xbox Steuerung machte sich das Fehlen der Granatenwurftaste unangenehm bemerkbar, weil man hier dann immer erst mit dem Steuerkreuz umschalten musste. Sehr gut gelungen ist den Entwicklern auch das "Lehnen" um Ecken/ Kisten oder Bäume. Bei anderen Spielen gibt es neben der normalen Steuerung dafür zwei Extratasten. Doch wenn man hier im Spiel in den Anvisierungsmodus geht, in dem man genauer Zielen kann, dann ist man automatisch auch im Lehnen-Modus. Einfach dann dazu die Tasten für Slide Links/Rechts drücken und man kann ganz simpel aus der sicheren Deckung heraus feuern. Ausgenommen vom Speichersystem gab es keine weiteren Mankos an der Bedienung. Die Menüs waren gut gegliedert, die Missionsziele dank Kompass immer gut zu finden und die Anweisungen eindeutig.

Der Mehrspielermodus

Der Mehrspielermodus wartet mit einer ganzen Reihe an Spieltypen auf. Neben bekannten Sachen wie Deathmatch und TeamDeathmatch gibt es auch Sachen wie "Dokumente erlangen", wo es gilt z. B. ein Bündel mit Nachrichten zur eigenen Basis zu bringen bzw. ein Team muss verhindern, dass dies geschieht. Im "Suchen und Zerstören" Modus sammeln beide Team Teile eines Mörsers auf, welche um die Basis herum verstreut sind und muss diese zusammensetzen. Bei Frontline gilt es von der eigenen Basis ausgehend die Punkte in Form von Flaggen einzunehmen und zu halten. Für diese Spieltypen stehen identische Karten zur Auswahl, die sehr abwechslungsreich und mal mehr und weniger dicht an Missionsschauplätzen orientiert sind. Auf der Xbox stehen leider deutlich weniger Karten zur Verfügung und auch die Optionen sind geringer. Bots gibt es leider auf beiden Systemen keine. Worüber sich Konsolenbesitzer jedoch freuen können ist der zusätzliche COOP-Modus, in dem man im Team an einer Konsole die Kampagne durchspielen kann. So wird doch die ein oder andere Schlacht leichter. Allerdings ist den Entwicklern hier ein Lapsus unterlaufen, der nicht für langen Spielspaß sorgen wird. Zumindest per Option hätte man in diesem Modus einstellen müssen, dass gestorbene Spieler wieder respawnen ähnlich wie z. B. in Halo. Hier sollte doch der Spaß im Vordergrund und nicht der gestorbene Spieler zum Zuschauer degradiert werden. Bei der PC Version gab es extrem wenige Server und noch viel weniger Spieler online - ebenso der Ping war nicht gerade berauschend.

Grafik, Hardware & Sound

Grafisch setzt das Spiel auf die Unreal Engine und sieht überwiegend recht gut aus. Die Wälder sind mit sehr vielen Decos in Form von Sträuchern, Hütten und anderen Kleinigkeiten gefüllt. Da spritzt der Dreck oder fliegen die Splitter bei Treffern. Das Gras bewegt sich und die etwas freieren Landschaften sehen recht gut aus und es fliegen Vögel umher und andere kleine Tiere laufen herum. Auch die Models wissen zu gefallen und machen auch aus der Nähe einen sehr guten Eindruck. Lediglich einige Animationsphasen wirken etwas unfertig. Scheinbar sind Feuer- und ganz besonders Hitzeeffekte stark in Mode heutzutage und so hat man auch hier ein "Wabbeln" auf dem Schirm. Auch auf der Xbox machen vielen Texturen in der Nahansicht einen recht guten Eindruck und man kann dort auch noch die Aufschrift auf dem Rücken des Teamkameraden lesen. Lediglich die Wasseroberfläche sieht nicht ganz so gelungen aus und die Videos hätten in einer etwas höheren Auflösung nicht geschadet. Die Musik spielt passend im Hintergrund und ist im Spiel eher weniger vorhanden/dominant. Dennoch eine mehr als gelungene Komposition von Inon Zur, der u. a. schon Icewind Dale 2, Baldur's Gate 2 und Syberia 2 vertonte. Den hörenswerten knapp 18 min Score mit Life-Orchester gibt es zum Download auf der offiziellen Spielesite. Die deutsche Übersetzung und Sprachausgabe ist gut und Schüsse, Explosionen und andere Kampfgeräusche hauen einem ordentlich um die Ohren. Bei der Xbox kam es ab und zu mal zu kurzen Rucklern, die jedoch nicht so negativ aufgefallen sind und beim PC war durchweg ein problemloses Spielen möglich.

Meinung

Anfangs war mein Interesse am Spiel eher gering und die Erwartungshaltung nicht sehr hoch. Doch insbesondere nachdem Medal of Honor: Pacific Assault Abwechslung und spannende Missionen fehlten, füllt Men of Valor dieses Defizit wunderbar aus. Mal schleicht man durch das Dschungeldickicht, liefert sich spannende Kämpfe mit den Gegnern zwischen Bambushütten, dann geht es im Helikopter weiter und wenige Abschnitte später wird in einer groß angelegten Operation ein Hügel gestürmt. Auch grafisch ist das Spiel sehr gut gelungen. Es wird nicht langweilig und das lineare Leveldesign fällt da nicht so sehr auf. Hier muss man sich mehr auf die KI konzentrieren, die stellenweise extrem stark ist und mit ein zwei Treffern zum Neustart zwingt, daher besser vorsichtig durch die Level vorantasten, statt wild vorzustürmen. Doch da liegt gleichzeitig auch der eigentliche Knackpunkt. Wären die Schwierigkeitsgrade besser dosiert oder aber auf dem unteren Schwierigkeitsgrad zumindest einige freie Speichermöglichkeiten, wäre Men of Valor durchweg eine Empfehlung an alle Shooterfans, die vom ewigen WW2-Setting die Nase voll haben. So leider nur für Profis bzw. fortgeschrittene Spieler mit viel Ausdauer. Ansonsten würde ich mir in Zukunft zusätzlich lediglich noch den COOP Modus auch für den PC wünschen. Auch da macht Teamplay Spaß. ;)


Geschrieben am 18.01.2005, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
 



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