yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

I of the Dragon, The
I was an Atomic Mutant
I-Ninja
Ice Age 2
Icewind Dale
Icewind Dale 2
In Memoriam
Incredible Challenge
Indiana Jones LdK
Infinite Undiscovery
Inquisition
Iron Storm
In Memoriam  


Info
Autor 1
 0
 1.5
 2.5
Gesamt (14 votes) 1
 1.4
 2
 2.5
Name:In Memoriam
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2003/10
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Lexis Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: 333Mhz, 64MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Patch: 2.3
Bemerkung: Internet-Zugang notwendig, Hybrid CD inkl. MAC Version
USK: 16
In Memoriam (review von look)

Der Agentur SKL Network wurden Materialien zugesandt, die den Schluss zulassen, dass ihr seit ein paar Wochen vermisster Journalist Jack Lorksi und seine Begleiterin Karen Gijman entführt wurden. Sie gingen einer Spur in einem Mordfall nach, den Jack dank eines 8MM-Amateurfilms in einer alten, aus den 70igern Jahren stammenden, Kamera gefunden hatte. Diese Ermittlungen führten ihn und seine Begleiterin (Tochter des ebenfalls vermissten Amateurfilmers) durch ganz Europa, wobei sie wohl auf Dinge gestoßen sind, die ihnen nun zum Verhängnis wurden. Ein Video und eine CD-ROM wurden von einer Person Namens "Phönix" an die Agentur geschickt, die darauf befindlichen Daten lassen den Schluss der Entführung zu. Die Agentur entschloss sich nun, die CD-ROM zu veröffentlichen, da man sich selbst nicht in der Lage sah, die Geheimnisse darauf zu entschlüsseln - Ihre Aufgabe, sollten sie sie übernehmen Jim, ist es das Rätsel zu lösen.... diese Disk zerstört sich in 5 Sekunden... (entschuldigt falscher Film ;-)).

Warnung!

Die nun folgenden Bildsequenz kann auf bestimmte Personen unter Umständen schockierend wirken.

So anders die Einleitung mittels Handbuch die Situation der Veröffentlichung schildert, so extravagant-minimalistisch kommt auch die Aufmachung des Spieles daher, das vorgibt, kein Spiel zu sein. Es fängt damit an, dass der einzige Hinweis im Handbuch, dass es sich um ein Spiel handelt, die Gesundheitswarnung ist, alles andere ist im Stile eines seriösem Manuals gehalten und deutet nirgends weiter auf ein Spiel hin (dieser Begriff wird deutlich gemieden). Dies dient der Authentizität der vermittelten Atmosphäre. Man "spielt" auch mit keinem alter Ego, kein Charakter mit dem man sich zu identifizieren versucht, man bleibt immer man selbst. Die bedrückende Atmosphäre wird aufrecht gehalten, immer und überall. Dies beginnt schon damit, dass man sich Anmelden muss, um Zugang zum Inhalt der Disk zu erhalten. Per Login-Name und per Mail zugeschicktem Passwort betritt man die Rätselwelt des Phönix - dies ist keine Schikane des Publishers, sondern gehört zum Spielprinzip dazu, denn um wirklich weiter zu kommen, benötigt ihr einen Internetanschluss (Modem reicht völlig). Per existierender E-Mailadresse (also keine Dummy-Adresse eingeben), werdet ihr in eine "Datenbank" eingetragen, die auch anderen "Ermittlern" offen steht und die Euch nun Kontakten können. Es handelt sich bei dem Spiel jedoch keinesfalls um ein Multiplayerspiel, wie es vielleicht den Anschein hat. Die Kontakte beschränken sich auf zugetragene Hintergrundinformationen und andere Tipps, die zur Lösung des Falles nötig sind und Euch von verschiedenen "Personen" zugetragen werden. Im Laufe des Spieles wird man so von ca. 10 Personen angeschrieben und mit Informationen versorgt, dabei wird man ungefähr 50 Mails erhalten, die zudem die Story verdichten und sogar weiter erzählen. Ein wirklicher, menschlicher Kontakt ist aber nicht möglich (hab's ausprobiert *g*). Zu diesem Umstand gesellt sich ein weiterer, eminent wichtiger und unumgänglicher Spielbereich hinzu. Nämlich die Recherche zur Lösung der meisten Rätsel per Internet, respektive per Google (leider die einzige Suchmaschine, die in diesem Fall hilft, scheinbar eine Zusammenarbeit zwischen Google und Ubi Soft, da die Seiten ziemlich weit oben zu finden sind und somit ein hohes Ranking aufweisen müssen - andere Suchmaschinen verhalfen zumeist zu keiner der benötigten Seiten). Dabei wurden für bestimmte Schlagworte und deren anhaftende Rätsel extra erstellte Seiten ins Netz gesetzt, die einem bei der Lösung behilflich sein sollen. Auf ihnen findet man weiterführende Text und Bildinhalte, die einem die Lösung eines Rätsels ermöglichen. Der Zugang zum Internet wird einem durch das Spiel vereinfacht. Beim Loginbeantragungsprozess kann man z. B. sein benutztes Mailprogramm angeben, welches dann automatisch gestartet wird, wenn man im Spiel auf den Button in der Menüleiste klickt. Dies ist nicht nur auf Outlook beschränkt. Bei den schon vordefinierten Programmen sind sowohl Pegasus, als auch Eudora zu finden, wer ein anderes Programm nutzt, gibt eine Verlinkung auf die Start-EXE des Mailprogramms an, selbst diejenigen mit Onlineaccounts a la Freenet oder GMX sind nicht außen vor, ein Häkchen bei Onlineaccount und man kann von dort seine Mails holen. Auch das Starten des Browsers ist nicht Programm-gebunden, es werden einfach die Systemeinstellungen genutzt. Wichtig ist hierbei jedoch, dass man das Shockwave-PlugIn "Director" von Macromedia installiert hat (auf CD enthalten). Keine Sorge, sowohl Opera (hier bitte die Kennung auf etwas anderes als auf Opera stellen), als auch Mozilla und Derivate, sowie IE können damit umgehen. Benutzer mit Personal Firewall müssen dem Macromedia Projektor jedoch das Senden erlauben. Man kann jederzeit vom Spiel zum Mailprogramm oder Browser und wieder zurück springen, ohne dass dieses es übel nimmt - es ist sogar unumgänglich und damit Teil des Spielprinzips.

Wer jetzt wegen seines Zugangtarifes Angst hat, man müsse beim Spielen ständig online sein, der kann beruhigt aufatmen, dem ist nicht so, ab und zu sollte man sich im Netz bewegen und das Spiel dabei laufen lassen, damit man seine Mails bekommt, man kann jedoch nach erfolgreicher Suche den Zugang wieder kappen, was es für Zeittarife deutlich billiger macht ;-). Die interaktiven Inhalte, wie z. B. Programmbestandteile zur Analyse von Video und Audiodaten oder interaktive Director-"Flash"-Filmchen sind auch mit Modem zu schaffen, es bleibt zumeist unter 500 KB, das gilt im übrigen auch für die besuchbaren Webseiten und deren Bildangeboten.

Aber wie soll man sich jetzt das Spielprinzip eigentlich vorstellen, wie sehen die Rätsel dieses Adventures mit neuem Konzept aus und ist es wirklich so trist, wie es auf den Bildern den Anschein hat? Es gibt sowohl Rätsel als auch Geschicklichkeitseinlagen, deren Variationen von leicht bis ziemlich schwierig gehen. Hat man erst mal die drei Anfangsaufgaben des Phönix geschafft, um zu zeigen, dass man würdig ist, mit ihm das Spiel zu spielen, das er einem "aufzwingt", findet man sich in einem animieren Menü wieder, aus dem man sich Aufgaben heraussuchen kann. Dabei ist es unerheblich, in welcher Reihenfolge man diese nun abschließt - letztendlich wird man immer mit einem Belohnung und einem neuen Level konfrontiert, das einem weitere Einblicke in den Fall und die Psyche der beteiligten Personen gewährt.

Die Rätsel bestehen aus zumeist interaktiven Inhalten und sind wie kleine Minispielchen aneinander gereiht, nehmen jedoch auch durchaus Bezug zueinander, z. B. muss man mit einer Rasierklinge eine Oberfläche säubern, um so einen Hinweis zu erhalten, der einem ins Web führt, um dort ein Passwort auf einer Seite zu finden, welches man eintragen muss, oder man muss Videoschnipsel analysieren, um an gewisse im Film befindliche Zeichen zu kommen. Wie ist es mit dem richtigen Zusammenbau oder Nachgestalten von im Web befindlichen Bildern, deren Puzzlestücke im Spiel zusammengesetzt und auf die richtige Grösse gebracht werden müssen, um dann die Bilder in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dabei werden nicht nur visuelle Rätsel geboten, auch Rätsel auf Geräuschbasis sind vorhanden. Wenn man erst mal aus einer Geräuschkulisse mit Hilfe von Hebeln und Drehrädchen die Störgeräusche wegfiltern muss, um dann die verbliebene Tonspur rückwärts abzuspielen, nur um das gesuchte Wort eingeben zu können, ist schon viel Fingerspitzengefühl von Nöten. Aber nicht alles ist so einfach, vieles muss man sich auch aus dem Gesagten des Phönix zuzsammenreimen oder Hinweisen in den Rätseln selbst nachgehen und auf gut Glück bei Google eingeben. Manch eine Informationsbeschaffung ähnelt eher einer Schnitzeljagd im Web, da wird man von einer Webseite zur anderen gejagt, um die benötigte Lösung zu erhalten oder muss im Spiel vorhandene Zeichen übersetzen, um weiter zu kommen. Hinweise in der Art Inkdesign((not found)-327) lesen sich so einfach, aber für die Lösung braucht es manches mal auch eine gewisse Portion Vorbildung, oder wer kennt noch die lateinische Bezeichnung für Quecksilber? Das am häufigsten anzutreffende Rätselelement ist das Passwort und dessen Eingabe. Erst mal finden ist das Eine, aber auch die Eingabe kann zu einem Großereignis werden ;-). Wenn z. B. die Tastenbelegung geändert wurde und beim Drücken des "P" nur ein "S" kommt, muss man erst mal alles durchprobieren, um das Wort eingeben zu können. Da müssen Worte durch das Berühren sich bewegender Buchstaben zusammen gesetzt werden, ohne dass der jetzt hinter dem Mauscursor sich entlangziehende Rattenschwanz durch das Berühren einer Sonne wieder zersprengt wird, ein anderes mal ist die Eingabe einer Jahreszahl mit Hilfe von kleinen ekeligen Käfern von Nöten, die die Rädchen einer Maschine bewegen, wenn man sie mit dem Richtigen füttert - dies sind eher Geduld- als Geschicklichkeitsspiele, aber ganz verkehrt wäre es nicht, wenn man darin etwas bewandert ist. Die Geschicklichkeitsspiele sind der zweite kleinere Bestandteil dieses Spieles, dafür aber auch der nervenaufreibendere. Ob es sich nun um Minigolf handelt oder darum, eine Spinne über eine Hindernisstrecke zu bewegen, indem man ihr unterschiedlich große Stückchen Futter anbietet, ist einfach, aber wenn es darum geht, an die äußeren Ecken des Bildschirms Buchstaben andocken zu lassen, die sich nur bewegen lassen, indem man sie dort hinpustet, was durch die ebenfalls im Feld befindlichen anderen Buchstaben passiert, kann man schon mal einen Rappel bekommen. Ebenso nett wie auch anstrengend waren Spiele wie ein Pacman-Klon, der mit einem Labyrinth gekreuzt wurde oder ein Spielchen, wo man einen Würfel durch ein Hindernisparcours bringen musste, der an Fäden hängend nicht anecken sollte - hört sich einfach an, kann aber schnell mal zu pulsierenden Adern an den Schläfen und ungesunder Gesichtfarbe führen. Zu schaffen sind sie alle, die Frage ist nur, wie lange man braucht, grade als ungeübter, impulsiver Spieler, der nicht über die nötigen Reflexe verfügt oder sich im Vorfeld genau überlegt, wie was zu machen sein könnte, ist hier schnell gefrustet.

Gespielt wird dabei sowohl mit der Maus als auch zur Eingabe von Passphrasen mit der Tastatur, wobei zur Steuerung bis auf eine Ausnahme (Pacman) nur die Maus zum Einsatz kommt, was bei einigen Rätseln doch unschön ist, da die Steuerung zu ungenau ist, z. B. beim Soundrätsel, wo man die Geräuschkulisse dezimieren muss.

Das Spielprinzip ist in dieser Form als unkonventionelles und innovatives Konzept zu sehen, am ehesten vielleicht noch mit dem gescheiterten Onlinespiel Majestic von EA zu vergleichen, welches versuchte, Spielinhalte in die Realität mittels Fax, E-Mail, Chat etc. zu transportieren, oder dem zur Einführung des Spielbergfilms A.I. initiierten Onlinekrimis "The Beast", was in die gleiche Kerbe schlug. Doch wirklich vergleichbar ist es nicht, weshalb der Genretypus "Adventure" nicht wirklich passen will, es ist wohl eher eine Mischung aus verschiedenen Teilbereichen, die das Spiel charakterisieren. So sind Grusel, bzw. Horrorelemente genauso drin, wie Puzzles, Denkaufgaben, investigative Informationsbeschaffung, Psychothrilleratmosphäre, Verschwörungstheoreme und surrealistische Stilelemente. Die Atmosphäre ist nur schwer einzufangen und doch äußerst fesselnd. Kurze Bild und Filmdarstellungen sind verzehrt, krauselig und erinnern an Amateuraufnahmen, die durch avantgardistische Elemente aus ihrem Kontext gerissen scheinen und mit neuem Inhalt versehen wurden - zumeist als Überleitungen zu neuen Rätseln gedacht. Hinzu kommen die Belohnungen für geschaffte Aufgaben, die in Form von einem von Jack Lorski geführtem Videotagebuch daher kommen und schon fast voyeuristische Züge haben, geben sie doch das Privatleben von Jack und Karen Preis. Ebenso sind sie es zumeist, die die Geschichte voran treiben und die journalistische Kleinarbeit bei der Lösung des Mordes zeigen, der auf dem alten 8MM Film zu sehen war. Leider trübt hier die etwas dröge Erzählweise Jacks das ansonsten gute Bild, er spricht sehr schleppend, fast müde, was vielleicht aber der langwierigen Suche, die an Sisyphusarbeit erinnert, geschuldet ist und zum Konzept passen soll - das er manches mal an Gerhard Schröder erinnert ist aber wohl Zufall ;-).

Die Grafik des Spieles ist sehr düster, sowohl die Bilder, wie z. B. das gleich am Anfang gezeigte Video, was irgendwie an "Blair Witch Project" erinnert, als auch die restliche Gestaltung. Der Spielbildschirm, der nur in 800x600er Auflösung daher kommt, ist in schwarz gehalten. Die unterschiedlichen Themengebiete der Rätsel, welche sich nach antiker Sitte in die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft aufteilen, sind in eben jenen charakteristischen Farben gehalten - jedenfalls die aktiven Elemente. Minimalistisch oder puristisch könnte man das Design beschreiben, überschwängliche Grafikeffekte sucht man hier vergeblich, was aber überhaupt nicht stört und selbst für ältere PCs kein Problem darstellt, denn das Spielprinzip ist nicht auf Grafikwunderpracht ausgelegt.Man muss die Spieltiefe nicht versuchen zu retouchieren, vielmehr wird sie durch inhaltliche Elemente erzeugt und bezieht auch daraus ihre Anziehungskraft. Dafür ist vor allem der Sound verantwortlich, der ebenso extravagant ist, wie das äußere Erscheinungsbild. Es gibt im Spiel keine wirklich begleitende Hintergrundmusik, einzig ein immer wiederkehrendes Thema musikalischer Art ist auffällig, denn man verbindet sehr schnell die an eine Spieluhr erinnernde Musik mit der Kontaktaufnahme seitens Phönix. Der Rest kommt mit sehr verqueren Soundcollagen aus, die kaum wirklich zu beschreiben sind, geisterhafte, nicht zu verstehendes Stimmengewirr, knarrende, knisternde Geräusche, gepaart mit Glockengeläut, Industrielärm, klaustrophobische Klopfgeräusche, oder weit entfernte Zivilisationsgeräusche, wie Bahnhofshallen. Sowohl die grafischen Elemente als auch die immer wiederkehrenden Sounds erzeugen eine ungemütlich, beklemmende Atmosphäre, die so manches´, mal wohl scheinbar gewollt, nervend wirkt und man nur schnell weiter will. Die wohl schauerlichste und bei weitem bedrückendste Stelle dürfte wohl das Soundrätsel sein, wo man einen vorher in einem Video gehörten Song wieder richtig zusammen setzen muss. Dabei ist weder die Grafik besonders aufreibend, noch die Soundcollage im Hintergrund, sondern die gestückelten Songschnipsel selbst. Dieser Tonfall von erstickender Kontrolle über den Tränendrang, das Zittern in der Stimme und die hörbare Panik, macht dieses Rätsel so "lebendig", vor allem da es sich in die Länge zieht und man immer und immer wieder beim Versuch es zu lösen, diesen Gesang zu hören bekommt.

Wenn auch das Konzept stimmig ist, die Atmosphäre gut aufgebaut und gehalten werden kann, so gibt es ein paar, wenn auch nicht schlimme dunkle Punkte in diesem Spiel. Zum einem wäre da, der von mir am meisten gehasste Punkt, dass zum vernünftigen Spielen wieder einmal auf externe Programmteile zurückgegriffen werden muss. Hierzu zählt zunächst einmal der Director von Macromedia, um gewisse Inhalte auf Webseiten abspielen zu können. Viel mehr jedoch ist es schon wieder der Zwang, das Quicktime Version 6 installiert sein muss (befindet sich auch auf der CD), um die Videosequenzen abzuspielen, der mich erzürnen lässt - warum nur ist es so schwer ein freies Format zu wählen, was nicht gleich Playersoftware etc. mitbringen muss, sondern nur den Codec zum Abspielen benötigt, Bink käme gänzlich ohne Installation als Third Party Produkt aus. Zum anderen ist es ein fehlendes im Spiel integriertes Logbuch, wo man sowohl Schlagworte, als auch Lösungsversuche und besuchte Webseiten speichern und wieder nachschlagen könnte, was den Spielfluss stört. Ein guter Tipp der unerlässlich ist, habt Papier und Bleistift parat, ihr werdet es brauchen, zudem sollte jede schon mal gefundene Webseite im Browser unter die Favoriten gestellt werden, damit man sie nach Bedarf schnell wieder findet. Leider ist das Speichersystem nicht grade spielerfreundlich, es wird automatisch gespeichert, lässt jedoch ein Wiederspielen eines schon gelösten Rätsels nicht mehr zu - das liegt vielleicht jedoch am Konzept der realistischen Aufmachung des Spieles und begründet sich dadurch. Viel gravierender ist ein anderer Bug, der mich beim zweitem Mal erwischte. Das Spiel stürzte bei dem zu langem verharren im Beenden-Bildschirm ab. Danach war es unwiderruflich kaputt, es gab immer wieder die Fehlermeldung von Laufzeitfehlern in Verbindung mit dem Director im Spiel. Nur eine De/Neuinstallation hat hier Abhilfe geschaffen. Leider frisst die Deinstallation ohne Nachfrage auch alle Savegames, also Vorsicht. Doch selbst das hat nicht geholfen, denn wie ich später erfahren musste, war dadurch auch das Savegame korrumpiert worden und unbrauchbar - ein Fehler der fatal sein kann (Tipp speichert in regelmäßigen Abständen euren Savegameordner in ein anderes Verzeichnis). Damit einhergehend fiel ein weiteres unschönes Detail auf, nämlich die Tatsache, dass nach einem solchen Fehler ein Neubeginn des Spieles mit der gleichen E-Mailadresse unmöglich ist, man braucht unbedingt eine andere, um sich bei SKL anmelden zu können - nicht sehr benutzerfreundlich. Letztlich sind ein paar konzeptionelle Fragen aufgetaucht, z. B. ob in 3 bis 5 Jahren das Spiel überhaupt noch spielbar ist, denn ohne die dafür extra gehosteten Seiten ist das Lösen kaum möglich. Die Leute mit auf Zeit basierenden Tarifen können sich schnell in der Kostenfalle verlieren, denn die Suche nach Lösungen bedarf einer gewissen Zeit und man vergisst sehr schnell sich auszuwählen ;-), ein im Spiel eingebautes System, was selbstständig die Leitung kappt wäre wünschenswert gewesen.

Als Resümee kann man attestieren, dass dieses Spiel neue Pfade beschritten hat und konzeptionell bisher einzigartig ist. Es lohnt sich für alle jene, die gern mal wieder Rätsel lösen wollen und die ausgetretenen Wege heutiger Adventure gern mal verlassen möchten, um für ca. 20 - 25 Stunden in die Welt von "In Memoriam" abzutauchen. Leider ist das Beschreiben des Spieles, sowie das Näherbringen der Atmosphäre äußerst schwer, weshalb ich denen die zaudern, gern die Demo ans Herz legen würde, nur ist diese mit 266 MB reichlich protzig, weshalb ich einfachhalber auf diesen bescheidenen Link hinweise, vielleicht kann man sich schon einen Überblick verschaffen, wie dieses Spiel aufgebaut ist und die Atmosphäre einfangen. Schade, dass es die Publisher und Entwickler nicht geschafft haben, eine kleine Onlinedemo zu programmieren, die mehr bietet, um auch denen ohne DSL einen Einblick zu gewährleisten. Wie dem auch sei, wer sich vor beklemmend-schauerlicher Atmosphäre nicht scheut und gern mal wieder etwas völlig neues, andersartiges versuchen will, ist hiermit gut bedient, ebenso jene, denen das Konzept der Verbindung zwischen Rätsellösung durch Onlinekomponenten zusagt. Es bedarf keiner langen Übung um ins Spiel zu kommen und da das Spiel im Prinzip wie eine Aneinanderreihung von Minispielchen aufgebaut ist, kann es auch für das Zwischendurch-Spielen herhalten. Einzige Vorrausetzung ist ein wacher Geist, der Wille diesen anzustrengen und eine gewisse Resistenz gegenüber geschicklichkeitsbedingter Frustmomente. Es ist jedenfalls eines der innovativsten Spiele der letzten Zeit und es lohnt sich in jedem Fall für alle Abenteurer, vor allem für die Älteren unter uns, die mal wieder eine Herausforderung suchen. Es ist wohl eher ein Spiel für Erwachsene, was auch die Realitätsnähe vermittelt - eine gute Allgemeinbildung dürfte hilfreich sein.


Geschrieben am 09.12.2003, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
 



45 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4.2 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei look, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de