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Marble Blast  


Info
Autor 3
 1.5
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 1.5
Gesamt (11 votes) 1
 1.5
 1.2
 1.6
Name:Marble Blast
Genre: Arcade Action
Produkt: Vollversion
Release: 2002/12
Publisher: Garage Games
Entwickler: Monster Studios
Offiz. Sites: Game
Hardware: 400Mhz, 64MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 30 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Englisch
USK: keine
Marble Blast (review von yak)

Wer noch den alten Arcade Klassiker Marble Madness von Atari kennt, dem wird eine Murmel als "Held" nicht allzu fremd vorkommen.

Damals konnte Ataris Klassiker, der sich im Bereich Graphik, Sound und Gamedesign von den Klones der Ballerspiele hervorhob, frischen Wind ins Arcadegenre bringen, wie kaum ein anderes Game.

Eine Murmel mittels Trackball durch ein Labyrinth von Rutschen, Schrägen, murmelfressenden Würmern, Windmaschinen und Hammerwerken zu dirigieren, sorgte für langen Spielspass und wunde Fingerkuppen. Nicht nur der phantastische Stereosoundtrack konnte begeistern, sondern auch der 2-Spielermodus. (Mehr Infos und ein Downloadfile für MAME gibt's bei www.classicgaming.com).

Einen ähnlichen Eindruck macht Marble Blast von Garage Games/ Monster Studios. Ein Spiel, das irgendwie nicht so recht zum Mainstream passt. Weit entfernt von einem hippen Shooter oder überzüchtetem RPG. "Back to the Roots" haben sich die Entwickler wohl gedacht, als sie mit einem recht einfachen Konzept am Reißbrett saßen.

Eigentlich keine schlechte Idee, wenn man sich zurückerinnert, welche Spiele vor allem durch Spielspass überzeugen konnten und man ohne großartig überlegen zu müssen, gleich loslegen konnte, sich aber dennoch nicht geistig unterfordert zu fühlen brauchte.

Sich dabei an alte Arcadegames zu erinnern, ist wohl ein naheliegender Gedanke, gab es doch Games, die oberflächlich betrachtet wenig Anspruch hatten, man ihr gesamtes Potential aber erst beurteilen konnte, wenn man die Spiele perfekt beherrschte. In Erinnerung kommen mir da automatisch Dig Dug, Mr. Do!, Mr. Do's Castle, Bubble Bobble, Missile Command, Q*Bert, Crystal Castle, Lady Bug und die von Heimcomputern übernommenen Games Lode Runner oder Boulder Dash.

Ohne die richtige Taktik konnte man die Games in den höheren Leveln kaum meistern. Ein meist einfaches, verständliches und durchschaubares Gameplay, das dennoch anspruchsvoll und fordernd ist, ohne dass man vorher dicke Handbücher wälzen muss, dabei aber weit entfernt von dem stupiden Pausenfüllern Marke Moorhuhn war.

Ein Spielgenre, das zu Unrecht vernachlässigt wurde. Genau das mussten sich die Designer gedacht haben, als sie Marble Blast entwickelten. Marble Blast ist von Gamedesign in etwa eine Mischung aus Marble Madness, gewürzt mit Pacman, abgeschmeckt mit einem Flipper und Racing Game.

Man übernimmt die Kontrolle über eine Murmel mittels Tastatur und Maussteuerung, in einem 3D Umfeld, um sie durch verschiedene Level zum Ziel zu steuern, wobei Hindernisse, Zeitlimits oder spezielle Aufgaben zu meistern sind.

Realisiert wurde das Game mit der Torque Engine, die schon ihren Einsatz in Tribes 2 fand und auch Hobbyspielebastler für günstige 100 US $ diese lizenzieren können.

Zwar nicht mehr ganz auf der technischen Höhe, liefert sie dennoch gute Ergebnisse und im direkten Vergleich zu Tribes 2 hat man es geschafft, aus der Engine den Charme alter Arcadegames herauszukitzeln, was bedeutet- bunt, grell, comichaft.

Alles sieht aus wie aus einem Guss, soll heißen, wie aus einer Kinderspielzeugkiste, denn Levelelemente gleichen dem Lego-Baustein-Vorbild. Korrekt berechnete Schatten und ein paar Spezialeffekte runden das Bild ab. Lediglich die Hintergründe hätten etwas mehr Detailarbeit vertragen können, bestehen sie doch nur aus eine einfachen Bitmap-Tapete und vermitteln keinen räumlichen Eindruck.

Stärke der Engine ist jedoch die Physik. So reagiert die Kugel auf unterschiedliche Bodenstrukturen, rutscht über glatte Flächen und rollt sie über bewegliche Plattformen, wird ihr regelrecht der Boden unter dem Hintertel weggezogen. Einmal zu stark beschleunigt, wird ein rechtzeitiges Ausbremsen zum Himmelfahrtskommando. Der Sound ist glaubwürdig, sofern man das für ein solches Szenario überhaupt sagen kann. So kullert die Murmel akustisch zufriedenstellend durch die Level, Windmaschinen und Tornados pfeifen einem um die Ohren und eine markante Stimme erklingt, wenn man ein Spezial aufgenommen hat. Technisch gibt es am dem Programm nichts zu meckern.

Lediglich bei der Kamerasteuerung, die manchmal manuell notwendig ist, hätte ich mir ein wenig mehr Komfort gewünscht. Zwar kommt es selten vor, dass die automatische Kamera das Geschehen nicht gut in Szene setzt, jedoch in den höheren Schwierigkeitsgraden und komplexeren Leveln wäre es sinnvoll gewesen, wenn man die Möglichkeit des "Auszoomes" hätte. Daran haben die Entwickler leider gespart. Die Kameraentfernung zur Murmel kann nicht verändert werden und ist für meinen Geschmack ein wenig zu "nah am Ball". Wartet man z. B. auf fliegende Plattformen oder eine geeignete Lücke zwischen beweglichen Boxen, die einen sonst von der Plattform kicken, ist der Sichtradius für eine koordinierte Aktion zu klein.

Das Game beinhaltet 3 Schwierigkeitsgrade mit jeweils 24 unterschiedlichen Leveln, wobei der einfachste eher mit einem 24 Level Tutorial vergleichbar ist und daher kaum zum eigentlichen Spiel gezählt werden sollten.

Die Level haben unterschiedliche Aufgabenstellungen und Szenarien. So gibt es z. B. reine Rennlevel, in denen man eine bestimmte Strecke innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits durchrollen muss oder Level, in denen man eine bestimmte Anzahl von Diamanten einsammeln muss, wobei auch eine Kombination beider Spielelemente möglich ist. So rollt man die Murmel über Sprungschanzen, Loopings, Achterbahnen, Half-pipes, vorbei an Windmaschinen, über Kraterlandschaften, vorbei an Tornados bis hin zum Ziel.

Aber was wäre ein Arcadegame ohne Power-Ups. So gibt es Spezials, die bei Aktivierung besondere Fähigkeiten erlauben und auch für das Lösen des Levels zwingend notwendig sind. So stattet der Gyro-Copter unsere Murmel kurzzeitig mit einem Propeller aus oder eine Sprungfeder lässt uns um ein Vielfaches höher Springen. Es gibt Geschwindigkeitsbonus, Zeitstopper oder aber auch Gravitationsänderung, die den Level praktisch Kopf stehen lässt. Ein Shock-Absorber verhindert nach einem hohen Sturz ein unkontrolliertes Bouncing und lässt uns so auch aus großen Höhen präzise das anvisierte Ziel erreichen. Die Gadgets müssen gezielt eingesetzt werden, um z. B. den Level auf Links zu drehen, damit man die Diamanten an der Decke erreichen kann. Gezielter Boostereinsatz ist wichtig, damit man innerhalb des Zeitlimits das Ziel erreicht. Es ist also viel Hektik und Action angesagt. Aber auf Köpfchen braucht man. So muss man sich schon genau überlegen, an welcher Stelle man z. B. die Gravitation ändert, um an eine bestimmte Position des Levels über uns zu gelangen. So dreht, wendet und probiert man in einigen Leveln schon mal länger herum, bevor man alle Diamanten einsammeln konnte und macht auch nicht selten mit dem Abgrund Bekanntschaft, wenn man sich einmal zu übermütig ins Zeug gelegt hat und die Schwer- und Antriebskraft sich gegen uns entscheidet :-).

Zwar gibt es im Marble Blast keine richtigen Gegner, wie man sie aus Marble Madness kennt, jedoch sorgen schlüpfrige Oberflächen, Windmaschinen, bewegliche Plattformen oder Tornados für genügend Probleme.

Eigentlich ein richtiges Game für Multiplay, denn es würde sicherlich eine Menge Spass machen, seinen Kontrahenten von der Bahn ins Nirvana zu kicken oder einfach eine Nasenlänge vor ihm ins Ziel zu schiessen. Leider beinhaltet Marble Blast keine Multiplay-Option.

Das Spiel ist nicht im üblichen Handel erhältlich, sondern nur Online bestell-/lizenzierbar. Es ist also notwendig, beim Anbieter einen Account zu eröffnen und per Kreditkarte eine Seriennummer zu erwerben. Danach kann man die knapp 18 MB herunterladen und mittels Seriennummer aktivieren. Voraussetzung ist jedoch, dass der Spielrechner Zugang zum Internet hat, da die Freischaltung erst nach Eingabe der Seriennummer per Internet erfolgt. Etwas umständlich, aber sicher ein neuer Weg, bei dem auch kleinere Anbieter ihre Produkte vermarkten können. Das Spiel rangiert im Budgetbereich und die Lizenz ist für 15 US $ zu haben. Wem die mitgelieferten Level nicht reichen, der darf sich an einem, zwar etwas komplizierten, Editor seine eigene Tour de Force zusammenwerkeln.

Marble Blast bringt den einfachen Spielspass eines klassischen Arcadegames zurück auf den Screen. Kurzweilig und unterhaltsam mit genügend Langzeitmotivation, denn auch bereits erfolgreich absolvierte Level reizen erneut dazu, den Zeitrekord zu brechen oder auch mal eine Abkürzung per waghalsigen Todessprung mit der Murmel zu riskieren. Ein einfaches Konzept, das gut umgesetzt wurde und hoffentlich für Nachahmung sorgt, denn irgendwie hat man in der ganzen hochtechnisierten Spielewelt fast vergessen, wieviel Spass die einfachen Dinge bereiten können. Auf jeden Fall sollten alle einmal die verfügbare Demo probieren!


Geschrieben am 13.01.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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