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Malice  


Info
Autor 4+
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Gesamt (3 votes) 4+
 1.3
 1.1
 0.8
Name:Malice
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 2004/06
Publisher: Evolved Games
Entwickler: Argonaut
Hardware: Xbox
System: Xbox
Sprache: Deutsch/Englisch
Bemerkung: auch für PS2, nicht kompatibel mit Xbox360
USK: 12
Screens 1-9 vom Hersteller
Malice (review von yak)

Manche Dinge brauchen oft ein wenig länger. Spiele, bei denen selbst der Entwickler 5 Tage vor Release noch nicht wissen wollte, dass sie nicht mal die Alphaphase erreicht haben. Spiele, deren Sourcecode selbstsüchtig das World Wide Web bereisen wollte oder Spiele, die als Untertitel "When it's done" auf der Packung tragen sollten, wenn sie es überhaupt einmal in eine Packung schaffen. Aber es gibt auch andere "Phänomene" die nicht unmittelbar im Einflussbereich der Entwickler liegen. Das Spiel wird kurz vor der Fertigstellung vom Publisher gekippt, dem Publisher geht das Geld aus, er ändert seine Zielgruppenausrichtung und entscheidet, dass Jump & Runs SOWAS von out sind oder erkennt im "Worst Case Szenario", dass das Spiel, in das er viel Geld gesteckt hat, einfach nur Schrott ist. Es gibt also unterschiedliche Ursachen dafür, dass ein Spiel gar nicht bzw. mit extremer Verspätung auf die (hoffentlich noch wartende) Spielgemeinde trifft.

Auch das vorliegende Spiel Malice, das ursprünglich als Xbox-Launch Titel geplant war, hat eine sehr weite Reise gemacht, bis es den Weg in die heimische Konsole und ein Zuhause beim Publisher Koch unter dem Label Evolved Games fand. Damit markiert Malice zugleich auch ein mittlerweile nicht mehr so seltenes Phänomen - dem Publisher-Hopping - das zugleich Topkandidat für das Unwort des Jahres im Bereich der Computer und Videospiele werden könnte.

Ob der finale Hopser trotz extremer Verzögerung und Problemen dennoch für Spielspass sorgen kann, soll unser Review klären.

Entwickler Argonaut dürfte Spieleveteranen noch bekannt sein, waren sie doch für den Klassiker Starglider verantwortlich, entwarfen für das Super Nintendo Starfox und sind auch im Genre Jump & Run keine Neulinge, verhalfen sie schon Croc, Aladdin in Nasiras Rache und Harry Potter zu virtuellem Leben auf dem Screen. Ebenso der Taktik Shooter SWAT: Global Strike Team (siehe Review) geht auf das Konto der Argonauten.

Die Story von Malice ist... sagen wir mal etwas "strange". Es geht um einen Rotschopf, der ein wenig wie die moderne Variante von Pipi Langstrumpf in Jeans, T-Shirt und Turnschuh daherkommt, zugleich noch eine Göttin ist und sich irgendwie zur falschen Zeit am falschen Ort war. Grund genug jedenfalls für den Hundegott, sie ein wenig desorientiert dastehen zu lassen, desorientiert deswegen, weil er ihr kurzerhand den Kopf abgerissen hat. Auf die Motivationen der einzelenen Hauptcharaktere wird jedoch nicht eingegangen. Im Reich der Toten ist jedoch für sie noch kein Platz und Gevatter Tod schickt sie, nachdem ihr Kopf wieder notdürftig "aufgeschraubt" wurde, zurück, um das entstandene Chaos wieder in geregelte Bahnen zu lenken, sprich, den Hundegott seinen letzten Gassigang zu besorgen. Gesagt getan, doch ohne Hilfe geht es nicht und nachdem die tapfere Malice in einem Planetarium gelandet ist, erfährt sie vom allwissenden "Uhrwerk" das Ziel ihrer Reise, wo sie zudem mit einer Waffe aufgestattet wird. Ausgerüstet lediglich mit einer Superkeule und ihrem frechen Mundwerk geht es auf ins Abenteuer.

Zur Technik/ Kritik:

Malice diente einst als Graphikdemo bei der Vorstellung der Xbox und sollte zudem als Launchtitel für offenen Münder sorgen. Daraus wurde nichts und mit knapp zwei Jahren Verspätung sieht die Graphik zwar immer noch ordentlich aus, wäre aber auch zum Release nicht als "Oberflieger" zu bezeichnen gewesen. Da gab es Releasetitel, die einen besseren und vor allem auch insgesamt stimmigeren Eindruck, wie z. B. Munch's Odyssee, hinterlassen haben. Die Hauptprotagonistin sieht zwar immer noch recht nett und niedlich aus und ist, ebenso wie die Gegner, schön animiert, schafft es aber nicht in die Liga, mit der Konsolenspieler gerne ihre Freunde beeindrucken wollen, indem sie einen graphisch eindrucksvollen Titel vorm heimischen Fernseher präsentieren. Dazu ist Malice in der Gesamtpräsentation zu unbeständig. Einige Level sehen wirklich sehr gelungen aus, haben schöne aufwendige Texturen, eindrucksvolle Spezialeffekte und Beleuchtung, andere haben jedoch dann den technischen Stand von vorherigen Konsolengenerationen. Hier liefern Spiele wie Rayman 3, Voodoo Vince oder Blinx eine bessere, vor allem auch kontinuierlichere Qualität. Mit graphischen aufwendigen Effekten geizt Malice dann jedoch nicht. So gibt es aufwendige Darstellung von Materialoberflächen einschließlich Bumpmapping und Phong-Shading. Ebenso bietet Malice korrekten Schattenwurf und Pop-Up-freie Darstellung der Level mit hoher Sichtweite, wobei aber zu sagen ist, dass die Level alle recht klein gehalten sind. Geboten werden zudem Effekte wie Tiefenschärfe und Hitzeflimmern. Doch das alles hat seinen Preis. Malice tendiert oft zu einer Ruckelorgie, deren Framezahl sicher in manchen Bereichen unter den zweistelligen Bereich gelangen, etwas, dass man als Konsolenspieler auf der derzeit technisch fortschrittlichsten Konsole nicht erwarten sollte. Besonders Kameraschwenks sind hiervon betroffen. Der Vergleich Nutzen Graphikeffekte bei schlechter Framerate zu Lasten des Gameplays geht hier eindeutig auf Kosten des Gameplays. Ein Jump & Run muss "glatt" laufen. Man hat nichts davon, wenn eine Sprungaktion aufgrund von Framerateneinbrüchen in die Hose geht, nur weil man sein Ableben dann mit Echtzeitschatten und Bumpmapping genießen darf. Das Ärgerliche daran ist, dass die Entwickler von Malice es auch nicht vernünftig geschafft haben, die aufwendigen Effekte sinnvoll ins Gameplay zu integrieren. Die Echtzeitschatten sind unnötig und kommen selten zum Einsatz und damit man bei den Sprungaktionen sieht, wo Malice landet, hat man ihr zu dem Echtzeitschatten noch einen notwendigen "Punkt-unter-der-Figur-Schatten" spendiert. Das im Gefängnislevel die Türen beim Öffnen einen korrekten Schatten werfen, wäre sicher verzichtbar gewesen, ansonsten gibt es viel zu wenig dynamische Levelbestandteile, die eine Echtzeitberechnung notwenig machen. Hier hätte man auch mit normalen Maps arbeiten können, um die Performance entlasten zu können. Eine so sinnvolle Nutzung von Schatten im Spiel wie bei Gifty (siehe Review) sucht man vergebens. Glücklicherweise spielt sich Malice von der Spielgeschwindigkeit recht langsam und so kann man Framrateneinbrüchen oftmals entgegensteuern und notfalls korrigieren.

Der Sound ist dafür durchweg gelungen und es gibt eine passende Musikuntermalung und stimmige Soundeffekte. Die Musik ist orchestral umgesetzt und orientiert sich in vielen Szenen an Holst's "Planeten", die etwas "stilleren" Passagen werden gekonnt von ruhigeren Themen begleitet, die mit der Musik aus Edward mit den Scherenhänden und der "Puppet Master" Filmreihe vergleichbar sind. Die Sprachausgabe ist professionell eingesprochen und die Figuren haben nette Akzente, jedoch muss man auf eine deutsch synchronisierte Fassung verzichten und mit Untertitelung leben, die jedoch nicht immer ganz korrekt und sinngemäß ist und dadurch einige Gags verschluckt, wenn auch die Gags und der Humor für meinen Geschmack etwas zu gezwungen und aufgesetzt erscheinen. Beim Anfangsvideo verzichtete man komplett auf Untertitelung - schade, da das Game sicher auch für kleinere Kinder geeignet scheint und durch die Sprachbarriere somit nicht ganz verständlich wird.

Die Steuerung ist durchaus gelungen und auch präzise. Sehr positiv sei zu erwähnen, dass die Gamephysik in Bezug auf Kollisionsabfragen der Spielfigur sehr präzise und genau funktioniert. So ist ein Landen auf schrägen Rohren ohne "Abrutschen" möglich und somit reduzieren sich in diesem Punkt ungewollte Todessprünge auf ein Minimum- dass dies jedoch dennoch öfters passiert, liegt leider an der manchmal sehr ungünstigen Kameraposition, die den Level schlecht überschaubar macht und man oft gezwungen ist, vor der nächsten Aktion in die Egosicht zu wechseln, was bei einem Jump & Run etwas den Spielfluss bremst.

Zum Gameplay/Kritik: Malice ist ein Jump & Run der alten Schule, für meinen Geschmack jedoch ein wenig zu sehr davon, denn Innovationen oder gut umgesetzte Ideen sucht man vergebens. So findet man ein absolut lineares Gameplay, gewürzt mit ein wenig Charakterupgrade. Mittels eines kleinen Tutorials wird man mit Malice Eigenschaften vertraut gemacht. So bringt ihr "Meister Uhrwerk" die wichtigsten Dinge bei, erklärt ihr, dass man mit dem Auffinden von 10 Herzen einen weiteren Lebenspunkt erhält und somit einen feindlichen Kontakt mehr aushält. Nach dem Probelevel erhält man dann auch gleich die erste Waffe in Form einer Keule, um sich gegen die Horden von Raben, Ratten und Monsterkakerlaken und Maschinenwesen zur Wehr setzten zu können. Dafür gibt es zwei Angriffsattacken, die später noch durch erlernte Magie erweitert werden. Der normale Schlag aus dem Stand und der Luft oder ein alternativer Angriff, der ein kleines Erdbeben durch Schlagen mit der Waffe auf den Boden verursacht. Doch gerade in dem grundlegenden Spielelement des Kampfes haben die Spieledesigner einen absoluten Fehlgriff getätigt. Schlägt Malice im Laufen auf den Gegner, bleibt sie automatisch ruckartig stehen. Ein Angriff im Rennen ist somit nicht möglich und nimmt dem Spiel dadurch sehr viel an Dynamik, ganz abgesehen davon, dass man durch schlechtes Timing Löcher in die Luft schlägt, statt auf den Gegner. Zum anderen wird der Kampf dadurch aber auch zu einer Lachnummer bei Standardgegnern, die ebenfalls nur mit Nahkampfwaffen angreifen. So braucht man einfach nur durchgehend den Kampfbutton betätigen und den Stick in Richtung der Gegner bewegen. Der Keulenrundumschlag sorgt dafür, dass keiner durchkommt und Malice meist ohne Schaden zu nehmen davonkommt. Kein gelungenes Kampfprinzip und eher ermüdend als fordernd. Um als Spieler dem Game selbst etwas mehr Bewegungsdynamik zu verschaffen, greift man am besten im Sprung befindlich an, da so das abrupte Stehenbleiben umgangen wird.

Fortschreitend im Spiel erlernt Malice einige Magiefähigkeiten, die entsprechend Mana kosten. So kann sie z. B. kurze Strecken in der Luft gleiten, eine Barriere errichten, die sie vor Angriffen schützt und sich später sogar selbst wieder Heilen. Richtig sinnvoll ins Gameplay wurden diese Fähigkeiten aber nicht umgesetzt und man kann das Spiel auch schaffen, wenn man gänzlich darauf verzichtet, da der Schwierigkeitsgrad auch nicht sonderlich hoch ist. Hier hätte man etwas mehr darauf achten sollen, dass man die Magiefähigkeiten auch ins Gameplay integriert und notwendig macht, bestimmte Stellen zu passieren. Lediglich die Schutzbarriere macht manchmal Sinn, um einige Hüpfpassagen, bei denen man mit Fernwaffen angegriffen wird, zu bestehen, um von den Projektilen nicht aus der Bahn geworfen zu werden.

Der Levelaufbau ist sehr spartanisch ausgefallen. Die Level sind sehr klein und die Aufgaben mehr als spärlich. Sie beschränken sich zum Grossteil darauf, immer nur eine gewisse Anzahl von Gegenständen zu finden, damit sich eine neue Türe öffnet. Finde 10 Schrauben, finde 5 Zahnräder usw. Das wiederholt sich ständig und erinnert mehr an eine Art Pac-Man in 3D. So verbringt man die meiste Zeit damit, das Gelände abzusuchen, um die versteckten Gegenstände zu finden, die oftmals auch schlecht zu sehen sind, was durch die ungünstige Kameraperspektive noch verstärkt wird, da sie nicht immer in die Position gebracht werden kann, die man gerne hätte und somit gezwungen ist, auf die Ich-Perspektive zu wechseln. Vergleicht man Malice an dieser Stelle mit anderen Games, ist es ein echter Rückschritt, zumal auch so kaum eine plausible Story vermittelt werden kann. "Hey Malice, such mal 5 Zahnräder". Nachdem diese gefunden wurden, bricht ein in der N ähe befindlicher Roboter zusammen mit der Mitteilung "Hey Malice, such erst alle Teile des Roboters, sonst kann ich dich hier nicht herauslassen". Etwas dürftig und wenig spannend für ein Spiel aus dem Jahre 2004. Da empfindet man es schon fast als Abwechslung, wenn man in einem späteren Level nicht mehr nach Schrauben und Zahnrädern suchen muss, sondern Teile einer Bombe- was aber am Spielablauf dennoch nichts ändert.

Ein wenig Abwechslung bringen da drei Spielpassagen, die aber insgesamt zu kurz ausfallen, um dem Spiel eine grundlegende Gameplayänderung nachsagen zu können. So muss man in einem Level, nachdem man von den bösen Raben gefangen genommen worden ist, eine kleine Stealthaktion durchführen und, ohne Waffen, darauf achten, nicht entdeckt zu werden. Dafür gibt es dann als Hilfe ein paar Überwachungskameras. In einem anderen Level muss mal kleine Roboter auf bestimmte Plattformen "locken", um Schalter zu aktivieren. Diese ködert man mittels eines Lockmechanismus in die jeweilige Richtung und muss darauf achten, dass sie nirgends herunterfallen oder von Stampfern zu Brei verarbeitet werden, was jedoch alles andere als anspruchsvoll ist. Später gibt es noch eine Art Memory-Spiel, bei dem man sich merken muss, auf welche Plattform man in welcher Reihenfolge springen muss. Insgesamt bilden da noch die Levelbosse die meiste Abwechslung, bis man ihr Angriffsmuster entdeckt hat.

Sollte Malice dennoch einmal das Zeitliche segnen, landet sie wieder bei Gevatter Tod und kann dort zudem eine kleine Bonusmission absolvieren oder auch gleich wieder zurück in den Kampf.

Gespeichert werden kann jederzeit, wobei man jedoch am entsprechenden Abschnittanfang wieder beginnt, dabei jedoch erhaltene Gegenstände beibehält. Fair ist auch, dass man, sollte man einmal in einen Abgrund stürzen, meist nahe am Unglücksort wieder reinkarniert.

Insgesamt wirken die Level aber zu zusammenhangslos und eine richtige Geschichte erlebt man durch die merkwürdige Aufgabenstellung kaum. Es gibt zwar nette und interessante Charaktere, wie z. B. die alte Hexe, aber diese Auftritte haben viel zu wenig mit der Story zu tun und hinterlassen daher kaum einen nennenswerten Eindruck. Man hat hier eher das Gefühl an einer Aneinanderreihung von unzusammenhängenden Spielabschnitten, was durch die kleinen Level und Abschnitte noch verstärkt wird.

Bugs: Auch Konsolenspiele machen nicht halt vor Bugs und damit sind nicht die Kakerlaken gemeint, die Malice in dem Level mit der "Riesenbadewanne" zu Brei verarbeitet. In einigen Leveln muss man zum Türenöffnen bestimmte Keycards finden. Begibt man sich jedoch an eine Türe, dessen Keycard man nicht besitzt, wird per Sprechblase der zweiseitige Text eingeblendet, dass man diese Türe nur mit der richtigen Karte passieren kann. Leider blieb die zweite Sprechblase, die gut ein Drittel des Screens einnahm, permanent im Bild stehen und somit konnte man, auch wenn man z. B. ins Menü oder Inventar wechselte, diese Sprechblase nicht wieder deaktivieren und musste sie damit bis zum Levelende ertragen. Sicher ein Fehler bei der deutschen Version, wo nicht berücksichtigt wurde, dass ein im englischen Original so kurzer Text in Deutsch zwei Sprechblasen benötigt.

Fazit: Hat sich die lange Wartezeit auf die rothaarige Göre nun gelohnt? Hier muss man mit einem eindeutigen JEIN antworten, was auch erklärbar macht, warum viele Publisher von der Veröffentlichung abgesehen haben. Malice ist technisch sicher nicht der Überflieger, wofür man das Spiel lange gehalten hatte, wobei technische Präsentation mit Aha- Effekten ja niemals ein Garant für ein gutes Gameplay ist. Jedoch sind die ständigen Framerateneinbrüche sicher ein Abwertungsgrund, weil ein Jump & Run nun mal von einem "glatten" Spielablauf abhängig ist, der bei Malice zudem noch durch das merkwürdige "Ich stoppe abrupt vor dem Angreifen Verhalten" verstärkt wird. Aber auch das einfallslose "Suche 10 Zahnräder, dann suche 5 Schrauben" Spielprinzip und die kleinen Level heben Malice keineswegs in den Olymp des Xbox Jump & Run Himmels, auch wenn die Titelzahl dieses Genre dort eher dünn gesät ist. Malice fehlt es einfach an Abwechslung und einer spannenden Story. Es wirkt insgesamt unfertig und so, als ob man die vorhandenen noch nicht bis zu Ende entwickelten Teile für einen Release zusammengestrickt hat, was durch das mehr oder weniger nutzlose Magiesystem deutlich wird. Ein weiterer Hauptkritikpunkt jedoch ist die kurze Spielzeit, auch wenn das Spiel bei der Erstveröffentlichung im Mid-Price Segment angesiedelt ist. Nach 5 bis maximal 6 Stunden ist das Game Geschichte und der Wiederspielwert ist gering, da es außer den paar Herzteilen zum Charaktertuning wenig Anreize gibt, es erneut zu spielen. Auch Xbox Besitzer, die nicht häufig mit Jump & Run Spielen versorgt werden, finden derzeit sicher besserer Alternativen in gleicher Preiskategorie. So fallen hier Vexx, Dr. Muto, Rayman 3, Blinx , Dragon's Lair 3D, Whiplash, Taz Wanted, Voodoo Vince oder auch Sphinx und die verfluchte Mumie ein. Für Besitzer anderer Konsolen ist die Auswahl sogar noch umfangreicher. Positiv ist jedoch für Einsteiger in dieses Genre und für kleinere Kinder der sehr einfach gehaltene Schwierigkeitsgrad, der selten für Frust sorgt. Profispieler werden jedoch in Malice keine Herausforderung finden. Daher sicher nur was für Genre-Fans.


Geschrieben am 06.06.2004, Testkonfiguration: Xbox
 



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