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Info
Autor 4+
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Gesamt (33 votes) 2
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 1.1
 1.8
Team (2 votes, siehe hier)3
Name:Land of the Dead - Road to Fiddlers Green
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2005/11
Publisher: Groove Games
Entwickler: Brainbox Games
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Englisch
Patch: 1.1
Bemerkung: auch für Xbox
USK: keine
Land of the Dead - Road to Fiddlers Green (review von yak)

Die Welle an Remakes (zumeist schlechte) zu alten Horrorfilmklassikern reißt nicht ab. So dürfen sich die Zombies im Supermarkt wieder selbst an der Frischfleischtheke bedienen, der Nebel des Graues kriecht erneut über idyllische Küstenstädtchen, das Omen steht zur Wiedergeburt bevor und es ist kaum abzusehen, was Hollywood noch so ausgräbt. Die Popularität scheint zumindest eines zu bewirkt haben. Man besinnt sich wieder auf die Initiatoren der Filme und so durfte George A. Romero wohl im Rausch der Remakes seine Zombie-Reihe fortsetzen. Zu allem Übel (für die Frischfleischlieferanten) übersprangen sie von den reinen dummen instinktgetriebenen Untoten die Nahrungskettenleiter in punkto Intelligenz gleich um einige IQs auf der Toastbrotskala. Sie lassen sich zwar immer noch von ziemlich viel Showbusiness im Form von netten bunten Feuerwerken ablenken, haben aber durch viel Beobachtungsgabe bei diversen Homeshoppingsendungen scheinbar den Umgang mit Waffen gelernt. Jedenfalls ist es Romeros Film, wenn vielleicht auch nicht mehr mit dem Biss seiner ersten Werke, zumindest teilweise gelungen, gesellschaftskritische Aspekte anzusprechen, von den konsumfreudigen lethargischen Kaufrauschzombies hin zu den Medien- und Effekt-gierigen Fernsehleichen mit dem Hang zum Aggressionsabbau im Trashumfeld.

Und da mittlerweile fast jeder Film nach einer Computerspielumsetzung verlangt, gibt es auch zu Land of the Dead eine entsprechende Versaftung. Und zu einem billigen Film folgt - wie passend- auch ein günstiges Game. Land of the Dead: Road to Fiddler's Green kommt direkt als Budget Titel für knapp 20 € auf die heimische PC Festplatte oder Xbox. Die Entwickler haben sich dazu entschieden, keine direkte Umsetzung der Filmstory umzusetzen, sondern ein Prequel. Mehr als passend, denn so kann man noch für einige Storywendungen sorgen, eigenständig Ideen umsetzen, ohne zu sehr von der Filmvorlage gegängelt zu werden. Ein Konzept das aufgeht und dennoch gut als Lizenz zu vermarkten ist, wie man u.a. an der Spielumsetzung von Die Chroniken von Riddick positiv erkennen kann (Hier noch ein schönes Negativbeispiel). So bleibt zumindest genug Spielraum, ohne sich zwingend durch Altbekanntes durchackern zu müssen, was aktuell mit der Spielumsetzung zum King Kong Film für viele sicher problematisch wird, denn der Frust ist ja scheinbar vorprogrammiert. Da kämpft man reichlich unrasiert oder mit behaartem Rücken zur besseren Identifizierung mit dem Riesengorilla gegen übel gelaunte T-Rex Horden, bekommt dann das Mädel am Ende doch nicht und macht zu allem Übel dann auch noch die Haxen Pfoten hoch... Aber Pfoten hoch, Kopf ab, Hand ab, Bart ab, Hut ab, Sketch up gibt es auch auf der Strasse nach Fiddler's Green, wenn sich der eher geruhsame Farmer Jack den Weg durch die Untoten schnetzelt, nachdem er mit Schweinefüttern fertig war.

Technik:

Zur Umsetzung wurde die alte Unreal Engine lizenziert. Um es jedoch vorweg zu nehmen. Land of the Dead ist kein Graphikkracher. Man sieht eindeutig, dass man an diesem Budget-Titel an einigen Punkten sparen musste und so lässt sich die Graphikqualität eher mit Spielen vergleichen, die vor 2-3 Jahren ihren Zenit hatten. Die Texturen sind nicht übermäßig detailliert und einige Objekte etwas polygonarm, doch wer damit keine Probleme hat, findet dennoch ein sehr atmosphärisch umgesetztes Game, das besonders auch durch viele unterschiedliche Locations überzeugt. Und hier zieht Land of the Dead die Trumpfkarte namens Abwechslung. Von einer idyllischen Farm, Stallungen, Maisfeldern, Kanalisation, einem alten Theater, einem Krankenhaus, der Polizeistation, einer Hafenanlage bis hin zum Einkaufzentrum, einer Tiefgarage und einem Hochhaus werden alle Register gezogen, die man sich wünscht. Hier haben sich die Entwickler wirklich Gedanken darüber gemacht, was man an Szenarien in einem Horrorstreifen erwartet. Den obligatorischen Friedhof und die U-Bahn Station gibt es dann im Multiplay. Lediglich High-School und Zeltlager "fehlen", aber das ist eine andere (Horror)-Geschichte. Spezialeffekte als Graphik-Overkills darf man nicht erwarten, so wie sie derzeit mit Bullettime und in Zeitlupe fliegenden Geschossen in vielen aktuellen Games zu finden sind. Dies würde ohnehin nicht zum Setting passen, wenn man mit Schaufel, Baseballschläger oder Schrotflinte den Untoten das Hirn rausprügeln wollte. Dafür gibt es hier und da einmal ein Feuerchen. Brennende Autos, Feuer in Krankenstationen und auf Untoten, die sich davon zumindest solange unbeeindruckt zeigen, bis zu sehr verkohlte für den Bewegungsablauf notwendige Körperteile letztendlich den Dienst verweigern, wobei sie dann jedoch noch ohne Beine akribisch mit den Händen über den Boden ziehen. Die Figuren sind recht ordentlich umgesetzt und so gibt es die genreüblichen Zombievarianten. Skinhead mit Mohikanerfrisur (siehe auch Hellforces), dicke Frau im Kittel mit Loch im Bauch, fetter hinkender Glatzkopf, Polizist mit halbem Kopf usw. usw. Die Realisation ist hierbei recht ordentlich gelungen, genau wie die Animationen, wobei man hier eigentlich nichts falsch machen kann, denn selbst die hölzernste Animation passt hier wie angegossen, etwas anderes würde man von Zombies auch kaum erwarten. Eine Physikengine gibt es nicht, ebenso wenig wie bewegliche Objekte, von Türen und Schubladen einmal abgesehen. Dennoch werden die Untoten anständig durchgerüttelt und fliegen oft geteilter Meinung durch die Luft, wenn man sie mit einer Granate davon überzeugt. Auch der Rückschlag einer guten Wumme schleudert sie zurück, bzw. zumindest Teile von Ihnen, sollte man sie nicht beim ersten Mal richtig erwischen, was dem aufmerksamen Leser jetzt zu dem Schluss bringen sollte, dass die Gegner Trefferzonen besitzen, wenn nach dem Angriff auch schon mal an verschiedenen Orten.

Die Soundkulisse ist in Ordnung, die Zombies grunzen und man kann erkennen, wo sie sich ungefähr verbergen oder einen neuen Angriff starten, wenn sie z. B. versuchen, verschlossene Türen zu durchbrechen. Das wirkt manchmal schon ziemlich unheimlich, besonders der Sound von den "Kriechern", die sich zur schnelleren Bewegung auf allen Vieren anschleichen, wenn sie aus Kanalisationen oder Lüftungsschächten kommen. Eine gute und stimmige Sprachausgabe verleihen den Figuren wie Jack oder Oatis passenden Charakter. Die Musik kann man am besten mit der Einfachheit eines John Carpenter Scores vergleichen. Dröhnende kurze Akkorde, was damit auch perfekt dem Stil des klassischen 80ziger Jahre Horrorfilms entspricht. Leider wiederholen sich diese Loops zu schnell und variieren zu wenig, so das es schon recht nervig werden können. Etwas ärgerlich ist, dass das Game lediglich Software emulierten 3D Sound unterstützt. 3D Soundhardware wird nicht angeboten, was merkwürdig ist, denn bereits die ersten Generationen der Unreal Engine boten diese Option.

Die Steuerung ist genreüblich und kann beliebig konfiguriert werden. Bugs oder Abstürze gab es nicht, ein Speichern ist jederzeit möglich. Probleme gab es nur (mal wieder) mit den neusten Nvidia Treibern, die dafür sorgten, dass die Filmsequenzen ein schachbrettartiges Muster besaßen.

Gewählt werden kann zwischen drei Schwierigkeitsgraden, wobei der normale problemlos für geübte Spieler zu meistern ist und Profis evtl. direkt auf "schwer" spielen sollten.

Als kleinen Bonus gibt es noch den originalen Kinotrailer zu "Land of the Dead".

Gespielt wurde die ungeschnittene US Version, die bei Import-Händlern erhältlich ist. Ein deutsche Version ist in Planung (wobei hier sicher mt Zensur zu rechnen ist).

Gameplay:

Eigentlich hätte es Farmer Jack schon verdächtig vorkommen sollen, als eine dicke Frau regungslos ihm den Rücken zugewandt die Scheune anstarrte, spätestens dann aber, als sie sich letztendlich umdreht. Schön war der Anblick nicht, wäre er vielleicht auch nicht, wenn es sich nicht um eine zerfetzte Fratze gehandelt hätte, die selbst einem weltfremden einsiedlerischen Farmer sagen müsste, dass hier etwas nicht stimmt. Aber wenn man so auf sich selbst angewiesen ist und den Naturgewalten trotzen muss, wie ein bodenständiger amerikanischer Farmer, dann machen solche Kleinigkeiten wenig aus. Keinesfalls etwas, womit man nach dem letzten Sturm oder der Insektenplage vor 4 Jahren nicht fertig werden würde. Im Radio war ja auch so etwas Komisches zu hören, von Untoten, die überall wortwörtlich aus dem Boden schießen und Jagd auf die Lebenden machen, um sich von ihnen zu ernähren. Scheinbar schien nichts vor ihnen sicher, der Fernseher gab auch nicht mehr als ein Testbild her, doch die Jungs im Radio, nach Jacks Meinung eh zähere Burschen als die verweichlichten Wetteransager im Armanianzug, sind davon nicht zu beeindrucken und bleiben auf Sendung. Sie sprachen davon, dass ein gewisser Mr. Kaufman eine Sicherheitszone errichtet hat, die für diese Kreaturen uneinnehmbar sein sollte. Aber eigentlich hat Jack gedacht, dass das mehr oder weniger hochgepuschte Fernsehenten sind und sich letztendlich herausstellen würde, dass es sich um einen Dummenjungenstreich handelt. Naja, jung war die alte Vettel im Garten nicht mehr, und scheinbar auch nicht, als sie starb, denn die Verwesung scheint schon einige Zeit zurückzuliegen. Vielleicht auch noch jemand, den er von früher kannte. Igitt! Aber darüber nachzusinnen fehlt jetzt die Zeit, denn das merkwürdige Klopfen an der Eingangstür hört sich eindeutig nicht nach dem Briefträger an, es sei denn, er hat sein freundliches "Guten Morgen" gegen ein animalisches Knurren getauscht. Ganz davon angesehen, dass er nebenbei auch noch versucht, die Tür zu Kleinholz zu verarbeiten. Ne Waffe muss her und zwar 'ne richtige, denkt sich Jack, also schnell auf den Dachboden und die alte Flinte wieder in den Dienst nehmen. Kaum oben angelangt, hört er auch schon, wie die Türe unten nachgibt. Home Sweet Home…

Land of the Dead beginnt spannend und wohl dosiert. Das Haus wird umzingelt und die Zombies versuchen, ihren Speisezettel um das Gericht "Bauernfrühstück" zu erweitern. Aber aus den Eiern mit Speck -wobei Jack eigentlich nicht nach Übergewicht aussieht- soll erst mal nichts werden, denn da hat er noch ein Wörtchen mitzureden. Der erste Zombie bekommt auch gleich eine Ladung der Flinte um die Ohren geballert, so dass es ihm den Schädel weghaut, aber die Munition ist knapp und die Zombies umzingeln das Haus, brechen durch die Kellerluke und sind sehr zielstrebig, wenn es darum geht, was auf den Tisch zu bekommen. Zwar sind sie nicht übermäßig schnell, doch 3-4 Zombies in einem Raum können schnell dafür sorgen, dass man seine Meinung ändert und sich zwangsweise über kurz oder lang ihren Interessen anschließt- zumindest wenn sie noch genug von ihm übrig lassen. Die Munition ist schneller weg, als es Jack lieb ist und den Schlüssel zur Scheune muss er auch erst noch besorgen. Faustkämpfe mit den Zombies sind viel zu gefährlich und im Nahangriff richten sie reichlich Schaden an, da reichen die einzeln verteilten Medipacks kaum aus. Also schnell noch was Handfestes wie Baseballschläger, Axt oder Schaufel, um ihnen damit eins auf die Rübe zu geben, damit man im Nahkampf nicht von ihnen zurückgeschleudert oder zu Boden gerissen wird. Das kostet wertvolle Zeit und Lebenskraft, wenn man sich erst wieder -ganz vom Angriff benommen- aufrappeln muss. Fest steht, dass Jack hier weg muss und zwar schnell.

Land of the Dead spielt sich wie ein gängiger Egoshooter- jedoch ohne schiesswütige Gegner. Das Waffenarsenal reicht von Pistole, Schrotgewehr, M16 und Sniper und bietet Handwaffen für den Nahkampf, die von Golfschlägern, Äxten Baseballschlägern, Rohren, Hammer und Schaufel reichen, um den Zombies den Schädel zu spalten. Dazu gibt es noch Molotov Cocktails und Granaten, um Zombienester in Schutt und Asche zu legen. Die Level sind abwechslungsreich gestaltet. So darf man wie schon erwähnt Farm und Felder unsicher machen, durch die Kanalisation, Krankenhäuser. Polizeistation, einem Theater, dunkle Tiefgaragen oder ein Hafengebiet. Die Aufgaben sind ansprechend umgesetzt. So muss man im Krankenhaus versuchen, einen Arzt aus einem abgeriegelten Sicherheitsbereich zu befreien, dem aus dem Gefängnis befreiten Kumpel Oatis vom Dach mit dem Sniper Geleitschutz geben, damit er den Truck erreicht oder das Theater vor den Zombiemassen befreien und jeden Bereich säubern. Zwar wiederholen sich die Aufgaben, doch bleiben sie aufgrund der abwechslungsreichen Locations immer spannend und vor allem unterhaltsam. Kleine Rätselaufgaben sind notwendig, um voran zu kommen, eine Sicherung ist zu finden, um die automatische Türe in der Polizeistation zu aktivieren oder der Wasserpegel in der Kanalisation ist zu erhöhen, damit man an vorher nicht zu erreichende Stellen mittels kleiner Tauchpartie gelangt, nichts jedoch, was einen Einstein ins Grübeln bringen würde. Zum Teil gilt es aber auch einfach, eine gewisse Zombiewelle zu überstehen, ganz nach dem Serious Sam Prinzip, um dann nach einem Scriptevent, bei dem z. B. eine Wand aufbricht, den Weg fortzusetzen. Vom reinen Shooterprinzip gibt es ein wenig Abwechslung, wenn Horden von Zombies mit einer auf einen Lastwagen befestigten Kanone davon abgehalten werden müssen, in die Stadt zu kommen. Kommt einer durch, ist das Spiel verloren. Eine nette Variante, besonders, wenn sie sich auch noch ohne Beine, nur an den Händen weiterziehend, bemühen, das Tor zu erreichen oder plötzlich statt ihres normal-bedächtigen Gang einen Sprint einlegen.

Die KI ist, wie sollte man es auch von Untoten anders erwarten, recht untot. Wobei man sich dann allen Ernstes fragt, warum gerade ein Schuss auf das Gehirn dafür sorgt, sie entgültig flach zu legen- töten wäre bei Untoten ja schließlich die falsche Bezeichnung. Und so darf man ihnen auch nicht böse sein, wenn sie zu dritt nicht durch die Tür kommen und einen Rückstau verursachen. Aber warum sollten sie sich schlauer anstellen, als die Gegner bei Dungeon Lords :-)?. Dafür haben sie aber den Bogen raus, den Spieler gut zu verfolgen und auch einzukreisen, besonders in engen Räumen kann das fatal werden und ohne viel Munition und langer Nachladezeit bei einigen Waffen, kann das schon unangenehm werden. Kommen viele Zombies zugleich, dann sollte man darauf achten, die schnelleren von ihnen zu stoppen, was gut funktioniert, wenn man ihnen die Mittel dazu - sprich Beine - nimmt. Stoppen lassen sie sich natürlich auch durch Granaten, Molotov Cocktails oder Explosivfässer.

Land of the Dead sorgt aber auch für einige gruselige Momente. So z. B. wenn plötzlich aus der Decke dem Spieler aus einem Lüftungsschacht ein Zombie direkt entgegenfällt oder man mehr als vorsichtig an herumliegenden Leichnamen vorbeigeht - sie könnten plötzlich den Drang verspüren, aktiv zu werden. Jedoch passiert das nicht grundsätzlich und daher geht man an Leichnamen jedes mal mit einem eher mulmigen Gefühl vorbei. Besonders fies wird es auch in der Kanalisation, die sehr viel mit dunklen Passagen arbeitet und wenn aus dem knietiefen Wasser plötzlich ein Zombie erhebt, sorgt das für den kleinen Herzkaspar. Fies wird es auch, wenn die nächste Evolutionsstufe der Zombies ins Rennen geht. Sie würgen grüne Ekelgrütze, die den guten Jack bei Kontakt kurzzeitig verwirrt und zudem Lebensenergie kostet - von den Zombies, denen nach einiger Zeit der Schädel mit gleichem Effekt zerplatzt, ganz zu schweigen. Unhemlich wird es auch in den Maisfeldern. Dort gibt es maximal einen Meter Sichtweite und das Zombiegegrunze wirkt da wahre Wunder, besonders wenn sie dann direkt vor dem Spieler auftauchen und mit ihren Armen nach Jack schlagen. Hier ist man wirklich froh, wenn man die Felder hinter sich gebracht hat. Strategisch sollte man berücksichtigen, jede Türe hinter sich wieder zu schließen, denn das hält die Kameraden zumindest einige Zeit auf, zumindest so lange, bis sie sich dort "durchgebissen" haben.

Land of the Dead ist insgesamt aber eine Mischung, die vom Stil eher an From Dusk till Dawn erinnert. Ziemlich brutal, aber mit jeder Menge Witz. So igelt sich Jack in der Hoffnung, die Zeit der Zombies gut in einem Versteck mit massiven Vorräten überstehen zu können, ein, während man ihn dabei beobachtet, wie er eine Dose Bohnen aus einem gut gefüllten Vorratsschrank entnimmt. Die nächste Einstellung zeigt, wie er die letzte entnimmt und trocken sagt, dass es Zeit wird abzuhauen. Nett auch die Szene im Theater: Aufgabe war es, den Vorhang zum hinteren Bereich zu öffnen, damit man dort hinaus fliehen kann. Ein Spot geht an, der Vorhang auf und eine Stimme erklingt, dass man stolz ist die Produktion von "Tod eines Handlungsreisenden" präsentieren zu können, was dann auch in einer sehr befremdlichen "Neuinszenierung" zu sehen ist. Natürlich wird man auch, ganz Horrorfilm-like, dazu gezwungen einen zum Zombie werdenden Mitstreiter vorher zu erlösen, wobei man aber natürlich auch aus reiner Neugier abwarten kann...

Zu kritisieren gibt es eigentlich nicht viel. Etwas unpräzise war das Öffnen von Schreibtischschubladen, oft konnte man die darunter liegende Schublade nicht öffnen, wenn die obere etwas enthielt, man dies aber aufgrund eines vollen Inventars bei diesem Ausrüstungsgegenstand nicht aufnehmen konnte. Ärgerlich war, das man nach jedem Sniperschuß wieder auf normale Sicht zurückgesetzt wurde, was aber vom Gameplay so vorgesehen sein kann, damit man nicht in Sniperorgien verfällt. Das Nachladen von Waffen dauert recht lange, was zwar die Spannung erhöht, wenn man von Zombies umzingelt ist, aber wenn man ohnehin nur noch 1-2 Kugeln zum Nachladen hat und die Bewegungsanimation deutlich 5-6 Kugeln nachlegt, kann das schon nerven.

Mehrspielermodus:

Kaum zu glauben, aber das Budget Game hat einen sehr lustigen Mehrspielermodus mit den Spielvarianten Deatmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag und Invasion. Nichts Neues kann man da sagen, aber das stimmt nicht so ganz. Prinzipiell kann man sagen, dass der Mehrspielermodus altbacken ist, was auch stimmt, aber der wirklich spaßige Teil ist, dass der Computer zu den eigentlichen Gegnern Zombies als Kanonenfutter hinzufügt, die in den Leveln umherirren und auf der Jagd nach einem "Schnäppchen" sind. Da rennt man durch das Theater und aus den Bodendielen kommen plötzlich Zombies, während man einen Gegner verfolgt. Gut sind sie auch geeignet, etwas Deckung zu geben. Das Interessante daran ist, dass nicht alles was sich bewegt ein potentieller Frag-Lieferant ist und man so nicht nach dem reinen "Bewegungsprinzip" vorgehen kann - eine völlig neue Spielvariante. Nett ist der Modus Invasion. Hier kämpfen die Teilnehmer im Team gegen die computergenerierten Zombies. Eine wahre Massenschlacht. Besonders der Arena-ähnliche Level erinnert an römische Gladiatorenkämpfe. Auf der einen Seite die Untoten, auf der anderen die tapferen, mit Schaufeln bewaffneten, Menschen. Die Level orientieren sich zum Teil an Schauplätze der Einzelspielerkampagne, wobei es aber auch komplett eigenständige, wie Friedhof und U-Bahnstation, gibt. Server sind derzeit ausreichend vorhanden und es finden sich immer einige Zombiejäger unterwegs. Schade ist nur, dass man lediglich zwei Skins zur Auswahl hat, was doch etwas wenig ist. Der kürzlich veröffentlichte Patch inklusive Modder Tool und neuen Maps wird dies jedoch sicher bald ändern.

Fair ist auch, dass das Spiel keine Kopierschutzabfrage besitzt, ohne eingelegte CD spielbar ist und zudem keine Seriennummer benötigt, was kleine hausgemeinschaftliche LAN-Matches erleichtert.

Fazit:

Land of the Dead ist sicher keine Innovationsbombe, dafür gibt es aber zum Budget-Preis kurzweilige Unterhaltung, die leider jedoch im Einzelspielermodus bereits nach ca. 7 Stunden zu Ende ist. Geboten wird ein schnörkelloser Zombie-Shooter mit stimmiger Atmosphäre, abwechslungsreichen Handlungsorten und netten Storyelementen, der zudem einen interessanten Mehrspielermodus besitzt. Das Schöne am Spiel ist, dass man keine hohe Erwartungshaltung hat. Kein Hype um bahnbrechende KI oder Hammergraphik und daher wird man eigentlich auch nicht enttäuscht, wie bei so vielen mit Vorschußlorbeeren versehenen Titeln. Im Hinblick auf die technische Realisierung sieht man dem Spiel zwar seinen Budgetcharakter ohne Zweifel an, was aber nicht daran hindern sollte, mit dem Spiel einigen Spaß zu haben. Es gibt viele Vollpreistitel, die in diesem Bereich weniger bieten. Wie sagt man doch so schön, auch B-Filme können Spaß bringen, besonders wenn man weniger erwartet hat, als man letztendlich serviert bekommt und das ist bei Land of the Dead: Road to Fiddler's Green eindeutig der Fall, wenn es auch insgesamt nicht für eine bessere Endnote reicht. Fans des Genres sollten die Demo probespielen, die mit dem Theaterlevel einen guten Gesamteindruck vermittelt.


Geschrieben am 20.11.2005, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 2GB Ram, Creative X-Fi Extreme
 



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