yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

Land of the Dead
Largo Winch
League of Legends
Legacy of Kain: Defiance
Legend of Kay
Legend- Hand of God
Legendary
Lego Indiana Jones
Lego Star Wars
Leisure Suit Larry 8
Lilo & Stitch
Little Big Adventure
Loki
Longest Journey, The
Lords of the Realm 3
Lost Horizon
Lost Odyssey
Longest Journey, The  

Rückseite ]

Info
Autor 2+
 1
 2
 2.5
Gesamt (40 votes) 1+
 0.7
 2
 2.5
Name:The Longest Journey - Special Edition
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2006/01
Publisher: Anaconda
Entwickler: Funcom
Offiz. Sites: Game
Hardware: 266Mhz, 64MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/XP, DX6
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: V1.60
Bemerkung: Neuauflage / Lauffähig unter WinXP
USK: 6
The Longest Journey - Special Edition (review von nali_warcow)

Spiele, Preise und Verfügbarkeit sind die Dinge, die man nicht immer verstehen muss. So mancher Vollpreistitel verkauft sich auch Monate und Jahre nach dem Release bestens, während andere Games schon innerhalb kürzester Zeit merklich im Preis gesenkt werden (müssen). Viele Spiele tauchen auch in etlichen Budget-Reihen auf und werden x-mal vermarktet. Allerdings gibt es auch immer mal wieder Titel, die schon wenig später kaum noch zu bekommen sind. Bei The Longest Journey, ein Point & Klick Adventure, das vor knapp sechs Jahren erschienen ist, war lange Zeit lediglich als gebrauchte Version zu horrenden Preisen erhältlich. Anfang 2006, kurz vor dem Erscheinen des Nachfolger "Dreamfall", hatte Publisher dtp ein Einsehen mit den Schmachtenden und eine Special Edition auf DVD veröffentlicht. Was an der Special Edition so besonders ist und wieso das Adventure in der sehr preisgünstigen Region von unter 20€ in jede Adventuresammlung gehört, soll das folgende Review zeigen.

Zwar liegt das Spiel in einer kleinen Eurobox, doch darin befindet sich eine ganz gewöhnliche DVD Hülle. Neben einem kleinen Werbeflyer für weitere Adventures befindet sich neben der Spiel DVD auch ein etwa 30 Seiten starkes Handbuch in der Box. Gerade in der Preisklasse von unter 20€ alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Das Bonusmaterial der Special Edition ist eher dünn ausgefallen. Drei Wallpaper, einen Trailer zum Nachfolger Dreamfall, den sich jeder Interessierte auch über die Webseite runterladen kann und Infos in HTML Form, wie sie auch auf einer Webseite zu finden sind, bieten nicht gerade ein Kaufargument für Besitzer der Originalversion. Neben Aprils Tagebuch im Spiel ist es insbesondere die volle Windows XP Unterstützung, womit das Spiel nun aufwartet. Das wurde jedoch auch den Besitzern der alten Fassung jetzt mit einem Patch ermöglich. Die Special Edition lies sich ohne Absturz oder Bug durchspielen und macht im Gegensatz zu vielen anderen Spielen auch keine Probleme, wenn die Anwendung minimiert wird. Lediglich FSAA hatte das Spiel nicht sonderlich gern und präsentierte um den Mauszeiger herum unscharfe "Grafikklötzchen".

Die Welt im Ungleichgewicht

Träume sind manchmal realer, als man dies wahrhaben möchte. April Ryan hat es da nicht besser, eher im Gegenteil. Ihre Träume sind nicht einfach nur Alpträume, sondern sorgen dafür, dass die Studentin ihr größtes Abenteuer erlebt und für ein wiedereinkehrendes Gleichgewicht auf der Welt sorgen muss. Was nicht jeder weiß: Es gibt nicht nur eine Welt. Während April in einer futuristischen Großstadt im Jahre 2209 lebt, gibt es noch eine zweite, eher bizarr, orientalisch und mittelalterlich angehauchte Welt. Viele Tausend Jahre lang wurde die STARK, die Welt der Wissenschaft und ARCADIA, die Welt der Magie vom 13. Hüter im Gleichgewicht gehalten. Dieser sorgte für das Gleichgewicht beider Welten. Doch diese wurde gestört und beide Welten drohen unterzugehen, wenn nicht schnellstens etwas unternommen wird. Während die "normalen" Bewohner der Welten die ersten "Risse" und "Ungleichgewichte" nur sehr selten mitbekommen, wird April sehr stark davon beeinflusst. Sie scheint sehr empfänglich dafür zu sein. Könnte es sich bei ihr vielleicht um die Eine handeln, die die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen soll? Während die Studentin anfangs den Ereignissen und Prophezeiungen wenig Glauben schenkt, ändert sich dies schon bald, nachdem sie Cortez kennen gelernt hat…

Präsentiert wird die Geschichte umfangreich und spannend. Zum einen durch den Einsatz von vorgerenderter Zwischensequenzen, Ingamesequenzen und vielen Dialogen mit NPC Charakteren, die mitunter sehr ins Detail gehen und für eine glaubhafte und spannende Inszenierung sorgen. Das bedeutet jedoch auch, dass sich das Spiel an Personen richtet, die eben nicht mal auf Kurzdialoge aus sind, sondern sich mit solch einem mystischen und umfangreich vorgetragenen Thema beschäftigen wollen. Gerade die vielen Dialoge und Charaktere tragen viel zur sehr gelungenen Atmosphäre bei.

Aprils erster Bruch

Hätte sich April doch bloß nicht darauf eingelassen. Aber nun steht sie in der Polizeistation und es gibt kein Zurück mehr. Jetzt gilt es nur noch den Zugang zum Archiv zu erlangen, so dass sie sich am Computer zu schaffen machen und die Daten für den Informanten finden kann. Leider gibt es jedoch einige Probleme, die noch bewältigt werden müssen. Zum einen ist die Eingangstür defekt und zum anderen verwehrt die Dame am Empfang den Einlass. Nach einem Gespräch mit den beiden Technikern steht außerdem fest, dass sich diese nicht vom Fleck rühren werden, da sie gerade ihre ausgedehnte Mittagspause machen. So lange also kein Formular vorgelegt wird, das die Gewerkschaftspausen aufhebt, ist nichts zu machen. Eine Suche im Werkzeugkasten der Arbeiter fördert zwar ein solches Formular zu Tage, doch ist dies von der letzten Woche und somit ungültig. Aber wenigstens hat April ja die Formularnummer und kann sich von der Dame an der Information ein neues geben lassen. Jetzt noch schnell ein "Zurück an die Arbeit. Gez. Der Polizeipräsident" drauf geschrieben und es sollte klappen. Oder auch nicht, wie April feststellen muss. Wie der dicke Kollege grinsend erklärt, nachdem er den Schreck überwunden hatte, ist dies nur das Formular für Werktage. Heute ist aber ein Feiertag / Wochenende. Es wird also ein spezielles Formular mit Sonderzusatz benötigt. Doch auch das kann April an der Information besorgen und die Herren müssen wieder an die Arbeit. Die Besten scheinen sie jedoch nicht zu sein. Der Schaltkasten neben der Tür ist zwar nun offen, doch die Reparatur zieht sich elendig hin. Hier muss wohl etwas nachgeholfen werden. Da fallen schließlich die beiden Telefone ins Auge, die in der Halle zu finden sind. Einfach die Nummer von einem Telefon merken und das Telefon vom anderen Gerät aus anrufen. Nun beide Techniker jeweils an einen Apparat schicken und April kann sich mit der Tür beschäftigen. Ein Kurzschluss sorgt dafür, dass die Tür aufgeht und weiter geht's. Doch halt, da wurde die Rechnung ohne die Dame an der Info gemacht, die April zurück ruft. Aber auch hier fällt April ein Ablenkmanöver ein. Nachdem erkundet wurde, welches Formular am ungünstigsten in der großen Wand hinter der Dame zu erreichen ist, wird diese mit der Anfrage nach eben diesem Schriftstück abgelenkt und April huscht rein.

Zwei Welten wollen gerettet werden

Mit einem kurzen, atmosphärischen Prolog in einer scheinbaren Traumwelt Aprils beginnt das Abenteuer. Nach diesem Alptraum mit unglücklichem Ausgang landet der Spieler in einem New York des Jahres 2209 und gleichzeitig im ersten von dreizehn Kapiteln. Nach und nach taucht April bzw. der Spieler in die mystische Welt ein und gleichzeitig eröffnen sich immer wieder neue Schauplätze. Diese sind sehr abwechslungsreich gehalten und decken die unterschiedlichsten Orte ab. So ist der Spieler in der modernen Welt in einer Großstadt unterwegs, fährt mit der U-Bahn umher, muss sowohl in runtergekommene Viertel als auch den nobelsten Wohnbereichen nach Informationen suchen, ein schon beschriebener Einbruch in eine Polizeistation steht auf dem Programm und das alltägliche Leben im Wohnheim oder dem Cafe ist Teil des Abenteuers. Nicht fehlen darf in so einer modernen Welt ein Abstecher in den Weltraum, aber auch die andere Welt, ARCADIA, will besucht werden. Einer mittelalterlich anmutenden Stadt werden mehrere Besuche zuteil, inklusive Kneipe, Markt, Bibliothek und Hafenbereich. Das Abenteuer in dieser zweiten Welt führt April aber auch auf das Meer hinaus, in die mobile, schwebende Wohnung eines Magiers, zu Unterwasserwelt und auf eine tropische Insel mit antiquiertem Telefonsystem. Der Spieler arbeitet dabei nicht einfach nur einen Schauplatz nach dem anderen ab, sondern erlebt viele Wechsel von einer Welt in die andere, wo immer neue Aufgaben warten, mal auf der Flucht oder auf der Suche. Mal handelt es sich um einen nächtlichen Abstecher und ein anderes Mal herrscht schönster Sonnenschein. Im Spielverlauf macht April die Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten NPCs, die die Welt bevölkern. Einige sind - zumindest anfangs - nicht ganz so freundlich und hilfsbereit, andere wollen nur helfen, bei anderen ist man sich da nicht so sicher. Wem kann man eigentlich noch trauen in dieser zu Grunde gehenden Welt? Die Aufgaben, die es zu lösen gilt, sind ebenso abwechslungsreich und bis zu Kapitel 10 vom Schwierigkeitsgrad her einigermaßen steigend. Es gilt einfach Kombinationsaufgaben zu lösen, in denen Objekte im gleichen Bild miteinander benutzt werden müssen oder Gegenstände wollen gefunden werden. Dazu ist dann auch stellenweise etwas Köpfchen nötig. Damit die Zange vom Schlauch genommen werden kann, muss erst der Druck abgelassen werden, indem am Kontrollpult herumgefummelt wird. Einige Aufgaben, wie das Finden des Stundenzettels in der eigenen Wohnung und damit Abrechnen beim Chef, werden durch Laufwege etwas verlängert, was in den meisten Fällen aber nicht ganz so schlimm und ausufernd ist. Nur wenn man sich wegen einer Kleinigkeit durch etliche Screens klicken muss, weil etwas vergessen wurde oder die Aufgabe nicht ganz klar ist, dann sinkt die Motivation etwas. Um einige Aufgaben überhaupt erst angehen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Erst wenn der Arbeiter vor dem Kino auf die nicht immer funktionierende Leuchtreklame angesprochen wurde, kann sich April am Sicherungskasten zu schaffen machen. Davor ist dieser nicht anwählbar. Doch meist sind die Rätsel einigermaßen logisch und nachvollziehbar gestaltet und eine Kombination von aufgeblasener Gummiente plus Zange zum "angeln" eines Schraubenschlüssels von den Bahngleisen stellt die Ausnahme da. Stellenweise bekommt der Spieler auch Hilfe von NPCs, insbesondere einer sprechenden Krähe, die eine ganze Reihe an Aufgaben für April erledigen kann. Da wird die Gegend erkundet, eine Statue von Taubendreck frei gepickt oder der Spieler durch den Wald dirigiert, was sinnigerweise in einer Karte resultiert, in der nur noch die Orte angewählt werden müssen. Gerade ab Kapitel 10 sind dann einige härtere Kopfnüsse zu bewältigen. Es gilt Tränke zu mischen, eine sehr mysteriöse Anordnung auf einem Sockel zu verstehen und ein Sprachtelefon auf einer Insel einzurichten. Wer die Aufgaben ohne Hilfe lösen will, der wird einige Zeit brauchen. Anfänger können an solchen Stellen etwas schummeln und einen Blick in die auf DVD mitgelieferte Lösung werfen, was jedoch den Spielspaß deutlich mindert. Nach Kapitel 10 ist dann jedoch der schwerste Punkt des Spiels geschafft und The Longest Journey wechselt langsam in Richtung Finale. MIt etwas Mitdenken und Kombinationsgabe spielt sich das Game ab hier dann recht locker. Überwiegend sind es Lauf- und einfache Kombinationsaufgaben, die es noch zu meistern gilt. Bis allerdings der Epilog über den Schirm rollt, sind gut 30 Stunden Spielzeit vergangen.

Simple Handhabung und unangetastete Präsentation

Bei der Steuerung handelt es sich um ein klassisches Point & Klick Adventure, das sich auch locker und leicht ohne viele unnötige Klicks steuern lässt. Der Mauszeiger gibt entsprechend an, ob ein interessantes Objekt in Reichweite ist und informiert gleich mit einer kleinen Texteinblendung unter dem Zeiger, was sich der Spieler gerade anschaut. Für Objekte öffnet sich entsprechend ein simples Auswahlmenü für Untersuchen/ Sprechen/ Benutzen. Das Inventar lässt sich auch schnell durch einen Rechtsklick aufrufen und die Gegenstände werden jeweils durch aussagekräftige, aber etwas pixelige Bilder dargestellt. Nicht ganz so gelungen ist das Reisen bzw. der Wechsel von Bild zu Bild. Der Mauszeiger ändert zwar entsprechend die Farbe, doch die Ausgangspunkte sind stellenweise etwas klein und ungünstig positioniert. Es wird leicht ein Weg übersehen, was zu unnötig langen Laufpassagen führt. Wenn es schon eine Karte der Umgebung gibt, dann wäre es schön, diese aus jedem Schirm aufrufen zu können. An einigen Stellen fällt weiterhin unangenehm auf, dass der Spieler erst warten muss, bis sich beispielsweise NPCs nach einem Gespräch wieder in ihre Ausgangsposition / -Animation bewegt haben. Während die vielen Hintergrundbilder durchweg auch heute noch zu gefallen wissen und die ganzen Szenen sehr detailliert gestaltet wurden, trifft dies auf Animationen und Charaktere weniger zu. Zwar gibt es beim Spielstart die Option mit High-Polygon-Models zu spielen, doch viele sind es dennoch nicht. Die Texturen der Charaktere sind mitunter sehr grob aufgelöst, einfarbig und zeugen vom Alter des Titels. Damit einhergehend sind manche Animationen recht grob, so dass Charaktere ins Leere fassen oder aber Objekte gar nicht in der Hand halten, sondern sich die Hand daneben befindet. Hintergrund-Animationen gibt es zwar einige, doch gerade für größere Bewegungen, wie Wellen am Schiff, werden etwas verpixelt aufgelöste Videos verwendet. Allerdings hat man sich daran recht schnell gewöhnt, weil die sonstige Präsentation sehr stimmig ist und das Spiel in atmosphärischer Hinsicht überzeugen kann. Zusätzlich zu den durchaus noch ansehnlichen Videosequenzen und stimmiger Musikuntermalung gibt es eine mehr als gelungene Soundkulisse. Die Sprecher machen einen ausgezeichneten Job und bringen die unterschiedlichen Charaktere, Emotionen und Inhalte der Gespräche wunderbar rüber. Allerdings wäre auf der DVD noch genügend Platz gewesen, zumindest optional auch die englische Version anzubieten.

Meinung

In grafischer Hinsicht sieht man dem Spiel durchaus das höhere Alter an. Die Charaktermodels stechen ins Auge. Hier hätten sich Verbesserungen für eine Special Edition angeboten. Ansonsten erlaubt sich das Spiel jedoch nur oberflächliche Schnitzer. Die Storypräsentation ist auch heute noch sehr gut gelungen und muss keine aktuelle Konkurrenz fürchten. Mit viel Liebe zum Detail zieht das Spiel den Spieler, wenn er sich mit so einer mystischen, bizarren Geschichte auf zwei Welten anfreunden kann, in seinen Bann. Die Rätsel wissen dabei überwiegend zu gefallen und Rückschläge gibt es wenige. Wer The Longest Journey noch nicht in seiner Sammlung hat oder erst vor kurzem mit dem Computerspielen bzw. Adventures angefangen hat, der bekommt mit der Special Edition ein wunderbares Spiel zum wirklich fairen Preis.


Geschrieben am 25.02.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



42 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Sehr gut (4.6 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei nali_warcow, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de